{"id":1108,"date":"2010-09-26T20:17:47","date_gmt":"2010-09-26T18:17:47","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1108"},"modified":"2023-01-29T20:50:51","modified_gmt":"2023-01-29T19:50:51","slug":"predigt-1-samuel-271-3113","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-samuel-271-3113\/","title":{"rendered":"Predigt: 1.Samuel 27,1 &#8211; 31,13"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/1.Samuel-27-31-Predigt.doc\">Download<\/a><\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>David st\u00e4rkte sich in dem Herrn<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Und David geriet in gro\u00dfe Bedr\u00e4ngnis, weil die Leute ihn steinigen wollten; denn die Seele des ganzen Volks war erbittert, ein jeder wegen seiner S\u00f6hne und T\u00f6chter. David aber st\u00e4rkte sich in dem Herrn, seinem Gott\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(30,6)<\/p>\n<p>Im heutigen Text begegnen wir erneut den beiden Hauptprotagonisten der vergangenen Lektionen, Saul und David, die vor den gr\u00f6\u00dften N\u00f6ten und Schwierigkeiten ihres Lebens standen. Bisher war Saul immer der J\u00e4ger und David der Gejagte. Doch beide verwickelten sich in verschiedene K\u00e4mpfe und gerieten in gro\u00dfe Krisen. Schlie\u00dflich fanden sich Saul und David vor einem gro\u00dfen Scherbenhaufen wieder. Ihr Leben lag in Tr\u00fcmmern. Sie waren gescheitert. Doch der unterschiedliche Umgang mit der gro\u00dfen Lebensnot zeigt den signifikanten Unterschied zwischen diesen beiden Pers\u00f6nlichkeiten. Wir erfahren das Geheimnis Davids und wir erfahren warum er ein trotz seiner Unvollkommenheit ein Mann nach dem Herzen Gottes war.<\/p>\n<p><strong>Teil I\tDavid bei den Philistern<\/strong> (27-28,2)<\/p>\n<p>David hatte sich soeben, mit einer gewissen Dramatik aber friedlich, von Saul getrennt. Was ging aber in Davids Herz, nach der Trennung, vor? Vers 1 lautet: <strong>\u201eDavid aber dachte in seinem Herzen: Ich werde doch eines Tages Saul in die H\u00e4nde fallen; es gibt nichts Besseres f\u00fcr mich, als dass ich entrinne ins Philisterland. Dann wird Saul davon ablassen, mich fernerhin zu suchen im ganzen Gebiet Israels, und ich werde seinen H\u00e4nden entrinnen.\u201c<\/strong> Eine Analyse dieses Verses zeigt uns die geistliche Verfassung, in der sich David befand. \u201eIch werde doch eines Tages Saul in die H\u00e4nde fallen\u201c ist ein fataler Ausdruck, jenseits der geistlichen Realit\u00e4t. Es war n\u00e4mlich nicht Gottes Wille, David in die H\u00e4nde Sauls fallen zu lassen und selbst Saul war sich dieser Tatsache bewusst! Es war Gottes Wille, David zum K\u00f6nig \u00fcber Israel zu stellen. Auch seine Prognose: \u201ees gibt nichts Besseres <span style=\"text-decoration: underline;\">f\u00fcr mich<\/span>, als dass ich entrinne ins Philisterland\u201c ist durchweg problematisch. Sie zeigt, zum einen, dass David in erster Linie an sich selbst dachte. Zum anderen hielt er die Flucht in das Land der Philister, in das Land der Feinde seines Volkes, in das Land der g\u00f6tzendienerischen Feinde Gottes f\u00fcr die beste aller L\u00f6sungen. Somit ist die Botschaft des Kapitels keine andere, als dass David Angst hatte und aus Angst falsche Entschl\u00fcsse fasste.<\/p>\n<p>Aus Angst wanderte David zu den Philistern aus. Welche Folgen hatte dieser Schritt? Verse 2 und 3 berichten, dass David erneut den Kontakt zu Achisch, dem K\u00f6nig Gats suchte, dem er schon einmal begegnet war und den Wahnsinnigen gespielt hatte. Und tats\u00e4chlich lie\u00df Saul davon ab David bis in das Land der Philister zu verfolgen (4), schlie\u00dflich f\u00fcrchtete er sich selbst vor ihnen (28,5). Die Verse 5-7 berichten, wie David von Achisch die Stadt Ziklag \u00fcberlassen bekam, die f\u00fcr David und seine 600 M\u00e4nner f\u00fcr die n\u00e4chsten 16 Monate zum Zuhause wurde. So weit so gut.<\/p>\n<p>Wie sah aber Davids neues Leben bei den Philistern genau aus? Betrachten wir die Verse 8ff. David fiel regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die V\u00f6lker her, die s\u00fcdlich zwischen Pal\u00e4stina und \u00c4gypten lebten. Dabei lie\u00df er weder M\u00e4nner noch Frauen am Leben, nahm aber ihr Hab und Gut und kehrte zur\u00fcck zu Achisch. Und immer wenn dieser einen Bericht \u00fcber die \u00dcberf\u00e4lle forderte, \u00fcbermittelte David ihm falsche Angaben, z.B. dass er seinen eigenen Stamm Juda angegriffen hatte.<\/p>\n<p>Die Lebensweise, die diese Verse von David \u00fcbermitteln, zeugen nicht gerade von einem Glaubensleben vor Gott. Warum t\u00f6tete David so viele Menschen und warum log er Achisch an? Betrachten wir Verse 11 und 12. David lie\u00df niemand am Leben, nicht weil er Gott dienen wollte, sondern weil er Angst hatte von ihnen verraten zu werden. Er vollstreckte auch nicht den Bann, sondern machte Beute. Achisch sollte denken, David sei ein Volksverr\u00e4ter und w\u00fcrde f\u00fcr immer bei ihm bleiben. Mit diesen zweifelhaften Zielen war David \u00fcberaus erfolgreich. Niemand entkam und Achisch bekam nichts mit.<\/p>\n<p>So kam es, wie es kommen musste. Verse 1 und 2 berichten, wie Achisch gegen Israel k\u00e4mpfen und David an seiner Seite wissen wollte. Ein Leben in Lug und Trug, Mord und Unbarmherzigkeit f\u00fchrten David schlie\u00dflich dahin, dass er gegen sein eigenes Volk in den Kampf ziehen sollte! Achisch ernannte David zudem als seinen pers\u00f6nlichen Leibw\u00e4chter. David landete in einer Zwickm\u00fchle. Ein falscher Schritt hatte zu einem weiteren falschen Schritt gef\u00fchrt. Schlie\u00dflich sa\u00df David als Leibw\u00e4chter Achischs in einer ausweglosen Situation, da er gegen Israel k\u00e4mpfen sollte. David war Gefangener eines unseligen Teufelskreises geworden.<\/p>\n<p>Dieser erste Abschnitt stellt uns David auf eine Weise vor, die wir von ihm nicht gewohnt sind. Das Kapitel zeigt uns traurigerweise, wie David um seine Existenz f\u00fcrchtete. Wie konnte sich Lebensangst in das ansonsten furchtlose Leben Davids einschleichen? Nicht Saul war die Wurzel allen \u00dcbels, sondern Davids Glaubensproblem. Eigentlich hatte David Gottes bombenfeste Verhei\u00dfung empfangen, K\u00f6nig zu werden und in Israel zu regieren. Daran gab es nichts zu r\u00fctteln, es stand fest. Davids Glaube schwankte jedoch hinsichtlich der Bedrohung durch Saul. Und wir sehen, welchen Unterschied es macht, im Glauben zu stehen oder nicht. Als David im Glauben auf Gott schaute, konnte er wilden Tieren und wilden Menschen furchtlos entgegentreten und siegreich sein. Er f\u00fchrte ein Leben nach dem Willen Gottes und lobte Gott unerm\u00fcdlich durch wundersch\u00f6ne Psalmen. Doch als David nicht auf Gott, sondern auf Saul schaute, f\u00fcrchtete er sich, obwohl dieser ihm in Wirklichkeit nichts anhaben konnte. Er wurde zum L\u00fcgner und M\u00f6rder. Wir finden keine Psalmen Davids aus dieser Zeit. Schlie\u00dflich wollte der zuk\u00fcnftige K\u00f6nig gegen sein eigenes Volk in den Kampf ziehen.<\/p>\n<p>Was will uns Gott durch diesen Abschnitt sagen? Was uns Gott durch diesen Abschnitt lehrt ist, dass wir unbedingt auf ihn schauen sollen. Selbst hervorragende Knechte Gottes geraten in Versuchung, wenn sie nicht auf Gott, sondern auf die Situation schauen. Deshalb ist es wichtig, ein nach Gott ausgerichtetes Glaubensleben zu f\u00fchren. Dann wird uns nichts schrecken.<\/p>\n<p>Zum anderen lehrt uns Gott, dass wir in Schritten des Glaubens wandeln sollen, um nicht in einen Teufelskreis zu geraten, denn ein Schritt im Unglauben folgt dem anderen. Schritte des Glaubens bewirken hingegen gr\u00f6\u00dfere Schritte des Glaubens.<\/p>\n<p>Danken wir Gott f\u00fcr seine lebendige und aktuelle Botschaft, die er uns durch die Bibel schenkt! Ihm geb\u00fchrt alle Ehre.<\/p>\n<p><strong>Teil II\tSauls Totenbeschw\u00f6rerin<\/strong> <strong>und Davids R\u00fccksendung <\/strong>(28,3-29)<\/p>\n<p>Die Philister machten gegen Israel mobil. Wie reagierte Saul auf den bevorstehenden Angriff der Feinde? Verse 5 und 6 lauten: <strong>\u201eAls aber Saul das Heer der Philister sah, f\u00fcrchtete er sich und sein Herz verzagte sehr. Und er befragte den Herrn; aber der Herr antwortete ihm nicht, weder durch Tr\u00e4ume noch durch das Los Licht noch durch Propheten.\u201c<\/strong> Nach etwa 40 Jahren g\u00f6ttlichen Segens und unz\u00e4hligen Gelegenheiten Gott sein Leben anzuvertrauen, hatte Saul es soweit gebracht, Gott g\u00e4nzlich aus seinem Leben zu vertreiben. So antwortete der Herr ihm nicht mehr, weder durch Tr\u00e4ume, noch durch das Los oder durch Propheten. Sp\u00e4testens jetzt m\u00fcsste sich Saul selbst hinterfragen. Das Nichtantworten Gottes war ein akutes Warnsignal! Gibt es eine bessere Aufforderung zur Umkehr und Bu\u00dfe?<\/p>\n<p>Doch welchen Weg suchte Saul? Betrachten wir die Verse 6-10. Obwohl Gott Totenbeschw\u00f6rung klar verboten und deren Vertreibung angeordnet und Saul es selbst ausgef\u00fchrt hatte, suchte Saul eine Totenbeschw\u00f6rerin auf, um den verstorbenen Samuel zu beschw\u00f6ren.<\/p>\n<p>Es gibt Bibelkommentare, die der Ansicht sind, dass der verstorbene Samuel durch das Medium beschworen wurde. Doch viele Bibelkommentare sind der Ansicht, dass nicht Samuel, sondern ein b\u00f6ser Geist, wenn nicht der Teufel pers\u00f6nlich, erschienen war. Matthew Henry, einer der bemerkenswertesten Bibelkommentatoren aller Zeiten, dessen biblische Kommentare ich \u00fcberaus sch\u00e4tze, beschrieb diese Geschichte mit den Worten: \u201eWir haben hier eine Konferenz zwischen Saul und Satan.\u201c Was spricht f\u00fcr diese Auslegung? Zun\u00e4chst einmal m\u00fcssen wir uns in den Sinn rufen, dass ein Mensch unm\u00f6glich die Allmacht Gottes haben kann, um etwa \u00fcber verstorbene Seelen zu verf\u00fcgen und sie nach Belieben aus dem Totenschlaf zu wecken. Au\u00dferdem hatte Gott sich dazu entschlossen Saul nicht zu antworten, weil Saul nicht die richtige Herzenshaltung besa\u00df und nicht den Weg Gottes w\u00e4hlte, um Gott zu begegnen. Wenn Gott sich ihm verwehrt hatte, wie konnte es dann sein, dass Gott ihm durch Samuel Antwort gab, nachdem Saul die b\u00f6seste, okkulteste und verabscheuungsw\u00fcrdigste Methode, jenseits des g\u00f6ttlichen Willens, w\u00e4hlte? Das ist nach meinem Bibelverst\u00e4ndnis nicht m\u00f6glich. Matthew Henry f\u00fchrt zudem aus, dass der echte Samuel Saul zur Bu\u00dfe aufrufen w\u00fcrde, denn Samuel hatte ein Herz f\u00fcr Saul und f\u00fcr verlorene Menschen. Und es gibt eines, das Gott nicht ignoriert, sondern sich zu Herzen nimmt und das ist aufrichtige Bu\u00dfe. Doch die Gestalt, die der Totenbeschw\u00f6rerin begegnete, sagte zwar die Wahrheit, gab Saul jedoch keine Aussichten auf Bu\u00dfe, Umkehr oder Vergebung. Er hielt Saul seine S\u00fcnde vor Augen und verk\u00fcndete das Gericht als unabwendbares Schicksal. Das Ende von Saul erinnert an das Ende von Judas Iskariot, der keine Aussichten mehr sah und den Freitod w\u00e4hlte.<\/p>\n<p>Was spielte sich w\u00e4hrenddessen bei den Philistern ab? Die Philister versammelten ihr ganzes Heer und die F\u00fcrsten der Philister zogen daher mit ihren Hundertschaften und Tausendschaften, wobei David und seine M\u00e4nner hinter Achisch herzogen.<\/p>\n<p>Was sorgte dabei f\u00fcr Aufregung? Betrachten wir Kapitel 29. Den Obersten der Philister fielen pl\u00f6tzlich die vielen Hebr\u00e4er auf. Was wollten diese unter den Reihen von Achisch? Achisch versuchte sie zu beschwichtigen. \u201eAch, das sind doch nur David und seine M\u00e4nner.\u201c <strong>\u201eAber die Obersten der Philister wurden zornig auf ihn und sprachen zu ihm: Schick den Mann zur\u00fcck! Ist das denn nicht derselbe David, von dem sie sangen im Reigen: Saul hat tausend geschlagen, David aber zehntausend?\u201c<\/strong> So kam es, dass Achisch David zur\u00fcckschicken musste.<\/p>\n<p>Nicht auszumalen, was passiert w\u00e4re, wenn der k\u00fcnftige K\u00f6nig Israels gegen sein eigenes Volk in den Kampf gezogen w\u00e4re. Und Davids Einstellung zu der ganzen Sache war \u00e4u\u00dferst besorgniserregend. Er wollte an Achischs Seite gegen seine Feinde k\u00e4mpfen. Doch Gott, der Herr \u00fcber die Geschichte ist, bewahrte David vor dieser gro\u00dfen S\u00fcnde. Er wurde zur\u00fcckgeschickt. Er wurde aus dem Teufelskreis herausgerissen.<\/p>\n<p>Warum machte Gott einen Unterschied zwischen David und Saul? Warum handelte er bei David, jedoch nicht bei Saul?<\/p>\n<p><strong>Teil III\tDavid st\u00e4rkte sich in dem Herrn (30-31)<\/strong><\/p>\n<p>David war gerade so einer heiklen Situation entkommen, in welche noch heiklere Situation geriet er gleich darauf? Betrachten wir die Verse 1-5. Die Amalekiter waren in Ziklag, der Stadt Davids und seiner M\u00e4nner, eingefallen, hatten sie in Brand gesteckt und alles was an Bev\u00f6lkerung, Tieren und Gegenst\u00e4nden in der Stadt war mitgenommen. Was f\u00fcr ein Gef\u00fchl muss es gewesen sein, die eigene Stadt verbrannt und verw\u00fcstet und Menschenleer wiederzufinden? \u00dcber den Anblick dieser Trag\u00f6die hei\u00dft es im Vers 4: <strong>\u201eerhoben David und die Leute, die bei ihm waren, ihre Stimme und weinten, bis sie nicht mehr weinen konnten.\u201c<\/strong> Dieser Vers beschreibt das Entsetzen und den untr\u00f6stlichen Schmerz, der David und seinen Leuten \u00fcberkam. Sie h\u00f6rten nur auf zu weinen, weil sie nicht mehr weinen konnten! Es war die v\u00f6llige Ersch\u00f6pfung, die zwar dem Weinen aber nicht der Trauer ein Ende setzte.<\/p>\n<p>David hatte soeben seine beiden Frauen verloren und hatte mit allen Kr\u00e4ften geweint. Welche zus\u00e4tzliche Bedr\u00e4ngnis begegnete ihm? Vers 6a lautet: <strong>\u201eUnd David geriet in gro\u00dfe Bedr\u00e4ngnis, weil die Leute ihn steinigen wollten; denn die Seele des ganzen Volks war erbittert, ein jeder wegen seiner S\u00f6hne und T\u00f6chter.\u201c<\/strong> Warum wollten die Menschen ihren Anf\u00fchrer umbringen? Trauer schlug in Wut um, sie suchten einen Verantwortlichen und David als Anf\u00fchrer musste seinen Kopf hinhalten. Das k\u00f6nnen wir verstehen. Aber David war f\u00fcr diese 600 M\u00e4nner und ihre Familien mehr als nur ein politischer Anf\u00fchrer. Als sie David kennen gelernt hatten war er ein Mann ganz nach dem Herzen Gottes. Er war jemand der aufgrund seines Glaubenslebens Gerechtigkeit ausstrahlte. Seine gottesf\u00fcrchtige Pers\u00f6nlichkeit \u00fcbte geistliche Anziehungskraft aus. Die Menschen kamen gerne zu ihm. F\u00fcr die Benachteiligten und von Saul Ge\u00e4chteten war David ein Hort, ein geistliches Zuhause. Wo er war und wo er sich aufhielt wurde zur Heimat f\u00fcr alle. Doch in den vergangenen 16 Monaten hatten diese M\u00e4nner einen v\u00f6llig anderen David kennen gelernt. Sie hatten einen David erlebt, dem alles was ihn einst ausgezeichnet hatte, abhanden gekommen war. Der einst gerechte und gottesf\u00fcrchtige David, mit klaren geistlichen Prinzipien, war zu einem M\u00f6rder, Pl\u00fcnderer und L\u00fcgner geworden, nicht besser als ein heidnischer Tyrann. Die Kr\u00f6nung dieser Lebensweise war der Verlust der Familien und das Niederbrennen der heimischen Stadt. Die Menschen hatten die Nase voll von David. Sie hoben Steine auf, um sie nach ihm zu werfen. David hatte allen Respekt und jede Achtung verspielt.<\/p>\n<p>Bis zu diesem Punkt haben wir bei beiden, bei Saul und bei David, einen klaren Abw\u00e4rtstrend feststellen k\u00f6nnen. Beide M\u00e4nner f\u00fchrten ein zweifelhaftes Leben, Saul seit vielen Jahren und David seit einigen Monaten. Und beide begegneten die aller schwierigsten N\u00f6te ihres bisherigen Lebens. Sie standen vor Tr\u00fcmmern, sie hatten versagt, darin unterschieden sie sich nicht voneinander.<\/p>\n<p>Woran k\u00f6nnen wir aber den klaren Unterschied zwischen Saul und David ausmachen? Lesen wir den Vers 6b: <strong>\u201eDavid aber st\u00e4rkte sich in dem Herrn, seinem Gott.\u201c <\/strong>Wir haben Sauls Umgang mit der Not erfahren, nun k\u00f6nnen wir sehen, was David in seiner gr\u00f6\u00dften Not tat. David h\u00e4tte die Flinte ins Korn werfen und resigniert aufgeben k\u00f6nnen. Oder die Trauer h\u00e4tte auch bei David in Zorn umschlagen und in einen unerbittlichen Kampf gegen seine eigenen M\u00e4nner enden k\u00f6nnen. Doch David gab weder auf, noch schlug er zu. Dieses Mal tat David das einzig richtige. David st\u00e4rkte sich in dem Herrn. Dieses Mal gab es wirklich nichts Besseres, als das was er tat.<\/p>\n<p>Wie mag er sich wohl in dem Herrn gest\u00e4rkt haben? Er muss vor Gott, seinem Herrn, niedergefallen sein, vielleicht auf seine Knie, vielleicht auf sein Angesicht. Dabei muss er f\u00fcr den verkehrten Wandel der vergangenen 16 Monate gr\u00fcndlich und aus tiefstem Herzen Bu\u00dfe getan haben. Dabei \u00f6ffnete er die verrosteten und verklemmten T\u00fcren seines Herzens. Dabei muss die Gnade Gottes in sein Herz geflossen sein wie lebendige Str\u00f6me. Obwohl er alle seine Kr\u00e4fte verweint hatte, wurde Gott zu Davids au\u00dferirdischer Kraftquelle. Sp\u00e4ter einmal st\u00e4rkte sich David im Herrn, bevor er in den Kampf zog. Dort sprach er im Gebet: <strong>\u201eWer bin ich, Herr Herr, und was ist mein Haus\u201c<\/strong> <strong>\u201eUnd was soll David noch mehr reden mit dir? Du kennst ja deinen Knecht, Herr Herr!\u201c<\/strong> <strong>\u201eDarum bist du gro\u00df, Herr Herr! Denn es ist keiner wie du, und ist kein Gott au\u00dfer dir nach allem, was wir mit unsern Ohren geh\u00f6rt haben. Und wo ist ein Volk auf Erden wie dein Volk Israel, um dessentwillen Gott hingegangen ist, es zu erl\u00f6sen, dass es sein Volk sei\u201c<\/strong> \u201e<strong>So wird dein Name gro\u00df werden in Ewigkeit\u201c<\/strong> <strong>\u201eDenn du, Herr Zebaoth, du Gott Israels, hast das Ohr deines Knechts ge\u00f6ffnet.\u201c<\/strong> <strong>\u201eNun, Herr Herr, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit.\u201c<\/strong> (2.Sam 7,18ff) Wir bekommen eine Vorstellung davon wie Davis sich im Herrn, seinem Gott, gest\u00e4rkt haben mag. Er besann sich auf Gott. Gott wurde seine Zuflucht, sein Fels in der Brandung, sein Anker im Sturm, sein Hort in der Bedr\u00e4ngnis, sein sicherer Hafen. Und vor dem Herrn konnte er sein beladenes Herz aussch\u00fctten. Nat\u00fcrlich kann sich David nicht selbstst\u00e4ndig im Herrn st\u00e4rken, vielmehr muss Gott es zulassen. Das bedeutet, dass Gott sehns\u00fcchtig auf David gewartet hatte und es freute Gott sehr, als David endlich zu ihm kam. Der verlorene Sohn war heimgekehrt und die Gemeinschaft mit Gott ver\u00e4nderte David. Diese Ver\u00e4nderung muss sichtbar gewesen sein, denn niemand wollte David mehr steinigen. Der alte David war zur\u00fcckgekehrt und er fand klare Orientierung.<\/p>\n<p>Welche Orientierung fand David? Verse 7 und 8 lauten: <strong>\u201eund sprach zu dem Priester Abjatar, dem Sohn Ahimelechs: Bringe mir den Efod her! Und als Abjatar den Efod zu David gebracht hatte, befragte David den Herrn und sprach: Soll ich dieser Schar nachjagen, und werde ich sie einholen? Er sprach: Jage ihr nach! Du wirst sie einholen und die Gefangenen befreien.\u201c<\/strong> Es reichte David nicht, sich im Herrn zu st\u00e4rken. Er lie\u00df den Herrn durch den Priester befragen und Gott gab ihm klare Antwort und klare Anweisung. Erneut muss sich Gott sehr \u00fcber David gefreut haben, der nach Gottes Wort und Willen fragte. Wir sehen den klaren Unterschied zu Saul. Saul fand keine Antwort von Gott, aber David fand sofortige Antwort. Was machte den Unterschied? Die Herzenseinstellung machte den Unterschied! Saul begriff einfach nicht, dass sein Herz das Problem war, dass in seinem Herzen die Wurzel allen \u00dcbels steckte. Er kam nicht auf rechte Weise zu Gott, n\u00e4mlich mit der Bereitschaft umzukehren und sein Herz f\u00fcr Gott zu \u00f6ffnen. Vielmehr wollte er eine Antwort Gottes mit allen Mitteln erzwingen und ging den okkulten Weg der abscheulichen Totenbeschw\u00f6rung. Doch David fand Antwort vom Herrn, weil er auf rechte Weise zu Gott kam, weil er die richtige Herzenseinstellung hatte und das war sein Erfolgsgeheimnis. Das ist der Grund warum es \u00fcber David hei\u00dft: <strong>\u201eUnd als er diesen versto\u00dfen hatte, erhob er David zu ihrem K\u00f6nig, von dem er bezeugte: \u00bbIch habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der soll meinen ganzen Willen tun.\u00ab<\/strong> (Apg 13,22)<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir lernen? Wir m\u00fcssen wissen, dass es nur einen Weg zu Gott gibt. Und dieser Weg ist von Gott offengelegt. Jesu Vorbereiter, Johannes der T\u00e4ufer, predigte die Bu\u00dfe. Im Lukasevangelium Kap. 13 lehrte unser Herr Jesus folgende Wahrheit gleich zweimal: <strong>\u201eIch sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Bu\u00dfe tut, werdet ihr alle auch so umkommen.\u201c<\/strong> (3.5) In der Apostelgeschichte lehrte Petrus mit Vollmacht: <strong>\u201eTut Bu\u00dfe, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer S\u00fcnden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes.\u201c<\/strong> (Apg 2,38) Somit ist die Bu\u00dfe vor Jesu Geburt, w\u00e4hrend Christi Wirksamkeit und auch danach der gottgef\u00e4llige Weg zum Herrn. Ob ein Mensch bu\u00dfwillig ist oder nicht macht vor Gott den Unterschied. Ein bu\u00dfwilliges Herz ist ein Herz das Gott gef\u00e4llt, das Gott mit Wohlwollen aufnimmt und das er mit Freude st\u00e4rkt. Und die Bu\u00dfpsalmen Davids zeigen die Qualit\u00e4t seiner Bu\u00dfe (Vgl. Psalm 6). Doch Sauls Herz offenbart sich darin, dass er nicht den Weg Gottes suchte, sondern seinen eigenen Weg ging. Und das ist sehr typisch f\u00fcr die Menschen unserer Zeit. Jeder will seinen eigenen Weg gehen. Doch Gott antwortete Saul nicht. M\u00f6ge Gott uns helfen, seinen Weg zu gehen und uns als Menschen nach dem Herzen Gottes erweisen, damit Jesus uns vor dem himmlischen Vater als Frauen und M\u00e4nner Gottes bekennt.<\/p>\n<p>David hatte klare Anweisung bekommen in den Kampf zu ziehen, wie ging dieser aus? Betrachten wir die Verse 9ff. David zog mit seinen 600 M\u00e4nnern los. Doch 200 blieben zur\u00fcck, weil sie zu m\u00fcde waren um \u00fcber den Bach zu gehen. Und auf einem Feld fanden sie einen halbtoten \u00c4gypter. Auf eine sehr barmherzige Weise k\u00fcmmerten sich David und die anderen um diesen Mann, der dem Tode \u00fcberlassen worden war. David versorgte ihn mit K\u00f6stlichkeiten und \u00fcbte N\u00e4chstenliebe aus, ohne zu wissen wer er war und ob er ihm von Nutzen sein konnte. Doch seine N\u00e4chstenliebe wurde belohnt. Der Mann f\u00fchrte David direkt zu den Feinden. Was zeichnete David neben der N\u00e4chstenliebe noch aus? Nachdem die Feinde bezwungen waren und die Beute mitgenommen wurde, sollten die 200 zur\u00fcckgebliebenen M\u00e4nner leer ausgehen. Sie sollten ihre Frauen und Kinder zur\u00fcckbekommen, Dankesch\u00f6n sagen und sich verabschieden. Die Bef\u00fcrworter dieses Leistungsprinzips wurden von Habgier getrieben, denn sie waren b\u00f6se und heillose Menschen. Durch 400 zu teilen ist n\u00e4mlich etwas ganz anderes als durch 600 zu teilen! Wie aber ging David mit den 200 zur\u00fcckgebliebenen um? David war ganz anders! <strong>\u201eUnd David trat zu ihnen und gr\u00fc\u00dfte sie freundlich.\u201c<\/strong> hei\u00dft es im Vers 21. <strong>\u201eDa sprach David: Ihr sollt nicht so tun, meine Br\u00fcder, mit dem, was uns der Herr gegeben hat; er hat uns beh\u00fctet und diese Schar, die \u00fcber uns gekommen war, in unsere H\u00e4nde gegeben&#8230;Jeder soll den gleichen Anteil haben.\u201c<\/strong> Und im Vers 25 hei\u00dft es: <strong>\u201eUnd so blieb es weiterhin von diesem Tag an; und er machte es zu Satzung und Recht f\u00fcr Israel bis auf diesen Tag.\u201c<\/strong> Immer mehr kristallisierte sich in David der zuk\u00fcnftige K\u00f6nig Israels heraus, der mit Recht und Gerechtigkeit herrschen w\u00fcrde. Seine N\u00e4chstenliebe, sein freundliches Auftreten gegen\u00fcber den Schwachen, seine Gerechtigkeit und seine reiche Segensgabe an die verschiedenen St\u00e4dte geben Zeugnis davon. Wir sehen den gro\u00dfen Unterschied zwischen dem David, der 16 Monate lang ein Glaubensproblem hatte und dem David, der im Herrn St\u00e4rkung fand. Sie wirken wie zwei verschiedene Personen. Dadurch sehen wir welchen Einfluss ein proaktives Glaubensleben hat. Stehen wir fest in Gott, sind wir in Gott verwurzelt, gebraucht uns Gott als Segensquelle. Lasst auch uns zu Gott kommen und St\u00e4rkung im Herrn finden, damit auch wir durch N\u00e4chstenliebe und Gerechtigkeit ein Segen f\u00fcr unser Umfeld sind.<\/p>\n<p>David erlebte einen geistlichen Aufschwung und nahm immer mehr zu an Autorit\u00e4t und Vertrauen. Was geschah hingegen mit Saul? Betrachten wir Kapitel 31. Es tobte ein heftiger Kampf, dem Jonatan und den anderen beiden S\u00f6hnen Sauls und viele aus Israel zum Opfer fielen. Doch die Philister wollten den K\u00f6nig, demnach tobte der Kampf heftig um Saul. Saul muss angefangen haben zu fliehen, doch die Bogensch\u00fctzen fanden ihn und mit vielen langen Sch\u00fcssen m\u00fcssen sie versucht haben den K\u00f6nig zu treffen und sie hatten Erfolg. Saul war schwer verwundet. Der Tod l\u00e4chelte ihn an. Es war die aller letzte Chance Bu\u00dfe f\u00fcr sein gescheitertes Leben zu tun, \u00e4hnlich wie David, der sich vor seiner Steinigung befand. Doch welchen Weg w\u00e4hlte Saul? Aus Hochmut st\u00fcrzte er sich in sein Schwert. Erneut w\u00e4hlte er seinen Weg. Saul war nicht zu helfen. Er ging zugrunde und sein Name sorgt f\u00fcr bitteren Nachgeschmack.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, dass David ein Mann nach dem Herzen Gottes war. Doch das bedeutet nicht Davids Vollkommenheit oder S\u00fcndenfreiheit. Wie denn auch. W\u00e4re David vollkommen, dann w\u00e4re Selbstgerechtigkeit seine St\u00e4rke und nicht Gott. David war auch nur ein Mensch wie ich oder wie du. Er war denselben Versuchungen ausgeliefert wie wir. Dennoch ist Gottes Zeugnis von David \u00fcberragend. Heute lerne ich, dass er deshalb ein Mann nach dem Herzen Gottes war, weil er ein bu\u00dfwilliges Herz besa\u00df. Wenn ich Psalm 6, den ersten Bu\u00dfpsalm Davids lese, verstehe ich, wie er laut heutigem Leitwort St\u00e4rkung im Herrn fand. Er war also ein Mann mit bu\u00dfwilligem Herzen und das gefiel Gott. Gott m\u00f6chte, dass wir M\u00e4nner und Frauen sind, die keine steinharte Herzen haben. Gott m\u00f6chte, dass wir so zu ihm kommen, wie es ihm gef\u00e4llt. Er bietet uns wunderbare Gemeinschaft an, in der wir uns st\u00e4rken k\u00f6nnen. So nehme ich mir vor meine Beziehung zu Gott zu erneuern und auch meine Glaubensentscheidung, die ich vor 11 Jahren getroffen habe. M\u00f6ge die Freude am Herrn meine St\u00e4rke sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download David st\u00e4rkte sich in dem Herrn \u201eUnd David geriet in gro\u00dfe Bedr\u00e4ngnis, weil die Leute ihn steinigen wollten; denn die Seele des ganzen Volks war erbittert, ein jeder wegen seiner S\u00f6hne und T\u00f6chter. 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