{"id":10369,"date":"2021-10-31T11:00:46","date_gmt":"2021-10-31T10:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10369"},"modified":"2022-11-18T12:18:47","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:47","slug":"predigt-die-gemeinde-die-jesus-unter-uns-bauen-will-gesendet-zur-mission-4-apostelgeschichte-1923-41","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-die-gemeinde-die-jesus-unter-uns-bauen-will-gesendet-zur-mission-4-apostelgeschichte-1923-41\/","title":{"rendered":"Predigt: Die Gemeinde, die Jesus unter uns bauen will &#8211; Gesendet zur Mission 4  &#8211;  Apostelgeschichte 19,23-41"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Gesendet-zur-Mission_Lektion4-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Spirituell relevante Mission (2)<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eEs erhob sich aber um diese Zeit eine nicht geringe Unruhe \u00fcber den Weg.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Apg 19,23<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir betrachtet, wie Paulus in der Stadt Ephesus gewirkt hat. Ephesus war die Hauptstadt der r\u00f6mischen Provinz Asia und eine Hochburg des Artemiskults. Anders als in anderen St\u00e4dten lehrte Paulus dort zwei Jahre lang t\u00e4glich in der Schule des Tyrannus. Die Mission in Ephesus war au\u00dfergew\u00f6hnlich fruchtbar. Alle, die in der Provinz Asia wohnten, h\u00f6rten das Wort des Herrn. Zahlreiche Menschen kamen zum Glauben an Jesus und begannen ein neues Leben. Gott unterst\u00fctzte Paulus\u2018 Lehre des Evangeliums durch viele Wunder, die er durch seine H\u00e4nde geschehen lie\u00df. Vers 20 sagt zusammenfassend: \u201eSo breitete sich das Wort aus durch die Kraft des Herrn und wurde m\u00e4chtig.\u201c<\/p>\n<p>Der heutige Text zeigt eine andere Auswirkung von Paulus\u2018 Wirken in Ephesus. Wir erfahren von einem Aufruhr und gro\u00dfen Tumulten, die sich um diese Zeit ereigneten und bei denen das Leben von Paulus und seinen Mitarbeitern in Gefahr geriet. Wie kam es dazu? Und warum berichtet der Verfasser so detailliert \u00fcber diesen Aufruhr? Lasst uns heute mindestens zwei wichtige Punkte von Paulus\u2018 Mission lernen!<\/p>\n<p><strong>I. Der Aufstand des Demetrius (23-29)<\/strong><\/p>\n<p>Unser Text beginnt mit den Worten: \u201eEs erhob sich aber um diese Zeit eine nicht geringe Unruhe \u00fcber den Weg\u201c (23). Die Worte \u201eeine nicht geringe Unruhe\u201c sind eine dezente Umschreibung f\u00fcr einen richtigen Aufruhr und chaotische Tumulte, zu denen es in Ephesus kam. Wie kam es dazu? Ein Silberschmied namens Demetrius machte silberne Tempel der Artemis und verschaffte den Handwerkern dadurch nicht geringen Gewinn. Wie Toni letzten Sonntag zum Teil schon erkl\u00e4rt hat, war dieser Tempel sehr gro\u00df und pr\u00e4chtig und galt als einer der sieben Weltwunder. Er war nach Vorgaben von Alexander dem Gro\u00dfen in \u00fcber 220 Jahre prachtvoll gebaut worden. Er hatte \u00fcber 120 S\u00e4ulen aus Marmor, die jeweils etwa 17 Meter hoch und oben mit Figuren verziert waren. Im Innern befand sich das Bild einer G\u00f6ttin, die die Naturkraft verk\u00f6rperte und die die Griechen mit der G\u00f6ttin Artemis gleichsetzten. Diese \u201eG\u00f6ttin\u201c wurde nicht nur von den Menschen in Ephesus verehrt, sondern aus der ganzen Provinz Asia und sogar aus dem ganzen r\u00f6mischen Reich kamen Pilger, um diese G\u00f6ttin zu verehren oder zumindest den pr\u00e4chtigen Tempel zu bewundern. Die silbernen Nachbildungen des Tempels waren klein genug, dass man sie als Amulette am K\u00f6rper tragen konnte. Sie m\u00fcssen gro\u00dfen Absatz gefunden haben, weil es damals \u00fcblich war, solche Amulette auf Reisen mitzunehmen und sie sonst in seinem Haus aufzustellen, um dadurch Schutz f\u00fcr die Bewohner zu erlangen. Insbesondere war die Artemis der Epheser ein allgemein verehrtes Objekt der Anbetung.<\/p>\n<p>Die Kunsthandwerker und deren Zuarbeiter machten ein gutes Gesch\u00e4ft mit der Herstellung der silbernen Tempel. Demetrius machte in seiner Rede keinen Hehl daraus, dass es ihm darum ging, dieses Gesch\u00e4ft zu erhalten. Er bef\u00fcrchtete, dass ihr Gewerbe zugrundegehen w\u00fcrde, wenn sie Paulus weiterhin gew\u00e4hren lie\u00dfen. Er hatte verstanden, dass Paulus\u2018 Predigt vom Sch\u00f6pfer Gott und seinem Sohn Jesus Christus in der Konsequenz bedeutete, dass das, was mit H\u00e4nden gemacht ist, keine G\u00f6tter sind. Er wusste auch, dass Paulus in der ganzen Provinz viel Volk davon \u00fcberzeugte, daran zu glauben. Demetrius selbst war aber nicht bereit, die Wahrheit anzunehmen, sondern hatte nur im Sinn, durch den weiteren Verkauf von kleinen silbernen G\u00f6tzentempeln seinen Wohlstand zu erhalten.<\/p>\n<p>Um auch die anderen Kunsthandwerker und die Zuarbeiter f\u00fcr sein Anliegen zu gewinnen, verband er sein materielles Ziel geschickt mit ihrer kulturellen Identit\u00e4t und mit ihrem religi\u00f6sen Gef\u00fchl, indem er sagte: \u201eAber es droht nicht nur unser Gewerbe in Verruf zu geraten, sondern auch der Tempel der gro\u00dfen G\u00f6ttin Artemis wird f\u00fcr nichts geachtet werden; und sie selbst, die verehrt wird in der ganzen Provinz Asia, ja auf dem ganzen Erdkreis, wird ihrer Hoheit beraubt.\u201c Diese Worte verfehlten nicht ihre Wirkung. Bei der Vorstellung, dass ihr weltber\u00fchmter Tempel verachtet und ihre gro\u00dfe G\u00f6ttin ihrer Hoheit beraubt w\u00fcrde, gingen bei ihnen die roten Lampen an. Sie wurden von Zorn erf\u00fcllt und schrien: \u201eGro\u00df ist die Artemis der Epheser!\u201c (28) Ihre Wut auf Paulus steckte auch die anderen Menschen in Ephesus an. Vers 29 sagt, dass die ganze Stadt in Aufruhr geriet. Sie st\u00fcrmten einm\u00fctig zum Theater und ergriffen zwei Mitarbeiter von Paulus, n\u00e4mlich Gaius aus Derbe und Aristarch aus Makedonien. Der wilde Aufruhr und die aufgeheizte w\u00fctende Stimmung bedeuteten f\u00fcr Paulus und seine Mitarbeiter echte Lebensgefahr. Blinder Eifer und Fanatismus f\u00fcr eine falsche Religion f\u00fchrt oft zu so einem aggressiven Verhalten. Dagegen f\u00fchrt der Eifer von Christen f\u00fcr Jesus dazu, dass sie n\u00fcchtern werden und bereit, auf ihre Ehre und ihre Rechte zu verzichten und um seinetwillen Leiden auf sich zu nehmen.<\/p>\n<p>Warum berichtet die Apostelgeschichte aber so ausf\u00fchrlich \u00fcber diesen Aufruhr? Aus Mitleid mit den Silberschmieden, deren Verkauf von silbernen G\u00f6tzentempeln zur\u00fcckging, sicher nicht. Der Bericht macht vielmehr nochmal von einer anderen Seite her deutlich, wie m\u00e4chtig Gott in Ephesus und in der ganzen Provinz wirkte, als Paulus zwei Jahre lang intensiv das Evangelium lehrte. Ephesus war eine Hochburg des G\u00f6tzendiensts, die meisten Einwohner waren leidenschaftliche Anh\u00e4nger des Artemiskults. Als Paulus anfing, dort zu predigen, sah es fraglich aus, ob die Menschen wirklich bereit w\u00e4ren, das Evangelium anzunehmen. Au\u00dferdem erfuhr Paulus in Ephesus auch heftigen Widerstand vonseiten der Juden. Einige widersprachen und l\u00e4sterten so heftig, dass Paulus \u00fcberlegt haben muss, ob seine Missionst\u00e4tigkeit dort \u00fcberhaupt noch Sinn machte. Aber anstatt aufzugeben, suchte er einen anderen Weg, wie er doch Gottes Evangeliumswerk dienen konnte. Er trennte sich von den verstockten Menschen, sonderte auch die J\u00fcnger ab, die schon zum Glauben gekommen waren, und redete t\u00e4glich in der Schule des Tyrannus. Das griechische Wort f\u00fcr \u201eredete\u201c besagt nicht, dass Paulus dort predigte, sondern dass er mit ihnen in Dialogform redete. Dass Paulus sich t\u00e4glich mit einigen Menschen in einem Schulraum \u00fcber das Evangelium unterhielt, sah in einer Gro\u00dfstadt wie Ephesus eigentlich unbedeutend aus. Aber als er einigen Menschen t\u00e4glich das Evangelium pers\u00f6nlich intensiv erkl\u00e4rte, wirkte Gott dadurch m\u00e4chtig! Gottes Wort ver\u00e4nderte die, die ihm zuh\u00f6rten, sodass sie an Gott und seinen Sohn Jesus glaubten und seine J\u00fcnger wurden. Durch das t\u00e4gliche Bibelstudium mit Paulus wurden sie von Jesus so \u00fcberzeugt und begeistert, dass sie ihren Freunden und Nachbarn in Ephesus und auch den Leuten in den St\u00e4dten und D\u00f6rfern in der Provinz Asia von Jesus weitersagten, sodass alle, die in der Provinz Asia wohnten, das Wort des Herrn h\u00f6rten, und zwar Juden und Griechen (10). Das Wort Gottes \u00fcberwand die Hindernisse und Grenzen von Religion und Kultur. Viele erkannten, dass das, was mit H\u00e4nden gemacht ist, keine G\u00f6tter sind, sodass sie aufh\u00f6rten, das Bild der Artemis zu verehren und silberne Abbilder ihres Tempels zu kaufen, sodass die Absatzzahlen der Silberschmiede einbrachen. In zahlreichen St\u00e4dten entstanden christliche Gemeinden, unter anderem in den sieben St\u00e4dten, die im Buch Offenbarung erw\u00e4hnt werden. Der Aufruhr des Demetrius war auch eine Folge dieser Wirksamkeit Gottes, n\u00e4mlich der Widerstand derer, die das Evangelium nicht annehmen wollten. Es war sozusagen die Kehrseite der Medaille. Der Verfasser hat dar\u00fcber so ausf\u00fchrlich berichtet, weil dadurch auch von der anderen Seite her sichtbar wird, wie m\u00e4chtig Gott gewirkt hat.<\/p>\n<p>Und was hei\u00dft das f\u00fcr uns? Das Evangelium wirkt m\u00e4chtig, wenn wir es Menschen mit Geduld und intensiv bezeugen. Viele Menschen haben aufgrund ihrer Weltanschauung, ihrer Religion oder ihrer ganz pers\u00f6nlichen Gedanken und Erfahrungen Hindernisse, an das Evangelium zu glauben. Aber das Evangelium hat in sich Kraft, zu wirken und alle gedanklichen, religi\u00f6sen und kulturellen Hindernisse zu \u00fcberwinden, wenn es klar bezeugt und geglaubt wird. Nat\u00fcrlich sind wir nicht wie Paulus und k\u00f6nnen uns in der geistlichen Weisheit und Kraft nicht mit ihm vergleichen. Aber das bedeutet nicht, dass Gott nicht wirken k\u00f6nnte, wenn wir das Evangelium weitergeben. Auch wenn wir schwach sind, hat das Evangelium Kraft. Wenn wir mit Menschen in der Bibel lesen und ihnen das Evangelium von Herzen bezeugen, wird das Evangelium in ihnen wirken. Sie werden erkennen, dass keine G\u00f6tter der Welt vertrauensw\u00fcrdig sind, und werden ermutigt, auf Jesus und seine Liebe zu vertrauen. Nat\u00fcrlich werden nicht alle auf das Evangelium positiv reagieren. Wenn das Evangelium bezeugt wird, bewirkt es bei denen, die offen sind, Glauben, und bei anderen Widerspruch. Aber wir sollen darauf vertrauen, dass Gott sein Werk nach seiner Weisheit und seinem Zeitplan tut, und daf\u00fcr dankbar sein, dass er uns f\u00fcr sein Werk gebraucht. M\u00f6ge Gott uns helfen, das Evangelium einigen Menschen geduldig zu bezeugen und seine Wirksamkeit in ihnen zu erfahren!<\/p>\n<p><strong>II. Der Kanzler half Paulus und seinen Mitarbeitern (30-40)<\/strong><\/p>\n<p>Die Verse 30-40 beschreiben den weiteren Verlauf der Ereignisse und die Rede des Kanzlers, der das Volk beruhigte. Dadurch k\u00f6nnen wir etwas Wichtiges von Paulus Weisheit lernen. Zun\u00e4chst berichtet der Vers 30, dass Paulus unter das Volk gehen wollte, die J\u00fcnger es ihm aber nicht zulie\u00dfen. Paulus war immer bereit, zu den Menschen zu gehen, ohne Angst vor Gefahren zu haben. Aber in dieser Situation lie\u00dfen es seine Mitarbeiter nicht zu, weil die Gefahr, dass er von der aufgebrachten Menge gelyncht w\u00fcrde, zu gro\u00df war. Gerade in Ausnahmesituationen ist es gut, wenn wir Mitarbeiter haben, die uns mit ihrer Weisheit einen Rat geben, wenn unsere eigene Meinung vielleicht nicht angemessen ist. Paulus war dem\u00fctig genug, auf den Rat seiner Mitarbeiter zu h\u00f6ren. Auch einige der Oberen der Provinz Asien, die ihm freundlich gesinnt waren, sandten Boten zu ihm und ermahnten ihn, sich nicht zum Theater zu begeben. Dort schrien die einen dies und die andern das, und die Versammlung war in Verwirrung, und die meisten wussten gar nicht, warum sie zusammengekommen waren (32). Ein Mann namens Alexander wollte eine Erkl\u00e4rung vor der Menge abgeben, der von den Juden vorgeschickt wurde (und deshalb vermutlich ein Jude war und kein Judenchrist). Als die Menge aber erkannte, dass er ein Jude war, schrie alles wie aus einem Munde fast zwei Stunden lang: \u201eGro\u00df ist die Artemis der Epheser!\u201c (34) Ihr fanatischer Zorn richtete sich also nicht nur gegen die Christen, sondern auch gegen die Juden.<\/p>\n<p>In den Versen 35-40 wird die Rede des Kanzlers wiedergegeben. Wie gelang es ihm, das Volk zu beruhigen und die Versammlung aufzul\u00f6sen? Zun\u00e4chst wartete er ab, bis die Menge sich m\u00fcde geschrien hatte. Danach machte er zwei Feststellungen, um sie zu beruhigen. Die eine war, dass doch jeder Mensch wisse, dass die Stadt Ephesus eine H\u00fcterin der gro\u00dfen Artemis und ihres Bildes sei, das vom Himmel gefallen sei. Dadurch wollte er ihren angekratzten Stolz bes\u00e4nftigen und ihre Zuversicht auf ihre Identit\u00e4t st\u00e4rken (35.36).<\/p>\n<p>Als Zweites sagte er, dass Paulus und seine Mitarbeiter weder Tempelr\u00e4uber noch L\u00e4sterer ihrer G\u00f6ttin waren. Damit stellte er klar, dass sie sich keines schweren Vergehens schuldig gemacht hatten. Wenn Demetrius und die Handwerker Anspr\u00fcche gegen sie hatten, sollten sie sich an die Gerichte oder Statthalter wenden, die daf\u00fcr zust\u00e4ndig waren. Falls die Menge etwas anderes wollte, sollte das in einer ordentlichen Versammlung gekl\u00e4rt werden, die regelm\u00e4\u00dfig stattfand. Im Vers 40 sagte er abschlie\u00dfend: \u201eDenn wir stehen in Gefahr, wegen der heutigen Emp\u00f6rung verklagt zu werden, ohne dass ein Grund vorhanden ist, mit dem wir diesen Aufruhr entschuldigen k\u00f6nnten. Und als er dies gesagt hatte, lie\u00df er die Versammlung gehen.\u201c Die Sorge, dass die Stadt wegen dieses Aufruhrs von Rom angeklagt w\u00fcrde, war nicht unberechtigt, weil Unruhen in den Provinzen das Letzte waren, was die R\u00f6mer mochten. Wenn die Stadt wegen des Aufruhrs angeklagt worden w\u00e4re, geht man davon aus, dass die leitenden Beamten ihre Stellen verloren h\u00e4tten und die Stadt einen Teil ihrer Privilegien. Insofern erfolgten die Bem\u00fchungen des Kanzlers um eine Beruhigung der Lage auch im eigenen Interesse.<\/p>\n<p>Trotzdem ist auffallend, dass er in seiner Rede die christlichen Missionare verteidigte. Im Vers 37 sagte er: \u201eIhr habt diese Menschen hergef\u00fchrt, die weder Tempelr\u00e4uber noch L\u00e4sterer unserer G\u00f6ttin sind.\u201c Warum sagte er das? Er sagte das, weil es offensichtlich wahr war. Wenn es nicht gestimmt h\u00e4tte, h\u00e4tte er das vor der w\u00fctenden Menge nicht einfach behaupten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das l\u00e4sst uns einen zweiten wichtigen Punkt \u00fcber Paulus Mission erkennen. Paulus war bei seiner Mission sensitiv f\u00fcr die Kultur und die Religion der Menschen und ging mit Fingerspitzengef\u00fchl damit um. Das tat er wohl aus tiefem Respekt und Verst\u00e4ndnis gegen\u00fcber den Menschen. Er verk\u00fcndigte in Ephesus das Evangelium von Jesus als dem wahren K\u00f6nig und Retter klar; aber er vermied es offensichtlich, dabei ihre Religion als verkehrt zu kritisieren und \u00fcber ihre G\u00f6ttin zu l\u00e4stern, auch wenn er den G\u00f6tzenkult selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr S\u00fcnde hielt. Das war weise, weil eine Kritik an ihrer Religion sofort dazu gef\u00fchrt h\u00e4tte, dass sie ihr Herz gegen\u00fcber dem Evangelium verschlie\u00dfen. Paulus vertraute darauf, dass das Evangelium selbst in ihnen wirken und sie zur geistlichen Einsicht f\u00fchren w\u00fcrde. Seine respektvolle Haltung und sein weiser Umgang mit schwierigen Themen kommt in den sch\u00fctzenden Worten des Kanzlers \u00fcber Paulus und seine Mitarbeiter indirekt zum Ausdruck. Dieses Verhalten von Paulus erkl\u00e4rt auch, warum einige der Oberen der Provinz Asia Paulus gegen\u00fcber freundlich gesinnt waren (Vers 31).<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir davon lernen? Wir k\u00f6nnen von Paulus lernen, den Menschen, denen wir geistlich helfen wollen, mit Respekt zu begegnen und mit schwierigen Themen sensibel umzugehen. Auch wenn ihre Vorstellungen in vielem verkehrt sein m\u00f6gen, sollten wir ihre \u00dcberzeugungen nicht kritisieren oder ihren Glauben schlechtreden, wenn sie einer anderen Religion anh\u00e4ngen. Vielen Menschen sind heute bestimmte Themen wie die Evolution, Abtreibung, Homosexualit\u00e4t oder Coronaimpfungen wichtig und so etwas wie neuralgische Punkte bei der Beurteilung ihres Gespr\u00e4chspartners. Es w\u00e4re nicht weise, wenn wir sie voreilig mit Ansichten dazu konfrontieren w\u00fcrden, die sie vielleicht nicht verstehen und annehmen k\u00f6nnen und durch die sie ihr Bereitschaft verlieren, von uns das Evangelium zu h\u00f6ren. Wir k\u00f6nnen von Paulus auch sein Bem\u00fchen lernen, sein ganzes Leben so zu f\u00fchren, dass die Menschen nicht an seinem Verhalten Ansto\u00df nehmen konnten, sondern wenn dann nur am Evangelium selbst.<\/p>\n<p>Lasst uns von Paulus lernen, der viele Menschen f\u00fcr Gottes Reich gewann, indem er zwei Jahre lang t\u00e4glich in einem Schulraum einigen lernwilligen Menschen das Evangelium bezeugte, bis es in ihnen m\u00e4chtig wirkte und sie zu neuen Menschen und zu Zeugen des Evangeliums ver\u00e4nderte! M\u00f6ge Gott auch uns neue Zuversicht auf die ver\u00e4ndernde Kraft des Evangeliums geben und uns helfen, es einigen Menschen geduldig und weise zu erkl\u00e4ren, bis sie davon ver\u00e4ndert werden und selbst auch hingehen und es anderen bezeugen k\u00f6nnen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Spirituell relevante Mission (2) \u201eEs erhob sich aber um diese Zeit eine nicht geringe Unruhe \u00fcber den Weg.\u201c Apg 19,23 Letzte Woche haben wir betrachtet, wie Paulus in der Stadt Ephesus gewirkt hat. Ephesus war die Hauptstadt der r\u00f6mischen Provinz Asia und eine Hochburg des Artemiskults. 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