{"id":10464,"date":"2022-01-23T11:00:40","date_gmt":"2022-01-23T10:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10464"},"modified":"2022-11-18T12:18:40","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:40","slug":"fragebogen-lukas-111-2-gebet-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/fragebogen-lukas-111-2-gebet-2\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 11,1-2   &#8211;   Gebet"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Jesus lehrt uns beten<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eEr aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukasevangelium 11,2)<\/p>\n<p>In der Kirchengeschichte hat es viele gro\u00dfartige M\u00e4nner und Frauen des Gebets gegeben. Martin Luther, den ich nachher noch \u00f6fters erw\u00e4hnen werde; Susanna Wesley, die Mutter von John und Charles Wesley war eine beeindruckende Frau des Gebets; Georg M\u00fcller, der ein ganzes Waisenhaus nur durch Gebet finanzierte und unterhielt; David Livingstone, der Missionar in Afrika, war ein Mann des Gebets: wenn er betete, war er von einer solchen Gegenwart Gottes umgeben, dass kaum einer wagte, ihn zu st\u00f6ren. Oder der radikale Reformator John Knox, der Erzfeind von der katholischen K\u00f6nigin von Schottland Maria Stuart. Maria Stuart soll gesagt haben: \u201eIch f\u00fcrchte die Gebete von John Knox mehr als eine Armee von zehntausend Leuten.\u201c Wer w\u00fcrde so etwas \u00fcber unsere Gebete sagen? Die Liste lie\u00dfe sich beliebig erweitern. Als Prinzip k\u00f6nnen wir festhalten: Alle gro\u00dfen M\u00e4nner und Frauen in der Kirchengeschichte waren auch gro\u00dfe Beter und Beterinnen und zwar ohne Ausnahme.<br \/>\nTrotz der Liste an wirklich gro\u00dfartigen Betern und Beterinnen w\u00fcrde niemand bestreiten, dass der gr\u00f6\u00dfte und beste Beter der Menschheitsgeschichte Jesus selbst war. Aber zum Gl\u00fcck waren seine J\u00fcnger so wie wir. Und zum Gl\u00fcck lehrte Jesus seine J\u00fcnger beten. Und zum Gl\u00fcck berichtet die Bibel dar\u00fcber. Drei Dinge lernen wir hier \u00fcbers Gebet: erstens, die Schwierigkeit des Gebets; zweitens, Jesu praktischer Rat f\u00fcrs Gebet; drittens, Jesu St\u00e4rkung unseres Gebets.<\/p>\n<p><strong>1. Die Schwierigkeit des Betens<\/strong><br \/>\nVers 1 sagte: \u201eUnd es geschah: Jesus betete einmal an einem Ort; als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner J\u00fcnger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine J\u00fcnger beten gelehrt hat!\u201c Jesus betete an einem Ort. Das klingt etwas seltsam. Ich finde die freieren \u00dcbersetzungen machen da etwas mehr Sinn. Die \u201eNeue Genfer\u201c und die \u201eNeues Leben\u201c Bibel sagen, dass Jesus unterwegs Halt machte, um zu beten. Das finde, ich klingt etwas plausibler. Jesus war unterwegs, und er legte eine beabsichtigte Pause ein, um zu beten.<br \/>\nIch kann mich an eine Predigt von meinem Papa \u00fcber genau diesen Text erinnern, was mehr als 20 Jahre her ist. In seiner Predigt \u00fcber diesen Text versuchte er sich diese Szene bildhaft vorzustellen. Seine Illustration ging ungef\u00e4hr folgenderma\u00dfen: Jesus und die J\u00fcnger haben Gebetszeit; Petrus versuchte so gut es ging zu beten. Aber nach kurzer Zeit wusste er nicht mehr, wof\u00fcr er beten sollte. Aber jetzt schon aufzuh\u00f6ren zu beten, kommt f\u00fcr ihn nicht in Frage: \u201eWie w\u00fcrde ich dann bei meinen Konkurrenten, ups, ich meinte nat\u00fcrlich bei meinen Freunden dastehen?\u201c Also h\u00e4lt er weiter die Augen geschlossen und tut so, als ob er noch weiterbeten w\u00fcrde. Irgendwann aber h\u00e4lt er es nicht mehr aus. Er \u00f6ffnet ein Auge halb und stellt erleichtert fest, dass die anderen J\u00fcnger schon l\u00e4ngst aufgeh\u00f6rt hatten zu beten. Nur Jesus war noch im Gebet vertieft. Nach 1-2 Stunden war Jesus mit dem Gebet fertig. H\u00f6rt sich das nach einer realistischen Beschreibung der Situation an?<br \/>\nF\u00fcr Jesus war Gebet etwas v\u00f6llig Nat\u00fcrliches. Es schien ihn keine besondere Kraft und M\u00fche zu kosten. Es schien ihm ein Leichtes zu sein. Jesus liebte das Gebet. F\u00fcr ihn war Gebet eine Freude. Aber f\u00fcr die J\u00fcnger war Gebet vor allen Dingen anstrengend. Es war Arbeit. Es war m\u00fchselig. Es hatte etwas Unangenehmes an sich. Vielleicht war es auch ein wenig l\u00e4stig. Vermutlich konnten sie sich, ohne gro\u00df anzustrengen 100 Aktivit\u00e4ten einfallen lassen, die sie lieber taten als zu beten.<br \/>\nVielleicht geht es manchen wie uns \u00e4hnlich wie den J\u00fcngern. Mir geht es \u00e4hnlich. Hier sind ein paar Fragen (viele davon habe ich euch schon mal gestellt als ich vor ein paar Jahren \u00fcber das Gebet gepredigt hatte). Wer von euch hat das Problem beim Gebet st\u00e4ndig in Gedanken abzudriften? Wer von euch ist im Gebet schon einmal eingeschlafen? Wem von euch ist es schon einmal passiert, dass ihr dachtet, dass ihr ganz sch\u00f6n lange gebetet habt; aber als ihr dann auf die Uhr geschaut habt, habt ihr festgestellt, dass es doch nur 5 Minuten waren? Wem von euch ist es schon \u00f6fters passiert, dass ihr nach dem Aufstehen wisst, dass ihr jetzt sofort beten solltet, aber ihr verschiebt das ein wenig; und nur kurze Zeit sp\u00e4t ist der ganze Tag vorbei und ihr habt nicht gebetet? Wer von euch hat beim gemeinsamen Gebet schon einmal gedacht: Ich hoffe, dass die anderen mein Gebet richtig gut fanden? Wer von euch hat beim gemeinsamen Gebet schon einmal gedacht: Oh Mann, warum betet er \/ sie so lang? Wann h\u00f6rt er endlich auf?<br \/>\nTim Keller meinte einmal, dass Predigen nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Herausforderung ist. Aber Predigen ist l\u00e4ngst nicht so schwierig wie Beten. Ihm ist es beim Predigen noch nie passiert, dass er inmitten seiner Predigt vergessen hatte, dass er gerade predigte. Aber beim Beten passiert ihm das st\u00e4ndig.<br \/>\nDas Tragische an der Tatsache ist folgendes: Wir sind als Kinder Gottes auf das Gebet angewiesen wie Fische aufs Wasser. Martin Luther sagte: \u201eMan kann keinen Christen finden ohne Beten, so wenig als einen lebendigen Menschen ohne den Puls, welcher steht nimmer still, reget und schl\u00e4gt immerdar f\u00fcr sich, obgleich der Mensch schl\u00e4ft oder anders tut, dass er sein nicht gewahr wird.\u201c Was er damit meinte ist: alle lebenden Menschen haben einen Herzschlag. Unser Herz klopft, auch wenn wir nicht gro\u00df dar\u00fcber nachdenken. Mit der gleichen Selbstverst\u00e4ndlichkeit sollten wir ohne Unterlass beten. Das Gebet sollte so elementar und so nat\u00fcrlich zu unserem Leben dazugeh\u00f6ren wie unser Puls; und wenn es das nicht tut, dann haben wir ein Problem.<br \/>\nFrancis Chan erz\u00e4hlte einmal in einer Predigt, wie er die Mitarbeiter der Cornerstone-Gemeinde adressiert hatte, wo er lange Jahre Pastor war. Er sagte seinen Mitarbeitern: \u201eFalls irgendjemand unter euch nicht mindestens eine Stunde am Tag im Gebet mit Gott verbringt, k\u00f6nntet ihr mir bitte Bescheid geben, damit ich euch feuern kann und euch mit Menschen ersetzen kann, die das tun?\u201c Ich w\u00e4re der Erste, der gefeuert werden m\u00fcsste. Und Francis Chan hat absolut recht. Gebet ist so elementar und so grundlegend, dass jedes Leben, das gebetsarm ist, ein echtes Problem hat.<br \/>\nUnser Dilemma ist also, dass die Wichtigkeit des Gebets nicht \u00fcberbetont werden kann; aber dass es eine schwierige Disziplin ist, in der wir vermutlich alle noch Wachstumsbedarf haben. Die Bitte der J\u00fcnger \u201eHerr, lehre uns beten\u201c ist heute mindestens so aktuell und notwendig wie vor 2.000 Jahren. \u201eHerr, lehre uns beten\u201c ist unser Gebet. Die gute Nachricht ist, dass Jesus uns hier nicht alleine l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>2. Jesu praktischer Ratschlag f\u00fcrs Gebet<\/strong><br \/>\nIn Vers 2 sagt Jesus: \u201eWenn ihr betet, so sprecht\u2026\u201c Jesus gibt weitere Hinweise f\u00fcrs Gebet, die nur in Lukas zu finden sind, sowohl hier in Kapitel 11 als auch in Kapitel 18: \u201eJesus sagte ihnen durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten.\u201c Und in dieser Tatsache finden wir die erste Ermutigung: du kannst ein Beter sein. Jeder von uns kann ein Beter sein.<br \/>\nAnfang 2017 hatte ich eine Entscheidung getroffen, die mein Leben ver\u00e4ndert hatte: regelm\u00e4\u00dfig laufen zu gehen. Zu Beginn hatte ich verschiedene Ratgeber gelesen. Es gab einen Ratgeber, der mich besonders angesprochen hatte. Es ging um Tipps f\u00fcr absolute Lauf-Anf\u00e4nger. Der Autor gab f\u00fcr die ersten Wochen ein kleines Laufprogramm, in dem man sich langsam steigern konnte. Zun\u00e4chst l\u00e4uft man nur wenige Minuten, anschlie\u00dfend geht man. Dann l\u00e4uft man wieder und geht wieder. Nach und nach werden die Laufminuten gesteigert. Das Ganze geschieht schrittweise, so dass es gut machbar ist. Die gr\u00f6\u00dfte Ermutigung kam zum Schluss. Der Autor schrieb: \u201eWenn du diese vier Wochen absolviert hatte, dann herzlichen Gl\u00fcckwunsch! Du bist du ein L\u00e4ufer. Es spielt keine Rolle ob es das erste Mal in deinem Leben war, dass du l\u00e4ufst. Du bist ein L\u00e4ufer.\u201c<br \/>\nIch denke, dass es im Gebet ebenfalls so ist. Das Wichtigste ist, dass man einfach mal anf\u00e4ngt zu beten. Vielleicht sollte man sich am Anfang keine zu ambitionierten Ziele setzen: Die Hauptsache ist, dass man regelm\u00e4\u00dfig, d.h. t\u00e4glich betet und lernt, t\u00e4glich mit Gott Zeit zu verbringen. Und wenn wir das tun, dann spielt es keine Rolle, ob wir fr\u00fcher gute Beter waren oder nicht. Es spielt keine Rolle, ob wir gestern erst zum Glauben gekommen sind oder schon seit Jahrzehnten gl\u00e4ubig sind. Wenn du erstmals vier Wochen t\u00e4glich gebetet hast, dann herzlichen Gl\u00fcckwunsch! Du bist ein Beter. Und genau das ist es, wozu Jesus uns ermutigen m\u00f6chte. Das ist das Erste, was Jesus tut: Er ermutigt uns, Beter zu werden, ganz egal wo wir im Leben stehen.<br \/>\nDas andere, das Jesus tut, ist auch sehr interessant. Er gibt uns das Vater Unser. Bevor wir auf den Inhalt des \u201eVater Unser\u201c eingehen, wollen wir ganz kurz dar\u00fcber nachdenken, was es bedeutet, dass Jesus uns ein vorformuliertes Gebet schenkt. Und ich denke, dass es sehr aufschlussreich ist, dass wir zwei unterschiedliche Versionen von diesem Gebet haben. Die l\u00e4ngere Variante vom \u201eVater Unser\u201c ist in Matth\u00e4us Evangelium. Im Lukas-Evangelium fehlt nach Vater der Zusatz \u201eunser\u201c und \u201eim Himmel\u201c. Das Anliegen \u201edein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden\u201c fehlt. Und dann fehlt der Zusatz \u201esondern erl\u00f6se uns vom B\u00f6sen.\u201c Es sind einige Unterschiede.<br \/>\nDiese Unterschiede zeigen uns etwas: zum einen unterstreichen sie die Tatsache, dass Jesus das \u201eVater Unser\u201c mehrfach lehrte, sowohl als Teil der Bergpredigt als auch im kleinen privaten Umfeld der J\u00fcnger. Und das sind die beiden Male, von denen wir es wissen. Vermutlich hat Jesus dieses Gebet noch \u00f6fters und bei anderen Gelegenheiten gelehrt. Der andere Punkt, den wir mitnehmen k\u00f6nnen, ist folgender: Das \u201eVater Unser\u201c ist keine strikte Formel, die man genau in dieser Form aufsagen soll. Es ist keine Formel, sondern es ist ein Muster. Dieser Punkt ist wirklich wichtig.<br \/>\nMartin Luther hatte einen Freund namens Peter Balbirer aus Beskendorf. Peter Balbirer war alles andere als ein \u201eguter\u201c Menschen. Wahrscheinlich war er stark angetrunken, als er sich mit seinem eigenen Schwiegersohn gestritten hatte und ihn schlie\u00dflich erstochen hatte. Luther setzte sich f\u00fcr seinen Freund ein. Meister Peter wurde enteignet und verbannt, was eine relativ glimpfliche Strafe war. Luther tat noch etwas anderes f\u00fcr seinen Freund. Meister Peter hatte wie viele andere Menschen Probleme damit, wie man beten sollte. Luther schrieb f\u00fcr ihn ein kleines B\u00fcchlein. Er beginnt sein B\u00fcchlein mit den Worten: \u201eLieber Meister Peter, ich gebe es Euch, so gut wie ich es habe und wie ich mich selbst beim Beten verhalte.\u201c (Falls ihr es nicht mitbekommen habt, ich kann dieses kleine B\u00fcchlein wirklich jedem empfehlen).<br \/>\nWas ist der konkrete Ratschlag, den Luther Meister Peter erteilt? Luther gibt ihm verschiedene sehr n\u00fctzliche Tipps. Im Zentrum aber steht das Vater Unser. Luther betete es jeden Tag. Luther benutzte die Anliegen und f\u00fcllte sie jeden Tag mit neuen Gedanken und neuen Worten aus. Er hatte verstanden, dass es nicht darum ging, das \u201eVater Unser\u201c als eine Formel einfach herunter zu plappern. Er schrieb: \u201eViele beten in einem Jahr vielleicht etliche tausend Vaterunser, und wenn sie tausend Jahre so beten w\u00fcrden, so h\u00e4tten sie doch noch keinen Buchstaben oder Punkt davon geschmeckt noch gebetet.\u201c Mit anderen Worten, das \u201eVater Unser\u201c wird erst dann lebendig und erst dann wirksam, wenn wir lernen, es mit unserem Herzen und mit unserem Verstand zu erfassen, mit eigenen neuen Worten zu erf\u00fcllen. Wenn wir das tun, erfahren wir das, was Luther schrieb: \u201eDenn noch heutigen Tages sauge ich am Vaterunser wie ein Kind; ich trinke und esse davon wie ein alter Mensch, und kann es nicht satt werden. Es geht mir selbst \u00fcber den Psalter, den ich doch sehr liebhabe. Es ist das allerbeste Gebet.\u201c Luther hat recht. Es ist das allerbeste Gebet. Es ist eines der besten und gr\u00f6\u00dften Geschenke, die Jesus uns gebracht hat.<br \/>\nZwei Dinge haben wir also gesehen: Jesus ermutigt uns, Beter zu werden, weil jeder ein Beter werden kann; und Jesu hilft uns, indem er uns ein unendlich reichhaltiges Gebet schenkt, das keine Formel ist, sondern ein Muster.<\/p>\n<p><strong>3. Jesu St\u00e4rkung unseres Gebets<\/strong><br \/>\nIn Vers 2 st\u00e4rkt Jesus unser Gebet durch drei Dinge: durch eine radikale Art und Weise, Gott zu begegnen; durch einen Fokus auf Anbetung; durch ein Erbitten von Gottes Herrschaft.<br \/>\nWir sehen die radikale Art und Weise, Gott zu begegnen, in der Anrede: Vater. Um zwei kleine Illustrationen zu gebrauchen, wie sch\u00f6n und wie wunderbar die Tatsache ist, dass Gott unser Vater ist: angenommen wir w\u00fcrden versuchen unangemeldet ins Kanzleramt von Olaf Scholz hinein zu marschieren. Wir werden vermutlich getasert(1). Aber stellen wir uns vor, er h\u00e4tte einen 5-j\u00e4hrigen Sohn (in Wirklichkeit haben er und seine Ehefrau keine Kinder). Dieses Kind h\u00e4tte uneingeschr\u00e4nkten Zugang zum Kanzler, weil der Kanzler sein Papa ist. Ein anderes kleines Beispiel: wenn unsere Jungs am Wochenende von alleine aufstehen und zu uns in Schlafzimmer kommen, dann versuchen Grace und ich unsere riesige Freude dar\u00fcber auszudr\u00fccken: \u201eEliot!\u201c Und manchmal sieht man in den Kindergesichtern, wie sie innerlich zu strahlen anfangen, weil sie wissen, dass wir uns \u00fcber sie freuen.<br \/>\nDurch Jesus Christus haben wir uneingeschr\u00e4nkten Zugang zu Gott. Der allm\u00e4chtige, allgegenw\u00e4rtige, allwissende, unendliche herrliche, unendlich gute, unendlich heilige, ewige Gott ist dein Vater und mein Vater. Und wenn wir ihn anrufen, mit den Worten \u201eVater\u201c freut er sich \u00fcber uns. Frage ist: wenn du Gott anrufst, sp\u00fcrst du seine Freude \u00fcber dich? F\u00fchlst du seine Liebe f\u00fcr dich? Falls nicht, dann liegt es an uns, in seine Gegenwart zu kommen, bis dem so ist.<br \/>\nJesus lehrt ein Fokus auf Anbetung. Das erste Anliegen in Vers 2 lautet: \u201egeheiligt werde dein Name.\u201c Heiligen ist kein ganz einfaches Wort. Aber um es doch einfach zu halten, verwende ich einfach Dallas Willard\u2019s Umschreibung: \u201ewertsch\u00e4tzen\u201c und \u201elieben\u201c. Wir beten also, dass Gottes Name von allen Menschen wertgesch\u00e4tzt und geliebt werden m\u00f6ge. Das erste Anliegen ist, wenn man so will, kein richtiges Anliegen. Es ist Ausdruck von unserem Lob und Preis. Es ist Anbetung. Hier ist der Punkt: wir alle haben in unserem Leben etwas, was wir \u00fcber alles wertsch\u00e4tzen und lieben. Wir alle haben etwas in unserem Leben, dem wir einen absoluten Rang geben. Wir alle beten etwas an.<br \/>\nFrage: warum betest du? Vielleicht betest du vor allem, wenn du in einer Notlage bist. Vielleicht betest du, weil du dir nicht anders aus der Patsche helfen kannst. Vielleicht betest du, weil du das, was du \u00fcber alles liebst, in Gefahr siehst. Wenn dem so ist, dann beten wir vor allem, um von Gott das zu bekommen, was wir wirklich wollen. Und das ist dann auch die Antwort auf die Frage, warum unser Gebetsleben so k\u00e4rglich ist. Wenn es uns gut geht, dann sehen wir keinen Grund mehr zu beten. Unser Gebet wird erst dann leidenschaftlich, wenn es uns schlecht geht. Das \u201eVater Unser\u201c ist deshalb ein so effektives und hilfreiches Muster, weil es vom ersten Moment an unseren Blick auf Gott selbst lenkt. Es lehrt uns zu beten, nicht in erster Linie um von Gott etwas zu bekommen, sondern um Gott selbst zu bekommen. Wenn wir beten: \u201egeheiligt werde dein Name\u201c, dann r\u00fcckt Gott ein wenig mehr ins Zentrum unseres Universums.<br \/>\nUnd als drittes, Jesus lehrt uns Gottes Herrschaft zu erbitten. \u201eDein Reich komme!\u201c Was genau bedeutet das? Fast jedes Mal, wenn ich \u00fcber Gottes Reich spreche, erw\u00e4hne ich die Tatsache, dass der christliche Philosoph Dallas Willard eine gro\u00dfe Hilfe f\u00fcr mich war, das besser zu verstehen. Wir haben vorhin gesehen, dass in Lukas-Evangelium der Zusatz \u201edein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden\u201c fehlt. Und in gewisser Weise braucht man diesen Zusatz nicht, weil \u201eDein Reich komme\u201c und \u201eDein Wille geschehe\u201c praktisch identisch sind. Das Reich Gottes ist \u00fcberall dort, wo der Wille Gottes geschieht; wo der Wille Gottes effektiv in die Tat umgesetzt wird.<br \/>\nWas wir als n\u00e4chstes unbedingt verstehen m\u00fcssen, ist, wie gut es ist, wenn Gottes Reich kommt. Wir haben bei allem, was mit Autorit\u00e4t und Herrschaftsanspr\u00fcchen daherkommt, immer gro\u00dfe Skepsis und Misstrauen: mit gutem Grund, wenn man sich unsere Geschichte anschaut. Aber das Kommen von Gottes Reich ist gute Nachricht. In Lukas 7 gibt Jesus eine kurze Zusammenfassung von dem, wie das Reich Gottes aussieht: \u201eGeht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und geh\u00f6rt habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen und Auss\u00e4tzige werden rein; Taube h\u00f6ren, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verk\u00fcndet.\u201c Kein Wunder, dass das Kommen vom Reich Gottes gute Nachricht ist. Es ist die gute Nachricht, die Jesus selbst verk\u00fcndigt hat.<br \/>\nVor einigen Jahren hatten wir Weihnachtsgottesdienst. Ein sehr guter Freund von mir hatte eine wunderbare Predigt gehalten. Ich fand die Predigt deshalb gut, weil er das die frohe Botschaft wirklich verst\u00e4ndlich und ansprechend erkl\u00e4rt hatte. Zwei Freunde aus meiner alten Firma von mir waren auch beim Gottesdienst. Und eine von ihnen sagte zu mir, dass sie durch die Predigt sehr bewegt worden war. Sie ist keine gl\u00e4ubige Person, zumindest noch nicht. Ich habe versucht ihr zu erkl\u00e4ren, dass auch wenn sie vielleicht (noch) nicht daran glauben kann, sie sich zumindest w\u00fcnschen sollte, dass alles das wahr w\u00e4re. Sie hatte dann angefangen zu weinen und gesagt, dass sie sich so sehr w\u00fcnscht, dass es wahr w\u00e4re. So ist das Reich Gottes.<br \/>\nJesus lehrt uns beten, dass mehr von diesem Reich kommen m\u00f6ge: in unsere kaputte und gespaltene Gesellschaft, in unser immer mehr vereinsamendes Land, in unsere immer mehr von Kurzlebigkeit und digitaler Unterhaltung gepr\u00e4gten Kultur. Dein Reich komme, mit seinem Frieden, mit seiner Freude, mit seiner Kraft zum Heilen, mit seiner Vers\u00f6hnung, mit der Vergebung von S\u00fcnden.<\/p>\n<p>Um zusammenzufassen: jeder von uns kann und darf ein Beter sein. Und ich m\u00f6chte gerne jeden ermutigen, mit mir selbst angefangen, in den n\u00e4chsten vier Wochen t\u00e4glich mindestens mal 20 Minuten im Gebet zu verbringen, mit dem Vater in seiner Gegenwart, mit viel Anbetung, so wie uns das \u201eVater Unser\u201c inspiriert. Wenn wir das tun, dann werden Wunder in unserem Leben passieren. Das Gebet selbst ist der Ort, an dem Gott uns in seiner ganzen Dreieinigkeit begegnet. In dem Buch Mere Christianity hatte C.S. Lewis geschrieben: \u201eEin gew\u00f6hnlicher Christ kniet nieder, um seine Gebete zu sprechen. Er versucht, mit Gott in Kontakt zu kommen. Aber wenn er ein Christ ist, wei\u00df er, dass das, was ihn zum Beten veranlasst, auch Gott ist: Gott ist sozusagen in ihm selbst. Aber er wei\u00df auch, dass all sein wirkliches Wissen \u00fcber Gott durch Christus kommt, den Mann, der Gott war &#8211; dass Christus neben ihm steht, ihm hilft zu beten, f\u00fcr ihn betet. Du siehst, was hier geschieht. Gott ist das Ziel, zu dem er betet &#8211; das Ziel, das er zu erreichen versucht. Gott ist auch das, was ihn in seinem Inneren antreibt &#8211; die treibende Kraft. Gott ist auch die Stra\u00dfe oder Br\u00fccke, auf der er zu diesem Ziel geschoben wird. Das ganze dreifache Leben des dreipers\u00f6nlichen Wesens spielt sich also tats\u00e4chlich in diesem einfachen kleinen Schlafzimmer ab, in dem ein gew\u00f6hnlicher Mensch seine Gebete spricht.\u201c<\/p>\n<p>Lieber Vater, der du uns immer nahe bist,<br \/>\nm\u00f6ge dein Name wertgesch\u00e4tzt und geliebt werden,<br \/>\nm\u00f6ge deine Herrschaft in uns vollendet werden &#8211;<br \/>\ndein Wille geschehe hier auf Erden<br \/>\nso wie er im Himmel getan wird.<br \/>\nGib uns heute die Dinge, die wir heute brauchen,<br \/>\nund vergib uns unsere S\u00fcnden und Vergehen an dir<br \/>\nwie auch wir allen vergeben, die uns in irgendeiner Weise beleidigen.<br \/>\nBitte lass uns nicht durch Pr\u00fcfungen gehen,<br \/>\nsondern erl\u00f6se uns von allem B\u00f6sen.<br \/>\nDenn du bist derjenige, der das Sagen hat,<br \/>\nund du hast alle Macht, und auch die Herrlichkeit ist ganz dein &#8211; f\u00fcr immer &#8211;<br \/>\nund das ist genau so, wie wir es uns w\u00fcnschen!<\/p>\n<p>_________________________<br \/>\n(1) mit einem Elektroschocker angreifen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Jesus lehrt uns beten \u201eEr aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater! 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