{"id":10749,"date":"2022-07-17T11:00:39","date_gmt":"2022-07-17T09:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10749"},"modified":"2022-11-18T12:11:05","modified_gmt":"2022-11-18T11:11:05","slug":"predigt-lukas-71-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-71-10\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 7,1-10"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2022-Lukas-L.-9_7-0110_P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Solchen Glauben \u2026<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDa Jesus das h\u00f6rte, wunderte er sich \u00fcber ihn und wandte sich um und sprach zu dem Volk, das ihm nachfolgte: Ich sage euch: Solchen Glauben habe ich auch in Israel nicht gefunden.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukasevangelium 7,9)<\/p>\n<p>In den letzten beiden Wochen haben wir Jesu Predigt auf dem Feld betrachtet, die eine Art Einsetzungspredigt f\u00fcr die zw\u00f6lf Apostel war. Jesus lehrte darin die neuen Grunds\u00e4tze des Himmelreichs und dass seine J\u00fcnger anderen geben und vergeben und sogar ihre Feinde lieben sollen, und dass wir seine Worte nicht nur h\u00f6ren, sondern auch tun sollen. Wir erfahren nicht, wie die J\u00fcnger und die vielen hundert Zuh\u00f6rer auf Jesu Predigt reagiert haben. Stattdessen berichtet der Verfasser im heutigen Text \u00fcber einen r\u00f6mischen Hauptmann in Kapernaum, wo Jesus anschlie\u00dfend hinging. Das war in verschiedener Hinsicht bemerkenswert. Denn alle bisher erw\u00e4hnten Personen waren Juden: der Auss\u00e4tzige, der Gel\u00e4hmte, und auch der Z\u00f6llner Levi und alle anderen Apostel waren Juden. Aus der Sicht der Juden damals sollte ein r\u00f6mischer Hauptmann als Heide \u00fcberhaupt nicht erw\u00e4hnt werden. Aber in Lukas\u2018 Bericht wird er nicht nur ausf\u00fchrlich erw\u00e4hnt, sondern wir erfahren, dass Jesus sich \u00fcber ihn gewundert und ihn f\u00fcr seinen Glauben gelobt hat. Lasst uns heute den Glauben lernen, \u00fcber den Jesus sich so gewundert und gefreut hat!<\/p>\n<p>Betrachten wir den Text. Nachdem Jesus seine Predigt auf dem Feld f\u00fcr das Volk und die J\u00fcnger beendet hatte, ging er nach Kapernaum am See Genezareth. Dort kam es zu der bemerkenswerten Begegnung. Vers 2 sagt: \u201eEin Hauptmann aber hatte einen Knecht, der ihm lieb und wert war; der lag todkrank.\u201c Hauptm\u00e4nner waren r\u00f6mische Offiziere, die sich normalerweise im Krieg bew\u00e4hrt und ihre Tapferkeit bewiesen haben mussten, hartgesottene M\u00e4nner. Dieser Hauptmann war in der Kleinstadt Kapernaum vermutlich der Stadtkommandant. Als solcher musste er mit seinen Soldaten in der Stadt f\u00fcr Ruhe und Ordnung sorgen und war eine Respektsperson. Aber der Text beschreibt eine andere Seite von ihm. Es hei\u00dft von ihm, dass er einen Knecht hatte, der ihm lieb und wert war, anders \u00fcbersetzt, den er wertsch\u00e4tzte (die NIV sagt hier: \u201ewhom his master valued highly\u201c). Wie wir wissen, wurden Sklaven damals nicht als vollwertige Menschen angesehen, sondern als Menschen dritter Klasse, die ihre Aufgaben zu erf\u00fcllen hatten und ansonsten nicht beachtet wurden. Was wir hier \u00fcber den Hauptmann erfahren, war also sehr ungew\u00f6hnlich. Er hat seinen Knecht offenbar nicht auf seine Arbeitskraft reduziert, sondern hat ihn wirklich als vollwertigen Menschen angesehen und als solchen sch\u00e4tzen gelernt. Er hatte Interesse an seinem Wohlergehen und sorgte sich um ihn, als er eines Tages krank wurde. Aber der Knecht wurde so krank, dass es f\u00fcr ihn kaum noch Hoffnung gab.<\/p>\n<p>Die Wende kam, als der Hauptmann von Jesus erfuhr. Der Vers 3 sagt: \u201eDa er aber von Jesus h\u00f6rte, sandte er \u00c4lteste der Juden zu ihm und bat ihn, zu kommen und seinen Knecht gesund zu machen.\u201c Als der Hauptmann von Jesus h\u00f6rte, der alle Menschen annahm und von ihren Krankheiten heilte, glaubte er an das Geh\u00f6rte und bezog es auf seinen kranken Knecht. Er muss gedacht haben: \u201eWenn Jesus alle Arten von Krankheiten heilen kann, dann kann er auch meinen kranken Knecht heilen.\u201c Wir wollen auf seinen Glauben nachher noch n\u00e4her eingehen.<\/p>\n<p>Im Vers 3 finden wir noch einen anderen bemerkenswerten Punkt: Der Hauptmann ging nicht selbst zu Jesus, sondern sandte einige \u00c4lteste der Juden zu ihm. Offenbar wusste er, dass fromme Juden keinen Kontakt mit Heiden haben durften. Die Tatsache, dass diese j\u00fcdischen \u00c4ltesten bereit waren, f\u00fcr den Hauptmann zu Jesus zu gehen, zeigt, dass der Hauptmann eine gute Beziehung zu ihnen entwickelt hatte. Das wird noch deutlicher in dem, was sie zu Jesus sagten. Die Verse 4 und 5 sagen: \u201eAls sie aber zu Jesus kamen, baten sie ihn inst\u00e4ndig und sprachen: Er ist es wert, dass du ihm dies erf\u00fcllst; denn er hat unser Volk lieb, und die Synagoge hat er uns erbaut.\u201c<\/p>\n<p>Wie wir wissen, waren die Juden im Allgemeinen auf die R\u00f6mer sehr schlecht zu sprechen, weil sie ihr Land besetzten und ihnen hohe Steuersummen abverlangten, um den Luxus des Kaisers in Rom zu finanzieren. Immer wieder gab es Aufst\u00e4nde von Juden gegen die R\u00f6mer. Aber die \u00c4ltesten waren bereit, f\u00fcr den r\u00f6mischen Hauptmann zu Jesus zu gehen und seine Bitte auszurichten; und nicht nur das, sondern sie setzten sich bei Jesus richtig f\u00fcr ihn ein. Ihre Worte zeigen uns, dass der Hauptmann in Kapernaum nicht nur seinen Job gemacht und mit seinen Soldaten irgendwie f\u00fcr Ruhe und Ordnung gesorgt hatte. Er hatte das Volk lieb. Er interessierte sich f\u00fcr die Menschen, f\u00fcr ihre Kultur und f\u00fcr ihre Religion. Sein Interesse an ihnen ging so weit, dass er f\u00fcr sie tats\u00e4chlich eine Synagoge bauen lie\u00df, in der sie ihre Gottesdienste abhalten konnten. Er war ein Mann, der Interesse und im Herzen Raum f\u00fcr andere hatte.<\/p>\n<p>Die meisten Menschen interessieren sich am meisten f\u00fcr sich selbst und die Erf\u00fcllung ihrer eigenen W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse. Sie betrachten die anderen unter dem Aspekt, ob sie f\u00fcr sie n\u00fctzlich sind oder nicht, und lassen ihr Verhalten davon bestimmen. Ein kleines Beispiel: In unserer Firma gehen die Kollegen in der Regel freundlich miteinander um. Das ist zwar angenehm, aber auch nicht immer ehrlich und uneigenn\u00fctzig. Im letzten Jahr war ich wegen der Coronaregeln nur selten in der Firma; unabh\u00e4ngig davon gab es manchmal \u00c4nderungen in den Zust\u00e4ndigkeiten. Als ich mal einmal wieder in der Firma war, kam eine Kollegin zu mir und sagte: \u201eHey, sch\u00f6n dich mal wieder zu sehen!\u201c Nach ein paar weiteren freundlichen S\u00e4tzen hielt sie kurz inne und fragte leicht grinsend: \u201eHaben wir eigentlich noch gemeinsame Kunden? Ich muss ja wissen, ob ich zu dir weiter besonders freundlich sein muss oder nicht.\u201c Das ist nur ein kleines, harmloses Beispiel. Unsere Sicht auf andere Menschen ist oft von eigenen Interessen beeinflusst oder geleitet.<br \/>\nDer Hauptmann war nicht einfach von seinen Aufgaben und seinen Interessen getrieben, sondern er war ein Mensch, der im Herzen viel Raum f\u00fcr andere hatte. Deshalb konnte er seinen Knecht als Mensch kennen und wertsch\u00e4tzen lernen. Deshalb konnte er auch die \u00c4ltesten der Juden verstehen und sie unterst\u00fctzen und so eine gute Beziehung zu ihnen entwickeln, sodass sie sich ihrerseits auch gerne f\u00fcr ihn einsetzten. Die Beziehungen des Hauptmanns zu anderen entstanden, weil er dem\u00fctig war und andere wertsch\u00e4tzte. Er war vom Beruf her ein Hauptmann, aber als Mensch war er ein Mann der Beziehung.<br \/>\nGehen wir nochmal n\u00e4her auf seinen Glauben ein, den wir vorhin schon kurz angesprochen haben. Als er die Zeugnisse \u00fcber Jesu Heilungen h\u00f6rte, nahm er sie dem\u00fctig an und bezog sie auf seinen Knecht. Er glaubte, dass Jesus, der alle m\u00f6glichen Krankheiten heilen konnte, auch seinen Knecht gesund machen konnte. Sein Glaube basierte auf den Zeugnissen \u00fcber Jesus, anders gesagt auf den Tatsachen. Sein Glaube kam dadurch zum Ausdruck, dass er Jesus darum bat, zu kommen und seinen Knecht gesundzumachen.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus auf seine schlichte Bitte? Vers 6 sagt: \u201eDa ging Jesus mit ihnen.\u201c Jesus nahm seine Bitte an und ging mit den \u00c4ltesten mit. Oft denken wir, dass wir einen gro\u00dfen Glauben br\u00e4uchten oder lange beten m\u00fcssten, damit Jesus unsere Bitte erh\u00f6rt. Der Gedanke, dass es lange dauern k\u00f6nnte, bis Jesus uns erh\u00f6rt, reduziert dann unsere Motivation zu beten oder hindert uns sogar daran. Aber Jesus folgte der Bitte des Hauptmanns sofort, als er sie zum ersten Mal geh\u00f6rt hat, und ging mit den \u00c4ltesten mit, um seinen Knecht zu heilen. Jesus tat das nicht deshalb, weil der Hauptmann anderen gegen\u00fcber so freundlich war und den Juden eine Synagoge erbaut hatte, sondern weil er wirklich glaubte, dass Jesus seinen Knecht gesund machen w\u00fcrde. Echter Glaube bewegt Jesu Herz, selbst wenn man wie der Hauptmann gerade erst Glauben gefasst und auch noch nie etwas f\u00fcr Jesus getan hat. Jesus h\u00f6rte auf die Bitte des Hauptmanns, weil Jesus so barmherzig ist und ernst gemeinte Bitten aus Glauben gerne erf\u00fcllt. Was f\u00fcr eine sch\u00f6ne Geschichte!<\/p>\n<p>Was w\u00fcrdet ihr erwarten, wie diese Geschichte weitergeht, wenn ihr sie zum ersten Mal h\u00f6ren w\u00fcrdet? Normalerweise w\u00fcrden wir das erwarten, dass Jesus nun ins Haus des Hauptmanns geht und seinen todkranken Knecht heilt oder? Aber die Geschichte nahm nochmal eine Wende. In den Versen 6 und 7 hei\u00dft es: \u201eAls er aber nicht mehr fern von dem Haus war, sandte der Hauptmann Freunde zu Jesus und lie\u00df ihm sagen: Ach, Herr, bem\u00fche dich nicht; ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst; darum habe ich auch mich selbst nicht f\u00fcr w\u00fcrdig geachtet, zu dir zu kommen; sondern sprich ein Wort, so wird mein Knecht gesund.\u201c Diese zweite Bitte des Hauptmanns an Jesus ist \u00fcberraschend. Zuerst hatte er Jesus gebeten, dass er kommen und seinen Knecht gesund machen sollte; aber nun sagt er Jesus, dass er nicht kommen zu kommen br\u00e4uchte. Wie kam es dazu, dass er seine Bitte an Jesus \u00e4nderte? Seine Worte weisen darauf hin, dass er nach seinem ersten Gebet weiter an Jesus dachte. Viele Menschen denken, nachdem sie gebetet haben, wieder an das Problem, wegen dem sie gebetet haben. Wenn wir das tun, werden wir manchmal von dem Problem neu beeindruckt und werden in unserem Glauben geschw\u00e4cht. Aber der Hauptmann dachte nach seinem ersten Gebet nicht wieder an den todkranken Knecht, sondern er an Jesus, zu dem er gebetet hatte. Er stellte sich vor, dass Jesus jetzt auf dem Weg zu seinem Haus war. Der Gedanke, dass Jesus in sein Haus kommt, machte ihn ehrf\u00fcrchtig. Je mehr er \u00fcber Jesus nachdachte, desto mehr wuchs in ihm die Ehrfurcht. Als er an Jesus dachte, wie m\u00e4chtig er ist, dass er alle Arten von Krankheiten heilen kann, wuchs auch sein Vertrauen auf ihn. Wenn Jesus Kranke allein mit seinem Wort gesund machen konnte, brauchte er auch nicht ans Bett seines Knechts zu treten, sondern konnte sein machtvolles Wort auch aus der Ferne sprechen! Das wurde ihm so klar, dass er Freunde zu Jesus schickte und ihm sagen lie\u00df: \u201eAch, Herr, bem\u00fche dich nicht; ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst; darum habe ich auch mich selbst nicht f\u00fcr w\u00fcrdig geachtet, zu dir zu kommen; sondern sprich ein Wort, so wird mein Knecht gesund.\u201c<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend sagte er auch, was ihm dabei half, die Macht von Jesu Worten zu begreifen: \u201eDenn auch ich bin ein Mensch, der einer Obrigkeit untersteht, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er hin; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er\u2019s\u201c (8). Er hatte die Autorit\u00e4t von Worten selbst viel erlebt. Im Milit\u00e4r unterstand er seinen Vorgesetzten und hatte gelernt, ihnen zu gehorchen. Wenn der Kaiser einen Befehl gab, setzten sich ganze Heere in Bewegung. Wenn sein Vorgesetzter ihm einen Befehl gab, gehorchte er ihm auf der Stelle. Wenn er seinen Soldaten oder seinem Knecht Befehle gab, handelten sie auch danach. Diese Erfahrung half ihm, die Macht zu begreifen, die Jesus innehat. Wenn Jesu Worte Blinde sehen und Gel\u00e4hmte gehen lassen und alle Arten von Krankheiten aus den Menschen vertreiben, dann ist Jesus der Herr und h\u00f6chste Kommandeur mit der gr\u00f6\u00dften Macht in der ganzen Welt! Er redete Jesus hier auch mit \u201eHerr\u201c an. Diesem Herrn zu begegnen, war er wirklich nicht w\u00fcrdig. F\u00fcr diesen m\u00e4chtigen Herrn war es aber auch nicht n\u00f6tig, in sein Haus zu kommen; denn ein Befehl aus seinem Mund gen\u00fcgte, um seinen Knecht wieder gesundzumachen \u2013 ein einziges Wort! Das war die Erkenntnis und der Glaube des Hauptmanns, den er gefasst hat.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus darauf? Lesen wir einmal gemeinsam den Vers 9: \u201eDa Jesus das h\u00f6rte, wunderte er sich \u00fcber ihn und wandte sich um und sprach zu dem Volk, das ihm nachfolgte: Ich sage euch: Solchen Glauben habe ich auch in Israel nicht gefunden.\u201c Jesus kannte alle Menschen, sodass er sich eigentlich \u00fcber nichts wunderte. Aber als er die Worte des Hauptmanns h\u00f6rte, die seinen klaren Glauben ausdr\u00fcckten, wunderte er sich \u00fcber ihn. Jesus war \u00fcber ihn so froh, dass er sich umdrehte und zu der Menge, die ihm folgte, sagte: \u201eIch sage euch: Solchen Glauben habe ich auch in Israel nicht gefunden.\u201c<br \/>\nLasst uns \u00fcber die Bedeutung dieser Worte Jesu nachdenken. Was meinte Jesus mit \u201eSolchen Glauben\u201c? Der Glaube des Hauptmanns kam nicht aus seinen menschlichen W\u00fcnschen oder Vorstellungen, sondern gr\u00fcndete auf dem, was Jesus gesagt und getan hat. Es war also kein eigenwilliger, selbstbestimmter Glaube, sondern ein Glaube aufgrund der Wahrheit von Jesu Offenbarung. Der Hauptmann nahm die Zeugnisse \u00fcber Jesu Werke, die er h\u00f6rte, dem\u00fctig an und glaubte dem entsprechend klar an Jesus und seine Macht. Wegen seiner dem\u00fctigen Haltung war es ein klarer und fester Glaube. Insbesondere glaubte er klar an die Autorit\u00e4t von Jesu Wort. Dieser klare Glaube kommt am deutlichsten am Ende seines Gebets zum Ausdruck: \u201eSprich ein Wort, so wird mein Knecht gesund.\u201c<\/p>\n<p>Als Jesus sich umdreht und zum Volk sagte: \u201eSolchen Glauben habe ich auch in Israel nicht gefunden\u201c, brachte er seine freudige Verwunderung \u00fcber diesen Glauben des Hauptmanns zum Ausdruck. Jesus zeigte dadurch, wie sehr er sich solchen Glauben von uns Menschen w\u00fcnscht und dass er solchen Glauben bei uns sucht. Insbesondere hatte Jesus solchen Glauben bei den Menschen aus Israel gesucht. Sie hatten mit Abstand die besten Voraussetzungen daf\u00fcr, Jesus zu erkennen und an ihn wirklich zu glauben, weil sie das Alte Testament mit Mose und den Propheten hatten, die Jesu Kommen und seine Werke voraussagen. Aber die meisten von ihnen waren aufgrund ihrer oberfl\u00e4chlichen Kenntnisse \u00fcber die Schrift voreingenommen und auf ihr vermeintlich frommes Leben stolz und dadurch unf\u00e4hig, Jesus als Gottes Sohn Jesus und vor ihm sich selbst zu erkennen. Sie hielten sich f\u00fcr gl\u00e4ubig, aber die meisten waren in einer oberfl\u00e4chlichen Aus\u00fcbung von Geboten und Traditionen erstarrt, ohne echten Glauben zu haben.<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr uns? Auch heute haben die meisten Menschen bewusst oder unbewusst die Vorstellung, dass Gott von ihnen vor allem bestimmte Werke will, dass wir also bestimmte Werke tun sollen und dass wir andere Dinge lassen sollen. Auch viele Christen tragen diese Vorstellung unbewusst irgendwo tief in sich. Das ist zwar einerseits nicht verkehrt, aber es ist nicht das, was er vor allem bei uns sucht. Mehr noch als unser \u00e4u\u00dferes Tun interessiert Gott unser Herz. Das blo\u00dfe Tun von Werken mit unserer eigenen Kraft ist die Eigenschaften der Religionen dieser Welt (zum Beispiel die so genannten f\u00fcnf S\u00e4ulen des Islam). Jesus lobte den Hauptmann nicht daf\u00fcr, dass er den Juden in seiner Stadt eine Synagoge baute, was ein beachtliches Opfer und Hingabe f\u00fcr ihn bedeutete. Aber als Jesus den klaren Glauben des Hauptmanns sah, wunderte er sich \u00fcber ihn und sagte mit freudiger Verwunderung: \u201eSolchen Glaube habe ich in Israel nicht gefunden.\u201c Das war nach den Berichten der Evangelien das gr\u00f6\u00dfte Lob, das Jesus einem Menschen gesagt hat. Damit machte Jesus deutlich, was er in Israel die ganze Zeit gesucht hatte, n\u00e4mlich klarer, herzlicher Glaube. Damit sagte Jesus auch, was er bei uns vor allem sucht. Was Jesus sich am meisten von uns w\u00fcnscht, ist, dass wir ihn von Herzen erkennen und ihm fest vertrauen. Was Jesus anders gesagt am meisten interessiert, ist, dass wir klaren, festen Glauben an ihn haben. Und das ist gerade auch die Voraussetzung und der Weg dazu, dass wir wirklich nach seinem Willen leben k\u00f6nnen. Deshalb w\u00fcnscht sich Jesus von uns vor allem, dass wir an ihn und sein Wort klar und fest glauben, wie der Hauptmann es tat. Damit k\u00f6nnen wir ihn wirklich erfreuen; damit k\u00f6nnen wir ihn sogar zum Staunen bringen.<\/p>\n<p>Jesus will auch bei uns solchen Glauben finden und sich dar\u00fcber freuen! Haben wir so einen klaren, festen Glauben an Jesus, wie der Hauptmann ihn hatte? Beten wir f\u00fcr unsere Mitmenschen wie er? Wir studieren zurzeit das Lukasevangelium, das aus lauter Zeugnissen \u00fcber Jesus besteht. Dadurch haben wir eine goldene Gelegenheit, Jesus besser kennenzulernen und im Glauben an ihn zu wachsen oder zum ersten Mal klaren Glauben an ihn zu ergreifen. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, die Zeugnissen \u00fcber Jesus neu zu h\u00f6ren und dem\u00fctig anzunehmen und ihm klar und fest zu vertrauen, sodass Jesus sich auch \u00fcber uns wundern kann!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Solchen Glauben \u2026 \u201eDa Jesus das h\u00f6rte, wunderte er sich \u00fcber ihn und wandte sich um und sprach zu dem Volk, das ihm nachfolgte: Ich sage euch: Solchen Glauben habe ich auch in Israel nicht gefunden.\u201c (Lukasevangelium 7,9) In den letzten beiden Wochen haben wir Jesu Predigt auf dem Feld betrachtet, die eine Art [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[13,4],"tags":[],"class_list":["post-10749","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lukas","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10749","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10749"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10749\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10751,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10749\/revisions\/10751"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10749"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10749"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10749"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}