{"id":10289,"date":"2021-08-29T11:00:42","date_gmt":"2021-08-29T09:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10289"},"modified":"2022-11-18T12:18:53","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:53","slug":"predigt-die-gemeinde-die-jesus-unter-uns-bauen-will-berufen-zur-gemeinschaft-3-matthaeus-99-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-die-gemeinde-die-jesus-unter-uns-bauen-will-berufen-zur-gemeinschaft-3-matthaeus-99-13\/","title":{"rendered":"Predigt: Die Gemeinde, die Jesus unter uns bauen will &#8211; Berufen zur Gemeinschaft 3 &#8211; Matth\u00e4us 9,9-13"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Berufen-zur-Gemeinschaft_Lektion3-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Jeder ist willkommen<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eGeht aber hin und lernt, was das hei\u00dft: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer.<br \/>\nIch bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern S\u00fcnder.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Matth\u00e4us 9,13)<\/p>\n<p>Zur dritten Lektion zum Thema \u201eEine Gemeinde, wie Jesus sie sich w\u00fcnscht\u201c, mit dem Aspekt Gemeinschaft, wollen wir heute Matth\u00e4us 9,9-13 betrachten. Unsere Frage ist: Wie k\u00f6nnen wir eine Gemeinde sein, in der sich jeder wirklich angenommen wei\u00df, wie er oder sie ist, und in der sich jeder, der neu dazu kommt, wirklich willkommen f\u00fchlt? Im heutigen Text wird deutlich, dass Jesus eine Art hatte, durch die sich alle m\u00f6glichen Leute willkommen gef\u00fchlt haben, selbst die, die sonst nirgends willkommen waren. Wir k\u00f6nnen heute lernen, was die Grundlage dieser Gemeinschaft war und was ihren Charakter pr\u00e4gt. Lasst uns heute den wichtigsten Punkt lernen, wie wir eine Gemeinde werden k\u00f6nnen, in der sich jeder wirklich angenommen f\u00fchlt!<\/p>\n<p>In diesem Text berichtet Matth\u00e4us dar\u00fcber, wie Jesus ihn berufen hat; es handelt sich also um ein kurzes St\u00fcck Autobiografie bzw. Lebenszeugnis. Jesus ging aus der Stadt Kapernaum und sah Matth\u00e4us an der Zollstation sitzen. Wie die meisten von uns wissen, trieben Z\u00f6llner f\u00fcr die r\u00f6mische Besatzungsmacht von ihren Landsleuten verschiedene Z\u00f6lle ein, weshalb sie als Verr\u00e4ter galten. Sie standen unter dem Schutz der R\u00f6mer, wurden von diesen aber nicht kontrolliert, solange sie die vereinbarte Zollsumme ablieferten. Das f\u00fchrte dazu, dass fast alle Z\u00f6llner ihren Landsleuten willk\u00fcrlich mehr Geld abgekn\u00f6pft haben, als vorgeschrieben war, und sich dadurch bereicherten. Wegen ihres geldgierigen, selbsts\u00fcchtigen Verhalten wurden die Z\u00f6llner in der j\u00fcdischen Gesellschaft von allen verachtet und gemieden, weil sie die Gebote verachteten und ihr eigenes Volk ausbeuteten. \u201eZ\u00f6llner\u201c war ein Inbegriff f\u00fcr S\u00fcnder.<\/p>\n<p>Matth\u00e4us berichtet nicht dar\u00fcber, wie er ein Z\u00f6llner geworden war. Aber niemand wurde dazu gezwungen, Z\u00f6llner zu werden. Man musste sich um diese Posten bewerben; und nur, wer die R\u00f6mer \u00fcberzeugte, bekam die Stelle. Matth\u00e4us hatte sich also um den Posten als Z\u00f6llner bem\u00fcht, auch wenn er wusste, dass er von seinen Mitmenschen verachtet w\u00fcrde. Er muss geglaubt haben, dass er nur gl\u00fccklich werden kann, wenn er viel Geld besitzt und sich ein sch\u00f6nes Haus, schicke Kleider und teures Essen leisten konnte, auch wenn seine Beziehungen zu andern darunter leiden w\u00fcrden. Er wurde offenbar reich, hatte ein eigenes Haus und konnte ohne Probleme eine gro\u00dfe Zahl von Leuten zum Essen einladen. Aber es gab kaum jemanden, der zu ihm kommen wollte, au\u00dfer einigen Z\u00f6llnerkollegen und stadtbekannten S\u00fcndern. Als Z\u00f6llner wurde er von allen gemieden und als ein verachtenswerter Mensch stigmatisiert. Die Einsamkeit und Verachtung m\u00fcssen an ihm genagt haben. Noch schlimmer war, dass Matth\u00e4us als Jude gewusst haben muss, dass seine egoistische, geldgierige Lebensweise nicht im Einklang mit Gottes Willen stand und er keine Hoffnung auf Gottes G\u00fcte in der Zukunft hegen konnte. Matth\u00e4us war ein richtiger S\u00fcnder. Und er war offensichtlich nicht gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Matth\u00e4us sagt das nicht im Einzelnen, er \u00fcberlie\u00df es uns, das zu schlussfolgern. Aber er schreibt klar, dass Jesus ihn sah. Er hat wohl nie vergessen, wie Jesus ihn ansah. Jesus sah ihn nicht wie die anderen an, die nur sein Verhalten sahen und ihn verurteilten. Jesus sah ihn nicht mit strengem, richtendem Blick, sondern mit Liebe und Verst\u00e4ndnis. Jesus sah nicht nur sein verkehrtes Verhalten, sondern sah, wie es dazu gekommen war. Mehr noch, Jesus sah, wie Gott ihn eigentlich gedacht hatte und zu was f\u00fcr ein Mensch er werden konnte, wenn er von der S\u00fcnde befreit w\u00fcrde. Jesus sah auch, dass er sich nicht selbst ver\u00e4ndern konnte, weil er in seiner S\u00fcnde wie gefangen war. Jesus sah ihn also mit Liebe, Verst\u00e4ndnis und Hoffnung an. Dann sprach er zu ihm: \u201eFolge mir!\u201c Jesus lud ihn dazu ein, sein Leben mit ihm zu f\u00fchren. Dadurch dr\u00fcckte Jesus aus, dass er ihn annahm, wie er war, und ihm seine S\u00fcnde vergab. Jesus lud ihn ein, ihn kennenzulernen und in der Gemeinschaft mit ihm ein anderes, neues Leben zu f\u00fchren, das Gott ehrt. Jesus war also bereit, seine Selbstsucht und die daraus resultierenden schlechten Gewohnheiten zu ertragen und ihm zu helfen, bis er ganz ver\u00e4ndert w\u00e4re. Jesu lud ihn ein, weil er glaubte, dass Matth\u00e4us dadurch ein Mann Gottes und ein authentischer und einflussreicher Zeuge des Evangeliums w\u00fcrde. Jesus wollte ihn sein Leben lang leiten und als seinen Zeugen gebrauchen und ihn schlie\u00dflich in sein ewiges Reich f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wie Matth\u00e4us auf Jesu Einladung reagiert hat, beschreibt er kurz und schlicht: \u201eUnd er stand auf und folgte ihm\u201c (9b). Jesu Aufforderung war eigentlich eine riesige Herausforderung. Er sollte seine alte Lebensweise und seinen Reichtum aufgeben und sein ganzes Vertrauen auf Jesus setzen. Aber die bedingungslose Liebe, mit der Jesus ihn einlud, muss ihn bewegt haben. Er verstand, dass Jesu Einladung eine Einladung vom Himmel war und dass dies seine Chance, sein Leben vor Gott in Ordnung zu bringen. Deshalb traf er ohne zu z\u00f6gern die Entscheidung, die sein ganzes Leben ver\u00e4ndern sollte, stand auf und folgte ihm.<\/p>\n<p>Und unser Text beschreibt, wie sein neues Leben mit Jesus anfing. Aus Dankbarkeit und Freude \u00fcber sein neues Leben lud Matth\u00e4us Jesus zum Essen ein. Jesus nahm diese Einladung wie selbstverst\u00e4ndlich an und sa\u00df bei ihm zu Hause am Tisch. Viele Z\u00f6llner und S\u00fcnder kamen und a\u00dfen zusammen mit Jesus und seinen J\u00fcngern. Warum der Verfasser das ausdr\u00fccklich erw\u00e4hnt, verstehen wir erst, wenn wir bedenken, dass die Juden Gemeinschaft mit Menschen, die offensichtlich in S\u00fcnde lebten, streng vermieden. Wir erkennen das klar an der Kritik, die die Pharis\u00e4er \u00fcbten, als sie diese Essensgemeinschaft sahen. Sie fragten seine J\u00fcnger: \u201eWarum isst euer Meister mit den Z\u00f6llnern und S\u00fcndern?\u201c (11) Das war keine Wissensfrage, durch die sie Jesu Verhalten verstehen wollten, sondern eine offene Kritik an Jesus und seinem Verhalten.<\/p>\n<p>Ihre vorwurfsvolle Frage verr\u00e4t, dass sie die Z\u00f6llner und S\u00fcnder als verwerfliche Menschen betrachteten und l\u00e4ngst als hoffnungslose F\u00e4lle abgeschrieben hatten. Mit solchen Leuten Gemeinschaft zu haben, war f\u00fcr sie v\u00f6llig inakzeptabel, weil sie keine Hoffnung f\u00fcr sie hatten und meinten, sich durch die Gemeinschaft mit ihnen unrein zu machen. Dadurch, dass sie die Z\u00f6llner und stadtbekannten S\u00fcnder \u00f6ffentlich stigmatisierten, wollten sie umso deutlicher zeigen, dass sie selbst gerecht waren. In ihrer Selbstgerechtigkeit verurteilten sie nicht nur die Menschen, die ihre S\u00fcnde nicht wie sie verbergen konnten, sondern verurteilten auch Jesus.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus auf ihre Kritik? Jesu Antwort besteht aus drei Teilen. Vers 12 sagt: \u201eAls das Jesus h\u00f6rte, sprach er: Nicht die Starken bed\u00fcrfen des Arztes, sondern die Kranken.\u201c Jesus machte klar, dass sie ein v\u00f6llig falsches Konzept von ihm und von sich selbst hatten. Sie hielten sich selbst f\u00fcr gerecht und verurteilten aus dieser Gesinnung heraus die anderen. Aber Jesus, der einzig Gerechte, verurteilt die Menschen nicht, weil er der wahre Arzt ist, der alle von ihrer S\u00fcndenkrankheit heilen will. So wie ein guter Arzt seine Patienten nicht beschuldigt, sondern sich ganz daf\u00fcr einsetzt, ihre Krankheit richtig zu behandeln, so hat auch Jesus alles daf\u00fcr getan, um uns Menschen von der S\u00fcnde zu heilen. Matth\u00e4us war an seinem verkorksten Leben nicht unschuldig, er hatte es selbst gew\u00e4hlt, ein Z\u00f6llner zu werden, und nachher unter den Folgen davon gelitten. Aber Jesus hat ihm keine Vorw\u00fcrfe gemacht, sondern hat ihn freundlich eingeladen: \u201eFolge mir!\u201c, weil er ihn dadurch gesund und heil machen wollte. So nahm Jesus alle an, die zu ihm kamen und die bereit waren, seinen Ruf zu h\u00f6ren und ihre S\u00fcnde vor ihm zuzugeben und zu lassen. Weil es kein anderes Heilmittel gegen die S\u00fcnden gab, hat Jesus schlie\u00dflich unsere S\u00fcnde auf sich genommen und hat sie ans Kreuz getragen und dort die Strafe daf\u00fcr bezahlt. Der Apostel Petrus hat das so beschrieben: \u201eDer unsere S\u00fcnden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den S\u00fcnden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden\u201c (1. Petr. 2,24). Jesus ist der Arzt, zu dem jeder ohne Angst kommen kann und soll, weil er jeden, der zu ihm kommt, heil macht.<\/p>\n<p>Als N\u00e4chstes lehrt Jesus, dass Gott Barmherzigkeit will. Er sagt: \u201eGeht aber hin und lernt, was das hei\u00dft: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer\u201c (13a). Jesus zitiert hier ein Wort aus Hosea 6,6 (dieses Wort hat er \u00fcbrigens wenige Kapitel sp\u00e4ter nochmals zitiert). Das Wort f\u00fcr \u201eBarmherzigkeit\u201c kann auch mit Liebe, Gnade oder G\u00fcte \u00fcbersetzt werden. Die Pharis\u00e4er waren stolz auf ihre Bem\u00fchungen, das Gesetz zu halten und die vorgeschriebenen Opfer zu bringen, aber sie hatten keine Liebe zu ihren Mitmenschen. Aber Gott will Barmherzigkeit. Er will nicht, dass wir versuchen, uns durch Opfer vor ihm angenehm zu machen, sondern dass wir seine Liebe zu uns erkennen, sie annehmen und erwidern, indem wir ihn lieben und unseren Mitmenschen mit Liebe und Barmherzigkeit begegnen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich geht Jesus noch einen Schritt weiter, indem er sagt: \u201eIch bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern S\u00fcnder\u201c (13b). Jesus verk\u00fcndigt hier, dass er f\u00fcr Gerechte gar nicht gekommen ist, sondern nur f\u00fcr S\u00fcnder. Dadurch fordert er die Pharis\u00e4er heraus, sich selbst als S\u00fcnder zu erkennen und zu ihm zu kommen \u2013 andernfalls k\u00f6nnen sie von ihm nichts erwarten; denn wer sich f\u00fcr einen Gerechten h\u00e4lt, dem kann er nicht helfen. Dass Jesus f\u00fcr S\u00fcnder gekommen ist, ist eine gute Nachricht f\u00fcr all, f\u00fcr alle, die bereit sind, anzuerkennen, dass sie vor Gott S\u00fcnder sind. Jesus ist f\u00fcr sie gekommen, er ruft sie und l\u00e4dt sie freundlich ein, ihm zu folgen und im Vertrauen auf ihn zu leben. Alle, die auf ihn h\u00f6ren, nimmt er als seine Kinder an und heilt sie von ihrer S\u00fcnde und f\u00fchrt sie Schritt f\u00fcr Schritt in sein Reich. Sie k\u00f6nnen jeden Tag neu seine Liebe erfahren und in der Gemeinschaft mit ihm leben und auch in Gemeinschaft mit den anderen Gl\u00e4ubigen leben.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich haben sich manche von euch schon gefragt, was das mit unserem Thema zu tun hat: eine Gemeinde, wie Jesus sie sich w\u00fcnscht, die zur Gemeinschaft berufen ist. Die Antwort ist: sehr viel! Unser heutiger Text lehrt uns die Grundlage und den Charakter von Jesu Gemeinschaft mit seinen J\u00fcngern; und diese ist ein Vorbild f\u00fcr christliche Gemeinschaft bis heute. Die Gemeinschaft von Jesus mit seinen J\u00fcngern und deren Gemeinschaft basiert auf der Grundlage, dass Jesus die S\u00fcnder annimmt. Wenn wir an die J\u00fcnger denken, denken wir leicht an die heiligen Apostel, die das Evangelium in der Welt verbreitet haben. Aber der heutige Text erinnert uns daran, dass die J\u00fcnger echte S\u00fcnder waren, die sehr verkehrt dachten und lebten, die Jesus aber bedingungslos angenommen und ihnen die S\u00fcnden vergeben hat. Durch diese einseitige Liebe Jesu konnten sie in der Gemeinschaft mit ihm leben. Dadurch wurden sie von ihren S\u00fcnden geheilt und dazu bef\u00e4higt, ein Leben zu f\u00fchren, das Gott verherrlicht und das bis heute unz\u00e4hlige Menschen auf Jesus hinweist und sie zu ihm einl\u00e4dt. All das ist nur durch die einseitige Liebe Jesu m\u00f6glich geworden, durch die er sie bedingungslos angenommen und getragen und ver\u00e4ndert hat. Diese Liebe Jesu zu den S\u00fcndern war auch die Grundlage f\u00fcr die Gemeinschaft der J\u00fcnger in der ersten Gemeinde, und sie ist auch die Grundlage der Gemeinschaft von Christen bis heute.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir also eine Gemeinschaft sein, in der sich jeder angenommen f\u00fchlt, wie er ist, und in der jeder, der neu kommt, sich wirklich willkommen f\u00fchlt? Das ist eine wichtige Frage, \u00fcber die wir uns viele Gedanken machen sollten. Aber im heutigen Text finden wir eine grundlegende Antwort. Jesus hat gesagt: \u201eIch bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern S\u00fcnder\u201c (13). Wir sollen uns dessen bewusst bleiben, dass Jesus nicht f\u00fcr Gerechte, sondern f\u00fcr S\u00fcnder gekommen ist, dass wir selber S\u00fcnder sind, die nur durch Jesu einseitige Liebe angenommen und Gottes Kinder geworden sind. Wir sollen in dieser Liebe Jesu bleiben, indem wir ihm jeden Tag daf\u00fcr danken und unsere S\u00fcnden vor ihm bekennen und seine Vergebung annehmen. Wenn wir Gott jeden Tag f\u00fcr seine rettende Liebe zu uns danken und in Dankbarkeit daf\u00fcr leben, dann k\u00f6nnen wir jeden in der Gemeinde annehmen und lieben, wie er ist, mit seinen Ecken und Kanten und Schw\u00e4chen. Dann haben wir viel Raum und Interesse an den anderen und m\u00f6chten sie gerne besser kennen und verstehen und uns offen mit ihnen austauschen, ohne dabei Erwartungen an sie zu haben. Wenn wir festhalten, dass Jesus f\u00fcr uns S\u00fcnder gekommen ist, k\u00f6nnen wir auch denen, die uns irgendwann durch ihre Worte oder ihr Verhalten verletzt haben, vergeben und einen neuen Anfang machen. Denn wir wollen die Liebe von Jesus gerne an die andern weitergeben. Weil Jesus f\u00fcr jeden von uns gekommen ist, k\u00f6nnen wir auch die von Herzen annehmen, die von ihrer Herkunft oder ihrem Charakter anders sind. So auch die, die bestimmte Dinge anders sehen, zum Beispiel bez\u00fcglich der Kindererziehung, der Politik oder wie man sich bez\u00fcglich Corona verhalten soll. Es gibt viele verschiedene Meinungen. Es gibt so viele Dinge, derentwegen wir uns von anderen distanzieren k\u00f6nnen. Aber wenn wir Jesu Liebe im Herzen haben, dann werden diese Dinge zweitrangig oder irrelevant, dann bleibt nichts, was uns trennt, wie es in dem ber\u00fchmten Lied von Manfred Siebald (1973) hei\u00dft: \u201eIns Wasser f\u00e4llt ein Stein, ganz heimlich, still und leise; und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise. \u2026 Wo Gottes gro\u00dfe Liebe in einem Menschen brennt, da wird die Welt vom Licht erhellt; da bleibt nichts, was uns trennt.\u201c<\/p>\n<p>Wenn Gottes gro\u00dfe Liebe zu S\u00fcndern in uns brennt, dann k\u00f6nnen wir auch jeden, der neu in die Gemeinde kommt, von Herzen annehmen. Wir k\u00f6nnen f\u00fcr ihn ein Freund werden, weil wir im Herzen den Wunsch haben, dass auch er oder sie die rettende Liebe Jesu erf\u00e4hrt. Das gilt unabh\u00e4ngig davon, ob er oder sie ein Sch\u00fcler, Azubi, Student, Angestellter oder eine Hausfrau und Mutter ist oder kein davon; auch unabh\u00e4ngig davon, ob er oder sie freundlich und offen ist oder eher verschlossen und wir uns geduldig bem\u00fchen m\u00fcssen, ihn oder sie zu verstehen. Und wenn wir das tun und erleben, dass auch verschiedenartigste Menschen sich angenommen f\u00fchlen und Jesu Liebe erfahren k\u00f6nnen, dann werden wir dankbar erkennen, dass Gott uns zu einer Gemeinde gemacht hat, in der sich jeder angenommen und geliebt f\u00fchlt; und das wird ihn ehren und freuen. M\u00f6ge Gott uns helfen, dankbar im Bewusstsein zu behalten, dass Jesus f\u00fcr uns S\u00fcnder gekommen isst und uns als solche geliebt hat, und mit dieser Liebe die anderen bedingungslos anzunehmen! M\u00f6ge Gott uns helfen, so eine Gemeinde zu werden, in der sich jeder angenommen und geliebt wei\u00df!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Jeder ist willkommen \u201eGeht aber hin und lernt, was das hei\u00dft: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern S\u00fcnder.\u201c (Matth\u00e4us 9,13) Zur dritten Lektion zum Thema \u201eEine Gemeinde, wie Jesus sie sich w\u00fcnscht\u201c, mit dem Aspekt Gemeinschaft, wollen wir heute Matth\u00e4us 9,9-13 betrachten. 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