{"id":10203,"date":"2021-07-04T11:00:56","date_gmt":"2021-07-04T09:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10203"},"modified":"2022-11-18T12:18:57","modified_gmt":"2022-11-18T11:18:57","slug":"predigt-die-gemeinde-die-jesus-unter-uns-bauen-will-verwurzelt-im-evangelium-2-1-korinther-151-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-die-gemeinde-die-jesus-unter-uns-bauen-will-verwurzelt-im-evangelium-2-1-korinther-151-11\/","title":{"rendered":"Predigt: Die Gemeinde, die Jesus unter uns bauen will &#8211; Verwurzelt im Evangelium 2 &#8211; 1. Korinther 15,1-11"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Verwurzelt-im-Evangelium_Lektion2-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Die Tatsachen des Evangeliums<\/h2>\n<p>Letzte Woche haben wir eine neue Bibelstudiumsserie angefangen zu dem Thema \u201eEine Gemeinde, wie Jesus sie sich w\u00fcnscht\u201c. Jesus w\u00fcnscht sich ohne Zweifel, dass seine Gemeinde in seinem Evangelium verwurzelt ist. Deshalb haben wir letzten Sontag durch die Predigt von Henoch zu R\u00f6mer 1 betrachtet, was das Evangelium eigentlich ist. Wir haben gelernt, dass das Evangelium die gute Nachricht ist, dass Jesus Christus Mensch wurde und dass er durch seine Auferstehung als Sohn Gottes eingesetzt ist in Kraft und unser wahrer K\u00f6nig ist. Dieses Evangelium ist eine Kraft Gottes, die alle, die daran glauben, von der S\u00fcnde und Verlorenheit rettet. Beim Evangelium geht es also nicht darum, was wir tun m\u00fcssen, um von Gott angenommen zu werden, sondern darum, was Gott getan hat, um uns zu retten. Darin unterscheidet sich der Glaube an das Evangelium von allen anderen Religionen. Bei allen anderen Religionen m\u00fcssen die Menschen bestimmte Regeln befolgen und Werke tun, um akzeptiert zu werden; beim christlichen Glauben geht es darum, wahr- und anzunehmen, was Gott durch Jesus f\u00fcr uns getan hat. Das ist wirklich eine gute Nachricht f\u00fcr uns Menschen. Aber ist diese wunderbare Botschaft nicht zu sch\u00f6n, um wahr zu sein? Wie k\u00f6nnen wir sicher sein, dass diese gute Botschaft wahr ist? Heute erfahren wir eine weitere wichtige Eigenschaft des Evangeliums, durch die es sich von anderen Religionen und Philosophien unterscheidet: dass das Evangelium auf Tatsachen beruht, auf konkreten Ereignissen in der Geschichte, die gut belegt sind. Dazu wollen wir den ersten Abschnitt im Kapitel 15 von Paulus\u2018 erstem Brief an die Korinther betrachten, in dem er die Empf\u00e4nger an das Evangelium erinnert. Gott m\u00f6ge uns heute helfen, die Tatsachen des Evangeliums wahrzunehmen und ihre Bedeutung f\u00fcr unser Leben neu zu erkennen!<\/p>\n<p>Wie beginnt Paulus dieses Kapitel? Er schreibt in den Versen 1-2: \u201eIch erinnere euch aber, Br\u00fcder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verk\u00fcndigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr\u2019s so festhaltet, wie ich es euch verk\u00fcndigt habe; es sei denn, dass ihr\u2019s umsonst geglaubt h\u00e4ttet.\u201c Paulus erinnerte sie an das Evangelium, das er ihnen selbst verk\u00fcndigt hatte. Paulus hatte auf seiner zweiten Missionsreise 51 n.Chr. die Stadt Korinth besucht und hatte dort das Evangelium verk\u00fcndigt. Viele nahmen das Evangelium an, es entstand eine neue lebendige Gemeinde, und Paulus blieb anderthalb Jahre dort, um sie geistlich zu unterst\u00fctzen. Aber nach seinem Weggang entstanden in der Gemeinde im Lauf der Zeit verschiedene Probleme, zum Beispiel bildeten sich in der Gemeinde Parteien, es gab einen Fall von Unzucht, es gab Unordnung in ihren Versammlungen und bei der Aus\u00fcbung ihrer geistlichen Gaben im Gottesdienst. In seinem Brief ging Paulus auf jedes der Probleme ein und gab ihnen klare Anweisungen, wie sie damit umgehen sollten. Schlie\u00dflich schrieb er das ber\u00fchmte Kapitel \u00fcber die Liebe, an der es ihnen fehlte und durch die viele ihrer Probleme gel\u00f6st w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Aber Paulus war sich offenbar bewusst, dass es nicht ausreichte, wenn er ihnen half, ihre aktuellen Probleme zu l\u00f6sen. Paulus wusste, dass sie die Probleme nur dann wirklich \u00fcber\u00adwinden und neue Probleme vermeiden konnten, wenn sie als Grundlage das Evangelium klar in ihrem Bewusstsein halten w\u00fcrden, sodass es ihr ganzes Denken und Leben bestimmt. Gott wollte sie durch das Evangelium retten; aber dazu mussten sie das Evangelium in unverf\u00e4lschter Form festhalten, wie Paulus es ihnen verk\u00fcndigt hatte. Deshalb erinnerte er sie am Ende seines Briefs an das Evangelium, und zwar ausf\u00fchrlich in 58 Versen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie die Korinther haben die meisten von uns auch das Evangelium angenommen und stehen darin fest. Manche kennen das Evangelium vielleicht noch nicht oder sie kennen es nur oberfl\u00e4chlich, oder sie verstehen es zwar vom Kopf her, haben es aber noch nicht f\u00fcr sich pers\u00f6nlich angenommen. Gleich welcher von diesen Gruppen du angeh\u00f6ren magst, die Erinnerung an das Evangelium ist auf keinen Fall trivial. Die Christen in Korinth standen fest im Evangelium und hatten verschiedene geistliche Gaben wie prophetische Rede, Zungenrede usw. (14,26). Die Tatsache, dass Paulus am Ende seines langen Briefes an sie trotzdem noch ein langes Kapitel \u00fcber das Evangelium schrieb, zeigt, dass es auch f\u00fcr wiedergeborene Christen nicht selbstverst\u00e4ndlich ist, dass sie das Evangelium ihr Leben lang festhalten und dadurch gerettet werden. Viele Einfl\u00fcsse von innen und au\u00dfen k\u00f6nnen unser geistliches Sehverm\u00f6gen tr\u00fcben, unser Verst\u00e4ndnis vom Evangelium verf\u00e4lschen und uns sogar davon abirren lassen. Darum ist es wichtig, dass auch wir uns immer wieder an das Evangelium erinnern.<\/p>\n<p>Was ist aber das Evangelium, an das Paulus erinnert? Betrachten wir gemeinsam die Verse 3 und 4: \u201eDenn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist f\u00fcr unsre S\u00fcnden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift\u201c. Hier fasst Paulus das Evangelium in einem Satz zusammen. Der Kern des Evangeliums ist, dass Christus f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben ist; und dass er am dritten Tag auferweckt worden ist. Das Evangelium ist also keine Theorie, die sich ein kluger Mensch ausgedacht hat. Es ist auch nicht blo\u00df eine Religion, deren Lehren man blind glauben und befolgen muss. Beim Evangelium geht es im Kern um Tatsachen, um Ereignisse, die in der Geschichte passiert sind und die f\u00fcr alle Menschen Relevanz haben. In der Bibel haben wir vier Berichte \u00fcber das Evangelium, von Matth\u00e4us, Markus, Lukas und Johannes, in denen wir vieles \u00fcber Jesus erfahren: wie er als ein Mensch geboren wurde, wie er gelebt hat und wie er unter den Menschen gewirkt und viele Wunder vollbracht hat; wir erfahren seine Lehre \u00fcber Gottes Liebe zu uns Menschen und \u00fcber Gottes Reich, das Gott baut und zu dem er jeden einl\u00e4dt, und welche Folgen es hat, wenn wir Gottes Einladung annehmen, und welche, wenn wir sie ablehnen. Alle diese Berichte sind wichtig und helfen uns, Jesu Botschaft besser zu verstehen und darauf richtig zu reagieren. Aber um das Evangelium auf das Wichtigste zusammenzufassen, nennt Paulus hier nur zwei Ereignisse: dass Christus f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben ist und dass er am dritten Tag auferweckt worden ist. Wir wollen auf diese beiden Ereignisse mit folgenden Fragen eingehen: Inwiefern sind diese Ereignisse historische Fakten? Und welche Relevanz haben diese Ereignisse f\u00fcr uns Menschen, auch f\u00fcr uns hier heute Morgen?<\/p>\n<p>Zum einen: Christus ist f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben.<br \/>\nDer Kern des Evangeliums ist zum einen, dass Christus f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben ist. Dass Jesus am Kreuz gestorben ist, ist eines der am besten dokumentierten Ereignisse in der Bibel. Jesus wurde zuerst vom Hohen Rat und danach vom r\u00f6mischen Statthalter zum Tod verurteilt. Dann wurde er in aller \u00d6ffentlichkeit an einem Kreuz vor Jerusalem hingerichtet. Eine Aufschrift \u00fcber ihm am Kreuz best\u00e4tigte seine Identit\u00e4t. Einige seiner Anh\u00e4nger, r\u00f6mische Soldaten und viele aus dem Volk gingen vor\u00fcber und sahen es. Selbst seine Feinde sahen es und verspotteten ihn noch am Kreuz. Die Tatsache, dass Jesu Leichnam danach vom Kreuz abgenommen und begraben wurde, belegt, dass Jesus wirklich gestorben war. Dass Jesus begraben worden ist, wird deshalb extra erw\u00e4hnt, weil es ein wichtiges Indiz f\u00fcr seine anschlie\u00dfende Auferstehung ist.<\/p>\n<p>Dass Christus ein Mensch wurde und zu uns Menschen kam und uns Gottes Liebe bezeugte, war an sich schon eine Gnade Gottes f\u00fcr uns. Von den vier Evangeliumsberichten wissen wir, dass Jesus die Menschen drei Jahre lang \u00fcber Gottes Liebe zu den Menschen und seinen heiligen Willen lehrte und alle Arten von Menschen in sein Reich einlud. Aber wenn Jesus nur das getan h\u00e4tte, w\u00e4re sein Kommen noch keine ausreichend gute Nachricht f\u00fcr uns, weil wir dadurch unsere Trennung von Gott nicht \u00fcberwinden und mit ihm vers\u00f6hnt werden k\u00f6nnten. Zum einen weil wir die unsere schon bestehende S\u00fcndenschuld vor Gott mit nichts begleichen k\u00f6nnen; zum anderen weil wir so s\u00fcndig sind, dass wir selbst auf Jesu liebevolle Ermahnung hin unser Herz und unser Leben allein mit unserer Willenskraft nicht von Grund auf ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Wir Menschen haben in uns eine tiefer s\u00fcndige Neigung, f\u00fcr uns selbst zu leben, wie wir es wollen, in der irrigen Annahme, dadurch ein gl\u00fcckliches Leben zu finden, anstatt nach Gottes vollkommenen Willen zu fragen und danach zu leben. Diese Neigung, eigenst\u00e4ndig ohne Gott zu leben, ist der Grund f\u00fcr alle m\u00f6glichen Arten von S\u00fcnden gegen Gott, gegen unsere Mitmenschen und an uns selbst, wie Stolz, Hochmut, Begierde, Neid, Hass, L\u00fcge, Mord, usw. Kein Mensch kann sich selbst von seiner S\u00fcnde retten, auch wenn er einen geistlichen Wunsch danach hat, weil keiner die Schuld seiner S\u00fcnde begleichen noch sein Herz wirklich davon heilen kann. Jede S\u00fcnde ist aber eine Rebellion gegen Gott und wiegt vor ihm schwer und kann nur mit dem Blut eines Opfers beglichen werden. Das Blut der Opfertiere, die Gott im Alten Testament erlaubte, brachte nur eine vor\u00fcbergehende, oberfl\u00e4chliche L\u00f6sung. Eigentlich m\u00fcsste jeder wegen seiner eigenen S\u00fcnde sterben und ewig daf\u00fcr leiden. Aber Gott sei Dank daf\u00fcr, dass er uns so geliebt hat, dass Jesus unsere S\u00fcnden auf sich genommen hat und daf\u00fcr gestorben ist. Schon drei Jahre davor, als Johannes der T\u00e4ufer Jesus zum ersten Mal sah, rief er: \u201eSiehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt!\u201c (Joh 1,29) Die Menschen fragen nicht ernsthaft nach Gott und wollen ihr Leben nach ihrem eigenen Willen f\u00fchren. Dadurch verachten sie Gott, der sie geschaffen hat, und betr\u00fcben ihn und f\u00fcgen ihren Mitmenschen und sich selbst viele Schmerzen zu. Aber Jesus nahm als einziger Gerechter die S\u00fcnde der ganzen Welt auf sich und trug sie ans Kreuz und bezahlte mit seinem unschuldigen Blut die Strafe daf\u00fcr, obwohl er wusste, dass nur eine Minderheit der Menschen es ihm danken w\u00fcrden. Er gab sein kostbares Leben hin, um uns alle von der Herrschaft der S\u00fcnde und der ewigen Strafe zu retten. Das ist die wirklich gute Nachricht f\u00fcr alle Menschen! Jeder kann dadurch zu Gott kommen, seine Vergebung empfangen und von S\u00fcnden und Schuld befreit ein neues Leben als Gottes Kind f\u00fchren. Statt in verschiedenen S\u00fcnden gefangen zu sein, k\u00f6nnen wir unter der Herrschaft Jesu leben und unter seinem Segen auch ein Segen f\u00fcr die anderen Menschen werden. Die Bedeutung dessen, dass Christus f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben ist, und der Segen, den wir dadurch bekommen, ist so gro\u00df, dass wir sie niemals genug erfassen k\u00f6nnen. Ob wir uns heute entscheiden, diese Gnade f\u00fcr uns anzunehmen, oder schon seit Jahren oder sogar seit Jahrzehnten auf dieser Basis leben \u2013 die Grundlage ist und bleibt, dass Jesus Christus f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben ist und uns so mit Gott vers\u00f6hnt hat. Diese Tatsache ist die einzige feste Basis, auf der wir unser Leben mit Gott aufbauen k\u00f6nnen. Wir sollen uns immer wieder daran erinnern und diese Gnade dankbar festhalten.<\/p>\n<p>Zum andern: Christus ist von den Toten auferstanden.<br \/>\nDass Jesus auferstanden ist, ist das andere Ereignis, dessen Bedeutung wir kaum ermessen und nicht hoch genug einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen. Wenn Jesus zwar am Kreuz f\u00fcr die Menschen gestorben, aber nicht auferstanden w\u00e4re, h\u00e4tte er zwar den Preis f\u00fcr unsere S\u00fcnden bezahlt, aber er h\u00e4tte nicht f\u00fcr uns den Tod \u00fcberwunden. Dann w\u00e4re auch die G\u00fcltigkeit seines stellvertretenden Todes f\u00fcr unsere S\u00fcnden fraglich. Wenn Jesus den Tod nicht besiegt h\u00e4tte, g\u00e4be es f\u00fcr uns keine Sieg \u00fcber den Tod und keine endg\u00fcltige Rettung. Aber Jesus ist nach seinem Tod nicht im Grab geblieben. Er ist nach drei Tagen auferweckt worden und ist vielen Menschen erschienen. Das ist der zweite Kernpunkt des Evangeliums.<\/p>\n<p>Paulus erg\u00e4nzt sowohl im Vers 3 als auch im Vers 4 jeweils die Worte \u201enach der Schrift\u201c. Damit weist er darauf hin, dass sowohl Jesu Tod f\u00fcr unsere S\u00fcnden als auch seine Auferstehung nicht pl\u00f6tzlich in der Geschichte passiert sind, sondern dass Gott beides in der Schrift vorausgesagt hat. Zum Beispiel beschreibt der Prophet Jesaja im Kap. 53 schon etwa 700 Jahre vor Christus eindr\u00fccklich, wie Jesus um unserer Missetaten willen verwundet und um unserer S\u00fcnden willen zerschlagen wird (ohne den Namen Jesus zu verwenden). Im Psalm 22 werden seine Leiden und Qualen am Kreuz anschaulich geschildert. Und in Psalm 16,8-11 wurde schon ca. 950 v. Chr. durch K\u00f6nig David die Auferweckung des Christus von den Toten vorausgesagt. Jesus selbst sagte, dass so wie Jona drei Tage im Bauch des Fisches war, der Menschensohn auch drei Tage im Scho\u00df der Erde sein muss. Die verschiedenen Prophezeiungen sind weitere Indizien, die best\u00e4tigen, dass Jesus nach Gottes Plan f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben und am dritten Tag auferweckt worden ist.<\/p>\n<p>Aber Paulus wusste, wie schwer es den meisten Menschen f\u00e4llt, an das Ereignis der Auferstehung Jesu zu glauben. Jesu Auferstehung war ein in dieser Weise einzigartiges Ereignis in der Geschichte, das jenseits der menschlichen Erfahrung liegt und sogar unsere Vorstellungskraft \u00fcbersteigt. Deshalb f\u00fchrt Paulus im Folgenden viele Zeugen an, die den auferstandenen Christus gesehen haben. Der Erstgenannte ist Kephas, der auf Lateinisch Petrus hie\u00df. Petrus war der Erste unter Jesu J\u00fcngern, der Jesus kurz vor dessen Gefangennahme noch die Treue bis zum Tod geschworen hatte, der aber wenig sp\u00e4ter so gro\u00dfe Angst um sein Leben bekam, dass er leugnete, Jesus \u00fcberhaupt zu kennen. Wir wollen gleich nochmal darauf eingehen. Den zw\u00f6lf J\u00fcngern erschien Jesus nach den Berichten der Evangelien mindestens dreimal, zweimal in Jerusalem und einmal in Galil\u00e4a; vermutlich aber noch viel \u00f6fter, denn in der Apostelgeschichte hei\u00dft es: \u201eIhnen (den Aposteln) zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und lie\u00df sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes\u201c (Apg 1,3).<br \/>\nDanach ist Jesus von mehr als f\u00fcnfhundert Br\u00fcdern gesehen worden. Wir erfahren nicht, wo diese Begegnung stattfand, aber die Tatsache, dass mehr als f\u00fcnfhundert Menschen auf einmal den auferstandenen Jesus sahen, widerlegt die Behauptung mancher, dass es sich bei den Begegnungen mit dem Auferstandenen um eine Art von Halluzination gehandelt h\u00e4tte. Dass 500 M\u00e4nner gleichzeitig die gleiche Halluzination haben, ist extrem unwahrscheinlich und unglaubw\u00fcrdig.<br \/>\nDanach ist der auferstandene Jesus auch von Jakobus gesehen worden. Mit Jakobus ist hier offenbar nicht der Apostel Jakobus gemeint, sondern der Bruder des Herrn Jesus. Von den Evangelien wissen wir, dass Jesu Br\u00fcder trotz seiner Predigten und Wunder nicht an ihn glaubten. Aber der auferstandene Christus erschien extra dem Jakobus, und diese Begegnung erkl\u00e4rt uns, dass Jakobus sp\u00e4ter einer der Leiter der Urgemeinde in Jerusalem war.<br \/>\nDanach erschien der auferstandene Jesus auch \u201eallen Aposteln\u201c; damit meinte Paulus einen erweiterten Kreis von Aposteln, vermutlich die 72 J\u00fcnger, die er fr\u00fcher berufen und ausgesandt hatte.<br \/>\nAls letzten Augenzeugen der Auferstehung nennt Paulus sich selbst. Paulus war ein Pharis\u00e4er gewesen, der die Christen und ihre Botschaft von der Gnade gehasst und sie systematisch verfolgt hatte. Aber als er nach Damaskus reiste, um auch dort die Christen ins Gef\u00e4ngnis zu bringen, erschien ihm der auferstandene Jesus in einem hellen Licht vom Himmel und tadelte ihn: \u201eSaul, Saul, was verfolgst du mich? &#8230; Ich bin Jesus, den du verfolgst\u201c (Apg 9,4.5). Paulus st\u00fcrzte zu Boden und sein ganzes Leben, das auf seinen selbstgerechten Bem\u00fchungen aufgebaut war, st\u00fcrzte wie ein Kartenhaus zusammen. Jesus vergab ihm seine S\u00fcnden und berief ihn zum Apostel f\u00fcr die Heiden. Paulus verwies darauf, dass Gottes Gnade die Quelle der Motivation und Kraft war, durch die er von da an so hingebungsvoll f\u00fcr Jesus und das Evangelium wirkte.<\/p>\n<p>Es gab also weit \u00fcber f\u00fcnfhundert Zeugen, die den auferstandenen Christus gesehen haben. Sie alle haben den Auferstandenen mit ihren eigenen Augen gesehen, als er leibhaftig vor ihnen stand, mit ihnen redete und sogar mit ihnen a\u00df. Diese Liste von Zeugen hat historisch gesehen gro\u00dfes Gewicht. Zum einen wegen der gro\u00dfen Anzahl von Zeugen. Zum andern, weil sie Augenzeugen waren und den Auferstanden zu verschiedenen Zeitpunkten und an verschiedenen Orten gesehen haben. Zum dritten, weil ihre Zeugnisse \u00fcbereinstimmen. Und schlie\u00dflich deshalb, weil etliche der Zeugen \u00f6ffentlich bekannte Personen waren, von deren Leben wir einiges wissen, was ihrem Zeugnis eine hohe Vertrauensw\u00fcrdigkeit verleiht. Der Bericht von Lukas in der Apostelgeschichte, die Briefe von Johannes und Petrus sowie die christliche \u00dcberlieferung beschreiben einhellig, dass das Leben der J\u00fcnger, die dem auferstandenen Jesus begegnet waren, danach stark ver\u00e4ndert war. Die zw\u00f6lf J\u00fcnger, die sich nach Jesu Kreuzigung aus Furcht vor den Juden in einer Wohnung versteckt und die T\u00fcren verrammelt hatten, traten danach mutig in Jerusalem auf und bezeugten allen Menschen Jesu Tod und seine Auferstehung von den Toten. Petrus, der sich in der Nacht von Jesu Gefangennahme aus Angst um sein Leben verflucht und geschworen hatte, Jesus nicht zu kennen, bezeugte an Pfingsten \u00f6ffentlich Jesu Tod und seine Auferstehung, und zwar so \u00fcberzeugend, dass sich am selben Tag etwa dreitausend Menschen bekehrten und f\u00fcr den Glauben an Jesus entschieden. Als Petrus etwas sp\u00e4ter vor den Hohen Rat gestellt wurde, der wenige Monate zuvor Jesus zum Tod verurteilt hatte, reagierte er gar nicht mit Furcht, sondern bezeugte seinen Richtern, dass Gott den Jesus, den sie gekreuzigt hatten, von den Toten auferweckt hat. Obwohl er wegen seiner Predigten \u00fcber Jesus vor Gericht stand, verk\u00fcndigte er seinen Richtern die Wahrheit: \u201eUnd in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden\u201c (Apg 4,10.11). Als sie ihn schlie\u00dflich bedrohten und ihm streng geboten, unter keinen Umst\u00e4nden mehr von Jesus zu reden, beugte er sich nicht, sondern erwiderte: \u201eWir k\u00f6nnen\u2019s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben\u201c (Apg 4,20). Nach der Apostelgeschichte ist die erste Gemeinde in Jerusalem trotz des Widerstands der Juden so stark gewachsen, weil die Apostel mit gro\u00dfer Kraft die Auferstehung des Herrn Jesus bezeugten und gro\u00dfe Gnade bei ihnen allen war (Apg 4,33). F\u00fcr die dramatische Ver\u00e4nderung von Petrus und die Kraft und Furchtlosigkeit, mit der alle Apostel die Auferstehung bezeugten, gibt es keine andere plausible Erkl\u00e4rung als die, dass der auferstandene Jesus ihnen wirklich erschienen war.<\/p>\n<p>Die Glaubw\u00fcrdigkeit ihres Zeugnisses von Jesu Auferstehung wird dadurch noch erh\u00f6ht, dass die Apostel an ihrem Zeugnis auch dann noch festhielten, als sie daf\u00fcr mit dem Tod bedroht wurden. Der Apostel Jakobus war der Erste, der wegen seines Glaubens an Jesus in Jerusalem hingerichtet wurde. Bald darauf folgte Stephanus. Nach der \u00dcberlieferung wurden fast alle Apostel zu M\u00e4rtyrern. Petrus wurde kopf\u00fcber in Rom gekreuzigt. Johannes wurde auf die Insel Patmos verbannt. Auch Paulus selbst wurde schlie\u00dflich in Rom hingerichtet. Man hat mit allen Mitteln versucht, das Zeugnis vom Tod und der Auferstehung Jesu aus der Welt zu schaffen. Die Apostel h\u00e4tten dem Tod entgehen k\u00f6nnen, wenn sie ihr Zeugnis von Jesus widerrufen h\u00e4tten. Wenn ihr Zeugnis von der Auferstehung Jesu eine L\u00fcge gewesen w\u00e4re, h\u00e4tten sie keinen Grund gehabt, daf\u00fcr ihr Leben zu opfern. Aber sie haben Jesus sogar bezeugt, als sie daf\u00fcr sterben mussten, und haben so ihr Zeugnis mit ihrem Blut besiegelt. Also haben sie mit ihrem hingebungsvollen Leben und mit ihrem Tod bezeugt, dass Jesus auferstanden ist und nun der Herr und Christus \u00fcber alle ist.<\/p>\n<p>Welche Bedeutung haben dann die Tatsachen, dass Jesus f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben ist und dass er am dritten Tag auferstanden ist? Durch Jesu Auferstehung hat Gott in gro\u00dfartiger Weise best\u00e4tigt, dass Jesus wirklich Gottes Sohn ist; oder wie wir es letzte Woche in R\u00f6mer Kap. 1 gelesen haben, ist Jesus durch die Auferstehung von den Toten als Sohn Gottes eingesetzt. Durch Jesu Auferweckung hat Gott auch die G\u00fcltigkeit seines Todes f\u00fcr unsre S\u00fcnden best\u00e4tigt. Daher d\u00fcrfen wir uns 100%-ig sicher sein, dass Jesu f\u00fcr alle unsere S\u00fcnden die Strafe bezahlt hat, und d\u00fcrfen in festem Vertrauen darauf leben. Deshalb brauchen wir unter keiner S\u00fcnde mehr zu bleiben, sondern d\u00fcrfen unsere S\u00fcnden mutig erkennen und zu Jesus bringen und seine Gnade der Vergebung daf\u00fcr in Anspruch nehmen und davon frei werden. In dem Ma\u00df, wie wir das tun, werden wir von allen unseren S\u00fcnden befreit. Dadurch werden wir immer mehr von Dankbarkeit und Liebe zu Jesus und von Liebe zu unseren Mitmenschen erf\u00fcllt und k\u00f6nnen aus der Liebe heraus leben. Wenn wir Jesu Tod und Auferstehung nicht im Fokus haben, kann es dagegen leicht passieren, dass unsere Beziehung zu Jesus oberfl\u00e4chlich wird und sich unser Wollen, Beten und Leben nur noch um unsere eigenen Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche dreht. Dann geraten wir wieder in verschiedene S\u00fcnde wie Undankbarkeit, Selbstliebe und Weltliebe und werden gleichg\u00fcltig gegen\u00fcber unseren N\u00e4chsten und gegen\u00fcber Gottes Anliegen, sie zu erretten. Die Tatsachen von Jesu Tod und seiner Auferstehung bilden eine unersch\u00fctterliche Grundlage, auf der wir ein befreites, hingegebenes und fr\u00f6hliches Leben unter Jesu Herrschaft f\u00fchren k\u00f6nnen. Dadurch k\u00f6nnen wir Gott ehren und f\u00fcr die Menschen in unserer Umgebung und f\u00fcr junge Menschen in unserer Stadt ein Segen werden.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr spielt auch eine zweite Implikation eine wichtige Rolle. Dass Jesus auferstanden ist, bedeutet, dass er die Macht des Todes \u00fcberwunden hat. Der Tod wird im Vers 26 \u201eder letzte Feind\u201c genannt, der vernichtet wird. Der Tod ist nicht einfach blo\u00df ein nat\u00fcrliches Ph\u00e4nomen, sondern ein Feind, der das Leben der Menschen zerst\u00f6rt und dem kein Mensch widerstehen kann, egal wie klug, stark oder einflussreich er ist. Der Tod hat uns fatalistisch gemacht und hat unsere guten W\u00fcnsche und Bem\u00fchungen um ein heiliges, selbstloses Leben vergeblich und sinnlos aussehen lassen. Aber weil Jesus auferstanden ist, hat er die Macht des Todes gebrochen und seinen Anspruch auf uns beendet. Am Ende wird Jesus kommen und den Tod restlos besiegen. Dann werden wir an seinem v\u00f6lligen Sieg \u00fcber den Tod teilhaben und d\u00fcrfen ewig mit ihm leben. Diese Hoffnung ver\u00e4ndert unser ganzes Leben. Sie vertreibt aus uns allen Fatalismus, Sinnlosigkeit und Hilflosigkeit und gibt uns jeden Tag Motivation und Kraft, unsere s\u00fcndige Natur und die Anziehungskraft der Welt zu \u00fcberwinden und Jesus zu folgen und unser Leben konkret aus der Liebe zu Gott und zu unseren Mitmenschen zu f\u00fchren. Der auferstandene Jesus will uns dabei jeden Tag leiten und begleiten. Er wird uns immer mehr erkennen lassen, wie schlimm unsere eigene S\u00fcnde ist, und auch immer mehr, wie gro\u00df seine Gnade ist, dass er f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben ist. Dann werden wir auch immer mehr erfahren, wie fest die Grundlage f\u00fcr unsere Rettung ist und wie gro\u00df die Kraft der Auferstehung ist, die uns ver\u00e4ndert. Wenn wir unser Leben weiter darauf bauen, wird er uns schlie\u00dflich auferwecken und die himmlische Herrlichkeit erfahren lassen, zu der er uns durch seinen Tod und seine Auferstehung den Zugang verschafft hat. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, auf die Tatsachen des Evangeliums fest zu vertrauen und unser ganzes Leben darauf aufzubauen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Die Tatsachen des Evangeliums Letzte Woche haben wir eine neue Bibelstudiumsserie angefangen zu dem Thema \u201eEine Gemeinde, wie Jesus sie sich w\u00fcnscht\u201c. Jesus w\u00fcnscht sich ohne Zweifel, dass seine Gemeinde in seinem Evangelium verwurzelt ist. Deshalb haben wir letzten Sontag durch die Predigt von Henoch zu R\u00f6mer 1 betrachtet, was das Evangelium eigentlich ist. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[19,3,41],"tags":[],"class_list":["post-10203","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-korinther","category-fragebogen","category-gemeinde"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10203","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10203"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10203\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10205,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10203\/revisions\/10205"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10203"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10203"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10203"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}