{"id":10244,"date":"2021-08-01T11:00:58","date_gmt":"2021-08-01T09:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10244"},"modified":"2022-11-18T12:18:55","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:55","slug":"fragebogen-die-gemeinde-die-jesus-unter-uns-bauen-will-verwurzelt-im-evangelium-6-galater-211-21-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/fragebogen-die-gemeinde-die-jesus-unter-uns-bauen-will-verwurzelt-im-evangelium-6-galater-211-21-2\/","title":{"rendered":"Predigt: Die Gemeinde, die Jesus unter uns bauen will &#8211; Verwurzelt im Evangelium 6 &#8211; Galater 2,11-21"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Verwurzelt-im-Evangelium_Lektion6-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Wie soll ich denn leben?<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eIch lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst f\u00fcr mich dahingegeben.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Galater 2,20)<\/p>\n<p>Vor zwei Wochen haben wir durch das Gleichnis von den verlorenen S\u00f6hnen in Lukas Kapitel 15 erfahren, wer die Menschen sind. Einerseits streben sie sich nach der Freiheit vom Vater. Andererseits tun sie etwas Gutes f\u00fcr die eigene Selbstgerechtigkeit. Das erkl\u00e4rt, warum die Menschen ihren Vater verlassen haben und keine echte Beziehung zu ihrem Vater haben. Sie gelten f\u00fcr tot. Letzte Woche haben wir durch R\u00f6mer Kapitel 8 erfahren, dass die Menschen eine neue Identit\u00e4t haben, und zwar die der Kinder Gottes. Was ist das Hauptmerkmal der Kinder Gottes? R\u00f6mer 8,14: \u201eDenn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.\u201c Im Gleichnis vom verlorenen Sohn zeigt sich, was die zwei S\u00f6hne getrieben hat. Und zwar zum einen Lust und Begierde, zum anderen Selbstgerechtigkeit. In ihrem Leben ist ihr Vater nicht von Bedeutung. Aber Gott will diesen Menschen in Jesus eine neue Identit\u00e4t geben, und zwar die als Kinder Gottes, die vom Geist Gottes getrieben werden. Gott will, dass seine Kinder nicht von Begierden und Selbstgerechtigkeit getrieben werden, sondern vom Geist Gottes.<br \/>\nHeute betrachten wir durch den Galaterbrief, womit die Kinder Gottes zu k\u00e4mpfen haben.<br \/>\nApostel Paulus schrieb ca. um 50 n. Chr. an die Gemeinden in Galatien im Gebiet der heutigen T\u00fcrkei, um vor allem das Evangelium, gegen die Juden aus Jerusalem zu verteidigen, die behaupteten: die Gl\u00e4ubigen als Nichtjuden m\u00fcssten sich beschneiden lassen und das Gesetz halten, um gerettet zu werden. Im Galaterbrief 2,11-21 geht es um ein Ereignis, das Paulus als ein Beispiel gerne nehmen wollte, um den Galatern zu helfen.<br \/>\nWo geschah das Ereignis? Vers 11 beginnt so: \u201eAls aber Kephas nach Antiochia kam\u2026\u201c Es geschah in der Stadt Antiochia in Syrien. Wegen der Verfolgung nach dem M\u00e4rtyrertod von Stephanus waren die Gl\u00e4ubigen in Jerusalem zerstreut und kamen auch nach Antiochia in Syrien. Hier entstand eine Gemeinde von Gl\u00e4ubigen, die aus den \u201eHeiden\u201c bzw. Nichtjuden bestanden. Davon erfuhr die Gemeinde aus Jerusalem. Darum wurde Barnabas von Jerusalem nach Antiochia gesandt, um die neuen Christen zu st\u00e4rken. Weil Jerusalem als \u201eMuttergemeinde\u201c anerkannt war, holten die Christen in Antiochia, wenn sie theologische Fragen hatten, von Jerusalem Rat und Hilfe. Somit waren die Gemeinden in Antiochia und in Jerusalem stets in Gemeinschaft.<br \/>\nIm Ereignis vom heutigen Abschnitt tritt Kephas bzw. Petrus als Hauptperson auf. Wenn sein Name in der Bibel auftaucht, hat er meist einen Vorbildcharakter. Sein Name hatte in der Urgemeinde einen gro\u00dfen Einfluss, weil er einer der J\u00fcnger Jesu war und zum Apostelamt berufen wurde. Daher hatte sein Wort als Apostel Autorit\u00e4t. Bei den ersten Christen kam es zu gro\u00dfen Diskussionen, wenn sie nicht wussten, welche Entscheidung sie treffen sollten. Ein gro\u00dfer Streitfall in der ersten Gemeinde war, ob sie die Menschen, die von Geburt an Nichtjuden waren, in die judenchristliche Gemeinde integriert sollten oder nicht. Um diese Frage zu beantworten, musste Petrus selbst ein einschneidendes Ereignis erleben. Apostelgeschichte Kapitel 10 berichtet, was im Haus Kornelius, eines r\u00f6mischen Hauptmann geschah. Als ein Jude fiel es Petrus schwer mit Heiden Gemeinschaft zu haben. Jedoch nahm er durch die Hilfe Gottes die Einladung vom r\u00f6mischen Hauptmann Kornelius an und kam in sein Haus. Aber er und seine Leute, die mitgingen waren \u00fcberrascht, weil auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde. Als Petrus die Heilsbotschaft zur Vergebung der S\u00fcnden redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuh\u00f6rten. Diese Erfahrung gab ihm die Gewissheit und er redete zu den Juden: \u201eKann auch jemand denen das Wasser zur Taufe verwehren, die den Heiligen Geist empfangen haben ebenso wie wir?\u201c (Apg 10,47)<br \/>\nObwohl Petrus eigentlich nicht willens war, zu den Heiden zu gehen, ging er doch zu ihnen, weil er Gott gehorsam war. Als er nicht seinem Willen, sondern dem Willen Gottes folgte, erfuhr er, dass die Heiden auch wie die Juden die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Es war sowohl f\u00fcr ihn als auch f\u00fcr die erste junge Gemeinde eine wichtige Erkenntnis. Aber seine neue Erkenntnis brachte die Ordnungen in der kleinen christlichen Gemeinde in Jerusalem und Umgebung sehr durcheinander.<br \/>\nApostelgeschichte 11,1-3 berichten, wie die Judenchristen auf das Verhalten von Petrus reagierten. Dort steht Folgendes: \u201eEs h\u00f6rten aber die Apostel und die Br\u00fcder in Jud\u00e4a, dass auch die Heiden Gottes Wort angenommen h\u00e4tten. Und als Petrus hinaufkam nach Jerusalem, stritten die aus der Beschneidung mit ihm und sprachen: Du bist zu unbeschnittenen M\u00e4nnern gegangen und hast mit ihnen gegessen.\u201c Obwohl alles nach dem Willen Gottes geschah, wurde Petrus mit der Kritik der Judenchristen konfrontiert. Die Judenchristen behaupteten, dass die Heiden eine Grundvoraussetzung erf\u00fcllen m\u00fcssen, n\u00e4mlich sich beschneiden zu lassen, um sich bei den Judenchristen integrieren zu k\u00f6nnen. Dieser Gedanke war so stark, dass die Frage nach der Beschneidung in der Gemeinde immer wieder zum Streit f\u00fchrte.<br \/>\nApostelgeschichte 15,1-2 berichtet, wie sehr die Frage der Beschneidung die ersten Christen besch\u00e4ftigte. Folgendes steht geschrieben: \u201eUnd einige kamen herab von Jud\u00e4a und lehrten die Br\u00fcder: Wenn ihr euch nicht beschneiden lasst nach der Ordnung des Mose, k\u00f6nnt ihr nicht selig werden. Da nun Zwietracht entstand und Paulus und Barnabas einen nicht geringen Streit mit ihnen hatten, ordnete man an, dass Paulus und Barnabas und einige andre von ihnen nach Jerusalem hinaufziehen sollten zu den Aposteln und \u00c4ltesten um dieser Frage willen.\u201c<br \/>\nEinige aus Jud\u00e4a waren von ihren Gedanken fest \u00fcberzeugt, dass die Heiden sich beschneiden lassen m\u00fcssen, um selig zu werden. Diese \u00dcberzeugung beruht auf der Ordnung von Mose bzw. der Tora. Aber Paulus und Barnabas lehrten in Antiochia, dass der Mensch nicht durch die Beschneidung selig wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus. Zur L\u00f6sung dieses internen Konflikts werden Barnabas und Paulus von der Gemeinde Antiochiens nach Jerusalem zu den Aposteln gesandt.<br \/>\nDer Abschnitt Apostel 15,7-11 berichtet, mit welchem Argument Petrus die Diskussion beendete: \u201eAls man sich aber lange gestritten hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr M\u00e4nner, liebe Br\u00fcder, ihr wisst, dass Gott vor langer Zeit unter euch bestimmt hat, dass durch meinen Mund die Heiden das Wort des Evangeliums h\u00f6ren und glauben. Und Gott, der die Herzen kennt, hat es bezeugt und ihnen den Heiligen Geist gegeben wie auch uns, und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen und reinigte ihre Herzen durch den Glauben. Warum versucht ihr denn nun Gott dadurch, dass ihr ein Joch auf den Nacken der J\u00fcnger legt, das weder unsre V\u00e4ter noch wir haben tragen k\u00f6nnen? Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden, auf gleiche Weise wie auch sie.\u201c<br \/>\nWie wir eben in der Apostelgeschichte durch die Person Petrus sehen durften, hatte er zum Zeitpunkt des heute betrachteten Textes aus Galater 2 bereits erkannt, dass die Menschen nicht durch die Beschneidung selig werden, sondern durch die Gnade des Herrn Jesu. Immer wieder antwortete er der Gemeinde anhand seiner eindr\u00fccklichen pers\u00f6nlichen Erfahrung, wenn der Streit wegen der Beschneidung wieder aufkam.<br \/>\nWenn wir aber Petrus ihn im heutigen Text aus Galater 2 betrachten, sieht er wie ein Feigling aus. Was sagt Vers 12 \u00fcber ihn? \u201eDenn bevor einige von Jakobus kamen, a\u00df er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zur\u00fcck und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung f\u00fcrchtete.\u201c Wo bleibt nun sein Mut, mit dem er vor vielen stand und predigte?: \u201eTut Bu\u00dfe, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer S\u00fcnden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.\u201c Wiederum sprach er, auch in Anwesenheit von Judenchristen: \u201eKann auch jemand denen das Wasser zur Taufe verwehren, die den Heiligen Geist empfangen haben ebenso wie wir?\u201c Auf jeden Fall verhielt sich Petrus anders als nun hier in Antiochia. Er war ein Apostel, der Hilfestellung gab und richtungweisende Worte sprach. Er wurde als eine S\u00e4ule der christlichen Gemeinde angesehen. Aber dieser einflussreiche Apostel f\u00fcrchtete die Judenchristen aus Jerusalem.<br \/>\nBis vor kurzem hatte Petrus mit den Heidenchristen zusammen gegessen. Damit dr\u00fcckte er ihnen gegen\u00fcber aus, dass sie wie er Gottes Kinder sind. Zwischen ihm und ihnen machte er keinen Unterschied. Doch in der Gegenwart der Judenchristen aus Jerusalem distanzierte er sich pl\u00f6tzlich beim Essen von den Heidenchristen. Weil sich nun Petrus von den Heidenchristen absonderte, folgte Barnabas seinem Verhalten.<br \/>\nMan kann versuchen sein Verhalten mit den Argumenten in Schutz zu nehmen, z.B. \u201eJa, er wei\u00df, dass die Judenchristen schwer akzeptieren k\u00f6nnen, dass er mit den Heidenchristen an einem Tisch zusammen isst. Darum wollte er den Streit vermeiden. Dar\u00fcber hinaus wollte er die Heidenchristen vor dem Streit sch\u00fctzen, wie die Eltern vor den Kindern nicht streiten wollen.\u201c Oder man kann meinen: \u201eStreit ist nicht gut. Gott m\u00f6chte, dass wir miteinander in Frieden und Harmonie leben.\u201c<br \/>\nAber Paulus hielt das Verhalten von Petrus f\u00fcr Unrecht und Heuchelei. Auch erw\u00e4hnte in Vers 13: \u201eUnd mit ihm heuchelten auch die anderen Juden, sodass selbst Barnabas verf\u00fchrt wurde, mit ihnen zu heucheln.\u201c Als Petrus anfing, sich von den Heidenchristen zu distanzieren, herrschte in der Gemeinde in Antiochia pl\u00f6tzlich Heuchelei.<br \/>\nBevor die Judenchristen aus Jerusalem nach Antiochia kamen, wurden die Heidenchristen in Antiochia vollkommen als Kinder Gottes anerkannt, genauso wie die Judenchristen. Aber nun wurde es ersichtlich, dass sie in Wirklichkeit nicht als 100%-ige Kinder Gottes akzeptiert wurden. Das bedeutet, dass sie nur unter einer Bedingung auch als Kinder Gottes anerkannt werden k\u00f6nnen: sie m\u00fcssen sich beschneiden lassen. Es w\u00e4re f\u00fcr die Christen in Antiochia irritierend, dass die Leiter der Gemeinde anders leben als sie gelehrt haben. Vielleicht k\u00f6nnte es sein, dass ein junger Christ zutiefst vom Verhalten von Petrus verletzt wurde. Jesus sagte im Lukas 17,1-3 folgenderma\u00dfen: \u201eEs ist unm\u00f6glich, dass keine Verf\u00fchrungen kommen; aber weh dem, durch den sie kommen! Es w\u00e4re besser f\u00fcr ihn, dass man einen M\u00fchlstein um seinen Hals h\u00e4ngte und w\u00fcrfe ihn ins Meer, als dass er einen dieser Kleinen zum B\u00f6sen verf\u00fchrt. H\u00fctet euch! Wenn dein Bruder s\u00fcndigt, so weise ihn zurecht; und wenn er umkehrt, vergib ihm.\u201c Petrus tat das, was er in dieser Situation f\u00fcr richtig hielt. Aber Paulus hielt es nicht f\u00fcr eine Kleinigkeit. Vielmehr wies er Petrus vor allen zurecht. Vers 11 sagt: \u201ePaulus widerstand Petrus ins Angesicht.\u201c Vers 14 sagt: \u201e\u2026 sprach ich zu Kephas \u00f6ffentlich vor allen \u2026\u201c<br \/>\nWarum betrachtete Paulus das Verhalten von Petrus als Unrecht und Heuchelei? Vers 12 sagt: \u201e\u2026 weil er die aus der Beschneidung f\u00fcrchtete.\u201c Paulus erkannte, warum Petrus sich von den Heiden absonderte. Der Grund daf\u00fcr war die Furcht vor den Juden. Vers 14 sagt: \u201eAls ich aber sah, dass sie nicht richtig handelten nach der Wahrheit des Evangeliums, \u2026\u201c Petrus wusste schon, was die Wahrheit des Evangeliums ist. Sein Problem war, dass er nicht danach handelte. Obwohl er eine S\u00e4ule der Gemeinde war, brauchte er auch eine Ermahnung. Er sollte sogar vor der Gemeinde zu seinem falschen Verhalten Stellung nehmen (Verse 14-17) \u201e\u2026sprach ich zu Kephas vor allen: Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht j\u00fcdisch, warum zwingst du dann die Heiden, j\u00fcdisch zu leben? Wir sind von Geburt Juden und nicht S\u00fcnder aus den Heiden. Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch des Gesetzes Werke wird kein Mensch gerecht. Sollten wir aber, die wir durch Christus gerecht zu werden suchen, sogar selbst als S\u00fcnder befunden werden \u2013 ist dann Christus ein Diener der S\u00fcnde? Das sei ferne!\u201c<br \/>\nPetrus war ein gro\u00dfartiger Apostel. Sein Name immer wieder gebraucht, um die Gemeinde aufzubauen. Dennoch ist unter den Christen ist die Tatsache wohl bekannt, dass er seinen Herrn Jesus dreimal verleugnet hat. Obwohl er ein treuer J\u00fcnger war, tadelte Jesus ihn: \u201eWeg mit dir, Satan! Du willst mich hindern, meinen Auftrag zu erf\u00fcllen. Was du da sagst, ist menschlich gedacht, aber Gottes Gedanken sind anders.\u201c (HfA Mt 16,23) Obwohl er als eine S\u00e4ule der Gemeinde angesehen wurde, war er immer ein Mensch gewesen, der leicht menschlich dachte und handelte. Sein Lebenslauf k\u00f6nnte erfolgreich und gro\u00dfartig dargestellt werden: Apostel! Einer der Spitzenj\u00fcnger mit Johannes und Jakobus! Ein Augenzeuge des auferstandenen Jesus! Er erlebte das Pfingstwunder und bekehrte an einem Tag 3000 Menschen durch seine Predigt! Durch die Offenbarung Gottes erkannte er, dass die Heiden genau so wie die Juden die Kinder Gottes durch den Glauben an Jesus Christus werden k\u00f6nnen! ABER so ein Lebenslauf kann an einem Tag unn\u00fctz werden. Eine geistliche Karriere kann wie eine Sandburg pl\u00f6tzlich einst\u00fcrzen. Im 1.Korinther 10,12 hei\u00dft es gem\u00e4\u00df HfA: \u201eDeshalb seid vorsichtig! Gerade wer meint, er stehe besonders sicher, muss aufpassen, dass er nicht f\u00e4llt.\u201c<br \/>\nAbschlie\u00dfend bekr\u00e4ftigt Paulus in den Versen 18-20 mit seinem pers\u00f6nlichen Zeugnis, warum er die Gnade Gottes nicht wegwirft, sondern die Wahrheit des Evangeliums verteidigen will: \u201eDenn wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue, dann mache ich mich selbst zu einem \u00dcbertreter. Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst f\u00fcr mich dahingegeben.\u201c Fr\u00fcher wurde ihm gelehrt, dass er durch die Werke des Gesetzes gerettet werden kann. Darum vertraute er auf seine Abstammung und trachtete nach der Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, um vor Gott untadelig zu sein. Als er aber auf dem Weg nach Damaskus war, um die Christen gefangen zu nehmen, begegnete er Jesus, der gekreuzigt wurde und auferstanden ist. An diesem Tag erkannte er, dass sein Eifer f\u00fcr Gott nicht nur anders, sondern sogar gegen Gott gerichtet war. Seine treues Leben nach dem Gesetz konnte ihn nicht selig machen, sondern ihn nur t\u00f6ten. Darum schrieb Paulus im R\u00f6merbrief: \u201eIch elender Mensch! Wer wird mich erl\u00f6sen von diesem Leib des Todes?\u201c Wie ungl\u00fccklich war er, als er von seinem s\u00fcndhaften Wesen nicht frei wurde egal wie er sich m\u00fchte. Je mehr er versuchte, besser zu werden, desto mehr erkannte er, welch elender Mensch er vor Gott war. Es war sinnlos, dass er durch die Werke des Gesetzes gerecht werden wollte.<br \/>\nVers 21 erkl\u00e4rt, warum Paulus Petrus vor allen Anwesenden widerstehen musste, obwohl es den gro\u00dfen Apostel in eine \u00e4u\u00dferst peinliche Situation brachte: \u201eIch werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn wenn durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.\u201c (21)<br \/>\nWenn die Gerechtigkeit durch das Gesetz kommt, hat das die logische Folge, dass Christus vergeblich gestorben ist. Die Gnade Gottes wird unn\u00fctz. Darum konnte Paulus das Verhalten von Petrus nicht \u00fcbersehen.<br \/>\nHeute haben wir erfahren, wogegen die Kinder Gottes zu k\u00e4mpfen haben. Man kann die Wahrheit des Evangeliums erkennen und sie die anderen Menschen lehren. Aber das gen\u00fcgt nicht. Erkennen ist eine Sache, aber danach zu leben ist eine andere Sache. Darin liegt der Kampf aller Christen, wogegen sie zu k\u00e4mpfen haben. Wie heute jeder vom Corona-Virus angesteckt werden kann, k\u00f6nnen wir jeden Tag versucht werden, gegen die Wahrheit des Evangeliums zu handeln. Christus hat sich selbst dahingegeben, weil wir nicht selbst gerecht werden k\u00f6nnen. Das ist die Gnade Gottes, dass wir im Glauben an den Sohn Gottes gerecht werden d\u00fcrfen.<br \/>\nVor einigen Jahren h\u00f6rte ich eine Predigt von Henoch. Es ging um den Bettler Lazarus aus Lukas Kapitel 16. Henoch erkl\u00e4rte, dass der Name Lazarus \u201eGott hat geholfen\u201c bedeutet. Als der Arme Lazarus starb, wurde er von Engeln in den Scho\u00df Abrahams getragen. Der Reiche aber starb auch und landete in der H\u00f6lle. Lazarus steht f\u00fcr die Menschen, die geistlich arm sind, so dass sie bei Gott Hilfe suchen. Aber der Reiche war mit seinem Leben zufrieden und suchte keine Hilfe bei Gott. Henoch erkl\u00e4rte, dass der Reiche f\u00fcr die Menschen steht, die mit ihrem geistlichen bzw. religi\u00f6sen Leben zufrieden sind. Vor allem erschreckte mich die Lehre, dass Menschen in die H\u00f6lle kommen, gerade weil sie in ihren Augen ein sehr gutes geistliches Leben gef\u00fchrt haben. Sie verlassen sich ausschlie\u00dflich auf ihr geistliches Leben. Aber wie der Name Lazarus besagt, kommen die Menschen in den Himmel, weil sie sich au\u00dfer auf Gottes Hilfe sich auf nichts anderes verlassen k\u00f6nnen. Weil sie das tun hilft Gott ihnen. Darum geben sie Zeugnis: \u201eGott hat geholfen.\u201c Gott will, dass alle Menschen ins Reich Gottes kommen. Daf\u00fcr hat er seine Gnade in Jesus Christus offenbart. Wer Bu\u00dfe tut und seine Gnade durch den Glauben annimmt, der kann selig werden. Das ist die Wahrheit des Evangeliums! Ich bin Gott dankbar, dass ich die Wahrheit des Evangeliums h\u00f6ren durfte. \u201eGott hat geholfen\u201c, dieser Wahrheit soll ich mein Leben lang folgen, anstatt mich selbst durch die Werke gerecht zu machen. Gott sei Dank, der mir die Wahrheit des Evangeliums offenbart hat. M\u00f6ge Gott uns helfen, von seinem Geist getrieben zu werden. M\u00f6ge Gott uns helfen, dass wir in Christus das ewige Leben haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Wie soll ich denn leben? \u201eIch lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. 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