{"id":10666,"date":"2022-07-10T11:00:18","date_gmt":"2022-07-10T09:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10666"},"modified":"2022-11-18T12:11:05","modified_gmt":"2022-11-18T11:11:05","slug":"predigt-lukas-617-49-teil-b","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-617-49-teil-b\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 6,17-49 &#8211; Teil B)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2022-Lukas-L.-8b_6-2749_P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\">Warum sagt Jesus: Liebt eure Feinde?<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eAber ich sage euch, die ihr zuh\u00f6rt: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukasevangelium 6,27)<\/p>\n<p>Der heutige Abschnitt handelt von der Predigt Jesu, die auf dem Felde gehalten wurde. Der Adressat seiner Predigt waren jedoch nicht die Menschen aus dem Volk, sondern seine J\u00fcnger. Darin forderte er sie auf, ihre Feinde zu lieben. Die J\u00fcnger Jesu mussten Ablehnung, Hass und Verachtung ertragen. Nur, weil sie Jesus nachfolgten. Und gerade zu denen rief er nun: Selig seid ihr! Wir wissen nicht, wie sie auf diese Heilszusage reagiert haben. Den J\u00fcngern d\u00fcrfte es jedoch schwergefallen sein, die Seligpreisung sofort zu akzeptieren. Jesus ermutigte sie daher mit der Verhei\u00dfung: Euer Lohn ist gro\u00df im Himmel. Diese Verhei\u00dfung bef\u00e4higte die J\u00fcnger dazu, sich trotz widriger Umst\u00e4nde zu freuen und vor Freude in die Luft zu springen, wenn sie gerade wegen ihres Glaubens gehasst oder ausgesto\u00dfen wurden.<br \/>\nDenn die auf die \u00dcberwindung des Hasses oder der Verachtung folgt ein gro\u00dfer Lohn. Am letzten Sonntag predigte Henoch anhand von Hebr\u00e4er 12,2, dass Jesus um der vor ihm liegenden Freude willen, das Kreuz erduldete. Jesus tat das alles in freudiger Erwartung auf seinen Lohn. Er wusste, womit sein Kreuzestod belohnt wird. Jeder einzelne von uns ist sein Lohn. Wir sind der Grund seiner Freude.<br \/>\nWenn Jesus seine J\u00fcnger auffordert: \u201eLiebt eure Feinde!\u201c, verhei\u00dft er auch: \u201eSo wird euer Lohn gro\u00df sein, und ihr werdet Kinder des H\u00f6chsten sein.\u201c<br \/>\nHeute m\u00f6chte ich mit euch die Aufforderung Jesu, n\u00e4mlich die Feindesliebe genauer beleuchten. Aber nicht mit der Frage \u201eWIE?\u201c, sondern mehr mit der Frage \u201eWARUM?\u201c.<br \/>\nEs mag sein, dass die Frage nach dem \u201eWIE\u201c konkreter und sehr praxisnah erscheint. Doch diese Frage ist oftmals nur eine Sackgasse, die dahin f\u00fchrt, dass wir nur auf erneute Weise daran erinnert werden, dass es nahezu unm\u00f6glich ist, die Feinde zu lieben. Und man k\u00f6nnte sogar zu dem Schluss kommen, dass die Feindesliebe unrealistisch ist oder gar eine Zumutung f\u00fcr den Auszu\u00fcbenden.<br \/>\nAus diesem Grund werden wir uns mit dem \u201eWARUM\u201c besch\u00e4ftigen. Also WARUM sprach Jesus zu seinen J\u00fcngern: \u201eLiebt eure Feinde!\u201c<br \/>\nDie Bezeichnung \u201eFeind\u201c deutet auf eine zwischenmenschliche Beziehung hin. In der Beziehung von Menschen kann so etwas wie Feindschaft entstehen. Und es ist eigentlich ganz einfach sich Feinde zu machen oder zu bekommen. All jene, die einen hassen, verfluchen oder beleidigen, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit zu seinen Feinden. Auch all jene, die einen schlagen, sein Eigentum wegnehmen oder etwas gegen einen mit b\u00f6ser Absicht tun, geh\u00f6ren bald zu der Kategorie Feind.<br \/>\nJesus fordert nun von seinen J\u00fcngern: Liebt eure Feinde! Die Feindesliebe hei\u00dft, den Feinden Gutes zu tun, sie zu segnen, f\u00fcr sie zu bitten, auf ihre Gewalt nicht wie ein Spiegel zu reagieren und mit Gewalt zu antworten, sondern ihnen zu geben, was sie verlangen. Dar\u00fcber hinaus sollen die J\u00fcnger nicht zur\u00fcckfordern, was die anderen einem weggenommen haben. Die Forderung gipfelt schlussendlich in die goldene Regel: \u201eWie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch!\u201c<br \/>\nWenn wir die Punkte der praktischen Liebe gegen\u00fcber den Feinden aufgez\u00e4hlt bekommen, kann es passieren, dass wir uns dabei unwohl f\u00fchlen. Darum kommen wir wieder auf die Frage zur\u00fcck: Warum Jesus die Forderung: Liebt eure Feinde! &#8211; aufstellte. Was war der Zweck seiner Forderung? Eine Antwort findet sich in Vers 35. Jesus wollte, dass seine J\u00fcnger zu Kindern Gottes werden. Die Kinder Gottes besitzen die Eigenschaft Gottes. Wie der Vater barmherzig ist, k\u00f6nnen die Kinder barmherzig sein. Gottes Barmherzigkeit offenbart sich darin, dass er auch den Undankbaren und den B\u00f6sen seine G\u00fcte zeigt. Oftmals bleibt eine Gegenleistung aus. Feindesliebe n\u00e4mlich kann erfolglos bleiben. Und dennoch sollen die Kinder Gottes ohne eine Gegenleistung Gutes tun. Diese Form von Selbstaufgabe und Liebe versteht Jesus unter der Feindesliebe.<br \/>\nBei der Nachfolge Jesu haben die J\u00fcnger oft erfahren, wie Jesus von den Pharis\u00e4ern verleumdet wurde. Sie gebrauchten Gottes Gesetz, um die anderen Menschen zu richten oder zu verdammen. Aber die J\u00fcnger Jesu sollen in dieser Sache anders mit den S\u00fcndern umgehen. Die J\u00fcnger Jesu k\u00f6nnen das Gericht Gott \u00fcberlassen. Das Richten ist nicht ihre Aufgabe, sondern Gott allein hat das Recht, zu richten. Ob ein Mensch gerecht oder verdammt wird, wei\u00df Gott allein. Darum sollen die Kinder Gottes nicht seine Position einnehmen. Denn selbst die Kinder Gottes sind nicht unfehlbar und k\u00f6nnen ein falsches Urteil sprechen. Es ist daher ratsam, die Gleichnisse Jesu zu beherzigen. Ein Blinder kann einen Blinden nicht f\u00fchren. Alle beide k\u00f6nnen in die Grube fallen. Bevor man den Splitter aus dem Auge des anderen zieht, muss man selbst einen Balken aus seinem Auge entfernen. J\u00fcnger Jesu sollen die Gefahr stets ernst nehmen, dass sie punktuell blind sein k\u00f6nnen.<br \/>\nJesus m\u00f6chte, dass seine J\u00fcnger stets das Ziel vor Augen haben &#8211; n\u00e4mlich den Einzug in den Himmel. Doch sie k\u00f6nnen, wie gerade eben angesprochen, in die Grube fallen. Man kann n\u00e4mlich, statt die Feinde zu lieben, von Hass und Bitterkeit verblendet sein. In so einem Fall w\u00e4re man geistlich blind. Und \u00e4hnlich wie in dem Jesuswort vom Splitter im Auge des Bruders, kann es passieren, dass man jede Kleinigkeit der anderen scharf und kritisch be\u00e4ugt, w\u00e4hrend man die eigene gro\u00dfe S\u00fcnde komplett \u00fcbersieht. So wird man zu einem Heuchler. Und davor warnt Jesus seine J\u00fcnger.<\/p>\n<p><strong>Jesus schlie\u00dft seine Predigt auf dem Felde mit zwei Gleichnissen.<\/strong><br \/>\nIm ersten Gleichnis spricht Jesus von zwei B\u00e4umen, von einem guten Baum und einem faulen Baum. Ein guter Baum tr\u00e4gt gute Frucht, w\u00e4hrend ein fauler Baum blo\u00df faule Frucht tr\u00e4gt. An seiner eigenen Frucht wird jeder Baum erkannt.<br \/>\nAuch ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus seinem Herzen. Ein b\u00f6ser Mensch hingegen erschafft aus B\u00f6sem nur B\u00f6ses. Wovon das Herz erf\u00fcllt ist, das spricht der Mund aus. Bevor der Tag kommt, an dem sichtbar wird, ob jemand Gottes Kind ist oder nicht, l\u00e4sst sich das schon an der jetzt sichtbaren Frucht erkennen. N\u00e4mlich die Frucht der Feindesliebe: Sie k\u00f6nnen den anderen vergeben und die Feinde lieben. Anstatt die anderen zu richten oder zu verdammen, halten sie F\u00fcrbitte f\u00fcr ihre Feinde. Genau wie Jesus einst f\u00fcr seine Feinde bat: \u201eVater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun\u201c.<br \/>\nGottes Kinder sind in der Lage, den anderen zu vergeben. Trotzdem fordert Jesus seine J\u00fcnger im zweiten Gleichnis auf, zu den Menschen zu werden, die sein Wort nicht nur h\u00f6ren, sondern auch tun.<br \/>\nEs gibt zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise ihr Haus bauen. Einer baut sein Haus auf dem Fels. Ein anderer baut es auf Erde. Das Haus, welches auf dem Felsen gebaut wurde, kann weder ersch\u00fcttert noch zum Einsturz gebracht werden. Wer Jesu Wort h\u00f6rt und tut, gleicht einem Menschen, der sein Haus auf dem Felsen baut. Wer aber sein Wort h\u00f6rt und nicht tut, gleicht einem Menschen, der sein Haus auf die Erde baut. Ein Haus muss ein tiefes und festes Fundament vorweisen k\u00f6nnen, um den Wasserfluten standhalten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDurch dieses Gleichnis lehrt Jesus, dass die Zeit der Probe wie eine Wasserflut kommen wird. Diese Zeit kann heute schon eintreffen oder aber auch morgen. Jeder w\u00fcnscht sich, gesund, ohne Unfall, ein sicheres Leben zu f\u00fchren. Aber das Leben verl\u00e4uft nicht immer in geraden Bahnen, bestimmte Situationen oder Probleme k\u00f6nnen uns wie eine Flut die Lebensgrundlage wegsp\u00fclen. Die Zeit kann kommen, in der wir von Feinden gehasst, verleumdet und geschlagen werden. Lasst uns daher Gottes Wort nicht nur h\u00f6ren, sondern auch leben. Lasst uns unser Fundament auf dem Felsen legen.<\/p>\n<p><strong>Niemand ist dazu f\u00e4hig, die Feindesliebe zu praktizieren.<\/strong><br \/>\nCorrie ten Boom, die Autorin des Buches \u201eDie Zuflucht\u201c, setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg f\u00fcr die Vers\u00f6hnung zwischen Opfer und T\u00e4tern ein. Sie selbst war im Konzentrationslager. Als sie dann nach dem Ende des Krieges wieder auf den Aufseher aus dem Konzentrationslager stie\u00df, wurde sie direkt mit der Schwierigkeit der Feindesliebe konfrontiert. Sie konnte ihm einfach nicht vergeben. Darum bat sie Gott um seine Vergebung: Vater, vergib mir, dass ich ihm nicht vergeben kann.<\/p>\n<p><strong>Warum, sagte Jesus: Liebt eure Feinde!<\/strong><br \/>\nAls Jesus anfing, das Evangelium zu predigen, verk\u00fcndigte er folgendes: Gott hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen. Er will die, die gefangen sind, befreien. Die Tat der Feinde kann die Kinder Gottes komplett in Hass und Bitterkeit gefangen nehmen. Jesus will seine J\u00fcnger vor dieser Gefahr sch\u00fctzen. Es ist schmerzhaft, von den Feinden angegriffen zu werden. Aber die Bitterkeit und die Verletzungen sollen die Kinder Gottes nicht vom eigentlichen Ziel abbringen. Das Ziel ist die Freiheit. Das Ziel ist ein Leben in F\u00fclle. Ein Leben mit Gott. Das neue Jerusalem, das vom Himmel herabkommt, ist das Ziel aller Kinder Gottes. Bis jeder dieses Ziel erreicht hat, k\u00f6nnen viele Dinge auf dem Wege passieren. Vor allem wird die Pr\u00fcfung Gottes wie eine Wasserflut kommen.<br \/>\nDarum ermutigt Jesus alle, die ihm zuh\u00f6ren und ihm nachfolgen wollen, sein Wort zu h\u00f6ren und danach zu tun. Es mag sein, dass unsere Natur nicht dazu f\u00e4hig ist, die Feindesliebe zu praktizieren. Aber Jesus verhei\u00dft, dass eine gro\u00dfe Belohnung auf uns wartet. Somit ermutigt er uns, nicht nur sein Wort zu h\u00f6ren, sondern auch zu tun. Er selbst trug sein Kreuz mit Freuden, weil wir der Grund seiner Freude sind. Wir k\u00f6nnen auch mit Freude unsere Feinde lieben, weil sie durch unsere Feindesliebe gerettet werden k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen das Ziel vor Augen halten, n\u00e4mlich eine Belohnung im Himmel.<br \/>\nAuch wenn wir noch auf Erden weilen, ist unser Blick auf das Ziel im Himmel gerichtet. Unser Herr will uns dahin f\u00fchren, auch wenn wir st\u00e4ndig auf Hindernisse sto\u00dfen. Darum ermutigt er uns, auch das st\u00e4rkste Hindernis zu \u00fcberwinden. N\u00e4mlich unsere Feinde zu lieben. Mit der Seligpreisung \u201eLiebt eure Feinde!\u201c feuert Jesus gewisserma\u00dfen uns alle an, die das Ziel im Himmel vor Augen haben. Das ist die Weisheit des Herrn. Er befreit uns aus dem Gef\u00e4ngnis der Bitterkeit.<br \/>\nDie Zeit der Revolution hat begonnen. Neuen Wein soll man in neue Schl\u00e4uche f\u00fcllen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Warum sagt Jesus: Liebt eure Feinde? \u201eAber ich sage euch, die ihr zuh\u00f6rt: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen.\u201c (Lukasevangelium 6,27) Der heutige Abschnitt handelt von der Predigt Jesu, die auf dem Felde gehalten wurde. Der Adressat seiner Predigt waren jedoch nicht die Menschen aus dem Volk, sondern seine J\u00fcnger. 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