{"id":10455,"date":"2022-01-09T11:00:14","date_gmt":"2022-01-09T10:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10455"},"modified":"2022-11-18T12:18:42","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:42","slug":"predigt-1-samuel-11-28-gebet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-samuel-11-28-gebet\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Samuel 1,1-28 \u2013 Gebet"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Hannas Gebet<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eHanna war ganz in ihrem Kummer versunken und weinte bitterlich, w\u00e4hrend sie zum HERRN flehte.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Samuel 1,10)<\/p>\n<p>Wer von euch hat Vors\u00e4tze f\u00fcr das neue Jahr? Wer von euch glaubt, mit seinen Vors\u00e4tzen jetzt bereits gescheitert zu sein? Ich glaube, die meisten Menschen haben Vors\u00e4tze f\u00fcr das neue Jahr. Und bei fast allen Christen ist eines der Vors\u00e4tze, mehr zu beten. Ich gehe daher fest davon aus, dass die thematische Serie \u00fcber das Gebet, mit der wir das Jahr beginnen, allen sehr willkommen ist.<br \/>\nDer Anfang macht dabei eine Frau namens Hanna. Von Hanna k\u00f6nnen wir drei Dinge \u00fcber das Gebet lernen. Erstens, weshalb Hanna betete; zweitens, wie Hanna betete; und drittens, was durch ihr Gebet geschah. In der Hoffnung, dass diese Predigt sofort auf uns angewendet werden kann, k\u00f6nnen wir die drei Teile auch folgenderma\u00dfen ausdr\u00fccken: erstens, weshalb du beten solltest; zweitens, wie du beten solltest; und drittens, was geschieht, wenn du betest.<\/p>\n<p><strong>1. Weshalb solltest du beten<\/strong><br \/>\nDer Text sagt, dass Hanna die Ehefrau von einem Mann namens Elkana war. Hanna war eine von zwei Ehefrauen. Ein frommer Mann, der mit mehreren Frauen gleichzeitig verheiratet war. Kurze Randnotiz: manche k\u00f6nnten meinen, dass wir hier einen weiteren Hinweis darauf finden, dass die Bibel polygame Ehen bef\u00fcrwortet. Alle diejenigen, die das denken, zeigen, dass sie die Bibel nicht wirklich gelesen haben. Es gibt in der Bibel keine einzige polygame Beziehung, die wirklich gl\u00fccklich ist. Jede Vielehe, von der die Bibel etwas mehr als nur die Namen erz\u00e4hlt, ist immer eine Katastrophe f\u00fcr alle Beteiligten, f\u00fcr den Ehemann, die Ehefrauen und die Kinder. Das sehen wir auch in dieser Ehe. Die beiden Frauen Hanna und Peninna haben sich einander gehasst. Es herrschte ein richtig ekliger Konkurrenzkampf zwischen den beiden.<br \/>\nVers 2 sagt, dass Peninna Kinder hatte, w\u00e4hrend Hanna keine Kinder hatte. Und das ist wirklich signifikant. Sich Kinder zu w\u00fcnschen, aber nicht in der Lage zu sein, Kinder zu bekommen, kann f\u00fcr Paare auch in heutiger Zeit unglaublich bedr\u00fcckend sein. Vielleicht kennt ihr das: wenn man Mitte 20 ist, kommt man in die Phase, in der alle Freunde und Bekannte anfangen zu heiraten. Und wenige Jahre sp\u00e4ter sind praktisch alle verheiratet. Wenn man Anfang 30 ist, kommt man in die Phase, in der alle Freunde anfangen, Kinder zu haben. Wenige Jahre sp\u00e4ter haben fast alle Kinder. Eine gute Freundin von Grace und von mir hatte \u00fcber viele Jahre versucht, schwanger zu werden. Um sie herum haben alle Kollegen in ihrem Alter angefangen Kinder zu bekommen. Es war ein regelrechter Babyboom. Aber bei ihr klappte es nicht mit dem Kinderwunsch. Das waren wirklich harte Jahre f\u00fcr sie und ihren Partner und f\u00fcr alle Mitmenschen, die mit ihr zu tun hatten. Vor eineinhalb Jahren sind die beiden endlich Eltern geworden. Und ihr Kind ist das Kostbarste, das sie im Leben haben.<br \/>\nW\u00e4hrend es in heutiger Zeit schon sehr belastend sein kann, wenn der Kinderwunsch unerf\u00fcllt bleibt, war es damals f\u00fcr die Frauen ein Desaster. Von Kindern hing Wohl und Wehe ab der ganzen Familie und Sippschaft ab. Das lag an drei Gr\u00fcnden. Mehr Kinder zu haben, bedeutete schlicht und einfach mittelfristig mehr Arbeitskr\u00e4fte zu haben. Mehr Arbeitskr\u00e4fte wiederum bedeutete mehr Ernte, mehr Produktion, mehr Umsatz und am Ende mehr Wohlstand. Der zweite Grund: Kinder waren au\u00dferdem die einzige einigerma\u00dfen verl\u00e4ssliche Altersvorsorge. Je mehr Kinder, desto h\u00f6her die Rente. Und schlie\u00dflich waren vor allem S\u00f6hne auch wichtig zur Verteidigung. Die Sippschaft, die mehr S\u00f6hne hatte, hatte die gr\u00f6\u00dfere Streitmacht, so einfach war das. Aus diesen Gr\u00fcnden waren Kinder in der damaligen Kultur und Gesellschaft von einer essenziell wichtigen Bedeutung. Man kann die Wichtigkeit dessen kaum \u00fcberbetonen. Diejenigen Frauen, die viele Kinder hatten, wurden in der Gesellschaft geehrt und geachtet. Diejenigen Frauen, die keine Kinder hatten, hatten wirklich ein Problem.<br \/>\nWie \u00e4u\u00dferte sich Hannas Problem? Vers 6 sagt: \u201eIhre Rivalin aber kr\u00e4nkte und dem\u00fctigte sie sehr, weil der HERR ihren Scho\u00df verschlossen hatte.\u201c Als ob es nicht schlimm genug war, dass Hanna keine Kinder hatte, hatte sie eine Rivalin, die genau dieses Problem nicht hatte. Peninna, ihre Konkurrentin, hatte nichts Besseres zu tun, als sie deshalb zu kr\u00e4nken und zu dem\u00fctigen. Das sind starke Ausdr\u00fccke. Sie verachtete Hanna, sie machte sich \u00fcber Hanna lustig, die rieb ihr die Kinderlosigkeit immer wieder unter die Nase. So unn\u00f6tig das war, was Peninna tat, war Peninna wiederum nichts anderes als das Echo der Gesellschaft. Was sagte die Gesellschaft \u00fcber Hanna? Die Gesellschaft sagte folgendes: \u201eSo lange du keine Kinder gro\u00dfziehst, erf\u00fcllst du nicht deine Daseinsbedeutung. Dein Leben hat keinen Wert. Du hast keinen Wert.\u201c<br \/>\nWenn jemand \u00fcber dein Leben sagt \u201eEs macht keinen Unterschied, ob es dich gibt oder nicht. Du bist \u00fcberfl\u00fcssig. Niemand braucht dich.\u201c, dann ist das heute genauso deprimierend und genauso zerst\u00f6rerisch und vernichtend wie gestern. Was macht unser Leben dann lebenswert? Mit Blick auf Hanna und ihre Zeit denken sich vielleicht manche von euch: \u201eFrauen hinterm Herd, die einfach nur Kinder gro\u00dfziehen sollen und sonst nichts: was f\u00fcr eine m\u00e4nnerdominierte, altbackene und \u00fcberholte Gesellschaft! Wie gut, dass wir das endlich hinter uns haben!\u201c Ja, vielleicht ist es gut, dass wir das zu einem gewissen Grad hinter uns gelassen haben. Aber niemand von uns lebt in einem Werte-Vakuum. Unsere Gesellschaft diktiert uns ebenfalls, welches Leben gut und lebenswert ist und welches nicht. Unsere Kultur sagt uns ebenfalls, dass wir etwas tun und erreichen m\u00fcssen, damit unser Leben Wert hat, z.B.: \u201edu musst dich selbst verwirklichen! Folge deinen Tr\u00e4umen!\u201c Und was wir in den meisten Hollywood-Filmen und in allen Disney-Filmen immer und immer wieder eingetrichtert bekommen: \u201eDu musst den Traumprinzen oder die Traumprinzessin f\u00fcrs Leben finden. Wenn du keine Romanze in deinem Leben hast, dann ist dein Leben nicht lebenswert.\u201c<br \/>\nTim Keller erz\u00e4hlte einmal von einer Frau, die dachte, dass ihr Leben nur dann Sinn hatte, wenn sie das Herz eines Mannes erobert hatte. Ihr Leben war ein v\u00f6lliges Desaster: Sie hatte eine Beziehung nach der anderen, sie lie\u00df alles mit sich machen, sie wurde von M\u00e4nnern missbraucht, sie war nicht in der Lage in ihren Beziehungen die Notbremse zu ziehen. Sp\u00e4ter kam sie zum Glauben und wurde auch therapeutisch behandelt. Der Therapeut h\u00f6rte sich ihre Lebensgeschichte an. Er meinte dann zu ihr: \u201eDas Problem deines Lebens ist, dass du dein ganzes Leben lang einfach nur einen Mann an deiner Seite haben wolltest. Die L\u00f6sung ist, dass du anfangen musst, dein eigenes Leben zu haben: finde einen Beruf, in welchem du so richtig aufgehen kannst, mach Karriere, verdiene Geld.\u201c Sie sagte sich: \u201eMoment einmal, \u2026 mein ganzes Leben hatte ich einen G\u00f6tzen in meinem Leben, dem viele Frauen zum Opfer fallen, n\u00e4mlich den Mann f\u00fcrs Leben zu finden. Und die L\u00f6sung soll sein, einen neuen G\u00f6tzen zu haben, dem viele M\u00e4nner zum Opfer fallen?\u201c Die Frau hat den Nagel auf den Kopf getroffen.<br \/>\nWir leben zwar in anderen Zeiten wie Hanna. Aber eigentlich haben wir genau das gleiche Problem wie sie. Wir kommen zur urspr\u00fcnglichen Frage zur\u00fcck: Warum also sollten wir beten? Hier ist die Antwort: Wir sollten beten, weil wir ein Dasein haben, das nicht selbsterkl\u00e4rend ist. Wir haben ein existentielles Problem. Wir haben ein Sinnproblem. Wir wollen, dass unser Leben gut ist, dass es einen Wert hat; unabh\u00e4ngig davon, was die Welt uns sagt, unabh\u00e4ngig von dem, was die Gesellschaft uns diktiert und unabh\u00e4ngig von dem, was wir in unserem Leben alles vermasselt und in den Sand gesetzt haben.<br \/>\nC.S. Lewis sagte einmal: \u201eIch bete, weil ich mir selbst nicht helfen kann. Ich bete, weil ich hilflos bin. Ich bete, weil die Not st\u00e4ndig aus mir herausflie\u00dft, Tag und Nacht.\u201c<br \/>\nDas ist der Grund, weshalb wir beten sollten, jeder einzelne von uns.<\/p>\n<p><strong>2. Wie solltest du beten<\/strong><br \/>\nMan k\u00f6nnte vieles zu Hannas Gebet sagen: die Tatsache, dass sie beim Gebet viel weinen musste und emotional aus tiefster Verzweiflung heraus betete. Wir k\u00f6nnten erw\u00e4hnen, dass sie lange Zeit betete. Wir k\u00f6nnten dar\u00fcber reden, dass sie in der Stille betete und doch ihre Lippen bewegte. Und wir k\u00f6nnten auf die Tatsache eingehen, dass ihr Gebet von au\u00dfen verr\u00fcckt aussah: Der Priester Eli dachte, dass Hanna betrunken ist. Wir k\u00f6nnten die Tatsache betrachten, dass Hanna ein Gel\u00fcbde ablegte. Das sind alles gute und wichtige Punkte, \u00fcber die wir nachdenken k\u00f6nnten.<br \/>\nIch w\u00fcrde gerne nur auf zwei Punkte eingehen. Der erste Punkt ist in Vers 9 und wird gerne von den meisten \u00fcberlesen. Vers 9: \u201eNachdem man in Silo gegessen und getrunken hatte, stand Hanna auf.\u201c Hanna stand auf! Das ist der erste Punkt. Nat\u00fcrlich musste Hanna aufstehen. Aber das Aufstehen an sich ist ja so banal, dass es nicht der Rede wert ist; es sei denn nat\u00fcrlich, hier w\u00e4re mehr als einfach nur \u201eAufstehen\u201c gemeint. Und das ist in der Tat der Fall. Die Hebr\u00e4isch-Experten, wie beispielsweise Robert Alter, sind sich darin einig, dass das ziemlich signifikant ist. Hier ist von einer entschiedenen Aktion die Rede, von einer Person, die etwas wollte.<br \/>\nBetrachten wir die Umst\u00e4nde: Vers 3 sagt, dass wir uns in einem j\u00e4hrlichen Ritual befinden. Jedes Jahr zogen sie nach Silo, um zu opfern und um anzubeten. Jedes Jahr gab Elkana Hanna eine doppelte Portion: zwei Ribeye-Steaks statt einem. Jedes Jahr kr\u00e4nkte und dem\u00fctigte Peninna sie. Jedes Jahr weinte Hanna dann und a\u00df keines der beiden Ribeye-Steaks. Und jedes Jahr sagte ihr Mann Elkana: \u201eHanna, warum weinst du, und warum isst du nichts, warum ist dein Herz betr\u00fcbt? Bin ich dir nicht viel mehr wert als zehn S\u00f6hne?\u201c Die Frage ist so gestellt, dass man auf diese Frage antwortet mit: \u201eDoch, du bist mir mehr wert als zehn S\u00f6hne.\u201c Und dieses Trauerspiel wiederholte sich jedes Jahr: \u201eThe same procedure as every year, James!\u201c Aber nicht dieses Jahr. Dieses Jahr stand Hanna auf. Dieses Jahr sagte Hanna: \u201eNein. Mein Ehemann ist kein Ersatz f\u00fcr zehn S\u00f6hne. Er ist nicht die L\u00f6sung f\u00fcr die Leere meines Herzens!\u201c Und Hanna sagte: \u201eEs reicht! Genug ist genug! Jetzt wird sich etwas \u00e4ndern.\u201c<br \/>\nVielleicht war das vergangene Jahr f\u00fcr euch auch eine Art \u201esame procedure \u2026\u201c Wir sind immer noch in der Pandemie. Die alten Probleme sind immer noch die Gleichen. Und vor allem sind wir immer noch dieselben. Von Hanna lernen wir, aufzustehen. Aufstehen ist ein Aktionswort. Und es braucht Aktion f\u00fcr Gebet. Welche Aktionen braucht es bei dir f\u00fcrs Gebet? Vielleicht ist es der Tritt in den Hintern, den man sich verpasst; der entscheidende Ruck. Vielleicht ist es konkrete die Entscheidung, nicht einfach nur einen Vorsatz zu treffen, mehr zu beten; sondern daran zu arbeiten, neue Gewohnheiten f\u00fcrs Gebet zu etablieren, angefangen mit ein paar ungest\u00f6rten Minuten am Tag. Vielleicht ist Aufstehen bei uns sprichw\u00f6rtlich \u201eaufstehen\u201c in der Fr\u00fche, um Gott zu suchen. Vielleicht braucht es einen konkreten Entschluss, sich mit anderen Br\u00fcdern und Schwestern zusammenzuraufen, um gemeinsam zu beten.<br \/>\nDer zweite Punkt, den man von Hannas Gebet lernen kann, ist, wof\u00fcr sie betet. Vers 11: \u201eHERR der Heerscharen, wenn du das Elend deiner Magd wirklich ansiehst, wenn du an mich denkst und deine Magd nicht vergisst und deiner Magd einen m\u00e4nnlichen Nachkommen schenkst, dann will ich ihn f\u00fcr sein ganzes Leben dem HERRN \u00fcberlassen; kein Schermesser soll an sein Haupt kommen.\u201c Hanna bittet Gott um einen Sohn. Aber hier ist das Interessante: wenn dieser Sohn geboren wird, sollte er Gott geweiht werden. Als Zeichen dessen sollte ihm das ganze Leben lang nicht die Haare geschnitten werden (weder die Haare auf dem Kopf noch der Bart). Au\u00dferdem sollte er sein ganzes Leben lang kein Alkohol trinken. Im Gesetz war vorgeschrieben, dass man sich eine Zeitlang Gott weihen konnte. Aber Hanna wollte ihren Sohn sein Leben lang Gott weihen. Man nennt das auch Nasir\u00e4er.<br \/>\nD.h., Hanna bittet zwar um einen Nachkommen, aber nicht f\u00fcr sich selbst, nicht um ihr ihre Krise gel\u00f6st zu bekommen. Sie bittet um einen Nachkommen f\u00fcr Gott. Jeden m\u00fctterlichen Anspruch, den sie auf ihr Kind h\u00e4tte, tritt sie ab, ohne irgendetwas zur\u00fcckzubehalten. J.D. Greear schreibt. \u201eIhr Sohn w\u00fcrde nicht in ihrem Zuhause aufwachsen. Er w\u00fcrde kein emotionaler Support f\u00fcr sie sein. Er w\u00e4re nicht verf\u00fcgbar, sie in ihrem Alter zu versorgen. Er h\u00e4tte kein Land und Erbteil, wie auch die Leviten kein Land in Israel hatten. Hanna betete f\u00fcr einen Sohn, aber gab jeden Nutzen ab, den ein Sohn ihr gegeben h\u00e4tte.\u201c<br \/>\nDas ist erstaunlich. Wir hatten vorhin gesagt, dass wir beten sollen, weil wir eine existentielle Not haben, nicht zu wissen, wer wir sind und woher unser Wert des Lebens kommt. Hanna zeigt uns, dass wenn wir beten, unser Blick sich wegbewegt von unserer Not hin zu Gott. Sie wird Gott-zentriert. Die Implikationen dessen sind gewaltig. Ein wesentlicher Punkt, den wir mitnehmen k\u00f6nnen, ist die Frage, wof\u00fcr wir beten. Oder noch etwas grundlegender gefragt: Die Frage ist, was wir wollen. In Johannes 15,7 machte Jesus ein gewaltiges Versprechen: \u201eWenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.\u201c Gott will uns alles geben, was wir wollen. Und an dieser Stelle w\u00fcrden wir vermutlich R\u00fcckfragen: Das muss ein Irrtum sein. Meinte Jesus nicht: \u201eBittet um alles, was Gott will: Ihr werdet es erhalten.\u201c Gott erh\u00f6rt alle Anliegen, die seinem Willen entsprechen und nicht unserem Willen, oder? Und die Antwort lautet: Genau. Aber der entscheidende Punkt ist, dass Gott will, dass wir es ebenfalls wollen. Dallas Willard hatte es so formuliert: Gott will, dass wir zu den Menschen werden, denen er alles geben kann, was sie wollen, weil sie so sind wie Jesus.<br \/>\nWie sollen wir dann also beten? Hanna zeigt mit uns, dass es daf\u00fcr Aktion braucht, weil Gebet nicht von selbst kommt. Und sie zeigt uns, dass es im Gebet um Gott geht, nicht um uns, obwohl es unsere innere Not ist, die uns zu Gott bringt.<\/p>\n<p><strong>3. Was geschieht, wenn du betest<\/strong><br \/>\nZwei Antworten auf diese Frage finden wir im Text. Die erste Antwort ist (wie im Zitat von C.S. Lewis schon erw\u00e4hnt): Das Gebet ver\u00e4ndert uns. Viele Menschen beten, wenn sie in N\u00f6ten sind; auch dann, wenn sie eigentlich nicht an einen Gott glauben. Wir beten in der Regel, um etwas von Gott zu bekommen. D.h., der Haupteffekt, den wir erwarten, ist, dass wir etwas von Gott empfangen; dass Gott uns aus der Patsche hilft; dass Gott uns aus der Not befreit. Gott tut das auch. In Vers 18 lesen wir: \u201eSie sagte: M\u00f6ge deine Magd Gnade finden vor deinen Augen. Dann ging sie weg; sie a\u00df wieder und hatte kein trauriges Gesicht mehr.\u201c<br \/>\nJ.D. Greear schrieb in seinem Kommentar, dass die Reihenfolge, die wir erwarten w\u00fcrden, folgende ist: Hanna betet; Hanna wird schwanger; Hanna freut sich. Aber diese Reihenfolge stimmt nicht mit dem \u00fcberein, was wir im Text sehen: Hanna betet; Hanna freut sich; und erst sp\u00e4ter wird sie schwanger. Auf der einen Seite hatte sich nach dem Gebet nichts ver\u00e4ndert. Sie war immer noch eine kinderlose Frau. Auf der anderen Seite hatte sich nach dem Gebet alles ver\u00e4ndert. Sie war nicht l\u00e4nger von Kindern abh\u00e4ngig, um jemand zu sein. Sie hatte Gott erfahren, der ihr wahrer Trost ist, mehr als alle Kinder und Ehem\u00e4nner der Welt. Das ist die Ver\u00e4nderung, die wir in Hanna sehen.<br \/>\nDie zweite riesige Ver\u00e4nderung, die geschieht, wenn wir beten, ist: wir fangen an, unseren Platz in Gottes unendlich gro\u00dfer Geschichte einzunehmen. Hannas Furcht war es, als ein Niemand vergessen zu werden, weil sie keine Kinder hatte. Hannas Gebet war es, einen Sohn zu bekommen, den sie Gott weihen w\u00fcrde. Gottes Antwort ist es, dass Hanna das genaue Gegenteil wird von einem Niemand. Hanna war eine ungl\u00fcckliche, kinderlose Ehefrau im Nahen Osten. Wenn jemand ihr erz\u00e4hlt h\u00e4tte, dass eines Tages jemand ihre Geschichte aufschreiben w\u00fcrde, dann w\u00e4re das wahrscheinlich schon extrem unglaubw\u00fcrdig gewesen. Wenn ihr dann noch jemand gesagt h\u00e4tte, dass unz\u00e4hlige Millionen von Menschen tausende Jahre sp\u00e4ter noch ihre Geschichte lesen w\u00fcrden und durch ihr Gebet inspiriert werden w\u00fcrden, was h\u00e4tte sie darauf geantwortet?<br \/>\nAber Gott tut noch viel mehr als das. Der Sohn, den sie bekommt, hei\u00dft Samuel. Hanna wird die Mutter vom letzten und gr\u00f6\u00dften Richter des Volkes Israel. Sie war die Mutter von dem Mann, der eines Tages David zum K\u00f6nig \u00fcber Israel salben w\u00fcrde. D.h., durch ihr Gebet nimmt sie ihren Platz innerhalb der kosmischen Geschichte ein, die Gott schreibt. Hanna wird zu einer Heldin! Wer h\u00e4tte das erwarten k\u00f6nnen? Ihr Mann Elkana dachte, dass er der Held der Familie ist, weil er zwei Frauen versorgte. Aber in Wirklichkeit hatte er eine Nebenrolle. Eli dachte, dass er der Held ist, weil er Priester war. Er spielt auch nur eine Nebenrolle. Peninna dachte, sa\u00df sie Heldin ist, weil sie Kinder hatte. In Wirklichkeit ist sie nur die Widersacherin, weil, und das ist ja ganz klar, jeder Held in jeder Geschichte einen Antagonisten braucht. Jeder Held braucht widrige Umst\u00e4nde, die er oder sie \u00fcberwindet, um Geschichte zu schreiben.<br \/>\nNoch ein extrem wichtiger Punkt zur Geschichte Gottes: die Geschichte, die Gott erz\u00e4hlt, ist eine Geschichte der Gnade. Zweimal erw\u00e4hnt unser heutiger Text, dass Gott derjenige war, der Hanna unfruchtbar gemacht hatte (Verse 5 und 6). Tats\u00e4chlich sind wir Menschen f\u00fcr das allermeiste Leid verantwortlich, in dem wir uns befinden. Aber hier war es Gott. Gott hatte sie kurzzeitig unfruchtbar gemacht, weil er ihr etwas viel Gr\u00f6\u00dferes und Besseres schenken wollte. Hannas Sieg ist nicht der Sieg der Starken, der F\u00e4higen, der Gesunden, der Privilegierten, der Stolzen. Hannas Sieg ist der Sieg der Schwachen, der Unf\u00e4higen, der Kranken, der Ausgesto\u00dfenen, der Dem\u00fctigen. Hannas Sieg ist der Sieg der Gnade Gottes. Und das ist ein sich wiederholendes Muster in Gottes Geschichte. Mehr als 1.000 Jahre sp\u00e4ter gab es eine andere junge Frau, die aus Hannas Loblied ihr eigenes Magnificat macht. Sie wird die Mutter von Jesus: der Retter, der wie kein anderer durch gr\u00f6\u00dfte Schwachheit rettet.<\/p>\n<p>Freunde, was ist die Geschichte, die Gott durch dein Leben schreiben will? Wer sind die Samuels, die unter uns geboren werden sollen? Wer sind zuk\u00fcnftigen Davids, die durch uns gesalbt werden sollen? Wer sind die Menschen, die sich durch uns bekehren sollen? Das wei\u00df niemand als Gott allein. Aber eine Sache, die wir wissen d\u00fcrfen, ist die: wenn wir beten, wie Hanna gebetet hat, werden wir Teil von Gottes Gnadengeschichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Hannas Gebet \u201eHanna war ganz in ihrem Kummer versunken und weinte bitterlich, w\u00e4hrend sie zum HERRN flehte.\u201c (1. Samuel 1,10) Wer von euch hat Vors\u00e4tze f\u00fcr das neue Jahr? Wer von euch glaubt, mit seinen Vors\u00e4tzen jetzt bereits gescheitert zu sein? Ich glaube, die meisten Menschen haben Vors\u00e4tze f\u00fcr das neue Jahr. 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