{"id":1031,"date":"2010-09-05T21:32:33","date_gmt":"2010-09-05T19:32:33","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1031"},"modified":"2023-01-29T20:51:39","modified_gmt":"2023-01-29T19:51:39","slug":"predigt-1-samuel-211-2328","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-samuel-211-2328\/","title":{"rendered":"Predigt: 1.Samuel 21,1-23,28"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/P11-1Sa2101-2328.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>David,  der Hirte Israels<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Und es sammelten sich bei ihm allerlei M\u00e4nner,<br \/>\ndie in Not und Schulden und verbitterten Herzens waren, und er wurde ihr Oberster;<br \/>\nund es waren bei ihm etwa vierhundert Mann.\u201d<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1.Sam 22,2)<\/p>\n<p>Im vorangehenden Text konnten wir sehen, dass Sauls grundloser Hass auf David so gro\u00df geworden war, dass er sich fest entschlossen hatte, David zu t\u00f6ten. David, der bis dahin ein beliebter General und der Schwiegersohn des K\u00f6nigs gewesen war, musste von da an st\u00e4ndig auf der Flucht vor Sauls M\u00e4nnern leben, als ob er der gr\u00f6\u00dfte Staatsfeind w\u00e4re. In so einer extremen Situation setzen die Menschen normalerweise alles daf\u00fcr tun, um sich selbst zu sch\u00fctzen und ihre eigene Haut zu retten. Doch wie lebte David? Lasst uns heute betrachten, wie David auch in gro\u00dfe pers\u00f6nlicher Not als ein Hirte f\u00fcr die Menschen in seinem Volk lebte! M\u00f6ge Gott jedem pers\u00f6nlich sein Wort schenken!<\/p>\n<p><strong>Teil 1: David sucht Hilfe in Nob und in Gat (Kap. 21)<\/strong><\/p>\n<p>Wohin ging David, als er vor Saul fliehen musste? Betrachten wir Kap. 21,1-10. Auf seiner Flucht vor Sauls M\u00e4nnern kam David zum Priester Ahimelech in Nob. Er bat den Priester f\u00fcr sich und seine M\u00e4nner um einige Brote. Aber Ahimelech hatte kein gew\u00f6hnliches Brot, sondern nur die Schaubrote, die nur von Priestern gegessen werden durften. David lie\u00df sie sich von ihm geben, damit er und seine Leute sich st\u00e4rken und ihre Flucht fortsetzen konnten. David wird f\u00fcr dieses Verhalten nirgends in der Bibel kritisiert. Allerdings gebrauchte er dabei eine Notl\u00fcge, indem er gegen\u00fcber Ahimelech vorgab, in besonderer Mission des K\u00f6nig unterwegs zu sein. An jenem Tag war Doeg, einer von den Gro\u00dfen Sauls, beim Priester Ahimelech eingeschlossen, vielleicht weil er sich wegen des Verdachts auf Aussatz beim Priester untersuchen lassen oder geistlich reinigen musste. Jedenfalls bekam Doeg mit, dass David Ahimelech besuchte und von ihm unterst\u00fctzt wurde. Dies sollte schwerwiegende Folgen haben.<\/p>\n<p>Betrachten wir den Abschnitt Verse 11-15. David floh mit seinen Begleitern zu Achisch, dem K\u00f6nig von Gat. Er f\u00fchlte sich in Israel so unsicher und konnte niemandem vertrauen, dass er im Ausland bei den Philistern Zuflucht suchte. Aber die Gro\u00dfen des K\u00f6nigs erinnerten ihn an die fr\u00fcheren K\u00e4mpfe, die David mit gro\u00dfem Erfolg gegen die Philister gef\u00fchrt hatte. Daraufhin f\u00fcrchtete sich David sehr vor Achisch. Aus Angst, von ihm nun get\u00f6tet zu werden, stellte er sich vor ihren Augen wahnsinnig, tobte, rannte gegen das Tor und lie\u00df Speichel in seinen Bart laufen, bis Aschisch ihn tats\u00e4chlich f\u00fcr verr\u00fcckt hielt und ihn gehen lie\u00df.<\/p>\n<p>In diesem Kapitel haben wir gesehen, dass David sich in gro\u00dfer Not befand und versuchte, mit seiner Klugheit und geschicktem Verhalten sich selbst zu helfen. Davids Not war wirklich gro\u00df, aber leider war er im Glauben zu schwach, sodass er mit Notl\u00fcgen und Tricks um sein \u00dcberleben k\u00e4mpfte, anstatt ganz im Vertrauen auf Gott leben zu k\u00f6nnen. Lasst uns aber betrachten, wie sich Davids Glaube weiter entwickelte!<\/p>\n<p><strong>Teil 2: David wird ein Hirte f\u00fcr vierhundert Mann (Kap. 22)<\/strong><\/p>\n<p>Wohin floh David? Betrachten wir den Vers 1: <strong>\u201eDavid ging von da hinweg und rettete sich in die H\u00f6hle Adullam. Als das seine Br\u00fcder h\u00f6rten und das ganze Haus seines Vaters, kamen sie zu ihm dahin.\u201c<\/strong> David floh und versteckte sich in einer H\u00f6hle. Seine Br\u00fcder und das ganze Haus seines Vaters kamen zu ihm. Vermutlich wollten sie ihn tr\u00f6sten und ihre Solidarit\u00e4t mit ihm ausdr\u00fccken. Das machte Davids weitere Flucht allerdings nicht gerade leichter. Aber nicht nur sie kamen zu David.<\/p>\n<p>Lesen wir gemeinsam den Vers 2: \u201e<strong>Und es sammelten sich bei ihm allerlei M\u00e4nner, die in Not und Schulden und verbitterten Herzens waren, und er wurde ihr Oberster; und es waren bei ihm etwa vierhundert Mann.\u201c <\/strong>Immer mehr Menschen kamen zu David und blieben bei ihm. Es waren lauter Menschen, die im Leben Schwierigkeiten geraten waren, Menschen, die wegen ihrer Lebensumst\u00e4nde oder bestimmter Ereignisse verbittert waren. Und nicht nur einige wenige kamen zu David. W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt hei\u00dft es hier, dass \u201ejeder Mann der Bedr\u00e4ngnis\u201c, \u201ejeder, der einen Gl\u00e4ubiger hatte\u201c und \u201ejeder Mann mit bitterer Seele\u201c sich bei David sammelte, w\u00f6rtlich gesehen kam jeder, der ein Problem hatte, zu David. Wieso kamen sie zu David, der selbst auf der Flucht war und ihnen weder Geld noch eine neue Wohnung oder Arbeitsstelle anbieten konnte? Der Grund wird hier zwar nicht ausdr\u00fccklich gesagt; aber die Tatsache, dass so viele Menschen mit Problemen sich bei David sammelten, zeigt, dass Davids Person eine Anziehungskraft hatte. David hatte trotz seiner eigenen Not viel Raum in seinem Herzen f\u00fcr andere Menschen und ihre Probleme. Jeder, der zu ihm kam, wurde von ihm angenommen, wie er war, und fand Verst\u00e4ndnis, Trost und in der Gemeinschaft ein neues Zuhause. So wurde David praktisch ein Hirte f\u00fcr 400 Menschen.<\/p>\n<p>Doch wie konnte David f\u00fcr 400 M\u00e4nner Raum in seinem Herzen haben, obwohl er sich selbst st\u00e4ndig auf der Flucht und in Lebensgefahr befand? Es war mehr als nur eine gute Charaktereigenschaft oder die edle Entscheidung, nicht nur f\u00fcr sich selbst zu leben, sondern auch f\u00fcr andere da zu sein. Davids Leben als Hirte f\u00fcr viele Menschen kam aus seinem pers\u00f6nlichen Glauben an Gott. Mehrere Stellen in Kap. 23 und viele Psalmen zeugen davon, wie David in seiner existenziellen Not zu Gott betete und seine Anliegen auf Gott warf und seine Hilfe suchte. Weil David durch den Glauben an Gott lebte und seine Probleme vor Gott brachte, konnte er innerlich frei sein und viel Raum f\u00fcr andere haben und sich um ihre Bed\u00fcrfnisse k\u00fcmmern. Als David sich um viele andere Menschen k\u00fcmmerte, war es f\u00fcr ihn viel schwerer, sich vor Sauls Leuten zu verstecken. Aber David lebte nicht aus der Berechnung, sondern aus dem Glauben an Gott. In David, der selbst in der Not als Hirte f\u00fcr die anderen Menschen lebte, sehen wir einen Hinweis und Bild von Jesus Christus, der selbst, als er gehasst und verfolgt wurde, stets Raum f\u00fcr andere Menschen und ihre Probleme hatte und jedem, der im Vertrauen zu ihm kam, half.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir hier lernen? Wir wollen nicht blo\u00df f\u00fcr uns selbst leben, sondern wollen auch f\u00fcr anderen Menschen da sein und uns um sie k\u00fcmmern. Aber tats\u00e4chlich ist es nicht so leicht, andere bedingungslos anzunehmen und sich um ihre Bed\u00fcrfnisse und Probleme zu k\u00fcmmern, insbesondere wenn wir gerade durch unser Studium, unsere Arbeit in der Firma oder unsere Aufgaben in der Familie sehr herausgefordert sind oder andere Probleme zu l\u00f6sen haben. Man kann leicht denken: Wenn ich besser Deutsch spreche, wenn ich meine Hausarbeit oder meine Pr\u00fcfung im Studium hinter mir habe, wenn meine Einarbeitungszeit oder momentane Belastung in der Firma vorbei ist, wenn meine Kinder gr\u00f6\u00dfer sind &#8230; dann kann ich aktiv einladen und mich um andere k\u00fcmmern. Aber ist es richtig, so zu denken? Am Beispiel von David haben wir gesehen, dass er selbst in einer Zeit gro\u00dfer eigener Probleme sich um 400 Mann k\u00fcmmern konnte, weil er ein Hirtenherz hatte und bez\u00fcglich seiner eigenen Probleme aus Glauben lebte. Ob und wie sehr wir uns um andere k\u00fcmmern, ist also nicht prim\u00e4r eine Frage wie viel Zeit oder wie viele oder wenige Probleme wir gerade haben. M\u00f6ge Gott uns helfen, mit unseren Problemen zu ihm zu kommen und in unserem Herzen neuen Raum f\u00fcr die Studenten zu haben!<\/p>\n<p>Davids Leben auf der Flucht vor den Soldaten von Saul war wegen der bunten Truppe, die ihn begleitete, noch gef\u00e4hrlicher. Doch David fand auch bei einigen Menschen Unterst\u00fctzung. Betrachten wir die Verse 3-5. David ging nach Mizpe ins Land der Moabiter und bat den K\u00f6nig von Moab, dass seine Eltern eine Zeitlang bei ihm bleiben d\u00fcrften und so in Sicherheit w\u00e4ren. David selbst wollte sich auf einer Bergfeste versteckt halten. Aber der Prophet Gad riet David, nicht l\u00e4nger auf der Bergfeste zu bleiben, sondern ins Land Juda zu gehen. David folgte seinem Wort und ging nach Jaar-Heeret in Juda.<\/p>\n<p>Was tat Saul in der Zwischenzeit? Saul h\u00f6rte davon, dass David und die M\u00e4nner, die bei ihm waren, von sich reden machten. Sauls Appell in den Versen 6-8 erweckt den Eindruck, dass er sogar seinen engsten Mitarbeitern, misstraute und sie als potenzielle Verr\u00e4ter betrachtete. Doeg, der an jenem Tag, als David den Priester Ahimelech besuchte, bei ihm eingeschlossen gewesen war, berichtete Saul davon, dass Ahimelech David unterst\u00fctzt hatte. Als Saul das h\u00f6rte, lie\u00df er Ahimelech und das ganze Haus seines Vaters holen. Saul warf ihm vor, sich mit David gegen ihn verschworen und einen Aufstand gegen ihn geplant zu haben. Als Ahimelech daraufhin beteuerte, von all dem nichts zu wissen und v\u00f6llig arglos gehandelt zu haben, lie\u00df Saul dies nicht gelten, sondern f\u00e4llte das Urteil, dass Ahimelech und auch die ganze Familie seines Vaters sterben sollten. Keiner von Sauls Leibwache wollte dieses Urteil vollstrecken und sich an den Dienern Gottes vergreifen. Aber Doeg, der Edomiter, hatte keine Skrupel und brachte vor den Augen Sauls Ahimelechs Familie um, insgesamt 85 M\u00e4nner, die den Priesterschurz trugen. Sauls Urteil war v\u00f6llig ungerecht und ma\u00dflos, gepr\u00e4gt von seinem pers\u00f6nlichen Hass auf David und von seiner Angst davor, seine Macht zu verlieren. Abgesehen davon, dass David gar keine feindselige Haltung gegen\u00fcber Saul hatte, hatte Saul \u00fcberhaupt keinen Beweis daf\u00fcr, dass Ahimelech von Davids angeblichen Aufstandsabsichten gewusst h\u00e4tte. Und selbst wenn Ahimelech Hochverrat begangen h\u00e4tte, h\u00e4tte Saul nicht auch noch all seine S\u00f6hne, seine Br\u00fcder, Cousins und Neffen umbringen d\u00fcrfen. Sauls Verhalten ist wirklich erschreckend, ganz besonders, dass er auch nicht davor zur\u00fcckschreckte, Gottes Knechte umbringen zu lassen. Noch unfassbarer ist die Tatsache, dass Saul sogar seine  Soldaten in die Stadt Nob schickte und darin alle M\u00e4nner und Frauen, Kinder und S\u00e4uglinge, Rinder und Esel und Schafe mit dem Schwert erschlagen lie\u00df.<\/p>\n<p>Wie war es m\u00f6glich, dass Saul so ungerecht und ma\u00dflos urteilte und so grausam handelte? Wie war es m\u00f6glich, dass Saul, der anfangs auf Gottes Erw\u00e4hlung zum K\u00f6nig dem\u00fctig reagiert hatte, so ein Unmensch wurde? Es lag daran, dass Saul Gott nicht zum Ziel seines Lebens gemacht hat, sondern sich selbst. Auch wenn er anfangs relativ dem\u00fctig vor Gott und gegen\u00fcber den Menschen gewesen sein mag \u2013 je l\u00e4nger er K\u00f6nig war, desto weniger ging es ihm darum, Gott zu gefallen, sondern immer mehr um sich selbst \u2013 um seine eigene Ehre, sein Ansehen beim Volk, den Erhalt seiner Position und Macht. Als Saul sich selbst zum Ziel machte, wurden die anderen Menschen und sogar Gott f\u00fcr ihn Mittel, die nur zum Erhalt seiner Ziele dienen sollten. Als Saul sich selbst zum Ziel gemacht hatte, fehlten ihm die Grundlage und der Ma\u00dfstab zum rechten Handeln. Schlie\u00dflich lie\u00df er 85 Priester und eine ganze Stadt ausl\u00f6schen, weil ein Priester f\u00fcr seinen vermeintlichen Widersacher gebetet und ihm einige Brote und ein Schwert gegeben hatte. Weil Saul sich selbst zum Ziel machte, wurde er ein Unmensch.<\/p>\n<p>Wie anders war dagegen David, der Gott liebte und danach strebte, in allen Dingen Gott zu erfreuen! Als Abjatar, der eine Sohn Ahimelchs, der Sauls Leuten entkommen war, zu David kam und ihm alles erz\u00e4hlte, sagte David zu ihm: <strong>\u201eIch wusste es schon an dem Tage, als der Edomiter Doeg dort war, dass er\u2019s Saul verraten werde. Ich bin schuldig am Leben aller aus deines Vaters Haus\u201c<\/strong> (22). Diese Worte machen deutlich, wie gro\u00df Davids Verant\u00adwor\u00adtungs\u00adbewusst\u00adsein war und wie sensibel sein Gewissen auf Recht und Unrecht reagierte. Eigentlich hatte David damit, dass er zu Ahimelech gegangen und ihn um Brot und eine Waffe gebeten hatte, nichts Unrechtes getan. Doch David sah sich selbst als schuldig an ihrem Leben, da sein Besuch bei Ahimelech f\u00fcr Saul ein Anlass f\u00fcr die T\u00f6tung seiner Familie wurde, und er bekannte von sich aus seine Mitschuld vor Abjatar. Was f\u00fcr ein Kontrast zu Saul, der ohne zu z\u00f6gern Hunderte von unschuldigen Menschen t\u00f6ten lie\u00df und so gro\u00dfe Schuld auf sich lud! W\u00e4hrend Saul, der f\u00fcr sich selbst lebte, ein Unmensch wurde, wurde David, der f\u00fcr Gott lebte, ein verantwortungsvoller Mann, dem man leicht vertrauen und mit dem man gerne Gemeinschaft haben konnte. So nahm auch Abjatar Davids Einladung, bei ihm zu bleiben, an und schloss sich ihrer Gemeinschaft an.<\/p>\n<p>Teil 3: David rettet die Menschen in Keila (Kap. 23)<\/p>\n<p>Betrachten wir Kap. 23,1-5. David erh\u00e4lt die Nachricht, dass die Philister gegen Keila, einer Stadt im S\u00fcden Judas, k\u00e4mpften und bereits ihre Tennen beraubte. Wie reagierte David, als er von der Not der Menschen dort h\u00f6rte? Vers 2a sagt: <strong>\u201eDa befragte David den Herrn und sprach: Soll ich hinziehen und diese Philister schlagen?\u201c <\/strong>Obwohl David selbst von Sauls Truppen gejagt und verfolgt wurde, war er spontan bereit, seinen Landsleuten zur Hilfe zu eilen. Durch die aktive Kampfhandlung im Gebiet von Israel war David f\u00fcr Sauls Soldaten noch leichter auffindbar und ergreifbar und brachte sich damit in noch gr\u00f6\u00dfere Gefahr. David zeigte hier also ein noch gr\u00f6\u00dferes Hirtenherz als im vorangehenden Kapitel, dass er die 400 Mann aufnahm und mit ihnen heimlich umherzog. Anders gesehen zeigt sich hier nochmals der gro\u00dfe Unterschied zwischen Saul, der nur an sich selbst dachte und nur tat, was ihm selbst nutzte, und David, der trotz seiner ohnehin schon unsicheren Lage sein Volk retten wollte. Ein weiterer Unterschied zum vorigen Kapitel ist, dass David hier den Herrn befragte, bevor er handelte. Damit zeigte er, dass er nicht auf sich selbst vertraute, sondern angewiesen auf den Herrn lebte. Gott antwortete auf Davids Gebet mit einer klaren Verhei\u00dfung: <strong>\u201eZieh hin, du wirst die Philister schlagen und Keila erretten.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir weiter den Text. Die M\u00e4nner bei David hatten Angst, in den Kampf um Keila einzugreifen und sich dadurch in zus\u00e4tzliche Gefahr zu begeben. In so einer Situation h\u00e4tten viele Heeresf\u00fchrer einfach auf ihre Autorit\u00e4t gepocht und von ihren Leuten Gehorsam verlangt. David h\u00e4tte auch auf seine fr\u00fcheren milit\u00e4rischen Erfolge verweisen und von seinen Leuten absolute Loyalit\u00e4t und Gehorsam verlangen k\u00f6nnen. Doch was tat David? Er \u00fcberging die Bedenken seiner Leute nicht und pochte nicht auf seine Autorit\u00e4t als Chef. Vers 4 berichtet, dass David nochmals betete und den Herrn befragte. Dies zeigt, f\u00fcr wie kostbar David das Leben der ihm anvertrauten Menschen hielt und wie gro\u00df sein Verantwortungs\u00adbewusstsein f\u00fcr sie war. Er wollte sie auf keinen Fall nach eigenem Gutd\u00fcnken leiten, sondern nach Gottes Willen. Deshalb betete David viel f\u00fcr sie. David war wirklich ein guter Hirte.<\/p>\n<p>Wie antwortete Gott auf sein weiteres Gebet? Vers 4b lautet: <strong>\u201eAuf, zieh hin nach Keila, denn ich will die Philister in deine H\u00e4nde geben!\u201c <\/strong>Gottes Antwort war eindeutig. David folgte Gottes Anweisung und konnte die Philister hart schlagen. Vers 5b sagt: <strong>\u201eSo errettete David die Leute von Keila.\u201c<\/strong> Gott segnete Davids Hirtenherz und lie\u00df sein Vorhaben gelingen. Obwohl  David nicht der amtierende K\u00f6nig war, sondern selbst in gro\u00dfer Not war, stand er als ein gro\u00dfer Held seinem Volk in Keila bei und rettete sie.<\/p>\n<p>Doch wie reagierte Saul, als er von Davids Eingreifen in den Kampf in Keila h\u00f6rte? Er dachte, dass David in Keila nun in der Falle sa\u00df. Er lie\u00df das ganze Kriegsvolk aufrufen, um zum Kampf hinabzuziehen, damit sie David und seine M\u00e4nner belagern sollten. David geriet wieder in eine ernste Bedr\u00e4ngnis. Was tat er? Die Verse 9-12 berichten ausf\u00fchrlich, wie David betete, um in dieser kritischen Situation Gottes Orientierung zu finden. David verlie\u00df sich weder auf die anderen Menschen noch auf seine eigene Klugheit oder F\u00e4higkeit. Er betete, um Gottes Orientierung zu finden, die am besten und allein richtig ist. Gott sagte ihm, dass Saul mit seinen Truppen tats\u00e4chlich nach Keila kommen w\u00fcrde und dass die Leute in Keila, denen er geholfen hat, ihn doch an Saul ausliefern w\u00fcrden, um eine Belagerung der Stadt zu verhindern. Da machte sich David mit seinen M\u00e4nnern, deren Zahl inzwischen auf sechshundert angestiegen war, auf und sie zogen von Keila fort. Als Saul das h\u00f6rte, nahm er von seinem Plan, Keila anzugreifen, Abstand.<\/p>\n<p>Wohin floh David nun? Die Verse 14 und 15 berichten, dass David in die W\u00fcste Sif ging und dort auf den Bergfesten blieb, weil Saul ihn weiter verfolgte. Sauls Truppen lie\u00dfen ihm keine Ruhe, sondern suchten ihn die ganze Zeit. Aber Gott sch\u00fctzte David und gab ihn nicht in seine H\u00e4nde (14b).<\/p>\n<p>Die st\u00e4ndige Verfolgung durch Sauls Leute und das Leben in der W\u00fcste m\u00fcssen David sicherlich hart zugesetzt haben. Doch gerade in dieser Zeit erhielt David einen Besuch, der ihn sehr ermutigt haben muss. Denn Jonatan kam David besuchen und st\u00e4rkte sein Vertrauen auf Gott. Er sagte zu ihm: <strong>\u201eF\u00fcrchte dich nicht! Sauls, meines Vaters, Hand wird dich nicht erreichen, und du wirst K\u00f6nig werden \u00fcber Israel, und ich werde der Zweite nach dir sein; auch mein Vater wei\u00df das sehr wohl. Und sie schlossen beide einen Bund miteinander vor dem Herrn. David blieb in Horescha, aber Jonatan zog wieder heim\u201c <\/strong>(16). Der Besuch von Jonatan und die geistliche Gemeinschaft der beiden m\u00fcssen David, der sonst keine Verb\u00fcndeten und keinen R\u00fcckhalt im Volk hatte, sehr getr\u00f6stet und gest\u00e4rkt haben. Wenn wir in unserer Zeit ein Glaubensleben f\u00fchren und uns um andere Menschen k\u00fcmmern, haben wir \u00f6fter Probleme, die wir sonst nicht h\u00e4tten. Es ist sehr kostbar, wenn wir mindestens einen geistlichen Freund haben, der uns in Schwierigkeiten tr\u00f6sten und unser Vertrauen auf Gott st\u00e4rken kann. M\u00f6ge Gott uns helfen, solche geistlichen Freundschaften zu entwickeln und die anderen zu tr\u00f6sten und geistlich zu ermutigen!<\/p>\n<p>Was passierte, nachdem Jonatan Davids Glauben gest\u00e4rkt hatte? Betrachten wir die Verse 19-23. Die Sifiter gingen zu Saul und boten ihm an, ihnen den Aufenthaltsort von David zu verraten. Saul war froh dar\u00fcber und forderte sie auf, David auf Schritt und Tritt zu beobachten und ihn genau zu informieren, wenn sie Davids Aufenthaltsort sicher bestimmen konnten. Dieses Mal zog Saul tats\u00e4chlich mit seinen Soldaten in die W\u00fcste, um David zu suchen. Es kam zu einer atemberaubenden Verfolgungsjagd in der W\u00fcste, bei der David in extreme Gefahr geriet. Vers 26 sagt:<strong> \u201eUnd Saul ging auf der einen Seite eines Berges, David mit seinen M\u00e4nnern auf der andern Seite des Berges. David aber eilte, Saul zu entgehen, w\u00e4hrend Saul samt seinen M\u00e4nnern David und seine M\u00e4nner umstellte, um sie zu fangen.\u201c <\/strong>David kam in eine aussichtlose Situation, da Saul und seine M\u00e4nner David und seine M\u00e4nner schon umstellt hatten und sie besser ausger\u00fcstet waren.<\/p>\n<p>Wer half David in dieser extremen Not? Die Verse 27 und 28 berichten: <strong>\u201eAber es kam ein Bote zu Saul und sprach: Komm eilends, denn die Philister sind ins Land eingefallen. Da lie\u00df Saul davon ab, David nachzujagen, und zog hin, den Philistern entgegen. Daher nennt man den Ort Sela-Machlekot.\u201c<\/strong> Als David in die gr\u00f6\u00dfte Not geriet und schon fast in den H\u00e4nden Sauls war, lie\u00df Gott Saul durch einen Boten erfahren, dass die Philister ins Land eingedrungen waren. Saul musste als K\u00f6nig diesem Problem die Priorit\u00e4t geben und brach die Verfolgung von David ab. So sch\u00fctzte Gott David und rettete ihn aus aller Not.<\/p>\n<p>Wir sind am Ende unseres heutigen Textes angelangt. In diesem Text hat sich David trotz seiner eigenen Not als der Hirte von Israel erwiesen. Im Kap. 21 war David wegen der Verfolgung hilflos und versuchte noch sich selbst zu helfen, indem eine Notl\u00fcge gebrauchte und sich vor dem K\u00f6nig von Gat sein schauspielerisches Talent einsetzte. Doch in Kap. 22 hat sich David trotz seiner pers\u00f6nlichen Not als ein gro\u00dfer Hirte f\u00fcr sein Volk erwiesen und hat jeden, der zu ihm kam, aufgenommen. In Kap. 23 ging David noch einen Schritt weiter und errettete viele Menschen in seinem Volk und erzeigte sich so als ein gro\u00dfer Held. Welche Bedeutung hatte Davids Lebensweise vor Gott? Gott hatte Samuel berufen, um Israel zu Gott zur\u00fcck zu f\u00fchren und sie zu retten. Gott hatte auch Saul berufen, um durch ihn sein Volk von der Unterdr\u00fcckung durch viele Nachbarv\u00f6lker zu befreien. Und Gott hatte David berufen, um durch ihn sein Volk zu weiden und zu retten. Als David als ein Hirte f\u00fcr sein Volk lebte, erf\u00fcllte er daher genau Gottes Ratschluss und lebte ganz im Einklang mit Gottes Willen.<\/p>\n<p>Gott hat auch uns dazu berufen, als Hirten f\u00fcr die Studenten dazu sein und sie zu Jesus, ihrer Rettung zu leiten. M\u00f6ge Gott uns helfen, durch den Glauben derart eng mit Jesus zu leben, dass sie gerne zu uns kommen und durch die Gemeinschaft mit uns Jesus kennen lernen k\u00f6nnen! Gott helfe uns, in unserem Herzen neu gro\u00dfen Raum f\u00fcr andere zu haben und bereit zu sein, jeden anzunehmen und ihm zu dienen! M\u00f6ge Gott uns im neuen Semester f\u00fcr das Wohl vieler Studenten gebrauchen! Lesen wir zum Schluss nochmals das Leitwort: <strong>\u201eUnd es sammelten sich bei ihm allerlei M\u00e4nner, die in Not und Schulden und verbitterten Herzens waren, und er wurde ihr Oberster; und es waren bei ihm etwa vierhundert Mann\u201d<\/strong> (22,2).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download David, der Hirte Israels \u201eUnd es sammelten sich bei ihm allerlei M\u00e4nner, die in Not und Schulden und verbitterten Herzens waren, und er wurde ihr Oberster; und es waren bei ihm etwa vierhundert Mann.\u201d (1.Sam 22,2) Im vorangehenden Text konnten wir sehen, dass Sauls grundloser Hass auf David so gro\u00df geworden war, dass er [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[45,4],"tags":[],"class_list":["post-1031","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-samuel","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1031","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1031"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1031\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1035,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1031\/revisions\/1035"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1031"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1031"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1031"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}