{"id":10498,"date":"2022-02-20T11:00:20","date_gmt":"2022-02-20T10:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10498"},"modified":"2022-11-18T12:18:38","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:38","slug":"predigt-psalm-3-gebet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-psalm-3-gebet\/","title":{"rendered":"Predigt: Psalm 3   &#8211;   Gebet"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/2022-SL-Gebet-7_Ps3.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Morgenlied in schwieriger Zeit<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eAber du, Herr, bist der Schild f\u00fcr mich, du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Psalm 3,4)<\/p>\n<p>In unserer Reihe zum Gebet betrachten wir zurzeit verschiedene Psalmen. Dadurch wollen wir Beispiele f\u00fcr Gebete in unterschiedlichen Lebenslagen kennenlernen und Anregungen und Ermutigung f\u00fcr unser eigenes Gebet bekommen. Letzte Woche haben wir Psalm 47 betrachtet; darin wird Gott gepriesen, weil er der K\u00f6nig \u00fcber die ganze Erde ist, und auch wir werden aufgefordert, Gott zu lobsingen. Aber nicht alle Psalmen sind solche Lobpreislieder. Der Psalm 3, den wir heute betrachten, ist vom Inhalt und Charakter her ganz anders. Der Grund daf\u00fcr ist, dass dieser Psalm in einer Zeit schwerer Not entstanden ist. Bei vielen Psalmen erfahren wir nicht, in welcher Situation sie geschrieben wurden. Aber der Vers 1 sagt: \u201eEin Psalm Davids, als er vor seinem Sohn Absalom floh.\u201c David verfasste also diesen Psalm in der Zeit, als sein eigener Sohn versuchte, ihn vom Thron zu st\u00fcrzen. Lasst uns heute lernen, wie wir in gro\u00dfer Not beten und neues Vertrauen und Frieden in Gott finden k\u00f6nnen! Die Predigt hat drei Teile: erstens, die Not; zweitens, die Wende; drittens, Anwendungen.<\/p>\n<p><strong>I. Die Not (1-3)<\/strong><\/p>\n<p>Um dieses Gebet von David richtig verstehen zu k\u00f6nnen, wollen wir am Anfang den Hintergrund betrachten, auf den uns der Vers 1 hinweist. Das ist m\u00f6glich, weil diese Ereignisse im 2. Buch Samuel ausf\u00fchrlich beschrieben werden. Es begann eigentlich damit, dass David mit Batseba Ehebruch beging und danach, als sie schwanger wurde, veranlasste, dass ihr Mann an der Front umkam, um seine S\u00fcnde zu vertuschen. Gott k\u00fcndigte ihm durch den Propheten an, dass er Unheil \u00fcber ihn aus seinem eigenen Haus kommen lassen und seine Frauen vor seinen Augen nehmen und seinem N\u00e4chsten geben wollte (2. Sam 12,11). Viele Jahre sp\u00e4ter passierte es, dass Davids \u00e4ltester Sohn Amnon seine Halbschwester Tamar vergewaltigte. David wurde dar\u00fcber sehr zornig; aber er bestrafte Amnon nicht, weil er sein erstgeborener Sohn war (2. Sam 13,1-22). Zwei Jahre sp\u00e4ter lie\u00df Absalom, Tamars Bruder, Amnon durch seine Knechte t\u00f6ten und floh ins Exil (2. Sam 13,23-37). Drei Jahre sp\u00e4ter erlaubte ihm David, wieder nach Jerusalem zur\u00fcckzukommen. Nach zwei weiteren Jahre empfing David ihn wieder und k\u00fcsste ihn, als Zeichen, dass er ihm vergab und ihn wieder annahm (2. Sam 14).<br \/>\nAber Absalom erzeigte sich danach gar nicht dankbar, sondern arbeitete zielstrebig darauf hin, selbst an die Macht zu kommen. Er fuhr immer mit einer Kutsche durch die Stadt und lie\u00df dabei f\u00fcnfzig M\u00e4nner vor sich hergehen. Er machte sich im Volk durch Versprechen und Schmeicheleien beliebt und sch\u00fcrte bei ihnen eine Unzufriedenheit \u00fcber seinen Vater. Es hei\u00dft: \u201eSo stahl Absalom das Herz der M\u00e4nner Israels.\u201c (2. Sam 15,6). Nach vier weiteren Jahren ging er unter einem Vorwand nach Hebron und versammelte dort viele M\u00e4nner, um einen Aufstand gegen seinen Vater zu organisieren (2. Sam 15,7-12). David erfuhr davon und musste aus Jerusalem fliehen. Absalom zog in Jerusalem ein und bezog den K\u00f6nigspalast. Auf dem Dachgarten des Palasts lie\u00df er ein Zelt aufbauen und schlief dort vor den Augen des Volkes mit den Nebenfrauen seines Vaters. Dadurch erf\u00fcllte sich das Wort des Propheten Nathan, das er nach Davids S\u00fcnde geredet hatte.<br \/>\nDas war die Not, in die David geraten war. Wie muss das f\u00fcr ihn gewesen sein? Er muss zutiefst frustriert und zerknirscht gewesen sein, weil sein eigener Sohn ihn vom Thron jagte und ihn mit Truppen verfolgte. Ein gro\u00dfer Teil des Volks wandte sich von David ab und unterst\u00fctzte Absaloms Aufstand, obwohl David dem Volk damals schon etwa drei\u00dfig Jahre lang gedient hatte. Was f\u00fcr eine tiefe Entt\u00e4uschung und was f\u00fcr ein Schmerz muss das f\u00fcr David gewesen sein! Es war wohl die gr\u00f6\u00dfte Trag\u00f6die seines Lebens. Dazu kam noch, dass das Ganze nicht allein die Schuld von Absalom war. Nat\u00fcrlich war es Absaloms Hochmut, seine Undankbarkeit und schwerer Mangel an Respekt und seine Machtgier. Aber David war wohl bewusst, dass er auch eine Mitschuld hatte, da er Amnon damals nicht bestraft hatte. Es war auch eine Folge seiner fr\u00fcheren S\u00fcnde des Ehebruchs und des Mords. David war also sowohl \u00e4u\u00dferlich als auch innerlich in gr\u00f6\u00dfter Not.<br \/>\nWas machte David in dieser Not? David betete. Betrachten wir Vers 2: \u201eAch, Herr, wie sind meiner Feinde so viel und erheben sich so viele wider mich!\u201c David kam mit der Not im Gebet zu Gott. Seine Worte \u201eAch, Herr &#8230;\u201c sind eine Klage, sie dr\u00fccken aus, wie belastet er war und wie gro\u00df seine ganze Frustration und Sorge waren. Er klagte dar\u00fcber, dass so viele seiner Leute nun seine Feinde geworden waren und ihn nun bedrohten. David brachte die ganze Misere vor Gott.<br \/>\nViele Menschen neigen dazu, vor bestimmten Problemen oder N\u00f6ten ihre Augen zuzumachen oder die Realit\u00e4t zu besch\u00f6nigen, weil sie sie nicht ertragen k\u00f6nnen. Aber Davids sieht der Realit\u00e4t ins Auge und bringt sie im Gebet vor Gott. Sein Gebet ist sehr ehrlich. Er schildert Gott seine Notlage und bringt dabei auch seine Gef\u00fchle zum Ausdruck. Er wei\u00df nicht, ob er den Angriff Absaloms \u00fcberstehen wird. Er brauchte Gottes Hilfe.<br \/>\nAn diesem Punkt gab es ein weiteres Problem. Im Vers 3 sagt er: \u201eViele sagen von mir: Er hat keine Hilfe bei Gott.\u201c Inmitten seiner Notlage wurde David zus\u00e4tzlich auch dadurch angefochten, dass viele von ihm behaupteten, dass Gott ihm nicht mehr helfen wolle. Ihre Worte konnten David versuchen, seinen Glauben an Gottes Liebe zu ihm zu verlieren und v\u00f6llig hilflos zu werden. Viele Gl\u00e4ubige werden in Bedr\u00e4ngnissen durch den Gedanken angefochten, dass Gott sie nicht mehr lieben und ihnen nicht mehr helfen w\u00fcrde. Der Satan fl\u00f6\u00dft ihnen solche Gedanken ein, um ihren Glauben an Gottes Liebe zu besch\u00e4digen und zu zerst\u00f6ren. Vielleicht haben auch manche von uns das schon erlebt oder erleben es sogar zurzeit. Dieser Angriff ist das gr\u00f6\u00dfte und potenziell schwerste Problem \u00fcberhaupt. Was k\u00f6nnen wir dann tun? Was tat David in solcher Not? Wir sehen hier, dass David mit der ganzen Not zu Gott gekommen ist und im Gebet alles vor ihn gebracht hat. Er hat sich nicht selbst betrogen und das Problem verharmlost oder klein geredet. Viele versuchen, Probleme kleinzureden oder ihre Augen davor zuzumachen, weil sie selbst keine L\u00f6sung daf\u00fcr haben und hilflos sind. Andere beten nicht, weil sie zu sehr auf sich selbst vertrauen oder auf andere Menschen oder auf die Umst\u00e4nde, die zu einer Verbesserung f\u00fchren k\u00f6nnten. Beides ist eine Flucht vor der Realit\u00e4t. Aber David schaute der Realit\u00e4t ins Auge und brachte sie zu Gott. Er betete, weil er wusste, dass er sich in dieser Not nicht selbst helfen und sich auch nicht auf andere Menschen verlassen konnte. Deshalb betete er und brachte seine ganze Not zu Gott. M\u00f6ge Gott auch jedem von uns helfen, in schwierigen Zeiten nicht auf uns selbst zu vertrauen oder unsere Augen vor der Not zuzumachen, sondern sie im Gebet vor Gott zu bringen und seine Hilfe zu suchen!<\/p>\n<p><strong>II. Die Wende (4-9)<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben eben gelernt, dass es besonders in schwierigen Zeiten wichtig ist, dass wir zu Gott kommen. Aber es ist auch wichtig, wie wir das tun. Manche Christen, vielleicht auch einige unter uns, haben schon die Erfahrung gemacht, dass, obwohl sie Gott im Gebet bestimmte Probleme oder N\u00f6te sagen, die sie nicht wirklich an Gott abgeben k\u00f6nnen und keinen Frieden im Gebet finden, und dass die Probleme auch nicht gel\u00f6st werden. Sie haben leicht den Eindruck, dass sie im Gebet nicht weiterkommen und dass ihr Gebet wenig und nichts bringen w\u00fcrde; wodurch sie nach einer Weile entmutigt werden und es ihnen schwerf\u00e4llt, \u00fcberhaupt zu beten. Das kann verschiedene Gr\u00fcnde haben. Ein Grund daf\u00fcr kann sein, dass sie sich im Gebet haupts\u00e4chlich mit der Situation besch\u00e4ftigt und zu wenig mit Gott.<\/p>\n<p>Davids Gebet war anders. Wenn wir unseren Psalm weiterlesen, sehen wir, dass David bei der Schilderung seiner Not nicht stehen blieb. Im Vers 4 betet er weiter: \u201eAber du, Herr, bist der Schild f\u00fcr mich, du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor.\u201c Hier finden wir eine Wende in seinem Gebet. David spricht hier nicht mehr \u00fcber seine Notlage, sondern \u00fcber Gott. Er schaut nun auf Gott und denkt daran, wer Gott ist und was er f\u00fcr seine Auserw\u00e4hlten tut. Diese ver\u00e4nderte Blickrichtung ver\u00e4nderte auch den Inhalt seines Gebets. Weil er auf Gott schaut, kann er nun seine Situation aus Gottes Sicht betrachten. Deshalb kann er bekennen: \u201eAber du, Herr, bist der Schild f\u00fcr mich.\u201c Ihm wird neu bewusst, dass Gott da ist und ihm nicht nur einen gewissen vagen Schutz gibt, sondern dass Gott selbst der Schild ist, der ihn rundherum sch\u00fctzt. Obwohl David wohl wusste, dass er an der ganzen Entwicklung eine Mitschuld hatte, verwickelte er sich nicht in Selbstanklagen und Zweifel, sondern konnte den Glauben an Gottes Liebe zu ihm festhalten, weil er betete und dabei auf Gott schaute.<\/p>\n<p>Als er mit dieser Haltung betete, konnte er auch andere Probleme im Gebet \u00fcberwinden, wie zum Beispiel die tiefe Dem\u00fctigung, die er gerade erlebte. Im Vers 4 sagt er weiter: \u201eDu bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor.\u201c Davids Ehre war durch gewaltsamen Aufstand schwer besch\u00e4digt. Nach dem Bericht im 2. Buch Samuel wurde David sogar von einem Mann mit Erdbollen und Steinen beworfen, als er aus Jerusalem floh, und vor allen Leuten als Bluthund beschimpft und verflucht. Davids Ehre war wirklich am Boden. Aber als sein Offizier vorschlug, den Mann auf der Stelle zu bestrafen, lie\u00df David es nicht zu, sondern sagte, dass man ihn fluchen lassen sollte, weil Gott ihm geboten h\u00e4tte, David zu fluchen. Davids Reaktion war \u00fcberraschend. Durch unseren Psalm k\u00f6nnen wir verstehen, warum er so reagierte. Davids Ehre war in Gott. Gott selbst war seine Ehre, deshalb waren ihm nur Gottes Ehre und seine Beziehung zu ihm wichtig, und nicht, was die Menschen von ihm dachten. Er wusste, dass sein ganzes Leben in Gottes Hand ist, und er glaubte, dass Gott sein Haupt emporheben w\u00fcrde, auch wenn er momentan am Boden lag.<br \/>\nWie dr\u00fcckt er weiter seine Zuversicht auf Gott aus? Er betet im Vers 5 weiter: \u201eIch rufe mit meiner Stimme zum Herrn, so erh\u00f6rt er mich von seinem heiligen Berge.\u201c David besinnt sich auf seine Erfahrung, dass Gott seine Gebete erh\u00f6rt. Dieser Glaube basierte wohl auf seinen Erfahrungen von vielen Jahren. Akut wusste er nicht, wie der Kampf von Absaloms Truppen gegen ihn ausgehen und ob er wieder nach Jerusalem zur\u00fcckkehren und als K\u00f6nig eingesetzt w\u00fcrde. Aber er hatte Ruhe im Herzen, weil er fest glaubte, dass Gott sein Gebet erh\u00f6rt.<br \/>\nMit dieser Zuversicht konnte er auch in der Nacht schlafen und morgens erholt aufwachen, obwohl Absaloms Truppen schon bald kommen w\u00fcrden. Er bekannte: \u201eIch liege und schlafe und erwache; denn der Herr h\u00e4lt mich. Ich f\u00fcrchte mich nicht vor vielen Tausenden, die sich ringsum wider mich legen\u201c (6.7). Auch wenn viele Tausend Soldaten ihn umzingeln w\u00fcrden, f\u00fcrchtete er sich doch nicht vor ihnen, weil er so fest darauf vertraute, dass Gott ihn besch\u00fctzen w\u00fcrde. Die ganzen Verse 4-7 sind genau genommen eigentlich keine Bitte, sondern sie dr\u00fccken Davids Vertrauen auf Gott aus. Jemand k\u00f6nnte fragen, was der Sinn von so einem Gebet ist. Aber es hat gro\u00dfen Sinn. Denn wenn wir Gott gerade in einer Not unser Vertrauen neu bekennen, wird Gott dadurch geehrt und unser Glaube wird gest\u00e4rkt.<br \/>\nDavid belie\u00df es aber nicht ganz allein bei Bekenntnissen seines Glaubens. Im Vers 8 sagt er: \u201eAuf, Herr, und hilf mir, mein Gott! Denn du schl\u00e4gst alle meine Feinde auf die Backe und zerschmetterst der Frevler Z\u00e4hne.\u201c Hier fordert er Gott direkt zum Handeln auf. Er tut das, weil er in dem bevorstehenden Kampf Gottes Hilfe wirklich braucht. Die Ausdrucksweise im Vers 8 mag manchem vielleicht zu martialisch vorkommen. Wir k\u00f6nnen David aber verstehen, wenn wir bedenken, dass ihm der Angriff einer ganzen Armee bevorstand, bei dem es um Leben und Tod ging und bei dem er Gottes Beistand unbedingt brauchte.<br \/>\nWie endet Davids Gebet? Im Vers 9a sagt er: \u201eBei dem Herrn findet man Hilfe.\u201c Hier bekennt er nochmal seinen Glauben, und zwar wie eine allgemeine Wahrheit: Bei dem Herrn findet man Hilfe (nach anderer \u00dcbersetzung: Rettung). Wer bei Gott Hilfe sucht, der findet bei ihm auch Hilfe und Rettung. Weil das allgemein so ist, ist David sich sicher, dass das auch f\u00fcr ihn in seiner Not gilt.<br \/>\nIm zweiten Teil von Vers 9 betet David schlie\u00dflich sogar f\u00fcr sein Volk: \u201eDein Segen komme \u00fcber dein Volk!\u201c Was f\u00fcr eine Entwicklung und Steigerung finden wir hier in seinem Gebet! David begann mit einer Klage \u00fcber seine Not. Danach schaute er auf Gott und bekannte Gott Vers f\u00fcr Vers sein Vertrauen auf ihn. Dieses Gebet macht David so frei von seiner ganzen Frustration, Angst und Sorge, dass er am Schluss Raum hat, an das Volk zu denken und f\u00fcr Gottes Segen f\u00fcr sie zu beten. So konnte er, obwohl er eigentlich selbst in gro\u00dfer Not war, als Hirte f\u00fcr das Volk beten, was Gott sicher gefiel. Er konnte bis zu diesem Punkt kommen, weil er sich in seinem Gebet nicht nur mit seiner Notlage besch\u00e4ftigte, sondern auf Gott schaute und seinen Glauben an ihn bekannte. Gott nahm sein Gebet gn\u00e4dig an und f\u00fcgte es, dass David wenige Tage sp\u00e4ter wieder als K\u00f6nig \u00fcber ganz Israel nach Jerusalem zur\u00fcckkehren konnte.<\/p>\n<p><strong>III. Anwendungen f\u00fcr uns<\/strong><\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr uns vielleicht nicht so schwer zu beten, wenn es uns gut geht und wir sichtlich unter Gottes Segen leben. Aber in schwierigen Zeiten f\u00e4llt es vielen schwer zu beten, obwohl sie da das Gebet eigentlich am meisten n\u00f6tig h\u00e4tten. Wenn wir selbst oder ein uns nahestehender Mensch ein ernstes Problem haben, kann es leicht passieren, dass wir uns von dem Problem und von den Gef\u00fchlen, die es in uns ausl\u00f6st, so vereinnahmen lassen, dass es uns schwerf\u00e4llt, mit Zuversicht daf\u00fcr zu beten.<\/p>\n<p>Davids Gebet im heutigen Psalm ermutigt uns dazu, auch in unseren N\u00f6ten zu Gott zu beten, egal wie gro\u00df und un\u00fcberwindbar sie auch aussehen m\u00f6gen. Wir d\u00fcrfen festhalten, dass Gott auch f\u00fcr uns der Schild ist, der uns sch\u00fctzt, und dass jeder bei ihm Hilfe findet, der sie ernsthaft bei ihm sucht. Dazu k\u00f6nnen wir folgende Punkte von Davids Gebet lernen:<\/p>\n<p>Zum einen sollen wir im Gebet ehrlich sein. Wir brauchen nicht zu versuchen, die Situation zu besch\u00f6nigen und Gott und uns selbst etwas vorzumachen. David hat die Situation Gott n\u00fcchtern geschildert und ehrlich gesagt, wie es ihm dabei ging. Wir d\u00fcrfen seinem Beispiel folgen.<\/p>\n<p>Zum andern sollten wir nicht bei der Klage \u00fcber die Not stehen bleiben. Nachdem David Gott seine Not geschildert hat, schaut er auf Gott und besch\u00e4ftigt sich mit ihm, mit seinem Wesen, seiner Treue und Macht. Daraufhin konnte er seine Situation aus Gottes Sicht sehen und konnte sein Vertrauen auf Gott festhalten und bekennen.<\/p>\n<p>Es ist auch f\u00fcr uns wichtig, dass wir in unserem Gebet auf Gott schauen lernen. Wir brauchen nicht die ganze Zeit im Gebet Gott unsere Not erkl\u00e4ren, da er sie schon kennt. Wir d\u00fcrfen sie Gott zwar wiederholt sagen, aber wenn sich unser Gebet nur darum dreht, verpassen wir die Gelegenheit, auf Gott zu schauen und zu erkennen, wie er uns helfen will. Deshalb ist es gut, wenn wir uns im Gebet nicht die ganze Zeit mit den Problemen besch\u00e4ftigen, sondern auch mit Gott und auf ihn schauen. Dann wird unser Gebet immer eine wertvolle, lebendige Gemeinschaft mit Gott sein, und wir werden nie mehr das Gef\u00fchl haben, dass es nur eine Pflicht oder gar nutzlos w\u00e4re. Vielmehr werden dann gerade auch in schwierigen Zeiten durch unser Gebet geistlich gest\u00e4rkt und erquickt werden und werden Gottes Hilfe erfahren, wie auch David es tat. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, auch in schwierigen Zeiten zu ihm zu beten und m\u00f6ge er jedes Gebet reichlich segnen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Morgenlied in schwieriger Zeit \u201eAber du, Herr, bist der Schild f\u00fcr mich, du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor.\u201c (Psalm 3,4) In unserer Reihe zum Gebet betrachten wir zurzeit verschiedene Psalmen. Dadurch wollen wir Beispiele f\u00fcr Gebete in unterschiedlichen Lebenslagen kennenlernen und Anregungen und Ermutigung f\u00fcr unser eigenes Gebet bekommen. 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