{"id":10835,"date":"2022-10-02T11:00:26","date_gmt":"2022-10-02T09:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10835"},"modified":"2025-05-25T18:02:05","modified_gmt":"2025-05-25T16:02:05","slug":"predigt-lukas-101-24-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-101-24-2\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 10,1-24"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/2022-Lukas-L.-17_10-0124-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Der Missionseinsatz<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eEr sagte zu ihnen: Die Ernte ist gro\u00df, aber es gibt nur wenige Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter f\u00fcr seine Ernte auszusenden!\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukasevangelium 10,2 [E\u00dc2016])<\/p>\n<p>Gestern haben wir den 40. Geburtstag unserer Gemeinde gefeiert. Wir haben auf das zur\u00fcckgeblickt, was Gott unter uns getan hat. Wir haben Gott daf\u00fcr gedankt, weil er gut und freundlich zu uns ist. Wir wollen eine missionarisch aktive Gemeinde sein. Fakt ist, diese Gemeinde wird die n\u00e4chsten 40 Jahre nur dann bestehen k\u00f6nnen, wenn Gott uns f\u00fcr seine Mission gebraucht, auf die ein oder andere Art und Weise.<br \/>\nDarrell Bock, der sich ein Gro\u00dfteil seines Lebens mit dem Lukas-Evangelium besch\u00e4ftigt hat, erz\u00e4hlte, dass er immer sehr bewegt ist, wenn er nach Europa kommt und die alten Kirchen sieht. Ihm wird bewusst, dass das teilweise Orte sind, in denen Gott seit Jahrhunderten, in manchen F\u00e4llen seit weit mehr als 1.000 Jahren angebetet wird. Und das schenkt ihm eine gewisse Perspektive bez\u00fcglich der Tatsache, welcher Missionsbewegung er angeh\u00f6rt. Das gilt auch f\u00fcr uns. Wir geh\u00f6ren einer Missionsbewegung an, die \u00e4lter ist als 40 Jahre, \u00e4lter als UBF selbst, \u00e4lter als die Reformation; eine Bewegung, die 2.000 Jahre zur\u00fcckreicht.<br \/>\nDer Text heute lehrt uns mindestens drei Dinge \u00fcber Mission. Wir k\u00f6nnen heute das Herz der Mission lernen, den Inhalt der Mission und das Ende der Mission.<\/p>\n<p><strong>1. Das Herz der Mission<\/strong><br \/>\nVers 1 sagt, dass Jesus 72 J\u00fcnger aussendet. In den Manuskripten gibt etwas Uneinigkeit dar\u00fcber, ob es 70 oder 72 waren. Beide Zahlen scheinen Sinn zu machen. In 4. Mose 11 ist von 70 \u00c4ltesten die Rede, die Mose auf Gottes Befehl hin beruft. Der Geist Gottes f\u00e4llt auf die 70 \u00c4ltesten herab. Zwei von diesen M\u00e4nnern waren nicht zum vereinbarten Treffpunkt gekommen, sondern im Lager geblieben. Der Geist Gottes erf\u00fcllt sie trotzdem, und sie fingen an prophetisch zu reden. Die Kommentatoren, die ich gelesen hatte, fanden die Zahl 72 etwas wahrscheinlicher. In Genesis Kapitel 10 ist von den Nachkommen Noahs die Rede, von denen die Nationen der Welt abstammen. Je nachdem ob man dabei den hebr\u00e4ischen Urtext nimmt oder die Septuaginta, sind es entweder 70 Nationen oder eben 72. D.&nbsp;h., man k\u00f6nnte die Aussendung der 72 J\u00fcnger als einen Vorgeschmack verstehen f\u00fcr die Missionierung aller Nachkommen Noahs, sprich, die ganze Welt.<br \/>\nJesus gibt ihnen den J\u00fcngern den Auftrag durch alle St\u00e4dte und Ortschaften zu ziehen, durch die Jesus ebenfalls gehen w\u00fcrde. Und er beginnt seinen Auftrag mit folgenden Worten: \u201eDie Ernte ist gro\u00df, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter f\u00fcr seine Ernte auszusenden!\u201c<br \/>\nIm Sommer dieses Jahres war ich \u00f6fters in den G\u00e4rten und Feldern im Neuenheimer Feld laufen. An einer Ecke stand ein Kirschbaum. Es waren nicht die besten Kirschen, aber sie waren trotzdem lecker. Woche f\u00fcr Woche konnte ich beobachten, wie die Kirschen reif wurden, dann \u00fcberreif wurden und dann am Baum vertrockneten. Es gab niemanden, der sich die M\u00fche machte, sie zu ernten. Weil ich Kirschen sehr mag, hat mir das ein wenig weh getan. Aber eigentlich nur deshalb, weil ich die Kirschen gerne selbst gegessen h\u00e4tte. Gleichzeitig war ja aber nicht so, dass es einem so im Herzen schmerzt, dass man unbedingt den Eigent\u00fcmer aufsuchen w\u00fcrde und ihn bitten w\u00fcrde: \u201eBitte, bitte, schicke Arbeiter, die helfen, die Kirschen zu ernten.\u201c Wir w\u00fcrden wahrscheinlich sagen: \u201eAm Ende des Tages ist das nicht mein Bier.\u201c<br \/>\nAber genau das ist es, was Jesus von uns zu verlangen scheint: \u201eBittet den Herrn der Ernte, Arbeiter f\u00fcr seine Ernte auszusenden.\u201c Es ist ein seltsames Anliegen. Gott ist doch der Herr der Ernte. Wenn es ihm so wichtig ist, dass weitere Arbeiter gesendet werden, warum tut er es dann nicht einfach? Warum will er, dass wir daf\u00fcr beten? Warum will Gott, dass wir, dass wir f\u00fcr das beten, was ohnehin sein Wille ist? Der Grund ist, weil Gott will, dass wir es ebenfalls wollen. Er will, dass sein Wille zu unserem Willen wird. Und genau das ist es, was im Gebet passiert. Wir selbst werden ver\u00e4ndert. Psalm 115,8 sagt, dass diejenigen die G\u00f6tzen machen und auf sie vertrauen, so werden wie die G\u00f6tzen. Gleiches gilt aber f\u00fcr Gott. Wenn wir zum ihm kommen im Gebet, dann werden wie ihm immer \u00e4hnlicher. Sein Glanz f\u00e4rbt auf uns ab.<br \/>\nVers 2 lehrt uns noch etwas anders. Jesus sagt: \u201eDie Ernte ist gro\u00df, aber es gibt nur wenig Arbeiter.\u201c Die Ernte ist wirklich gro\u00df. In jeglicher Hinsicht ist Jesu Auftrag zu gro\u00df f\u00fcr uns. In Vers 3 sagt, dass er uns wie Schafe mitten unter die W\u00f6lfe schickt. Das Problem ist, dass wir zu oft dazu neigen, einem Betrug unserer Zeit auf den Leim zu gehen. Wir denken, dass wenn wir einfach mehr machen, mehr organisieren, mehr rausgehen, mehr evangelisieren, mehr Veranstaltungen machen, alles gut wird. Unbewusst denken wir, dass wir es in der Hand haben.<br \/>\nNoch bevor aber Jesus das Wort \u201eGeht\u201c benutzt, sagt er zu ihnen: \u201eBittet den Herrn der Ernte\u201c. Das Gebet muss an erster Stelle stehen. Das Gebet muss die erste Priorit\u00e4t haben vor allen anderen Arbeiten. Jemand hat es mal sehr treffend formuliert: \u201eGebet ist zwar nicht alles; aber ohne Gebet ist alles nichts.\u201c<br \/>\nDer Leiter des Gebetshauses Augsburg Johannes Hartl schrieb: \u201eWer betet, erkennt an, dass er keine L\u00f6sungen f\u00fcr die Probleme der Menschen anzubieten hat. Nat\u00fcrlich geht es dabei nicht um eine Flucht vor der Verantwortung. Im Gegenteil: Wer betet, f\u00fchlt sich mehr verantwortlich als jeder andere. Es geht auch nicht darum, Aktionen und treues Arbeiten gering zu sch\u00e4tzen. Doch unsere Welt ist verhext von der L\u00fcge, sie k\u00f6nnte alles durch Arbeit, gute Ideen und Geld ver\u00e4ndern. Doch dem ist nicht so. Das menschliche Herz kann im Letzten nur durch Gott ver\u00e4ndert werden. Und wer betet, bekennt, dass er an Gott glaubt. Er bekennt, dass er nur an Gott glaubt.\u201c<br \/>\nDas Herz der Mission ist Gebet und ein inneres Hinwenden zu Gott.<\/p>\n<p><strong>2. Der Inhalt der Mission<\/strong><br \/>\nEs gibt verschiedene Berichte dar\u00fcber, wie Jesus die J\u00fcnger aussendet. Und Jesus gibt etwas unterschiedliche Anweisungen, bevor er die J\u00fcnger aussendet. Der Grund ist klar: unterschiedliche Situationen brauchen unterschiedliche Herangehensweisen. Die Worte aus Lukas 10 sind vermutlich nicht unbedingt ein zu eins auf uns anzuwenden. Zum Beispiel sagt Jesus, dass die J\u00fcnger keinen Geldbeutel, keine Vorratstasche und keine Sandalen mitnehmen sollten und niemanden auf dem Weg gr\u00fc\u00dfen sollten. Das galt f\u00fcr die besondere Mission der 72 J\u00fcnger. Aber es ist keine allgemeing\u00fcltige Aussage dar\u00fcber, wie Mission durchzuf\u00fchren ist. Hier sind ein paar ausgew\u00e4hlte Beobachtungen, die vielleicht Relevanz f\u00fcr uns haben.<br \/>\nZweimal sagt Jesus, dass sie das essen und trinken sollten, was man ihnen anbietet. Das hat zwei Bedeutungen. Die J\u00fcnger sollten nicht von Haus zu Haus ziehen, auf der Suche nach Vorteilen f\u00fcr sich selbst, im Sinne von: \u201eOh, das andere Haus hat sogar ein Zimmer f\u00fcr mich alleine; und die haben sogar einen Swimmingpool.\u201c Sie sollten mit dem zufrieden sein, was sie auf ihrer Reise angeboten bekommen. Das andere ist noch etwas signifikanter: sehr wahrscheinlich sind die J\u00fcnger auch durch Gebiete gekommen, die unter heidnischem Einfluss standen. Nicht immer entsprach das Essen, das sie vorgesetzt bekamen, den Reinheitsgeboten aus dem mosaischen Gesetz. Trotzdem sollten sie das essen, was sie bekamen, weil ihre Mission das erforderte.<br \/>\nAnthony Bourdain war ein Koch, der sp\u00e4ter die ganze Welt bereiste, um unterschiedliche Kulturen durch das Essen kennenzulernen. Er sagte folgendes: \u201eEssen ist vermutlich nicht die Antwort f\u00fcr den Weltfrieden, aber es ist ein Anfang. [\u2026] Die Oma-Regel lautet folgenderma\u00dfen: Wenn ich Oma besuchen gehe, dann werde ich alles essen, was Oma auf den Tisch tut. Und ich werde l\u00e4cheln, und um Nachschlag bitten und werde sagen: Dankesch\u00f6n, Oma. [\u2026] Alle meine Beziehungen mit Menschen auf der ganzen Welt fangen damit an, wenn ich ein Interesse und eine Bereitschaft zum Ausdruck bringe, ihre Traditionen hinter dem zu respektieren, was sie auf meinen Teller tun.\u201c Das ist eine erstaunliche Aussage. Und da ist wirklich etwas Wahres dran.<br \/>\nWenn wir an Mission denken, dann denken wir vor allen Dingen an Evangelisation: an das Bekehren von Menschen; dass Menschen zum pers\u00f6nlichen Glauben an Jesus kommen. Das, was die J\u00fcnger praktisch tun sollten, ist so \u00e4hnlich. Vers 9: \u201eHeilt die Kranken, die dort sind.\u201c Diese Aufforderung wird von unterschiedlichen Gemeinden unterschiedlich verstanden. Pfingstlerische Gemeinde w\u00fcrden sagen, dass wir in der Gemeinde einen Heilungsdienst brauchen: Menschen, die dazu berufen sind und die Gabe haben, andere Menschen zu heilen. Andere Gemeinden w\u00fcrden sagen, dass Heilung sich eher auf geistliche N\u00f6te bezieht. Wie immer man diesen Vers versteht, ist es offensichtlich, dass Mission grunds\u00e4tzlich immer mit Heilung eingehen muss: sei es durch Wunder oder durch das Senden von \u00c4rzten und Krankenpersonal oder das Bauen von Krankenh\u00e4usern. Die F\u00fcrsorge f\u00fcr kranke Menschen soll in der Gemeinde anfangen. Wir haben eine konkrete Berufung, f\u00fcr die Kranken in der Gemeinde zu beten, und das zu tun, was f\u00fcr ihr Wohlergehen wichtig ist.<br \/>\nUnd wenn wir Heilung etwas weiterdenken, dann sehen wir, dass es Jesus nicht nur um Heilung von Individuen geht oder Heilung von physischen Krankheiten. Es geht um die Heilung des Lebens an sich und alles, was damit einhergeht: Heilung unserer Beziehungen, Heilung unserer Gesellschaft, Heilung von sozialer Ungerechtigkeit und all den anderen Verletzungen, die durch die S\u00fcnde der Menschen geschieht. Und ja, Heilung durch Vergebung von S\u00fcnden geh\u00f6rt dazu. Das ist das eine Konkrete, das die 72 J\u00fcnger tun sollten.<br \/>\nUnd schlie\u00dflich hatten die J\u00fcnger auch eine konkrete Botschaft: \u201eDas Reich Gottes ist euch nahe!\u201c Es war die Verk\u00fcndigung des Evangeliums. Tim Keller erw\u00e4hnte, dass das Wort evangelion in der antiken Welt verwendet wurde, wenn sich ein neuer Herrscher angek\u00fcndigt hat. Zwei Beispiele hierf\u00fcr. Als Augustus Kaiser wurde und die blutigen B\u00fcrgerkriege ein Ende nahmen, wurde im r\u00f6mischen Reich das evangelion verk\u00fcndigt, dass Augustus jetzt das Sagen hat. Es spielte keine Rolle, ob man Augustus mochte oder nicht, man musste sich mit dieser Tatsache abfinden, dass er regiert. Anderes Beispiel: als die Griechen in einer wichtigen Schlacht ganz \u00fcberraschend die Perser geschlagen hatten, musste die Stadt Athen informiert werden, damit dort aus Furcht vor den Persern kein Chaos ausbricht. Die Legende sagt, dass ein L\u00e4ufer sich auf den ungef\u00e4hr 40&nbsp;km langen Weg machte. Er erreichte die Stadt v\u00f6llig entkr\u00e4ftet, sagte folgende Worte: \u201eFreut euch, wir haben gesiegt\u201c, und starb dann an Ort und Stelle an Ersch\u00f6pfung. In der Antike war das evangelion eine Nachricht \u00fcber ein wichtiges, weltbewegendes Ereignis. Dieses Ereignis hatte absolute Relevanz f\u00fcr das Leben der Zuh\u00f6rer.<br \/>\nGenau das verk\u00fcndigten die J\u00fcnger in den St\u00e4dten: die frohe Botschaft, dass der wahre K\u00f6nig gekommen war. Als Zeichen seines Kommens wurden Menschen von allen Krankheiten geheilt. Warum? Weil dieser K\u00f6nig nicht irgendein K\u00f6nig war. Es ist der wahre K\u00f6nig, der Sch\u00f6pfer von Himmel und Erde. Die Krankenheilungen waren ein Ausdruck dessen, dass diese kaputte Welt ein wenig zu dem wird, wie der Sch\u00f6pfer sich die Welt urspr\u00fcnglich vorgestellt hatte.<br \/>\nDer Inhalt der Mission waren also zwei Dinge: Heilung und die Verk\u00fcndigung der Botschaft, dass das Reich Gottes nahe war.<\/p>\n<p><strong>3. Das Ende der Mission<\/strong><br \/>\nDie 72 J\u00fcnger kommen zur\u00fcck und sind regelrecht begeistert von dem, was sie erlebt haben. Sie haben Menschen geheilt, und selbst b\u00f6se Geister mussten ihnen gehorchen. Jesu Antwort darauf ist erstaunlich. Zuerst sagt er, dass er den Teufel wie einen Blitz vom Himmel hatte fallen sehen. Jesus best\u00e4tigte, dass er ihnen besondere Autorit\u00e4t und Vollmacht gegeben hatte, \u00fcber b\u00f6se M\u00e4chte zu triumphieren. Aber dann sagt er: \u201eDoch freut euch nicht dar\u00fcber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch dar\u00fcber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!\u201c<br \/>\nDieser Vers wird in meiner Erinnerung immer untrennbar mit R. verbunden sein. Vor vielen Jahren, als ich noch ein Teenager war, sa\u00dfen wir im alten Zentrum beim Mittagessen. Eine Mitarbeiterin damals war missionarisch richtig aktiv und hatte in ihrem Dienst viele wunderbare Dinge erlebt. Sie hatte R. begeistert davon erz\u00e4hlt. R. h\u00f6rte sich das ruhig an. Und auf seine unnachahmlich ruhige, freundliche, dem\u00fctige Art und Weise sagte er ihr, dass Jesus gesagt hatte, dass wir uns nicht \u00fcber unsere Erfolge in der Mission freuen sollen; sondern \u00fcber die Tatsache, dass unsere Namen im Himmel geschrieben stehen. Wow! Spr\u00fcche 25,11 sagt: \u201eEin gutes Wort zur rechten Zeit ist so lieblich wie goldene \u00c4pfel in einem silbernen Korb.\u201c Und genau das war ein gutes Wort zur rechten Zeit.<br \/>\nMarshall Segal hat \u00fcber diesen Vers einen Artikel geschrieben, mit dem Titel \u201eDu kannst deine Mission lieben und Jesus verfehlen.\u201c Er schrieb: \u201eEs ist f\u00fcr unseren Stolz ansprechender, die Wunder zu bewundern, die Gott durch unsere Bem\u00fchungen im Dienst vollbringt, als das, was er f\u00fcr uns tut, trotz unserer schwachen und s\u00fcndigen Bem\u00fchungen. Diese gebrochene Mentalit\u00e4t ist der Grund daf\u00fcr, warum ich meinen Dienst f\u00fcr Jesus vielleicht aufregender finde als Jesu Dienst an mir.\u201c Hier ist die erstaunliche Botschaft: unsere Mission an anderen Menschen ist wichtig. Aber sie ist nicht das Wichtigste. Anderen Menschen zu dienen ist nicht unsere h\u00f6chste Priorit\u00e4t. Nicht nur das, solange wir den Stellenwert der Mission nicht richtig verstanden haben, werden wir niemals brauchbare Diener Gottes sein k\u00f6nnen.<br \/>\nIn dem Pixar Film Wall-E ist die ganze Welt ein einziger, verw\u00fcsteter M\u00fcllhaufen, der so vergiftet ist, dass noch nicht einmal Pflanzen darauf \u00fcberleben k\u00f6nnen. M\u00fcllroboter werden damit beauftragt, die Erde aufzur\u00e4umen, w\u00e4hrend die Menschen auf einem Raumschiff fortan im Weltall leben. Eines Tages kommt ein moderner, stark bewaffneter Roboter namens Eve auf die Erde. Ihr Auftrag ist es, die ganze Erde nach Pflanzen abzusuchen. Falls sie eine Pflanze finden w\u00fcrde, sollte sie diese zur\u00fcck zum Raumschiff bringen und die R\u00fcckkehr der Menschen auf den Planeten Erde einzuleiten. Sie freundet sich mit einem M\u00fcllroboter namens Wall-E an, der mit ihr auf das Raumschiff kommt. Aber dann will Eve Wall-E zur\u00fcckschicken, weil er zu viel Chaos eingerichtet an. Sie setzt ihn in eine Rettungskapsel und verabschiedet sich von ihm. Als Wall-E fragt, ob sie mitkommt, sagt sie nur ein Wort: \u201eMission\u201c. F\u00fcr Eve war Mission das H\u00f6chste und das Wichtigste. Alles andere war dem untergeordnet.<br \/>\nAber sie lernt im Lauf des Films, dass es etwas gibt, was noch wichtiger ist als ihre Mission, n\u00e4mlich ihre Freundschaft zu Wall-E. Und der Film endet damit, dass sie ihre Mission erf\u00fcllt, nicht trotz, sondern durch ihre Freundschaft mit Wall-E. Sie erf\u00fcllt ihren Auftrag, indem sie ihrer Freundschaft zu Wall-E einen h\u00f6heren Stellwert gibt als ihrer Mission. Es gibt etwas H\u00f6heres und Wichtigeres als Mission.<br \/>\nJesus sagte: \u201eDoch freut euch nicht dar\u00fcber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch dar\u00fcber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!\u201c Es geht um die Frage, worin wir unsere prim\u00e4re Freude und unsere Bedeutung im Leben finden. Die J\u00fcnger hatten sich nicht so sehr dar\u00fcber gefreut, dass andere Menschen Licht und Leben gefunden hatten. Sie hatten sich mehr dar\u00fcber gefreut, dass andere Menschen Licht und Leben durch sie gefunden hatten. \u201eSchaut her, was Gott durch mich getan hat!\u201c Mit anderen Worten, ihr Dienst f\u00fcr Gott, ihre Mission, ihre Erfolge waren ihre Freude. Das war das, was ihr Leben Sinn und Bedeutung gegeben hatte. Wor\u00fcber freuen wir uns? Was ist es, was unserem Leben Sinn gibt? Welche prim\u00e4re Identit\u00e4t hast du in deinem Leben? Wenn unsere Mission und unser Dienst die Quelle unserer Identit\u00e4t sind, dann wird unsere Freude immer schwanken: wenn es gut l\u00e4uft, sind wir fr\u00f6hlich, wenn es schlecht l\u00e4uft, sind wir deprimiert; ein st\u00e4ndiges von \u201eHimmel hoch jauchzend bis zu Tode betr\u00fcbt\u201c, wobei Letzteres am Ende viel wahrscheinlicher ist.<br \/>\nUnd Jesus sagte ihnen: \u201eFreut euch nicht dar\u00fcber, dass euch die Geister gehorchen.\u201c Stattdessen spricht Jesus davon, dass unsere Namen geschrieben stehen. Damals wurde weit weniger geschrieben als heute. Wenn ein Name irgendwo geschrieben stand, war das eine ziemlich aufregende Sache. Auch heute noch freuen wir uns dar\u00fcber, wenn unsere Namen in einem guten und wichtigen Zusammenhang stehen: \u201eUnser Name ist auf der Einschreibungsliste unserer Wunsch-Uni. Unser Name steht auf der Liste der Studenten, die die Abschlusspr\u00fcfung bestanden haben. Unser Name steht auf dem Arbeitsvertrag f\u00fcr unseren Traumjob. Unser Name ist der Empf\u00e4nger auf einem Liebesbrief.\u201c Aber am Ende des Tages z\u00e4hlt wirklich nur eine Sache: steht unser Name im Himmel?<br \/>\nUnser Name im Himmel bedeutet, dass wir ein wahres Zuhause haben. Jesus spricht davon, dass er uns eine Wohnung bereitet. Es bedeutet, dass wir einen Schatz haben, dem weder Diebe noch Motten noch Rost irgendetwas anhaben k\u00f6nnen. Es bedeutet, dass unser Leben einen echten, bleibenden Wert hat, weil wir ewig leben werden (wir sind die richtigen Eternals, Marvels erstaunlich schlechter Film ist ein billiger Abklatsch davon). Es bedeutet, dass unsere Namen auf dem wahren Liebesbrief stehen: der Liebesbrief des Vaters an seine geliebten Kinder; der Liebesbrief des Br\u00e4utigams an seine geliebte Braut. Das ist unsere Zukunft und unsere Bestimmung.<br \/>\nDass unsere Namen im Himmel stehen, ist reine Gnade. Wir haben es nicht in der Hand. Paulus schreibt im Epheserbrief, dass Gott uns schon vor Grundlegung der Welt erw\u00e4hlt hat. Unsere Namen standen schon da, noch bevor wir geboren wurden. Aber was wir in der Hand haben: freuen wir uns dar\u00fcber? Ist das das Fundament unseres Seins? Gr\u00fcndet unsere Identit\u00e4t darauf?<br \/>\nDie Mission, zu der wir berufen sind, hat ein Ende. John Piper schrieb: \u201eMission ist nicht das h\u00f6chste Ziel der Gemeinde. Anbetung ist es. Der Grund weshalb es Mission gibt, ist der, dass es nicht genug Anbetung gibt. Anbetung ist absolut, nicht die Mission, weil Gott absolut ist und nicht der Mensch. Wenn dieses Zeitalter vor\u00fcber ist und die unz\u00e4hligen Millionen der Erl\u00f6sten vor dem Thron Gottes auf ihr Angesicht fallen, wird es Mission nicht mehr geben. Es ist eine vor\u00fcbergehende Notwendigkeit. Aber Anbetung wird nicht aufh\u00f6ren.\u201c<br \/>\nJeder von uns ist berufen zur Mission. Vor allem anderen ist jeder von uns berufen zum Gebet und zur Anbetung.<br \/>\n\u201eSo gehe hin und tue desgleichen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Der Missionseinsatz \u201eEr sagte zu ihnen: Die Ernte ist gro\u00df, aber es gibt nur wenige Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter f\u00fcr seine Ernte auszusenden!\u201c (Lukasevangelium 10,2 [E\u00dc2016]) Gestern haben wir den 40. Geburtstag unserer Gemeinde gefeiert. Wir haben auf das zur\u00fcckgeblickt, was Gott unter uns getan hat. 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