{"id":10578,"date":"2022-05-01T11:00:04","date_gmt":"2022-05-01T09:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10578"},"modified":"2022-11-18T12:18:33","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:33","slug":"predigt-lukas-31-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-31-18\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 3,1-18"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/2022-Lukas-L.-1_3-0118-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Das vorbereitende Werk des Johannes<\/h1>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd er kam in die ganze Landschaft am Jordan und predigte die Taufe der Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukasevangelium 3,4)<\/p>\n<p>Wir haben diese Woche mit dem Studium des Lukasevangeliums begonnen. Dabei haben wir sicherlich verschiedene Erwartungen und W\u00fcnsche, insbesondere den, dass wir Jesus und Sein Evangelium tiefer verstehen bis dahin, dass es unser Leben pr\u00e4gt und ver\u00e4ndert. Wie ist das m\u00f6glich? Der heutige Text aus Lk. 3 gibt uns eine Antwort darauf. Es behandelt das Werk des Johannes. Bemerkenswerterweise berichten von diesem Werk alle vier Evangelien. Das hebt die Wichtigkeit Seines Werkes noch einmal hervor. In den Versen 4 bis 6 sehen wir, dass dieses Werk von Johannes vom Wesen her ein vorbereitendendes Werk war. Es sollte auf das Werk Christi vorbereiten. Leider ist es nicht so, dass Menschen das Evangelium ohne Weiteres annehmen k\u00f6nnen. Sie brauchen erst einmal eine Art Herzensvorbereitung. Durch das Werk des Johannes k\u00f6nnen wir lernen, wie Gott die Herzen vorbereitet, damit sie in der Lage sind, das Evangelium anzunehmen. Dadurch k\u00f6nnen wir lernen, wie wir unsere Herzen vorbereiten sollen, damit wir das Evangelium tiefer verinnerlichen k\u00f6nnen. Zum anderen k\u00f6nnen wir auch dadurch lernen, wie wir anderen Menschen helfen k\u00f6nnen, dass sie in der Lage sind, das Evangelium anzunehmen. Daher ist es sehr wertvoll, das Werk des Johannes zu studieren. Drei Fragen sollen uns dabei helfen:<br \/>\n1. Worauf gr\u00fcndete das vorbereitete Werk Gottes?<br \/>\n2. Was war der Inhalt des Werkes?<br \/>\n3. Was war die Grenze Seines Werkes?<\/p>\n<p><strong>1. Grundlage des Werkes (V. 1- 2)<\/strong><br \/>\nBeim Lesen von Vers 1 f\u00e4llt die siebenfache Zeitangabe von Lukas auf. Solche Zeitangaben sind nur angemessen, wenn sie Ereignisse angeben, die von gro\u00dfer historischer Bedeutung sind, wie z.B. der Beginn des Zweiten Weltkriegs. Ein Ereignis, das mit einer siebenfachen Zeitangabe angegeben wird, muss also ein sehr bedeutungsvolles Ereignis sein. Von diesem bedeutungsvollen Ereignis ist am Ende von Vers 2 die Rede: \u201eda erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der W\u00fcste.\u201c Seit dem letzten Propheten Maleachi waren etwa 400 Jahre vergangen. Seitdem hatte Gott nicht mehr zu Seinem Volk als Ganzes gesprochen. Jahrhunderte lang herrschte eine prophetische Stille. Doch nun war die Zeit gekommen, dass Gott Sein Schweigen brach. Gott fing wieder an, zu Seinem Volk zu sprechen.<br \/>\nGottes vorbereitendes Werk wurde durch nichts anderes als durch Sein Wort eingeleitet. Es begann nicht durch die Initiative eines Menschen. Es basierte nicht auf die Idee eines Menschen, sondern auf Gottes Wort. Und zwar nur das Wort. Denn Johannes war in der W\u00fcste. Er selbst hatte nichts und um ihn war nichts. Mt. 3,4 beschreibt die \u00e4u\u00dfere Erscheinung von Johannes so: Er aber, Johannes, hatte ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen G\u00fcrtel um seine Lenden, und seine Speise waren Heuschrecken und wilder Honig. Weder Johannes noch die W\u00fcste hatten etwas Attraktives an sich. Das Einzige, was Johannes zu bieten hatte, war das Wort, aber das lebendige Wort. Also das Wort, wo man wei\u00df: \u201eOh Gott spricht gerade zu mir.\u201c<br \/>\nIn einem Brief nach einer Evangelisation in Los Angeles schrieb Professor Dr. Helmut Thielicke an Dr. Billy Graham:<br \/>\nWir deutschen Theologen sind wahrlich begabt mit dem Hang zur Kritik, und mir ist es pers\u00f6nlich immer leichtgefallen, festzustellen, was am anderen falsch oder mangelhaft ist. Der Abend, den ich mit Ihnen verbrachte, machte mir klar&nbsp;\u2013 und der Heilige Geist wird dabei geholfen haben&nbsp;\u2013, dass die Frage in der umgekehrten Richtung gestellt werden m\u00fcsste: Was fehlt mir pers\u00f6nlich und meinen theologischen Kollegen auf der Kanzel und hinter dem akademischen Pult, sodass ein Mann wie Billy Graham n\u00f6tig wird? An jenem Abend wurde mir ein f\u00fcr alle Mal klar, mein lieber Dr. Graham, dass Sie biblisches Brot und nicht intellektuelle Leckerbissen und raffinierte Propaganda verabreichen.1<br \/>\nDie Verk\u00fcndigung von Gottes Wort ist nicht gleich Verk\u00fcndigung von Gottes Wort. Gottes Wort als lebendig und kraftvoll zu erfahren, ist etwas ganz Anderes als eine theologische Auslegung zu h\u00f6ren. Das, was die Leute zu Johannes anzog, war die Verk\u00fcndigung des lebendigen und kraftvollen Wortes selbst. In Ps. 119,130 hei\u00dft es: \u201eWenn dein Wort offenbar wird, so erfreut es und macht klug die Einf\u00e4ltigen.\u201c Halten wir also fest, das vorbereitende Werk gr\u00fcndete auf das lebendige Wort Gottes. Was f\u00fcr ein Wort war das aber? Betrachten wir das im zweiten Teil der Predigt.<\/p>\n<p><strong>2. Inhalt des Werkes (V. 3 \u2013 9)<\/strong><br \/>\nSobald das Wort an Johannes ergangen war, ging Johannes in die ganze Jordangegend und predigte. Er predigte die Taufe der Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden. Das Wort, das an Johannes ergangen war, war also die Taufe der Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden. Was bedeutet das? Das griechische Wort f\u00fcr Taufen meint \u201etauchen\u201c, \u201eeintauchen\u201c, \u201euntertauchen\u201c und \u201ewaschen\u201c. Im AT erfahren wir von s\u00e4mtlichen Vorschriften \u00fcber Waschungen, aber nicht davon, dass Menschen komplett ins Wasser untergetaucht werden mussten. Die Taufe des Johannes dr\u00fcckte aus, dass die Reinigung des ganzen Menschen erforderlich ist. Aufgrund der zahlreichen Reinigungsvorschriften des AT hatten die Juden ein sensibles Bewusstsein f\u00fcr Unreinheit. Johannes Aufforderung, sich komplett ins Wasser zu begeben, implizierte die Botschaft: \u201eDu bist nicht nur ein bisschen unrein. Nein, du bist von oben bis unten, durch und durch unrein.\u201c Sich von Johannes taufen zu lassen, hatte praktisch zu Folge, in dasselbe Wasser einzusteigen, wo auch Z\u00f6llner getauft wurden. Das bedeutete: \u201eIch bin nicht besser als dieser Z\u00f6llner. Ich brauche genauso wie er die Vergebung.\u201c Das anzuerkennen, fiel den religi\u00f6sen Leitern schwer. In Lk. 7,30 erfahren wir daher, dass sie die Taufe ablehnten. Die Taufe des Johannes ging also mit einer Selbsterkenntnis als S\u00fcnder einher. Sie sollten erkennen, wie verdorben ihr Wesen und wie verkehrt ihr bisheriges Leben gewesen ist. Sie sollten erkennen, wie ernsthaft und schlimm ihre S\u00fcnde ist. Und warum war das so wichtig? Das w\u00fcrde ihnen helfen, Bu\u00dfe zu tun. Bu\u00dfe \u00fcber ihre Sichtweise \u00fcber sich selbst. Bu\u00dfe \u00fcber ihre Sichtweise \u00fcber ihr bisheriges Leben. In ihnen sollte das Bed\u00fcrfnis nach Vergebung ihrer vielen S\u00fcnden aufkommen. In ihnen sollte das Bed\u00fcrfnis nach einem neuen Herrn \u00fcber ihr Leben kommen. Aus Mt. 3,5 wissen wir, dass sehr viele Menschen auf die Predigt von Johannes reagiert hatten. Sie hatten sich extra auf den Weg zur W\u00fcste gemacht, um sich von Johannes taufen zu lassen. War das aber schon ein ausreichendes Zeichen f\u00fcr echte Bu\u00dfe? Hatte Johannes dies schon als echte Bu\u00dfe anerkannt? In Vers 7 erfahren wir, dass Johannes die zu ihm kommenden Leute als \u201eSchlangenbrut\u201c bezeichnete. Mit anderen Worten bezeichnete er sie als Kinder des Teufels. Sie waren stolz auf ihre Abstammung von Abraham. Aber Johannes machte ihnen klar: \u201eNein, nicht Abrahams Kinder, sondern Kinder der Schlange seid ihr.\u201c Der Teufel ist ein Vater der L\u00fcge. Die Juden zur Zeit von Johannes waren Kinder des Teufels, weil sie in der L\u00fcge lebten. Denn sie wogen sich in falscher Sicherheit. Sie meinten, sie k\u00f6nnten sowieso dem Gericht Gottes entkommen, weil sie von Abraham abstammten. Gott hatte ja Abraham Verhei\u00dfungen gegeben, die sich auf seine Nachkommenschaft bezog. Das gab ihnen die falsche Sicherheit, dass Gott seine Verhei\u00dfung nur durch sie erf\u00fcllen k\u00f6nne. Als ob Gott in gewisser Weise auf sie angewiesen w\u00e4re. Aber Johannes sagte ihnen: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kindern erwecken. Tats\u00e4chlich hatte Gott das auch gemacht. Gott erweckte aus den Heiden, die ein versteinertes Herz hatten, Kinder Abrahams. Diese falsche Sicherheit f\u00fchrte zu Selbstbetrug. Sie war ein gro\u00dfes Hindernis daf\u00fcr, echte Bu\u00dfe zu tun. Daher musste Johannes sehr ernsthaft mit den Leuten reden. Mit seinen ernsthaften Worten wollte Johannes diese falsche Sicherheit der Leute zugrunde richten, sodass sie echte Bu\u00dfe tun konnten.<br \/>\nZudem forderte Johannes die Leute ganz klar auf: Seht zu, bringt rechtschaffene Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe (V.8). Sicherlich hatten die meisten, die zu Johannes kamen, den Wunsch gehabt, zu Gott umzukehren. Sie wollten gerne mit Gott eine reine Sache machen. Sonst h\u00e4tten sie sich ja nicht auf den Weg zur W\u00fcste gemacht. Mt. spricht sogar von Massen, die zu Johannes in die W\u00fcste kamen. Das klingt nach einer Erweckung. Aber die Bu\u00dfe der meisten Leute war wohl so, wie es Gott in Hosea beschreibt: \u201ewenn\u00b4s ihnen \u00fcbel ergeht, so werden sie mich suchen: \u201eKommt, wir wollen wieder zum HERRN\u201c Und dann, nach zwei Versen hei\u00dft es: \u201eWas soll ich dir tun, Juda? Denn eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der fr\u00fchmorgens vergeht\u201c (5.15b-6.1; 6.4). Die Bu\u00dfe der Leute war unbest\u00e4ndig wie das Wetter. Deswegen sagte Johannes zu ihnen: Seht zu, bringt rechtschaffene Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe. Echte Bu\u00dfe bleibt nicht nur bei der Absicht oder Sehnsucht danach stehen, dies oder jenes zu \u00e4ndern. Echte Bu\u00dfe bringt entsprechende Fr\u00fcchte hervor. Was diese Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe sein k\u00f6nnen, sehen wir in den Versen 10 bis 14. Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe sind Taten der N\u00e4chstenliebe. Seine N\u00e4chsten so lieben, wie sie es materiell und geistlich brauchen. Auf die Frage des Volkes: \u201eWas sollen wir denn tun\u201c antwortete Johannes ganz im Sinne des Propheten Micha: \u201eEs ist dir gesagt, o Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: Was anders als Recht tun, Liebe \u00fcben und dem\u00fctig wandeln mit deinem Gott?\u201c Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe bedeutet aber auch noch etwas anderes. Johannes Antwort an die Z\u00f6llner und Soldaten macht das deutlich. Die Z\u00f6llner haben die Leute abgezockt und betrogen. Sie sollten das nun lassen. Die Soldaten missbrauchten ihre Waffen, um andere zu unterdr\u00fccken und zu erpressen. Sie sollten damit aufh\u00f6ren. Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe bedeutet auch, dass man ganz konkrete S\u00fcnden in seinem Leben l\u00e4sst. Echte Bu\u00dfe zeigt sich in ganz konkreten Ver\u00e4nderungen im eigenen Leben.<br \/>\nIm Gegensatz zu Lukas berichtet Matth\u00e4us nicht von Fr\u00fcchten, sondern von \u201eFrucht der Bu\u00dfe\u201c (Mt. 3,8). Die eigentliche Frucht der Bu\u00dfe ist das Verlassen des alten Lebens bzw. ein Leben mit einer neuen Gesinnung. Johannes wusste, echte Bu\u00dfe war eine unverzichtbare Vorbereitung auf das Kommen des Herrn. Sie war unerl\u00e4sslich. Daher ermahnte er das Volk mit sehr gro\u00dfem Ernst &#8211; Vers 9: \u201eEs ist schon die Axt den B\u00e4umen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.\u201c Johannes k\u00fcndigte den Menschen an, dass das Gericht schon vor der T\u00fcr ist. Ein Baum, der keine Frucht bringt, ist nutzlos. Ebenso ist auch ein unbu\u00dffertiger Mensch nutzlos, weil er keine guten Werke bringt. Nutzlose B\u00e4ume wurden ins Feuer geworfen, sodass sie zumindest als Brennholz dienen konnten. Und ebenso werden unbu\u00dffertige Menschen u.a. wegen ihrer Nutzlosigkeit in das Feuer der H\u00f6lle geworfen.<br \/>\nDamit die Leute Jesus wahrhaft empfangen k\u00f6nnen, lag es Johannes sehr am Herzen, den Leuten zu echter Bu\u00dfe zu verhelfen. Wie weit seine Hilfe ging, sehen wir in den Versen 10 &#8211; 14: 1. Johannes Hilfe ging so weit, dass er den Leuten konkrete Dinge nannte, f\u00fcr die sie Bu\u00dfe tun sollten. 2. Johannes brachte die Leute bis zu dem Punkt, dass sie sagten: \u201eWas sollen wir denn tun?\u201c Dreimal taucht diese Frage auf. Das ist auch dieselbe Frage, die die Juden Petrus nach seiner Pfingstpredigt stellten. Diese Frage stellte auch Paulus bei seiner Bekehrung. Bei der Begegnung mit dem auferstandenen Jesus fragte er: \u201eHerr, was willst du, dass ich tun soll?\u201c Diese Frage stellte auch der Gef\u00e4ngnisaufseher von Philippi: \u201eIhr Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde?\u201c Anstelle mit irgendwelchen Rechtfertigungen oder Entschuldigungen f\u00fcr die eigene S\u00fcnde zu kommen, sagten sie einfach nur: \u201eWas soll ich tun\u2026?\u201c Anstelle gegen die \u00dcberf\u00fchrung ihrer S\u00fcnden anzuk\u00e4mpfen, sagten sie einfach nur: \u201eWas soll ich tun\u2026?\u201c Diese Frage bringt Kapitulation zum Ausdruck. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich der \u00dcberf\u00fchrung beugt und ihr recht gibt. Johannes Hilfe zur echten Bu\u00dfe ging so weit, dass die Leute vor Gott kapitulierten.<br \/>\nUm die Leute auf das Kommen des Herrn Jesus vorzubereiten, hatte Johannes verschiedene Dinge unternommen: Er half ihnen, dass sie sich als S\u00fcnder erkannten und bekannten, er machte falsches Vertrauen und falsche Sicherheit zunichte, er forderte die Leute mit gro\u00dfem Ernst dazu auf, echte und konkrete Bu\u00dfe zu tun. Wenn wir Menschen helfen wollen, das Evangelium anzunehmen, sollten wir dieselben Dinge zu tun. Auf diese Weise werden ihre Herzen empf\u00e4nglich gemacht, sodass sie \u00fcberhaupt erst einmal in der Lage sind, das Evangelium anzunehmen.<br \/>\nDasselbe gilt aber auch uns pers\u00f6nlich. Wir haben den Wunsch, dass wir die Botschaft des Evangeliums mehr und mehr verinnerlichen. Wie ist das m\u00f6glich? Der heutige Text gibt eine Antwort auf diese Frage: Echte Bu\u00dfe, die mit einer immer tiefer werdenden S\u00fcndenerkenntnis beginnt, aber letztendlich auch zu ver\u00e4nderter Lebensweise f\u00fchrt. Lasst uns fragen: \u201eWie sehr zeigen sich in meinem Leben die Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe? Wie kann ich meine Mitmenschen mehr lieben? Was sind die Dinge in meinem Leben, die ich lassen soll? Was sind bei mir die Dinge, die den Weg Jesu in mein Herz versperren? Wie sehr habe ich diese Dinge als S\u00fcnde erkannt und Gott bekannt? Gibt es auch in meinem Leben Dinge, auf die ich mich irrt\u00fcmlicherweise verlasse und die mir falschen Frieden geben?\u201c Wenn wir das Studium des Lukasevangeliums mit einer bu\u00dffertigen Haltung zu beginnen, wird es umso gesegneter sein.<br \/>\nDie Predigt von Johannes war scharf und ernsthaft. Mit seiner Predigt hatte er ihr falsches Selbstbild und ihre falsche Sicherheit zerst\u00f6rt. Ebenso hatte er auch ihre Fr\u00f6mmigkeit als kraftlos entlarvt, weil sie keine rechtschaffenen Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe hervorgebracht hatte. Alles, woran sie bisher festhielten, hatte Johannes ihnen regelrecht aus der Hand geschlagen. Sie standen nun als solche da, die Gott nichts mehr vorzuweisen haben, um Seinem Gericht zu entkommen. In diesem Zustand bl\u00fchte etwas in ihrem Herzen auf. Was war das? Betrachten wir Vers 15: Als aber das Volk voll Erwartung war und alle dachten in ihren Herzen von Johannes, ob er vielleicht der Christus w\u00e4re. In dem Volk bl\u00fchte die Sehnsucht nach dem Messias auf. Sie hatten das Verlangen nach einem geistlichen Messias, der das Problem ihrer S\u00fcnden l\u00f6sen und sie von dem schrecklichen Gericht Gottes erretten k\u00f6nne.<br \/>\nIn seiner Predigt an das Volk blieb Johannes bei Seiner Taufe nicht stehen. Johannes wusste, dass es nicht einfach reicht, die Leute zur Bu\u00dfe aufzufordern. Einerseits sollten sie eine ernsthafte Bu\u00dfhaltung aufbringen, andererseits konnten sie nicht aus eigener Kraft, dauerhaft ein ver\u00e4ndertes Leben f\u00fchren. Was brauchten sie hierf\u00fcr? Lasst uns das im 3. Teil der Predigt betrachten.<\/p>\n<p><strong>3. Die Kraft des Heiligen Geistes (V. 15 -22)<\/strong><br \/>\nBetrachten wir Vers 16. Nachdem Johannes die Leute ausreichend auf Jesus vorbereitet hatte, wies er sie nun klar auf Christus hin. Wie Johannes der T\u00e4ufer dies tut, ist wirklich sehr bemerkenswert. Er stellt seine Person und sein Werk in den Schatten von der Person und dem Werk des Herrn. Johannes erkl\u00e4rte dem Volk, das ihn als den Messias erwog, dass der wahre Messias unvergleichlich gr\u00f6\u00dfer und w\u00fcrdevoller als er sein w\u00fcrde. Mit einem Bild aus dem j\u00fcdischen Schulwesen veranschaulichte Er ihnen dies. Ein j\u00fcdischer Sch\u00fcler war seinem Rabbi zu allerlei praktischen Diensten verpflichtet, ausgenommen das L\u00f6sen des Schuhwerks, wenn der Rabbi das Haus betrat. Dazu durfte nicht einmal ein j\u00fcdischer Sklave aufgefordert werden. Johannes sagt, dass er nicht einmal zu solch einem Dienst an dem Herrn w\u00fcrdig gewesen sei.2<br \/>\nWeil die Person des Messias unvergleichlich gr\u00f6\u00dfer als die des T\u00e4ufers ist, ist auch das Werk des Herrn unvergleichlich gr\u00f6\u00dfer als das Werk des T\u00e4ufers. Johannes taufte nur mit Wasser, w\u00e4hrend Jesus mit dem Heiligen Geist tauft. Das Wasser ber\u00fchrt nur die Oberfl\u00e4che, aber das Feuer dringt in den Bestand der Dinge ein3. Johannes war nicht in der Lage, die Menschen zu ver\u00e4ndern. Die Taufe des Johannes half den Menschen zwar, sich als S\u00fcnder zu erkennen, nach Vergebung zu verlangen und die Entscheidung zu treffen, ihr Leben zu \u00e4ndern. Aber sie konnte sie weder frei von der S\u00fcnde machen, noch ihnen die Kraft f\u00fcr ein neues Leben geben. Im Vergleich zum Herrn Jesus war der T\u00e4ufer wirklich schwach. Jesus hingegen ist der Starke, der die Kraft hat, Menschen aus dem Bann der S\u00fcnde zu befreien und die Vollmacht hat, ihnen den Heiligen Geist zu geben. Der Heilige Geist wird mit Feuer verglichen. Wie Feuer Metalle l\u00e4utert, so l\u00e4utert der Heilige Geist auch die Gl\u00e4ubigen. Er m\u00f6chte alles in uns, was sich der Herrschaft Gottes widersetzt, beseitigen.<br \/>\nIm Vers 17 sehen wir, dass Jesu Kommen aber nicht nur Gnade, sondern auch Gericht bedeutet. Der Weizen gleicht denen, die Jesus annahmen. Sie kommen bei Jesu zweitem Kommen in die himmlische Scheune. Diejenigen, die Jesus ablehnten, glichen dem Spreu. Sie werden ins unausl\u00f6schliche, ewige und unaufh\u00f6rliche Feuer, also in die H\u00f6lle geworfen. An der Annahme oder Ablehnung Jesu entscheidet sich Gericht oder Gnade. Die Menschen, die zu Johannes kamen, sollten begreifen, dass die Taufe des Heiligen Geistes bzw. Jesus selbst keine Option oder Alternative zu der Taufe des Johannes ist. Denn jeder braucht Jesus. Jeder ist auf ihn \u00e4u\u00dferst angewiesen. An Jesus wird sich das ewige Schicksal eines jeden entscheiden.<br \/>\nIn den Versen 19 und 20 berichtet Lukas dar\u00fcber, wie es zum Ende von Johannes Wirksamkeit kam. Seine eigentliche Aufgabe war erf\u00fcllt. Jesus konnte nun kommen. F\u00fcr Johannes war es an der Zeit, zu gehen. Mit dem Hinweis auf Jesus Christus hatte sich Johannes bereits in den Hintergrund gestellt. Mit dem Gleichnis des Riemenl\u00f6sens hatte er sich praktisch selbst durchgestrichen und den Fokus der bu\u00dffertigen Menschen auf Jesus, den Starken, gerichtet.<br \/>\nVon Johannes k\u00f6nnen wir lernen, dass wir den Menschen so weit helfen sollen, dass sie erkennen: \u201eIch schaffe es nicht mit eigener Kraft. Ich brauche Jesus. Ich brauche die Hilfe seines Heiligen Geistes.\u201c<br \/>\nWas k\u00f6nnen wir aus dem letzten Abschnitt noch lernen? Johannes forderte die Menschen auf, Bu\u00dfe zu tun, gleichzeitig aber machte er ihnen deutlich, dass sie daf\u00fcr Jesus bzw. die Hilfe Seines Heiligen Geistes brauchen. Die Bu\u00dfe ist eine Sache, die Menschen tun sollen, aber gleichzeitig eine Sache, die wir aus eigener Kraft nicht tun k\u00f6nnen. Es ist so wie mit Jesu Aufforderung an den Gel\u00e4hmten. Jesus verlangte von dem Gel\u00e4hmten, aufzustehen. Man k\u00f6nnte meinen, dass das ein schlechter Witz ist. Wie kann ein Gel\u00e4hmter aufstehen? Er kann es nicht. Aber als der Gel\u00e4hmte ernsthaft den Willen dazu fasste, aufzustehen, gab Jesus ihm auch die Kraft dazu. Wenn wir uns ernsthaft um die Bu\u00dfe bem\u00fchen, gibt uns der Herr auch die Kraft dazu. Jesus verspricht uns die Kraft Seines Heiligen Geistes. Wenn wir den Weg der Bu\u00dfe gehen, werden wir auch das Evangelium tiefer und tiefer verstehen.<\/p>\n<p>__________<br \/>\n1 THILICKE, H.: Vorwort.<br \/>\n&nbsp; &#8211; In: Graham, B. (2018, 2. Auflage): \u201eFrieden mit Gott\u201c, S.7.<br \/>\n2 MACARTHUR, J. (k.A.): Das Evangelium nach Lukas.<br \/>\n&nbsp; &#8211; In: John MacArthur, Studienbibel (2003), S. 1429. CLV-Verlag.<br \/>\n3 RIENECKER, F. (1959): Das Evangelium des Lukas. Erkl\u00e4rt von Fritz Rienecker<br \/>\n&nbsp; -In: Wuppertaler Studienbibel (k.A.), S. 94. SCM R. Brockhaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Das vorbereitende Werk des Johannes \u201eUnd er kam in die ganze Landschaft am Jordan und predigte die Taufe der Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden\u201c (Lukasevangelium 3,4) Wir haben diese Woche mit dem Studium des Lukasevangeliums begonnen. 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