{"id":10798,"date":"2022-08-28T11:00:14","date_gmt":"2022-08-28T09:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10798"},"modified":"2022-11-18T12:08:23","modified_gmt":"2022-11-18T11:08:23","slug":"predigt-lukas-840-56","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-840-56\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 8,40-56"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/2022-Lukas-L.-13_8-4056-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Jesu rettende Macht<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">&nbsp;\u201eJesus h\u00f6rte es und sagte darauf zu ihm: F\u00fcrchte dich nicht! Glaube nur, dann wird sie gerettet werden!&#8220;<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukasevangelium 8,50 [NLB])<\/p>\n<p>Die Wunder, die Lukas in seinem Evangelium erw\u00e4hnt, und die Art und Weise, wie er die Wunder arrangiert hat, sollen uns zeigen, welche Macht Jesus hat und wer dieser Jesus ist. In der letzten Woche hatten wir gesehen, dass Jesus Macht hat \u00fcber die Naturgewalt. Auch Wind und Wellen m\u00fcssen ihm sofort gehorchen. Danach folgt Lukas\u2018 Erw\u00e4hnung von dem besessenen Gerasener: nicht nur einzelne b\u00f6se Geister und D\u00e4monen m\u00fcssen Jesus gehorchen; selbst eine Armee von ihnen kann nicht vor Jesus bestehen.<br \/>\nLukas setzt das im heutigen Text fort und f\u00fchrt das zu einem vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt. Die drei Punkte, \u00fcber die wir uns Gedanken machen wollen, lauten:<br \/>\n1. Welche Macht Jesus im Text offenbart?<br \/>\n2. Wie wir diese Macht in unserem Leben erfahren k\u00f6nnen.<br \/>\n3. Wie Jesus uns dabei hilft.<\/p>\n<p><strong>1. Welche Macht Jesus im Text offenbart?<\/strong><br \/>\nVers 41 sagt, ein Mann namens Jairus zu Jesus kommt. Er ist Synagogenvorsteher. D.&nbsp;h., er war jede Woche der Verantwortliche daf\u00fcr, dass der Gottesdienst lief. Es war seine Aufgabe, die Textleser auszusuchen und die Prediger aufzustellen. D.h. in seiner Ortschaft war er eine bekannte Person. Er hatte nur ein Kind, eine 12-j\u00e4hrige Tochter, die im Sterben lag. Er f\u00e4llt Jesus f\u00fcr die F\u00fc\u00dfe und bittet ihn, das Kind zu heilen. Jesus l\u00e4sst sich auf die Bitte ein. Die Verse 40 und 42 erw\u00e4hnen die Tatsache, dass eine gro\u00dfe Menschenmenge dort war. Um Jesus herum wurde gedr\u00fcckt und geschoben. Wir lesen in Vers 43, dass es eine Frau gab, die sich dachte, dass das die ideale Gelegenheit war, um ganz anonym und unauff\u00e4llig an Jesus ranzukommen.<br \/>\nVers 43: \u201eDa war eine Frau, die schon seit zw\u00f6lf Jahren an Blutfluss litt, ihren ganzen Lebensunterhalt f\u00fcr \u00c4rzte aufgewandt hatte und von niemandem geheilt werden konnte.\u201c Wir wissen nicht, wie viele \u00c4rzte sie aufgesucht hatte; wir wissen auch nicht, wie viele von diesen \u00c4rzten Quacksalber und Betr\u00fcger waren. Was wir wissen: Lukas war selbst Arzt. Und zwei interessante Details l\u00e4sst Lukas, der Arzt aus der Erz\u00e4hlung aus, die aber in Markus Evangelium erw\u00e4hnt wird: die Tatsache, dass sie viel unter der Hand der \u00c4rzte gelitten hatte; und die Tatsache, dass die Behandlung der \u00c4rzte ihr Leiden nicht nur nicht besser gemacht hatte, sondern dass es sogar schlimmer wurde. Lukas l\u00e4sst das gro\u00dfz\u00fcgig unter den Tisch fallen. Diese Frau ber\u00fchrt von hinten den Zipfel von Jesu Gewand. Sie wird auf der Stelle von ihrer Krankheit geheilt.<br \/>\nDer Text geht weiter: w\u00e4hrend sich Jesus mit der Frau unterh\u00e4lt, kommt ein Bote. Er sagt Jairus: \u201eDeine Tochter ist gestorben. Bem\u00fch den Meister nicht l\u00e4nger.\u201c F\u00fcr Jairus muss in diesem Moment die Welt zusammengebrochen sein. Aber f\u00fcr Trauer war keine Zeit. Jesus kommt mit Jairus mit. Als sie bei Jairus ankommen, war seine Tochter erst wenige Minuten verstorben. Aber wir lesen in Vers 52, dass alle Leute weinten und klagten. Im Orient werden die Toten lautstark beklagt, w\u00e4hrend Trauerfeiern im Westen eher eine stille Angelegenheit sind. In der Mischna wurde empfohlen, dass selbst die \u00e4rmsten Menschen in Israel nicht weniger als zwei Fl\u00f6tenspieler und eine weinende Frau anstellen sollten. Man muss sagen, dass das laute Klagen und Weinen wesentlich humaner f\u00fcr die Trauernden ist: Sie k\u00f6nnen ihren ganzen Schmerz zum Ausdruck bringen, ohne sich davor verstecken oder daf\u00fcr sch\u00e4men zu m\u00fcssen.<br \/>\nJesus sagt in dieser Situation etwas v\u00f6llig Unerh\u00f6rtes: \u201eWeint nicht! Sie ist nicht gestorben, sie schl\u00e4ft nur.\u201c John Ortberg erz\u00e4hlte einmal, dass es ganz viele Videos von ihm gibt. Aber es gibt ein Video, das in seiner Gemeinde immer und immer wieder abgespielt wurde. Es war ein lebhafter Gottesdienst mit ca. 4.000 Teilnehmern. Das Jugend-Lobpreis-Team hatte der ganzen Gemeinde eingeheizt. Die Stimmung war bombastisch. Und dann kam sein gro\u00dfer Auftritt. Er sollte nach vorne kommen und einen Psalm vorlesen. Mit gro\u00dfer Inbrunst las er Psalm 150 vor: \u201eAlles, was Atem hat, lobe den HERRN!\u201c Nur, dass er auf Englisch nicht Atem gesagt hatte. Statt \u201ebreath\u201c hatte er \u201ebreasts\u201c gesagt, also: \u201eAlles, was Br\u00fcste hat, lobe den HERRN!\u201c Ein sehr ungl\u00fccklicher Versprecher. Die erste Reaktion der Zuh\u00f6rer war kurze Stille. Die Leute m\u00fcssen sich gefragt haben: \u201eHat er wirklich gerade Br\u00fcste gesagt?\u201c Und dann konnten sich die Leute nicht mehr einfangen. Sie lachten so laut und so lang, dass er irgendwann einfach irgendwann die B\u00fchne verlie\u00df, damit das Programm weitergehen konnte.<br \/>\nAls Jesus sagte: \u201esie ist nicht gestorben, sie schl\u00e4ft nur\u201c, muss das den Zuh\u00f6rern \u00e4hnlich l\u00e4cherlich vorgekommen sein. Hat Jesus das wirklich gerade gesagt? Die Menschen damals m\u00f6gen von Naturwissenschaften vielleicht weniger Ahnung gehabt haben als wir. Aber eine Sache, die sie ziemlich gut wussten, war, wenn ein Mensch gestorben war. Der Text sagt, dass sie anfingen zu lachen. Das war ihre spontane Reaktion. Ein in dieser Situation v\u00f6llig unpassendes Verhalten.<br \/>\nJesus nimmt das M\u00e4dchen an der Hand und ruft: \u201eM\u00e4dchen, steh auf!\u201c Die Neues Leben \u00dcbersetzung macht das etwas freier: \u201eJesus sagte mit lauter Stimme: Steh auf, mein Kind!\u201c Er macht das, was Eltern tun, wenn sie morgens ihre Kinder aufwecken. Und er bringt ein totes M\u00e4dchen zur\u00fcck ins Leben. Die Macht, die Jesus hier offenbart, ist die Macht \u00fcber Krankheit und die Macht \u00fcber den Tod.<br \/>\nAber hier ist noch mehr. Jesus offenbart noch etwas viel Radikaleres. Alle synoptischen Evangelien erw\u00e4hnen die Frau mit Blutfluss und Jairus\u2018 Tochter. Und in allen Erz\u00e4hlungen sind die beiden Ereignisse ineinander verschr\u00e4nkt: weil sie zeitlich zusammengeh\u00f6ren. Sie geh\u00f6ren aber nicht nur zeitlich zusammen. Sie geh\u00f6ren auch thematisch zusammen. In beiden F\u00e4llen geht es um zeremonielle Unreinheit. Die zeremoniellen Reinheitsgebote geh\u00f6rten zum mosaischen Gesetz und zur j\u00fcdischen Tradition. Diese Gesetze hatten einen sehr gro\u00dfen Beitrag zur Hygiene: sich vor dem Essen die H\u00e4nde zu waschen, kein Aas anzufassen, keine unreinen Tiere zu essen usw. Im Gesetz des AT ist ziemlich genau festgelegt, wann wer rein ist oder nicht. Nach dem mosaischen Gesetz galt die Frau mit Blutfluss eindeutig als unrein, genau wie die tote Tochter des Jairus. Die Tatsache, dass Jesus von der Frau ber\u00fchrt wurde und die Tatsache, dass Jesus das tote M\u00e4dchen bei der Hand anfasst, h\u00e4tten eigentlich bedeuten m\u00fcssen, dass Jesus sich nach dem Gesetz verunreinigt hatte.<br \/>\nUnd genau das ist es, was der Text vehement zu verneinen scheint. Jeder von uns, der die Tatsache begreift, was hinter Infektionskrankheiten steckt, versteht, dass Reinigung wesentlich mehr Aufwand kostet als Verunreinigung. Ich hatte damals als Zivi in einem Krankenhaus gearbeitet, in der Zentralsterilisation: Das war die Abteilung, in der das OP-Besteck gesp\u00fclt, gereinigt und sterilisiert wurde. Wir hatten alle eine Kopfbedeckung auf. Wenn in einer Kiste mit sterilisiertem OP-Besteck auch nur ein Haar zu finden war, galt das gesamte Besteck mit sofortiger Wirkung als unsteril. Unreinheit ist immer st\u00e4rker als Reinheit: d.&nbsp;h., wenn etwas Unreines mit etwas Reinem in Ber\u00fchrung kommt, gewinnt immer die Unreinheit. Paulus hatte in Galaterbrief als Illustration geschrieben, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchs\u00e4uert. Man kann einen durchs\u00e4uerten Teig nicht reinigen. Wenn man unges\u00e4uerten Teig haben wollte, dann musste man den alten Teig entsorgen und von vorne anfange.<br \/>\nDas bringt uns zum n\u00e4chsten Problem: Unreinheit zu beseitigen war oftmals unm\u00f6glich. W\u00e4hrend eines Corona-Briefings hatte Donald Trump mal gemeint, dass er es faszinierend findet, dass Desinfektionsmittel das Virus innerhalb einer Minute inaktivieren k\u00f6nnen. Und er fragte, ob es eine M\u00f6glichkeit gibt, das im Menschen zu machen, durch Injektion oder eine Reinigung. Nat\u00fcrlich geht das nicht. UV-Licht, Desinfektionsmittel machen nicht nur Viren kaputt. Sie machen auch uns kaputt. Die zentrale Frage ist, wie k\u00f6nnen wir gereinigt werden, ohne, dass die Reinigung uns umbringt?<br \/>\nVor diesem Hintergrund ist unser Text erstaunlich. Nicht Jesus wird unrein, als er unfreiwillig auf die Frau trifft. Die Frau mit Blutfluss wird rein, indem sie v\u00f6llig geheilt wird. Nicht Jesus wird unrein, als er die Hand der Tochter anfasst. Die Tochter wird rein, indem sie den Tod \u00fcberwindet und aufersteht. Wir sehen also die Macht Jesu: Er hat nicht nur Macht \u00fcber Krankheit und Tod, und er hat Macht zu reinigen.<br \/>\nEine Anwendung, bevor wir weiterfahren: Es gibt eine Zwangsst\u00f6rung, bei der Menschen sich immer und immer wieder waschen m\u00fcssen, z.B. aus einer krankhaften Angst davor, sich mit Krankheitserregern anzustecken. Es gibt auch religi\u00f6se Zwangsst\u00f6rungen: wenn man davon besessen ist, etwas Falsches oder Schlimmes gedacht zu haben. Manche Menschen leiden vor der krankhaften Furcht davor, eine S\u00fcnde begangen zu haben, die nicht vergeben werden kann. Sie scheuern sich nicht die H\u00e4nde, sondern sie versuchen ihr Herz zu schrubben: durch Selbsterniedrigung, Selbstkasteiung, Selbstverdammnis. Was hinter allem steht, ist vielleicht noch etwas viel Gr\u00f6\u00dferes und Tieferes, n\u00e4mlich die Erkenntnis, dass wir nicht rein sind.<br \/>\nAuch dann, wenn wir keine Zwangsst\u00f6rungen haben, ist in jedem von uns bewusst oder unbewusst die Erkenntnis vorhanden, dass wir nicht so sind, wie wir sein sollten; und dass wir echte, tiefe Reinigung brauchen. Es \u00e4u\u00dfert sich in einem schlechten Gewissen oder in tiefen Schuldgef\u00fchlen. Oder es mag auch unter der Oberfl\u00e4che verborgen sein, und kommt pl\u00f6tzlich und unerwartet zum Vorschein. Es gab eine schlechte Horrorfilmserie mit dem Titel \u201eIch wei\u00df, was du letzten Sommer getan hast.\u201c An dem Titel ist etwas Wahres dran, weil wir alle etwas \u201egetan\u201c haben, was wir nicht h\u00e4tten tun sollen; oder wir haben etwas gesagt, was wir nicht h\u00e4tten sagen sollen, etwas gedacht, was wir nicht h\u00e4tten denken sollen, oder etwas gesehen, was wir nicht h\u00e4tten sehen sollen. Wir sind nicht rein.<br \/>\nUnd wir brauchen eine reinigende Kraft, die uns von innen reinigt, ohne uns selbst zu vernichten. Im christlichen Glauben haben wir ein Wort daf\u00fcr: Rettung. Genau das ist das Wort, das Jesus zweimal im Text gebraucht, in den Versen 48 und 50. Jesus hat die Macht zu retten.<\/p>\n<p><strong>2. Wie wir diese Macht in unserem Leben erfahren k\u00f6nnen<\/strong><br \/>\nDie Antwort im Text scheint relativ klar. Die wesentliche und vermutlich die einzige M\u00f6glichkeit, wie wir Jesu heilende Macht in unserem Leben erfahren k\u00f6nnen, ist durch Glauben. Wir sehen den Glauben von Jairus in Vers 41: \u201eSiehe, da kam ein Mann namens Jairus, der Synagogenvorsteher war. Er fiel Jesus zu F\u00fc\u00dfen und bat ihn, in sein Haus zu kommen.\u201c Jairus kam zur richtigen Person, n\u00e4mlich zu Jesus; er befand sich am richtigen Ort, n\u00e4mlich zu den F\u00fc\u00dfen Jesu; und er tat es mit der richtigen Haltung, er fiel nieder. Ganz klar, dieser Mann hatte Glauben.<br \/>\nDie Frau mit Blutfluss hatte auch Glauben. Sie kam auch zu Jesus. So weit so gut. Frage ist, ob sie einen Glauben hatte, den wir als nachahmenswert empfinden w\u00fcrden. W\u00fcrden wir andere dazu ermutigen, so zu glauben, wie diese Frau? Ich denke nicht. Und hier ist der Grund weshalb: ihr Glaube ist mehr Aberglaube als richtiger Glaube. Wir finden diese Art von Aberglauben in dem Gesch\u00e4ft mit christlichen Reliquien: Gegenst\u00e4nde oder \u00dcberreste von irgendwelchen Heiligen, die bis heute verehrt werden. Es gab vor einigen Jahren einen Artikel in der \u201eWelt\u201c mit dem vielsagenden Titel: \u201eReliquienverehrung: von manchen Heiligen gibt es 28 Beine\u201c. Und es gibt unz\u00e4hlige Legenden \u00fcber religi\u00f6se Reliquien, wie z.&nbsp;B. der Heilige Gral: der Becher, in dem Jesu Blut aufgefangen wurde, als Jesus am Kreuz starb. Stellen wir uns vor, wir finden solch eine Reliquie. Und stellen wir uns vor, die Echtheit der Reliquie ist best\u00e4tigt und gesichert. W\u00fcrden wir Menschen mit Krankheiten dazu ermutigen, eine Pilgerfahrt zu unternehmen, in dem Glauben, dass nur eine Ber\u00fchrung damit ausreicht, um Heilung zu verschaffen?<br \/>\nIn Vers 45 fragt Jesus: \u201eWer hat mich ber\u00fchrt?\u201c Interessanterweise sagte Jesus nicht: \u201eWer hat mein Gewand ber\u00fchrt?\u201c Er fragte: \u201eWer hat mich ber\u00fchrt?\u201c Niemand meldet sich. Petrus sagt dann: \u201eMeister, die Leute zw\u00e4ngen dich ein und r\u00e4ngen sich um dich.\u201c Jesus blieb unbeirrbar. Vers 46: \u201eJesus erwiderte: Es hat mich jemand ber\u00fchrt; denn ich f\u00fchlte, wie eine Kraft von mir ausstr\u00f6mte.\u201c Jesus forderte die Person auf, sich zu zeigen. Die Frau konnte nicht l\u00e4nger verborgen bleiben. Vers 47 sagt: \u201eAls die Frau merkte, dass sie nicht verborgen bleiben konnte, kam sie zitternd herbei, fiel vor ihm nieder und erz\u00e4hlte vor dem ganzen Volk, warum sie ihn ber\u00fchrt hatte und wie sie sofort geheilt worden war.\u201c Sie kommt zitternd zur richtigen Person, also vor Jesus; sie befindet sich am richtigen Ort, n\u00e4mlich zu den F\u00fc\u00dfen Jesu; sie tat es mit der rechten Haltung, sie f\u00e4llt vor ihm nieder. Sie erz\u00e4hlt vor dem ganzen Volk ihre Geschichte. Was sehen wir hier also? Sie hat Glauben.<br \/>\nJesus best\u00e4tigt das: \u201eTochter, dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden!\u201c Sie ist die einzige Frau in den Evangelien, von der uns \u00fcberliefert ist, dass Jesus sie mit dem Wort \u201eTochter\u201c anspricht. Diese Frau wurde durch Glauben gerettet.<br \/>\nWie k\u00f6nnen wir also Jesu rettende Macht in unserem Leben erfahren? Durch den Glauben. Durch den Glauben, der uns dazu bringt, dass wir zu Jesus kommen, dass wir uns zu seinen F\u00fc\u00dfen befinden, dass wir vor ihm niederfallen.<\/p>\n<p><strong>3. Wie Jesus uns dabei hilft<\/strong><br \/>\nWir haben gesehen, dass Jesus die Macht \u00fcber Krankheit und Tod hat, und dass er die Macht hat, uns zu reinigen, ohne uns umzubringen. Jesus hat die Macht, uns zu retten. Und wir k\u00f6nnen diese Macht Jesu erfahren, wenn wir an ihn glauben. Das ist nicht alles. Jesus hilft uns, zu glauben. Wir haben gesehen, wie Jesus die geheilte Frau zu sich gerufen hat. Er wollte sie nicht in ihrem Aberglauben belassen. Er wollte ihr so viel mehr geben als k\u00f6rperliche Heilung. Jesus wollte eine pers\u00f6nliche Beziehung zu ihr.<br \/>\nWir sehen im Text, wie Jesus Jairus hilft. Jairus hatte sprichw\u00f6rtlich den schlimmsten Moment seines Lebens erlebt, als er erfahren hatte, dass seine Tochter gerade gestorben war. Vers 50 ist f\u00fcr mich der tr\u00f6stlichste Vers im ganzen Text: \u201eJesus h\u00f6rte es und sagte darauf zu ihm: F\u00fcrchte dich nicht! Glaube nur, dann wird sie gerettet werden!\u201c Jesus h\u00f6rte, was zu Jairus gesagt wurde. Allein das ist so tr\u00f6stlich. Wenn du gerade die Nachricht bekommst, dass dein gr\u00f6\u00dfter Traum geplatzt ist, oder dass deine Welt gerade untergegangen ist, Jesus h\u00f6rt es. Es blieb aber nicht einfach nur dabei. Jesus spricht zu ihm: \u201eF\u00fcrchte dich nicht! Glaube nur, dann wird sie gerettet werde!\u201c Was tut Jesus hier also? Jesus hilft Jairus, seine Realit\u00e4t durch die Wahrheit seines Wortes zu sehen.<br \/>\nLetztes Jahr gab es auf Quarks einen provokativen Post. Darin hie\u00df es, dass ein Kind, das im Jahr 2020 geboren wurde, im Vergleich mit einem Kind, das 1960 geboren wurde, dreimal so viele Ernteausf\u00e4lle erleben wird, doppelt so viele Waldbr\u00e4nde, dreimal so viele \u00dcberflutungen und siebenmal so viele Hitzewellen. Das ist das Resultat der Klimakrise. Als Antwort darauf schrieb der christliche Autor Johannes Hartl: \u201eMich nervt dieser st\u00e4ndige Pessimismus, das Blicken aufs Negative. Das sch\u00e4digt die Lebensperspektiven von Kindern und Jugendlichen vielleicht \u00e4hnlich stark wie \u00f6kologische Krisen. Wie meine ich das? Erstmal: der Klimawandel ist eine riesige Herausforderung mit globalen Folgen und es wird sehr anspruchsvoll sein, mit den dadurch entstehenden Problemen umzugehen oder sie sogar zu verhindern. Wichtiges Thema!! Doch ich bestreite, dass diese st\u00e4ndige angstgetriebene Negativit\u00e4t auf Dauer gesund ist. [\u2026] Wir Menschen brauchen Hoffnung zum \u00dcberleben.\u201c Ich denke, dass Johannes Hartl recht hat. Als Christ hat er nat\u00fcrlich eine ganz andere Perspektive, die erf\u00fcllt ist von Hoffnung.<br \/>\nFakt ist, wir leben in einer extrem unbest\u00e4ndigen Welt. Viele Menschen in Deutschland machen sich Sorgen und haben Angst: Angst vor Naturkatastrophen, Angst vor Krankheiten wie COVID und Affenpocken und Krebs, Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten durch die Inflation, Angst vor politischer und gesellschaftlicher Instabilit\u00e4t, Angst vor Kriegen, Angst vor dem kommenden Winter und der n\u00e4chsten Strom- oder Gasrechnung. Es gibt ziemlich viele bedrohliche Faktoren, vor denen man sich Sorgen machen kann. Aber inmitten dieser unsicheren, instabilen, bedrohlichen Situation, finden wir noch etwas anderes.<br \/>\nEine ruhige und uns vertraute Stimme, die zu uns spricht: \u201eF\u00fcrchte dich nicht! Glaube nur, dann wird sie gerettet werden!\u201c oder anders gesagt: \u201eMach dir keine Sorgen! Vertraue auf mich, dann wird alles in Ordnung werden.\u201c Weil Jesus da ist, d\u00fcrfen wir wissen, dass am Ende alles gut werden wird. Er ist derjenige, der die Macht hat zu erretten. Er l\u00e4dt uns ein, an ihn zu glauben. Und in den Situationen, in denen unser Glaube wankt, hilft er uns. Er hilft uns, unsere Umgebung, unsere ganze Welt im Licht seiner Wahrheit und seiner Realit\u00e4t zu sehen: die Realit\u00e4t dessen, dass er alle Macht im Himmel und auf Erden hat, uns zu retten und ganz heil zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Jesu rettende Macht &nbsp;\u201eJesus h\u00f6rte es und sagte darauf zu ihm: F\u00fcrchte dich nicht! Glaube nur, dann wird sie gerettet werden!&#8220; (Lukasevangelium 8,50 [NLB]) Die Wunder, die Lukas in seinem Evangelium erw\u00e4hnt, und die Art und Weise, wie er die Wunder arrangiert hat, sollen uns zeigen, welche Macht Jesus hat und wer dieser Jesus [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[13,4],"tags":[],"class_list":["post-10798","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lukas","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10798","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10798"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10798\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10800,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10798\/revisions\/10800"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10798"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10798"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10798"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}