{"id":10581,"date":"2022-05-08T11:00:03","date_gmt":"2022-05-08T09:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10581"},"modified":"2022-11-18T12:18:32","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:32","slug":"predigt-lukas-321-413","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-321-413\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 3,21 &#8211; 4,13"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/2022-Lukas-L.-2_3-21_4-13.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Der Mensch lebt nicht vom Brot allein<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukasevangelium 4,4)<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir erfahren, wie Johannes der T\u00e4ufer den Weg Jesu vorbereitet und dazu den Menschen die Taufe der Bu\u00dfe zur Vergebung ihrer S\u00fcnden gepredigt hat. Heute erfahren wir von zwei Ereignissen, bevor Jesus \u00f6ffentlich zu wirken begann, n\u00e4mlich von seiner Taufe und seiner Versuchung durch den Teufel. Im ersten Teil der Predigt wollen wir Jesu Taufe betrachten und kurz auf Jesu Stammbaum eingehen. Im zweiten Teil wollen wir betrachten, wie Jesus vom Teufel versucht wurde und wie er alle Versuchungen \u00fcberwunden hat. Wir wollen verstehen, wie wir in unserem Leben versucht werden, was Jesu Sieg \u00fcber alle Versuchungen f\u00fcr uns bedeutet und wie auch wir die Versuchungen \u00fcberwinden und geistlich siegreich leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>I. Du bist mein lieber Sohn (3,21-38)<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 21 und 22 \u00fcber Jesu Taufe. Wenn wir die beiden Verse aufmerksam lesen, f\u00e4llt auf, dass der Verfasser Jesu Taufe selbst gar nicht beschreibt, sondern nur in einem Nebensatz erw\u00e4hnt: \u201eUnd es begab sich, als alles Volk sich taufen lie\u00df und Jesus auch getauft worden war und betete \u2026\u201c Lukas erw\u00e4hnt, dass Jesus auch getauft worden war, als ob das etwas Selbstverst\u00e4ndliches gewesen w\u00e4re. Eigentlich war das nicht selbstverst\u00e4ndlich, denn die Taufe von Johannes war verbunden mit seiner Aufforderung an die Menschen, f\u00fcr ihre S\u00fcnden Bu\u00dfe zu tun. Die Menschen lie\u00dfen sich taufen als Ausdruck davon, dass sie von ihren S\u00fcnden gereinigt werden und von nun an ganz nach Gottes Willen leben wollten. Aber Jesus hatte keine S\u00fcnde, f\u00fcr die er Bu\u00dfe tun und von denen er gereinigt werden musste. Im Matth\u00e4usevangelium lesen wir, dass sich Johannes deshalb dagegen gewehrt hat, Jesus zu taufen. Dort hei\u00dft es: \u201eAber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt zu! Denn so geb\u00fchrt es uns, alle Gerechtigkeit zu erf\u00fcllen. Da lie\u00df er\u2019s ihm zu\u201c (Matth\u00e4us 3,14.15). Obwohl Jesus ohne S\u00fcnde war, wollte er wie die s\u00fcndigen Menschen getauft werden und sich auf eine Stufe mit ihnen stellen. Er wollte uns in allem gleich werden und schlie\u00dflich sogar an unserer Stelle sterben, um alle Anforderungen von Gottes Gerechtigkeit zu erf\u00fcllen, damit er uns seine Gerechtigkeit verleihen kann.<\/p>\n<p>Aber Lukas wollte vor allem dar\u00fcber berichten, was nach Jesu Taufe passiert ist. Die Verse 21b und 22 sagen: \u201e\u2026 da tat sich der Himmel auf, und der Heilige Geist fuhr hernieder auf ihn in leiblicher Gestalt wie eine Taube, und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.\u201c Nach Jesu Taufe kam der Heilige Geist auf Jesus. Der Heilige Geist fuhr in leiblicher Gestalt auf Jesus herab, das hei\u00dft so, dass andere es mit ihren Augen sehen konnten. Jesus war schon unter dem Schutz des Heiligen Geist aufgewachsen. Aber von da an war er vom Geist erf\u00fcllt und wurde von ihm geleitet. Das erkl\u00e4rt, wieso Jesus immer voller Gnade und Wahrheit war, egal in welcher Lage er war und mit welchen Menschen er redete. Es erkl\u00e4rt, warum Jesus mit Vollmacht reden und so viele Wunder tun konnte. Es war, weil der Heilige Geist in ihm war, sodass Jesus in seiner Kraft reden und wirken konnte.<\/p>\n<p>Zum anderen hat Gott Jesus nach seiner Taufe durch eine Stimme vom Himmel best\u00e4tigt. Gott war sehr froh dar\u00fcber, dass Jesus sich erniedrigt hat und sich auch taufen lie\u00df, und sprach: \u201eDu bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.\u201c Durch diese Worte hat Gott Jesus offiziell als seinen Sohn best\u00e4tigt und hat ihm vom Himmel seine Liebe und seine Zufriedenheit mit ihm bezeugt. So hat Gott Jesus vor dem Beginn seiner Wirksamkeit durch den Heiligen Geist daf\u00fcr ausger\u00fcstet und hat ihn durch sein Liebesbekenntnis vom Himmel sehr ermutigt.<\/p>\n<p>Was bedeutet dieses Ereignis f\u00fcr uns? Durch dieses Ereignis bezeugt der Verfasser klar, dass Jesus Gottes Sohn ist. Bis heute fragen sich viele Menschen, wer Jesus war und ob er wirklich Gottes Sohn ist. Sie wundern sich \u00fcber seine Wunder, \u00fcber seine heilige Pers\u00f6nlichkeit und \u00fcber sein reines, vorbildliches Leben; aber sie finden keine richtige Erkl\u00e4rung daf\u00fcr. Doch Gott hat schon vor dem Anfang von Jesu Wirksamkeit durch eine Stimme vom Himmel klar gesagt, dass Jesus Sein geliebter Sohn ist. Lukas hat dieses Wort zitiert, um gleich am Anfang seines Berichts \u00fcber Jesu Wirken zu zeigen, dass Jesus Gottes Sohn ist. Dies ist die wichtigste Botschaft in der Welt, die alle erkennen sollen. Wir werden in den kommenden Wochen sehen, dass Lukas in seinem Buch diese Wahrheit immer wieder bezeugt hat.<\/p>\n<p>In den Versen 23-38 f\u00fchrt der Verfasser Jesu Stammbaum auf. Er beginnt mit den Worten: \u201eUnd Jesus war, als er auftrat, etwa drei\u00dfig Jahre alt und wurde gehalten f\u00fcr einen Sohn Josefs, der war ein Sohn Elis\u201c (23). Dieser Stammbaum geht von Jesus zur\u00fcck bis Adam. Die Namen der Vorfahren Jesu bis zum K\u00f6nig David im Vers 31 unterscheiden sich von denen, die im Stammbaum im Matth\u00e4usevangelium aufgef\u00fchrt sind (Matth\u00e4us 1,1-17). Dort beginnt der Stammbaum mit Abraham und geht bis \u201eJosef, den Mann Marias, von der geboren ist Jesus, der da hei\u00dft Christus\u201c (Matth\u00e4us 1,16). Man geht davon aus, dass der Stammbaum im Matth\u00e4usevangelium die Vorfahren von Josef, dem juristischen Vater Jesu, auff\u00fchrt. Und dass der Stammbaum bei Lukas die Vorfahren von Maria, der leiblichen Mutter Jesu, auff\u00fchrt. Aber weil der Stammbaum einer Frau f\u00fcr die Menschen damals v\u00f6llig inakzeptabel war, schrieb Lukas am Anfang, dass Jesus f\u00fcr einen Sohn Josefs \u201egehalten\u201c wurde. Dieser Stammbaum endet mit den Worten: \u201eder war ein Sohn des Enosch, der war ein Sohn Sets, der war ein Sohn Adams. Der war Gottes\u201c (38). Dadurch dass Lukas Jesu Stammbaum bis Gott zur\u00fcckf\u00fchrt, zeigt er, dass Jesus von Gott stammt und deutet an, dass er der Mensch gewordene Gott ist.<\/p>\n<p>Die meisten Menschen in unserer Zeit kennen den Ursprung ihrer eigenen Existenz nicht. Weil sie nicht anerkennen, dass sie von Gott stammen, leben sie von ihm getrennt und kennen weder Gott noch den Sinn und das Ziel ihres Lebens. Aber Jesus kam von Gott. Er kam als ein Mensch, der vom ersten Menschen abstammte, der von Gott geschaffen war. Als Mensch hatte Jesus auch Schw\u00e4chen und Bed\u00fcrfnisse und war verletzlich wie wir. Aber Jesus ist auch Gottes geliebter Sohn. Kurz gesagt ist Jesus der wahre Mensch und der Sohn Gottes, der gekommen ist, um uns zu Gott zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>II. Jesu Versuchung (4,1-13)<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Abschnitt berichtet \u00fcber die Versuchung Jesu. Die Verse 1 und 2a sagen: \u201eJesus aber, voll Heiligen Geistes, kam zur\u00fcck vom Jordan. Und er wurde vom Geist in der W\u00fcste umhergef\u00fchrt vierzig Tage lang und von dem Teufel versucht.\u201c Jesus wurde vom Heiligen Geist in die W\u00fcste gef\u00fchrt, wo er vom Teufel versucht wurde. Dass Jesus vierzig Tage lang in der W\u00fcste umhergef\u00fchrt wurde, erinnert daran, dass die Israeliten vierzig Jahre in der W\u00fcste umhergef\u00fchrt wurden und gepr\u00fcft wurden, bevor sie ins verhei\u00dfene Land einzogen. Warum hat der Heilige Geist Jesus in der W\u00fcste umhergef\u00fchrt, wo er vom Teufel versucht wurde? Seit der Versuchung im Garten Eden begleitet die Versuchung die Geschichte der Menschheit. Seitdem versucht der Teufel alle Menschen und verleitet sie zur S\u00fcnde. Er schreckte sogar nicht davor zur\u00fcck, Jesus zu versuchen. Jesus sollte den Menschen das Reich Gottes verk\u00fcndigen und sie aus dem Herrschaftsbereich des Teufels befreien und ins Reich Gottes f\u00fchren. Der Teufel wollte alles tun, um das zu verhindern. Deshalb war der Kampf mit dem Teufel unausweichlich. Als Mensch gewordener Gott konnte Jesus auch versucht werden. Aber Jesus sollte nicht wie Adam in der Versuchung scheitern, sondern sollte sie \u00fcberwinden. Wie konnte er das tun?<\/p>\n<p>In welchem Zustand war Jesus nach vierzig Tagen? Der Vers 2b sagt: \u201eUnd er a\u00df nichts in diesen Tagen, und als sie ein Ende hatten, hungerte ihn.\u201c Jesus a\u00df nichts, weil er sich offenbar ganz aufs Gebet konzentrieren wollte, um den Kampf gegen die Versuchung des Teufels sicher zu gewinnen. Am Ende der vierzig Tage war Jesus v\u00f6llig ausgehungert. Er war k\u00f6rperlich am Ende. In dieser Situation griff der Teufel ihn erneut an. Er sagte zu ihm: \u201eBist du Gottes Sohn, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde.\u201c Der Vorschlag, aus einem der umherliegenden Steine Brot zu machen, klang angemessen, weil Jesus seit fast sechs Wochen nichts gegessen hatte und weil er die Macht dazu hatte. Der Gedanke muss f\u00fcr Jesus in seinem Zustand sehr verlockend gewesen sein.<\/p>\n<p>Jemand k\u00f6nnte fragen: Warum war das denn \u00fcberhaupt eine Versuchung? Gott hat dem Menschen doch erlaubt zu essen. Es gibt mindestens drei Gr\u00fcnden, warum der Vorschlag des Teufels an Jesus in dieser Situation eine Versuchung war. Zum einen begann der Teufel mit den Worten \u201eBist du Gottes Sohn \u2026\u201c Damit stellte er Jesu Identit\u00e4t als Gottes Sohn in Frage. Er tat so, als ob das gar nicht sicher w\u00e4re, und provozierte Jesus dazu, das durch ein Wunder zu beweisen. Gott hatte bei Jesu Taufe durch eine Stimme vom Himmel verk\u00fcndigt, dass Jesus sein geliebter Sohn ist. Aber diese Wahrheit stellte der Teufel hemmungslos in Frage, selbst als er vor dem Sohn Gottes selbst stand. Es ist eine der beliebtesten Angriffspunkte des Teufels, die Identit\u00e4t Jesu als Gottes Sohn und seine Vollmacht in Frage zu stellen.<\/p>\n<p>Zum anderen hatte Jesus den Heiligen Geist empfangen, damit er die Menschen von ihren k\u00f6rperlichen und geistlichen Krankheiten heilen und sie unter Gottes Herrschaft f\u00fchren konnte. Wenn Jesus diese Macht einfach f\u00fcr seine eigenen k\u00f6rperlichen Bed\u00fcrfnisse gebraucht h\u00e4tte, h\u00e4tte dies nicht dem eigentlichen Sinn entsprochen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich war der Vorschlag eine Versuchung, weil Jesus aus einem geistlichen Grund fastete, n\u00e4mlich um besser beten und gegen die Versuchung k\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen. Wenn Jesus seinen geistlichen Kampf unterbrochen und sich ein Brot gemacht h\u00e4tte, h\u00e4tte er sein k\u00f6rperliches Bed\u00fcrfnis \u00fcber das geistliche Anliegen gestellt, Gott durch einen Sieg \u00fcber die Versuchungen zu ehren. Er h\u00e4tte dann vor allem auf den Teufel geh\u00f6rt, anstatt auf Gott zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Wie antwortete Jesus? Betrachten wir den Vers 4: \u201eUnd Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.\u201c Zuerst f\u00e4llt auf, dass Jesus dem Teufel nicht mit eigenen Worten antwortete, sondern mit einem Wort aus der Schrift. Bei dieser und bei den folgenden Versuchungen reagierte Jesus immer, indem er sagte: \u201eEs steht geschrieben \u2026\u201c und ein Bibelwort zitierte. Angesichts der Versuchung des Teufels vertraute Jesus nicht auf seine eigene Klugheit, er argumentierte nicht mit seinen eigenen Gedanken. Schon gar nicht lie\u00df er sich auf irgendwelche Diskussionen mit dem Teufel ein. Stattdessen verlie\u00df Jesus sich ganz und gar auf das Wort Gottes. Jedes Mal hielt Jesus dem Versucher das entsprechende Wort Gottes entgegen, das Gottes Willen ausdr\u00fcckt. Jesus gebrauchte Gottes Wort wie ein Schwert, mit dem er die Versuchung des Teufels zur\u00fcckschlug.<\/p>\n<p>Was bedeutet das Wort: \u201eDer Mensch lebt nicht vom Brot allein\u201c genau? Dieses Wort war ein Zitat aus 5. Mose 8,3, das Gott durch Mose zu den Israeliten in der W\u00fcste gesagt hat. Nach dem Bericht im Matth\u00e4usevangelium hat Jesus einen halben Satz mehr davon zitiert: \u201eDer Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht\u201c (Matth\u00e4us 4,4). Das besagt, dass der Mensch nicht allein von physischer Nahrung leben kann, sondern zum Leben unbedingt das Wort Gottes braucht. Es besagt, dass das geistliche Bed\u00fcrfnis des Menschen nach dem Wort Gottes und der Gemeinschaft mit Gott nicht den k\u00f6rperlichen Bed\u00fcrfnissen untergeordnet werden soll. Als der Teufel Jesus in der Zeit, als er betete und fastete, vorschlug, sich jetzt etwas zu essen zu machen, suggerierte er, dass es im Leben am wichtigsten sei, seine k\u00f6rperlichen Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen. Beten und geistlicher Kampf gegen die S\u00fcnde, um Gott in rechter Weise zu ehren, seien ja sch\u00f6n und gut, aber jetzt sollte er sein Gebet mal unterbrechen und vor allem etwas essen. Der Teufel behauptete mit seinen Worten, dass der Mensch vor allem ein k\u00f6rperliches Wesen sei und vor allem seine k\u00f6rperlichen Bed\u00fcrfnisse befriedigen m\u00fcsse, alles andere sei nachgeordnet.<\/p>\n<p>Jesus widersprach dieser Behauptung entschieden, indem er sagte: \u201eDer Mensch lebt nicht allein vom Brot.\u201c Jesus stellte damit klar, dass der Mensch keineswegs nur von ausreichendem Essen bzw. von der Befriedigung seiner k\u00f6rperlichen Bed\u00fcrfnisse leben kann. Der Mensch ist nicht nur ein k\u00f6rperliches Wesen, das vor allem andern seine k\u00f6rperlichen Bed\u00fcrfnisse befriedigen muss. Der Mensch ist ein k\u00f6rperliches und ein geistliches Wesen ist, das unbedingt Gottes Wort als braucht, um zu leben. Dadurch, dass Jesus den Vorschlag des Teufels abgelehnt hat, hat er gezeigt, dass das geistliche Bed\u00fcrfnis im Zweifelsfall Vorrang hat vor dem k\u00f6rperlichen.<\/p>\n<p>Die Vorstellung, dass der Mensch vor allem seine k\u00f6rperlichen Bed\u00fcrfnisse gut stillen muss, ist in unserer Zeit weit verbreitet und wird von den meisten Menschen geglaubt. Auch in unserer Gesellschaft bekommen wir st\u00e4ndig suggeriert, dass es am wichtigsten sei, dass wir uns um unsere k\u00f6rperlichen Bed\u00fcrfnisse gut k\u00fcmmern sollten. Wir werden t\u00e4glich dazu angeregt, das zu optimieren und zu perfektionieren, also besonders gesundes oder besonders leckeres Essen zu kaufen, f\u00fcr besonders gute Schlafqualit\u00e4t zu sorgen, unseren Alltag und unsere Freizeit so zu optimieren, dass wir ein Maximum an Fitness, Wohlergehen und Spa\u00df haben. Alles im Leben dreht sich scheinbar darum. Wir denken dar\u00fcber t\u00e4glich nach und verwenden die meiste Zeit und das meiste Geld daf\u00fcr, um unsere k\u00f6rperlichen und menschlichen Bed\u00fcrfnisse m\u00f6glichst gut zu befriedigen. Wir arbeiten daf\u00fcr, oft zu viel, um diese Bed\u00fcrfnisse kontinuierlich gut zu befriedigen, m\u00f6glichst noch besser als bisher. Das \u201eBrot\u201c wird so zum Inhalt und Ziel unseres Lebens. Aber egal, wie gut wir unsere k\u00f6rperlichen und materiellen Bed\u00fcrfnisse befriedigen \u2013 wir werden trotzdem nie zufrieden. Der Grund daf\u00fcr ist, dass unsere Habgier mit unseren Bem\u00fchungen mitw\u00e4chst und unstillbar ist; vor allem, weil unser innerer geistlicher Hunger nach wahrem Leben durch Brot nicht gestillt wird.<\/p>\n<p>Jesus sagt: \u201eDer Mensch lebt nicht vom Brot allein.\u201c Jesus leugnet unser Bed\u00fcrfnis nach Brot nicht. Aber Jesus widerspricht entschieden der Vorstellung, dass das Brot am wichtigsten sei. Ein Mensch lebt nicht vom Brot allein. Egal wie gut wir unsere k\u00f6rperlichen Bed\u00fcrfnisse erf\u00fcllen und dazu auch noch Beziehungen zu anderen Menschen pflegen und sch\u00f6ne Musik h\u00f6ren oder Filme sehen \u2013 wir k\u00f6nnen davon nicht leben. Um wahres Leben mit Sinn, eine richtige Orientierung und tiefe Freude zu finden, brauchen wir unbedingt Gottes Wort als geistliche Nahrung, jedes Wort, das aus dem Mund Gottes geht. Wir sollen unser Bed\u00fcrfnis nach Gottes Wort und nach der Gemeinschaft mit Gott am wichtigsten nehmen und zuerst danach trachten, es zu stillen.<\/p>\n<p>Vielleicht denkt jetzt jemand: Aber trotzdem muss ich ja von etwas leben. Wie soll ich das als Christ tun, wenn ich den geistlichen Bed\u00fcrfnissen die Priorit\u00e4t gebe? Auf diese Frage hat Jesus in der Bergpredigt geantwortet. Er hat seine J\u00fcnger gewarnt, dass sie sich vor aller Habsucht h\u00fcten sollen. Er hat uns gelehrt, dass wir uns weder um Nahrung noch um Kleidung Sorgen machen sollen, weil unser himmlischer Vater uns versorgen wird, so wie er die V\u00f6gel unter dem Himmel ern\u00e4hrt und die Blumen auf der Wiese wunderbar kleidet. Jesus sagte: \u201eTrachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen!\u201c (Matth\u00e4us 6,33) Wenn wir diesem Wort glauben und danach leben, k\u00f6nnen wir die verkehrte Lebenseinstellung unserer Zeit \u00fcberwinden und vom Wort Gottes wahre Freude und wahres Leben haben und dabei Gottes treue Versorgung erfahren. Wir k\u00f6nnen die Versuchung, einem falschen Lebensziel zu folgen, \u00fcberwinden und in der Beziehung zu Gott treu bleiben. M\u00f6ge Gott jedem dabei helfen!<\/p>\n<p>Was war die zweite Versuchung des Teufels? Betrachten wir die Verse 5-7: \u201eUnd der Teufel f\u00fchrte ihn hoch hinauf und zeigte ihm alle Reiche der ganzen Welt in einem Augenblick und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir eben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir \u00fcbergeben und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du mich nun anbetest, so soll sie ganz dein sein.\u201c Nachdem der Teufel bei der ersten Versuchung keinen Erfolg gehabt hatte, versuchte er Jesus auf eine andere Weise. W\u00e4hrend es bei der ersten Versuchung um das k\u00f6rperliche Bed\u00fcrfnis ging, geht es bei dieser Versuchung um Macht und Herrlichkeit in der Welt. Der Teufel f\u00fchrte Jesus auf eine erh\u00f6hte Position und zeigte ihm alle Reiche der ganzen Welt auf einen Augenblick. Dass der Teufel das machen konnte, ist ein Hinweis auf seine \u00fcbernat\u00fcrlichen Kr\u00e4fte. Jesus sah alle Reiche der Welt in einem Augenblick; er sah also den Palast des Kaisers in Rom und die Pal\u00e4ste aller anderen Reich der Welt und die Herrlichkeit, die es darin gab.<\/p>\n<p>Macht und Herrlichkeit der Welt wirken auf fast alle Menschen in irgendeiner Weise anziehend, f\u00fcr die einen auf diese, f\u00fcr andere auf jene Weise. Der Besitz sch\u00f6ner Dinge und der Besitz von Einfluss und Macht wirkt auf uns anziehend. Was wirkt auf dich in der Welt anziehend, sodass du es gerne h\u00e4ttest oder aktiv danach strebst?<\/p>\n<p>Obwohl es sehr unterschiedliche Dinge sein k\u00f6nnen, hat die Herrlichkeit der Welt die Eigenschaft, dass sie unser Herz rauben und in Beschlag legen kann. Wenn man dieser Anziehung nachgibt, werden diese Dinge unser Lebensziel. Was man anziehend findet, betet man auf diese Weise letztlich an. Dadurch folgen wir einem falschen Ziel und beten einen G\u00f6tzen an und k\u00f6nnen Gott nicht mehr anbeten. Das muss nicht unbedingt gro\u00dfe Macht oder pomp\u00f6se Herrlichkeit in einem Schloss sein. Wir sind in der Gefahr, auch kleine, normale Dinge zu unserem Ziel zu machen und dadurch unsere Freude und Zufriedenheit zu finden. In unserer Zeit streben viele junge Leute weniger nach Reichtum, als nach Vergn\u00fcgen und Spa\u00df auf unterschiedliche Weise. Das kann genauso zum Ziel ihres Lebens werden, nach dem man strebt, nur dass es nicht so sichtbar und weniger verp\u00f6nt ist als materieller Reichtum.<\/p>\n<p>Betrachten wir nochmal den Text. F\u00fcr Jesus muss die Herrlichkeit und Macht der Welt auch anziehend gewesen sein, besonders weil Jesus wusste, dass er den Weg des Leidens gehen und von allen verachtet am Kreuz sterben sollte. Wie viel angenehmer w\u00e4re es, die Herrlichkeit der Welt zu genie\u00dfen. Aber die Bedingung des Teufels war: \u201eWenn du mich nun anbetest, so soll sie ganz dein sein.\u201c Der Teufel hat nicht die volle Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber die Welt, sodass er einfach einem Menschen alle Herrlichkeit geben kann, wie er will, weil Gott \u00fcber ihm steht. Aber der Teufel hat Macht in der Welt und lockt die Menschen mit Macht und Herrlichkeit in der Welt, um sie unter seine Macht zu bringen. Er forderte auch von Jesus als Bedingung: \u201eWenn du mich nun anbetest, so soll sie ganz dein sein.\u201c<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus darauf? Sehen wir uns den Vers 8 an: \u201eJesus antwortete und sprach zu ihm: Es steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.\u201c Wieder zitiert Jesus ein Wort aus der Schrift. Jesus zitiert die Aufforderung, dass wir Gott anbeten und ihm allein dienen sollen. Schon im Alten Testament war das Problem der Israeliten, dass sie zwar Gottes Offenbarung hatten, dass sie aber Gott nicht von ganzem Herzen anbeteten. Viele Propheten tadelten sie deswegen. Der Prophet Hosea bezeichnete die Israeliten als Hure, die immer wieder zwischen Gott und anderen G\u00f6ttern und anderen V\u00f6lkern als Liebhaber und Besch\u00fctzer hin und her wechselten. Was wir im Herzen als Ziel haben und verfolgen, ist das Entscheidende im Leben. Es ist entscheidend f\u00fcr das Gelingen oder Scheitern unseres ganzen Lebens, dass wir Gott anbeten und ihm allein dienen. Jesus lehrt hier, dass nur Gott der richtige Gegenstand unserer Anbetung ist. Das Wort \u201eallein\u201c weist auf die Gefahr hin, dass wir Gott zwar lieben, aber jemand oder etwas genauso viel auch lieben. Ob wir Gott nur unseren Gott nennen, oder ihn wirklich anbeten und ihm allein dienen, ist der springende Punkt im Leben, an dem sich die Geister scheiden. Es ist das Wichtigste, dass wir Gott von Herzen anbeten und ihm allein dienen. Das ist das, worauf wir im Leben am meisten achten und worum wir von ganzem Herzen k\u00e4mpfen sollen. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, Gott anzubeten und ihm allein zu dienen!<\/p>\n<p>Was war die dritte Versuchung des Teufels? Betrachten wir die Verse 9-11: \u201eUnd er f\u00fchrte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich von hier hinunter; denn es steht geschrieben: Er wird befehlen seinen Engeln f\u00fcr dich, dass sie dich bewahren. Und: Sie werden dich auf den H\u00e4nden tragen, damit du deinen Fu\u00df nicht an einen Stein st\u00f6\u00dft.\u201c Nachdem der Teufel bei den anderen beiden Versuchungen gescheitert war, versuchte er Jesus wieder auf andere Weise. Der Teufel gibt nicht auf. Er stellte Jesus auf die Zinne des Tempels, des h\u00f6chsten Geb\u00e4udes in Israel, und forderte ihn auf, sich von dort hinunterzust\u00fcrzen. Diesmal zitierte der Teufel zwei Verse aus den Psalmen, die den Gl\u00e4ubigen in Not Gottes Schutz und Bewahrung versprechen. Diese Versuchung hatte quasi ein geistliches Niveau, weil der Teufel mit der Bibel argumentiert; aber in Wirklichkeit riss er die Worte v\u00f6llig aus dem Zusammenhang. Jesus sollte durch einen Sprung von der Zinne des Tempels Gott quasi zwingen, ihn vor dem Tod zu retten, und so seine Liebe und seine Treue zu seinen Verhei\u00dfungen beweisen. Auf diese Weise w\u00fcrde Jesus Gott testen bzw. versuchen.<\/p>\n<p>Mit welchen Worten \u00fcberwand Jesus die Versuchung? Vers 12 sagt: \u201eJesus antworte und sprach zu ihm: Es ist gesagt: Du sollst den Herrn, dienen Gott, nicht versuchen.\u201c Jesus zitierte wieder die Bibel. Gott hat geboten, ihn nicht zu versuchen. Wir sollen Gott nicht auf die Probe stellen und ihn quasi zwingen, uns zu helfen, um zu sehen, ob er zuverl\u00e4ssig ist und uns liebt. Das ist eine S\u00fcnde, weil die Grundlage der Zweifel oder Unglaube gegen\u00fcber Gott ist; und weil wir dadurch mutwillig bzw. mit Gott respektlos umgehen. Es ist eine S\u00fcnde, weil wir uns dadurch \u00fcber Gott stellen und ihn veranlassen, etwas Bestimmtes zu tun, obwohl es ja andersherum ist und Gott \u00fcber uns steht. Jesus wies auch diese Versuchung zur\u00fcck, weil er die Versuchung durchschaute. Jesus verlie\u00df sich auch hier auf das Wort Gottes und hielt sich konsequent daran. Auf diese Weise \u00fcberwand er alle Versuchungen. Als der Teufel alle Versuchungen vollendet hatte, wich er eine Zeitlang von Jesus.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir vom heutigen Text lernen? Wir k\u00f6nnen lernen, dass der Teufel alle Menschen versucht und dabei vor niemandem zur\u00fcckschreckt, selbst nicht vor Jesus. Er versuchte Jesus 40 Tage lang und gab lange nicht auf. W\u00e4hrend in der Geschichte alle Menschen in den Versuchungen des Teufels gefallen sind, hat Jesus alle Versuchungen \u00fcberwunden und ist Gott treu geblieben. Jesus konnte das tun, indem er sich nicht darauf einlie\u00df, sondern sich fest an Gottes Wort hielt und sie mit dem passenden Wort Gottes zur\u00fcckschlug. Was bedeutet das? Es ist wichtig, dass wir die Bibel gut studieren und ihre Bedeutung richtig verstehen und tief beherzigen, damit wir wie Jesus das passende Wort Gottes erkennen und anwenden k\u00f6nnen und uns nicht in die Versuchung verstricken. Lasst uns in diesem Sinn unser neues Buch, das Lukasevangelium, mit dem\u00fctigem Herzen studieren und jede Woche pers\u00f6nlich sein Wort lernen und beherzigen.<\/p>\n<p>Was bedeutet es, dass Jesus die Versuchung des Teufels \u00fcberwand, bevor er sein Werk begann? Adam war in der Versuchung gefallen. Seitdem sind alle Nachkommen Adams in der Versuchung gefallen und sind unter der Macht der S\u00fcnde und des Teufels gestorben. Aber Jesus kam und hat alle Versuchungen \u00fcberwunden und wurde so der zweite Adam, der nach dem Bild Gottes ist. Jesus hat die Versuchung \u00fcberwinden, damit er uns aus der Versuchung retten kann. Jesus hat die Versuchung \u00fcberwunden, damit er Gott treu bleibt und uns durch seinen Tod von der S\u00fcnde und der Macht des Teufels retten kann. Wenn wir in Jesus bleiben und ihm folgen, wird er uns helfen, Versuchung und S\u00fcnde zu \u00fcberwinden und hier und in Ewigkeit wahres Leben zu haben. Gott helfe jedem von uns, jeden Tag in Jesus zu bleiben und Gottes Worte im Herzen zu haben und alle Versuchungen zu \u00fcberwinden und ein siegreiches Leben zu f\u00fchren!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Der Mensch lebt nicht vom Brot allein \u201eUnd Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.\u201c (Lukasevangelium 4,4) Letzte Woche haben wir erfahren, wie Johannes der T\u00e4ufer den Weg Jesu vorbereitet und dazu den Menschen die Taufe der Bu\u00dfe zur Vergebung ihrer S\u00fcnden gepredigt hat. 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