{"id":11338,"date":"2023-01-22T11:00:00","date_gmt":"2023-01-22T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=11338"},"modified":"2025-02-04T05:38:48","modified_gmt":"2025-02-04T04:38:48","slug":"predigt-lukas-131-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-131-9\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 13,1-9"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/2022-Lukas-L.-24_13-0109-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Einladung zur Umkehr<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDer G\u00e4rtner erwiderte: Gib ihm noch ein Jahr Zeit. Ich werde ihn besonders pflegen und kr\u00e4ftig d\u00fcngen. Wenn wir dann im n\u00e4chsten Jahr Feigen ernten, gut. Wenn nicht, kannst du ihn f\u00e4llen.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukas 13,8.9)<\/p>\n<p>Wir hatten gestern eine wundersch\u00f6ne Hochzeit. Ich hatte gehofft, dass der Text passend zu gestern ermutigend, erbauend und vor allem positiv werden w\u00fcrde. Aber es geht um tragische Ereignisse, Gewaltverbrechen und drohendes Gericht. Ich hatte diesen Text mehrmals gelesen, und mich gefragt: Was will Gott uns damit sagen? Allerdings muss ich sagen, dass je mehr ich mich mit diesem Text besch\u00e4ftige, desto mehr ich finde, dass dieser Text doch etwas Tr\u00f6stliches an sich hat. Man muss aber vielleicht etwas tiefer graben.<br \/>\nDrei Dinge lernen wir durch Text. Als Erstes sehen wir einen Hunger nach Gerechtigkeit, mit dem wir zu Jesus kommen. Zweitens, Jesu \u00fcberraschende Antwort, dass wir umkehren m\u00fcssen. Und drittens, eine Rettung, die wir noch nicht sehen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">1. Der Hunger nach Gerechtigkeit<\/span><br \/>\nIn Vers 1 lesen wir: \u201eZur gleichen Zeit kamen einige Leute und berichteten Jesus von den Galil\u00e4ern, deren Blut Pilatus mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte.\u201c Wir kennen Pilatus nicht nur aus der Bibel, sondern auch aus der Geschichtsschreibung. Aus beiden Quellen wissen wir, dass Pilatus ein skrupelloser Tyrann war. N.T. Wright schrieb: \u201eDer j\u00fcdische Historiker Josephus listet mehrere Dinge auf, mit denen er die \u00f6rtliche j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung ver\u00e4rgerte und reizte. Manchmal schien er sie absichtlich ver\u00e4rgern zu wollen. Er trat ihre religi\u00f6sen Gef\u00fchle mit F\u00fc\u00dfen; einmal versuchte er, r\u00f6mische Standarten (milit\u00e4rische Embleme) mit ihren heidnischen Symbolen nach Jerusalem zu bringen. Er missachtete ihre Gesetze und Konventionen; einmal verwendete er Geld aus dem Tempelschatz, um ein Aqu\u00e4dukt zu bauen, und schlug den daraus resultierenden Aufstand brutal nieder. Diese und \u00e4hnliche Vorf\u00e4lle sind au\u00dferhalb des Neuen Testaments aufgezeichnet und helfen uns zu verstehen, was f\u00fcr ein Mensch Pilatus war.\u201c So war also Pilatus.<br \/>\nWas war hier geschehen? Das Ereignis, von dem hier die Rede ist, wird uns nicht aus anderen historischen Quellen \u00fcberliefert. Aber es passt sehr gut zu dem, was sonst \u00fcber Pilatus bekannt ist. Pilger aus Galil\u00e4a hatten im Tempel Opfer dargebracht. Aus welchen Gr\u00fcnden sah Pilatus vermutlich eine Bedrohung. Er schickte seine Soldaten in den Tempel und machte kurzen Prozess: er lie\u00df die Pilger an Ort und Stelle umbringen. Auf diese Weise wurde das Blut dieser Menschen mit dem Blut ihrer Opfertiere vermischt. Mal abgesehen davon, dass es ein Gewaltverbrechen war, war es auch eine Entweihung des Tempels. Es war in jeder Hinsicht widerw\u00e4rtig. Wenn man das Ganze in unsere Zeit \u00fcbertragen wollte, w\u00e4re es ungef\u00e4hr so, wie wenn Terroristen am Weihnachtstag bei einem Familiengottesdienst in einer Kirche ein Blutbad anrichten.<br \/>\nWir k\u00f6nnen uns vorstellen, wie sich die Menschen gef\u00fchlt haben m\u00fcssen, als sie mit dieser Nachricht zu Jesus kamen: das Entsetzen, die Wut, die Ohnmacht und den Hass auf die r\u00f6mischen Besatzer. Mit diesen Gef\u00fchlen kamen sie zu Jesus. Sie kamen zu Jesus mit einem Hunger nach Gerechtigkeit.<br \/>\nJeder Mensch hat einen angeborenen Hunger nach Gerechtigkeit. Und das an sich ist eine erstaunliche Tatsache. Selbst Kinder haben das. Antonio Weil, ein Pastor einer Freikirche, hat folgende Geschichte erz\u00e4hlt: \u201eEs gibt so Momente mit seinen eigenen Kindern, wo man sich fragt: ist das dein Ernst?!? Ich habe nur f\u00fcr einen Moment den Raum verlassen. Kennst du das? F\u00fcr einen Moment! Auf einmal, Riesengeschrei. Ich bin wieder rein in den Raum. Eines meiner Kinder blutet aus dem Mund. Das andere Kind schreit mich an und sagt: \u201aPapa, sie hat drei Smarties genommen. Jetzt hat sie neun gehabt! NEUN!\u2018 \u2026 Und ich bin nur \u2026 Ist das euer Ernst?!?\u2018\u201c Das Interessante ist, dass das beleidigte Kind von einer relativ einfachen Annahme ausgeht: \u201eJedes Kind sollte gleich viele Smarties erhalten. Das Teilen der Smarties sollte gerecht und mit Fairness geschehen; gierig zu sein, ist nicht gut; wenn jemand mehr nimmt, als ihm zusteht, dann ist er ein Stinktier.\u201c<br \/>\nAber hier ist die gro\u00dfe Frage: woher leiten wir uns ab, dass es \u00fcberhaupt so etwas wie Gerechtigkeit gibt? Die Gr\u00fcndungsv\u00e4ter der USA schrieben folgenden Satz in die amerikanische Konstitution: \u201eWir halten diese Wahrheiten f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich, dass alle Menschen gleich geschaffen sind, dass sie von ihrem Sch\u00f6pfer mit bestimmten unver\u00e4u\u00dferlichen Rechten ausgestattet sind, dass zu diesen Rechten Leben, Freiheit und das Streben nach Gl\u00fcck geh\u00f6ren.\u201c Aber ist es wirklich so selbstverst\u00e4ndlich? F\u00fcr die meisten Menschen aller Zeiten war es nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass Menschen gleichberechtigt sind. F\u00fcr die meisten Menschen war nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass sie ein Recht auf Leben, Freiheit und Streben nach Gl\u00fcck haben. Und trotzdem sind die meisten Menschen in Deutschland und Europa davon \u00fcberzeugt, dass Menschenrechte richtig sind, dass die W\u00fcrde des Menschen unantastbar ist. Unser Sinn f\u00fcr Gerechtigkeit kommt nicht aus der Natur. Die Natur kennt vor allem Fressen oder Gefressen werden; der Fittere setzt sich durch; das Recht des St\u00e4rkeren.<br \/>\nYouval Noah Harari verglich in seinem Buch Sapiens den Kodex Hammurabi mit der amerikanischen Verfassung. Der Kodex Hammurabi ist eine Sammlung von Rechtsspr\u00fcchen der alten Babylonier. In dem Kodex wird behauptet, der K\u00f6nig von Gott eingesetzt wurde und dass es eine klare gesellschaftliche Hierarchie gibt. Laut Hammurabi gibt es also keine Gleichberechtigung. Hier ist das, was Harari dazu schreibt: \u201eDie beiden Texte stellen uns vor ein offensichtliches Dilemma. \u2026 Nach Ansicht der Amerikaner sind alle Menschen gleich, w\u00e4hrend nach Ansicht der Babylonier die Menschen entschieden ungleich sind. Die Amerikaner w\u00fcrden nat\u00fcrlich sagen, dass sie recht haben und Hammurabi im Unrecht ist. Hammurabi w\u00fcrde nat\u00fcrlich erwidern, dass er recht hat und dass die Amerikaner im Unrecht sind. Tats\u00e4chlich haben sie beide Unrecht. Sowohl Hammurabi als auch die amerikanischen Gr\u00fcnderv\u00e4ter stellten sich eine Realit\u00e4t vor, die von universellen und unver\u00e4nderlichen Gerechtigkeitsprinzipien wie Gleichheit oder Hierarchie beherrscht wird. Aber der einzige Ort, an dem solche universellen Prinzipien existieren, ist die fruchtbare Fantasie von Sapiens und die Mythen, die sie erfinden und sich gegenseitig erz\u00e4hlen. Diese Prinzipien haben keine objektive G\u00fcltigkeit.\u201c Konsequenterweise schreibt er: \u201eEs gibt keine Gerechtigkeit in der Geschichte.\u201c<br \/>\nNat\u00fcrlich bin ich mit Harari \u00fcberhaupt nicht einverstanden. Aber er hat in folgendem Punkt recht. Wenn es keinen Gott gibt, dann gibt es keine objektiven Werte. Ohne Gott sind Recht und Gerechtigkeit nichts anderes als eine Illusion. Ohne Gott ist die Vorstellung davon, dass alle Menschen gleichberechtigt sind und Recht auf Leben und Freiheit haben, nichts als Einbildung. Ohne Gott sind Gut und B\u00f6se nichts anderes als leere Floskeln ohne echte Bedeutung. Das Problem ist, bewusst oder unbewusst handeln wir nicht danach. Wir setzen voraus, dass Gewalt gegen Menschen b\u00f6se ist.<br \/>\nHier ist der springende Punkt: Das geht nur, wenn wir davon ausgehen, dass es Gott gibt. Mit Gott haben wir ein Fundament f\u00fcr objektive Werte. Die Menschen, die Jesus von Pilatus\u2018 Verbrechen erz\u00e4hlt hatten, hatten einen Hunger nach Gerechtigkeit. Sie hatten Unrecht mit eigenen Augen gesehen. Ich glaube daran, dass in jedem unserer Herzen der gleiche Hunger da ist: ein Bed\u00fcrfnis nach Gerechtigkeit. Und wenn es dir \u00e4hnlich geht, wenn du das Gef\u00fchl hast, dass dir Unrecht angetan wurde, oder wenn du dich nach einer besseren und gerechteren Welt sehnst ohne Kriege und Gewalt, dann bist du eingeladen das Gleiche zu tun: komm zu Jesus.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">2. Jesu \u00fcberraschende Antwort<\/span><br \/>\nWie h\u00e4tten wir reagiert, wenn wir diesen verbitterten und traumatisierten Menschen begegnet w\u00e4ren? Vermutlich h\u00e4tten wir versucht, sie zu tr\u00f6sten. Wir h\u00e4tten mit ihnen zusammen \u00fcber Pilatus geschimpft. Aber Jesus tut etwas ganz anderes. Er tut etwas v\u00f6llig Unerwartetes und \u00dcberraschendes.<br \/>\nVerse 2-5: \u201eUnd er antwortete ihnen: Meint ihr, dass diese Galil\u00e4er gr\u00f6\u00dfere S\u00fcnder waren als alle anderen Galil\u00e4er, weil das mit ihnen geschehen ist? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms am Schiloach erschlagen wurden \u2013 meint ihr, dass sie gr\u00f6\u00dfere Schuld auf sich geladen hatten als alle anderen Einwohner von Jerusalem? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt.\u201c Es ist eine unerwartet harsche Antwort. Wo bleibt das Mitgef\u00fchl? Hatte Jesus keine Empathie? Ist das der Ausdruck der vollkommenen Liebe Gottes? Und die Antwort ist \u201eja, absolut\u201c.<br \/>\nDas Ganze hatte einen konkreten historischen Hintergrund. Das Schl\u00fcsselwort hier ist \u201egenauso\u201c. Jesus sagte, dass sie in Gefahr waren, genauso umzukommen, wie die galil\u00e4ischen Pilger und wie die Menschen, die von dem Turm erschlagen wurden. Jesus sprach sehr wahrscheinlich von dem kommenden Krieg gegen die R\u00f6mer, der absolut desastr\u00f6s werden w\u00fcrde. Um 70 nach Christus w\u00fcrden die R\u00f6mer Jerusalem zerst\u00f6ren, unz\u00e4hlige Einwohner umbringen und dabei den Tempel dem Erdboden gleichmachen. Das, was den Galil\u00e4ern passiert war und den Opfern von Schiloach w\u00fcrde zum Schicksal der Nation werden.<br \/>\nJesus wird hier pers\u00f6nlich. Die Menschen waren mit einer konkreten Not zu ihm gekommen: schreiendes Unrecht. Jesus sagte ihnen: \u201eJa, da drau\u00dfen gibt es Probleme. Aber wei\u00dft du was? Dein wahres Problem ist nicht da drau\u00dfen. Das Problem ist hier drinnen, in jedem menschlichen Herzen. Die Linie zwischen Gut und B\u00f6se verl\u00e4uft nicht zwischen R\u00f6mern und Juden. Die Linie, die das Gute vom B\u00f6sen trennt, durchkreuzt das Herz eines jeden Menschen.\u201c<br \/>\nWas sollten sie dann tun? Die Antwort finden wir in den Versen 3 und 5: \u201ewenn ihr nicht umkehrt\u201c. Die Luther und die Elberfelder \u00dcbersetzungen verwenden dazu noch das sch\u00f6ne Wort \u201eBu\u00dfe\u201c. Das Problem ist nur, dass das deutsche Wort \u201eBu\u00dfe\u201c mit so vielen eher negativen und unangenehmen Begriffen assoziiert ist: z.&nbsp;B. B\u00fc\u00dfergewand, Bu\u00dfgeld oder \u201edas wirst du mir b\u00fc\u00dfen\u201c. Wir verbinden es mit Strafe und mit dem Zwang, Wiedergutmachung zu leisten. Wir verbinden es mit Selbsterniedrigung und Selbstgei\u00dfelung. Und alles das ist Bu\u00dfe gerade nicht.<br \/>\nDie moderneren \u00dcbersetzungen sprechen von \u201eUmkehr\u201c. Das ist eine gute \u00dcbersetzung des griechischen Wortes metanoia, was im Text verwendet wird. Dallas Willard sagte: \u201eBu\u00dfe bedeutet nicht, den Kopf auf den Boden zu schlagen oder sich wegen seiner S\u00fcnden schlecht zu f\u00fchlen \u2013 es bedeutet, sein Denken zu \u00fcberdenken, um die Art und Weise zu \u00e4ndern, wie man gedacht und gehandelt hat. Wir tun Bu\u00dfe im Lichte des Evangeliums von Jesus.\u201c<br \/>\nUm die Notwendigkeit der Umkehr zu illustrieren, erz\u00e4hlte Jesus auch noch ein Gleichnis. Das Gleichnis ist ziemlich einfach. In einem Weinberg wurde ein Feigenbaum gepflanzt. Das war damals anscheinend gar nicht so un\u00fcblich. Es stellte sich aber heraus, dass der Feigenbaum keine Frucht brachte. Dem Besitzer ging die Geduld aus, und er wollte den Feigenbaum abhauen lassen. Der G\u00e4rtner stimmte ihn um: \u201eHerr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und d\u00fcngen. Vielleicht tr\u00e4gt er in Zukunft Fr\u00fcchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen!\u201c Was Jesus in diesem Gleichnis sagt, ist, dass Gott geduldig ist. Der unfruchtbare Baum wird noch einmal ged\u00fcngt. Er wird besser behandelt, als er es verdient hat.<br \/>\nHier ist die Anwendung: Umkehr ist nicht nur f\u00fcr schlechte Zeiten, sondern auch f\u00fcr gute Zeiten. Jesus sagt: wenn dir etwas ganze Schlimmes passiert, kehre um; wenn du gerade den sch\u00f6nsten Tag deines Lebens hast, kehre um. Und das bringt uns zum n\u00e4chsten Aspekt der Bu\u00dfe: Bu\u00dfe ist kein einmaliger Prozess. Unser ganzes Leben sollte ein Leben der Bu\u00dfe sein. Martin Luther hatte gesagt, dass das ganze christliche Leben ein Leben der Bu\u00dfe ist. Die Frage, die sich uns stellt, ist also: \u201eHast du Bu\u00dfe getan und tust du immer noch Bu\u00dfe? Bist du umgekehrt und kehrst du immer noch um? Bist du abgekehrt, von einem Leben der Selbstsucht und Selbstzentriertheit und kehrst du dich immer noch davon ab? Hast du dich abgewendet von einem Leben der Bitterkeit und dem Drang es den anderen mit gleicher M\u00fcnze heimzahlen zu wollen und wendest du dich immer noch davon ab? Hast du dich hin zu Gott gewendet und tust du es immer noch?<br \/>\nWir haben im ersten Teil gesehen, dass jeder Mensch ein Hunger nach Gerechtigkeit hat. Wenn wir zu Jesus kommen, erfahren wir eine unerwartete Antwort. Jesus wird pers\u00f6nlich und l\u00e4dt uns ein, umzukehren. Er sagt uns damit: das Problem ist nicht da drau\u00dfen. Das Problem ist in deinem Leben. Das Problem ist in jedem menschlichen Herzen. Und damit kommen wir zum letzten Teil.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">3. Die Rettung, die wir noch nicht sehen<\/span><br \/>\nZu Beginn habe ich gesagt, dass dieser Text sehr viel Erbauliches enth\u00e4lt, wenn man etwas tiefer gr\u00e4bt. Und genau das wollen wir im letzten Teil tun. Jesus bietet uns eine Rettung an, die wir noch nicht sehen.<br \/>\nZum einen, die wahre Motivation f\u00fcr Umkehr ist ein liebender Gott. Wenn wir unseren Text oberfl\u00e4chlich lesen, k\u00f6nnten wir den Eindruck haben, dass es nur darum geht, umzukehren, um nicht bestraft zu werden. Der Text k\u00f6nnte den Eindruck erwecken, dass Gott ein grimmiger W\u00fcterich ist, der sauer auf uns ist; und nur dann, wenn wir Bu\u00dfe tun, l\u00f6sen sich sein Stirnrunzeln und er sagt sich widerwillig: \u201eokay, dann mache ich euch eben doch nicht platt.\u201c Nichts k\u00f6nnte von der Wahrheit entfernter sein. Zwei Kapitel sp\u00e4ter erz\u00e4hlt Jesus das Gleichnis von den verlorenen S\u00f6hnen. Der j\u00fcngere Sohn, der das Erbe seines Vaters verschleudert hatte, kommt nach Hause. Als er noch ganz weit von zu Hause entfernt ist, rennt sein Vater auf ihn zu und umarmt ihn. Das ist eine passende Illustration f\u00fcr Bu\u00dfe. Wir kehren um zu einem Vater, der uns liebt. Es ist nicht unsere Umkehr, die ihn liebend macht; es ist seine Liebe, ohne die wir erst gar nicht umkehren k\u00f6nnten.<br \/>\nHier ist ein weiterer Grund, weshalb das so wichtig ist: wenn der einzige Grund, weshalb du umkehrst, der ist, weil du Angst vor Strafe hast, wirst du niemals in deinem Innersten ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen. Z.&nbsp;B., wenn der einzige Grund, weshalb du nicht klaust, der ist, weil du Angst davor hast, bestraft zu werden, dann bist du in deinem Herzen immer noch ein Dieb, ganz egal, was du tust. Wir sehen das in Katastrophengebieten, wenn die Gesetze und Ordnungen zusammenbrechen: Menschen fangen an zu pl\u00fcndern und zu klauen. Was kann uns dann ver\u00e4ndern? Nur die Liebe Gottes hat die Kraft, dein Leben wirklich zu ver\u00e4ndern. Furcht vor negativen Konsequenzen f\u00fchrt vielleicht zu \u00e4u\u00dferlichen Anpassungen unseres Verhaltens. Aber wenn wir uns auf die Liebe Gottes einlassen, wird sich unser Innerstes tiefgr\u00fcndig ver\u00e4ndern. Er macht uns zu seinen Kindern; Er schenkt uns eine neue Identit\u00e4t; Er gibt uns eine neue Hoffnung.<br \/>\nDer n\u00e4chste Punkt, als die Menschen verbittert zu Jesus kamen, wegen des Problems \u201ada drau\u00dfen\u2018, sagte Jesus, dass \u201ahier drinnen\u2018 das wahre Problem ist. Es k\u00f6nnte den falschen Eindruck erwecken, dass Jesus das Problem da drau\u00dfen egal war. In Wirklichkeit war es Jesus \u00fcberhaupt nicht egal. Woher wissen wir das? Jesus, der Sohn Gottes, h\u00e4tte in jede menschliche Familie kommen k\u00f6nnen. Aber zu welchem Volk geh\u00f6rte Jesus? Jesus geh\u00f6rte zum Volk Israel, nicht zu den R\u00f6mern. Jesus geh\u00f6rte zu den Unterdr\u00fcckten, nicht den Unterdr\u00fcckern. Jesus geh\u00f6rte zu den Armen, nicht zu den Reichen. Jesus geh\u00f6rte zu den Verlierern, nicht zu den Gewinnern. Jesus geh\u00f6rte zu den Schwachen, den Misshandelten, den Ausgesto\u00dfenen, den Kranken.<br \/>\nWir leben in einer Welt, in der so viel Unrecht geschieht. In Jesus begegnet uns ein Gott, dem gr\u00f6\u00dferes Unrecht angetan wurde, als uns allen zusammengenommen. Er kommt zu uns in unserer Misere, in unsere Leiden und Schmerzen. Er geht dorthin, wo es wirklich weh tut. Und das ist noch nicht alles.<br \/>\nJohannes Hartl erz\u00e4hlte davon, wie er auf Reisen im Mittelmeerraum auch an die Orte kam, wo der Apostel Johannes gewirkt hatte. Hartl machte sich Gedanken \u00fcber die Frage, wie Johannes zu dem Schluss kam, dass Gott die Liebe ist. Keiner von den anderen neutestamentlichen Autoren hat das \u00fcber Gott geschrieben. Nat\u00fcrlich spricht auch Paulus \u00fcber die Liebe. Aber niemand ist so von der Liebe Gottes besessen wir Johannes: angefangen mit Johannes 3,16; Jesu st\u00e4ndigen Aufforderungen, einander zu lieben, in seiner Liebe zu bleiben; nicht zu vergessen Jesu Frage an Petrus \u201eLiebst du mich?\u201c; und seine zusammenfassende Aussage: Gott ist die Liebe. Noch einmal die Frage: woher kommt das alles?<br \/>\nUnd als Hartl an dem Ort steht, wo vielleicht auch Johannes stand, bekommt er pl\u00f6tzlich die Einsicht: \u201eEr war dort!\u201c Wo war er? Apostel Johannes war dort, unter dem Kreuz, an dem Jesus starb. Es gibt keinen gr\u00f6\u00dferen, keinen besseren, keinen vollkommeneren Ausdruck der Liebe Gottes: Gott stirbt f\u00fcr uns Menschen. Jesus leidet f\u00fcr uns. Jesus leidet nicht nur f\u00fcr uns, er leidet auch mit uns. Jesus ging sprichw\u00f6rtlich durch die H\u00f6lle. Und er tat es, um diese kaputte Welt zu retten. Er tat es aus Liebe zu dir und zu mir. In Jesu Tod und Auferstehung finden wir Gottes Versprechen, dass er diese Welt neu machen wird; dass er eines Tages diese Welt heil und gut machen wird. Und das ist die Rettung, die Gott begonnen hat und die wir noch nicht sehen.<br \/>\nHier in diesem Raum sind reale Menschen, mit realen Problemen und realen Schmerzen. Ich m\u00f6chte euch gerne sagen, dass niemand realer war als Jesus. Er l\u00e4dt euch ein, umzukehren. Der Gott der Liebe wartet auf euch mit offenen Armen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Einladung zur Umkehr \u201eDer G\u00e4rtner erwiderte: Gib ihm noch ein Jahr Zeit. Ich werde ihn besonders pflegen und kr\u00e4ftig d\u00fcngen. Wenn wir dann im n\u00e4chsten Jahr Feigen ernten, gut. Wenn nicht, kannst du ihn f\u00e4llen.\u201c (Lukas 13,8.9) Wir hatten gestern eine wundersch\u00f6ne Hochzeit. 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