{"id":10816,"date":"2022-09-18T11:00:55","date_gmt":"2022-09-18T09:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10816"},"modified":"2022-11-18T12:08:21","modified_gmt":"2022-11-18T11:08:21","slug":"predigt-lukas-918-36","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-918-36\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 9,18-36"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/2022-Lukas-L.-15_9-1836-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Jesus ist der Christus Gottes<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">&nbsp;\u201eEr aber sprach zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christus Gottes!\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukasevangelium 9,20)<\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach dem sch\u00f6nen Einschulungsgottesdienst in der vergangenen Woche setzen wir diese Woche mit dem Studium des Lukasevangeliums fort. In der letzten Lektion hatten wir die Geschichte betrachtet, in der Jesus<\/span><span style=\"font-size: medium;\"> mit nur 5 Broten und 2 Fischen eine riesige Volksmenge, Tausende von Menschen ern\u00e4hrt. Aus dem Johannes-Evangelium wissen wir, dass das Volk Jesus nach der Brotvermehrung zum K\u00f6nig machen wollte. Doch Jesus lie\u00df das merkw\u00fcrdigerweise nicht zu. Anstelle sich dar\u00fcber zu freuen, zog sich Jesus zur\u00fcck. Sp\u00e4ter sagte Jesus zu dem Volk: \u201e<\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von dem Brot gegessen habt und satt geworden seid.\u201c <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">(Joh 6,26)<\/span><i> <\/i><span style=\"font-size: medium;\">Das Volk hielt Jesus f\u00fcr einen Brotk\u00f6nig \u2013 einen K\u00f6nig, der stets f\u00fcr die momentane W\u00fcnsche und Probleme zu haben ist, f\u00fcr eine Art Probleml\u00f6ser oder vielleicht sogar f\u00fcr einen Gl\u00fccksbringer. Sie baten nicht Jesus, ihr K\u00f6nig zu werden, nein sie wollten ihn ergreifen, um ihm zum K\u00f6nig zu machen (Joh. 6,15). Jesus sollte ihnen sozusagen zur Verf\u00fcgung stehen, ein Mittel zum Zweck sein. Er sollte ein K\u00f6nig nach ihrer Vorstellung sein. Was war das Problem? Sie hatten Jesus nicht erkannt. Sie hatten durchaus eine hohe Meinung von Jesus, sie hielten Jesus f\u00fcr einen Propheten, zumeist sogar f\u00fcr einen gro\u00dfen Propheten wie Elia oder Johannes den T\u00e4ufer, aber hatten Jesus nicht als den Christus erkannt. Unser Bild von Jesus hat gravierende Auswirkung auf das, was wir von Jesus erwarten und wie wir leben. So gesehen befasst sich der heutige mit sehr wichtigen Fragen. Er gibt Antwort auf:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Was ist die Identit\u00e4t Jesu?<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Was ist das Werk Jesu? <\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Welche Auswirkung hat das auf unser Leben, wenn wir verstanden haben, was Jesu Identit\u00e4t und Werk sind? <\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-size: large;\"><b>1. Die Identit\u00e4t Jesu (V. 18 \u2013 20)<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Was das Volk \u00fcber Jesus dachte, wurde offenbar, als Jesus seine J\u00fcnger fragte: <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201eF\u00fcr wen halten mich die Leute?\u201c <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">Aber wozu eigentlich diese Frage? Einmal kritisierte Pippi Langstrumpf ihren Lehrer, weil er st\u00e4ndig Fragen stellte, deren Antwort er doch sowieso wei\u00df. So auch hier, Jesus wusste mit Sicherheit, was das Volk \u00fcber ihn denkt. Jesus war st\u00e4ndig unter Leuten gewesen. Jesus war auf keine Meinungsumfrage angewiesen, zumal er wusste, was im Herzen des Menschen war. Als Jesus seine J\u00fcnger nach der Meinung des Volkes fragte, ging es ihm letztendlich darum, dass die J\u00fcnger dar\u00fcber reflektieren und Position beziehen: <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201eWas denken die meisten \u00fcber Jesus? Sehe ich das auch so oder anders?\u201c <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">Dar\u00fcber nachzudenken, sollte den J\u00fcngern helfen, sich von der allgemeinen, oberfl\u00e4chlichen Volksmeinung abzugrenzen.<\/span><i> <\/i><span style=\"font-size: medium;\">Die Frage:<\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i> \u201eF\u00fcr wen halten mich die Leute?\u201c <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">war eine Art Vorbereitung auf die eigentliche Frage, die Jesus seine J\u00fcnger stellen wollte. Diese Frage lautete: <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201eIhr aber, f\u00fcr wen haltet ihr mich?\u201c <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">Direkt nach seinem Gebet thematisiert Jesus die Frage nach seiner Identit\u00e4t. Offenbar hatte Jesus daf\u00fcr gebetet, dass <\/span><span style=\"font-size: medium;\">Seine J\u00fcnger Ihn erkennen, als der, der Er ist. Das zeigt, dass es Jesus wichtig ist, dass seine J\u00fcnger wissen, wer Er ist. Das Volk hatte schon ziemlich viel von Jesus gehalten, n\u00e4mlich f\u00fcr einen bedeutsamen Mann Gottes. Er war in ihren Augen durchaus ein guter, vorbildlicher Mann gewesen. Aber Jesus war damit nicht zufrieden gewesen. Jesus bohrte nach mit der Frage: <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201eIhr aber, f\u00fcr wen haltet ihr mich?\u201c<\/i><\/span> <span style=\"font-size: medium;\">Das Bekenntnis von Petrus verr\u00e4t, wer Jesus in Wirklichkeit ist und als wen Jesus erkannt werden m\u00f6chte. Petrus erkannte und bekannte, dass Jesus der <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201eChristus Gottes\u201c<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> ist. Jesus ist der Auserw\u00e4hlte und Gesalbte Gottes (= lat.: Christus). Im AT wurden Menschen gesalbt, wenn sie von Gott eine besondere Berufung erhielten \u2013 Priester, Propheten und K\u00f6nige wurden gesalbt. Es gab also viele Gesalbte, aber Jesus ist <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i><u>der<\/u><\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> Gesalbte Gottes. Gott hatte Jesus f\u00fcr eine Sache berufen und bestimmt, die nur Er allein ausf\u00fchren konnte. Jesus wurde dazu gesalbt, die Menschheit zu retten, und zwar aus der Macht von S\u00fcnde, Tod und Teufel. Jesus wurde dazu gesalbt, den Menschen das ewige Leben zu schenken. Jesus wurde dazu gesalbt, das Reich Gottes auf Erden aufzurichten. Alle Knie werden sich einst vor dem Herrn Jesus beugen (vgl. Phil. 2,10). Jesus ist derjenige, von dem Gott durch seine Propheten immer wieder gesprochen hatte. Er ist nicht nur ein gro\u00dfer Prophet, sondern der Fokus aller Propheten. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Und noch eine Sache: Jesus ist der Christus Gottes, nicht der Christus des Volkes. Er wurde nicht von Menschen, sondern von Gott gesalbt. Warum ist das wichtig? W\u00e4re Jesus der Christus des Volkes, dann w\u00e4re er ein Christus nach menschlicher Vorstellung. Er w\u00e4re tats\u00e4chlich ein Brotk\u00f6nig, ein Probleml\u00f6ser. Denn nur solch einen w\u00fcrde die Welt zu ihrem Christus salben. Jesus aber ist der Christus Gottes. Er ist der Christus, ganz so wie es Gottes Vorstellung und Gottes Willen entspricht. Als der Christus Gottes ist er nicht einfach nur ein Probleml\u00f6ser, sondern Retter, Retter aus der Verlorenheit. Als der Christus Gottes ist er nicht einfach nur ein guter Mensch, nur ein moralisches Vorbild f\u00fcr unser Leben, sondern der Herr und Inhalt unseres Lebens. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Jesus m\u00f6chte f\u00fcr einem jeden von uns als der Christus Gottes gelten, und zwar nicht nur zu Beginn unseres Glaubenslebens, sondern allezeit. Tiefer und tiefer m\u00f6chte er von uns als der Christus Gottes erkannt werden. Als der Christus Gottes bringt Jesus Rettung, Frieden, Freude und Hoffnung in unser Leben hinein. Daher m\u00f6chte er f\u00fcr dich und mich der Christus Gottes sein. Man kann an dieser Stelle einwenden: <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201eJa, das wei\u00df ich schon lange, dass Jesus der Christus Gottes ist. Das ist f\u00fcr mich nichts Neues.\u201c<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> Petrus hatte auch Jesus als den Christus Gottes erkannt. Doch als Jesus von seinen Leiden sprach, wunderte er sich. Er hatte nicht verstanden, was es in letzter Konsequenz hei\u00dft, dass Jesus der Christus Gottes ist. Ebenso kann es auch bei uns sein \u2013 wir wissen und glauben, dass Jesus der Christus Gottes ist. Doch wie tief sitzt diese Erkenntnis in unsere Herzen? In der weiteren Betrachtung des Textes wird deutlich, was es hei\u00dft, Jesus als den Christus Gottes im Herzen verstanden zu haben. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: large;\"><b>2. Das Werk des Christus (V. 21 \u2013 22) <\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Fast unmittelbar nach der Offenbarung seiner Identit\u00e4t spricht Jesus von dem Werk, das er bald tun w\u00fcrde. Angenommen wir h\u00e4tten nie etwas vom Werk Christi erfahren und st\u00fcnden kurz vor dem Augenblick, wo es uns Jesus verraten will. Was w\u00fcrden wir erwarten? Ich denke, die meisten wohl spektakul\u00e4re Dinge, heldenhafte Taten, Befreiung aus schlechten Verh\u00e4ltnissen, Wohlstand usw. Von einem, den man als den Christus Gottes sieht, w\u00fcrde man wohl eher solche Dinge erwarten. Wie w\u00e4re es, wenn man dann die Worte in V. 22 h\u00f6rt? Ich w\u00e4re zutiefst schockiert! Und so ging es den J\u00fcngern damals auch. Das, was Jesus hier in V.22 ank\u00fcndigt, ist alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. Die Worte, die Jesus in Vers 22 gebraucht, sind bis auf den letzten Teil ziemlich, ja \u00e4u\u00dferst negativ: viel Leiden, tiefe, ja leidenschaftliche Ablehnung und schlie\u00dflich Mord. Ausgerechnet der Christus Gottes sollte das alles durchmachen! M\u00fcsste es nicht anders sein? Nein, Jesus sagt: <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201eder Menschensohn <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i><u>muss<\/u><\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i> viel leiden und verworfen werden\u2026\u201c<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> Nicht obwohl er der Christus Gottes ist, sondern gerade weil er der Christus Gottes ist, musste er viel leiden, tiefste Ablehnung erfahren und schlie\u00dflich sogar ermordet werden. Nur so konnte er seine Bestimmung als den Christus Gottes erf\u00fcllen. Nur so konnte er uns die Rettung von den S\u00fcnden bringen, nur so konnte er uns Frieden, Freude und Hoffnung schaffen. Jesus machte viel Leiden durch, damit wir vor den unendlichen Leiden verschont werden. Jesus wurde zutiefst verworfen, damit wir bei Gott tiefe Annahme finden. Jesus wurde get\u00f6tet, damit wir das Leben haben. Jesu Leiden, seine tiefste Ablehnung und sein Tod sind unzertrennbar mit seiner Identit\u00e4t als der Christus Gottes verbunden.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Zu Jesu Werk geh\u00f6rt aber auch seine Auferstehung am dritten Tag, wie es in R\u00f6m. 4,25 hei\u00dft: <\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>ihn, der um unserer \u00dcbertretungen willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt worden ist.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Jesu Werk begann mit Leiden, tiefster Ablehnung, endete aber in gro\u00dfer Herrlichkeit. Als Jesus in der W\u00fcste vom Teufel versucht wurde, bot ihm der Teufel an, ihm in einem Nu alle Reiche der Welt zu geben. Doch Jesus lehnte diesen unmittelbaren Weg zur Herrlichkeit ab. Die Art und Weise, wie Jesus zur Herrlichkeit gelangte, geschah durch Leiden, Ablehnung und Tod. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Soweit Jesu Identit\u00e4t und Werk. Wie ver\u00e4ndert diese Wahrheit unser Leben, wenn wir sie im Herzen verstanden haben? <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: large;\"><b>3. Die Nachfolge Christi (V. 23 &#8211; 36)<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Nachdem Jesus von seinem Werk sprach, spricht er von Seiner Nachfolge. Je mehr wir die Verse 23 und 24 betrachten, desto mehr f\u00e4llt auf, wie sehr die Nachfolge mit der Identit\u00e4t und dem Werk Christi zusammenh\u00e4ngen. Lasst uns einmal die Verse im Einzelnen betrachten: Die Nachfolge Christi ist von zwei Dingen charakterisiert: <\/span><span style=\"font-size: medium;\">Sich selbst verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen. Was bedeutet das? Sich selbst verleugnen, hei\u00dft so leben, dass man nicht mehr um sich selbst bek\u00fcmmert ist. Von Natur aus ist man stets um sein eigenes Wohl bek\u00fcmmert &#8211; die einen mehr, die andere weniger. Nat\u00fcrlich gibt es da unterschiedliche Ausma\u00dfe, aber doch ist in jedem von uns die Eigenliebe tief verankert. Woher kommen denn das viele Sorgenmachen, die vielen \u00c4ngste, Stress usw.? Sie sind doch oft nur ein Resultat unserer Eigenliebe. Dasselbe gilt auch f\u00fcr die Begierden &#8211; sei es die Begierde nach Ruhm und Anerkennung, oder die Begierde nach Wohlstand oder was auch immer f\u00fcr eine Begierde- sie sind doch immer ein Ausdruck der Eigenliebe. Es gibt ja das Sprichwort: <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201eAlle denken an sich. Nur ich denke an mich.\u201c <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">Doch Selbstverleugnung ist genau das Gegenteil: Man ist nicht mehr um sich selbst besorgt. Selbstverleugnung hei\u00dft nicht, dass man sich nicht mehr um sich k\u00fcmmert, sondern dass man nicht mehr um sich <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>be<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">k\u00fcmmert ist, dass man sich nicht mehr um sich selbst dreht; dass man nicht das eigene Wohl, sondern das Wohl des anderen sucht. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">S<\/span><span style=\"font-size: medium;\">tellt da aber Jesus nicht einen zu hohen Ma\u00dfstab, verlangt da Jesus nicht viel zu viel von einem? Selbstverleugnung ist eine nat\u00fcrliche Konsequenz aus der Erkenntnis der Identit\u00e4t und des Werkes Christi. Wenn ich wirklich glaube, dass Jesus mich so sehr geliebt hat, dass er f\u00fcr mich die allergr\u00f6\u00dften Leiden erlitt, dass Jesus mich so sehr geliebt hat, dass er die tiefste Ablehnung auf sich nahm, dass er mich so sehr geliebt hat, dass er sich f\u00fcr mich ermorden lie\u00df, wie kann ich dann noch um mich selbst besorgt sein? Im Zusammenhang vom Werk Christi spricht man oft von Erl\u00f6sung. Bei Erl\u00f6sung denkt man zumeist an die Erl\u00f6sung von der Verdammnis. Aber mit Erl\u00f6sung ist viel mehr als das gemeint. Jesu Liebe, die Er uns mit Seinem Werk erwies, l\u00f6st uns von unserer Ichhaftigkeit und Eigenliebe los. Die Kehrseite von Selbstverleugnung ist nichts anderes als innere Freiheit. Und die Kehrseite von Eigenliebe ist nicht Gl\u00fcck, sondern Sorgen, \u00c4ngste und Stress usw. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Das zweite Element der Nachfolge ist, das Kreuz t\u00e4glich auf sich zu nehmen. <\/span><span style=\"font-size: medium;\">Wie die Selbstverleugnung ergibt sich auch das t\u00e4gliche Tragen des Kreuzes ganz nat\u00fcrlich aus der Identit\u00e4t und dem Werk Christi. Im Vers 23 sagt Jesus: <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>Wenn jemand mir nachkommen will\u2026<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> (Elb.-\u00dcbersetzung). Wenn man jemandem nachgeht, dann geschieht einem auch all das, was dem geschieht, dem man nachgeht. Daher ist es eine ganz nat\u00fcrliche Konsequenz des Kreuzes Christi, dass auch wir das Kreuz tragen. Wie das Werk Christi durch Leiden zur Herrlichkeit f\u00fchrte, so geht auch der Weg der J\u00fcnger durch Leiden zur Herrlichkeit. <\/span><span style=\"font-size: medium;\">In Apg. 14,22b hei\u00dft es daher: <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>Wir m\u00fcssen durch viele Bedr\u00e4ngnisse in das Reich Gottes eingehen.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Was meint aber Jesus mit dem t\u00e4glichen Tragen des Kreuzes konkret? Das ist ja ein Bild, was Jesus hier verwendet. <\/span><span style=\"font-size: medium;\">Die damaligen Zuh\u00f6rer von Jesus hatten mit dem Kreuz ganz andere Assoziationen als wir es heute haben. In einem Kommentar hei\u00dft es, dass man mit dem Kreuz <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>die schimpflichste Todesstrafe <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">verband<\/span><i> <\/i><span style=\"font-size: medium;\">(vgl. R<\/span>IENECKER<span style=\"font-size: medium;\"> 1959: 239<\/span><sup><span style=\"font-size: medium;\">1<\/span><\/sup><span style=\"font-size: medium;\">). Die zum Tode Verurteilten mussten ihr Kreuz zur Hinrichtungsst\u00e4tte tragen. Dabei hatten sie sich schon damit abgefunden, dass sie sterben werden. Eben zu dieser Haltung verpflichtet Jesus auch diejenigen, die ihm nachfolgen wollen. Sie sollten sich selbst, ihr altes Ich als gestorben erachten. Paulus beschreibt die Kreuzigung des alten Ichs bei den Gl\u00e4ubigen als eine bereits geschehene Tatsache. So schreibt er im R\u00f6merbrief: <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist<\/i><\/span><b> <\/b><span style=\"font-size: medium;\">(6,6a).<\/span><b> <\/b><span style=\"font-size: medium;\">Es geht bei der Nachfolge nicht darum, es zu versuchen Jesus nachzufolgen, sondern t\u00e4glich neu zu entscheiden, zu sterben; d.h. t\u00e4glich neu sich, also den alten Menschen mit seinen ichhaften Anspr\u00fcchen, als gestorben zu erachten. \u00dcbrigens sagt Jesus nicht: \u201eund nehme <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>mein<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> Kreuz auf sich\u201c, sondern \u201e<\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>sein<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> Kreuz auf sich t\u00e4glich\u201c. Jesus verlangt nicht, sein Kreuz auf sich zu nehmen. Das w\u00e4re viel zu schwer f\u00fcr uns. Wir w\u00fcrden darunter zusammenbrechen. Die Berufung und Aufgaben, die Gott uns gegeben hat, sowie die Lasten und Leiden, die in unser Leben eintreten , \u00fcbersteigen nicht unserem geistlichen \u201eVerm\u00f6gen\u201c, nicht der Gr\u00f6\u00dfe unseres Glaubens. Denn in 1. Kor. 10,13 steht: <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201eGott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i><u> \u00fcber euer Verm\u00f6gen <\/u><\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, sodass ihr sie ertragen k\u00f6nnt.\u201c <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> Das Kreuz von Paulus klingt so:<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">24&nbsp;Von Juden habe ich f\u00fcnfmal vierzig <\/span><span style=\"font-family: Cambria Math, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u27e8<\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\">Schl\u00e4ge<\/span><span style=\"font-family: Cambria Math, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u27e9<\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> weniger einen bekommen. 25&nbsp;Dreimal bin ich mit Ruten geschlagen, einmal gesteinigt worden; dreimal habe ich <\/span><span style=\"font-size: medium;\">S<\/span><span style=\"font-size: medium;\">chiffbruch erlitten; einen Tag und eine Nacht habe ich in Seenot zugebracht; 26&nbsp;oft auf Reisen, in Gefahren von Fl\u00fcssen, in Gefahren von R\u00e4ubern, in Gefahren von <\/span><span style=\"font-family: Cambria Math, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u27e8<\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\">meinem<\/span><span style=\"font-family: Cambria Math, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u27e9<\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> Volk, in Gefahren von den Nationen, in Gefahren in der Stadt, in Gefahren in der W\u00fcste, in Gefahren auf dem Meer, in Gefahren unter falschen Br\u00fcdern; 27&nbsp;in M\u00fche und Beschwerde, in Wachen oft, in Hunger und Durst, in Fasten oft, in K\u00e4lte und Bl\u00f6\u00dfe (2. Kor. 11,24-27).<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Dieses Kreuz kann ich nicht tragen und Gott sei Dank muss ich es auch nicht tragen \u2013 eben weil ich nicht das geistliche \u201eVerm\u00f6gen\u201c dazu habe. Umgekehrt bedeutet das aber auch: Wann immer Gott uns eine bestimmte Aufgabe, eine Last, ein bestimmtes Leid usw. auferlegt, ist es nicht zu schwer f\u00fcr uns. Wir k\u00f6nnen es tragen. Au\u00dferdem m\u00fcssen wir es nicht allein tragen. In Mt. 11,30 sagt Jesus: \u201e<\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.\u201c <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">Ein Joch wurde nicht allein getragen. Jesus tr\u00e4gt das Kreuz mit uns, indem er uns die Kraft dazu gibt, es zu tragen. Jesus ist ja unser Retter und damit auch unser Helfer. Auch beim t\u00e4glichen Tragen des Kreuzes m\u00f6chte Jesus der Christus Gottes f\u00fcr uns sein! Das t\u00e4gliche Tragen des Kreuzes wird besonders schwer, wenn man es halbherzig tut. Wer hingegen sein altes Ich mit all seinen Forderungen als gestorben erachtet, hat es einfacher, das Kreuz zu tragen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Im Vers 24 bringt es Jesus auf dem Punkt, um was es bei der Nachfolge eigentlich geht. Es geht um unser Leben, um unser ganzes Leben! In den Evangelien wird diese Wahrheit, die Jesus in Vers 24 ausspricht, an drei anderen Stellen in einem jeweils anderen Kontext wiederholt <\/span><span style=\"font-size: medium;\">(vgl. Lk. 17,33; Jo 12,25; Mt. 10,39). Dies unterstreicht umso mehr, wie wichtig und wahr dieses Wort Jesu ist. Doch was bedeutet es? Sein Leben erhalten wollen bedeutet, dass man nicht bereit ist, sein Leben in die H\u00e4nde Gottes loszulassen; dass man Gott nicht erlauben m\u00f6chte sein Leben tiefgreifend zu ver\u00e4ndern; dass man es so erhalten m\u00f6chte, wie es ist, und man lediglich danach trachtet, es zu versch\u00f6nern und weiterzuentwickeln. Aber gerade dadurch wird man das eigentliche Leben verpassen, es verlieren, sp\u00e4testens in der Ewigkeit. Bei vielen zeigt sich dies aber auch schon hier auf der Erde, indem sie eine innere Leere versp\u00fcren, ungl\u00fccklich und unzufrieden sind, voller Sorgen und \u00c4ngste sind, allerlei Lasten mit sich tragen, nicht wahrhaft leben k\u00f6nnen, sondern eher nur existieren. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Wer hingegen sein Leben f\u00fcr Jesus aufopfert, also nicht f\u00fcr sich, sondern f\u00fcr Jesus und die anderen lebt, erf\u00e4hrt, dass solch ein Leben viel gesegneter ist \u2013 es erf\u00fcllt das Leben mit Frieden und Freude im Heiligen Geist, wie es in R\u00f6m. 14, 17 hei\u00dft: \u201e<\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">.\u201c Christen, die das zu wenig erfahren, leben nicht ganz, nur teilweise unter der Herrschaft Gottes, sodass diese Freude und Frieden nur ansatzweise zum Durchbruch kommen kann. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach der Elberfelder-\u00dcbersetzung lautet Vers 24 so: \u201e<\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten.\u201c <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">Auch in der Schlachter-\u00dcbersetzung und NIV wird das Wort <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201eretten\u201c<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> anstelle \u201eerhalten\u201c gebraucht. Sein Leben erhalten wollen, kommt daher, dass man sein eigener Retter sein will. Es kann sein, dass man an Jesus als seinen Retter glaubt, ihn aber im allt\u00e4glichen Leben unbewusst als Retter ablehnt. Jedes Mal, wenn wir versuchen, unser Leben auf eigene Weise auf die Reihe zu bekommen, spielen wir unseren eigenen Retter. Dies zeigt sich besonders in Not- und Stresssituationen. Gestern beim Bibelstudium habe ich davon erz\u00e4hlt, wie ich zur Zeit meiner Ausbildung st\u00e4ndig versuchte, mein eigener Retter zu sein. Ich f\u00fcrchtete mich von der Missachtung meiner Vorgesetzten. Das war sozusagen mein Tod. Meine Rettungsma\u00dfnahme war, immer wieder die N\u00e4chte durcharbeiten. Einmal arbeitete ich drei N\u00e4chte hintereinander durch, um einen m\u00f6glichst guten Unterricht vorzubereiten. Das war sozusagen eine Rettungsma\u00dfnahme von mir, um meinem pers\u00f6nlichen Tod zu entkommen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir alle f\u00fcrchten bestimmte Situationen, bei denen wir hoffen, dass sie niemals in unserem Leben eintreten w\u00fcrden. Es sind Situationen, wo man meint<\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>: \u201eWenn das passiert, dann w\u00e4re das mein Ende\u201c<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">, <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201eWenn das passiert, dann w\u00e4re das eine Katastrophe\u201c, \u201eWenn dies und das passiert, dann ist mein Leben nicht mehr lebenswert\u201c usw. <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">Das kann z.B. das Durchfallen bei einer wichtigen Pr\u00fcfung sein. F\u00fcr viele Kinder in der Schule ist es der Tod, zum Au\u00dfenseiter der Klasse zu werden. F\u00fcr Erwachsene kann es sehr schlimm sein, die Anerkennung ihres Chefs zu verlieren. F\u00fcr andere wiederum ist es die gr\u00f6\u00dfte Furcht, wenn ihr Gesch\u00e4ft nicht mehr l\u00e4uft. F\u00fcr manche ist es der Tod, wenn sie in dem sozialen Umfeld, wo sie ihren Platz und Anerkennung gefunden haben, ihr Gesicht verlieren und Ausgrenzung erfahren. Wenn man auch nur ann\u00e4hernd in die N\u00e4he von solchen Situationen kommt, die f\u00fcr uns der Tod sind, ergreift man bestimmte Rettungsma\u00dfnahmen &#8211; zum Beispiel, dass man immer l\u00fcgt, sobald es brenzlig wird; dass man betr\u00fcgt, um sein Gesch\u00e4ft am Laufen zu halten; dass man sich st\u00e4ndig rechtfertig, um sein Gesicht zu wahren usw. Indem man s\u00fcndhafte Rettungsstrategien benutzt, l\u00e4sst man in dem Moment nicht Jesus seinen Retter sein. Zu Beginn der Predigt haben wir erfahren, dass Jesus f\u00fcr einem jeden von uns als der Christus Gottes angesehen m\u00f6chte. Dies ist nicht nur f\u00fcr unsere Bekehrung von Relevanz, sondern inmitten unseres Alltags soll es mehr und mehr zur Realit\u00e4t werden, dass Jesus unserer Retter ist. Wer es verinnerlicht hat, dass Jesus der Christus Gottes ist, der h\u00f6rt damit auf, sich st\u00e4ndig selbst zu retten. Er l\u00e4sst Jesus inmitten seines Alltags Retter sein. Je mehr wir erlauben, Jesus unser Retter inmitten des Alltags sein, desto mehr werden wir es verinnerlichen, dass Jesus f\u00fcr uns der Christus Gottes ist. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Noch einmal zur\u00fcck zu Vers 22. So wie sich Jesus im Vers 22 beschreibt, wirkt rein menschlich betrachtet sehr armselig. Ohne die Betrachtung des Glaubens sieht man da kaum Herrlichkeit, abgesehen in der Auferstehung, die aber zu dem Zeitpunkt f\u00fcr die J\u00fcnger sehr abstrakt gewesen sein muss. Setzen wir uns einmal in die J\u00fcnger hinein: Warum sollten sie sich f\u00fcr einen selbstverleugnen, der bald ermordet werden w\u00fcrde? Warum sollten sie ihr Leben f\u00fcr einen lassen, der von der gesellschaftlichen Elite verworfen werden w\u00fcrde? F\u00fcr einen sozialen Au\u00dfenseiter, der ermordet werden wird, l\u00e4sst man eigentlich ungern sein Leben. Was die J\u00fcnger brauchten, war ein Bild von Jesu Herrlichkeit. In den Versen 28 und 29 erfahren wir, dass Jesus solch ein Bild seinen J\u00fcngern gibt (zumindest drei von seinen vertrautesten J\u00fcngern, die ihre Erfahrung aber sp\u00e4ter den anderen J\u00fcngern mitteilten). <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Er nahm diese J\u00fcnger mit auf einem Berg, um zu beten. W\u00e4hrend er betete, ver\u00e4nderte sich sein Aussehen. Sein Gesicht strahlte in einem hellen Licht, Matth\u00e4us schreibt, dass es so hell leuchtete wie die Sonne (Mt. 17,2). Jesu Gewand wurde strahlend wei\u00df, und zwar so wei\u00df, wie kein Walker auf der Erde es wei\u00df machen konnte (vgl. Mk. 9,3). Jesus erschien in einem au\u00dferordentlichen Lichtglanz. Im Vers 31 erfahren wir, dass Mose und Elia mit Jesus \u00fcber seinen Ausgang in Jerusalem sprachen \u2013 mit anderen Worten: sie sprachen mit Jesus \u00fcber seinen Tod am Kreuz. Drei M\u00e4nner in Herrlichkeit sprechen \u00fcber den Kreuzestod &#8211; das macht deutlich, dass Jesu Tod am Kreuz und Jesu Herrlichkeit keine gegens\u00e4tzlichen Dinge sind, sondern zwei Seiten ein- und derselben Medaille. Menschlich betrachtet ist das Kreuz Jesu armselig, doch im Glauben betrachtet, ist es voller Herrlichkeit, weil nichts mehr Gottes G\u00fcte, Liebe und Heiligkeit offenbart als der Kreuzestod Jesu. Im Vers 33 erfahren wir, dass Petrus gerne auf dem Berg bleiben wollte. Er schlug vor, dort zu wohnen. Dies lag nicht daran, dass die Landschaft auf dem Berg so sch\u00f6n war, sondern an Jesu Herrlichkeit. Jesu Herrlichkeit war so sch\u00f6n, dass er in ihrer Gegenwart bleiben wollte. Vers 35 berichtet davon, dass Gott vom Himmel Zeugnis von Jesus ablegt mit den Worten: <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201eDieser ist mein auserw\u00e4hlter Sohn, ihn h\u00f6rt!\u201c <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">Die Herrlichkeit, die die J\u00fcnger sahen, war die Herrlichkeit des Sohnes Gottes. So bezeugt Johannes sp\u00e4ter: <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201ewir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Joh. 1,14)\u201c<\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> Was lernen wir also daraus? Weil Jesus voller Herrlichkeit ist, ist er es wert, sich f\u00fcr ihn selbst zu verleugnen und sein Kreuz auf sich zu nehmen. Weil Jesus der geliebte und auserw\u00e4hlte Sohn Gottes ist, ist er es wert, sein Leben f\u00fcr ihn zu lassen. In den letzten Tagen hatte mich der Tod zweier Pers\u00f6nlichkeiten besch\u00e4ftigt, einmal der Tod von Gorbatschow, aber noch viel mehr der Tod von Queen Elizabeth. Ich finde es faszinierend, dass Menschen bereit sind, bis zu 30 Stunden in einer kilometerlangen Schlange zu warten, um sich von der Queen in ihrem Sarg zu verabschieden. F\u00fcr etwas, was man f\u00fcr besonders, wertvoll oder herrlich erachtet, sind Menschen gew\u00f6hnlich bereit, immens viel zu investieren. Wenn wir ein klares Bild von der Herrlichkeit Jesu haben, dann werden wir auch die Bereitschaft haben, uns selbst zu verleugnen, das Kreuz zu tragen und unser Leben f\u00fcr ihn zu lassen. Lasst uns allezeit auf das Kreuz schauen, sodass wir Jesu Herrlichkeit stets vor Augen haben. Es ist auch gut daf\u00fcr zu beten, dass Gott uns anhand seines Wortes durch Seinen Heiligen Geist immer wieder aufs Neue und immer klarer die Herrlichkeit Jesu zeigt, sodass wir sie allezeit vor Augen haben. Wir k\u00f6nnen hierzu auch die Gebete von Paulus aus dem Epheserbrief beten: <\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">15&nbsp;Deshalb h\u00f6re auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen geh\u00f6rt habe, nicht auf, 16&nbsp;f\u00fcr euch zu danken, und ich gedenke euer in meinen Gebeten, 17&nbsp;dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe <\/span><span style=\"font-family: Cambria Math, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u27e8<\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\">den<\/span><span style=\"font-family: Cambria Math, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u27e9<\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"> Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst. 18&nbsp;Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen 19&nbsp;und was die \u00fcberragende Gr\u00f6\u00dfe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner St\u00e4rke (Eph. 1,15-19).<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">14&nbsp;Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, 15&nbsp;von dem jede Vaterschaft[15] in den Himmeln und auf Erden benannt wird: 16&nbsp;Er gebe euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, mit Kraft gest\u00e4rkt zu werden durch seinen Geist an dem inneren Menschen; 17&nbsp;dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohnt und ihr in Liebe gewurzelt und gegr\u00fcndet seid, 18&nbsp;damit ihr imstande seid, mit allen Heiligen v\u00f6llig zu erfassen, was die Breite und L\u00e4nge und H\u00f6he und Tiefe ist, 19&nbsp;und zu erkennen die die Erkenntnis \u00fcbersteigende Liebe des Christus, damit ihr erf\u00fcllt werdet zur ganzen F\u00fclle Gottes (Eph. 3,14-19). <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>_______________<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">1<\/span><\/span><\/sup><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">R<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">IENECKER, <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">F.<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"> (<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">1959): Das Evangelium des Lukas. Erkl\u00e4rt von Fritz Rienecker. In: Wuppertaler Studienbibel, S. 1-555. SCM R. BROCKHAUS. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Jesus ist der Christus Gottes &nbsp;\u201eEr aber sprach zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christus Gottes!\u201c (Lukasevangelium 9,20) Nach dem sch\u00f6nen Einschulungsgottesdienst in der vergangenen Woche setzen wir diese Woche mit dem Studium des Lukasevangeliums fort. 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