{"id":10524,"date":"2022-03-20T11:00:46","date_gmt":"2022-03-20T10:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10524"},"modified":"2022-11-18T12:18:36","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:36","slug":"fragebogen-1-thessalonicher-516-18-gebet-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/fragebogen-1-thessalonicher-516-18-gebet-2\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Thessalonicher 5,16-18   &#8211;   Gebet"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/2022-SL-Gebet-11_1.Thess5-1618-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Betet allezeit<\/h1>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eFreut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt f\u00fcr alles; denn das ist der Wille Gottes f\u00fcr euch in Christus Jesus.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Thessalonicher 5,16-18)<\/p>\n<p>Der Text heute ist kurz genug, dass man ihn in weniger als f\u00fcnf Minuten auswendig lernen kann. Gleichzeitig ist dieser kurze Text lang genug, um uns unser ganzes Leben zu besch\u00e4ftigen. Hier ist der Text: \u201eSeid allezeit fr\u00f6hlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus f\u00fcr euch.\u201c (Luther) Es gibt drei Dinge, die wir hier mitnehmen k\u00f6nnen. Erstens, wir m\u00fcssen allezeit beten. Zweitens, wir d\u00fcrfen allezeit beten. Und drittens, wir k\u00f6nnen allezeit beten.<br \/>\nWenn ich zu Hause gefragt werde: \u201eM\u00fcssen wir das essen? M\u00fcssen wir unser Instrument \u00fcben? M\u00fcssen wir unsere Hausaufgaben machen?\u201c Dann antworte ich meistens darauf: \u201eIhr d\u00fcrft das essen. Ihr d\u00fcrft euer Instrument \u00fcben. Ihr d\u00fcrft eure Hausaufgaben machen.\u201c Nicht, dass es etwas bewirken w\u00fcrde. Aber wenn die Jungs irgendwann etwas reifer sind, dann werden sie hoffentlich verstehen, dass Hausaufgaben, nicht nur Pflicht sind, sondern auch Privileg und sogar ein Geschenk. Und genauso sollen wir verstehen, dass Gebet Pflicht ist, Privileg ist, und Gottes Geschenk an uns ist.<\/p>\n<p><strong>1. Wir m\u00fcssen allezeit beten<\/strong><br \/>\nDer erste Punkt ist also, dass Gebet keine Option ist. Gebet ist Pflicht. Warum k\u00f6nnen wir das so sagen? Antwort: weil die Bibel es so sagt. Paulus schreibt an die Thessalonicher: \u201ebetet ohne Unterlass.\u201c Direkter geht eine Aufforderung nicht. Und damit w\u00e4re eigentlich alles gesagt. Damit die Predigt nicht ganz zu kurz ausf\u00e4llt, m\u00f6chte ich das noch ein wenig mehr erkl\u00e4ren.<br \/>\nAls Paulus Jesus begegnet und blind nach Damaskus kommt, bittet Gott einen Mann namens Hananias, Paulus die H\u00e4nde aufzulegen. Die Art und Weise, wie Gott Paulus beschreibt, ist sehr eigent\u00fcmlich: \u201eSteh auf und geh zu der Stra\u00dfe, die man Die Gerade nennt, und frag im Haus des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus! Denn siehe, er betet.\u201c Paulus betete. Das Gebet war der Beweis, dass Paulus ein neuer Mensch war. In der Neuen Genfer \u00dcbersetzung werden die Verse 16-18 mit der \u00dcberschrift betitelt: \u201eKennzeichen eines Lebens mit Gott.\u201c Christen beten. Christsein und Gebet lassen sich nicht voneinander trennen.<br \/>\nDie meisten von uns kennen die Geschichte von Daniel. K\u00f6nig Darius hatte gerade die Gesch\u00e4fte in Persien \u00fcbernommen. Die Beamten des K\u00f6nigs sind neidisch auf Daniel, weil der K\u00f6nig sich laut \u00fcberlegte, Daniel zum Vize zu bef\u00f6rdern. Sie suchen nach einer List, wie sie Daniel ein f\u00fcr alle Mal beseitigen k\u00f6nnen. Das Beste, was ihnen einf\u00e4llt, ist, an die Eitelkeit des K\u00f6nigs zu appellieren. Den B\u00fcrgern des Landes wird es 30 Tage lang verboten, irgendwelche Bitten an jemanden zu richten, au\u00dfer an den K\u00f6nig. Im Prinzip bedeutet es nichts anderes, als dass der K\u00f6nig 30 Tage lang zu einer Gott-gleichen Figur wird. Daniel erf\u00e4hrt von diesem v\u00f6llig absurden und v\u00f6llig unsinnigen Gebot. Und das Erste, was Daniel tut, als er davon h\u00f6rt, ist, gegen das Gebot zu versto\u00dfen, in dem er betet. Daniel war prim\u00e4r von Gott abh\u00e4ngig und von niemanden sonst. Sein Gebet war der gelebte Ausdruck dieses Glaubens.<br \/>\nGorden Fee schreibt in seinem Kommentar zum Text: \u201eKontinuierliches Gebet ist eine anhaltende Erinnerung daran, dass Gottes Kinder zu allen Zeiten, in Bezug auf allen Dingen v\u00f6llig auf ihren himmlischen Vater angewiesen sind.\u201c Gebet ist Ausdruck unserer Abh\u00e4ngigkeit von Gott; dass wir uns v\u00f6llig und ganz auf ihn verlassen; dass er unser Ein und Alles ist. Tim Keller sagt es vielleicht noch ein wenig direkter und expliziter: \u201eWeil es in der Bibel vor allem um Gott geht, ist die Praxis des Gebets so allgegenw\u00e4rtig auf ihren Seiten. Die Gr\u00f6\u00dfe des Gebets ist nichts anders als die Ausweitung der Gr\u00f6\u00dfe und Herrlichkeit Gottes in unser Leben. \u2026 Nicht zu beten, bedeutet dann nicht einfach nur, irgendwelche religi\u00f6sen Gebote zu brechen; es ist das Versagen, Gott als Gott zu behandeln. Es ist eine S\u00fcnde gegen seine Herrlichkeit.\u201c<br \/>\nWarum m\u00fcssen wir also beten: Es gibt keine Aktivit\u00e4t, in der wir Gott mehr als Gott ehren als im Gebet. Um es so direkt wie m\u00f6glich zu sagen: wenn du nicht betest, dann hast du kein geistliches Leben. Wenn du ein armseliger Beter bist, dann hast du ein armseliges geistliches Leben. Das Gebet ist die Lebensader. Das Gebet ist unser geistliches Atmen. Das Gebet ist das Ausstrecken unserer Solarzellen nach der wahren und einzigen Sonne. Ohne Gebet sind wir innerlich tot. Und deshalb ist allezeit zu beten, ein absolutes Muss.<\/p>\n<p><strong>2. Wir d\u00fcrfen allezeit beten<\/strong><br \/>\nC.S. Lewis hat in seinem Buch \u201eBriefe an Malcolm\u201c etwas unglaublich Ehrliches \u00fcber das Gebet geschrieben. Er sagte. \u201eDie Wahrheit ist, dass ich keine Worte habe, die schwach genug sind, um die Schw\u00e4che meines geistigen Lebens zu beschreiben. Wenn ich die Worte noch weiter abschw\u00e4chen w\u00fcrde, dann w\u00e4re es keine Sprache mehr. Wie wenn man versucht, den Gasring vom Herd noch ein wenig weiter herunterzudrehen, und er geht dann einfach aus. Nun, um ganz offen und ehrlich zu sein: Das Gebet ist l\u00e4stig. Eine Ausrede, es auszulassen, ist nie unwillkommen. Wenn es vorbei ist, legt sich ein Gef\u00fchl der Erleichterung und des Urlaubs \u00fcber den Rest des Tages. Wir z\u00f6gern, anzufangen. Wir sind erfreut, es zu beenden. W\u00e4hrend wir beten, aber nicht, wenn wir einen Roman lesen oder ein Kreuzwortr\u00e4tsel l\u00f6sen, reicht jede Kleinigkeit, um uns abzulenken. Das Seltsame ist, dass diese Abneigung gegen das Beten nicht nur in Zeiten der Trockenheit auftritt. Waren die Gebete von gestern noch voller Trost und Freude, so werden die von heute in gewisser Weise als Last empfunden.\u201c<br \/>\nUnd wisst ihr, ich finde, C.S. Lewis spricht mir aus der Seele. Genauso geht es mir. Aber eine gute Nachricht ist, dass das Gebet nicht nur Pflicht ist. Die Aufforderung zum Gebet ist eingerahmt von zwei weiteren Aufforderungen. Und die erste dieser Aufforderungen sagt: \u201eFreut euch allezeit!\u201c, oder \u201eSeid immer fr\u00f6hlich!\u201c Ich liebe es, wie N.T. Wright diesen Vers \u00fcbersetzt: \u201eFeiert allezeit.\u201c Das griechische Wort f\u00fcr Freuen ist chairo, und ist verwandt mit dem Wort charis, was Gnade bedeutet. Der Vollst\u00e4ndigkeit halber erw\u00e4hne ich es an dieser Stelle schon einmal: Die andere Aufforderung ist es, in allen Dingen dankbar zu sein. Und das griechische Wort f\u00fcr Danken ist eucharisteo, und da steckt schon wieder das Wort charis Gnade drin.<br \/>\nHier ist der Punkt: Das Gebet wurde nicht dazu gegeben, eine trockene, immer nur anstrengende, m\u00fchselige Arbeit zu sein. Es mag Zeiten geben, in denen unser Gebet trocken ist. Aber prim\u00e4r ist es so, dass die Zeiten des Gebets Oasen sein sollen. Es sollen Zeiten sein, die von der Gnade Jesu getr\u00e4nkt sind. Es sollen Momente sein, in denen wir erfrischt werden, wie wenn man im Sommer zwei Stunden lang Fu\u00dfball gespielt hat und dann ein Glas kalte Apfelschorle trinkt und duscht. Das Gebet ist nicht nur Pflicht. Es ist ein Privileg, dass wir beten d\u00fcrfen.<br \/>\nWas die Freude angeht, m\u00fcssen wir noch einen wichtigen Punkt verstehen, bevor wir fortfahren. Was braucht es denn \u00fcberhaupt, damit man sich dauerhaft freuen kann? Was braucht es, um gl\u00fccklich zu sein? Ganz viele Menschen besch\u00e4ftigen sich mit diesem Thema. Viel w\u00fcrden antworten: eine erf\u00fcllende Arbeit, die mit Sinn verbunden ist; eine solide finanzielle Versorgung; gute Beziehungen zu engen Freunden und Familie (die Qualit\u00e4t der Beziehungen \u00fcbertrumpft die Quantit\u00e4t von Beziehungen); und vermutlich auch eine gewisse politische Stabilit\u00e4t, die einem Frieden und Freiheit gew\u00e4hrt. Ich bin mir sicher, dass wenn wir unsere Freunde auf der Arbeit oder an den Schulen befragen w\u00fcrden, die meisten mit dieser Liste einigerma\u00dfen einverstanden w\u00e4ren. Alle diese Dinge werden als wichtige Bestandteile angesehen, um gl\u00fccklich zu sein. Vielleicht denken das manche von uns ebenfalls, vielleicht unterbewusst.<br \/>\nEs hat allerdings ein gewaltiges Problem. Tim Keller machte die n\u00fcchterne Feststellung, dass die allermeisten Menschen aller Zeiten alles das nicht hatten: Die gro\u00dfe Mehrheit der Menschen konnten sich nicht aussuchen, was sie arbeiten und hatten keine solide materielle Versorgung und lebten in einer Umgebung, in der Konflikte und Kriege zum Alltag geh\u00f6rten; ganz viele Menschen konnten sich noch nicht einmal den Ehepartner aussuchen (romantische Liebe so wie wir sie kennen, ist immer noch eine ziemlich moderne Erfindung). Hei\u00dft es dann, dass Gl\u00fcck zu haben, Freude zu haben, nur etwas ist, was f\u00fcr die privilegierte Minderheit ist, die im 21. Jahrhundert in der Mittel- oder Oberschicht demokratisch regierter L\u00e4nder leben? Hei\u00dft es, dass wenn uns diese externen Faktoren fehlen, wir dazu verdammt sind, ungl\u00fccklich zu sein?<br \/>\nDer Text sagt: \u201eSeid immer fr\u00f6hlich.\u201c Immer, allezeit. Egal, in welcher Situation wir sind. Wir wollen Arbeit, Geld, Freunde, Familie, Freiheit nicht kleinreden. Es sind alles an und f\u00fcr sich gute und wichtige Dinge. Aber sie sind nicht absolut; und sie sind nicht alles-entscheidend, \u00fcber unser Wohl und Wehe. Warum k\u00f6nnen wir allezeit fr\u00f6hlich sein? Das Schl\u00fcsselwort hier ist Gnade; die Gnade, die wir im Evangelium finden. Das Evangelium bietet uns allen eine Freude an, die unabh\u00e4ngig ist von allen diesen Faktoren. Das Evangelium sagt uns, dass wir einen Schatz haben, den Motten und Rost nicht fressen k\u00f6nnen und den Cyber-Kriminelle nicht klauen k\u00f6nnen, weil Jesus, der alle Reicht\u00fcmer hat, arm geworden ist, um uns reich zu machen. Das Evangelium sagt uns, dass wir eine Familie und einen Freundeskreis haben, die \u00fcber den Tod hinausgehen, weil Jesus f\u00fcr uns den Tod bezwungen hat. Das Evangelium sagt uns, dass wir wahre Freiheit haben und wahren Frieden, weil Jesus der wahre K\u00f6nig ist, der wahre Friedef\u00fcrst, dessen Reich in alle Ewigkeiten Bestand haben wird. Das Evangelium sagt uns, dass wir den Gott, der uns unendlich geliebt hat, allezeit vor Augen haben d\u00fcrfen; und dass, weil dieser Gott uns zur Seite steht, wir nicht zu Fall kommen werden; und dass deshalb unser Herz voller Freude ist und wir aus tiefster Seele jubeln d\u00fcrfen (Psalm 16). Gott selbst ist unsere unaussprechliche Freude.<br \/>\nJemand hat es einmal folgenderma\u00dfen ausgedr\u00fcckt: wenn du Jesus nicht hast, dann ist Traurigkeit zentral und Freude peripher. Das, worauf du deine Freude baust, kann immer und wird eines Tages vollst\u00e4ndig von dir genommen werden. Wenn du Jesus hast, dann ist Freude zentral und Traurigkeit peripher. Das, worauf wir unsere Freude bauen, kann nichts und niemand von uns nehmen.<br \/>\nDie Zeiten des Gebets sind die Momente, in denen wir diese Wahrheiten feiern d\u00fcrfen. Wir d\u00fcrfen beten.<\/p>\n<p><strong>3. Wir k\u00f6nnen allezeit beten<\/strong><br \/>\nDie meisten von uns, einschlie\u00dflich ich selbst, wir tun uns mit dem Wort \u201eallezeit\u201c schwer. Wie kann man ohne Unterbrechung beten? Wir haben ja alle Aufgaben und Verantwortungen. Selbst wenn wir 17 Stunden am Tag beten k\u00f6nnten, wie k\u00f6nnen wir unseren anderen Pflichten dann nachkommen? Ein buddhistischer Abt hatte einmal \u00fcber das unglaubliche harte Training der Shaolin-M\u00f6nche gesagt: \u201eUm das M\u00f6gliche zu erreichen, muss das Unm\u00f6gliche gefordert werden.\u201c Frage ist: fordert die Bibel von uns etwas, was unm\u00f6glich ist, um das maximal M\u00f6gliche aus uns herauszukitzeln? Vielleicht ein wenig. Aber ich glaube, dass es trotzdem ein sehr gutes Ziel sein kann, allezeit zu beten. Und dass wir das zu einem gewissen Grad praktizieren k\u00f6nnen. Zum Schluss m\u00f6chte ich zwei praktische Hinweise daf\u00fcr geben.<br \/>\nDer erste Hinweis stammt von Georg M\u00fcller. F\u00fcr diejenigen unter euch, die Georg M\u00fcller und seine Lebensgeschichte nicht kennen sollten: Der clv-Verlag bietet die Biographie von ihm kostenlos zum Download an. Am Ende seines Lebens wurde M\u00fcller gefragt, wie viel Zeit er auf seinen Knien verbringt. Georg M\u00fcllers Antwort darauf lautete: \u201eAn einem Tag mehr, an einem anderen Tag weniger. Aber ich lebe im Geist des Gebets. Ich bete, wenn ich gehe, wenn ich mich hinlegen, und wenn ich aufstehe.\u201c Und genau das ist der Punkt. Allezeit zu beten hei\u00dft, im Geist des Gebets zu leben: zu beten, wenn wir gehen, wenn wir uns hinlegen und wenn wir aufstehen.<br \/>\nWas k\u00f6nnen wir tun, um uns in diese Richtung hinzubewegen? Ich vermute, dass die meisten von uns eine Stille Zeit am Morgen haben. Und das ist der erste Baustein daf\u00fcr. Die Kirchenv\u00e4ter waren sich aber dessen bewusst, dass nach der Gebetszeit am Morgen Gott ziemlich schnell wieder aus unserem Sinn und unserem Herzen verschwindet. Es braucht weitere Gebetseinheiten: z.B. abends vor dem Schlafen gehen. In gewissen Traditionen k\u00f6nnen es auch mehr Gebetseinheiten sein. Daniel betete dreimal am Tag. Der strenge Reformator Johann Calvin schrieb f\u00fcnf Gebete f\u00fcr f\u00fcnf Gebetszeiten am Tag. Die wenigsten von uns werden realistisch f\u00fcnf Gebetszeiten am Tag einbauen k\u00f6nnen. Aber vielleicht kann es eine Inspiration sein, feste Zeiten des Gebets einzubauen, in denen wir auftanken. Vielleicht ist folgende Illustration hilfreich: kennt ihr das, wenn Kinder ungebeten st\u00e4ndig ins Arbeitszimmer hereinkommen, wenn wir Homeoffice machen, egal ob wir in Online-Meetings sind oder nicht? Und dass das im Lauf eines Tages so oft passiert, dass man es aufgegeben hat, mitzuz\u00e4hlen? Vielleicht kann diese H\u00e4ufigkeit eine Inspiration f\u00fcr uns sein. So d\u00fcrfen wir zu Gott kommen.<br \/>\nDer zweite Punkt ist: Gnade durch Danken. \u201eSeid dankbar in allen Dingen\u201c, sagt der Text. Ganz wichtig hier ist: Der Text sagt nicht, seid dankbar f\u00fcr alle Dinge. Es gibt schreckliche Ereignisse, abscheuliche Bosheiten in dieser Welt. Daf\u00fcr braucht kein Mensch dankbar zu sein. Aber wir d\u00fcrfen in allen Dingen dankbar sein: dankbar, wenn es uns gut oder schlecht geht; dankbar, wenn wir gesund oder wenn wir krank sind; dankbar in Zeiten des Friedens und in Zeiten des Unfriedens; dankbar, wenn wir uns freuen und wenn wir traurig sind; dankbar in allen Situationen.<br \/>\nWir haben n\u00e4chste Woche noch einmal eine ganze Predigt zum Thema Danken. Und deshalb will hier nicht zu viel vorwegnehmen. Nur ein wichtiger Punkt: vorhin habe ich bereits erw\u00e4hnt, dass das griechische Wort f\u00fcr Danken eucharisteo ist. Ann Voskamp, eine kanadische, christliche Autorin, hatte im Alter von vier Jahren ihre j\u00fcngere Schwester bei einem Unfall verloren. Sie selbst litt unter Selbsthass und hatte Panikattacken. Aber dann machte sie die Entdeckung ihres Lebens, als sie das Abendmahl studierte. Jesus nahm das Brot, dankte, und brach es, die Eucharistie. In diesem einen Wort eucharisteo sieht sie Gnade, Freude und Dank, die wie drei F\u00e4den miteinander verwoben sind. Und das ver\u00e4ndert ihr Leben.<br \/>\nVoskamp macht eine Liste mit Dankanliegen. Gro\u00dfe und kleine Dankanliegen. Vor zwei Monaten hatte ich \u00fcber eine Challenge gesprochen. Wenn ihr keine zuverl\u00e4ssigen Beter seid, versucht 4 Wochen lang jeden Tag 20 Minuten oder mehr zu beten. Jeder kann ein Beter sein. Hier ist eine neue Challenge: im Lauf dieses Jahres 1.000 Dankanliegen zu finden. Die Gr\u00fcnde dankbar zu sein, sind bereits da wie die Ostereier in einem Garten, den die Eltern f\u00fcr die Kinder vorbereitet haben. Wir m\u00fcssen sie nur finden und sammeln. Gestern habe ich angefangen und die ersten 30 Anliegen gesammelt.<br \/>\nHier sind ein paar dieser Dankanliegen:<br \/>\n\u2022 F\u00fcr Serie \u00fcber das Gebet am Anfang des Jahres, die so segensreich f\u00fcr mein Leben war und noch immer ist.<br \/>\n\u2022 Dass Darren im Moment krebsfrei ist und die Behandlung bisher den gew\u00fcnschten Therapieerfolg gebracht hat.<br \/>\n\u2022 F\u00fcr die montagmorgens Gebetsstunden \u00fcber die Psalmen.<br \/>\n\u2022 F\u00fcr Onkel Werner, der in seinem betagten Alter ein so kindliches Herz hat und sich mit r\u00fchrender Liebe und Hingabe um die geistlichen N\u00f6te der Kinder k\u00fcmmert.<br \/>\nUnd auch ganz triviale Anliegen:<br \/>\n\u2022 F\u00fcr Graces leckere Mandus, die sie anl\u00e4sslich von Luis Geburtstag mit viele Liebe und Hingabe gemacht hat, als die Kinder in der Schule waren<br \/>\n\u2022 Der Geruch von frisch gemahlenen Kaffee, der einzigartig und ansprechend ist.<br \/>\n\u2022 F\u00fcr Eliots dickes B\u00e4uchlein und seine perfekten Oberschenkel und die Tatsache, wie er seine Kuscheltiere Winnieh Puuh, Tigger und I-Ah liebt<br \/>\nImmer wenn wir neue Dankanliegen gesammelt haben, k\u00f6nnen wir zu Gott kommen und ihm Dankesch\u00f6n sagen, daf\u00fcr, dass Er uns immer und immer wieder aufs Neue mit seiner Gnade und G\u00fcte beschenkt. Das Gebet selbst ist ein Geschenk von Gott, dem Geber von allen guten Gaben. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir allezeit beten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Betet allezeit \u201eFreut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt f\u00fcr alles; denn das ist der Wille Gottes f\u00fcr euch in Christus Jesus.\u201c (1. Thessalonicher 5,16-18) Der Text heute ist kurz genug, dass man ihn in weniger als f\u00fcnf Minuten auswendig lernen kann. 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