{"id":10313,"date":"2021-09-19T11:00:33","date_gmt":"2021-09-19T09:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10313"},"modified":"2022-11-18T12:18:50","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:50","slug":"predigt-die-gemeinde-die-jesus-unter-uns-bauen-will-berufen-zur-gemeinschaft-5-apostelgeschichte-151-6-23-29","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-die-gemeinde-die-jesus-unter-uns-bauen-will-berufen-zur-gemeinschaft-5-apostelgeschichte-151-6-23-29\/","title":{"rendered":"Predigt: Die Gemeinde, die Jesus unter uns bauen will &#8211; Berufen zur Gemeinschaft 5  &#8211;  Apostelgeschichte 15,1-6.23-29"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Berufen-zur-Gemeinschaft_Lektion5-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gemeinschaft der Liebe (II)<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eIhr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Joh 4,7)<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDa beschlossen die Apostel und \u00c4ltesten mit der ganzen Gemeinde, aus ihrer Mitte M\u00e4nner auszuw\u00e4hlen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Apg 15,22a)<\/p>\n<p>In der letzten Predigt zum Thema Gemeinschaft haben wir vor zwei Wochen 1. Johannes 4,7-13 betrachtet. Darin hat Apostel Johannes uns Christen klar dazu aufgefordert, einander zu lieben: \u201eIhr Lieben, lasst uns einander lieb haben.\u201c Aber er hat nicht nur aufgefordert, sondern hat gleich auch an den Grund und die Quelle der Liebe erinnert, indem er schrieb: \u201eDenn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott.\u201c Die Liebe ist von Gott. Gott ist die Liebe. Gottes Liebe zu uns ist dadurch erschienen, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben sollen. Gott hat seinen einzigen Sohn Jesus zur Vers\u00f6hnung f\u00fcr unsere S\u00fcnden in die Welt geschickt und hat ihn am Kreuz dahingegeben, damit wir Vergebung f\u00fcr unsere S\u00fcnden empfangen, Gottes Kinder werden und mit ihm ewig leben k\u00f6nnen! Weil Gott uns so sehr geliebt hat, sollen wir auch einander lieb haben. Wenn wir Gottes Wunsch annehmen und einander wirklich lieben, hilft uns das auch selbst in Gottes Liebe zu bleiben, und Gott bleibt in uns. Wenn wir einander lieben, erfahren wir, dass Gottes Geist in uns wirkt, was wiederum unsere Zuversicht auf Gott st\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Wir verstehen das alle, und eigentlich erscheint es ganz einfach. Aber in Wirklichkeit f\u00e4llt es uns oft schwer, unsere Geschwister bedingungslos anzunehmen und zu lieben. Obwohl wir an Gottes Liebe glauben, ist unsere Liebe oft zu begrenzt und wir lassen uns leicht davon abhalten, die Geschwister aktiv zu lieben und liebevolle Beziehungen anzukn\u00fcpfen und zu pflegen. Dann bleiben unsere Beziehungen oberfl\u00e4chlich und k\u00f6nnen durch Missverst\u00e4ndnisse oder Entt\u00e4uschungen leicht besch\u00e4digt werden, und einige k\u00f6nnen sich einsam f\u00fchlen. Was k\u00f6nnen wir tun? Wenn wir unseren Mangel an Liebe erkennen, sollen wir zu Gott kommen, ernsthaft Bu\u00dfe tun und seine Liebe zu uns neu annehmen. Dann wird er uns neu mit seiner Liebe erf\u00fcllen, und wir k\u00f6nnen seine Liebe an die Glaubensgeschwister weitergeben. Dass wir Gottes Liebe im Herzen behalten, ist das A und O f\u00fcr unser Glaubensleben und f\u00fcr liebevolle Beziehungen in der Gemeinde. Das ist das Wichtigste.<\/p>\n<p>Das bedeutet aber nicht, dass sich die Liebe zu den anderen ganz von alleine entwickeln w\u00fcrde und wir gar nichts daf\u00fcr k\u00f6nnten und br\u00e4uchten. Wir untersch\u00e4tzen leicht, wie tiefe Spuren unsere Selbstliebe in unserem Denken und unserem Verhalten bzw. unserer Kommunikation mit anderen hinterlassen hat und wie sehr uns das beim Entwickeln von guten geistlichen Beziehungen behindern kann. Deshalb ist es gut, wenn wir unsere eigenen Denk- und Verhaltensschemata erkennen; und wenn wir Gott um Ver\u00e4nderung bitten und ein Denken und ein Verhalten gegen\u00fcber anderen \u00fcben, das der Liebe Gottes entspricht und uns erm\u00f6glicht, gesunde, bleibende Beziehungen aufzubauen. Heute wollen wir deshalb \u00fcber unsere Kommunikation mit andern nachdenken. Wie soll sich die Liebe zu den Geschwistern in unserer Kommunikation zeigen? Was ist gute Kommunikation in einer Gemeinde, in der alle einander lieben? Wir wollen dar\u00fcber anhand von Apostelgeschichte 15 nachdenken und einige Antworten darauf finden. M\u00f6ge Gott uns dadurch helfen, weiter zu Menschen ver\u00e4ndert zu werden, die andere wahrhaft lieben k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Gute Kommunikation ist grunds\u00e4tzlich in allen Bereichen unseres Lebens wichtig, sowohl in der Familie oder WG, in der Schule und Uni, am Arbeitsplatz und auch in der Gemeinde. Aber gute Kommunikation ist keineswegs selbstverst\u00e4ndlich, eher ist sie vielerorts ein Problem. Das kann man alleine schon daran erkennen, dass zu diesem Thema unz\u00e4hlige B\u00fccher, Kurse und oft teure Schulungen angeboten werden. Die Firma, in der ich arbeite, hat zum Beispiel letztes Jahr einen Vertrag mit einer Firma abgeschlossen, die speziell f\u00fcr Firmen online Weiterbildungskurse zu allen m\u00f6glichen Themen anbietet und bei der jeder Mitarbeiter eine gewisse Anzahl von Kursen belegen kann. Letzte Woche war ich zuf\u00e4llig mal wieder auf der Homepage; und mir fiel auf, dass alle Kursangebote auf der ersten Seite mit dem Thema Kommunikation zu tun hatten. Das ist ein kleines, aber konkretes Beispiel daf\u00fcr, wie wichtig gute Kommunikation ist, wie viele Menschen damit aber offenbar Probleme haben. Wir brauchen uns also nicht zu sch\u00e4men, wenn wir erkennen, dass wir auch in der Gemeinde noch Verbesserungsbedarf in der Kommunikation haben. Um kein Missverst\u00e4ndnis zu erzeugen: ich meine nicht, dass unsere Kommunikation in der Gemeinde besonders schlecht w\u00e4re; aber es ist auch nicht gerade eine unserer gro\u00dfen St\u00e4rken; wir haben da noch Luft nach oben. Nat\u00fcrlich werden wir durch die Verbesserung unserer Kommunikation nicht automatisch zu einer geistlichen Gemeinschaft werden, wie Jesus sie sich w\u00fcnscht. Aber um eine Gemeinschaft zu werden, die von herzlicher Liebe gepr\u00e4gt ist, in der jeder offen \u00fcber seine pers\u00f6nlichen Anliegen reden kann, ist eine gute Kommunikation einfach wichtig, und Fortschritte darin werden uns helfen, schneller zu so einer Gemeinschaft zu werden.<\/p>\n<p>Wenn wir die Apostelgeschichte betrachten, erfahren wir bereits in Kap. 2 etwas \u00fcber die Kommunikation der Christen in der ersten Gemeinde. Kap. 2,42 sagt: \u201eSie blieben aber best\u00e4ndig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.\u201c Die Verse 46 und 47 sagen weiter: \u201eUnd sie waren t\u00e4glich einm\u00fctig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den H\u00e4usern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber f\u00fcgte t\u00e4glich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.\u201c Hier erfahren wir, dass die Christen in der ersten Gemeinde sich gern und h\u00e4ufig getroffen haben, und wir bekommen den Eindruck, dass sie ihr Leben miteinander geteilt haben, also wohl auch offen miteinander geredet haben.<br \/>\nWir leben in einer Zeit, in der es ein wachsender Trend ist, sein Leben genau so zu gestalten, wie man es will, insbesondere auch, wann, wie viel und mit wem ich Gemeinschaft habe. Ein Grund daf\u00fcr, dass in unserem Land immer mehr Wohnungen gebaut werden m\u00fcssen, obwohl die gesamte Einwohnerzahl kaum w\u00e4chst, ist, dass immer mehr Menschen alleine in einer eigenen Wohnung leben wollen. Damit sie sich nicht einsam f\u00fchlen, k\u00f6nnen sie online immer mehr Angebote zur Unterhaltung nutzen, unz\u00e4hlige Filme, Dokus, Beitr\u00e4ge auf Youtube oder Tiktok oder Apps, \u00fcber die sie mit ihrem Handy kommunizieren k\u00f6nnen, oder Robotern, die nicht nur Fragen beantworten, sondern auch ausf\u00fchren, was man ihnen sagt, und wenn es auch nur Staubsaugen oder das M\u00e4hen des Rasens ist. Aber all das kann echte Gemeinschaft mit Menschen, zu denen man eine pers\u00f6nliche Beziehung pflegt, nicht wirklich ersetzen. Sowieso ist sich zur\u00fcckzuziehen und f\u00fcr sich allein zu leben, f\u00fcr uns Christen keine Option. Die Stelle in Apostelgeschichte 2 zeigt, dass wir als Christen dazu berufen sind, in Gemeinschaft mit Glaubensgeschwistern zu leben. Und dass diese Gemeinschaft von herzlicher Liebe und einer offenen Kommunikation gekennzeichnet sein sollte.<\/p>\n<p>Was lehrt dann unsere Stelle in Apostelgeschichte 15 \u00fcber die Kommunikation der ersten Christen? In diesem Kapitel wird von einem gro\u00dfen Streitfall in der christlichen Gemeinde berichtet und wie er gel\u00f6st wurde. In Antiochia war zum ersten Mal auch vielen Heiden das Evangelium gepredigt worden und viele kamen zum Glauben an Jesus. Als die Gemeinde wuchs, sandten sie Paulus und Barnabas zu einer Missionsreise nach Kleinasien aus, wo viele weitere Heiden (Nichtjuden) zum Glauben an Jesus kamen. Nach ihrer R\u00fcckkehr nach Antiochia kamen einige M\u00e4nner aus Jud\u00e4a und lehrten die Br\u00fcder, dass sie sich beschneiden lassen und nach der Ordnung des Mose leben m\u00fcssten, da sie sonst nicht gerettet werden k\u00f6nnten. Ihre Lehre stellte die Gemeinde vor eine wichtige theologische Frage, n\u00e4mlich ob der Glaube an Jesus genug ist, oder ob Menschen sich au\u00dferdem auch beschneiden lassen und das Gesetz von Mose halten m\u00fcssen, um gerettet zu werden. Es ging um den Kern des Evangeliums.<\/p>\n<p>Wie gingen Paulus und Barnabas damit um? Es hei\u00dft, dass sie einen nicht geringen Streit mit ihnen hatten. Das deutet darauf hin, dass sie mit ihnen heftig stritten und auch, als es keine Einigung gab, nicht nachgaben. Paulus schrieb sp\u00e4ter im R\u00f6merbrief, dass die Gl\u00e4ubigen nicht um Meinungen streiten sollten. Wir sollten grunds\u00e4tzlich in der Gemeinde Streit vermeiden, wenn es um Meinungen geht, zum Beispiel dar\u00fcber, ob wir an Feiertagen wie Ostern und Pfingsten einen besonderen Gottesdienst feiern wollen oder nicht, \u00fcber die Musik oder Form im Gottesdienst oder wir den Gottesdienstraum in einer anderen Farbe streichen sollen. Wir sollten \u00fcber solche Dinge nicht streiten, sondern vielmehr darauf bedacht sein, Frieden zu halten, um die Einigkeit im Geist zu bewahren. Aber wenn es um den Kern des Evangeliums geht, sollen wir wenn n\u00f6tig streiten, weil es um Gottes Heilswerk und um das Leben der Menschen geht.<\/p>\n<p>Was taten die Gl\u00e4ubigen in Antiochia, als es zu keiner Einigung dieser Frage kam? Sie ordneten an, dass Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen nach Jerusalem zu den Aposteln und \u00c4ltesten reisen sollten, damit diese Frage durch sie gekl\u00e4rt w\u00fcrde. Wenn wir einen wichtige geistliche Frage nicht kl\u00e4ren k\u00f6nnen, kann es eine L\u00f6sung sein, dass wir andere anerkannte geistliche Pers\u00f6nlichkeiten konsultieren, um durch ihre Hilfe zu erkennen, was Gottes Willen und Wahrheit entspricht. Als Paulus und Barnabas der Gemeinde in Jerusalem verk\u00fcndeten, wie viel Gott durch sie unter den Heiden gewirkt hatte, traten einige von der Gruppe der Pharis\u00e4er auf, die gl\u00e4ubig geworden waren, und sagten: \u201eMan muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz des Mose zu halten.\u201c Dann kamen die Apostel und die \u00c4ltesten zusammen, um \u00fcber diese Sache zu beraten. Es war keine einfache Frage. Die gl\u00e4ubig gewordenen Pharis\u00e4er m\u00fcssen mit vielen Stellen aus der Bibel argumentiert haben, warum es richtig und notwendig sei, dass die gl\u00e4ubig gewordenen Heiden auch das Gesetz halten. Vers 7 sagt, dass man lange gestritten hat. Paulus und Barnabas haben also auch in Jerusalem nicht nachgegeben, zu behaupten, dass der Glaube an Jesus allein gen\u00fcgt, um gerettet zu werden. Aber man konnte in der Gemeinde keine Einigung finden. Die Kl\u00e4rung kam erst, als Petrus aufstand und daran erinnerte, dass Gott durch ihn zuerst Heiden das Evangelium gepredigt hat und zwischen den Judenchristen und den Heiden keinen Unterschied gemacht hat, sondern den Heiden, die glaubten, genauso den Heiligen Geist gegeben und ihre Herzen durch den Glauben gereinigt hatte wie vorher schon vielen Juden. Aufgrund dieser Einsicht tadelte Petrus sogar die ganze Versammlung: \u201eWarum versucht ihr denn nun Gott dadurch, dass ihr ein Joch auf den Nacken der J\u00fcnger legt, das weder unsre V\u00e4ter noch wir haben tragen k\u00f6nnen?\u201c Er tadelte diejenigen, die von den gl\u00e4ubig gewordenen Heiden verlangten, sich beschneiden zu lassen und das Gesetz zu halten, weil es ein Joch war, das auch die Juden nicht hatten tragen k\u00f6nnen. Dann fuhr er fort: \u201eVielmehr glauben wir durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden, auf gleiche Weise wie auch sie. Da schwieg die ganze Menge still und h\u00f6rte Paulus und Barnabas zu, die erz\u00e4hlten, wie gro\u00dfe Zeichen und Wunder Gott durch sie getan hatte unter den Heiden\u201c (Apg 15,10-12). Petrus\u2018 Worte hatten Gewicht, weil er konsequent davon ausging, wie Gott gewirkt hatte. Danach war die ganze Versammlung still und bereit, Paulus und Barnabas wirklich zuzuh\u00f6ren. Nun konnten sie wahrnehmen, wie Gott unter den Heiden gewirkt und sie allein aufgrund ihres Glaubens an Jesus als seine Kinder angenommen hat. Als sie alles gesagt hatten, was sie berichten wollten, redete Jakobus, der auch einer der Leiter der Urgemeinde war. Er bezeugte, dass das, was Petrus gesagt hatte, mit Gottes Prophezeiung im Buch Amos \u00fcbereinstimmte. Daraus zog er die Schlussfolgerung, dass man die zum Glauben gekommenen Heiden nicht beschweren, sondern ihnen schreiben solle, dass sie sich von Unzucht und von Befleckung durch G\u00f6tzen und vom Fleisch von erstickten Tieren und vom Blut enthalten sollten (13-21). Das Verbot von Unzucht sollte ihnen helfen, ihren eigenen Frauen treu zu sein. Die Einschr\u00e4nkungen beim Essen begr\u00fcndete Jakobus damit, dass die B\u00fccher von Mose von alten Zeiten her in allen St\u00e4dten gelesen und in den Synagogen gepredigt werden. Den Heidenchristen wurden diese Einschr\u00e4nkungen also auferlegt, damit die zum Glauben gekommenen Juden nicht an ihrem Essen Ansto\u00df nehmen w\u00fcrden, sondern sie mit den Heidenchristen in den Gemeinden essen und Gemeinschaft haben konnten.<\/p>\n<p>Vers 22 sagt: \u201eDa beschlossen die Apostel und \u00c4ltesten mit der ganzen Gemeinde, aus ihrer Mitte M\u00e4nner auszuw\u00e4hlen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, n\u00e4mlich Judas mit dem Beinamen Barsabbas und Silas, angesehene M\u00e4nner unter den Br\u00fcdern.\u201c Die Verse 22-29 berichten, wie die ganze Versammlung einm\u00fctig einen offiziellen Beschluss fasste und zwei Mitarbeiter damit beauftragte, ihn in den Gemeinden bekannt zu machen. Die Christen in Jerusalem hatten also durch ihr langes Gespr\u00e4ch schlie\u00dflich Gottes Willen erkannt und hatten Einigkeit darin erlangt. In ihrem Schreiben haben sie sich klar von den Behauptungen der Irrlehrer distanziert und den Heidenchristen Gottes Willen klar verk\u00fcndigt: \u201eDenn es gef\u00e4llt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzu\u00aderlegen als nur diese notwendigen Dinge: dass ihr euch enthaltet vom G\u00f6tzenopfer\u00adfleisch und vom Blut und vom Erstickten und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr recht. Lebt wohl!\u201c (28.29)<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen wir lernen, wie wichtig auch in der christlichen Gemeinde gute Kommunikation ist. Das gro\u00dfe Problem war nur dadurch entstanden, weil die Gl\u00e4ubigen es nicht geschafft hatten, allen gl\u00e4ubig gewordenen Juden das Evangelium so klar zu verk\u00fcndigen, dass sie erkannt h\u00e4tten, dass der Glaube an Jesus vor Gott wirklich gen\u00fcgt. Zum anderen k\u00f6nnen wir lernen, wie sie das Problem durch gute Kommunikation gel\u00f6st haben. Paulus und Barnabas haben mit den gesetzlichen Judenchristen lange in Antiochia und in Jerusalem lange gestritten, weil es um die Wahrheit des Evangeliums ging. Wenn es um die Wahrheit des Evangeliums geht, kann es sein, dass wir auch manchmal streiten m\u00fcssen. Dabei ist es wichtig, dass wir nicht nur versuchen, Recht zu bekommen, und unsere Ansicht mit allen m\u00f6glichen Versen zu verteidigen. Die Br\u00fcder in Jerusalem kamen aber erst dann zur Einsicht, als sie aufh\u00f6rten, ihre eigene Position zu verteidigen, und still wurden und Petrus, Paulus, Barnabas und Jakobus wirklich zuh\u00f6rten. Es ist auch f\u00fcr uns sehr wichtig, dass wir einander gut zuh\u00f6ren, insbesondere wenn wir verschiedene Meinungen haben. Dann sollen wir versuchen, die Meinung des anderen gut zu verstehen, bevor wir etwas dagegen sagen. Das ist m\u00f6glich, wenn wir eine dem\u00fctige Haltung aufbringen und uns bewusst machen, dass der andere auch ein gesch\u00e4tztes Kind Gottes ist, und uns nicht f\u00fcr kl\u00fcger halten und im Recht sehen, nur weil unser Verstand und unser Herz davon \u00fcberzeugt sind. Wenn wir untereinander diese Haltung aufbringen und ernsthaft vor Gott seinen Willen suchen, was sein Wille ist, werden auf alle Fragen eine richtige Antwort finden und eine \u00dcberzeugung erlangen.<\/p>\n<p>Dass wir in der Gemeinde einander dem\u00fctig begegnen und einander gut zuh\u00f6ren, ist nicht nur in Streitfragen wichtig, sondern es sollte immer unsere Haltung sein. F\u00fcr gute Kommunikation mit anderen ist es eins der wichtigsten Dinge, dass wir lernen, einander wirklich zuzuh\u00f6ren. Das klingt trivial, ist es aber nicht. Gute Gespr\u00e4che sind nur m\u00f6glich, wenn wir den anderen h\u00f6her achten als uns selbst und mit diesem Respekt, Interesse und Geduld ihm zuh\u00f6ren, bis er alles gesagt hat, was er sagen wollte. Wir merken nicht, wie oft wir voreilig unsere eigene Meinung oder Erfahrung dazu sagen oder antworten, wie er mit dem Problem umgehen soll, und so gute Kommunikation verhindern. Obwohl wir es gut meinen, verhindern wir dadurch ein tieferes, offeneres Gespr\u00e4ch. Stattdessen sollten wir alles daf\u00fcr einsetzen, den anderen wirklich zu verstehen, indem wir nachfragen, ob wir ihn richtig verstanden haben, und ihn ermutigen, noch mehr von dem zu sagen, was er eigentlich sagen wollte. Wenn er alles gesagt hat, k\u00f6nnen wir vielleicht einen Rat geben, wenn er das will. Aber wenn nicht, und der andere sich \u201elediglich\u201c verstanden f\u00fchlt, haben wir trotzdem etwas Gro\u00dfartiges erreicht, n\u00e4mlich wir, dass wir den Bruder oder die Schwester besser verstehen durften und mit mehr Respekt und mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ihn beten k\u00f6nnen, und er, dass er sich \u00f6ffnen konnte und Verst\u00e4ndnis und Anteilnahme erleben durfte, was er sich vielleicht schon lange so sehr gew\u00fcnscht hat. Wir selbst sollten auch wagen, anderen offen und ehrlich zu begegnen und nicht mehr unsere Schw\u00e4chen und Probleme zu verbergen, um uns selbst zu sch\u00fctzen. Das erfordert zwar Mut und Vertrauen gegen\u00fcber dem Bruder, mit dem wir reden; es erm\u00f6glicht uns aber geistliche Gemeinschaft, in der wir ehrlich vor Gott stehen und in der Jesus sich als der Heiland verherrlichen und heilsam, befreiend und m\u00e4chtig rettend wirken kann. M\u00f6ge Gott uns helfen, einander zu lieben und gut miteinander zu kommunizieren!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Gemeinschaft der Liebe (II) \u201eIhr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.\u201c (1. 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