{"id":10381,"date":"2021-10-24T11:00:44","date_gmt":"2021-10-24T09:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10381"},"modified":"2022-11-18T12:18:48","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:48","slug":"fragebogen-die-gemeinde-die-jesus-unter-uns-bauen-will-gesendet-zur-mission-3-apostelgeschichte-198-20-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/fragebogen-die-gemeinde-die-jesus-unter-uns-bauen-will-gesendet-zur-mission-3-apostelgeschichte-198-20-2\/","title":{"rendered":"Predigt: Die Gemeinde, die Jesus unter uns bauen will &#8211; Gesendet zur Mission 3  &#8211;  Apostelgeschichte 19,8-20"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Gesendet-zur-Mission_Lektion3-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Biblische Mission<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">So wuchs das Wort des Herrn mit Macht und erwies sich kr\u00e4ftig<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Apostelgeschichte 19,8-20)<\/p>\n<p>Wie in vergangener Woche, geht es auch heute um einen Text aus der Apostelgeschichte. In der kommenden Woche werden wir ebenfalls einen Text aus der Apostelgeschichte betrachten &#8211; und zurecht: Wenn es um das Thema \u201eMission\u201c geht, ist die Apostelgeschichte dazu geradezu pr\u00e4destiniert. Wo wird \u00fcber Mission mehr berichtet als im Buch Apostelgeschichte? Gleichzeitig ist die Apostelgeschichte ein Buch, das mit Vorsicht zu genie\u00dfen ist. Beim Lesen der Apostelgeschichte m\u00fcssen wir immer im Hinterkopf behalten, dass die Hauptabsicht der Apostelgeschichte darin besteht, zu berichten. Sie ist kein Brief, der uns Anweisungen zum christlichen Leben gibt. Die Apostelgeschichte will in erster Linie dar\u00fcber berichten, wie Gott sein Werk nach Jesu Tod und Auferstehung fortgesetzt hat, wie der Heilige Geist auf die Erde kam, die Gemeinde entstand usw.<br \/>\nVor diesem Hintergrund m\u00fcssen wir auch den heutigen Text aus Apg. 19 mit Vorsicht genie\u00dfen. Apg. 19 endet mit den Worten: \u201eSo wuchs das Wort des Herrn mit Macht und erwies sich kr\u00e4ftig\u201c. Diese Worte machen deutlich, worum es in dem heutigen Text geht. Er berichtet dar\u00fcber, wie es zu einer m\u00e4chtigen Ausbreitung des christlichen Glaubens in Ephesus und der Provinz Asia kam. Kurz, er berichtet \u00fcber eine erfolgreiche Mission. Wir k\u00f6nnen daraus keine allgemeing\u00fcltige Anleitung f\u00fcr eine erfolgreiche Mission ableiten, aber zumindest einiges dar\u00fcber lernen, wie wir Mission betreiben sollen und wie nicht. Gerade weil die Mission so erfolgreich war, lassen sich daraus sicherlich einige Prinzipien einer biblischen Mission ableiten. Hier habe ich den Bericht \u00fcber die Mission in Ephesus anhand von zwei einfachen Fragen betrachtet:<\/p>\n<p>1. Was tat Paulus in Ephesus?<br \/>\n2. Wie wirkte Gott in Ephesus?<\/p>\n<p><strong>1. Paulus Vorgehensweise in Ephesus<\/strong><\/p>\n<p>Eines dieser Prinzipien, die wir von Paulus lernen k\u00f6nnen, finden wir bereits in Vers 8. Dort hei\u00dft es, dass Paulus in die Synagoge ging. Dies machte Paulus nicht nur in Ephesus so, sondern an jedem Ort, wo er missionierte, ging er zur Synagoge bzw. zu den Juden. Bemerkenswert ist, was Paulus in Philippi machte, wo es keine Synagoge gab. In Apg. 16,13 hei\u00dft es: \u201eUnd am Tag des Sabbats gingen wir hinaus vor das Tor an einen Fluss, wo wir eine Gebetsst\u00e4tte vermuteten\u2026\u201c Hier ist von einer Gebetsst\u00e4tte die Rede. An den Orten, wo es keine Synagoge gab, trafen sich die Juden an sogenannten Gebetsst\u00e4tten. Wahrscheinlich befand sich die Gebetsst\u00e4tte wegen der Reinigungsgebote am Fluss. Also selbst in Philippi, wo es keine Synagoge gab, suchte Paulus zun\u00e4chst die Juden auf. Warum tat dies Paulus so konsequent? Im R\u00f6merbrief 1,16 hei\u00dft es: \u201eDenn ich sch\u00e4me mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung f\u00fcr jeden, der glaubt, zuerst f\u00fcr den Juden, dann auch f\u00fcr den Griechen.\u201c Nach dem Ratschluss Gottes kam ja Jesus zuerst zur Errettung der Juden. Als sie aber diese Gnade verwarfen, kam das Heil auch zu den Heiden. Eben genauso ging Paulus in seiner Mission vor. Was zeigt das \u00fcber Paulus? Paulus lie\u00df sich in seiner Mission ganz vom Ratschluss Gottes, ganz von dem Willen Gottes leiten.<br \/>\nPaulus Herz brannte f\u00fcr die Errettung der Juden so sehr, dass er bereit w\u00e4re, f\u00fcr sie stellvertretend verdammt zu werden. Aber obwohl ihm die Juden so ein Anliegen waren, akzeptierte er doch Gottes Ratschluss, zu den Heiden zu gehen, als die Juden ihm nicht glaubten. Bei der Mission geht es also immer um die Frage: \u201eZu wen und wohin hat Gott mich gesendet\u201c, nicht darum: \u201eWen und wo m\u00f6chte ich gerne missionieren\u201c.<br \/>\nEinen weiteren wichtigen Punkt, den wir aus der Mission von Paulus lernen k\u00f6nnen, finden wir in Vers 9. Paulus erfuhr nicht nur Annahme des Evangeliums, sondern auch Widerstand. Warum? Wenn Menschen von der Wahrheit getroffen werden, gibt es nur zwei M\u00f6glichkeiten, entweder sie beugen sich dieser Wahrheit oder sie lehnen sie ab. Dies sehen wir auch an anderen Stellen:<br \/>\nApg. 7,37: Als sie aber das h\u00f6rten, drang es ihnen durchs Herz und sie sprachen zu Petrus und den Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Br\u00fcder?<br \/>\nApg. 7,54: Als sie aber dies h\u00f6rten, wurden ihre Herzen durchbohrt und sie knirschten mit den Z\u00e4hnen gegen ihn.<\/p>\n<p>In beiden Stellen hei\u00dft es, dass es den Zuh\u00f6rern durchs Herz ging, aber die Reaktion war sehr gegens\u00e4tzlich \u2013 hierzu ein Bild: Wenn Sonne auf Schokolade scheint, schmilzt sie und wird weich. Wenn die Sonne auf Matsch trifft, wird er hart und trocken. Es geschieht also genau das Gegenteil. Genauso reagierten die Menschen bei Paulus auf die ein- und dieselbe Botschaft des Evangeliums: Die einen nahmen sie an, die anderen verh\u00e4rteten ihr Herz und lehnten sie ab. Was tut man, wenn man wei\u00df, etwas ist eigentlich wahr, aber man will es nicht wahrhaben? Man f\u00e4ngt an sich zu rechtfertigen, um sein Gewissen zu umzugehen. Eben das machten einige Zuh\u00f6rer in Ephesus. Sie rechtfertigten ihren Unglauben dadurch, dass sie den christlichen Glauben, der hier als der Weg bezeichnet wird, schlecht redeten. Wir k\u00f6nnen hieraus lernen, dass Ablehnung und Widerstand in der Mission nicht zwangsl\u00e4ufig bedeuten, dass man etwas falsch gemacht hat. Es kann sein, muss aber nicht sein. Im Falle von Widerstand, muss man sich nat\u00fcrlich kritisch hinterfragen, sollte sich aber andererseits auch nicht verunsichern lassen, wenn man biblisch gehandelt hat. Eine vollm\u00e4chtige Mission erf\u00e4hrt auch immer wieder Widerstand. Widerstand kann gerade ein Ausdruck davon sein, dass Menschen vom Wort Gottes getroffen wurden. Anstelle sich vom Widerstand irritieren zu lassen, sonderte Paulus die Gl\u00e4ubigen ab, um sie vor dem schlechten Einfluss zu bewahren. Trotz Widerstand lehrte Paulus zwei Jahre lang. Von ihm k\u00f6nnen wir auch lernen, Mission konsequent und treu zu betreiben.<br \/>\nInsgesamt blieb Paulus zwei Jahre und drei Monate in Ephesus. Die Apostelgeschichte berichtet nicht immer, wie lange Paulus an den Orten jeweils blieb. Jedenfalls ist keine der Zeitangaben l\u00e4nger als 2 Jahre. In Korinth blieb Paulus z.B. nur 1 \u00bd Jahre. Paulus blieb also relativ lange in Ephesus. Warum? Ephesus war die Hauptstadt der Provinz Asia. Wegen der Gr\u00f6\u00dfe und Bedeutung der Stadt Ephesus hatte Ephesus eine gewisse politische Selbstst\u00e4ndigkeit. D.h. Ephesus hat einen eigenen Senat und eine eigene Volksversammlung. Deshalb griff beim Aufruhr des Demetrius nicht ein r\u00f6mischer Statthalter, sondern ein st\u00e4dtischer Kanzler ein. Ephesus besa\u00df damals einen Hafen. Handelsstra\u00dfen liefen von der Stadt in die Gegenden der Provinz Asia und dar\u00fcber hinaus weit in den Orient hinein (vgl. DE BOOR: 3411). In Ephesus kamen und gingen Menschen aus den verschiedensten Ecken der Provinz Asia. Ephesus war also ein geeigneter Ort, um von dort aus die Provinz Asia mit dem Evangelium zu erreichen. Dass Paulus lange Zeit in Ephesus blieb, hatte also einen strategischen Grund. Im Vers 10 erfahren wir, dass Paulus Strategie aufgegangen war: Mit der Zeit hatten alle, die in der Provinz Asia wohnten, das Wort des Herrn geh\u00f6rt.<br \/>\nMissionare k\u00f6nnen von Paulus lernen, dass sie in der Mission strategische \u00dcberlegungen miteinbeziehen d\u00fcrfen. Sie sollten zwar nicht ihr Vertrauen darauf setzen, aber sie d\u00fcrfen und sollen solche \u00dcberlegungen durchaus anstellen, wie zum Beispiel die Frage: \u201eWie kann ich daf\u00fcr sorgen, dass m\u00f6glichst viele Menschen in meinem Missionsgebiet das Wort Gottes h\u00f6ren? Wie kann ich in meinem Missionsgebiet einen Ankn\u00fcpfungspunkt zur Verbreitung des Evangeliums finden?\u201c Meine pers\u00f6nliche Orientierung ist es, dass ich mit den Menschen, mit denen ich im Alltag sowieso in Kontakt komme, \u00fcber den Glauben spreche oder zumindest einen Flyer weitergebe. Vor einigen Monaten kam zu uns ein Klempner, um unsere Waschmaschine zu reparieren. Er war sehr gespr\u00e4chig und so kamen wir auch ins Gespr\u00e4ch \u00fcber den christlichen Glauben. Fr\u00fcher sprach ich auch immer mit dem Friseur \u00fcber den christlichen Glauben. Der Vorteil ist, dass er nicht weggehen kann. Oder was spricht dagegen, mit dem B\u00e4cker, zu dem man jeden Morgen geht, \u00fcber den christlichen Glauben zu sprechen oder zumindest einen christlichen Flyer zu geben \u2013 dasselbe kann man tun, wenn man auch etwas einkauft.<br \/>\nBetrachten wir erneut Vers 10. Das, was die Leute von Paulus zu h\u00f6ren bekamen, war nichts anderes als das Wort Gottes. In R\u00f6mer 10,17 hei\u00dft es: \u201eDemnach kommt der Glaube aus der Verk\u00fcndigung, die Verk\u00fcndigung aber durch Gottes Wort.\u201c Paulus wusste, dass der Glaube durch das H\u00f6ren von Gottes Wort kommt. Paulus vertraute auf die Kraft und Wirksamkeit von Gottes Wort. Warum war das gerade f\u00fcr die Mission in Ephesus so bedeutsam? Ephesus war alles andere als einfach zu missionieren. Wie wir aus den Versen 19 und 20 entnehmen k\u00f6nnen, hatten sich viele Menschen in Ephesus der Zauberei, also dem Okkultismus hingegeben. Die verbrannten B\u00fccher hatten zusammen einen Wert von 50.000 Silberdrachmen. Der \u00fcbliche Tageslohn betrug damals 1 Silberdrachme. Mit 50.000 Silberdrachmen k\u00f6nnte man demnach 137 Jahre lang versorgt werden, also viel mehr als ein ganzes Leben lang. Dieser Wert zeigt, wie weit verbreitet der Okkultismus in Ephesus war. Dort herrschte nicht allein Okkultismus, sondern auch G\u00f6tzendienst. Im n\u00e4chsten Abschnitt vom Kapitel 19 erfahren wir, dass die ganze Stadt im Aufruhr war, um ihre G\u00f6ttin Artemis zu verteidigen. Zwei Stunden lang schrien sie: \u201eGro\u00df ist die Artemis der Epheser!\u201c (V. 34). Der Stadtschreiber bezeichnete Ephesus sogar als die \u201eTempelh\u00fcterin der gro\u00dfen Artemis\u201c (V. 35). Und das nicht mit Unrecht: In Ephesus stand der weltber\u00fchmte Tempel der \u201eArtemis\u201c, das \u201eArtemision\u201c. Nachdem der Tempel einmal abgebrannt war, wurde er gr\u00f6\u00dfer und pr\u00e4chtiger wiederaufgebaut. Er hatte 128 S\u00e4ulen, jeweils 19 m hoch und war mit k\u00fcnstlerischen Bildern ausgeschm\u00fcckt. Der Tempel der Artemis gilt als eines der sieben Weltwunder des Altertums. In einer Nische stand das Bild der G\u00f6ttin Artemis. Es war aus schwarzem Holz. Die Epheser glaubten, dass es vom Himmel gefallen sei. Wer nach Ephesus kam, nahm sich gern als \u201eReiseandenken\u201c ein kleines Abbild des Tempels mit. (vgl. DE BOOR: 3571). Apostelgeschichte 19,24 berichtet, dass sie aus Silber in gro\u00dfer Zahl hergestellt wurden. Wir m\u00fcssen verstehen, dass die Artemis f\u00fcr die Epheser nicht einfach nur eine G\u00f6ttin unter vielen war. Der Tempel war sozusagen das Wahrzeichen der Stadt Ephesus. Heidelberg w\u00e4re nicht mehr Heidelberg, wenn es nicht mehr das Schloss und die Altstadt h\u00e4tte. Ebenso w\u00e4re Ephesus nicht mehr Ephesus, wenn der Tempel der Artemis nicht mehr da w\u00e4re. Der G\u00f6tzenkult um die G\u00f6ttin Artemis machte die Identit\u00e4t der Stadt Ephesus aus. Es bildete sicherlich auch eine Art Tradition. Viele Menschen lieben Traditionen. Sie sind mit bestimmten Erinnerungen verbunden. Bekanntlich war ja fr\u00fcher immer alles besser. Traditionen geben das Gef\u00fchl, dass man sich immer noch in der heilen Welt befindet, in der man aufgewachsen ist. Traditionen machen die Kultur eines Ortes aus. F\u00fcr viele Menschen f\u00e4llt es daher schwer, Traditionen aufzugeben. F\u00fcr die Epheser war es bestimmt nicht anders.<br \/>\nGerade an Orten, die nicht so einfach zu missionieren sind, kann man versucht sein, den christlichen Glauben in irgendeiner Weise zu \u201everkaufen\u201c, aber Paulus vertraute allein auf die Kraft und Wirksamkeit von Gottes Wort, wie fest die okkulten und religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen der Epheser auch waren. Im Korintherbrief schrieb Paulus: \u201edenn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern m\u00e4chtig f\u00fcr Gott zur Zerst\u00f6rung von Festungen; so zerst\u00f6ren wir \u27e8\u00fcberspitzte\u27e9 Gedankengeb\u00e4ude und jede H\u00f6he, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi\u201c (2.Kor 10,4-6). Im R\u00f6merbrief 1,16 bezeichnet Paulus das Evangelium als eine Kraft Gottes. Paulus glaubte an die Wirksamkeit von Gottes Wort.<br \/>\nDabei lehrte Paulus nicht irgendwie Gottes Wort. In den Versen 18 und 19 des heutigen Textes erfahren wir, dass viele Menschen ihre S\u00fcnden bekannten und ihre teuren Zauberb\u00fccher verbrannten. Die Menschen hatten also echte Bu\u00dfe getan. Sie brachten Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe. Paulus lehrte ungl\u00e4ubigen Menschen das Wort Gottes nicht irgendwie, sondern mit dem Ziel, dass sie ihre S\u00fcnde erkennen, echte Bu\u00dfe tun und die Errettung in Christus ergreifen.<br \/>\nPaulus Art und Weise zu missionieren, war in jeglicher Hinsicht vorbildlich. Gleichzeitig berichtet der Text aber auch von Gottes Wirksamkeit. Wir wollen uns diese im folgenden zweiten Teil anschauen.<\/p>\n<p><strong>Teil 2: Gottes Wirksamkeit in Ephesus<\/strong><\/p>\n<p>Wie hatte Gott Paulus Wirken in Ephesus best\u00e4tigt? Betrachten wir hierzu die Verse 11 und 12. Gott best\u00e4tigte Paulus dadurch, dass er Wunder durch ihn geschehen lie\u00df. Kranke wurden gesund und Besessene von b\u00f6sen Geistern befreit. Wegen des vielen Okkultismus und G\u00f6tzendienstes standen die Menschen in Ephesus unter der Herrschaft von finsteren M\u00e4chten.<br \/>\nAber Paulus lehrte die Alternative: das Reich Gottes (V. 8). Im 1. Korintherbrief 4,20 hei\u00dft es: \u201eDenn das Reich Gottes \u27e8besteht\u27e9 nicht im Wort, sondern in Kraft.\u201c Dass die Menschen merken, dass das Reich Gottes nicht nur Theorie ist, sondern real und kraftvoll ist, lie\u00df Gott durch Paulus b\u00f6se Geister austreiben. Wenn ein b\u00f6ser Geist sieben M\u00e4nner verklopfen kann, zeigt es umso mehr, wie gro\u00df die Kraft Gottes war, die durch Paulus die b\u00f6sen Geister austrieb. Ebenso war auch die Heilung von den Krankheiten eine Bekr\u00e4ftigung des Reiches Gottes. Da wo sich Menschen unter die Herrschaft Gottes stellen, wird ihr innerer und ggf. auch ihr \u00e4u\u00dferer Mensch gesund. Im R\u00f6merbrief 14,17 hei\u00dft es: \u201eDenn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.\u201c<br \/>\nGottes Wirksamkeit zeigt sich auch in der Begebenheit der j\u00fcdischen Beschw\u00f6rer, von denen wir in den Versen 13-17 lesen. Gott schenkte den j\u00fcdischen Beschw\u00f6rern kein Gelingen. Warum nicht? Sie sagten zu dem b\u00f6sen Geist: \u201eIch beschw\u00f6re euch bei dem Jesus, den Paulus predigt!\u201c Indem sie sagten: \u201ebei dem Jesus, den Paulus predigt\u201c verrieten sie, dass sie selbst gar keine pers\u00f6nliche Beziehung zu Jesus hatten. Sie selber wollten mit Jesus als ihren Herrn und Heiland nichts zu tun haben, aber gleichzeitig seinen Namen f\u00fcr eigene Zwecke benutzen. Sie glaubten, dass der b\u00f6se Geist ausgetrieben werden k\u00f6nne, wenn sie die Worte sagen: \u201eIch beschw\u00f6re euch bei dem Jesus, den Paulus predigt!\u201c. Dahinter steckt der Glaube, dass man mit Jesu Namen wie mit einer Zauberformel umgehen kann. In der Zauberei geht es ja gerade darum, bestimmte Formeln genau auszusprechen. Das, was diese sieben Beschw\u00f6rer taten, war vom Wesen her Aberglaube. Die sieben Beschw\u00f6rer meinten, es spiele keine Rolle, wer sie sind, Hauptsache sie sprechen den Namen Jesus aus. Aber der b\u00f6se Geist fragte sie: \u201eWer seid ihr\u201c. Die Frage machte deutlich, dass ihre Person durchaus eine Rolle spielt. Hatten sie mit Jesus nichts zu tun, dann hatten sie auch keine Vollmacht. Und dass dies so ist, lie\u00df der b\u00f6se Geist die sieben M\u00e4nner deutlich sp\u00fcren. Nackt und verwundet, also in Schande, rannten die sieben M\u00e4nner aus dem Haus.<br \/>\nWie gebrauchte Gott dieses Ereignis? In Vers 17 erfahren wir, dass Furcht auf die Epheser fiel und der Name Jesu gepriesen wurde. Das Ereignis f\u00fchrte zu mehr Furcht bzw. zu Hochachtung, sowie zur Anbetung gegen\u00fcber dem Namen Jesus. Man verstand, dass Jesu Name eben nicht einfach eine Art Zauberformel, ein Mittel zum Zweck ist. Jesus ist der Herr, den man nicht einfach benutzen und demgegen\u00fcber man nicht einfach neutral bleiben kann, sondern durch Glauben und Bu\u00dfe in Beziehung treten muss. In Lystra hatten die Menschen Paulus angebetet, nachdem er einen Lahmen geheilt h\u00e4tte. So etwas h\u00e4tte auch in Ephesus geschehen k\u00f6nnen. Paulus h\u00e4tte von allen bewundert werden k\u00f6nnen, weil er etwas konnte, was die sieben Beschw\u00f6rer nicht konnten. Man h\u00e4tte Paulus als den \u00fcberlegenen Magier preisen k\u00f6nnen. Das w\u00e4re eine nat\u00fcrliche Reaktion auf das Ereignis gewesen. Aber erstaunlicherweise erhoben die Epheser nicht Paulus Namen, sondern Jesu Namen. Diese Reaktion war nicht nat\u00fcrlich. Sie beweist viel mehr, dass Gott am Wirken war.<br \/>\nIm Vers 18 erfahren wir, dass es zu einer Bu\u00dfbewegung in Ephesus kam. Durch Paulus hatten viele Menschen in Asia das Wort Gottes geh\u00f6rt, aber dass es in ihrem Herzen aufgeht und Frucht bringt, kam von Gott. Paulus hatte ausges\u00e4t, Gott aber gab das Gedeihen. Wie vorbildlich auch Paulus Mission war, ohne die Wirksamkeit Gottes w\u00e4re kein einziger zum Glauben gekommen.<br \/>\nWas lernen wir daraus? Wir sind, was den Erfolg der Mission angeht, von Gottes Wirksamkeit abh\u00e4ngig. Es ist daher wichtig, in der Mission sein Vertrauen auf Gott, anstelle auf etwas anderes zu setzen. Wir haben bestimmte Methoden, wie wir Menschen erreichen. Das ist auch an sich nicht schlecht (sofern sie biblisch sind). Aber wenn man meint, Mission gehe nur so, zeigt das, dass man sein Vertrauen weniger auf Gottes Wirksamkeit als auf die eigenen Methoden setzt. Dasselbe gilt auch f\u00fcr den Eifer. Es ist gut, f\u00fcr die Mission allen Eifer einzusetzen. Aber wer meint, der Erfolg der Mission steht und f\u00e4llt mit dem eigenen Eifer, dr\u00fcckt indirekt damit aus, dass er sein Vertrauen mehr auf sich als auf die Wirksamkeit Gottes setzt. Wie gro\u00df der Eifer auch sein mag, wie gut auch die Methoden sein m\u00f6gen, wir sind und bleiben von Gottes Wirksamkeit abh\u00e4ngig. Wir dr\u00fccken diese Abh\u00e4ngigkeit durchs Gebet aus. Mission sollte daher auch immer von viel Gebet f\u00fcr nicht errettete Menschen begleitet werden.<\/p>\n<p>__________<br \/>\n1 DE BOOR, W. (1973): Die Dritte Missionsreise. 3. Das Wirken des Paulus in Ephesus. In:<br \/>\nWuppertaler Studienbibel, S. 344 \u2013 353. SCMR. Brockhaus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Biblische Mission So wuchs das Wort des Herrn mit Macht und erwies sich kr\u00e4ftig (Apostelgeschichte 19,8-20) Wie in vergangener Woche, geht es auch heute um einen Text aus der Apostelgeschichte. 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