{"id":10558,"date":"2022-04-17T11:00:39","date_gmt":"2022-04-17T09:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10558"},"modified":"2022-11-18T12:18:34","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:34","slug":"predigt-matthaeus-281-20-ostern-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaeus-281-20-ostern-2022\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 28,1-20  &#8211;   Ostern 2022"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ostern-3_Mt28-0120-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Er ist auferstanden<\/h1>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eAber der Engel sprach zu den Frauen: F\u00fcrchtet euch nicht! Ich wei\u00df, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die St\u00e4tte, wo er gelegen hat.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Matth\u00e4usevangelium 28,5.6)<\/p>\n<p>Frohe Ostern!<br \/>\nWarum wird der Tag der Auferstehung Jesu \u201eOstern\u201c genannt?<br \/>\nLaut Duden kommt die Bezeichnung \u201eOstern\u201c aus dem Osten, wo die Sonne aufgeht, und das Morgenlicht erstrahlt. Interessanterweise leiten viele Sprachen in Europa das Wort vom aram\u00e4ischen Wort pas-cha ab, angelehnt an das hebr\u00e4ische Wort Pessach. Im Spanischen: Pascua, D\u00e4nisch: p\u00e5ske, Niederl\u00e4ndisch: Pasen usw. Diese Sprachtradition weist auf das Passafest der Juden hin, welches anl\u00e4sslich des Auszugs der Israeliten aus der Sklaverei gefeiert wird. Abends am Karfreitag beginnt das Passafest und wird jedes Jahr eine Woche lang gefeiert. Durch diese Festtage erinnerte Gott das j\u00fcdische Volk an den Auszug aus der Sklaverei. Bis Jesus am Karfreitag gekreuzigt wurde, wurde \u00fcber 1300 Jahre hinweg j\u00e4hrlich eine Woche lang Passa gefeiert. Darin zeigt sich Gottes Absicht, dass die Juden ihre Herkunft nicht vergessen, im Hinblick auf diese Herkunft ihre Gegenwart verstehen und in die Zukunft blicken sollten. Heute feiern wir Ostern bzw. \u201ePessah\u201c. Einerseits k\u00f6nnen wir uns entlastet f\u00fchlen, weil wir von den Pflichten der Arbeit befreit sind und die Festtage genie\u00dfen d\u00fcrfen. Zum anderen k\u00f6nnen wir uns an die Auferstehung erinnern.<\/p>\n<p>Paulus schrieb an die Korinther folgendes: \u201eIch erinnere euch aber, Br\u00fcder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verk\u00fcndigt habe: \u2026 Dass Christus gestorben ist f\u00fcr unsre S\u00fcnden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist, am dritten Tage nach der Schrift.\u201c Diese Predigt dient dazu, uns an die Auferstehung zu erinnern. Das Matth\u00e4usevangelium berichtet \u00fcber die Auferstehung Jesu nach diesem Schema: das H\u00f6ren der Botschaft zuerst, danach die Begegnung mit Jesus.<\/p>\n<p>Als der Sabbat vor\u00fcber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andre Maria, um nach dem Grab zu sehen. An diesem Morgen ereigneten sich am Grabe Jesu einige wundersame Dinge: zuerst ein Erdbeben, danach erschien ein Engel, der gro\u00dfe Grabstein vor der \u00d6ffnung des Grabes wurde fortgew\u00e4lzt, und die Soldaten sind vor Angst und Schrecken erstarrt wie tote Menschen. Vom Engel h\u00f6rten die Frauen die Botschaft: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht! Ich wei\u00df, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die St\u00e4tte, wo er gelegen hat.\u201c Vom griechischen Wort \u201eAngelos\u201c kommt das Wort \u201eEngel\u201c, welches folgende Bedeutung hat: eine Person, die eine Nachricht \u00fcberbringt. Um den Frauen die Botschaft der Auferstehung Jesu zu verk\u00fcnden, sandte Gott seinen Engel. Die Frauen hatten nicht mit einem leeren Grab gerechnet. Sie suchten lediglich nach dem Leichnam des gekreuzigten Jesu.<\/p>\n<p>Die Botschaft vom Engel best\u00e4tigte die Worte, die Jesus vor seinem Tod mehrfach angek\u00fcndigt hatte: Er wird und ist nun auferstanden von den Toten. Gottes Engel gab den Frauen die Aufgabe: \u201eGeht eilends hin und sagt seinen J\u00fcngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galil\u00e4a; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.\u201c Als die Frauen vom Engel die Botschaft der Auferstehung h\u00f6rten, waren ihre Herzen mit Furcht und gro\u00dfer Freude erf\u00fcllt.<br \/>\nEilends gingen sie weg vom Grab und gingen zu den J\u00fcngern, um zu verk\u00fcndigen, was am Grabe Jesu geschehen war.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Frauen noch auf dem Weg zu den J\u00fcngern waren, begegnete ihnen Jesus. Vom Engel Gottes h\u00f6rten sie die Osterbotschaft, und kurz daraufhin konnten sie Jesus direkt sehen. Jesus begr\u00fc\u00dfte sie: \u201eSeid gegr\u00fc\u00dft!\u201c Ohne Z\u00f6gern traten sie zu ihm und umfassten seine F\u00fc\u00dfe und fielen vor ihm nieder. Bis vor kurzem haben sie den gekreuzigten Jesus am Grab gesucht, aber der Auferstandene ging ihnen entgegen und zeigte sich ihnen. Nun konnten sie direkt seine F\u00fc\u00dfe umarmen. Jesus hatte Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ihre Furcht. Darum tr\u00f6stete er sie zuerst: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht!\u201c Am Karfreitag starb Jesus bitterlich und sprach die Worte: \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c Aber nun sagte dieser gekreuzigter und nun auferstandene Jesus: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht!\u201c<\/p>\n<p>Auch Jesus befahl ihnen: \u201eGeht hin und verk\u00fcndigt es meinen Br\u00fcdern, dass sie nach Galil\u00e4a gehen: Dort werden sie mich sehen.\u201c Die elf J\u00fcnger h\u00f6rten von den Frauen die Geschichten, die am Grabe Jesu geschehen waren. Nach dem Bericht der Frauen gingen die elf J\u00fcnger nach Galil\u00e4a auf den Berg, den Jesus f\u00fcr die Begegnung mit ihnen bestimmt hatte. Als sie den Auferstandenen sahen, warfen sie sich auf den Boden. Genauso wie die Frauen durften sie ihn nun direkt sehen. Dennoch zweifelten einige. Es gen\u00fcgte ihnen noch nicht, daran zu glauben, dass Jesus wahrhaftig auferstanden ist. Das Matth\u00e4usevangelium berichtet auch \u00fcber die Zweifel der J\u00fcnger. Der Verfasser hielt das Festhalten dieser Tatsache f\u00fcr sinnvoll. Darum lie\u00df er die Zweifel der J\u00fcnger nicht weg. Die J\u00fcnger Jesu waren keine Helden, sondern Menschen, die die Hilfe Jesu ben\u00f6tigen. Jesus, der Auferstandene, sprach zu seinen J\u00fcngern: \u201eMir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.\u201c Es gibt Menschen, die Gewalt und Macht haben. Die R\u00f6mer hatten mit ihrer Gewalt Jesus gekreuzigt. Ihre Gewalt schien st\u00e4rker als Jesu Gewalt zu sein. Als die Hohenpriester von der Wache \u00fcber die Auferstehung h\u00f6rten, gaben sie ihnen viel Geld, um folgende Ger\u00fcchte zu verbreiten. Und zwar: die J\u00fcnger kamen in der Nacht und haben den Leichnam Jesu gestohlen. Diese manipulierte Nachricht verbreitete sich unter den Juden. Solche Menschen wie Politiker, reiche Leute scheinen die notwendige Macht zu haben. Von solch einer Gewalt wurde Jesus gekreuzigt. Daher hatten die J\u00fcnger zurecht Furcht vor dieser Gewalt. Aber nun sprach Jesus zu ihnen: \u201eMir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.\u201c Das hei\u00dft mit anderen Worten: Jesus ist der Herr \u00fcber alle Gewalt. Was der Chef sagt, nehmen alle Kollegen ernst. Was der Herr sagt, sollen alle ernst nehmen. Durch diese Erkl\u00e4rung ermutigte Jesus seine J\u00fcnger, die noch Zweifel hatten.<\/p>\n<p>Matth\u00e4us Kapitel 28 berichtet, wie die Nachricht der Auferstehung weitergegeben wurde. Zuerst kam der Engel Gottes herab und verk\u00fcndete den Frauen von der Auferstehung Jesu. Danach begegnete Jesus ihnen. Darauffolgend h\u00f6rten die J\u00fcnger von den Frauen die Botschaft der Auferstehung, und anschlie\u00dfend begegneten sie Jesus. Es ist interessant, zu beobachten, wie die Botschaft der Auferstehung weitergegeben wurde. Zwischen dem H\u00f6ren der Botschaft und dem Begegnen mit Jesus gab es immer einen gewissen Zeitraum. Jesus h\u00e4tte ohne den Boten direkt den Frauen oder seinen J\u00fcngern begegnen k\u00f6nnen. Es h\u00e4tte viel leichter und \u00fcberzeugender sein k\u00f6nnen, wenn Jesus direkt den Frauen bzw. den J\u00fcngern erschienen w\u00e4re. Aber Jesus wollte seine Leute unbedingt zuerst die Botschaft h\u00f6ren lassen. Danach r\u00e4umte er einen Zeitraum ein, damit die Frauen bzw. seine J\u00fcnger diese Botschaft im Herzen verarbeiten konnten, um an die Auferstehung zu glauben. Jesus gab seinen Leuten Zeit, in der sie pers\u00f6nlich zum Glauben kommen k\u00f6nnen. Er ist der Herr \u00fcber alle Gewalt, aber er kommt zu den Menschen dem\u00fctig und dienend. Er respektiert die Freiheit der Menschen, mit der sie Jesus als den wahren K\u00f6nig annehmen k\u00f6nnen. Wie Jesus seinen J\u00fcngern begegnet war, kommen die Menschen bis heute auf gleiche Weise zum Glauben, indem sie die Botschaft h\u00f6ren und danach pers\u00f6nlich Jesus begegnen. Jesus, der alle Gewalt im Himmel und auf Erden hat, steht dem\u00fctig drau\u00dfen, bis wir ihm die T\u00fcr unserer Herzen \u00f6ffnen. Es kann lange dauern, bis wir unsere Herzen \u00f6ffnen. Aber er will jedem die Zeit geben, in der jeder die Botschaft h\u00f6rt und pers\u00f6nlich glaubt.<\/p>\n<p>Der Herr \u00fcber alle Gewalt im Himmel und auf Erden beauftragte seine J\u00fcnger: \u201eDarum gehet hin und lehret alle V\u00f6lker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.\u201c<br \/>\nJesus, der alle Gewalt hat, will alle V\u00f6lker durch seine J\u00fcnger erreichen. Eigentlich waren seine J\u00fcnger die ganze Zeit ausschlie\u00dflich im Land Israel gewesen. Sie sprachen ihre Muttersprache, Aram\u00e4isch bzw. Galil\u00e4isch. Aber nun beauftragte er sie, alle V\u00f6lker zu lehren, damit sie von Jesus lernen und ihm nachfolgen k\u00f6nnen. Wie k\u00f6nnen die J\u00fcnger alle V\u00f6lker zu Jesus einladen, damit sie Jesus nachfolgen k\u00f6nnen? Sie k\u00f6nnen die Menschen lehren, wie Jesus sie gelehrt hat. Sie k\u00f6nnen die Menschen taufen, die Jesus als den Herrn annehmen. Um dieses Werk zu vollbringen, wird Jesus sie begleiten. Bis an der Welt Ende wird er alle Tage bei seinen J\u00fcngern sein.<\/p>\n<p>Warum will der Herr alle V\u00f6lker durch seine J\u00fcnger ausrufen, ihm zu folgen? Eigentlich ist der Herr nicht auf die Hilfe der Menschen angewiesen. Alle Gewalt geh\u00f6rt ihm. Er kann ohne Zusammenarbeit mit den Menschen alles allein schaffen. Aber er will durch die Menschen andere Menschen zu seinen J\u00fcngern machen. Einerseits ist die Aufgabe, den anderen Menschen von Jesus zu erz\u00e4hlen, schwer. Anderseits ist diese Aufgabe ein Privileg, weil Jesus seine J\u00fcnger mit der Verhei\u00dfung begleitet: Bis an der Welt Ende will er bei seinen J\u00fcngern alle Tage sein.<br \/>\nJeden Tag h\u00f6ren wir von vielen Seiten die Nachricht, dass unsere Existenz bedroht wird. Der Krieg in der Ukraine kann uns erreichen. Ca. 5 Millionen aus der Ukraine sind auf der Flucht. Viele Menschen haben ihr Leben verloren. Wenn wir mit den Bildern von den bombardierten Geb\u00e4uden konfrontiert werden, f\u00fchlen wir uns elend. Vor der Gewalt des Krieges f\u00fchlen wir uns schwach. Werden wir mit Atomwaffen bedroht, geraten wir in Angst. Wenn wir nur die Welt betrachten, sieht es so aus, als ob die Menschen alle Gewalt h\u00e4tten. Es mag sein, dass die Gewalt der Menschen uns bedrohen kann. Aber heute spricht Jesus zu uns wieder: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Nicht die Menschen k\u00f6nnen \u00fcber unser Leben entscheiden, sondern der Herr, der von den Toten auferstanden ist. Nicht der Tod, sondern Jesus ist der Herr \u00fcber unser Leben. Darum k\u00f6nnen wir getrost Jesus nachfolgen. Es mag sein, dass wir wie Jesus von den Menschen verletzt werden. Es mag sein, dass wir wie Jesus sogar get\u00f6tet werden. Aber wir haben die Wahrheit. Jesus ist der Herr. Wenn wir ihm nachfolgen, werden wir in ihm leben. Der Tod ist kein Ende, sondern der Weg zum Leben. Darum k\u00f6nnen wir trotz aller Bedrohungen alle V\u00f6lker auffordern, Jesus nachzufolgen. Jesus wird uns alle Tage begleiten. Er lebt. Er lebt. Er ist bei dir und bei mir.<br \/>\nDer Herr ist auferstanden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Er ist auferstanden \u201eAber der Engel sprach zu den Frauen: F\u00fcrchtet euch nicht! Ich wei\u00df, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. 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