{"id":10756,"date":"2022-07-31T11:00:38","date_gmt":"2022-07-31T09:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10756"},"modified":"2023-11-19T23:12:05","modified_gmt":"2023-11-19T22:12:05","slug":"predigt-lukas-718-35","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-718-35\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 7,18-35"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/2022-Lukas-L.-10_7-1835_P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Jesus und Johannes der T\u00e4ufer<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eund selig ist, wer sich nicht \u00e4rgert an mir.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukasevangelium 7,23)<\/p>\n<p>Wir lesen die Geschichte des T\u00e4ufers Johannes h\u00e4ufig im Kontext der Weihnachtsgeschichte. Seine Eltern waren lange kinderlos und bekamen erst im hohen Alter ihren erhofften Sohn. Als er noch im Mutterleib war, h\u00fcpfte er vor Freude, als Jesus auch noch im Mutterleib zu ihm kam. Obwohl sein Vater Zacharias ein Priester war, \u00fcbernahm Johannes die priesterliche Aufgabe seines Vaters nicht, sondern wohnte in der W\u00fcste. Dort folgte er dem Wort Gottes, das im Buch Jesaja geschrieben steht: \u201eEs ist eine Stimme eines Predigers in der W\u00fcste: Bereitet den Weg des Herrn!\u201c<\/p>\n<p>Sicherlich nahm er pers\u00f6nlich seine Aufgabe an, als der Wegbereiter f\u00fcr den Herrn zu arbeiten. Als er in der ganzen Gegend um den Fluss Jordan predigte, kamen viele Leute zu ihm, um sich von ihm taufen zu lassen. Obwohl er nicht in der Stadt, sondern in der W\u00fcste war, kamen viele Leute zu ihm, weil sie merkten, dass sein Wort von Gott gegeben ist. Wenn ein Prophet redet, wird Gott sein Volk bestrafen. Das haben sie von den Geschichten gelernt. Daher wollten sie dem k\u00fcnftigen Zorn Gottes entrinnen, indem sie sich von Johannes taufen lie\u00dfen. Sie wollten durch die Taufe ihre aufrichtige Bu\u00dfe zeigen, waren aber in Wirklichkeit nicht bereit, zu Gott umzukehren. Darum machte Johannes ihnen den Vorwurf mit dem Wort:<br \/>\n\u201eSchlangenbrut, seht zu, bringt rechtschaffene Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Axt den B\u00e4umen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.\u201c (Lk 3,7b-9)<\/p>\n<p>Er betont, dass es keine herkunftsbasierte Sicherheit gibt, sondern es auf rechtschaffene Fr\u00fcchte ankommt und sie daher Bu\u00dfe tun m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Sein Auftritt und seine authentische Predigt kamen beim Volk an. Die Leute vermuteten, dass Johannes vielleicht der Christus w\u00e4re. Aber Johannes lenkte die Aufmerksamkeit der Leute von sich auf den, der kommen wird. Johannes sagte: \u201eIch taufe euch mit Wasser; es kommt aber der, der st\u00e4rker ist als ich; ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen seiner Schuhe l\u00f6se; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unausl\u00f6schlichem Feuer verbrennen.\u201c (Lk 3,16b-17) Also verk\u00fcndigte er, dass er nicht der Christus sei und der Christus kommen wird, sein Volk mit dem Feuer zu richten. Nicht nur das Volk ermahnte er, sondern er wies auch Herodes, den Landesf\u00fcrst scharf zurecht. Denn dieser lebte mit Herodias, der Frau seines Bruders, zusammen. Schlie\u00dflich wurde Johannes ins Gef\u00e4ngnis geworfen, weil Herodes die Zurechtweisung von Johannes nicht annehmen wollte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Johannes noch im Gef\u00e4ngnis war, wirkte Jesus machtvoll. Das Volk sagte \u00fcber Jesus: \u201eEs ist ein gro\u00dfer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk besucht.\u201c (Lukas 7,16)<br \/>\nDie Nachricht von dem, was Jesus getan hatte, verbreite sich im ganzen Land. Auch gelangte die Nachricht zu Johannes dem T\u00e4ufer, weil seine J\u00fcnger von allem berichtete, was durch Jesus geschehen war. Auf ihren Bericht hin schickte er zwei seine J\u00fcnger zu Jesus mit der Frage:<br \/>\n\u201eBist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?\u201c (Lukas 7,19)<br \/>\nEs ist ein wenig \u00fcberraschend, dass diese Frage von dem T\u00e4ufer Johannes gestellt wurde. Denn er selbst hatte zuvor bezeugt: \u201eSiehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt!\u201c (Johannes 1,29) Als Jesus von ihm getauft wurde, h\u00f6rte Johannes, dass die Stimme aus dem Himmel kam: \u201eDu bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.\u201c (Lukas 3,22b) Aber ausgerechnet der Wegbereiter f\u00fcr den Herrn hatte Zweifel. Es ist nicht neu, dass die Bibel dar\u00fcber nicht schweigt, dass die namhaften Helden des Glaubens Tiefpunkte in ihrem Glauben erlebten.<\/p>\n<p>Es ist wohl bekannt, dass Simon Petrus seinen Herrn aus Angst dreimal verleugnete, um sich zu retten. Von Kind auf war Johannes der T\u00e4ufer gl\u00e4ubig erzogen worden. In der W\u00fcste hat er ein abgesondertes Leben gef\u00fchrt, um sich als der Wegbereiter f\u00fcr den Herrn vorzubereiten. Aber als er von seinen J\u00fcngern Berichte \u00fcber Jesus h\u00f6rte, konnte er nicht leugnen, dass er nicht mehr daran glauben konnte, dass Jesus der Christus ist. Alle Wundertaten sprachen daf\u00fcr, dass Jesus der Christus sein musste. Selbst das Volk sprach untereinander \u00fcber Jesus: \u201eWenn der Christus kommen wird, wird er etwa mehr Zeichen tun, als dieser getan hat?\u201c (Joh 7,31) Aber trotz allem blieb die Frage f\u00fcr Johannes unbeantwortet: \u201eBist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?\u201c (Lukas 7,20b)<\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine Frage ist das? Sollte ein Prophet Gottes so eine Frage stellen? Selbst wenn er im Glauben Zweifel hat, m\u00fcsste er sich zuvor \u00fcber die potenziell negativen Folgen und seinem schlechten Einfluss auf seine J\u00fcnger bewusst sein. Er hielt dennoch seine Zweifel nicht geheim. Wie die Leute \u00fcber ihn denken und reden, war f\u00fcr ihn nicht relevant. F\u00fcr ihn war es noch relevanter, herauszufinden, ob Jesus der Christus ist oder nicht. Deshalb scheute er nicht, Jesus diese Frage zu stellen.<\/p>\n<p>Johannes der T\u00e4ufer suchte die Antwort nicht bei den Menschen, sondern direkt bei Jesus. Er wusste auch nicht, wie lange er noch im Gef\u00e4ngnis zum Leben hatte. Er wollte eine klare Antwort: Ja oder Nein, deshalb sandte er zwei seiner J\u00fcnger zu Jesus.<\/p>\n<p>Als Jesus gefragt wurde, gab er keine Ja- oder Nein-Antwort. Sondern wies hin auf das, was durch ihn vor ihren Augen geschieht. Und er schickte die J\u00fcnger von Johannes zur\u00fcck mit der Antwort: \u201eGeht und verk\u00fcndet Johannes, was ihr gesehen und geh\u00f6rt habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Auss\u00e4tzige werden rein und Taube h\u00f6ren, Tote stehen auf, Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht \u00e4rgert an mir.\u201c (Lk 7,22.23)<\/p>\n<p>Hat Johannes diese Antwort von Jesus erwartet?<br \/>\nWir erfahren nicht, wie Johannes auf diese Antwort Jesu reagiert hat. Wie w\u00fcrde sich Johannes freuen und dankbar sein, wenn Jesus ihn im Gef\u00e4ngnis besucht h\u00e4tte! Aber die Geschichte endet nicht mit einem Happyend. Wie fantastisch w\u00e4re es, wenn Jesus mit seiner Macht Johannes in aller \u00d6ffentlichkeit aus dem Gef\u00e4ngnis befreien w\u00fcrde! Wie gro\u00df w\u00e4re die Begeisterung der Menschen, wenn Jesus sofort die Ungerechtigkeit der Welt richtet und einen Mann wie Johannes den T\u00e4ufer als Gottes Prophet ehren w\u00fcrde!<br \/>\nAber solche Erwartungen blieben unerf\u00fcllt. Konnte Jesus Johannes nicht aus dem Gef\u00e4ngnis herausholen? Konnte er sein Machtwort nicht sprechen, wie bei der Heilung des Knechts eines r\u00f6mischen Hauptmanns? Zwar konnte er es, aber er tat es nicht. In Lukas 9,9 steht geschrieben: \u201eUnd Herodes sprach: Johannes, den habe ich enthauptet.\u201c Johannes wurde nicht befreit, sondern im Gef\u00e4ngnis enthauptet. Der lang erhoffte Sohn von Zacharias und Elisabeth starb im Gef\u00e4ngnis. Ein Knecht Gottes wurde enthauptet, obwohl er Gott treu gedient hat. Es ist nicht der Wille Gottes, dass seine Kinder leiden. Er will auch nicht, dass seine Knechte leiden, aber er l\u00e4sst zu, dass seine Kinder leiden, und entfernt das Leiden nicht aus dem Leben seiner Knechte. Daher starb Johannes der T\u00e4ufer im Gef\u00e4ngnis. Warum k\u00f6nnte das der Wille Gottes sein?<\/p>\n<p>In Offenbarung 7 finden wir eine gro\u00dfe Schar aus allen Nationen, St\u00e4mmen, V\u00f6lkern und Sprachen. Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit wei\u00dfen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren H\u00e4nden. Einer der \u00c4ltesten fragt, woher diese gro\u00dfe Schar gekommen ist und antwortet selbst: \u201eDiese sind&#8217;s, die aus der gro\u00dfen Tr\u00fcbsal kommen und haben ihre Kleider gewaschen und haben sie hell gemacht im Blut des Lammes. \u2026 Sie werden nicht mehr hungern noch d\u00fcrsten; es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze; denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen alle Tr\u00e4nen von ihren Augen.\u201c (Offb 7,14.16)<br \/>\nWer Jesus nachfolgt und Gott treu dient, der kann nicht unbedingt von der Tr\u00fcbsal verschont bleiben. Viel mehr sprach Jesus zu seinen J\u00fcngern: \u201eIn der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt \u00fcberwunden.\u201c (Joh 16,33)<\/p>\n<p>Als Jesus die J\u00fcnger von Johannes zur\u00fcckschickte, lie\u00df er sie zu Johannes sagen: \u201eSelig ist, wer sich nicht \u00e4rgert an mir.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSich an Jesus \u00e4rgern\u201c hei\u00dft: Jesus wird etwa wie ein \u201eStolperstein oder ein Hindernis\u201c, \u00fcber das die Menschen stolpern und fallen k\u00f6nnen. Wer will zu Jesus kommen, um zu stolpern und zu fallen? Die Menschen, die Jesus suchten, wollten durch ihn gerettet werden. Aber leider kann es auch passieren, dass die Menschen an Jesus Ansto\u00df nehmen und fallen. Bei Johannes dem T\u00e4ufer k\u00f6nnte das auch der Fall gewesen sein. Darum sprach Jesus zu ihm: \u201eSelig ist, wer sich nicht \u00e4rgert an mir.\u201c Johannes der T\u00e4ufer sollte gut darauf aufpassen, was er von Jesus erwartet. Wenn er von ihm eine Befreiung vom Gef\u00e4ngnis oder schnelle Wiederherstellung Israels erwartet h\u00e4tte, dann k\u00f6nnte er von Jesus gro\u00df entt\u00e4uscht worden sein, da er einen bitteren Tod sterben musste.<\/p>\n<p>Er musste radikal seine Erwartungen zu Jesus \u00e4ndern und annehmen, was Jesus ihm mitgeteilt hat. Jesus kam, um den Willen Gottes zu vollbringen. N\u00e4mlich sein Kreuz zur Rettung aller Menschen zu tragen. Obwohl Gott nicht jede Erwartung seiner Kinder erf\u00fcllt, ermutigt er jeden: \u201eSelig ist, wer sich nicht \u00e4rgert an mir.\u201c Das hei\u00dft: Er kennt die Gefahr nur allzu gut, dass die Menschen von ihm entt\u00e4uscht werden k\u00f6nnen. Die Menschen k\u00f6nnen emp\u00f6rt ihren Glauben absagen, weil ihre Erwartungen nicht in Erf\u00fcllung zu gehen scheinen. Aber Jesus will, dass seine J\u00fcnger ihren Glauben nicht aufgeben und ihm treu nachfolgen. Er will, dass sie auf ihn vertrauen, der sie kennt und liebt. Es mag sein, dass unsere Erwartungen und unsere Pl\u00e4ne nie in Erf\u00fcllungen gehen werden, bis wir sterben. Das war der Fall bei Johannes dem T\u00e4ufer. Unser Leben kann anders als unsere W\u00fcnsche und Erwartungen laufen. Aber Jesus will, dass wir von ihm nicht entt\u00e4uscht werden, sondern ihm folgen, auch wenn jede Hilfe fernzubleiben scheint.<\/p>\n<p>Im Johannesevangelium finden wir die Einstellung vom T\u00e4ufer Johannes gegen\u00fcber Jesus. Johannes sprach zu seinen J\u00fcngern: \u201eIhr selbst seid meine Zeugen, dass ich gesagt habe: Ich bin nicht der Christus, sondern ich bin vor ihm her gesandt. Wer die Braut hat, der ist der Br\u00e4utigam; der Freund des Br\u00e4utigams aber, der dabeisteht und ihm zuh\u00f6rt, freut sich sehr \u00fcber die Stimme des Br\u00e4utigams. Diese meine Freude ist nun erf\u00fcllt. Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.\u201c (Joh 3,28-30) Er trat nicht bitter von der B\u00fchne zur\u00fcck, sondern mit Freude, weil er gesehen hat, dass Jesus als der Christus auftritt.<\/p>\n<p>Wie gehen wir damit um, wenn unser Leben anders als unsere Erwartungen verl\u00e4uft? Wir k\u00f6nnen ehrlich unseren Zweifel und unsere Klage zu Gott bringen, wie es Johannes der T\u00e4ufer getan hat. Aber zugleich d\u00fcrfen wir nicht vergessen, dass Gott nicht immer unsere Erwartungen erf\u00fcllt, sondern tut, was er will. Er ist unser Vater, darum will er uns das Beste geben, was uns am besten hilft. Unser Leben hat nicht unbedingt ein Happyend, aber Gott will uns nicht allein lassen, sondern begleiten, wie es geschrieben steht: \u201eUnd siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.\u201c (Mt 28,20)<\/p>\n<p>Nachdem die J\u00fcnger von Johannes weggegangen waren, fing Jesus an, zu dem Volk \u00fcber Johannes zu reden. Als die Menschen hinaus in die W\u00fcste gingen, was hatten sie erwartet? Ein Schilfrohr, das vom Wind hin und her bewegt wird? Oder die Menschen, die gut bekleidet reichlich essen? Oder einen Propheten? Jesus beantwortete selbst: \u201eJa, ich sage euch: Er ist mehr als ein Prophet.\u201c (Lk 7,26) Und dabei zitierte er eine Stelle aus dem Buch Maleachi um zu zeigen, dass Johannes im Alten Testament vorausgesagt worden war: \u201eSiehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.\u201c (Lk 7,27) Jesus lobte Johannes, dass unter denen, die von einer Frau geboren sind, keiner gr\u00f6\u00dfer ist als Johannes. Alle anderen Propheten durften nur aus der Ferne auf Jesus hinweisen. Johannes der T\u00e4ufer aber hatte die besondere Berufung, direkt auf Jesus zu weisen und ihm den Weg zu bereiten. Darum war seine Aufgabe bedeutender als die Aufgabe der anderen. Zugleich sprach er \u00fcber die Segnungen vom Reich Gottes: \u201eSelbst der Geringste ist aber in Gottes Reich gr\u00f6\u00dfer als er.\u201c (Lk 7,28) Wer auf das Reich Gottes hinweist, der ist gro\u00dfartig. Wer aber ins Reich Gottes hineinkommt und dort lebt, der ist viel gr\u00f6\u00dfer gesegnet als derjenige, der nur darauf hinweist! Alle, die Johannes zuh\u00f6rten, selbst die von allen verachteten Zolleinnehmer, gaben Gott recht und lie\u00dfen sich taufen mit der Taufe des Johannes. Aber die Pharis\u00e4er und die Lehrer des Gesetzes lehnten Gottes Plan zu ihrer Rettung hochm\u00fctig ab; sie wollten sich nicht von Johannes taufen lassen.<\/p>\n<p>Es war sogar unm\u00f6glich, die Pharis\u00e4er und die Lehrer des Gesetzes zu befriedigen. Jesus vergleicht sie mit \u201eKindern\u201c, die \u201eauf dem Markt\u201c spielen. Sie wollten weder Hochzeit noch Begr\u00e4bnis spielen, obwohl daf\u00fcr Fl\u00f6tenspiel oder Klagelieder angeboten wurden. Sie machten nicht mit, blieben lustlos und unbeweglich. Wie Jesus einmal gesagt hatte, wollten sie nur den alten Wein in ihre alten Schl\u00e4uche f\u00fcllen. Weder dieses noch jenes konnte sie motivieren. Als Johannes der T\u00e4ufer kam, kritisierten sie, dass er von D\u00e4monen besessen w\u00e4re. Als aber Jesus kam, kritisierten sie nun, dass er ein Weins\u00e4ufer und ein Freund der Z\u00f6llner und S\u00fcnder sei. Es war egal, wer vor ihnen auftreten w\u00fcrde. Niemand konnte sie zufrieden stellen. Sie waren immer bereit, Kritikpunkte zu finden und zu begr\u00fcnden, warum sie ihr Leben nicht \u00e4ndern wollten. Sie waren tief in ihren Gedanken und in ihrer Tradition verwurzelt, so dass niemand sie in Bewegung setzen konnte. Es ist normal, dass nicht alle Menschen sich ansprechen lassen. Es gibt immer die Menschen, die annehmen oder ablehnen. Selbst Jesus konnte nicht alle Menschen in Bewegung bringen. Wer Ohren hat, der h\u00f6re, hat Jesus immer wieder gesagt. Nicht alle sind bereit, zuzuh\u00f6ren. Aber das Evangelium wird den dem\u00fctigen Menschen verk\u00fcndigt, so wie das Wasser dorthin flie\u00dft, wo es tiefer ist.<br \/>\nAbschlie\u00dfend sprach Jesus: \u201eUnd doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden von allen ihren Kindern.\u201c (Lk 7,35) Weisheit bedeutet hier die Weisheit Gottes. Auf die hochm\u00fctigen Ablehnungen der Menschen sprach Jesus: \u201eIch preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unm\u00fcndigen offenbart.\u201c (Mt 11,25) Wer sich als weise und klug betrachtet, kann die Weisheit Gottes nicht begreifen. Denn Gott hat ihnen seine Weisheit verborgen. Wer sich als Unm\u00fcndigen erkennt, dem wird die Weisheit Gottes offenbart. Gott rettet solche Menschen, die absolut auf die Hilfe Gottes angewiesen sind. Die Unm\u00fcndigen haben keine Ahnung, wie sie sich retten k\u00f6nnen. Daher folgen sie nur der Anleitung von dem, der sie f\u00fchrt und leitet.<br \/>\nDie Pharis\u00e4er oder die Lehrer des Gesetzes meinten, dass sie klug und weise seien. Wegen ihres gesetzestreuen Lebens f\u00fchlten sie sich der Errettung sicher. Sie bauten ihr Leben auf das, was sie geleistet hatten. Aber sie wussten nicht, wie f\u00fcrchterlich es ist, in die H\u00e4nde Gottes zu fallen. Wenn Gott anfangen w\u00fcrde, die Menschen zu pr\u00fcfen, wer kann diese Pr\u00fcfung Gottes bestehen? Gott wei\u00df, dass niemand in der Lage ist, seine Pr\u00fcfung zu bestehen. Darum offenbart er seine Weisheit bzw. den Weg zur Rettung. Wer dem\u00fctig Jesus als den Heiland annimmt, der wird selig sein. Solche dem\u00fctigen Menschen werden Gottes Kinder. Sie geben auch Gott Recht, dass seine Weisheit sie gerettet hat. Halleluja. Darum ist die Demut das Wichtigste.<\/p>\n<p>Jesus will uns heute in Bewegung bringen, damit wir nicht dableiben k\u00f6nnen, wo wir uns gerne zur\u00fcckziehen wollen. Daf\u00fcr fordert er uns auf, die Kinder der Weisheit zu werden. Solange wir versuchen, durch unsere eigene Weisheit mit unserem Leben zurechtzukommen, gelangen wir in eine Sackgasse. Was w\u00fcrden wir tun, wenn wir an die Grenzen unserer Weisheit kommen w\u00fcrden? Gott sei Dank, dass Gott uns dazu einl\u00e4dt, v\u00f6llig unsere alten Gedanken aufzugeben und uns auf seine Weisheit zu verlassen. Gottes Weisheit wird gerechtfertigt durch seine Kinder, die ihm gehorchen. Wer sich vor Gott dem\u00fctigt und auf seine Rettung durch Jesus Christus vertraut, der lebt im Frieden und geht auch mit der Hoffnung zum Himmelreich. Wie wundersch\u00f6n ist es, dass ein Mensch im Reich Gottes aufgenommen wird! Was gibt es noch sch\u00f6neres und wichtigeres als das, dass ein Mensch ins Reich Gottes geht!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Jesus und Johannes der T\u00e4ufer \u201eund selig ist, wer sich nicht \u00e4rgert an mir.\u201c (Lukasevangelium 7,23) Wir lesen die Geschichte des T\u00e4ufers Johannes h\u00e4ufig im Kontext der Weihnachtsgeschichte. Seine Eltern waren lange kinderlos und bekamen erst im hohen Alter ihren erhofften Sohn. 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