{"id":10429,"date":"2021-12-19T11:00:05","date_gmt":"2021-12-19T10:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10429"},"modified":"2022-11-18T12:18:43","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:43","slug":"predigt-matthaeus-21-12-weihnachten-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaeus-21-12-weihnachten-2021\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 2,1-12  &#8211;  Weihnachten 2021"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Wo ist der neugeborene K\u00f6nig der Juden?<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eWo ist der neugeborene K\u00f6nig der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Matth\u00e4usevangelium 2,2)<\/p>\n<p>Weihnachten ist ein Fest, das bis heute von den meisten Menschen gefeiert wird, nicht nur in Deutschland, sondern in weiten Teilen der Welt. Aber warum feiern wir Weihnachten? Viele m\u00f6gen nat\u00fcrlich die festliche Stimmung, das Zusammensein mit geliebten Menschen, das besondere Essen und nat\u00fcrlich Geschenke zu machen und zu bekommen. Aber das ist nicht alles. Weihnachten ist f\u00fcr viele deshalb besonders, weil sie damit tiefe Sehns\u00fcchte verbinden, vor allem die Sehnsucht nach einer gro\u00dfen Freude. Aber die meisten sind nach Weihnachten irgendwie entt\u00e4uscht, weil sie die ersehnte Freude nicht erlebt haben, trotz sch\u00f6ner Gemeinschaft, Geschenken und gutem Essen. In unserem heutigen Text erfahren wir aber von einigen Menschen, die um die Weihnachtszeit eine ganz gro\u00dfe Freude hatten, obwohl sie von ihren Familien getrennt waren, eine lange entbehrungsreiche Reise hinter sich hatten und von niemandem Geschenke bekamen. Sie wurden von riesiger, heiliger Freude erf\u00fcllt, als sie den neugeborenen K\u00f6nig der Juden fanden und ihn anbeteten. Der Verfasser Matth\u00e4us fand ihre Begegnung mit dem neugeborenen K\u00f6nig Jesus so wichtig, dass er sie detailliert geschildert hat, obwohl wir weder ihre genaue Herkunft noch ihre Namen kennen und sie auch sonst in der Bibel nicht mehr erw\u00e4hnt werden. Warum? Weil ihre Anbetung viel \u00fcber den K\u00f6nig sagt, den sie angebetet haben, und weil ihre Anbetung ein Beispiel f\u00fcr alle Gl\u00e4ubigen ist. Lasst uns heute neu erkennen, wer Jesus ist und warum er w\u00fcrdig ist, auch von uns angebetet zu werden, und selbst auch gro\u00dfe Freude zu erfahren!<\/p>\n<p><strong>I. Wo ist der neugeborene K\u00f6nig der Juden? (1-5)<\/strong><br \/>\nUnser Text beginnt mit den Worten: \u201eDa Jesus geboren war zu Bethlehem in Jud\u00e4a zur Zeit des K\u00f6nigs Herodes &#8230;\u201c Hier bezeugt der Verfasser Jesu Geburt als eine Tatsache, indem er auch den Geburtsort und die Zeit angibt. Matth\u00e4us verzichtet darauf, die Umst\u00e4nde von Geburt Jesu zu beschreiben; wir erfahren nichts von der Krippe, von den Hirten auf dem Feld oder dem Heer der Engel, die \u201eGloria\u201c sangen. Stattdessen berichtet er von Weisen aus dem Morgenland, die nach Jerusalem kamen und fragten: \u201eWo ist der neugeborene K\u00f6nig der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten\u201c (2). Das griechische Wort f\u00fcr \u201eWeise\u201c, \u201emagoi\u201c, bezeichnete Mitglieder einer persischen Priesterkaste, die sich mit Sternkunde und Astrologie befassten, sp\u00e4ter auch allgemein babylonische und sonstige Astrologen. Manche haben vielleicht gewisse Skepsis, wenn sie h\u00f6ren, dass sie auch Astrologen waren, aber damals war die Erforschung der Sterne untrennbar mit der Sterndeutung verbunden. Sie waren Wissenschaftler der damaligen Zeit, die die Bewegung der Himmelsk\u00f6rper beobachteten und versuchten, ihre Bedeutung zu verstehen. M\u00f6glicherweise waren sie damit auch Ratgeber ihres K\u00f6nigs. Jede Nacht beobachteten sie flei\u00dfig den Himmel, um alle Sterne und ihre Bewegung zu erforschen. Sie waren Menschen, die nach der Wahrheit suchten. Eines Nachts machten sie eine besondere Entdeckung: sie sahen einen ganz besonderen Stern im Osten aufgehen, durch den sie erkannten, dass der K\u00f6nig der Juden geboren war.<\/p>\n<p>Man hat viel ger\u00e4tselt und geforscht, was f\u00fcr einen Stern die Weisen damals gesehen haben und wie sie dadurch erkannten, dass der K\u00f6nig der Juden geboren wurde. Vor \u00fcber f\u00fcnfzehn Jahren war ich in einem Vortrag zum Thema \u201eDer Stern von Bethlehem\u201c vom Planetarium Mannheim, das mit dem astronomischen Institut der Uni Heidelberg zusammenarbeitet. Dort wurde erkl\u00e4rt, dass die Astronomie in Babylonien sehr weit entwickelt war \u2013 allgemein gilt das Zweistromland als Wiege der Astronomie. Sie kannten enorm viele Sternbilder und ordneten den ihnen bekannten L\u00e4ndern jeweils ein bestimmtes Sternbild zu. Wenn ein Stern besonders hell aufleuchtete, galt das als Zeichen daf\u00fcr, dass in dem Land, das dem aktuellen Sternbild zugeordnet war, gerade ein wichtiges Ereignis passierte \u2013 und als wichtigstes Ereignis galt die Geburt eines neuen K\u00f6nigs. Au\u00dferdem wurde in dem Vortrag ausf\u00fchrlich erkl\u00e4rt, dass in einem regelm\u00e4\u00dfigen Intervall von knapp 500 Jahren zwei Planeten, Jupiter und Saturn, von der Erde aus gesehen nebeneinander erscheinen und ein sehr helles Licht bewirken. Danach bewegen sie sich f\u00fcr einige Wochen auseinander und erscheinen dann nochmal nebeneinander als helles Licht, bevor sie sich voneinander entfernen und erst wieder nach knapp 500 Jahren zusammenkommen. Nach astronomischen Berechnungen ist dieses Ereignis im Jahr 7 v. Chr. passiert \u2013 also in dem Jahr, in dem nach heutigem Stand der Forschung Jesus geboren ist. Diese Erkl\u00e4rung wird auch von anderen Forschern geteilt. Es ist sehr interessant, dass das beschriebene Ph\u00e4nomen den Ereignissen im heutigen Text genau entspricht: Die Weisen haben in ihrer Heimat einen besonderen Stern aufgehen gesehen, den sie noch nie gesehen hatten (da es nur alle 500 Jahre passiert) und folgten ihm; sp\u00e4ter haben sie den Stern offenbar nicht mehr gesehen, sodass sie in Jud\u00e4a etwas orientierungslos in die Hauptstadt gingen und im K\u00f6nigspalast fragten, wo der neugeborene K\u00f6nig ist. Danach haben sie den Stern wieder gesehen und sich sehr gefreut, weil es der Stern war, den sie zuerst im Morgenland gesehen hatten. Auch wenn wir trotzdem nicht sicher wissen, ob der Stern, den sie sahen, das Licht von Jupiter und Saturn war oder ob Gott in seiner Allmacht ihnen auf eine andere Weise ein helles Licht am Himmel gezeigt hat \u2013 jedenfalls hat Gott sie am Himmel erkennen lassen, dass der K\u00f6nig von Juda geboren ist.<\/p>\n<p>Aber woher wussten die Weisen, dass dieser K\u00f6nig so bedeutsam war, sodass sie kommen und ihn anbeten sollten? Viele Bibelforscher nehmen an, dass sie auch Fragmente des Alten Testaments kannten, die die Juden in ihrer Gefangenschaft in Babylon hinterlassen hatten. Das ist ziemlich plausibel, weil die Juden 70 Jahre lang dort lebten und danach auch nur ein Teil von ihnen zur\u00fcckging. Dass die Weisen als wahrheitssuchende Menschen und Forscher von diesen Fragmenten wussten und darin gelesen hatten, ist sehr gut vorstellbar. Vielleicht kannten sie die Stelle aus dem 4. Buch Mose, in der es hei\u00dft: \u201eIch sehe ihn, aber nicht jetzt; ich schaue ihn, aber nicht von Nahem. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen &#8230;\u201c (4. Mose 24,17). In diesem Wort hatte Gott durch den Propheten das Kommen des neuen K\u00f6nigs in Israel angek\u00fcndigt und ihn mit einem aufgehenden Stern verglichen. Die Juden haben aufgrund dieser Verhei\u00dfung auf den neuen K\u00f6nig gewartet. Als sie wegen ihrer fortw\u00e4hrenden S\u00fcnde schlie\u00dflich von den Babyloniern erobert und nach Babylon verschleppt wurden und f\u00fcr sich keine Hoffnung mehr fanden, haben sie sich an diese Verhei\u00dfung geklammert und darauf gehofft, dass eines Tages der wahre K\u00f6nig wie ein heller Stern aufkommen und seine gute Herrschaft aufrichten w\u00fcrde. Es ist gut m\u00f6glich, dass die Weisen diese Stelle gekannt haben und diesen K\u00f6nig erwartet haben und deshalb auch verstanden, warum seine Geburt so bedeutsam war. Jedenfalls hat Gott ihnen offenbart, dass der neue K\u00f6nig geboren ist und dass er es wert ist, angebetet zu werden.<\/p>\n<p>Und wie reagierten sie auf Gottes Offenbarung? Jerusalem war von der Stadt Babylon \u00fcber 1000 Kilometer weit entfernt. Zu Fu\u00df dauerte der Weg nach Google Maps 230 Stunden; d.h. wenn sie jeden Tag acht Stunden wanderten, brauchten sie f\u00fcr einen Weg einen Monat (auf dem Kamel zu reiten war auch nicht viel schneller). Damals war Reisen wirklich gef\u00e4hrlich, weil es viele R\u00e4uber gab, die regelm\u00e4\u00dfig solche Reisegruppen \u00fcberfielen. Dazu mussten sie in der Nacht reisen, damit sie den Stern sahen. Au\u00dferdem hatten die Weisen in ihrer Heimat Aufgaben als Sternforscher zu erf\u00fcllen, vielleicht auch als Berater des K\u00f6nigs. Es war sicher nicht leicht f\u00fcr sie, mehrere Monate Sonderurlaub zu bekommen. Zudem mussten sie auch ihre Frauen von ihrem Vorhaben \u00fcberzeugen und sich von ihrer Familie f\u00fcr mehrere Monate trennen. Aber sie \u00fcberwanden alle Schwierigkeiten und machten sich auf die weite und gef\u00e4hrliche Reise, um den wahren K\u00f6nig zu finden. Auch w\u00e4hrend der beschwerlichen Reise h\u00e4tten sie an irgendeinem Punkt aufgeben und sagen k\u00f6nnen: Wir w\u00fcrden ja gern den K\u00f6nig aufsuchen, aber es ist zu anstrengend und zu gef\u00e4hrlich. Aber sie wollten unbedingt den neugeborenen K\u00f6nig der Juden anbeten. Nach vielen Wochen kamen sie schlie\u00dflich in Jerusalem an. Sie gingen in den Palast des K\u00f6nigs Herodes und fragten erwartungsvoll: \u201eWo ist der neugeborene K\u00f6nig der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten.\u201c Dass sie tats\u00e4chlich in Jerusalem ankamen und dort nach dem neugeborenen K\u00f6nig fragten, zeigt ihre Haltung gegen\u00fcber der Wahrheit. Es zeigt, wie sehr sie Gott suchten und seinen K\u00f6nig anbeten wollten.<\/p>\n<p>Wie reagierte Herodes auf ihre Frage nach dem neuen K\u00f6nig? Die Verse 3 und 4 sagen: \u201eAls das der K\u00f6nig Herodes h\u00f6rte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, und er lie\u00df zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.\u201c Herodes freute sich gar nicht \u00fcber die Geburt des neuen K\u00f6nigs, obwohl er erkannte, dass es sich um den Christus handeln musste. Er erschrak, weil er seinen Thron \u00fcber alles liebte und in dem neugeborenen K\u00f6nig eine Gefahr f\u00fcr seine Herrschaft sah. Er rief die Hohenpriester und Schriftgelehrten, um von ihnen zu erfahren, wo der Christus geboren werden sollte. Es ist interessant, dass Herodes die Frage, wo der Christus geboren werden sollte, durch die Bibelexperten beantworten lie\u00df. Er wusste also, dass in der Bibel die Wahrheit steht. Aber er war nicht bereit, sich ihr unterzuordnen. Er bat die Weisen zu erforschen, wo das Kind war, und es ihm zu sagen, damit er es auch anbeten k\u00f6nnte. Aber er hatte vor, das Kind Jesus zu t\u00f6ten (13). Herodes h\u00f6rte zwar die frohe Botschaft von der Geburt des neuen K\u00f6nigs, aber er hatte keinen Raum f\u00fcr Jesus im Herzen, weil er sich selbst und seine Macht mehr liebte als Gott und von der Angst, sie zu verlieren, erf\u00fcllt war. Viele Menschen sind wie Herodes. Auch wenn sie keinen K\u00f6nigsthron haben, wollen sie in ihrem Leben K\u00f6nig sein. Sie haben Angst davor, etwas f\u00fcr Jesus zu verlieren, und haben keinen Raum f\u00fcr ihn.<\/p>\n<p>Der Text erw\u00e4hnt die Reaktion von zwei weiteren Gruppen von Menschen auf die Botschaft von der Geburt des neuen K\u00f6nigs. Zum einen die Bev\u00f6lkerung von Jerusalem. Es hei\u00dft, dass als Herodes erschrak, auch ganz Jerusalem erschrak. Sie erschraken, weil sie bef\u00fcrchteten, dass Herodes nun wieder ein Unheil anrichten w\u00fcrde. Das zeigt zum einen, wie elend und abh\u00e4ngig sie von Herodes waren, der kein guter K\u00f6nig war. Dass sie erschraken, ist aber auch ein Hinweis darauf, dass sie selbst auch nicht bereit waren, den neuen K\u00f6nig anzunehmen. Als Juden kannten sie Gottes Verhei\u00dfung, ihnen den Christus als wahren K\u00f6nig und Retter zu schicken. Aber sie hatten keinen Wunsch, ihn zu erkennen und anzubeten. Sie waren nur mit ihrer t\u00e4glichen Arbeit und ihren Alltagssorgen besch\u00e4ftigt und damit zufrieden, wenn sie ihre Religion praktizieren und am Sabbat ein bisschen ausruhen konnten. Sie lebten in einer geistlichen Lethargie und reagierten deshalb nicht auf die frohe Botschaft von Jesu Geburt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich waren da die Hohenpriester und Schriftgelehrten. Sie kannten viele Bibelstellen, sodass sie die Frage, wo der Christus geboren werden sollte, sofort beantworten konnten. Ihre Bibelkenntnisse h\u00e4tten ihnen eigentlich helfen sollen, in der Erwartung des Christus zu leben und ihn als Erste willkommen zu hei\u00dfen. Aber auch sie hatten offenbar auch keinen Wunsch, dem von Gott verhei\u00dfenen Christus zu begegnen und ihn anzubeten. Auf die Frage nach dem Geburtsort des Christus antworteten sie zwar richtig, aber so, als ob das f\u00fcr sie gar keine Bedeutung h\u00e4tte. Ihre Bibelkenntnisse waren nur Theorie; ihnen fehlte der Glaube an Gott und der Wunsch, seinen Christus anzubeten. Sie sind ein abschreckendes Beispiel daf\u00fcr, wie Religion lebendigen Glauben an Gott ersetzen kann.<\/p>\n<p>Wenn wir die Reaktion von Herodes, vom Volk und von den religi\u00f6sen Leitern, mit der der Weisen vergleichen, erkennen wir, wie anders die Weisen waren. W\u00e4hrend Herodes vor allem den Erhalt seiner Macht suchte, das Volk ein einfaches, bequemes Leben und die Schriftgelehrten die Anerkennung der Menschen f\u00fcr ihr religi\u00f6ses Leben, suchten die Weisen nach der Wahrheit, die ihrem Leben Sinn gab. Obwohl sie als Heiden Gott nicht kannten, hatten sie den Wunsch, Gott zu finden und ihn anzubeten. Gott sah ihren geistlichen Wunsch und lie\u00df f\u00fcr sie extra einen Stern aufgehen, damit sie erkennen konnten, dass der wahre K\u00f6nig geboren war. Die Tatsache, dass sie sich daraufhin auf den Weg machten und ihn suchten, bis sie ihn fanden und anbeteten, zeigt, wie ernsthaft ihr geistlicher Wunsch war. Nat\u00fcrlich war es Gott, der ihnen den Stern zeigte und ihnen half, Jesus tats\u00e4chlich zu finden. Aber Gott konnte das tun, weil er sah, dass sie Gott suchten und im Herzen den Wunsch hatten, ihn anzubeten.<\/p>\n<p>Was wir im Leben suchen, ist wirklich wichtig, denn es bestimmt letztlich die Richtung und das Ziel unseres Lebens und damit auch, wo wir ankommen werden. Fr\u00fcher suchte ich durch verschiedene Dinge nach Erf\u00fcllung, aber am meisten suchte ich nach dem Sinn des Lebens. Ich litt sehr darunter, dass ich trotz meines Besuchs einer Kirche Gott nicht erkennen und in meinem Leben keinen Sinn sehen konnte. Aber Gott hat mich schlie\u00dflich Jesus finden lassen und hat durch ihn mein Verlangen gestillt. Das war f\u00fcr mich das entscheidende Ereignis und die Wende in meinem Leben; aber Gott hat sich von unz\u00e4hligen Menschen finden lassen. Der Kirchenvater Augustinus konnte als junger Mann durch sein vergn\u00fcgungsorientiertes Leben keine Erf\u00fcllung finden, sondern litt unter der Unruhe und Leere in seinem Herzen. Nach seiner Bekehrung bekannte er sp\u00e4ter: \u201eUnruhig ist unser Herz, bis es ruht, o Gott, in Dir.\u201c (Andere \u00dcbersetzung: Unser Herz findet keine Ruhe, bis es Dich, Gott, findet). Auch heute suchen die meisten Menschen st\u00e4ndig nach etwas, das sie erf\u00fcllen kann, oft nach Erfolg, Geld, nach Anerkennung und Liebe oder nach allen m\u00f6glichen Vergn\u00fcgungen; aber sie werden nie wirklich zufrieden, weil sie den wahren Gegenstand ihrer Suche nicht finden. Aber die Weisen erfuhren gro\u00dfe Freude und tiefe Zufriedenheit, als sie Jesus fanden und ihn anbeteten. Jesus ist der von Gott verhei\u00dfene K\u00f6nig, den alle Menschen brauchen. Nur wenn wir Jesus finden und ihn als unseren K\u00f6nig anbeten, findet unser Leben wahren Sinn und unser Herz wird mit Ruhe und mit Freude erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><strong>II. Jesus ist der F\u00fcrst, der uns weidet (6-8)<\/strong><br \/>\nWas sagte die Verhei\u00dfung, die die Schriftgelehrten zitierten, \u00fcber den kommenden K\u00f6nig? Vers 6 lautet: \u201eUnd du, Bethlehem im Lande Juda, bist mitnichten die kleinste unter den F\u00fcrsten Judas; denn aus dir wird kommen der F\u00fcrst, der mein Volk Israel weiden soll.\u201c Hier hat Gott durch den Propheten Micha vorausgesagt, in welcher Stadt der Christus geboren werden sollte. Bethlehem war nur ein gr\u00f6\u00dferes Dorf oder kleines St\u00e4dtchen, viel kleiner als die Hauptstadt Jerusalem. Aber es war die Stadt, aus der der K\u00f6nig David stammte, dem Gott den Christus als Nachkommen verhei\u00dfen hatte. Dass Jesus in Bethlehem und nicht in Jerusalem geboren wurde, zeigt seine Demut.<br \/>\nIn der Verhei\u00dfung wird aber noch mehr \u00fcber ihn gesagt. Gott nennt ihn den F\u00fcrsten, der sein Volk Israel weiden soll. Ein F\u00fcrst, besonders ein K\u00f6nig, regiert sein Volk. Es spielt f\u00fcr die Menschen eine wichtige Rolle, von wem sie regiert werden. Wir haben seit kurzem eine neue Regierung, deshalb merken wir vielleicht auch noch keinen gro\u00dfen Unterschied. Wie wichtig es ist, wer das Volk regiert, k\u00f6nnen wir besser verstehen, wenn wir L\u00e4nder, deren Regierung sich um das Wohl des Volks bem\u00fcht, mit L\u00e4ndern vergleichen, die von einem skrupellosen Diktator regiert werden. Jesus will wirklich das Wohl von uns Menschen. Seine Herrschaft befreit uns von der Macht der S\u00fcnde und des Satans, die unser Leben zerst\u00f6ren wollen. Jesus ist der von Gott verhei\u00dfene K\u00f6nig, der seine gute Herrschaft in unserem Leben etablieren will und auch in unseren Mitmenschen und in unserer Gesellschaft.<br \/>\nDenn Jesus ist ein K\u00f6nig, der wie ein Hirte sein Volk weiden will. In der Welt finden wir keinen solchen K\u00f6nig oder Regierungschef. Das liegt allein schon daran, dass kein Mensch dazu in der Lage ist, die Bed\u00fcrfnisse aller Menschen in ihrem Volk zu verstehen, geschweige denn sie zu stillen. Es ist ja sogar schwierig, die Bed\u00fcrfnisse der eigenen Kinder zu verstehen, die sehr unterschiedlich sind und oft wechseln, und unm\u00f6glich, sie alle zu stillen. Aber Jesus kennt alle unsere Bed\u00fcrfnisse, noch bevor wir sie ihm sagen. Und er hat den Willen und die Macht, unsere Bed\u00fcrfnisse zu stillen, gleich welcher Natur sie sind. Jesus hat alle Arten von Kranken geheilt, die Schwachen gest\u00e4rkt und die Verzagten ermutigt. Jesus kann und will die schwersten Probleme in unserem Leben l\u00f6sen. Und er will mehr als nur unsere Probleme l\u00f6sen. Er ist gekommen, um uns das Leben und volle Gen\u00fcge zu geben. Er will unser Leben mit Sinn, Freude und Hoffnung erf\u00fcllen, sodass wir ihn jeden Tag vertrauensvoll anbeten k\u00f6nnen. Wir sind immer noch wie Schafe und sehen oft auf das, was vor unserer Nase ist. Aber Jesus zeigt uns das Ziel unseres Lebens und f\u00fchrt uns als guter Hirte den besten Weg, durch den wir ihn mehr erkennen und schlie\u00dflich in sein herrliches ewiges Reich gelangen. Danken wir Jesus, der unser wahrer K\u00f6nig und unser guter Hirte ist!<\/p>\n<p><strong>III. Sie beteten es an (9-12)<\/strong><br \/>\nBetrachten wir die Verse 9 und 10: \u201eAls sie nun den K\u00f6nig geh\u00f6rt hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, ging vor ihnen her, bis er \u00fcber dem Ort stand, wo das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut\u201c. Die Weisen sahen vor Herodes und Bosheit und List zu naiv aus, sodass sie leicht von ihm f\u00fcr seine b\u00f6se Absicht h\u00e4tten missbraucht werden k\u00f6nnen. Aber sie fielen ihm nicht zum Opfer, weil Gott selbst sie f\u00fchrte. Als sie den Palast verlie\u00dfen, sahen sie wieder den Stern, den sie hatten aufgehen sehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut. Das griechische Wort hier dr\u00fcckte eine sehr, sehr gro\u00dfer Freude aus! Sie freuten sich riesig, weil sie wussten, dass sie sicher bald dem neugeborenen K\u00f6nig von Gott begegnen w\u00fcrden und ihn anbeten konnten. Der Stern ging vor ihnen her, bis er \u00fcber dem Haus stand, in dem Jesus war. Gott selbst f\u00fchrte sie zu Jesus.<\/p>\n<p>Der Vers 11 beschreibt, wie sie Jesus anbeteten: \u201eund gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Sch\u00e4tze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.\u201c \u00c4u\u00dferlich gesehen sahen sie nur ein kleines Kind mit seiner Mutter. Aber sie hatten durch Gottes Wort und Zeichen die Gewissheit, dass sie vor dem von Gott verhei\u00dfenen K\u00f6nig standen. Sie waren gestandene M\u00e4nner, wegen ihrer Erfahrung vielleicht schon in fortgeschrittenem Alter. Aber sie fielen vor Jesus nieder und beteten ihn an. Dadurch dr\u00fcckt sie aus, dass sie Jesus als den wahren K\u00f6nig achteten und ihn liebten und bewunderten. Es zeigt, dass ihn als Herrn \u00fcber ihr Leben anerkannten und ihm dienen wollten. Sie freuten sich, dass sie den wahren K\u00f6nig gefunden hatten, der ihre Anbetung und Hingabe verdiente. Danach taten sie ihre Sch\u00e4tze auf und schenkten sie Jesus. Gold war damals das wertvollste Material und das angemessene Geschenk f\u00fcr einen K\u00f6nig. Weihrauch wurde von Priestern f\u00fcr ihren Dienst gebraucht, aber auch f\u00fcr K\u00f6nige, damit sie einen Wohlgeruch verbreiteten. Myrrhe wurde f\u00fcr wohlriechende Salben verwendet. Ihre Geschenke waren bedeutungsvoll und weisen darauf hin, wer Jesus ist und was er tun w\u00fcrde. Jesus ist der wahre K\u00f6nig, der in Herrlichkeit und Macht regiert. Er ist der Priester, der uns s\u00fcndige Menschen mit dem heiligen Gott vers\u00f6hnt. Dazu musste er am Kreuz sterben und wurde danach von zwei J\u00fcngern mit hundert Pfund Salbe aus Myrrhe und Aloe einbalsamiert. Danach erstand Jesus von den Toten auf, um auf ewig zu regieren.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir durch die Anbetung der Weisen lernen? Wir k\u00f6nnen lernen, dass Anbetung nicht einfach ein Ritual oder eine Formsache ist. Anbetung entspringt dem Herzen, wenn es erkennt, wer Jesu wirklich ist, und dazu bereit ist, ihn als den Herrn und K\u00f6nig anzuerkennen. Wir lernen auch, dass Anbetung vom Charakter her kein Nehmen, sondern Geben ist. Die Weisen kamen zu Jesus und beteten ihn an und gaben ihm ihre Geschenke. Danach gingen sie wieder in ihr Land zur\u00fcck. Sie wollten nicht irgendetwas von Jesus bekommen, sondern wollten ihn anbeten und ihm die Ehre erweisen, die ihm geb\u00fchrt. Das zeigt ihr reines Motiv. Anbetung ist m\u00f6glich, wenn wir so eine Herzenshaltung haben.<\/p>\n<p>Weiter k\u00f6nnen wir lernen, dass Anbetung nie kostenlos ist. Die Weisen hatten eine lange, m\u00fchevolle Reise auf sich genommen und Jesus gesucht, bis sie ihn wirklich anbeten konnten. Anbetung erfordert, dass wir Jesus wirklich suchen, immer neu und ihn vor unseren Augen halten. Es bedeutet, dass wir ihn in unserem Herzen heiligen und ihn auch im praktischen Leben als Herrn und K\u00f6nig achten. Wenn wir Jesus auf diese Weise als unseren K\u00f6nig anbeten, bekommen wir eine gro\u00dfe Freude, weil wir den Sinn unseres Lebens erf\u00fcllen.<br \/>\nSchlie\u00dflich k\u00f6nnen wir lernen, dass Anbetung uns Menschen ver\u00e4ndert. Die Weisen waren suchende Menschen. Aber als sie Jesus angebetet hatten, zogen sie zufrieden in ihr Land zur\u00fcck. All ihr Suchen und Verlangen, das sie im Herzen gehegt hatten, waren erf\u00fcllt. Als sie Jesus fanden und ihn anbeteten, konnten sie erkennen, dass Gott der wahre Gott ist, der seine Zeichen und seine Verhei\u00dfungen erf\u00fcllt. Dadurch konnten sie anders in die Zukunft schauen. Sie wussten, dass Gott auch in Zukunft seine Verhei\u00dfungen erf\u00fcllen wird. So konnten sie ihr weiteres Leben voller Erwartung und Hoffnung auf Gottes K\u00f6nig f\u00fchren. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, Jesus zu suchen und ihn jeden Tag anzubeten. M\u00f6ge Gott uns dadurch mit wahrer Freude erf\u00fcllen! Wenn wir so leben, ist jeden Tag Weihnachten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Wo ist der neugeborene K\u00f6nig der Juden? \u201eWo ist der neugeborene K\u00f6nig der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten\u201c (Matth\u00e4usevangelium 2,2) Weihnachten ist ein Fest, das bis heute von den meisten Menschen gefeiert wird, nicht nur in Deutschland, sondern in weiten Teilen der Welt. 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