{"id":1049,"date":"2010-09-13T21:19:42","date_gmt":"2010-09-13T19:19:42","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1049"},"modified":"2023-01-29T20:51:15","modified_gmt":"2023-01-29T19:51:15","slug":"predigt-1-samuel-241-2544","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-samuel-241-2544\/","title":{"rendered":"Predigt: 1.Samuel 24,1 &#8211; 25,44"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/P12-1Sa2401-2544.doc.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>David f\u00fcrchtete Gott<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Aber danach schlug ihm sein Herz,<br \/>\ndass er den Zipfel vom Rock Sauls abgeschnitten hatte.\u201d<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Samuel 24,6)<\/p>\n<p>Seit langem f\u00fchrte David ein Leben auf der Flucht. Immer wieder entkam er Saul um Haaresbreiten. Dennoch blieb David trotz allen Bedrohungen und Schwierigkeiten ein Mann nach dem Herzen Gottes und das ist sehr bemerkenswert. Heute wollen wir uns fragen, warum David ein Mann nach dem Herzen Gottes war. Der heutige Titel liefert uns einen klaren Hinweis. David f\u00fcrchtete Gott. Wir wollen heute herausfinden was es hei\u00dft Gott zu f\u00fcrchten und wie wir uns an David ein Beispiel nehmen und M\u00e4nner und Frauen nach dem Herzen Gottes sein k\u00f6nnen. Der Herr helfe jedem von uns dabei.<\/p>\n<p><strong>Teil I\tDavid verschont Saul<\/strong> (1-8a)<\/p>\n<p>Was tat David, nachdem er seinem Verfolger entkommen war und was tat Saul? Betrachten wir Verse 1-3. David suchte in den Bergfesten bei En-Gedi Unterschlupf. Doch es dauerte nicht lange und Saul bekam davon spitz. Daraufhin mobilisierte er 3000 auserlesenen Soldaten, um sich David vorzunehmen.<\/p>\n<p>Welches Ereignis vollzog sich im Zuge dieser neuen Verfolgung? Betrachten wir Vers 4: <strong>\u201eUnd als  er kam zu den Schafh\u00fcrden am Wege, war dort eine H\u00f6hle, und Saul ging hinein, um seine F\u00fc\u00dfe zu decken. David aber und seine M\u00e4nner sa\u00dfen hinten in der H\u00f6hle.\u201c <\/strong>Dass sich David mit seinen M\u00e4nnern in H\u00f6hlen verstecken musste zeigt wie ernst und bedrohlich das Leben auf der Flucht war. Die Vielzahl an Kalksteinh\u00f6hlen bot sicheren Schutz. Doch eines Tages m\u00fcssen David und seine M\u00e4nner aus der Ferne die Soldaten Sauls erblickt haben. Nun hie\u00df es Vorsicht walten zu lassen. Sie lie\u00dfen Sauls Soldaten nicht aus den Augen. Welche Richtung w\u00fcrden sie einschlagen? Sie kamen immer n\u00e4her, als w\u00fcrden sie ausgerechnet die H\u00f6hle anvisieren, indem sich die Fl\u00fcchtlinge versteckten. Und unglaublich aber wahr n\u00e4herten sie sich genau dieser H\u00f6hle. Nun wurde die Situation brenzlig. Schnell versteckten sich David und die anderen ganz hinten in der H\u00f6hle. W\u00e4hrenddessen kam Saul hinein. Alle setzten sich hin und hielten den Atem an. Ja nicht husten oder nie\u00dfen. Warum war Saul ausgerechnet in diese H\u00f6hle gekommen? Hatte es einen Informanten gegeben, einen Verr\u00e4ter? Doch Saul war gekommen um, gepflogen ausgedr\u00fcckt, seine F\u00fc\u00dfe zu decken. In Wirklichkeit wollte er seinen nat\u00fcrlichen Bed\u00fcrfnissen nachkommen, auf Gutdeutsch: er musste aufs Klo. Und nicht selten erwartet einen im \u201estillen \u00d6rtchen\u201c die eine oder andere \u00dcberraschung. Manchmal findet man kein Toilettenpapier, manchmal findet man Dinge, die man nicht finden m\u00f6chte. Was fand Saul? Saul fand David bzw. David fand Saul.<\/p>\n<p>Das Unberechenbare war geschehen. Wie bewerteten die M\u00e4nner Davids diese prek\u00e4re Situation? Betrachten wir Vers 5a: <strong>\u201eDa sprachen die M\u00e4nner Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von dem der Herr zu dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine H\u00e4nde geben, dass du mit ihm tust, was dir gef\u00e4llt.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die M\u00e4nner Davids war der Sachverhalt glasklar. Nach der langen Periode der Verfolgung, der Unterdr\u00fcckung, der Bedrohung, der Schikane und der Ungerechtigkeit war die Zeit der Wende gekommen. Gottes Strafgericht hatte zur vollen Stunde geschlagen. Endlich hatte Gott David die goldene Gelegenheit zum Gegenschlag gegeben. Saul war David ausgeliefert, nun sollte er f\u00fcr alle Verbrechen b\u00fc\u00dfen. Die H\u00f6hle schien sein vorbestimmtes Grab zu sein. Mit einem Schlag h\u00e4tte David nicht nur seinen Feind bezwingen und seinem Fl\u00fcchtlingsdasein ein Ende setzten k\u00f6nnen, sondern h\u00e4tte auch die vorbestimmte Macht f\u00fcr sich und f\u00fcr seine M\u00e4nner ergreifen k\u00f6nnen. Ein kleiner Schlag f\u00fcr einen Menschen, aber ein gro\u00dfer Schlag f\u00fcr die Menschheit (zumindest f\u00fcr David und seine M\u00e4nner). Schlie\u00dflich war David f\u00fcr das Leben und die Sicherheit seiner M\u00e4nner verantwortlich. Au\u00dferdem sollte David ohnehin K\u00f6nig werden. Es musste einfach der Wille Gottes gewesen sein.<\/p>\n<p>Was h\u00e4tte David mit Saul anstellen k\u00f6nnen? David h\u00e4tte, wie ihm seine M\u00e4nner ans Herz gelegt hatten, alles M\u00f6gliche mit Saul anstellen k\u00f6nnen. Saul war David v\u00f6llig ausgeliefert. Abraham Lincoln sagte einmal: \u201eWillst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.\u201c Bisher hatte Saul immer die \u00fcberlegene Macht \u00fcber David gehabt. Und mit seiner Macht hatte er stets versucht David umzubringen. Dadurch hatte er sich als bodenlosen Tyrann erwiesen, der weder Gott noch Menschen f\u00fcrchtete, auch kein b\u00f6ses Verbrechen scheute.<\/p>\n<p>Nun hatte sich der Spie\u00df gedreht. David war am Dr\u00fccker. Was tat David mit der pl\u00f6tzlich gewonnenen Macht? Betrachten wir die Verse 5b-8a: \u201e<strong>Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls.\u201c <\/strong>Als sich David nach dem Gespr\u00e4ch mit seinen M\u00e4nnern erhob und sich Richtung Saul begab, m\u00fcssen deren Herzen vor Freude geh\u00fcpft haben. Nun war es soweit. Die Freiheit war zum ergreifen nahe. David nahm das Messer und ging zu Saul. Doch David kam mit einem Zipfel zur\u00fcck! Er kam nicht mit dem K\u00f6nigreich oder der Krone, sondern mit einem Zipfel. David legte keine Hand an den K\u00f6nig. Er tat ihm kein Leid an. Das Einzige was in Mitleidenschaft gezogen wurde war der Rock Sauls. Und selbst diese Aktion verursachte David Gewissensbisse, wie es hei\u00dft: \u201e<strong>Aber danach schlug ihm sein Herz, dass er den Zipfel vom Rock Sauls abgeschnitten hatte, und er sprach zu seinen M\u00e4nnern: Das lasse der Herr ferne von mir sein, dass ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des Herrn; denn er ist der Gesalbte des Herrn. Und David wies seine M\u00e4nner von sich mit harten Worten und lie\u00df sie sich nicht an Saul vergreifen\u201c.<\/strong><\/p>\n<p>Was erfahren wir hierdurch \u00fcber David? David h\u00e4tte die Denkweise seiner M\u00e4nner adoptieren k\u00f6nnen. Gott hatte Saul zu ihm gef\u00fchrt. Gott hatte ihm Macht \u00fcber Saul gegeben. \u201eDas muss der Wille Gottes sein! Der K\u00f6nig ist tot, es lebe der K\u00f6nig.\u201c Diese Vorgehensweise ist sehr verf\u00fchrerisch. Doch sie zeigt den Ma\u00dfstab unseres Handelns. Wenn wir nach unserem eigenen Vorteil handeln, ist unser Eigenwohl Ma\u00dfstab unseres Lebens und nicht der lebendige Gott. Dies kann zu Mord und Todschlag f\u00fchren, Hauptsache man erreicht sein Ziel. Genau das verlangten die M\u00e4nner von David.<\/p>\n<p>Doch an dieser Stelle zeigt sich Davids Gr\u00f6\u00dfe. David war nicht jemand der die Situation zu seinem Gunsten auslegte und ausnutzte. Vielmehr schlug ihm sein Herz. Das bedeutet nicht, dass er aus Angst vor Saul Herzrasen bekam. David hatte sich selbst in jungen Jahren als furchtlosen Krieger erwiesen. Er f\u00fcrchtete weder wilde Tiere noch wilde Menschen, weder B\u00e4ren noch L\u00f6wen, auch keine Riesen oder K\u00f6nige. Es war einzig und allein die Furcht vor dem Allgegenw\u00e4rtigen und Allm\u00e4chtigen, der Davids Herz in seiner Brust schlagen lie\u00df. Als er den Zipfel abschnitt und in der Hand hielt, drehten sich pl\u00f6tzlich alle Gedanken um Gott, der Saul zum K\u00f6nig gesalbt hatte. Wie konnte David sich an den Gesalbten Gottes vergreifen? David f\u00fcrchtete Gott, den ewigen, der weder Anfang noch Ende hat, der nicht zu vergleichen ist mit einem Menschen, dem Heiligen, der nicht nur die Reflektion der \u00e4u\u00dferen Erscheinung sieht, sondern direkten Einblick in die Verborgenheit des Herzens hat.<\/p>\n<p>David f\u00fcrchtete den Herrn. Deshalb bereute er seine Tat. Schlie\u00dflich geh\u00f6rte der Zipfel zum Rock und der Rock geh\u00f6rte zu Saul und er war nicht berechtigt dem gesalbten K\u00f6nig auch nur ein Haar zu kr\u00fcmmen. Wir sehen welchen Unterschied es macht, Gott zu f\u00fcrchten oder nicht. Wir sehen den Unterschied gerade durch den Vergleich zwischen Saul und David. Von Saul wissen wir, dass er sich vor Menschen f\u00fcrchtete, wie etwa vor dem Riesen Goliath. Er versteckte sich vor den Feinden. Er f\u00fcrchtete sich auch vor David, weil dieser K\u00f6nig an seiner statt werden w\u00fcrde. Gott f\u00fcrchtete er aber nicht. Deshalb nahm sein Leben einen unheilvollen Verlauf. Menschenfurcht und fehlende Gottesfurcht lie\u00dfen ihn das verbotene Opfer darbringen, den Bann an die Amalekiter nicht vollbringen, daf\u00fcr den Bann an die 85 Priester und der ganzen Priesterstadt, geschweige denn die vielen Mordversuche an David, dem auserw\u00e4hlten und gesalbten Gottes.<\/p>\n<p>David aber war das Gegenst\u00fcck zu Saul. Er f\u00fcrchtete nichts und niemanden auf dieser Erde, aber daf\u00fcr Gott im Himmel. Das ist der Grund, warum Samuel einst dem Saul prophezeit hatte: <strong>\u201eDer Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen\u201c<\/strong> (1.Sam. 13,14) Gott selbst hatte zu Samuel gesprochen: <strong>\u201eEin Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.\u201c<\/strong> (1.Sam. 16,7) Und im Herzen Davids versp\u00fcrte Gott Wohlgefallen.<\/p>\n<p>Was will der Herr uns durch den heutigen Text mitteilen? Wir sollen uns folgende Frage stellen: Ist es m\u00f6glich, dass ich Gott durch mein Sein gefallen kann? Wie ist es m\u00f6glich, dass Gott sich freut, wenn er in mein Herz schaut? Wie kann ich Gott gefallen, anstatt ihn abzuschrecken und zu entsetzen?<\/p>\n<p>Die Antwort die uns heute durch David geliefert wird ist \u201eGottesfurcht\u201c. Und David ist ein gutes Beispiel. Er war nicht perfekt, deshalb beging selbst er zeit seines Lebens viele Fehler. Doch weil er Gott grunds\u00e4tzlich in seinem Herzen und in seinem Leben f\u00fcrchtete, schenkte Gott ihm geistliche Sensibilit\u00e4t, so dass sein Herz selbst dann schlug, als er nur den Zipfel abschnitt. M\u00f6ge Gott jedem von uns Gottesfurcht und Sensibilit\u00e4t schenken. M\u00f6ge er uns davor bewahren unseren Willen mit Gottes Willen zu vertauschen. M\u00f6ge die Verherrlichung Gottes immer unser h\u00f6chstes Prinzip sein. Das ist eine Herzenseinstellung, die Gott \u00fcber alle Ma\u00dfen gef\u00e4llt. Gott helfe jedem von uns dabei!<\/p>\n<p><strong>Teil II\tDavids Demut und Wahrhaftigkeit und Sauls Einsicht (8b-23)<\/strong><\/p>\n<p>David lie\u00df die Finger von Saul. Was geschah, als Saul die H\u00f6hle verlassen wollte? Betrachten wir Verse 8b-16. Als Saul die H\u00f6hle verlie\u00df, <strong>\u201emachte sich auch David auf ihm nach und ging aus der H\u00f6hle und rief Saul nach und sprach: Mein Herr und K\u00f6nig! Saul sah sich um. Und David neigte sein Antlitz zur Erde und fiel nieder.\u201c<\/strong> David zeigte sich seinem Verfolger. Das war ein mutiger Schritt. Doch David bot ihm nicht die Stirn. Vielmehr fiel er vor Saul nieder. Das war ein dem\u00fctiger Akt der Ehrerbietung. David handelte entgegen jeglicher Erwartung. Wir wollen nicht wissen was seine M\u00e4nner sich dabei gedacht haben m\u00fcssen. Danach setzte er zu einem langen und beeindruckenden Vortrag an. <strong>\u201eWarum h\u00f6rst du auf das Geschw\u00e4tz der Menschen, die da sagen: David sucht dein Ungl\u00fcck?\u201c<\/strong> Dieses Ger\u00fccht war ein Hirngespinst, dummes Geschw\u00e4tz ohne Signifikanz. Den Beweis daf\u00fcr liefert David im Vers 11: <strong>\u201eSiehe, heute haben deine Augen gesehen, dass dich der Herr in meine Hand gegeben hat in der H\u00f6hle, und man hat mir gesagt, dass ich dich t\u00f6ten sollte. Aber ich habe dich verschont; denn ich dachte: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte des Herrn.\u201c<\/strong> Das Beweisst\u00fcck hielt David in seiner Hand und er sprach zu seinem blutr\u00fcnstigen Verfolger: <strong>\u201eMein Vater, sieht doch hier den Zipfel deines Rocks in meiner Hand! Dass ich den Zipfel von deinem Rock schnitt und dich nicht t\u00f6tete, daran erkenne und sieh, dass meine H\u00e4nde rein sind von Bosheit und Emp\u00f6rung. Ich habe mich nicht an dir vers\u00fcndigt; aber du jagst mir nach, um mir das Leben zu nehmen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die Art und Weise wie David Saul begegnete ist erstaunlich. Sowohl Davids Handlungen als auch seine Worte sind dabei alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. Sowohl in der Vergangenheit, wie auch in unserer Zeit streben Opfer oder Angeh\u00f6rige von unschuldigen Opfern nach Vergeltung. Sie ruhen nicht bis Justiz oder Selbstjustiz ausge\u00fcbt wird.<\/p>\n<p>Wir sehen aber dass David anders war. Er fiel vor Saul nieder und im Vers 15 bezeichnete er sich selbst als einen toten Hund und einen einzelnen Floh. Ein toter Hund bei\u00dft nicht, er bellt nicht einmal. Und ein einzelner Floh ist kaum zu sehen und juckt mich nicht. Saul hatte wirklich keinen Grund David nach dem Leben zu trachten.<\/p>\n<p>Was zeichnete David neben seiner Demut noch aus? Betrachten wir die Verse 13 und 16: <strong>\u201eDer Herr wird Richter sein zwischen mir und dir und mich an dir r\u00e4chen, aber meine Hand soll dich nicht anr\u00fchren\u201c \u201eDer Herr sei Richter und richte zwischen mir und dir und sehe darein und f\u00fchre meine Sache, dass er mir Recht schaffe wider dich!\u201c<\/strong> In aller Demut blieb David dennoch wahrhaftig. Er suchte nicht Saul zu gefallen um sich Sicherheit zu erschmeicheln. Stattdessen verk\u00fcndete er ihm Gottes Gericht. Sein fast schon unversch\u00e4mter Gerechtigkeitssinn zeugt von seinem wahrhaftigen Glauben an Gott. Gott w\u00fcrde Richter zwischen ihnen sein und Gott w\u00fcrde David r\u00e4chen. Gott w\u00fcrde Davids Sache f\u00fchren und ihm wieder Saul Recht schaffen. Wir sehen den Glauben aus dem David redete. Weil er an Gott glaube und Gott f\u00fcrchtete, \u00fcberlie\u00df er Gott allein das Gericht, von Eigenjustiz war er g\u00e4nzlich abgeneigt.<\/p>\n<p>Auch in dieser Hinsicht ist uns David Vorbild. Denn gerade die Kombination von Demut und Wahrhaftigkeit ist ein Merkmal seiner geistlichen Pers\u00f6nlichkeit. Auch wir sind von Gott berufen worden um einen guten geistlichen Einfluss in unserer Umgebung auszu\u00fcben. Wir wollen ein Segen f\u00fcr die Menschen sein wie David und nicht ein Fluch wie Saul. Deshalb m\u00fcssen auch wir in Demut und Wahrhaftigkeit wandeln. Demut haben wir n\u00f6tig, damit wir nicht wie Besserwisser her\u00fcber kommen. Niemand will mit einem Besserwisser Gemeinschaft haben. Selbst die gute und wertvolle Botschaft des Evangeliums wird nicht ankommen, wenn wir nicht dem\u00fctig sind. Wir haben aber gute Vorbilder und an erster Stelle steht unser Herr Jesus selbst, der sanftm\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig ist (vgl. Mt. 11,29). Doch Demut allein hilft niemandem. Sie toleriert vielmehr jede Schlechtigkeit im Menschen.<\/p>\n<p>Von David lernen wir Demut und Wahrhaftigkeit. Denn wir m\u00fcssen die vorhandenen Probleme ansprechen. Wir m\u00fcssen Gottes Gericht verk\u00fcnden. Als geistliche Wegweiser f\u00fcr die Studenten in unserer Stadt ben\u00f6tigen wir Demut und Wahrheit. Gott erf\u00fclle jeden von uns mit Demut und Wahrheit, damit wir dem Bild unseres Herrn immer \u00e4hnlicher werden, der voller Gnade und Wahrheit ist (vgl. Joh. 1).<\/p>\n<p>Was bewirkte der imposante Vortrag Davids in Saul, den wir als blutr\u00fcnstigen und unberechenbaren Tyrann kennen gelernt haben, der sogar seinen Sohn Jonatan umbringen wollte, weil er mit David befreundet war? Betrachten wir die Verse 17 und 18: <strong>\u201eAls nun David diese Worte zu Saul geredet hatte, sprach Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine Stimme und weinte und sprach zu David: Du bist gerechter als ich, du hast mir Gutes erwiesen, ich aber habe dir B\u00f6ses erwiesen.\u201c<\/strong> Wir erfahren eine gute und eine schlechte Nachricht. Fangen wir mit der guten Nachricht an. Die Worte Davids, die dem\u00fctige Haltung Davids und die Tatsache, dass er Sauls Leben verschont hatte, bewirkten etwas Unerwartetes in Saul. Endlich wurde er von seiner geistlichen Blindheit befreit. David hatte ihn als Vater angeredet und Saul, dessen Herz offensichtlich getroffen wurde, antwortet mit \u201emein Sohn David\u201c. Daraufhin fing er an laut zu weinen. Er erkannte in David den Gerechten, der B\u00f6ses mit Gutem vergalt. Und in sich selbst erkannte er den B\u00f6swilligen, den Verkehrten, der B\u00f6ses tat. <strong>\u201eWo ist jemand, der seinen Feind findet und l\u00e4sst ihn mit Frieden seinen Weg gehen? Der Herr vergelte dir Gutes f\u00fcr das, was du heute an mir getan hast!\u201c<\/strong> Durch den Sinneswandel erkannte er nicht nur die Wahrheit \u00fcber sich selbst und \u00fcber David, sondern auch \u00fcber die Geschichte Gottes. <strong>\u201eNun siehe, ich wei\u00df, dass du K\u00f6nig werden wirst und das K\u00f6nigtum \u00fcber Israel durch deine Hand Bestand haben wird\u201c<\/strong>. Saul spricht Worte, die wir ihm niemals zugetraut h\u00e4tten. Er ist jemand, der sich und die Welt vor Gott erkennt. Und er ist jemand, der von seinen b\u00f6sen und verkehrten Wegen abweicht. Somit zeigt Saul mit allen Worten die er hier redet und allen Tr\u00e4nen, die er weint, die Wirkung von Bu\u00dfe vor Gott. Nicht David war der Stachel in seinem Fleisch, sondern seine falsche Sicht. Durch Bu\u00dfe fiel alles von ihm ab. Alles was ihm uns\u00e4gliche Qualen bereitet hatte wich mit einem Male. Hass, Mord und seine notorische Feindseligkeit wurden beendet. So konnten sich Saul und David in Frieden trennen.<\/p>\n<p>An diesem Beispiel sehen wir, dass es nichts Sch\u00f6neres gibt, als durch tiefgreifende Bu\u00dfe Erl\u00f6sung zu erfahren. Bu\u00dfe bewirkt Befreiung.<\/p>\n<p>Nun kommt leider die schlechte Nachricht. Sauls Bu\u00dfe hielt nicht lange an. Wir m\u00fcssen wirklich lernen in Bu\u00dfe zu leben. Dazu ist ein tiefgreifendes und best\u00e4ndiges Gebetsleben notwendig. Beten wir daf\u00fcr, dass Gott uns hilft, ihn bis ans Ende zu f\u00fcrchten und nicht in unsere schlechten Gewohnheiten zur\u00fcck zu fallen.<\/p>\n<p><strong>Teil III\tDavid und Abigajil (25)<\/strong><\/p>\n<p>Bevor wir zu Abigajil kommen, wird der Tod Samuels erw\u00e4hnt. Ganz Israel hielt ihrem geistlichen Vater und letzten Richter die Totenklage. So wurde Samuel zuhause zu Rama begraben.<\/p>\n<p>Abigajils Geschichte ist schnell erz\u00e4hlt. Es war ein reicher Mann namens Nabal, \u00fcbersetzt \u201eTor\u201c oder \u201eNarr\u201c (sch\u00f6ner Name). Er war nicht nur reich, sondern \u00fcber die Ma\u00dfen auch geizig. Die Superreichen sind normalerweise auch die Geizigsten. David hatte auf seine Hirten und Herden aufgepasst. Sie waren, nach sp\u00e4teren Aussagen, wie sch\u00fctzende Mauern gewesen. Nabal h\u00e4tte sich dankbar erweisen k\u00f6nnen und m\u00fcssen. Zudem war gerade Festtag und da teilt man gerne mit anderen. Doch stattdessen sagte er: <strong>\u201eWer ist David? Und wer ist der Sohn Isais?\u201c<\/strong> Nat\u00fcrlich wusste er wer David war. Doch er wollte ihm weder Brot, Fleisch noch Wasser geben. Er legte ein unm\u00f6gliches Verhalten an den Tag. David traute seinen Ohren nicht. Zorn fuhr in ihm auf und er wollte Nabal das F\u00fcrchten lehren. Da kam Abigajil, die ungleiche Frau Nabals ins Spiel. Heimlich mobilisierte sie viele K\u00f6stlichkeiten und sandte sie David. Auch sie fing an einen langen und beeindruckenden Vortrag zu halten. Besonders entz\u00fcckend ist ihr literarisch ausgeschm\u00fcckter Vers 29: <strong>\u201eso soll das Leben meines Herrn eingebunden sein im B\u00fcndlein der Lebendigen bei dem Herrn, deinem Gott, aber das Leben deiner Feinde soll er fortschleudern mit der Schleuder.\u201c<\/strong> David zeigte sich bewegt von ihren Worten und ihrer Klugheit. Abigajil hielt ihn tats\u00e4chlich davon ab in Blutschuld zu verfallen.<\/p>\n<p>Nabal hingegen betrank sich schwer. Am n\u00e4chsten Morgen muss er einen f\u00fcrchterlichen karter gehabt haben. Und als ihm seine Frau alles erz\u00e4hlte, <strong>\u201eerstarb sein Herz in seinem Leibe, und er ward wie ein Stein. Und nach zehn Tagen schlug der Herr den Nabal, dass er starb.\u201c<\/strong> Habgier kann t\u00f6dlich sein! Geben ist seliger als nehmen, hat uns Christus gelehrt. M\u00f6ge Gott uns helfen, mit Freude zu geben, anstatt mit Habgier zu sterben. Als David von Nabals Tod h\u00f6rte, schlug er Abigajil vor seine Frau zu werden und sie willigte ein.<\/p>\n<p>Vom heutigen Text hat mich auf besondere Weise die \u201eZipfel-Szene\u201c in der H\u00f6hle angesprochen. Dadurch habe ich gesehen wie sensibel David Gott f\u00fcrchtete. Somit lerne ich durch den heutigen Text die gro\u00dfe Bedeutung der Gottesfurcht kennen. <strong>\u201eDie Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis.\u201c<\/strong> (Spr. 1,7) hei\u00dft es in den Spr\u00fcchen. Ich lerne, dass ich Gott allezeit f\u00fcrchten soll. Das bedeutet allezeit aus Glauben vor Gott zu leben. Diese Einstellung gef\u00e4llt Gott. Doch oft ist mein Herz mit anderen Dingen erf\u00fcllt. Diese Einstellung kann Gott nicht gefallen, stelle ich fest. Was tun? Es gibt nur eines: Bu\u00dfe. Bu\u00dfe befreit mein Herz von allem \u00dcbel. Bu\u00dfe f\u00fchrt mich zur\u00fcck zu Gott, schenkt mir neuen Willen Gott zu f\u00fcrchten und vor ihm zu leben. Ich m\u00f6chte intensiver daf\u00fcr beten, Gott von Herzen zu f\u00fcrchten, damit er Ma\u00dfstab meines Handelns bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download David f\u00fcrchtete Gott \u201eAber danach schlug ihm sein Herz, dass er den Zipfel vom Rock Sauls abgeschnitten hatte.\u201d (1. Samuel 24,6) Seit langem f\u00fchrte David ein Leben auf der Flucht. Immer wieder entkam er Saul um Haaresbreiten. 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