{"id":1068,"date":"2010-09-20T16:57:32","date_gmt":"2010-09-20T14:57:32","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1068"},"modified":"2023-01-29T20:51:07","modified_gmt":"2023-01-29T19:51:07","slug":"predigt-1-samuel-261-25","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-samuel-261-25\/","title":{"rendered":"Predigt: 1.Samuel 26,1-25"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/1.Samuel-26.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>David verschont Saul zum zweiten Mal<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong> <\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>David aber sprach zu Abischai: Tu ihm nichts zuleide; denn wer k\u00f6nnte <\/strong><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>die Hand an den Gesalbten des H<\/strong><strong>ERRN<\/strong><strong> legen und ungestraft bleiben? <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Samuel 26.9)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p>Wir haben aus der letzten Predigt Davids Gottesfurcht kennengelernt. Weil David Gott f\u00fcrchtete, wagte er es nicht, seine Hand an den K\u00f6nig anzulegen. Im Text zu der heutigen Predigt hat David erneut die M\u00f6glichkeit, Saul zu t\u00f6ten. Doch wie reagiert David auf diese M\u00f6glichkeit? Lasst uns heute von David lernen, der in beeindruckender Weise mit seinem Feind Saul umgegangen war und sich gerade dadurch als den Mann nach dem Herzen Gottes erwies.<\/p>\n<p><strong>Teil I: Davids Bew\u00e4hrung in der Versuchung (V.1 &#8211; 11)<\/strong><\/p>\n<p>Wir betrachten die Verse 1 und 2.<\/p>\n<p>Die Leute von Sif kamen zu Saul nach Gibea und meldeten ihm, dass sich David auf dem H\u00fcgel Hachila, der Jeschimon gegen\u00fcberliegt, verborgen halte. Da machte sich Saul auf und zog hinab zur W\u00fcste Sif und mit ihm 3.000 auserlesene M\u00e4nner aus Israel, um David in der W\u00fcste zu suchen.<\/p>\n<p>Wieso nahm Saul eigentlich die Verfolgung gegen David erneut auf? Denn als David ihn in der H\u00f6hle von En-Gedi verschont hatte, wurde ja sein Herz von Davids Worte bewegt. Er weinte und zeigte tiefe Einsicht \u00fcber seine Schuld und Davids Aufrichtigkeit. Er gab sogar zu, dass David K\u00f6nig \u00fcber Israel sein werde. Sauls Problem war, dass er keine praktischen Konsequenzen aus seiner aufrichtigen Einsicht zog. Die Meldung der Sifiter stellte f\u00fcr Saul eine neue Versuchung dar, der er nicht widerstand. In dieser Hinsicht ist Saul mit dem klassischen Christen vergleichbar. Er wird wie Saul durch die Worte der Predigt bewegt, beklagt sich \u00fcber seine S\u00fcnde und dann setzt er seinen bisherigen Lebenswandel fort, als ob er die Predigt nie geh\u00f6rt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 3 bis 6.<\/p>\n<p>Als David merkte, dass Saul ihm in die W\u00fcste nachkam, sandte er Kundschafter aus und erfuhr, dass Saul gewiss gekommen sei.<\/p>\n<p>Wie reagierte David auf diese Meldung? Intuitiv fallen einem zwei M\u00f6glichkeiten ein, in Davids Situation zu handeln: Entweder zuhauen oder abhauen. Wie wir sp\u00e4ter erfahren werden, entschied sich David weder f\u00fcr die eine noch andere Handlungsm\u00f6glichkeit. Im Verlauf des Textes offenbart sich zunehmend der edle Charakter von Davids Absicht.<\/p>\n<p>Im Vers 5 erfahren wir zun\u00e4chst, dass sich David aufmachte und an den Ort kam, wo Saul sein Lager hielt. Er sah die St\u00e4tte, wo Saul mit seinem Feldhauptmann Abner lag. Saul lag im innersten Lagerring und das Kriegsvolk um ihn her. Danach fragt David zwei seiner M\u00e4nner, Ahimlech und\u00a0 Abischai, wer mit ihm hinab zu Saul ins Lager kommen wolle, woraufhin Abischai zusagt.<\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 7 und 8.<\/p>\n<p>So kam David mit Abischai in der Nacht zum Lager. Als die beiden ins Lager ankamen, fanden sie Saul und das Heer schlafend. Saul lag im innersten Lagerring und neben sein Kopf steckte sein Spie\u00df in der Erde. Abischai sprach zu David: <strong>Gott hat deinen Feind heute in deine Hand gegeben; so will ich ihn nun mit seinem Speer an den Boden spie\u00dfen mit einem Mal, dass es keines zweiten mehr bedarf<\/strong>. Wie betrachtete Abischai die Situation? Er sah die Situation als eine von Gott gegebene Gelegenheit an, Saul zu t\u00f6ten. Abischai meinte, dass es Gottes Wille sei, Sauls Leben ein Ende zu machen. F\u00fcr ihn sprach alles daf\u00fcr: Der tiefe Schlaf, das bereitliegende Speer Sauls, die Verhei\u00dfung Gottes an David, dass er K\u00f6nig wird und Sauls Ungerechtigkeit. Abischai sah sich berechtigt, Saul zu t\u00f6ten \u2013 nach dem Prinzip der Selbstjustiz: \u201eEr hats nicht anders verdient!\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr David war diese Situation eine Versuchung. Da stand er nun vor seinem schlafenden Verfolger. Ein Schlag und sein Fl\u00fcchtlingsdasein w\u00fcrde endlich ein Ende haben. Ein Schlag und der Aufstieg vom Abschaum der Gesellschaft zum K\u00f6nigtum st\u00fcnde vor der T\u00fcr. Zudem war da noch das attraktive Angebot von Abischai, der sich dazu bereit erkl\u00e4rte, mit eigener Hand Saul zu t\u00f6ten. David hatte in der H\u00f6hle von En-Gedi schon einmal der Versuchung widerstanden, Saul zu erschlagen. Doch die jetzige Situation stellte eine gr\u00f6\u00dfere Versuchung als jene in der H\u00f6hle von En-Gedi dar. Schon allein deswegen, weil sich die Versuchung wiederholte. Denn Menschen neigen dazu, ihren Widerstand gegen\u00fcber der Versuchung nachzulassen und schlie\u00dflich nachzugeben, wenn sie sich wiederholt. Bei David bestand diese Gefahr, zumal er die bittere Erfahrung machen musste, dass Saul aus der Verschonung in der H\u00f6hle von En-Gedi gar nichts kapiert hatte. Sein Edelmut gegen\u00fcber dem K\u00f6nig hatte langfristig \u00fcberhaupt nichts bei ihm bewirkt. Saul reizte Davids Langmut wirklich aus.<\/p>\n<p>Wie verhielt sich aber David, als er erneut in dieselbe Art von Versuchung geriet? Lasst uns hierzu die Verse 9 bis 12 betrachten.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst lehnte David den Vorschlag von Abischai entschieden ab. Lesen wir gemeinsam den\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vers 9: <strong>David aber sprach zu Abischai: Tu ihm nichts zuleide; denn wer k\u00f6nnte die Hand an den Gesalbten des H<\/strong><strong>ERRN <\/strong><strong>legen und ungestraft bleiben? <\/strong>Was k\u00f6nnen wir aus seiner Antwort \u00fcber David lernen? W\u00e4hrend<strong> <\/strong>Abischai in Saul lediglich den Feind und eine l\u00e4stige Gefahr sah, betrachtete David den K\u00f6nig geistlich: F\u00fcr ihn war Saul prim\u00e4r der Gesalbte Gottes. Deswegen hatte David gro\u00dfe Ehrfurcht vor Saul. David f\u00fcrchtete Gott und deswegen wollte er es nicht wagen, seinen Gesalbten anzutasten. Obwohl er viel Ungerechtigkeit von Saul erfahren hatte, sah er sich nicht berechtigt, Saul zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Wie anders betrachtete David die Situation im Vergleich zu Abischai: Abischai sah die Situation als eine von Gott gegebene Gelegenheit an, die sie nutzen sollten. David hingegen nahm die Situation als eine Versuchung wahr, der sie widerstehen sollten. Woran lag es, dass David und Abischai ein und dieselbe Situation gegens\u00e4tzlich auffassten? Der Grund hierf\u00fcr ist der, dass David Gott pers\u00f6nlich besser kannte als Abischai. David war ein sehr gottesf\u00fcrchtiger Mann, sodass er Gott gut kennengelernt hatte. So hei\u00dft es in Spr\u00fcche 1.7 <strong>die Furcht des H<\/strong><strong>ERRN<\/strong><strong> ist der Anfang der Erkenntnis<\/strong>. Zudem hatte David ein Herzensanliegen daf\u00fcr, zu erkennen, was wirklich Gottes Wille ist. Abischai hingegen lie\u00df sich dazu verleiten, die Situation zu seinem eigenen Vorteil auszulegen.<\/p>\n<p>Diese Stelle zeigt uns, dass wir Situationen in unserem Glaubensleben falsch deuten, wenn wir wie Abischai von der Situation ausgehend R\u00fcckschl\u00fcsse auf Gottes Willen schlie\u00dfen. Wir sollen vielmehr wie David von Gottes Willen ausgehend die Situation beurteilen. Hierf\u00fcr ist es erforderlich, dass wir Gott durch einen gottesf\u00fcrchtigen Lebenswandel gut kennenlernen, und ein Herzensanliegen daf\u00fcr haben, was wirklich Gottes Wille ist.<\/p>\n<p>Dann sagte David zu Abischai: <strong>So wahr der H<\/strong><strong>ERR<\/strong><strong> lebt: Der H<\/strong><strong>ERR<\/strong><strong> wird ihn schlagen, wenn seine Zeit kommt, dass er sterbe, oder er wird in den Krieg ziehen und umkommen.<\/strong> David akzeptierte, dass Gott zu <em>Seiner Zeit<\/em> und auf <em>Seiner Weise<\/em> gegen Saul eingreifen werde. Weil David Gott liebte, wollte er seine Pl\u00e4ne nicht durchkreuzen. David hatte die grunds\u00e4tzlich bereitwillige Haltung, dass Alles in Allem nach Gottes Willen geschieht. Er fragte danach, wie es Gott am besten haben wolle. David hatte die Christus-gem\u00e4\u00dfe Einstellung: Nicht mein Wille, lieber Vater, sondern dein Wille geschehe. So gab er Gottes Willen gerne Vorrang gegen\u00fcber seinem Willen.<\/p>\n<p>Im Vers 11a lesen wir dann weiter: <strong>Von mir lasse der H<\/strong><strong>ERR<\/strong><strong> fern sein, dass ich meine Hand sollte an den Gesalbten des H<\/strong><strong>ERRN <\/strong><strong>legen. <\/strong>Diese Worte zeigen noch einmal Davids entschiedene Absage gegen\u00fcber der Versuchung, Saul zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Der Text berichtet weiter, dass David schlie\u00dflich von Saul wegging. Mit seinem Weggang von Sauls N\u00e4he hatte David \u00fcber die Versuchung endg\u00fcltig gesiegt. David widerstand der Versuchung also erneut, indem er an seine geistlichen Prinzipien und an seine Entscheidung festhielt, die S\u00fcnde nicht zu tun.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend zu dem ersten Abschnitt ist zu sagen, dass David die Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes nicht nur theoretisch bejahte, sondern auch bereit war, die praktischen Konsequenzen aus ihr zu tragen. D.h. David erkl\u00e4rte sich bereit, weiterhin als Fl\u00fcchtling und H\u00f6hlenmensch zu leben, weil Gottes Zeit f\u00fcr Sauls Ende noch nicht gekommen war. David wollte Gott Gott sein lassen, anstelle eigenm\u00e4chtig zu handeln. Christen bejahen im Allgemeinen die Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes: \u201eGott ist souver\u00e4n, Amen!\u201c Doch wenn sie damit konfrontiert werden, dass sie zugunsten der Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes Leiden auf sich nehmen m\u00fcssen, weichen viele zur\u00fcck. David fasste die Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes nicht nur theoretisch, sondern lebte praktisch danach. Und genau darin erweist sich seine geistliche Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Teil II: David hilft Saul ein weiteres Mal (V. 12-25)<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 12.<\/p>\n<p>David nahm den Spie\u00df und den Wasserkrug von Saul und verlie\u00df das Lager. Es war niemand, der es sah oder merkte oder der erwachte, sondern sie schliefen alle; denn es war ein tiefer Schlaf vom HERRN auf sie gefallen.<\/p>\n<p>Wir sehen hier den Hintergrund, wie David es wagen konnte, zu zweit in ein feindliches Lager von 3.000 M\u00e4nnern einzudringen. Man k\u00f6nnte meinen, David sei lebensm\u00fcde gewesen. Aber das war er nicht. David rechnete einfach mit der Hilfe Gottes wie mit einem zuverl\u00e4ssigen Freund. Weil sich David klar auf die Seite Gottes stellte, wirkte Gott m\u00e4chtig in seinem Leben. Als David ins Lager kam, wurde er nicht entt\u00e4uscht. Denn der Herr hatte daf\u00fcr gesorgt, dass ein tiefer Schlaf auf Saul und seine M\u00e4nner fiel. So waren 3.000 vor zwei M\u00e4nnern praktisch ohnm\u00e4chtig gewesen.<\/p>\n<p>Saul hingegen hatte Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Er schlief im Innersten vom Lagerring und hatte sein Spie\u00df in greifbarer N\u00e4he \u2013 vergleichbar mit einem Mann, der stets eine Pistole unter seinem Kissen hat. Dennoch geriet er in gr\u00f6\u00dfter Gefahr. Denn Abischai war kurz davor, aus Saul einen hebr\u00e4ischen Schaschlik zu machen. All die Sicherheitsvorkehrungen von Saul hatten also \u00fcberhaupt keinen Nutzen gehabt, weil der Herr nicht mit Saul war.<\/p>\n<p>Was hatte aber David eigentlich mit dem Spie\u00df und Wasserkrug vor? Betrachten wir hierzu die\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verse 13 \u2013 16.<\/p>\n<p>Nachdem David vom Lager zur\u00fcckgekehrt war, stellte er sich auf den Gipfel des Berges von ferne, sodass ein weiter Raum zwischen ihm und Saul war. Von dort aus rief er Sauls Feldhauptmann Abner zu. David tadelte Abner, dass er Saul, seinen Herrn, nicht bewacht habe, als er mit Abischai ins Lager vorgedrungen war. David erkl\u00e4rte ihm, dass er daher den Tod verdient habe. Davids Worte an Abner zeigen, dass er zornig auf ihn war, weil er nachl\u00e4ssig mit dem Leben des K\u00f6nigs umgegangen war. Schlie\u00dflich wies David Abner im Vers 16 auf den verschwundenen Speer und Wasserkrug hin. Durch den verschwundenen Speer und Wasserkrug wollte David Saul beweisen, dass er sich ganz in dessen N\u00e4he befunden hatte, aber sein Leben dennoch verschonte. Auf diese Weise wollte David seine Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber Saul beweisen und ihm dadurch helfen, von seinen paranoiden\u00a0 Verschw\u00f6rungs\u00e4ngsten abzukommen.<\/p>\n<p>David war also mit dem Gedanken, Saul zu helfen, in dessen Lager gegangen, nicht um ihn zu t\u00f6ten. Seine Absicht erwies sich damit als \u00fcberaus edel. Denn obgleich Saul David viel Unrecht und Leid zubereitet hatte, hatte David ein Herz f\u00fcr den armseligen Saul. Unsereins w\u00fcrde es schon f\u00fcr sanftm\u00fctig halten, wenn David einfach von Saul weggegangen w\u00e4re und von jeglichen Racheakten abgesehen h\u00e4tte. Aber David ging einen Schritt weiter. Er suchte aktiv Sauls N\u00e4he. Daf\u00fcr wendete er Glaubensmut auf, um sich in ein feindliches Lager von 3.000 M\u00e4nnern zu begeben. David begab sich freiwilllig unter schwierigen Umst\u00e4nde, um seinem Feind zu helfen. Ist das nicht erstaunlich?<\/p>\n<p>David kannte die Barmherzigkeit Gottes. Er lebte aus ihr heraus. Er war dadurch bereit gewesen, anderen bis hin zu seinen Feinden Barmherzigkeit zu erweisen. Anstelle \u00fcber die Ungerechtigkeit Sauls zu jammern, entschied sich David dazu, Saul zu lieben. Sicherlich kennt jeder von uns Menschen, die einem selbst nicht wohl gesinnt sind oder sogar hassen und das vielleicht auch ohne Grund.\u00a0 Wir meinen dann, wir seien berechtigt, uns \u00fcber jene Personen bei dem Herrn zu beklagen. Aber der Herr m\u00f6chte, dass wir sie lieben und versuchen ihnen zu helfen. Wenn wir uns nicht entscheiden sie zu lieben, wird sich unser Herz automatisch mit negativen Gef\u00fchlen wie Hass, Missgunst, Neid, Zorn usw. gegen\u00fcber ihnen f\u00fcllen. Als S\u00fcnder sind wir selbst Empf\u00e4nger der Barmherzigkeit Gottes und daher verschuldet, unserem N\u00e4chsten Barmherzigkeit zu erweisen.<\/p>\n<p>Bei der Betrachtung der Verse 17 bis 20 kommt Davids Weisheit, mit der er Saul durch gew\u00e4hlte Worte helfen wollte, zum Ausdruck.<\/p>\n<p>Auf die Rede an Abner hin, fragt Saul David: <strong>Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? <\/strong>David antwortet: <strong>Es ist meine Stimme, mein Herr und K\u00f6nig. <\/strong>Dann stellte David Saul eine Reihe von Fragen: <strong>Warum verfolgt denn mein Herr seinen Knecht? Was hab ich getan? Und was ist B\u00f6ses in meiner Hand? <\/strong><\/p>\n<p>Ohne dem K\u00f6nig irgendeinen Vorwurf zu machen, m\u00f6chte David dem K\u00f6nig durch Denkfragen zur Vernunft bringen. Diese Fragen zeigen auch, dass David versuchte Saul zu verstehen. Er wollte wissen, warum Saul ihn \u00fcberhaupt verfolgt, um so m\u00f6gliche Missverst\u00e4ndnisse oder falsche Ger\u00fcchte zur Sprache zu bringen und zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 17 bis 20.<\/p>\n<p>David spricht weiter zu Saul: <strong>So h\u00f6re doch nun mein Herr, der K\u00f6nig, die Worte seines Knechts<\/strong>. Solche Worte gebraucht man, wenn man es mit einem wirklich gut meint und ihm einen hilfreichen Rat geben m\u00f6chte. David setzt fort: <strong>Reizt dich der H<\/strong><strong>ERR<\/strong><strong> gegen mich, so lasse man ihn ein Speisopfer riechen; tun\u00b4s aber Menschen, so seien sie verflucht vor dem H<\/strong><strong>ERRN<\/strong><strong>, weil sie mich heute versto\u00dfen und nicht an dem Erbteil des H<\/strong><strong>ERRN<\/strong><strong> teilhaben lassen und sprechen: Geh hin, diene andern G\u00f6ttern! <\/strong>David m\u00f6chte sich sozusagen mit Saul hinsetzen und mit ihm gemeinsam die Ursache seines Verfolgungswahns herausfinden. David nennt zwei m\u00f6gliche Ursachen: Erstens Gott reize Saul gegen ihn auf. Mit diesem Ausdruck meint David offenbar, dass Saul denken k\u00f6nnte, dass David ges\u00fcndigt habe und es folglich Gottes Wille sei, dass er David verfolgt. Als zweite Ursache nennt David Menschen, die Verleumdung gegen ihn betreiben. David gibt Saul in Abh\u00e4ngigkeit von den beiden Ursachen jeweils einen spezifischen und konkreten Rat: Wenn er tats\u00e4chlich gegen Gott ges\u00fcndigt habe, dann lasse man zur S\u00fchnung seiner S\u00fcnde ein Speisopfer darbringen. Wenn es aber\u00a0 Menschen sind, die Saul unberechtigt zur Verfolgung gegen ihn anreizen, dann seien diese verflucht vor dem HERRN.<\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 21 bis 24.<\/p>\n<p>Saul ist von Davids Worten erneut ger\u00fchrt und sieht seine Schuld ein. David bietet dem K\u00f6nig die M\u00f6glichkeit an, seinen Spie\u00df zur\u00fcckzuholen. Wir sehen hier Davids sensibles Gewissen. Derselbe David, der ein schlechtes Gewissen hatte, als er den Zipfel von Sauls Rock abgeschnitten hatte, konnte es nun mit seinem Gewissen nicht vereinbaren, etwas vom K\u00f6nig f\u00fcr sich zu behalten. Weil David Gott sehr f\u00fcrchtete, hatte er ein sensibles Gewissen. Menschen mit einem sensiblen Gewissen werden in dieser Welt h\u00e4ufig verachtet oder f\u00fcr gar armselig gehalten. Als Christen sollten wir aber nicht so denken, sondern selbst in den kleinsten Dingen aufrichtig sein.<\/p>\n<p>Beim R\u00fcckblick der Worte Davids an Saul k\u00f6nnen wir ferner seine Demut gegen\u00fcber dem K\u00f6nig erkennen. An keiner Stelle des Gespr\u00e4chs wagt es David, den K\u00f6nig mit seinem Namen anzusprechen. Die Anrede lautet stets \u201emein Herr\u201c und\/oder \u201eK\u00f6nig\u201c. Sich selbst bezeichnet David als Knecht. Trotz der vielen Untaten Sauls an David, hatte David seine Demut und Respekt gegen\u00fcber dem K\u00f6nig nicht aufgegeben.<\/p>\n<p>Nach all diesen Worten sagte David zu Saul: <strong>Der H<\/strong><strong>ERR<\/strong><strong> aber wird einem jeden seine Gerechtigkeit und Treue vergelten. Denn der H<\/strong><strong>ERR<\/strong><strong> hat dich heute in meine Hand gegeben, ich aber wollte meine Hand nicht an den Gesalbten des H<\/strong><strong>ERRN<\/strong><strong> legen. <\/strong>Wir k\u00f6nnen hier eine wichtige Sache von David lernen? Davids Demut kam nicht nur in Form von Ehrerbietung zum Ausdruck, sondern auch darin, dass er dem K\u00f6nig die Wahrheit sagte. David konfrontierte Saul mit der Gerechtigkeit Gottes. Obwohl das f\u00fcr Saul eine unbequeme Wahrheit war, scheute sich David nicht davor, sie auszusprechen. Dies ist wiederum ein Ausdruck seiner Liebe gegen\u00fcber Saul. Wer jemanden wirklich liebt, der sagt ihm auch die Wahrheit. David war also sowohl dem\u00fctig als auch wahrhaftig. Demut hat somit nichts mit Menschengef\u00e4lligkeit zu tun.<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 25.<\/p>\n<p><strong>Saul sprach zu David: Gesegnet seist du, mein Sohn David; du wirst\u00b4s ausf\u00fchren und vollenden.<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl David schlie\u00dflich klare Worte zu Saul gesprochen hatte, reagierte Saul nicht verbittert. Im Gegenteil, Saul segnete David. Eigentlich hatte Saul ein sehr hartes Herz gehabt. Immerhin brachte er es fertig, 85 unschuldige Priester und eine ganze Stadt inklusive Kinder und S\u00e4uglinge zu t\u00f6ten. Wie konnte es aber David gelingen, Sauls Herz zu bewegen? Es war Davids edles Verhalten gegen\u00fcber Saul. Davids Verhalten brachte selbst seinen Feind dazu, dass er ihn segnete. Davids Worte bildeten mit seinem edlen Charakter eine kraftvolle Kombination, die selbst so ein hartes Herz wie das von Saul bewegen konnte.<\/p>\n<p>Viele Menschen haben ein versteinertes Herz gegen\u00fcber Gott. Sie wollen von Ihm nichts wissen, sodass es einem unm\u00f6glich erscheint, dass das Evangelium ihre Herzen erreicht. Aber aus Davids Verhalten gegen\u00fcber Saul k\u00f6nnen wir lernen, dass das Evangelium mit unserem Lebenswandel eine glaubw\u00fcrdige Kombination bilden muss, die versteinerte Herzen sprengen kann.<\/p>\n<p>Wir haben heute gesehen, wie sich David als einen Mann nach dem Herzen Gottes erwiesen hat. Denn David war ein gottesf\u00fcrchtiger Mann, der an seine geistlichen Entscheidungen festhielt. Dadurch widerstand er der Versuchung erneut. David war ein Mann, der ein Herzensanliegen daf\u00fcr hatte, was tats\u00e4chlich der Wille Gottes ist. Auf diese Weise konnte er die Situationen in seinem Glaubensleben richtig deuten. David war ein Mann, der die Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes praktisch auslebte und die geistliche Ordnung bewahren wollte, selbst wenn er daf\u00fcr erhebliche Nachteile in Kauf nehmen musste. David war ein Mann, der die Barmherzigkeit Gottes pers\u00f6nlich kannte und sie edelmutig an seinem Feind Saul weitergab. David war ein Mann, der sich gegen\u00fcber Seinem N\u00e4chsten dem\u00fctig und wahrhaftig verhielt.<\/p>\n<p>Kurz gesagt, David hatte ein Herz f\u00fcr Gott, sodass er so handelte wie es Gottes Wille entsprach. Gott sah von oben Davids Lebensweise und freute sich dar\u00fcber. So war David ein Mann nach dem Herzen Gottes.<\/p>\n<p>Die Betrachtung von Samuel 26 zeigte mir, dass ich in Vielem nicht nach dem Herzen Gottes handle. Im Gegensatz zu David gebe ich h\u00e4ufig Versuchungen nach, insbesondere dann, wenn sie sich wiederholen. Der Text zeigt mir, dass Gott es von mir erwartet, dass ich Versuchungen immer wieder widerstehen soll. Auf diese Weise soll mein Herz eine Festigkeit erlangen, sodass Gott mich f\u00fcr sein Werk kostbar gebrauchen kann. Wie soll mir Gott Menschen anvertrauen, wenn ich ein unfestes Herz habe? Die armen Menschen. Ich m\u00f6chte daher Versuchungen widerstehen, indem ich wie David an meine geistlichen Prinzipien und Entscheidungen gegen die S\u00fcnde festhalte. Das Beispiel David ermahnt mich dazu, nicht l\u00e4ssig mit meinen geistlichen Entscheidungen umzugehen. Andernfalls besteht die Gefahr, zu einem lauwarmen Christen zu werden.<\/p>\n<p>Ferner lerne ich, dass ich die Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes praktisch auszuleben, auch wenn dies Leiden und Nachteile mit sich ziehen kann. Ich m\u00f6chte mir die Haltung Davids, ein Herz f\u00fcr den Willen Gottes zu haben,\u00a0 aneignen, sodass ich mich stets dem\u00fctig unter Seinen Willen begebe.<\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss noch einmal den Leitvers:<\/p>\n<p><strong>David aber sprach zu Abischai: Tu ihm nichts zuleide; denn wer k\u00f6nnte <\/strong><\/p>\n<p><strong>die Hand an den Gesalbten des H<\/strong><strong>ERRN<\/strong><strong> legen und ungestraft bleiben <\/strong><\/p>\n<p>(1. Samuel 26.9)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download David verschont Saul zum zweiten Mal David aber sprach zu Abischai: Tu ihm nichts zuleide; denn wer k\u00f6nnte die Hand an den Gesalbten des HERRN legen und ungestraft bleiben? (1. Samuel 26.9) Wir haben aus der letzten Predigt Davids Gottesfurcht kennengelernt. Weil David Gott f\u00fcrchtete, wagte er es nicht, seine Hand an den K\u00f6nig [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[45,4],"tags":[],"class_list":["post-1068","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-samuel","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1068","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1068"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1068\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11117,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1068\/revisions\/11117"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1068"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1068"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1068"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}