{"id":10449,"date":"2022-01-02T11:00:45","date_gmt":"2022-01-02T10:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10449"},"modified":"2022-11-18T12:18:42","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:42","slug":"predigt-lukas-66-19-neujahr-2022-jahresleitwort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-66-19-neujahr-2022-jahresleitwort\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 6,6-19  &#8211;  Neujahr 2022 &#8211; Jahresleitwort"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/JLW-2022-Lukas-6_0619.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Jesus erw\u00e4hlt die Zw\u00f6lf<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eEs begab sich aber zu der Zeit, dass er auf einen Berg ging, um zu beten; und er blieb \u00fcber Nacht im Gebet zu Gott. Und als es Tag wurde, rief er seine J\u00fcnger und erw\u00e4hlte zw\u00f6lf von ihnen, die er auch Apostel nannte.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Lukasevangelium 6,12.13)<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche euch allen nochmal ein frohes, gesegnetes neues Jahr! Gott hat uns im letzten Jahr treu begleitet und in verschiedener Hinsicht bewahrt und gesegnet. Er hat uns jede Woche sein Wort gegeben und hat uns geistlich erhalten. Einige konnten neu dazukommen oder mit dem Bibelstudium wieder anfangen. Gott hat aus seiner Gnade zwei Familien gegr\u00fcndet und f\u00fcr unsere Kinder die Kinderstunde erneuert. Gott hat noch viel mehr unter uns gewirkt, wie wir in den Jahresr\u00fcckblick-Stellungnahmen an den letzten beiden Tagen h\u00f6ren konnten. Danken wir Gott f\u00fcr seinen Segen! Gott, der uns letztes Jahr so gn\u00e4dig begleitet hat, hat auch in diesem Jahr f\u00fcr uns Gutes vor.<br \/>\nWelches Anliegen hat Gott, f\u00fcr das wir als Gemeinde gemeinsam beten und uns einsetzen sollten? Im letzten Jahr haben wir in unserem Sonderbibelstudium einige grundlegende Anliegen Gottes erkannt, die wir auch im neuen Jahr festhalten wollen: Gott will zum einen, dass wir jeder im Evangelium fest verwurzeln, bis es unser ganzes Denken, Streben und Leben pr\u00e4gt. Daf\u00fcr wollen wir auch im neuen Jahr weiter beten. Gott w\u00fcnscht sich auch, dass wir unser Leben nicht jeder f\u00fcr sich selbst f\u00fchren, sondern in der Gemeinschaft mit den Glaubensgeschwistern, die von seiner Liebe und Wahrheit gepr\u00e4gt sein soll. Danach wollen wir auch in der Coronasituation aktiv streben. Der dritte Bereich, den wir betrachtet haben, ist, dass wir als Christen zur Mission berufen sind. Gottes Mission kommt daher, dass wir in einer Welt leben, in der die meisten Menschen geistlich blind und von Gott getrennt sind und deshalb ewig verloren gehen; und dass Gott diese Welt trotzdem liebt und sie unbedingt erretten will. Gott hat die Welt so geliebt, dass er seinen einzigen Sohn dahingab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Alle Menschen, die Jesus annehmen und im Glauben an ihn leben, werden nicht verloren, sondern erhalten ewiges Leben. Aber nur die, die dieses Evangelium h\u00f6ren und glauben.<br \/>\nHeute wollen wir betrachten, was Jesus daf\u00fcr getan hat, damit nicht nur wenige Menschen in Israel zur Zeit seines Wirkens auf der Erde diese rettende Botschaft h\u00f6ren konnten, sondern dass bis heute die Menschen in allen V\u00f6lkern diese Botschaft h\u00f6ren und dadurch gerettet werden k\u00f6nnen. Unser Text in Lukas Kap. 6 berichtet, dass Jesus eine ganze Nacht im Gebet zu Gott blieb und danach zw\u00f6lf J\u00fcnger erw\u00e4hlte und sie \u201eApostel\u201c nannte. Wir k\u00f6nnen die Bedeutung dieses Ereignisses leicht untersch\u00e4tzen, vor allem, wenn wir es nur als ein geschichtliches Ereignis verstehen, ohne seine Relevanz f\u00fcr uns heute zu sehen. Dass die Erw\u00e4hlung der Zw\u00f6lf sehr bedeutsam war, k\u00f6nnen wir schon daran erkennen, dass es auch in den Berichten von Markus und Matth\u00e4us geschildert wird. Aber warum hat Jesus zw\u00f6lf J\u00fcnger extra erw\u00e4hlt? Welche Bedeutung hat dieses Werk f\u00fcr die Heilsgeschichte? Und f\u00fcr uns am wichtigsten: was k\u00f6nnen wir hier lernen bzw. welche Relevanz hat das f\u00fcr uns? Die Predigt hat drei Teile: Erstens, der Hintergrund der Erw\u00e4hlung der Zw\u00f6lf; zweitens, die Erw\u00e4hlung der Zw\u00f6lf; und drittens, was wir davon lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>I. Der Hintergrund der Erw\u00e4hlung der Zw\u00f6lf (6-11)<br \/>\nWas ist passiert, bevor Jesus die zw\u00f6lf Apostel erw\u00e4hlt hat? Die Verse 6-11 berichten, dass Jesus an einem Sabbat in einer Synagoge war und lehrte. In der Synagoge war ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war. Seine Hand hatte sich vermutlich nie richtig entwickelt oder war wegen eines Unfalls verkr\u00fcppelt, sodass sie v\u00f6llig funktionsunf\u00e4hig war. Der Mann konnte nicht arbeiten und war immer von der Barmherzigkeit anderer abh\u00e4ngig. Au\u00dferdem dachten die Juden damals, dass jemand mit so einer Behinderung von Gott wegen seiner S\u00fcnde oder der S\u00fcnde seiner Eltern bestraft sei. Daher wurde der Mann von den anderen verachtet und gemieden, und muss innerlich sehr elend gewesen sein. Die Schriftgelehrten, die auch in der Synagoge waren, hatten kein Mitleid ihm. Vielmehr lauerten sie darauf, ob Jesus diesen Mann heilen w\u00fcrde, denn dann wollten sie ihn wegen angeblichem Brechen des Sabbatgebots verklagen.<br \/>\nWas tat Jesus in dieser spannungsgeladenen Situation? Vers 8 sagt, dass Jesus ihre Gedanken kannte, er wusste also, was sie B\u00f6ses gegen ihn im Sinn hatten. Aber Jesus versuchte nicht, sich vor ihnen zu sch\u00fctzen, sondern sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: \u201eSteh auf und tritt in die Mitte!\u201c Der Mann stand auf und trat vor. Daraufhin fragte Jesus sie: \u201eIch frage euch: Ist\u2019s erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun oder B\u00f6ses zu tun, Leben zu retten oder zu verderben?\u201c Jesus wollte den religi\u00f6sen Leitern helfen, zu erkennen, was vor Gott richtig ist. Seine Frage an sie war sehr einfach, damit sie einfach und vern\u00fcnftig nachdenken und ihre eigene Verkehrtheit erkennen konnten. Aber sie antworteten nicht, weil sie ihre Verkehrtheit nicht zugeben wollten.<br \/>\nVers 10 sagt: \u201eUnd er sah sie alle ringsum an und sprach zu ihm: Strecke deine Hand aus! Und er tat\u2019s; da wurde seine Hand wieder gesund.\u201c Jesus heilte den Mann demonstrativ vor den Augen aller Anwesenden. Daf\u00fcr musste der Mann Glauben aufbringen, denn seine Hand vor allen auszustrecken, war eigentlich das Letzte, was er machen wollte. Aber er streckte seine Hand aus, und Jesus machte sie gesund!<\/p>\n<p>Eigentlich h\u00e4tte Jesus ihn auch am n\u00e4chsten Tag heilen k\u00f6nnen; aber er ging keinen Kompromiss mit dem verkehrten Denken der Menschen ein, sondern handelte nach Gottes Willen. Dadurch gab Jesus ihnen eine einzigartige Chance, seine Gottheit zu erkennen und ihre ablehnende, ungl\u00e4ubige Haltung aufzugeben. Aber dazu waren sie nicht bereit. Vers 11 sagt: \u201eSie aber wurden ganz von Sinnen und beredeten sich miteinander, was sie Jesus tun wollten.\u201c Ihr Herz war so hart, dass sie sich weigerten, das Wunderzeichen, das sie mit eigenen Augen sahen, wahrzunehmen. Sie wurden wie verr\u00fcckt und redeten dar\u00fcber, wie sie Jesus umbringen k\u00f6nnten (Mk 3,6). Eigentlich waren sie von Gott als geistliche Leiter f\u00fcr das Volk eingesetzt. Aber sie erwiesen sich nun als unbelehrbar und feindselig und f\u00fcr Gottes Werk v\u00f6llig unbrauchbar. Was konnte Jesus angesichts dieser Situation tun?<\/p>\n<p>II. Die Erw\u00e4hlung der Zw\u00f6lf (12-16)<br \/>\nBetrachten wir den Vers 12: \u201eEs begab sich aber zu der Zeit, dass er auf einen Berg ging, um zu beten; und er blieb \u00fcber Nacht im Gebet zu Gott.\u201c Hier weisen die Worte \u201ezu der Zeit\u201c auf den Zusammenhang zu dem vorigen Ereignis in der Synagoge hin. Im Lukasevangelium wird \u00f6fter erw\u00e4hnt, dass Jesus betete. Aber hier stieg Jesus extra auf einen Berg, um zu beten, und er blieb \u00fcber Nacht im Gebet zu Gott. F\u00fcr viele ist es nicht leicht, eine halbe Stunde lang zu beten, eine Stunde ist noch schwerer. Aber Jesus betete die ganze Nacht hindurch. Er hatte offenbar ein dringendes Anliegen, \u00fcber das er mit seinem himmlischen Vater lange sprechen musste. Der Text sagt nicht, wof\u00fcr Jesus betete. Aber der Zusammenhang mit den Abschnitten davor und danach legt nahe, dass Jesus mit seinem Vater dar\u00fcber sprach, was er tun sollte angesichts der Lage, dass die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er als geistliche Leiter f\u00fcr das Volk unbrauchbar waren. Jesus betete die ganze Nacht, weil er bek\u00fcmmert war, dass die Menschen im Volk keine Hirten hatte, die sie auf den Weg zu Gott f\u00fchren konnten. Jesus wusste, dass die Zeit seines Wirkens auf der Erde kurz war und dass er nur in Israel wirken w\u00fcrde. Jesu Herz brannte, als er an alle Menschen dachte, die verloren gehen w\u00fcrden, wenn ihnen niemand mehr das Evangelium verk\u00fcndigen w\u00fcrde. Jesus betete die ganze Nacht, weil das Heil aller Menschen auf seinem Herzen lastete. Er suchte im Gebet, was er am besten tun konnte, damit alle Menschen das Evangelium erfahren und durch den Glauben gerettet werden k\u00f6nnten. Obwohl er sp\u00e4testens nach einigen Stunden m\u00fcde gewesen sein muss, wollte er nicht aufh\u00f6ren zu beten, bis er volle Klarheit dar\u00fcber hatte, was er am besten tun konnte. Jesus betete die ganze Nacht zu Gott, weil er alle Menschen liebt und wirklich will, dass sie gerettet werden.<br \/>\nSchlie\u00dflich wich die Nacht und der Tag brach an. Was tat Jesus dann? \u201eUnd als es Tag wurde, rief er seine J\u00fcnger und erw\u00e4hlte zw\u00f6lf von ihnen, die er auch Apostel nannte.\u201c Als es Tag wurde, handelte Jesus mit klarer Entschlossenheit. Er rief seine J\u00fcnger und erw\u00e4hlte von ihnen zw\u00f6lf, die er \u201eApostel\u201c nannte. Das Wort \u201eApostel\u201c bedeutet Gesandte. Jesus dr\u00fcckte dadurch seine Vision aus, dass er sie aussenden w\u00fcrde, an seiner Stelle das Evangelium zu predigen und die Menschen zur Umkehr und zum Glauben an ihn einzuladen. Wir erfahren hier nicht, nach welchem Kriterium Jesus sie erw\u00e4hlt hat. Grundlegend geschah ihre Erw\u00e4hlung aus Jesu souver\u00e4nem Willen und aus seiner einseitigen Gnade.<br \/>\nWarum erw\u00e4hlte Jesus aber zw\u00f6lf J\u00fcnger? Wenn wir dar\u00fcber nachdenken, k\u00f6nnen wir nur in Ehrfurcht staunen. Jesus h\u00e4tte als Gottes Sohn alles M\u00f6gliche tun k\u00f6nnen, um das Evangelium auf der Erde zu verbreiten. Aber Jesus wollte den Menschen das Evangelium offensichtlich durch Menschen bringen, und zwar durch Menschen, die selbst davon durchdrungen sind. Auch wenn es heute so viele technische M\u00f6glichkeiten gibt, das Evangelium weiterzugeben, wirkt Gott bis heute meistens durch das Zeugnis von Menschen.<br \/>\nUnd warum erw\u00e4hlte Jesus nur zw\u00f6lf? Nach Vers 17 hatte er zu dem Zeitpunkt schon eine gro\u00dfe Schar von J\u00fcngern, die ihm folgten. Eigentlich h\u00e4tte Jesus m\u00f6glichst viele J\u00fcnger berufen sollen, um durch sie alle V\u00f6lker der Erde zu erreichen. Aber Jesus wollte lieber zw\u00f6lf Menschen helfen, das Evangelium richtig zu begreifen und davon gr\u00fcndlich ver\u00e4ndert zu werden, als vielen Menschen einigerma\u00dfen zu helfen. Das war Gottes Weisheit, die er im Gebet gefunden hatte. Man sagt auch, dass Gott durch einen Menschen, der sich ihm hundertprozentig ergeben hat, mehr wirken kann, als durch hundert Menschen, die sich ihm neunundneunzigprozentig ergeben haben. Jesus erw\u00e4hlte zw\u00f6lf, weil er sie nicht einfach unterrichten, sondern zu jedem eine pers\u00f6nliche Vertrauensbeziehung entwickeln und in dieser Beziehung jedem pers\u00f6nlich helfen wollte. Die zw\u00f6lf Apostel stehen au\u00dferdem f\u00fcr die zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels im Alten Bund und weisen darauf hin, dass Jesus mit dem Evangelium im neuen Bund ein neues Gottesvolk gr\u00fcndete.<br \/>\nWie wollte Jesus den Aposteln konkret helfen? Markus 3,14-15 sagt: \u201eUnd er setzte zw\u00f6lf ein, die er auch Apostel nannte, dass sie bei ihm sein sollten und dass er sie aussendete zu predigen und dass sie Vollmacht h\u00e4tten, die D\u00e4monen auszutreiben.\u201c Vor allem sollten sie immer bei ihm sein. Sie sollten t\u00e4glich Jesus begleiten und in den praktischen Situationen von ihm lernen. Am meisten sollten sie Jesus selbst kennen lernen, seinen heiligen Charakter und seine Lebensweise, seine Liebe und sein Vertrauen auf Gott den Vater, sein Hirtenherz gegen\u00fcber den Menschen, seine Demut und praktische Hingabe usw. Sie sollten von ihm lernen, bis ihr Wesen und ihr Leben dem von Jesus \u00e4hnlich w\u00fcrden. Das ist grunds\u00e4tzlich Jesu Wille f\u00fcr alle Christen. Es war f\u00fcr die Apostel besonders wichtig, weil Jesus sie aussenden wollte zu predigen. Ihre Predigt sollte mit ihrer Person und ihrem Leben \u00fcbereinstimmen und sollte dadurch Vollmacht haben. Au\u00dferdem sollten sie Vollmacht haben, die D\u00e4monen aus den Menschen auszutreiben. Zusammengefasst wollte Jesus, dass die Apostel ihn und sein Evangelium tiefgehend kennen und geistliche Vollmacht haben, damit sie unz\u00e4hligen Menschen wirklich helfen k\u00f6nnen, an Jesus zu glauben, aus ihrer S\u00fcnde herauszukommen und ein v\u00f6llig ver\u00e4ndertes Leben zu f\u00fchren.<br \/>\nWen hat Jesus konkret als Apostel erw\u00e4hlt? Die Verse 14-17 sagen: \u201eSimon, den er auch Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder, Jakobus und Johannes; Philippus und Bartholom\u00e4us; Matth\u00e4us und Thomas; Jakobus, den Sohn des Alph\u00e4us, und Simon, genannt der Zelot; Judas, den Sohn des Jakobs, und Judas Iskariot, der zum Verr\u00e4ter wurde.\u201c Die Menschen, die Jesus erw\u00e4hlte, waren sehr verschieden. Simon Petrus und Andreas sowie Jakobus und Johannes waren von Beruf Fischer. Matth\u00e4us war ein Z\u00f6llner, der f\u00fcr die r\u00f6mische Besatzungsmacht Z\u00f6lle eintrieb. Der andere Simon wurde der Zelot genannt, er war also ein Sympathisant oder sogar ein Mitglied der Zeloten, einer Gruppe von j\u00fcdischen Freiheitsk\u00e4mpfern gegen die r\u00f6mische Besatzung. Die Menschen, die Jesus erw\u00e4hlt hat, waren von ihrem Hintergrund und Werdegang sehr verschieden.<br \/>\nSie waren auch vom Charakter her verschieden. In den Evangelien lesen wir, dass Petrus oft viel geredet hat, auch dann, wenn er besser geschwiegen h\u00e4tte. Andere Apostel waren dagegen so still, dass wir au\u00dfer ihrem Namen nichts \u00fcber sie wissen. Jakobus und Johannes waren ehrgeizig und konnten aufbrausend sein wie ein Donner. Philippus war klug, aber berechnend. Thomas war ein Zweifler. Judas Iskariot hatte einen opportunistischen Charakter und tat sich sehr schwer damit, seine Hoffnung auf Jesus zu setzen und sich Gottes Herrschaft unterzuordnen. Jesus hat ihn trotzdem erw\u00e4hlt, aus der Hoffnung, dass er seine Gnade erkennen und sich davon heilen lassen w\u00fcrde.<br \/>\nJesus hat also ganz unterschiedliche Arten von Menschen als seine Apostel erw\u00e4hlt. Warum ist das wichtig? Weil es zeigt, dass Jesus nicht nur bestimmte Typen von Menschen gebrauchen kann oder nur solche mit bestimmtem Hintergrund. Jesus erw\u00e4hlte ganz unterschiedliche Menschen als Apostel, weil er alle Arten von Menschen gebrauchen kann. Jesus beruft unterschiedliche Menschen, damit er durch sie die unterschiedlichen Arten von Menschen mit dem Evangelium erreichen kann.<br \/>\nObwohl die Apostel verschieden waren, k\u00f6nnen wir bei ihnen doch einige Gemeinsamkeiten feststellen: Zum einen waren sie alle bereit, Jesu Berufung zu folgen. Die Parallelstelle in Markus Kapitel 3 sagt: \u201eUnd er ging auf einen Berg und rief zu sich, welche er wollte, und die gingen hin zu ihm\u201c (Mk 3,13). Sie waren alle erwachsene Menschen, die eine bestimmte Lebensvorstellung und Lebensweise hatten. Aber als Jesus sie rief, waren sie alle bereit, ihr bisheriges Leben zu verlassen und Jesu Ruf zu folgen.<br \/>\nZum anderen waren sie lernwillig. Keiner hatte besondere Vorkenntnisse; keiner von ihnen war ein Schriftgelehrter. Von dem Tag an blieben sie st\u00e4ndig bei Jesus und lernten von ihm t\u00e4glich neue Dinge \u00fcber Gott, seinen Willen und sein Reich. Sie verstanden nicht immer alles sofort, aber sie waren immer bereit, dazuzulernen. Sie waren wie neue Schl\u00e4uche, die den neuen Wein aufnehmen und behalten k\u00f6nnen (Mk 2,22). Die Bereitschaft, von Jesus zu lernen, ist die grundlegende und wichtigste Eigenschaft eines jeden J\u00fcngers, um von Gott ver\u00e4ndert und gebraucht zu werden.<\/p>\n<p>III. Jesu praktisches Training und was wir davon lernen k\u00f6nnen (17-19)<br \/>\nWas tat Jesus, nachdem er die Zw\u00f6lf erw\u00e4hlt hatte? Betrachten wir die Verse 17-19. Jesus ging mit ihnen vom Berg hinab und trat auf ein ebenes Feld, er und eine gro\u00dfe Schar seiner J\u00fcnger und eine gro\u00dfe Menge des Volks aus dem ganzen j\u00fcdischen Land und Jerusalem und aus dem K\u00fcstenland von Tyrus und Sidon. Oben auf dem Berg, wo Jesus die ganze Nacht gebetet und die Zw\u00f6lf erw\u00e4hlt hatte, hatte heilige Atmosph\u00e4re geherrscht. Aber unten in der Ebene warteten viele Menschen auf ihn, um ihn zu h\u00f6ren und von ihren Krankheiten geheilt und von unreinen Geistern befreit zu werden. Jesus wollte die Apostel nicht zuerst einige Wochen lang oben auf dem Berg abgeschieden lehren, sondern ging mit ihnen herunter auf die Ebene, wo sie die Not der Menschen sehen und miterleben konnten, wie Jesus ihnen diente. Die Verse 18b und 19 sagen: \u201eUnd die von unreinen Geistern umgetrieben wurden, die wurden gesund. Und alles Volk suchte ihn anzur\u00fchren; denn es ging Kraft von ihm aus und heilte sie alle.\u201c Dadurch konnten die Apostel Jesu Hirtenherz f\u00fcr die leidenden Menschen und den Glauben an Gott lernen. Jesus nahm sie \u00fcberall hin mit, damit sie Jesu Herz und sein Leben immer mehr lernen und nach und nach ihm immer \u00e4hnlicher werden konnten. Auf diese Weise konnten sie zu Jesu Aposteln und zu geistlichen Leitern f\u00fcr die Menschen heranwachsen. Das war nat\u00fcrlich keine Kurve, die immer stetig nach oben ging. Manches mussten sie wiederholt erleben und manches dreimal erkl\u00e4rt bekommen. Aber Jesus betete und lehrte sie unerm\u00fcdlich aus der Liebe und dem Glauben heraus, dass sie in der Zukunft als seine Apostel gro\u00dfartig wirken w\u00fcrden. Und wenn wir die Apostelgeschichte lesen oder die Briefe von Petrus oder Johannes, erkennen wir, dass die Apostel tats\u00e4chlich gro\u00dfe geistliche Pers\u00f6nlichkeiten wurden, die Jesu Wesen widerspiegelten und geistliche Vollmacht hatten, um zahllosen Menschen geistlich zu helfen. Als Petrus zum Beispiel an Pfingsten in Jerusalem das Evangelium predigte, hatte seine Predigt gro\u00dfe Klarheit und Tiefe und Kraft, sodass etwa dreitausend Menschen sein Wort annahmen und sich taufen lie\u00dfen (Apg 2,41). Nicht nur Petrus war zu so einer geistlichen Pers\u00f6nlichkeit geworden. In Apostelgeschichte Kap. 4,33 hei\u00dft es von allen Aposteln: \u201eUnd mit gro\u00dfer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und gro\u00dfe Gnade war bei ihnen allen.\u201c Jesu Erw\u00e4hlung der Apostel und seine geduldige geistliche Hilfe f\u00fcr sie hat sich in der Geschichte best\u00e4tigt. Durch die Apostel entstand die erste Gemeinde in Jerusalem, und durch sie breitete sich das Evangelium im ganzen Land und in immer mehr heidnischen L\u00e4ndern aus. Durch die Apostel kamen unz\u00e4hlige Menschen zum Glauben oder wurden in ihrem Glauben best\u00e4rkt. Als Jesus zw\u00f6lf Menschen als Apostel erw\u00e4hlte und sich darauf fokussierte, ihnen geistlich zu helfen, sah dieses Werk unbedeutend aus. Aber schlie\u00dflich wurden die Apostel zu gro\u00dfartigen Dienern Gottes, durch die sich der Lauf der Geschichte \u00e4nderte.<br \/>\nWas bedeutet das nun f\u00fcr uns? Die Berufung und Erziehung der Apostel ist nat\u00fcrlich erstmal ein historisches Ereignis, das wir nicht einfach verallgemeinern d\u00fcrfen. Sie wurden von Jesus w\u00e4hrend seiner Lebenszeit auf der Erde berufen und geistlich erzogen. Sie wurden Augenzeugen von all seinen Wundern, von seinem Tod am Kreuz (Johannes) und von seiner Auferstehung. Die Apostel waren von daher einzigartige Pers\u00f6nlichkeiten in der Geschichte. Wir d\u00fcrfen Gott danken, dass Jesus zw\u00f6lf J\u00fcnger als Apostel erw\u00e4hlt hat, weil durch sie letztlich auch wir das Evangelium h\u00f6ren und zum Glauben kommen konnten.<br \/>\nAber die Erw\u00e4hlung der Zw\u00f6lf ist mehr als ein historisches Ereignis. Jesus hat durch die Erw\u00e4hlung der Zw\u00f6lf und durch ihre geistliche Erziehung seine Weisheit gezeigt und vorgelebt, wie er Gottes Willen gedient hat, die Menschen in allen V\u00f6lkern zu retten. Jesus hat sich darauf konzentriert, einigen Menschen ganz gr\u00fcndlich geistlich zu helfen, statt vielen Menschen irgendwie oberfl\u00e4chlich. Jesus hat die Apostel sp\u00e4ter selbst damit beauftragt, anderen Menschen zu helfen, seine J\u00fcnger zu werden. Nach seiner Auferstehung hat Jesus ihnen in Galil\u00e4a den Befehl gegeben: \u201eGehet hin und machet zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende\u201c (Mt 28,19.20; LUT 1984). Jesus will, dass wir auch in unserer Zeit anderen Menschen helfen, Jesu J\u00fcnger zu werden. Wir sollen beten, bis Gott uns die Menschen zeigt, die er erw\u00e4hlt hat, und ihnen intensiv helfen, Jesu Gnade und seine Berufung anzunehmen und als als Jesus Boten zu wachsen.<br \/>\nIst das f\u00fcr unsere Zeit relevant? Auf jeden Fall! In unserer Zeit leben so viele Menschen in geistlicher und seelischer Not, weil sie Gott und sein Evangelium nicht kennen und von der Sinnlosigkeit, allen m\u00f6glichen Begierden, \u00c4ngsten und anderen S\u00fcnden umgetrieben werden. Das Problem unserer Zeit ist nicht, dass die jungen Menschen heute kein geistliches Interesse mehr h\u00e4tten. Nach einer Umfrage, die an der Mitarbeiterkonferenz diese Woche gezeigt wurde, gab jeder F\u00fcnfte der Befragten 16-29-J\u00e4hrigen in Europa an, mehrmals pro Woche zu beten. Die j\u00fcngeren Menschen sind also nicht so ungeistlich, wie es den Anschein hat, weil nur ein kleiner Bruchteil von ihnen noch in Gemeinden oder Kirchen geht. Das Problem ist nicht, dass es keine Menschen mehr mit geistlichem Interesse gibt, sondern dass es zu wenig Menschen gibt, die ihnen das Evangelium von Jesus bezeugen, und zwar in einer Art und Weise, die sie \u00fcberzeugt, weil sie mit ihrer ganzen Person ihre Botschaft von Jesus best\u00e4tigen. Was die Menschen in unserer Zeit am meisten brauchen, sind Christen, die authentisch als J\u00fcnger Jesu leben und ihnen sein Evangelium mit ihrem Mund und ihrem Leben bezeugen. Tim Keller hat gesagt, dass das, was die Menschen im 21. Jahrhundert brauchen, nicht gro\u00dfartige Programme sind, sondern unser pers\u00f6nliches Zeugnis von unserem Glauben an Jesus. Es gibt viele Wege und M\u00f6glichkeiten gibt, wie wir mit jungen Menschen in Kontakt kommen und ihn das Evangelium nahebringen k\u00f6nnen, die wir noch gar nicht ausprobiert haben. Sch\u00fcchternheit, Zeitmangel, eventueller Altersunterschied \u2013 alle Hindernisse sind \u00fcberwindbar, wenn wir uns dem\u00fctigen und neue Liebe zu den verlorenen Menschen aufbringen und ernsthaft f\u00fcr ihre Rettung beten. M\u00f6ge Gott uns helfen, \u00fcber die Verlorenheit der ungl\u00e4ubigen Menschen in unserer Umgebung bek\u00fcmmert zu sein und inst\u00e4ndig f\u00fcr ihre Rettung zu beten, wie Jesus es getan hat. M\u00f6ge Gott uns dadurch Orientierung und Kraft geben, diejenigen zu finden, deren Herz ge\u00f6ffnet ist, und ihnen das Evangelium zu bezeugen, bis sie Jesu Ruf h\u00f6ren und annehmen und als sein J\u00fcnger wachsen! Lesen wir noch einmal das Leitwort 6,12.13: \u201eEs begab sich aber zu der Zeit, dass er auf einen Berg ging, um zu beten; und er blieb \u00fcber Nacht im Gebet zu Gott. Und als es Tag wurde, rief er seine J\u00fcnger und erw\u00e4hlte zw\u00f6lf von ihnen, die er auch Apostel nannte.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Jesus erw\u00e4hlt die Zw\u00f6lf \u201eEs begab sich aber zu der Zeit, dass er auf einen Berg ging, um zu beten; und er blieb \u00fcber Nacht im Gebet zu Gott. Und als es Tag wurde, rief er seine J\u00fcnger und erw\u00e4hlte zw\u00f6lf von ihnen, die er auch Apostel nannte.\u201c (Lukasevangelium 6,12.13) Ich w\u00fcnsche euch allen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[13,40,4,11],"tags":[],"class_list":["post-10449","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lukas","category-neujahr","category-predigt","category-sonderlektion"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10449","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10449"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10449\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10453,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10449\/revisions\/10453"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10449"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10449"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10449"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}