{"id":10769,"date":"2022-08-14T11:00:05","date_gmt":"2022-08-14T09:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10769"},"modified":"2022-11-18T12:11:03","modified_gmt":"2022-11-18T11:11:03","slug":"predigt-lukas-81-21-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-81-21-2\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 8,1-21"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/2022-Lukas-L.-11_8-0121-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Das Gleichnis vom S\u00e4mann<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDas in der guten Erde aber sind die, welche in einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es geh\u00f6rt haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukasevangelium 8,15)<\/p>\n<p>Viele, wohl die meisten von uns haben den Wunsch, ein bedeutungsvolles Leben zu f\u00fchren. Was aber macht ein bedeutungsvolles Leben konkret aus? Nach der Bibel ist ein bedeutungsvolles Leben ein Leben, das viel Frucht bringt. Frucht ist all das, was Gott wohlgef\u00e4llig ist. Darunter fallen Taten der Liebe und der Barmherzigkeit, ebenso die im Galaterbrief (5,22) erw\u00e4hnte Frucht des Geistes, aber auch durch uns zum Glauben gekommene Menschen k\u00f6nnen als Frucht gesehen werden. Das bekannte Gleichnis vom S\u00e4mann spricht von einem Fall, wo es zu hundertfacher, also zu unfassbar viel Frucht kommt. Es verr\u00e4t uns, wie wir sehr viel Frucht in unserem Leben bringen k\u00f6nnen, beschreibt aber auch die F\u00e4lle, in der es nicht zur Frucht gekommen ist. In der Predigt werden wir das Gleichnis unter diesen drei Gesichtspunkten n\u00e4her betrachten:<\/p>\n<p>I.&nbsp;&nbsp;&nbsp; In welchen F\u00e4llen kommt es nicht zur Frucht, in welchem Fall schon?<br \/>\nII.&nbsp; Was ist in allen F\u00e4llen die gemeinsame Ursache daf\u00fcr, dass es zur Frucht kommt oder nicht?<br \/>\nIII. Wie kann unser Leben zu dem Fall werden, in dem es zu viel Frucht kommt?<\/p>\n<h4>I. Vier verschiedene F\u00e4lle bei der Verk\u00fcndigung des Evangeliums (V. 4 &#8211; 15)<\/h4>\n<p>Im Vers 4 erfahren wir, was Jesus Anlass gab, das Gleichnis vom S\u00e4mann zu erz\u00e4hlen. Der Anlass war, dass aus jeder Stadt Menschen zu Jesus kamen und sich in Massen um ihn versammelt hatten. Dem ersten Eindruck nach ein gutes Zeichen. Die meisten Evangelisten w\u00fcrden sich wohl freuen, wenn so viele Menschen bei ihrer Predigt anwesend sind, und das m\u00f6glicherweise lobend anerkennen. Aber anstatt eine Lobrede zu halten, lehrte Jesus das ernsthafte Gleichnis vom S\u00e4mann. Warum? Viele von denen, die zu Jesus kamen, h\u00f6rten zwar sein Wort, aber die Frucht blieb in ihrem Leben aus. Diese Erfahrung hatte Jesus offenbar gemacht, als er -wie Vers 1 berichtet- Dorf und Stadt durchzog, um das Evangelium zu verk\u00fcndigen. Wenn wir einmal Vers 1 mit Vers 5 vergleichen, wird deutlich, dass Jesus gerade so wie der S\u00e4mann gehandelt hatte. Vielleicht spricht Jesus in dem Gleichnis aus seiner Erfahrung mit den Menschen, als er das Evangelium verk\u00fcndigte. Jedenfalls, beschreibt Jesus in dem Gleichnis vier verschiedene F\u00e4lle, die bei der Verk\u00fcndigung des Evangeliums auftreten k\u00f6nnen. Es ist wertvoll, jedes dieser vier F\u00e4lle im Einzelnen unter die Lupe zu nehmen:<\/p>\n<p><strong>Der erste Fall: Der Same f\u00e4llt auf dem Weg.<\/strong> Als der S\u00e4mann in den Beutel griff und gro\u00dfz\u00fcgig Samen \u00fcber den Acker warf, fiel einiges von den Samen auf dem Weg. Wenn man die heutigen \u00c4cker vor Augen hat, kann man sich das nicht so gut vorstellen. Aber in Galil\u00e4a gab es keine breitfl\u00e4chig angelegte \u00c4cker. Man muss sich diese \u00c4cker wie schmale Handt\u00fccher vorstellen, die sich an den Abh\u00e4ngen hinunterschl\u00e4ngelten. Man konnte sie nicht umgehen, daher entstanden hier und da Trampelpfade. Diese Trampelpfade konnte der Bauer beim Auss\u00e4en unm\u00f6glich ber\u00fccksichtigen. Daher fiel so einiges der Samen auf die Pfade (vgl. POHL, A. 20112: 183)1. Durch das st\u00e4ndige Betreten wurde der Boden vom Weg so richtig hart. Daher blieben die Samen auf der Oberfl\u00e4che, anstelle in den Boden einzudringen. So konnten die Samen auf dem Weg von Saatkr\u00e4hen leicht gesehen und aufgepickt werden und\/oder von Fu\u00dfg\u00e4ngern leicht zertreten werden.<br \/>\nWof\u00fcr stehen die Samen, die auf dem Weg fallen? Im Vers 12 erfahren wir, dass der Wegboden f\u00fcr solche steht, die das Wort h\u00f6ren, der Teufel es ihnen aber sogleich wieder wegnimmt. Der Teufel kennt die Kraft des Wortes, das Menschen retten kann. Wie kann man sich diese Wegnahme des Wortes durch den Teufel vorstellen? Es gibt hierf\u00fcr mehrere M\u00f6glichkeiten, die sich der Teufel einfallen l\u00e4sst &#8211; eine davon ist sicherlich die Beeinflussung unserer Gedankenwelt, wie z.B.: \u201eDir passiert dieses oder jenes, wenn du\u2026\u201c, \u201eWas werden die anderen von dir denken, wenn du\u2026\u201c, \u201eDu hast keine Zeit, dich mit dem Wort zu besch\u00e4ftigen, du musst ja noch dieses oder jenes erledigen\u2026\u201c, \u201ebesch\u00e4ftige dich lieber mit\u2026\u201c. Als \u201eVater der L\u00fcge\u201c (Joh. 8,44) macht er uns L\u00fcgen \u00fcber Gott glaubhaft, wie: \u201eGottes Wort ist langweilig\u201c. Vielen hat der Teufel auch das Wort dadurch weggenommen, dass er kritische Gedanken s\u00e4t, wie er es bei Eva tat (1. Mo. 3,4f). Wenn der H\u00f6rer des Wortes gegen\u00fcber dem Verk\u00fcnder des Wortes kritisch oder eingestellt ist, kann der Teufel das geh\u00f6rte Wort ziemlich leicht wegnehmen. Aber auch Menschen, die die Botschaft des Evangeliums schlecht reden (\u201eden Samen sozusagen zertreten\u201c), bringen andere davon ab, sich n\u00e4her mit dem geh\u00f6rten Wort zu besch\u00e4ftigen.<br \/>\nWie listig und gef\u00e4hrlich auch das Handeln des Teufels sein mag, es gibt im Vers 12 eine Sache, die unsere Aufmerksamkeit noch mehr verdient &#8211; ist euch schon aufgefallen, wie leicht hier die Wegnahme des Wortes hier in diesem Vers geschieht? Man h\u00f6rt es, dann kommt der Teufel und nimmt es weg. Da ist von \u00fcberhaupt keinem Widerstand die Rede. Es klingt so, als ob der Teufel in dem ersten Fall \u00fcberhaupt keine Schwierigkeit hat, das Wort wegzunehmen. Wenn man den ersten Fall mit den anderen F\u00e4llen vergleicht, f\u00e4llt auf, dass der Same im ersten Fall am schnellsten sein Ende findet.<br \/>\nDer erste Fall spricht von Menschen, bei denen das Wort in das eine Ohr reingeht und ins andere Ohr wieder raus. Kaum geh\u00f6rt, schon wieder vergessen (woran das liegt, werden wir hernach noch erfahren). Sie sind sozusagen f\u00fcr den Teufel eine leichte Beute.<\/p>\n<p><strong>Betrachten wir nun den zweiten Fall &#8211; Vers 6:<\/strong> Der Same f\u00e4llt auf felsigem Boden. Dass Samen auf felsigem Boden fielen war in Galil\u00e4a gar nicht so unwahrscheinlich: An mehreren Stellen des galil\u00e4ischen Ackers ging der Boden nicht so tief. Darunter befanden sich viele Gesteinsbruchst\u00fccke des sogn. Galil\u00e4ischen Plattenkalks. Der steinige Untergrund hatte Auswirkungen auf das Wachstum des Samens. Man kann sich gut vorstellen, dass wenn am Morgen der Tau auf solch einen Boden fiel, der Boden ziemlich schnell durchn\u00e4sst war, weil das Wasser nicht in die Tiefe versickern konnte. Und wenn es nachts k\u00fchl wurde, war der Boden trotzdem noch warm, weil sich der steinige Untergrund nicht so schnell abk\u00fchlt. Der steinige Untergrund bewirkte ein feuchtes und warmes Keimbett f\u00fcr den Samen (vgl. POHL, A. 20112: 184)1. So gesehen, eigentlich optimal f\u00fcr das Aufkeimen des Samens. Daher spricht Vers 6 davon, dass der Samen aufging \u2013 im Markus-Evangelium ist es noch deutlicher: und ging alsbald auf (Mk. 4,5). Warum aber verdorrt der Samen auf felsigem Untergrund so schnell? Insbesondere in hei\u00dfen Gebieten wie Galil\u00e4a war es wichtig, dass die Saat einen tiefgr\u00fcndigen Boden hat &#8211; das aus drei Gr\u00fcnden: 1. Der Boden kann \u00e4hnlich wie ein Schwamm, Wasser speichern; 2. Der Boden diente als W\u00e4rmeschutz und 3. brauchen Wurzeln einen tiefgr\u00fcndigen Boden, damit sie sich ausbreiten k\u00f6nnen und dadurch m\u00f6glichst viel Wasser aufnehmen k\u00f6nnen (vgl. POHL, A. 20112: 184). Wenn also die Sonne \u00fcber eine Saat schien, die nicht auf m\u00e4chtigen Boden gewachsen war, dann verbrannte diese Saat sehr schnell, weil die Feuchtigkeitsreserven schnell aufgebraucht waren und es auch keine Wurzeln hatte, die gen\u00fcgend Wasser aufnehmen konnten. Daher hei\u00dft es im Vers 6: \u201eund als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte.\u201c Die Formulierung in Vers 6 macht klar: So wie der Same aufging, so verdorrte er auch. Kaum war der Same aufgegangen, vertrocknete er schon.<br \/>\nWof\u00fcr stehen die Samen, die auf felsigem Boden fallen? Betrachten wir hierzu Vers 13: Diejenigen, die auf dem felsigen Boden ges\u00e4t sind, sind solche Menschen, die das Evangelium, sobald sie es h\u00f6ren, aufnehmen, ja sogar mit Freuden aufnehmen und zum Glauben kommen \u2013 allerdings alles nur f\u00fcr eine Zeit. Sobald sie wegen ihres Glaubens in Bedr\u00e4ngnis geraten, fallen sie vom Glauben ab, sp\u00e4testens dann, wenn es sich um eine gravierendere Bedr\u00e4ngnis handelt. So schnell wie sie zum Glauben kamen, so schnell fallen sie auch wieder vom Glauben ab. Wenn Menschen rasch zum Glauben kommen, ist das nicht immer ein gutes Zeichen. In diesem Fall haben das schnelle Kommen zum Glauben und das schnelle Abfallen vom Glauben ein- und dieselbe Ursache. Im Vers 13 steht sie: \u201ediese haben keine Wurzel\u201c. Keine Wurzeln haben ist ein Bild f\u00fcr Oberfl\u00e4chlichkeit und Unbest\u00e4ndigkeit. Der Glaube solcher Menschen ist unbest\u00e4ndig, weil er oberfl\u00e4chlich ist. Als sie das Evangelium aufnahmen, hatten sie es nur oberfl\u00e4chlich getan \u2013 sie hatten sich dar\u00fcber gefreut, dass sie mit Jesus auferstehen werden, verstanden aber nicht die Kehrseite davon: n\u00e4mlich mit Jesus auch zu leiden \u2013 wie es im R\u00f6m. 8,17 hei\u00dft: Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden. In Mt. 8 erfahren wir ein Beispiel f\u00fcr solche Menschen, die Jesus hier beschreibt. Ein Schriftgelehrter sagte zu Jesus: Meister, ich will dir folgen, wohin du gehst. Wow, was f\u00fcr ein Bekenntnis \u2013 aber Jesus sagte nicht: \u201eWow\u201c, sondern: \u201eDie F\u00fcchse haben Gruben und die V\u00f6gel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege\u201c (V. 19-20). Dieser Schriftgelehrte war sich nicht dar\u00fcber im Klaren, dass die Nachfolge Jesu mit einem unbequemen Leben einhergeht. Er sagte \u00fcberschnell ja zur Nachfolge, wusste aber nicht, worauf er sich einlie\u00df. Menschen, bei denen der Samen auf Felsenboden ges\u00e4t ist, verstehen nicht, worauf sie sich einlassen, wenn sie das Evangelium aufnehmen. Das Evangelium ist wie der neue Wein (Lk. 5,37-39). Es ist eine k\u00f6stliche und sch\u00f6ne Botschaft, aber auch gleichzeitig eine, dynamische, radikale Botschaft, die das alte Leben auf den Kopf stellen kann und f\u00fcr Jesus nichts zu schade h\u00e4lt.<\/p>\n<p><strong>Betrachten wir nun den dritten Fall &#8211; Vers 7:<\/strong> Einige der Samen fielen unter die Dornen. Mit \u201eDornen\u201c ist hier wahrscheinlich ein Sammelbegriff f\u00fcr stachelige Unkr\u00e4uter gemeint. Die Wurzeln von solchen Dornen konnten 30 cm in die Tiefe gehen. Kein Pflug leistete es, ihre Wurzeln zu roden. Da der Bauer sie nur abbrennen konnte, trieben sie immer wieder neu aus. An manchen Stellen bildeten sie ein dichtes Geflecht. Die Samen in so einem Geflecht konnten zwar schon aufkeimen und emporwachsen, aber oft blieben sie mickrig und setzten keine K\u00f6rner an (vgl. POHL, A. 20112: 184)1. Im Gegensatz zu den anderen F\u00e4llen wird die Pflanze hier nicht zerst\u00f6rt. Sie bleibt innerhalb des Dornengestr\u00fcpps am Leben, kann vielleicht sogar Frucht bringen, aber nicht zur Reife. Denn die Dornen rauben ihnen die Ressourcen des Bodens (N\u00e4hrstoffe und Wasser) und versperrten ihnen den Zugang zum Sonnenlicht. Daher hei\u00dft es am Ende von Vers 7, dass die Dornen die aufgehenden Samen erstickten.<br \/>\nWof\u00fcr stehen die Samen, die unter den Dornen geraten sind? Betrachten wir hierzu Vers 14. Diejenigen, bei denen unter die Dornen ges\u00e4t ist, sind solche, die das Evangelium durchaus in ihrem Herzen aufnehmen. Sie bringen sogar Frucht, aber nicht zur Reife. Woran liegt das? Jesus nennt drei Gr\u00fcnde: Sorgen, Reichtum und Vergn\u00fcgen. Seien es die Sorgen um die bevorstehende Pr\u00fcfung, oder Sorgen um die Kinder oder Sorgen wegen der Arbeit, was auch immer f\u00fcr Sorgen \u2013 sie haben eins gemeinsam: Wie die Dornen die Ressourcen des Bodens f\u00fcr sich aufbrauchen, so saugen auch sie unsere gesamte Aufmerksamkeit und lenken den Fokus weg von Gottes Wort. So viele Menschen k\u00f6nnen dem Wort Gottes nicht einmal richtig zuh\u00f6ren, weil ihr Kopf voller Sorgen ist. Nicht anders ist es mit dem Wunsch, reich oder zumindest wohlhabend zu werden. Dieser Wunsch wird oftmals damit gerechtfertigt, sich und den Kindern eine sichere Zukunft zu gew\u00e4hrleisten. In Wirklichkeit aber l\u00e4sst der Wunsch nach Reichtum Menschen f\u00fcr das falsche Ziel leben und f\u00fchrt dazu, dass sie keine Zeit mehr f\u00fcr Gott und Seine Anliegen zu haben. St\u00e4ndig geht es nur noch darum, hier und da Gewinn zu machen und Geld anzuh\u00e4ufen. Und wie ist es mit dem Vergn\u00fcgen? Die typischen Vergn\u00fcgen der Welt sind: sex, drugs, alcohol and\u2026 popmusik. Christen hingegen, die anst\u00e4ndig sein wollen, finden sozusagen frommere Wege, um st\u00e4ndig ihr irdisches Vergn\u00fcgen zu bekommen. Hierzu geh\u00f6rt bspw., dass man st\u00e4ndig als Tourist unterwegs ist, st\u00e4ndig auf kulinarischen Genuss aus ist, st\u00e4ndig nach Unterhaltung durch die Medien sucht, st\u00e4ndig darauf aus ist, etwas zu unternehmen, viele Sachen kauft, die man eigentlich nicht ben\u00f6tigt, immer wieder auf den neusten Spa\u00df aus ist, indem man dies und jenes ausprobieren m\u00f6chte usw. Die vielen M\u00f6glichkeiten an Vergn\u00fcgen auf der Welt haben eine hohe Anziehungskraft \u2013 viele geben dem nach, sodass sie viel Zeit und Geld daf\u00fcr ausgeben. Da Jesus wusste, wie m\u00e4chtig Sorgen und Vergn\u00fcgungen uns einnehmen k\u00f6nnen, warnte er davor mit den Worten: H\u00fctet euch aber, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit t\u00e4glichen Sorgen (Lk. 21,34). Anders als in den vorherigen F\u00e4llen, kann es durchaus sein, dass man Frucht bringt, aber nicht zur Reife. Bei Gl\u00e4ubigen, die sich st\u00e4ndig Sorgen machen, sich nach Reichtum und\/oder st\u00e4ndigem Vergn\u00fcgen sehnen, kommt der Glaube nie wirklich zum Durchbruch, nie wirklich zur vollen Entfaltung. In ihrem Leben sind lediglich Ans\u00e4tze von einem christlichen Dasein zu finden. Was bringt eine unreife Frucht? Nichts. Man isst sie ja nicht. Nach der Darstellung von Mt. und Mk. ist auch im dritten Fall die Rede davon, dass Frucht ausbleibt. Unreife Frucht ist eben praktisch so, als ob keine Frucht da w\u00e4re. Knapp daneben ist auch vorbei.<\/p>\n<p><strong>Der 4. Fall: Der Same f\u00e4llt auf gutem Boden \u2013 Vers 8.<\/strong> Der Same f\u00e4llt auf gutem Boden, geht auf und bringt Frucht. In dem Gleichnis bringt der Same hundertfache Frucht. Das durchschnittliche Verh\u00e4ltnis zwischen Aussaat und Frucht lag bei 1:8. Ein Verh\u00e4ltnis von 1:10 wurde als au\u00dfergew\u00f6hnlich angesehen. Der von Jesus angesprochene hundertfache Ertrag war also ein buchst\u00e4blich sagenhafter Ertrag.<br \/>\nWof\u00fcr stehen die Samen, die auf gutem Boden gefallen sind? Betrachten wir hierzu Vers 15: Wie die anderen haben auch die Menschen, von denen in diesem Fall die Rede ist, das Wort geh\u00f6rt und nehmen es auf &#8211; einzigartig aber ist, dass sie das Wort bewahren, sie behalten es im Herzen. Und dann geschieht das, was in allen anderen F\u00e4llen ausblieb: Es kommt zur Frucht. Am Ende von Vers 15 hei\u00dft es, dass sie Frucht bringen mit Ausharren. Sie bringen nicht nur f\u00fcr eine Zeit, sondern mit Geduld bringen sie best\u00e4ndig Frucht. Auch zu ihnen kommen \u201edie V\u00f6gel\u201c, aber dennoch bringen sie weiter Frucht. Auch auf sie scheint \u201edie Sonne\u201c mal zu hei\u00df: Aber anstelle zu verdorren, bringen sie weiter Frucht. Weil sie ausharren, bringen sie auch unter widrigen Umst\u00e4nde Frucht.<br \/>\nAus Vers 8 wissen wir, dass sie nicht nur ein bisschen, sondern sagenhaft viel Frucht bringen! Woran liegt das aber, dass es in dem 4. Fall zu so viel Frucht kommt, in den anderen drei F\u00e4llen aber gar nicht? Was ist das Geheimnis davon, viel Frucht zu bringen? Und was ist die Ursache davon, wenn man keine Frucht bringt? Wir wollen das im zweiten Teil der Predigt betrachten.<\/p>\n<h4>II. Das Geheimnis des Frucht Bringens<\/h4>\n<p>Das, was mit dem Samen in den vier F\u00e4llen geschieht, ist sehr unterschiedlich. Aber doch h\u00e4ngt es letztendlich von einer Sache ab, was aus dem Samen wird. Diese eine Sache, von der alles abh\u00e4ngt, ist die Beschaffenheit des Bodens. Dies kann man in allen vier F\u00e4llen sehen: Im ersten Fall ist der Boden hart. Gerade deswegen wird der Same eine leichte Beute f\u00fcr die V\u00f6gel. Im zweiten Fall ist der Boden felsig, also nicht tiefgr\u00fcndig genug. Aus diesem Grund verdorrt der Same. Im dritten Fall ist der Boden mit Wurzeln von Dornen versetzt. Er bringt immer wieder neue Dornen hervor, weil die Wurzeln der Dornen nie beseitigt wurden. Der vierte Boden ist ein guter Boden. Jesus beschreibt zwar nicht, wie dieser gute Boden beschaffen ist. Aber von dem Kontext her k\u00f6nnen wir zumindest sagen, dass ein guter Boden all das nicht ist, was die anderen B\u00f6den sind. Er ist nicht hart, sondern locker, m\u00e4chtig (tiefgr\u00fcndig) und treibt keine Dornen aus. Der Boden speicherte die Feuchtigkeit wie ein Schwamm. Und in solch einem Boden konnte der Samen aufgenommen werden, zur rechten Zeit aufkeimen, Wurzeln bilden, sie ausbreiten und mit deren Hilfe Feuchtigkeit und N\u00e4herstoffe aus dem Boden entnehmen.<br \/>\nWof\u00fcr steht der Boden? Er steht f\u00fcr das Herz des Menschen. Im ersten Fall ist das Herz hart wie der Weg auf dem Acker. Was sind harte Herzen? Gew\u00f6hnlich denken wir bei hartherzigen Menschen an unbarmherzige Menschen. Die Bibel meint aber etwas anderes. Ein hartes Herz hart jemand, der gegen\u00fcber dem Wort Gottes unempfindlich ist. Zum Beispiel beschreibt Gott das Herz von Josia als \u201eweich geworden\u201c, weil Josia sehr betroffen auf Sein Wort reagierte (siehe 2. Chr. 34,27). Gegenteil davon ist das Verhalten des Pharaos, der Gottes Wort trotz Androhung schlimmer Plagen nicht gehorchte. Daher spricht 2. Mo. 8,28 davon, dass der Pharao sein Herz verh\u00e4rtete. Menschen mit einem harten Herzen bleiben von einer Predigt unber\u00fchrt. Ob sie ein Wort der Gnade oder ein Wort des Gerichts h\u00f6ren, es geht an ihnen vorbei. Was das Herz hart macht, ist Unglaube. Menschen mit einem harten Herzen sind f\u00fcr den Teufel eine leichte Beute. Solchen kann der Teufel ganz leicht das geh\u00f6rte Wort vergessen lassen und sie sogar f\u00fcr seine Zwecke gebrauchen. Im zweiten Fall ist das Herz so, dass das Wort nicht tiefe Wurzeln schlagen kann. So wie die Wurzeln einfach nicht durch den felsigen Untergrund hindurchdringen k\u00f6nnen, so gibt es etwas in dem Herzen dieser Menschen, das den Durchbruch des Evangeliums nicht zul\u00e4sst. Das Evangelium wird daher nur oberfl\u00e4chlich angenommen und verstanden. Solch ein felsiger Untergrund kann Verschiedenes bedeuten, wie etwa die Unwilligkeit f\u00fcr den Glauben zu leiden. Sobald Christen mit Leiden konfrontiert oder gar mit Unbequemlichkeiten konfrontiert werden, ziehen viele von ihnen schnell einen Schlussstrich. Gewisse \u00c4ngste machen sich breit. Daher spricht Jesus davon, dass sie in der Zeit der Versuchung abfallen. Im dritten Fall haben Menschen ebenfalls andere Dinge im Herzen als Gott. Ihr Herz schl\u00e4gt zwar auch f\u00fcr Gott, aber nicht nur! Es schl\u00e4gt auch f\u00fcr irdische Dinge, wie etwa f\u00fcr Vergn\u00fcgen und Reichtum. Wenn das Herz f\u00fcr irdische Dinge schl\u00e4gt, wird das auch dazu f\u00fchren, dass man sich viel Sorgen macht. Denn wir sind um das besorgt, was uns wichtig ist. Solche Herzen, von denen im 3. Fall die Rede ist, sind geteilte Herzen. Deswegen bringen sie allenfalls unreife Frucht hervor. Wie ist aber das Herz im vierten Fall? Vers 15 beschreibt es als fein und gut, nach NIV nobel und gut. Was dieses Herz so gut und nobel macht ist, dass es keine Hindernisse f\u00fcr das Wort Gottes stellt, sondern Raum zur Entfaltung bietet. Es bietet Raum f\u00fcr das Wort Gottes, weil es nicht von Unglauben, \u00c4ngsten, der Begierde nach Vergn\u00fcgen und Reichtum oder anderen G\u00f6tzen beherrscht ist. Das macht das Herz weit f\u00fcr das Wort Gottes. So ein Herz kann das Wort nicht nur aufnehmen, sondern auch bewahren.<br \/>\n&#8211; Fazit: Ob wir viel oder keine Frucht bringen, steht und f\u00e4llt damit, wie es mit unserem Herzen steht. Bleibt die Frucht in unserem Leben aus, ist das ein Herzensproblem. Man kann es aber auch positiv formulieren: Ist erst einmal das Herzensproblem gel\u00f6st, so kann man sehr viel, ja sagenhaft viel Frucht bringen. Daher ist die Frage: Was macht unser Herz fein und gut? Von was sollte unser Herz stattdessen beherrscht sein? Betrachten wir dies im 3. Teil der Predigt.<\/p>\n<h4>III. Die Hauptsache: Das Reich Gottes<\/h4>\n<p>Wer einmal das Gleichnis vom Reich Gottes n\u00e4her unter die Lupe nimmt, stellt fest, dass es letztendlich nicht um die vier Ackerb\u00f6den geht. Es geht schon darum, aber nicht ultimativ. Ultimativ geht es um eine viel gr\u00f6\u00dfere Sache. Was ist diese Sache? Jesus selbst bezeichnet das Gleichnis nicht als Gleichnis von den vier Ackerb\u00f6den, sondern als das Gleichnis vom S\u00e4mann. Es geht um den S\u00e4mann bzw. um sein Interesse und Anliegen. Dies sehen wir auch in der Struktur des Gleichnisses:<br \/>\n5&nbsp;Der S\u00e4mann ging hinaus, seinen Samen zu s\u00e4en; und indem er s\u00e4te, fiel einiges an den Weg, und es wurde zertreten, und die V\u00f6gel des Himmels fra\u00dfen es auf. 6&nbsp;Und anderes fiel auf den Felsen; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. 7&nbsp;Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und indem die Dornen mit aufwuchsen, erstickten sie es. 8&nbsp;Und anderes fiel in die gute Erde und ging auf und brachte hundertfache Frucht.<\/p>\n<p>Es geht st\u00e4ndig darum, was der Same tut oder was mit dem Samen geschieht. Das Schicksal des Samens ist unzertrennbar mit dem Interesse des S\u00e4manns verbunden. Deswegen geht es in dem Gleichnis letztendlich um den S\u00e4mann bzw. um sein Interesse. Was ist sein Interesse? Als die J\u00fcnger Jesus nach der Bedeutung des Gleichnisses fragten, spricht Jesus im Vers 10 auf einmal vom Reich Gottes. Das Interesse des S\u00e4manns bzw. das Interesse von Jesus ist die Ausbreitung des Reiches Gottes. In den Versen 19 bis 21 sehen wir, dass sich Jesus mit diesem Interesse so sehr identifiziert hat, dass er diejenigen als seine wahre Verwandte nennt, die Gottes Wort h\u00f6ren und tun. Als man Jesus meldete, dass seine Mutter und Br\u00fcder zu ihm kommen wollen, hatten die meisten wohl erwartet, dass Jesus seine Predigt unterbricht und nach dem Anliegen seiner Familie fragt. Dies zu ignorieren, galt als Schande, insbesondere wenn es um ein Anliegen der Eltern ging. Aber Jesus tat dies in diesem Fall, und zwar auch noch vor aller \u00d6ffentlichkeit. Das zeigt, wie sehr ihm die Verk\u00fcndigung des Reiches Gottes am Herzen lag. Wir sehen dies auch in den Versen 16 und 17. Jesus hatte den J\u00fcngern das Geheimnis vom Reich Gottes offenbart. Und was sollten sie damit machen? Es vor anderen geheim halten? Nein, auf keinen Fall. Mit dem Gleichnis von der Lampe ermutigte Jesus sie, die Geheimnisse von Gottes Reich zu verk\u00fcndigen. Jesus hatte ihnen viel Licht, also viel Offenbarung anvertraut, dies geheim zu halten, w\u00e4re genauso widersinnig wie eine Lampe unters Bett zu stellen. Was bringt das?<br \/>\nDie Frage war ja: \u201eVon was sollte unser Herz beherrscht sein?\u201c Einfach gesagt: Von dem, wovon auch der S\u00e4mann beherrscht ist: N\u00e4mlich vom Reich Gottes. Unser t\u00e4gliches Anliegen sollte sein: Dein Reich komme &#8211; in uns und in den anderen! Ist das Herz nicht von diesem Anliegen beherrscht, bietet es Raum daf\u00fcr, von anderen Dingen beherrscht zu werden \u2013 sei es der Reichtum oder das Vergn\u00fcgen, seien es die Sorgen oder der Unglaube, spielt letztendlich keine Rolle: In allen F\u00e4llen kommt es nicht zur Frucht und damit auch nicht zur Ausbreitung des Reiches Gottes in uns und den anderen.<br \/>\nIn den Versen 2 und 3 erfahren wir ein Beispiel von Menschen, die begriffen haben, worum es im Leben eigentlich geht. In diesen Versen ist von mehreren Frauen die Rede. In ihrer Vergangenheit hatten sie das Gegenteil von Gottes Reich erfahren und erlebt: N\u00e4mlich die Herrschaft von b\u00f6sen Geistern. Eben gerade durch diese negative Erfahrung wussten sie, dass es nichts Besseres gibt als unter der Herrschaft Gottes zu sein. Was war das Resultat davon? Vers 3 berichtet am Ende, dass sie Jesus und den J\u00fcngern mit ihrem Verm\u00f6gen dienten. Als Frau eines Beamten war Johanna vermutlich ziemlich wohlhabend gewesen. Aber iIhr Herz war nicht vom Verlangen nach Reichtum beherrscht, sondern davon, ihr Hab und Gut f\u00fcr das Reich Gottes einzusetzen, ebenso auch die anderen Frauen. Ihr . Ihr Herz war auch nicht davon beherrscht, st\u00e4ndig nach weltlichem Vergn\u00fcgen zu trachten, sondern davon, zu dienen. Sie wollten der Ausbreitung des Reiches Gottes mit dem, was sie hatten, unterst\u00fctzen. Sie hatten eine Sache sehr gut verstanden: : ES GEHT NICHT UM MICHEs geht nicht um mich, sondern um eine viel h\u00f6here Sache, n\u00e4mlich um das Reiches Gottes. Wie wir wissen, haben die Apostel hernach hundertfach, ja unz\u00e4hlige Frucht gebracht. Viele Menschen sind durch sie zum Glauben gekommen. Aber was w\u00e4ren die J\u00fcnger ohne diese Frauen gewesen? Indirekt haben sie zu der vielfachen Frucht der J\u00fcnger beigetragen.<br \/>\nIch kann mir gut vorstellen, dass ihnen dies in der Ewigkeit angerechnet wird.<br \/>\nGew\u00f6hnlich f\u00e4llt es uns leichter, unser Verhalten zu \u00e4ndern, als unser Herz. Denn beim Herzen geht es immer um etwas Grundlegendes. Grundlegendes in seinem Leben zu \u00e4ndern, bereitet Angst. Was kann uns aber helfen, dass wir unser Herz von der richtigen Sache beherrschen lassen? In dem heutigen Text kommt ein Wort ziemlich h\u00e4ufig vor:<br \/>\n4&nbsp;Als sich aber eine gro\u00dfe Volksmenge versammelte und sie aus jeder Stadt zu ihm hinkamen, sprach er in einem Gleichnis: 5&nbsp;Der S\u00e4mann ging hinaus, seinen Samen zu s\u00e4en; und indem er s\u00e4te, fiel einiges an den Weg, und es wurde zertreten, und die V\u00f6gel des Himmels fra\u00dfen es auf. 6&nbsp;Und anderes fiel auf den Felsen; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. 7&nbsp;Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und indem die Dornen mit aufwuchsen, erstickten sie es. 8&nbsp;Und anderes fiel in die gute Erde und ging auf und brachte hundertfache Frucht. Als er dies sagte, rief er aus: Wer Ohren hat zu h\u00f6ren, der h\u00f6re! 9&nbsp;Seine J\u00fcnger aber fragten ihn, was dieses Gleichnis bedeute. 10&nbsp;Er aber sprach: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu wissen, den \u00dcbrigen aber in Gleichnissen, damit sie sehend nicht sehen und h\u00f6rend nicht verstehen. 11&nbsp;Dies aber ist die Bedeutung des Gleichnisses: Der Same ist das Wort Gottes. 12&nbsp;Die aber an dem Weg sind die, welche h\u00f6ren; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, damit sie nicht glauben und gerettet werden. 13&nbsp;Die aber auf dem Felsen sind die, welche, wenn sie h\u00f6ren, das Wort mit Freuden aufnehmen; und diese haben keine Wurzel; f\u00fcr eine Zeit glauben sie, und in der Zeit der Versuchung fallen sie ab. 14&nbsp;Das aber unter die Dornen fiel, sind die, welche geh\u00f6rt haben und hingehen und durch Sorgen und Reichtum und Vergn\u00fcgungen des Lebens erstickt werden und nichts zur Reife bringen. 15&nbsp;Das in der guten Erde aber sind die, welche in einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es geh\u00f6rt haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren. Gleichnis von der Lampe16&nbsp;Niemand aber, der eine Lampe angez\u00fcndet hat, bedeckt sie mit einem Gef\u00e4\u00df oder stellt sie unter ein Bett, sondern er stellt sie auf ein Lampengestell, damit die Hereinkommenden das Licht sehen. 17&nbsp;Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden wird, auch \u27e8ist\u27e9 nichts geheim, was nicht bekannt wird und ans Licht kommt. 18&nbsp;Seht nun zu, wie ihr h\u00f6rt! Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und wer nicht hat, von dem wird selbst, was er zu haben meint, genommen werden. Die wahren Verwandten Jesu19&nbsp;Es kamen aber seine Mutter und seine Br\u00fcder zu ihm; und sie konnten wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen. 20&nbsp;Und es wurde ihm berichtet: Deine Mutter und deine Br\u00fcder stehen drau\u00dfen und wollen dich sehen. 21&nbsp;Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Br\u00fcder sind die, welche das Wort Gottes h\u00f6ren und tun.<\/p>\n<p>Jesus schlie\u00dft sein Gleichnis mit der Ermahnung ab: \u201eWer Ohren hat zu h\u00f6ren, der h\u00f6re!\u201c Herzensver\u00e4nderung beginnt damit, dass man Gottes Wort h\u00f6rt. Allerdings muss man hierzu sagen, dass in dem Gleichnis vom S\u00e4mann in allen vier F\u00e4llen das Wort geh\u00f6rt wurde, doch nur im letzten Fall f\u00fchrt das H\u00f6ren auch tats\u00e4chlich zur Frucht. H\u00f6ren ist nicht gleich H\u00f6ren. Deswegen sagt Jesus im Vers 18: \u201eSeht zu, wie ihr h\u00f6rt!\u201c Wie wir wissen, haben die J\u00fcnger hernach viel Frucht gebracht. Nicht immer, aber wohl oft h\u00f6rten sie dem Wort Jesu in einer anderen Weise zu als es die meisten aus dem Volk taten. Wir sehen das in Vers 9. Die J\u00fcnger fragten nach der Bedeutung des Gleichnisses. Ihr H\u00f6ren war ein H\u00f6ren, das Jesus verstehen, sein Wort begreifen m\u00f6chte, und zwar so wie es Jesus wirklich meint. Ihr H\u00f6ren, war ein Hinh\u00f6ren, ein Zuh\u00f6ren. Jesu Ausruf: \u201eWer Ohren hat zu h\u00f6ren, der h\u00f6re!\u201c ist vielmehr als eine akustische Wahrnehmung dessen, was er sagt. Es bedeutet so viel wie: \u201eGib dem, was ich sage, alle Achtung, h\u00f6chste Aufmerksamkeit. Denke mal dar\u00fcber ernsthaft nach!\u201c Kommen wir noch einmal auf Vers 18 zur\u00fcck. Nachdem Jesus sagte: \u201eSeht zu, wie ihr h\u00f6rt!\u201c, setzt Jesus mit einer Verhei\u00dfung, die uns zum rechten H\u00f6ren ermutigen soll, sowie einer Warnung, die uns vor oberfl\u00e4chlichem H\u00f6ren abhalten soll, fort: Wer da hat, also reich ist an Erkenntnis, Verst\u00e4ndnis, geistlicher Kraft usw., bekommt auch mehr Erkenntnis, Verst\u00e4ndnis, Kraft usw. Und wer nicht hat, d.h. sich vom Wort Gottes nichts sich sagen l\u00e4sst, nicht treu damit umgeht, es nicht praktiziert, der verliert auch das, was er noch hatte, n\u00e4mlich seinen vermeintlichen Glauben (viele sagen: \u201eich glaube an Gott\u201c, obwohl ihr Leben dem widerspricht), sodass er in die verschiedensten Zweifel ger\u00e4t und sich schlimmstenfalls von Gott ganz und gar abwendet. Haben und nicht haben beginnt damit, ob man recht oder oberfl\u00e4chlich h\u00f6rt. Durch das rechte H\u00f6ren geschieht das Verinnerlichen von Gottes Wort bis dahin, dass es zum eigenen pers\u00f6nlichen Besitz wird. Dann geh\u00f6rt man zu denen, die haben.<br \/>\nEin Grund daf\u00fcr, warum man nicht ernsthaft dem Wort Gottes zuh\u00f6rt, liegt daran, dass man nicht an dessen Ver\u00e4nderungskraft glaubt. In Vers 12 sehen wir, dass der Teufel bem\u00fcht ist, das Wort wegnehmen \u2013 warum? Gerade weil er wei\u00df, wie kraftvoll das Wort ist. Sein Verhalten zeugt von der Kraft des Wortes. Dynamit hat eine ungeheure Sprengkraft, sodass man damit sogar Berge zersprengen kann, um Tunnel zu bauen. Aber angenommen man w\u00fcrde den Sprengsatz neben dem Berg, anstelle in dem Berg positionieren. Obgleich Dynamit eine ungeheure Kraft hat, w\u00fcrde der Berg recht unver\u00e4ndert bleiben. Ebenso ist es mit dem Wort. Es hat Kraft, selig zu machen und zu ver\u00e4ndern. Doch wenn wir davon nichts erfahren, liegt es nicht an dem Wort, sondern daran, dass es falsch positioniert ist, n\u00e4mlich in einem Herzen, welcher in den F\u00e4llen 1 bis 3 beschrieben wird.<br \/>\nEinmal erz\u00e4hlte ein Gemeindeleiter davon, dass er einen Besucher des Gottesdienstes fragte, was letzte Woche in der Predigt vorkam. Er konnte die Frage nicht beantworten. Dann fragte er, was es letzte Woche nach dem Gottesdienst zum Essen gab. Diese Frage hingegen konnte der Besucher ziemlich leicht beantworten.<br \/>\nVor diesem Hintergrund m\u00f6chte ich die Predigt mit einigen Fragen schlie\u00dfen: Wie h\u00f6ren wir Gottes Wort, wie h\u00f6ren wir es in der Stillen Zeit? Wie h\u00f6ren wir Gottes Wort in der Predigt? Wie h\u00f6ren wir Gottes Wort bei der Vorbereitung auf das Bibelstudium? Wie h\u00f6ren wir es beim Bibelstudium usw.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Das Gleichnis vom S\u00e4mann \u201eDas in der guten Erde aber sind die, welche in einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es geh\u00f6rt haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren\u201c (Lukasevangelium 8,15) Viele, wohl die meisten von uns haben den Wunsch, ein bedeutungsvolles Leben zu f\u00fchren. Was aber macht ein bedeutungsvolles Leben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[13,4],"tags":[],"class_list":["post-10769","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lukas","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10769","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10769"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10769\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10771,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10769\/revisions\/10771"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10769"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10769"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10769"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}