{"id":10061,"date":"2021-03-21T11:00:53","date_gmt":"2021-03-21T10:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=10061"},"modified":"2022-11-18T12:19:06","modified_gmt":"2022-11-18T11:19:06","slug":"predigt-1-mose-371-4157","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-371-4157\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Mose 37,1 &#8211; 41,57"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/2020Gen-23_3701-4157-P.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gottes Geschichte mit Josef<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd der HERR war mit Josef, sodass er ein Mann wurde, dem alles gl\u00fcckte\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1.Mose 39,2)<\/p>\n<p>Nachdem wir mehrere Kapitel \u00fcber Jakob betrachtet haben, kommt in dem heutigen Text eine andere Person in den Vordergrund: Josef. Josef wird zu einer entscheidenden Schl\u00fcsselfigur darin, wie Gott seine Geschichte mit den Erzv\u00e4tern Abraham, Isaak und Jakob fortsetzte. Dies wollen wir heute mit Hilfe des Textes aus 1. Mose 37 \u2013 41 betrachten, und zwar anhand von drei Fragen:<br \/>\n<em>1. Wie begann Gott Seine Geschichte mit Josef? <\/em><br \/>\n<em>2. Wie setzte Gott Seine Geschichte mit Josef fort?<\/em><br \/>\n<em>3. Wie konnte Gott in seiner Geschichte mit Josef zum Ziel kommen?<\/em><\/p>\n<p><strong>1. Gott beginnt Seine Geschichte mit Josef (1. Mose 37)<\/strong><br \/>\nKapitel 37 zeigt uns, wie es dazu kam, dass Gott Seine Geschichte durch Josef fortgesetzt hatte. Der Autor berichtet schrittweise, wie es dazu kam, dass die Br\u00fcder Josef zunehmend hassten. In den Versen 3 \u2013 4 erfahren wir den ersten Anlass f\u00fcr den Bruderhass. Er bestand darin, dass Jakob Josef mehr liebte als alle seine Br\u00fcder. Jakob hatte f\u00fcr Josef einen langen, bis zu den Kn\u00f6cheln reichenden \u00c4rmelrock machen lassen. \u201eDie gew\u00f6hnlichen Leute trugen ein kurzes Hemd ohne \u00c4rmel\u201c (BR\u00c4UMER, S.251). Solch eine Kleidung wie die Josef bekam, war eine Kleidung, die normalerweise Leute trugen, die nicht zu arbeiten brauchten. Josef lief da also wie ein Prinz unter seinen Br\u00fcdern herum. Seine Kleidung hatte st\u00e4ndig eine Botschaft an die Br\u00fcder: \u201eMein Vater liebt mich mehr als euch alle. Ich bin was Besseres als ihr\u201c. Die Br\u00fcder konnten Josef daher nicht mehr gr\u00fc\u00dfen, nach anderer \u00dcbersetzung ihm kein friedliches oder freundliches Wort mehr sagen.<br \/>\nVers 5 berichtet, dass der Hass der Br\u00fcder zunahm, nachdem Josef ihnen den ersten Traum erz\u00e4hlt hatte. Auch im Vers 8 wird erneut bekr\u00e4ftigt, dass die Br\u00fcder Josef wegen seiner Tr\u00e4ume noch mehr hassten. Schlie\u00dflich erfahren wir in Vers 11, dass die Br\u00fcder auf Josef eifers\u00fcchtig wurden, nachdem er ihnen auch den zweiten Traum erz\u00e4hlt hatte. In Spr\u00fcche 27,4 hei\u00dft es: \u201eZorn ist ein w\u00fctig Ding, und Grimm ist ungest\u00fcm; aber wer kann vor der Eifersucht bestehen?\u201c Nach diesem Wort ist Hass schon sehr schlimm, aber noch viel gef\u00e4hrlicher ist die Eifersucht. Eifersucht kann zu einer feindlich zerst\u00f6renden Leidenschaft werden (vgl. ebd., S.30). Nach dem zweiten Traum erreichte der Hass der Br\u00fcder also seinen H\u00f6hepunkt. Es war schon schlimm genug gewesen, dass die Br\u00fcder st\u00e4ndig durch die Kleidung von Josef damit konfrontiert waren, dass er etwas Besseres ist. Nun kamen auch noch die Tr\u00e4ume, in denen es darum ging, dass Josef einst \u00fcber seine Br\u00fcder ja sogar \u00fcber seinen Vater regieren w\u00fcrde. Das Erz\u00e4hlen dieser Tr\u00e4ume war wie \u00d6l ins Feuer.<br \/>\nUnd was geschah dann? Im Vers 18 erfahren wir, dass die Br\u00fcder einen Anschlag gegen Josef ersannen. Es hatte mit einem Nicht-Gr\u00fc\u00dfen angefangen und endete in einem geplanten Mord. Die Br\u00fcder nahmen Josef, steckten ihn in eine Zisterne und h\u00e4tten ihn umgebracht, wenn Juda nicht vorgeschlagen h\u00e4tte, ihn an midianitische H\u00e4ndler zu verkaufen. Josef hatte getr\u00e4umt, dass sich einst seine Br\u00fcder vor ihm verneigen werden, aber zuerst geschah genau das Gegenteil: die Br\u00fcder hatten ihn als Sklaven verkauft. Bei David war es \u00e4hnlich: Nachdem er durch Samuel zum K\u00f6nig gesalbt worden war, geschah erst einmal genau das Gegenteil: Er wurde zum Staatsfeind Nr. 1. Doch gleichzeitig hatte Gott gerade den Hass der Br\u00fcder gebraucht, um seinen Plan zu erf\u00fcllen. Denn gerade dadurch, dass Josef an die Midianiter verkauft worden war, gelangte ja Josef nach \u00c4gypten, wo dann Josefs Traum in Erf\u00fcllung ging. Aber warum bekam gerade Josef diese Tr\u00e4ume? Warum nicht die anderen Br\u00fcder? Lag es daran, dass Josef besonders fromm gewesen war? Im Vers 3 erfahren wir, dass Jakob Josef mehr liebhatte als alle anderen seiner Br\u00fcder. Doch der Autor wei\u00df keinen anderen Grund daf\u00fcr zu nennen, als nur der, dass Josef der Sohn seines Alters war. Kein einziges W\u00f6rtchen dar\u00fcber, dass es an dem Charakter von Josef gelegen hat.<br \/>\nZudem erweckt der Bericht \u00fcber Josefs Verhalten gegen\u00fcber seinen Br\u00fcdern einen zumindest fragw\u00fcrdigen Eindruck. Normalerweise erz\u00e4hlt man solchen, die sowieso einen nicht leiden k\u00f6nnen, nicht einen Traum, wo es darum geht, dass man eines Tages \u00fcber sie herrschen wird. Noch fragw\u00fcrdiger wird Josefs Verhalten dadurch, dass er seinen Br\u00fcdern auch den zweiten Traum erz\u00e4hlte. Das brachte das Fass dann zum \u00dcberlaufen. Schon nach dem ersten Traum hatten die Br\u00fcder Josef unmissverst\u00e4ndlich deutlich gemacht, dass es ihnen gar nicht gefiel, von dem Traum zu h\u00f6ren &#8211; sie sagten zu ihm: \u201eWillst du unser K\u00f6nig werden und \u00fcber uns herrschen?\u201c (V. 8). Aber obwohl sie das nicht h\u00f6ren wollten, erz\u00e4hlte Josef auch den zweiten Traum.<\/p>\n<p>Der Autor nennt die Gr\u00fcnde nicht, warum Josef seine Tr\u00e4ume weitererz\u00e4hlt hatte. Jedenfalls, erweckt Josef in seinem Verhalten den Eindruck eines normalen Jugendlichen (Josef war ja zu dem Zeitpunkt 17 Jahre alt). Wie viele Jugendliche auch konnte Josef vielleicht Vieles nicht f\u00fcr sich behalten. Wie viele Jugendliche auch merkte Josef vielleicht nicht, wie er auf andere wirkt, war vielleicht leichtfertig und voreilig, unvorsichtig, was die Gef\u00fchle anderer angeht \u2013 eben so, wie wir es von vielen Jugendlichen her kennen. Der Text macht weder eine eindeutige Aussage dar\u00fcber, dass Josef besonders gut noch besonders schlecht war. Dass Gott in das Leben von Josef eintrat, war also nicht Verdienst irgendeiner Fr\u00f6mmigkeit von Josef, sondern reine Gnade. Inmitten des Berichts hei\u00dft es: \u201eUnd Josef hatte einen Traum\u201c (V.5). Das war der Startpunkt, an dem Gott in das Leben von Josef eintrat. \u00c4hnliches Prinzip finden wir auch in der Geschichte von Abraham. In Apg. 7,2 hei\u00dft es \u00fcber ihn: \u201eDer Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er noch in Mesopotamien war\u201c. In seiner souver\u00e4nen Gnade tritt Gott in das Leben von Menschen ein und beginnt Seine Geschichte mit ihnen, die wiederum in eine gr\u00f6\u00dfere Geschichte, die Heilsgeschichte, eingebettet ist.<br \/>\nTrotzdem die Frage, warum erwies sich ausgerechnet Josef als brauchbares Werkzeug? Josef war zwar nicht viel besser als seine Br\u00fcder, aber eine Sache war bei ihm anders. Was war diese Sache? Gott hatte ja Josef im Traum gezeigt, dass seine Br\u00fcder sich eines Tages vor ihm verneigen werden. Das war genau das Gegenteil, was Josef tagt\u00e4glich durch seine Br\u00fcder erlebt hatte. Sie hatten ihn nicht einmal gegr\u00fc\u00dft. Dass sie sich vor ihm verneigen werden, konnte man sich zu der Zeit nicht vorstellen. Was w\u00fcrden die meisten Menschen tun, wenn Gott ihnen etwas zeigt, was sie sich nicht vorstellen k\u00f6nnen? Sara lachte, als Gott ihr sagte, dass sie noch ein Kind bekommen w\u00fcrde (1. Mo 18,10-12). Wie sollte sie denn als Oma noch ein Kind bekommen? Weil sie sich das nicht vorstellen konnte, fiel es ihr schwer, das zu glauben. Wenn Gott etwas zeigt, was man sich nicht so gut vorstellen kann, passiert es leicht, dass man das einfach nicht glaubt. Aber bei Josef war das anders. Josef glaubte Gott, obwohl das, was Gott ihm gezeigt hatte, zu dem Zeitpunkt unvorstellbar war. Er glaubte so sehr Gott, dass er das, was Gott ihm zeigte, nicht f\u00fcr sich behalten konnte. Der Glaube war also die eine Sache, die bei Josef anders war als bei seinen Br\u00fcdern. Weil Josef Gott glaubte, konnte Gott durch ihn Seine Geschichte fortsetzen.<br \/>\nGott ist mit Seiner Erl\u00f6sungsgeschichte noch nicht am Ende. Auch heute m\u00f6chte Gott Seine Erl\u00f6sungsgeschichte durch einen jeden von uns fortsetzen. Unser Leben soll ein Teil dieser Erl\u00f6sungsgeschichte werden. Die Voraussetzung hierf\u00fcr ist nicht, dass man erst einmal in irgendeiner Hinsicht besonders sein muss. In 1. Kor 1,26-28 hei\u00dft es:<br \/>\n26&nbsp;Denn seht, eure Berufung, Br\u00fcder, dass es nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele M\u00e4chtige, nicht viele Edle sind; 27&nbsp;sondern das T\u00f6richte der Welt hat Gott auserw\u00e4hlt, damit er die Weisen zuschanden macht; und das Schwache der Welt hat Gott auserw\u00e4hlt, damit er das Starke zuschanden macht. 28&nbsp;Und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott auserw\u00e4hlt, das, was nicht ist, damit er das, was ist, zunichtemache, 29&nbsp;dass sich vor Gott kein Fleisch r\u00fchmen kann.<\/p>\n<p>Zu glauben, dass Gott nur ganz besondere Menschen beruft, blockiert sich auf die Berufung einzulassen. So wie Gott Josef ohne charakterliche Voraussetzung berief, so d\u00fcrfen auch die Jugendlichen unter uns wissen, dass Gott f\u00fcr sie eine Berufung bereith\u00e4lt. Mit dieser Berufung meint es Gott so ernst (Gott hatte Josef zwei Tr\u00e4ume mit \u00e4hnlicher Bedeutung gegeben, um die Erf\u00fcllung des Traumes zu vergewissern \u2013 vgl. 1. Mo 41,32). Gott hat auch einen Plan f\u00fcr dein Leben und m\u00f6chte dein Leben in Seinen Erl\u00f6sungsplan integrieren. Entscheidend ist, ob du dem glaubst, dich darauf einl\u00e4sst und dich wie Josef davon begeistern l\u00e4sst.<br \/>\nUnser Glaube an die Berufung kann leicht dadurch ersch\u00fcttert werden, wenn sich davon nichts sichtbar erf\u00fcllt. Aber so war es bei Josef ja auch. \u00c4u\u00dferlich geschah erst einmal das Gegenteil, doch in Wirklichkeit war Gott schon dabei gewesen, seinen Plan zu erf\u00fcllen. Lasst uns glauben, dass Gott auch etwas mit uns vorhat, daran festhalten, auch wenn es nicht danach aussieht, und dadurch entsprechend unserer Berufung handeln.<br \/>\nEs gibt noch eine wichtige Sache, der wir unbedingt glauben m\u00fcssen, damit wir von Gott gebraucht werden k\u00f6nnen. Was ist das?<\/p>\n<p><strong>2. Gott ist mit Josef (1. Mo 39)<\/strong><br \/>\nIm Kapitel 39 wiederholt sich eine Aussage mehrfach. In Vers 2 hei\u00dft es: \u201e&nbsp;Der HERR aber war mit Josef, und er war ein Mann, dem alles gelang\u201c; Vers 3: \u201eAls nun sein Herr sah, dass der HERR mit ihm war und dass der HERR alles, was er tat, in seiner Hand gelingen lie\u00df\u201c; Vers 21: \u201eDer HERR aber war mit Josef und wandte sich ihm \u27e8in\u27e9 Treue zu und gab ihm Gunst in den Augen des Obersten des Gef\u00e4ngnisses\u201c und in Vers 23 hei\u00dft es: \u201eweil der HERR mit ihm war; und was er tat, lie\u00df der HERR gelingen\u201c. Vier Mal erw\u00e4hnt der Text, dass der HERR mit Josef war und er dadurch Erfolg hatte.<br \/>\nJosef brauchte es sehr, zu wissen, dass Gott mit ihm ist. Denn seine Situation sprach genau das Gegenteil. Noch als er in der Zisterne war, schrie er um Hilfe. Doch weder Mensch noch Gott schien ihn zu h\u00f6ren. Stattdessen wurde er als Sklave in ein fremdes Land verkauft. Nichts schien danach auszusehen, dass sich seine Tr\u00e4ume in irgendeiner Weise erf\u00fcllen w\u00fcrden. Alles sah danach aus, dass Josef eher von Gott verlassen war. Aber in Wirklichkeit war Gott mit Josef inmitten der Leiden gewesen. Sie waren ja ein Teil von Gottes Plan f\u00fcr Josefs Leben. Gott lie\u00df es Josef erfahren, dass er mit ihm ist, indem er seine Arbeit mit Erfolg segnete. Sein Erfolg an der Arbeit bewirkte einen Karriere-Aufstieg im Hause des Potifars. Im Vers 5 lesen wir: \u201e&nbsp;Und es geschah, seitdem er ihn \u00fcber sein Haus bestellt hatte und \u00fcber alles, was er besa\u00df, da segnete der HERR das Haus des \u00c4gypters um Josefs willen; und der Segen des HERRN war auf allem, was er hatte, im Haus und auf dem Feld\u201c.<br \/>\nDass Gott mit Josef war, hatte Einfluss auf Josefs Lebensweise. Dies sehen wir v.a. in der Geschichte mit der Frau von Potifar. Josefs Verhalten in dieser Anfechtung ist wirklich sehr vorbildlich. Die Bibel berichtet von mehreren M\u00e4nnern Gottes, die durch Frauen zu Fall kamen: Simson \u2013 ein Mann, der L\u00f6wen bezwingen konnte, aber durch ungl\u00e4ubige Frauen schlie\u00dflich ums Leben kam; David \u2013 ein Mann nach dem Herzen Gottes, beging Ehebruch; Salomo &#8211; die Weisheit in Person, lie\u00df sich von Frauen zum G\u00f6tzendienst verleiten. Doch bei Josef war es anders. Im Vers 10 erfahren wir, dass die Frau ihn sogar t\u00e4glich bedr\u00e4ngte, er sich aber weigerte.<br \/>\nWas war das Geheimnis seines Sieges? Sicherlich gibt es mehrere Antworten auf diese Frage. Eine Antwort hierauf erfahren wir in den Versen 8 und 9. Josef sagte: \u201eSiehe, mein Herr k\u00fcmmert sich um nichts bei mir im Haus; und alles, was er besitzt, hat er in meine Hand gegeben. 9&nbsp;Er \u27e8selbst\u27e9 ist in diesem Haus nicht gr\u00f6\u00dfer als ich, und er hat mir gar nichts vorenthalten als nur dich, weil du seine Frau bist\u201c Josef spricht hier von der G\u00fcte seines Herrn ihm gegen\u00fcber, aber indirekt auch \u00fcber die Gnade Gottes in seinem Leben. Schlie\u00dflich sagt er: \u201eWie sollte ich denn nun ein solch gro\u00dfes \u00dcbel tun und gegen Gott s\u00fcndigen?\u201c Angesichts der Gnade Gottes in seinem Leben sah es Josef als ein gro\u00dfes Unrecht gegen\u00fcber Gott an, sich auf die S\u00fcnde mit der Frau von Potifar einzulassen. Dass Josef so klar von der Gnade Gottes in seinem Leben sprechen kann, ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. In seiner Situation w\u00fcrden sich viele Menschen beklagen wegen ihres Schicksals als Sklaven und w\u00e4ren voll von Rachegedanken in ihrem Kopf. Gerade das w\u00fcrde sie blind gegen\u00fcber dem machen, was Gott in ihrem Leben tut. Den Erfolg w\u00fcrden viele nicht auf Gott zur\u00fcckf\u00fchren, sondern auf ihre F\u00e4higkeiten bzw. auf sich selbst. F\u00fcr Josef aber war es ganz klar: \u201eGott ist die ganze Zeit mit mir gewesen. Er ist es, der mir Erfolg gegeben hat.\u201c Obwohl er mit der Frau allein gewesen war, sagte er: \u201egegen Gott s\u00fcndigen\u201c. Josef wusste: \u201eGott ist da und sieht uns.\u201c Josef war sich der Gegenwart Gottes bewusst. Josef hatte die gn\u00e4dige Gegenwart Gottes nicht nur erfahren, sondern er erkannte sie auch in seinem Leben und glaubte auch daran. Das hinderte ihn daran, zu s\u00fcndigen.<br \/>\nObwohl sich Josef in der Sache mit der Frau des Potifars sehr treu verhalten hatte, kam er \u00fcber \u00fcbelster Intrige doch ins Gef\u00e4ngnis. Dass Gott mit Josef war, bedeutete eben nicht nur Erfolg, sondern auch Leid. Im Vers 21 wird noch einmal ausdr\u00fccklich gesagt, dass Gott mit Josef war und ihm auch im Gef\u00e4ngnis alles gelingen lie\u00df.<br \/>\nWas starken Einfluss auf unser geistliches Leben hat, ist der Glaube, dass Gott mit einem jeden Seiner Kinder ist und sowohl Leid als auch Erfolg zu unserem Besten gebraucht (R\u00f6m 8,28). In Christus ist Gott unser Immanuel. Am Kreuz zeigte er es uns ganz klar, dass Gott inmitten unseres gr\u00f6\u00dften Problems und Schicksals, n\u00e4mlich der S\u00fcnde und des Todes, mit uns ist und mit uns gegangen ist, um wie viel mehr dann in allen unseren Lebenslagen. So wie das Haus des Potifars um Josef willen gesegnet war, so sind auch wir um Christi willen gesegnet. In Spr\u00fcche 3,6&nbsp;hei\u00dft es: \u201eerkenne Ihn auf allen deinen Wegen, so wird Er deine Pfade ebnen.\u201c Wir sollen nicht blind durch die Gegend laufen, sondern erkennen und festhalten, wie der Herr in unserem Leben wirkt. Dies n\u00e4hrt und st\u00e4rkt den Glauben, dass Gott mit uns ist. Ohne den Glauben, dass Gott mit uns, f\u00fchlen wir uns auf uns selbst gestellt und s\u00fcndigen sehr schnell. Wir bekommen zum Beispiel leicht wegen einer Sache Angst, und handeln daher s\u00fcndig.<br \/>\nEingangs habe ich davon gesprochen, dass Gott an Josef zwar keine charakterlichen Voraussetzungen stellte, um ihn zu berufen, aber er ver\u00e4nderte Joseph, sodass er in der Lage war, seiner Berufung gerecht zu werden. Lasst uns das im dritten Teil genauer betrachten.<\/p>\n<p><strong>3. Gott ver\u00e4ndert Josef (1. Mo 40 + 41)<\/strong><br \/>\nDie Zeit f\u00fcr Josef im Gef\u00e4ngnis war keine sch\u00f6ne Zeit gewesen. In Vers 14 sagte er zu dem Mundschenk: \u201e14&nbsp;Aber denke an mich bei dir, wenn es dir gut geht, und erweise doch Treue an mir, und erw\u00e4hne mich beim Pharao, und bring mich aus diesem Haus heraus!\u201c Die Zeit im Gef\u00e4ngnis war f\u00fcr Josef kein Zuckerschlecken gewesen. Am liebsten wollte er da so schnell wie m\u00f6glich raus. Die Gef\u00e4ngnisse von damals waren auch nicht wie die Gef\u00e4ngnisse heute. Das waren ja Kerker, besser gesagt L\u00f6cher (vgl. 1. Mo 41,14, nach Schlachter). Doch Gott gebrauchte diese Zeit, um Josef mehr und mehr zu ver\u00e4ndern, sodass sich das erf\u00fcllen k\u00f6nnte, was Gott mit ihm vorhat, n\u00e4mlich u.a. zum Segen f\u00fcr die Welt zu werden.<br \/>\nObwohl Josef selbst im Leiden war, war er doch offen f\u00fcr die Probleme seiner Mith\u00e4ftlinge. In Vers 7 sagte er zu ihnen: \u201eWarum sind eure Gesichter heute so traurig?\u201c In den darauffolgenden Versen erfahren wir, dass Josef sich die Tr\u00e4ume der beiden erz\u00e4hlen lie\u00df und sie dann auch auslegte. Josef gebrauchte seine Gabe so, wie es in 1. Petrus 4,10 hei\u00dft: \u201eDient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes\u201c. Josef diente mit seiner Gabe. Josef hatte es gelernt zu dienen. Leute, die es gelernt haben zu dienen, sind solche, die nicht mit sich selbst besch\u00e4ftigt sind, sondern darauf bedacht sind, wie sie anderen helfen k\u00f6nnen. Gott hatte Josef zu solch einem Menschen ver\u00e4ndert. Solche Menschen, die wissen, dass Gott mit ihnen ist, sind in der Lage, sich mehr auf anderen als auf sich selbst zu fokussieren, weil sie wissen, dass Gott sich um sie k\u00fcmmert und sie in besten H\u00e4nden sind.<br \/>\nAuch in Kapitel 41 sehen wir eine gewisse Ver\u00e4nderung von Josef. Als Josef vor dem Pharao gef\u00fchrt wird, um seine Tr\u00e4ume zu deuten, sagte Josef: \u201eDa antwortete Josef dem Pharao: Das steht nicht bei mir; Gott wird antworten, was dem Pharao zum Heil ist\u201c (V.16). Im Vers 25 sagt Josef: \u201eWas der Pharao getr\u00e4umt hat, bedeutet dasselbe: Gott hat den Pharao wissen lassen, was er tun will.\u201c Was tut hier Josef also? Er gibt mit seiner Gabe Gott die Ehre. Josef war darin gewachsen, mit seinem Leben Gott die Ehre zu geben. Er diente anderen Menschen, nicht um an Anerkennung zu wachsen oder weil er ein sozialer Mensch sein wollte, sondern weil er Gott damit ehren bzw. verherrlichen wollte.<br \/>\nWie wir wissen, setzte der Pharao Josef zum zweiten Mann nach ihm \u00fcber \u00c4gypten ein. Joseph wurde dabei zum Segen f\u00fcr die ganze Welt. In Vers 57 hei\u00dft es:&nbsp;\u201eUnd alle Welt kam nach \u00c4gypten zu Josef, um Getreide zu kaufen; denn die Hungersnot war stark auf der ganzen Erde.\u201c Josefs Leben war ein Teil von Gottes Erl\u00f6sungsgeschichte geworden.<br \/>\nWas bedeutet das f\u00fcr uns? Wie bereits erw\u00e4hnt, beruft Gott uns zwar ohne charakterliche Voraussetzungen, aber er m\u00f6chte uns auch ver\u00e4ndern, sodass wir f\u00fcr diese Berufung brauchbar sind. Gott m\u00f6chte uns zu solchen Menschen ver\u00e4ndern, die sich nicht um sich selbst kreisen, sondern auf andere ausgerichtet sind und einfach danach schauen, wie sie anderen dienen k\u00f6nnen, und dass um des Motives willen, Gott zu verherrlichen. Dadurch k\u00f6nnen wir zum Segen f\u00fcr andere werden. Dadurch kann auch unser Leben ein Teil der Erl\u00f6sungsgeschichte Gottes werden. Auch hierf\u00fcr ist es wichtig, zu glauben, dass Gott mit uns ist. Das hilft uns zu wissen, dass wir uns nicht um uns selbst zu k\u00fcmmern brauchen.<br \/>\nIn Mk. 10,45 hei\u00dft es: \u201eDenn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als L\u00f6segeld f\u00fcr viele\u201c. Der rote Faden von Jesu Leben war, dass er anderen gedient hat. Jesus am Kreuz ist der Ausdruck v\u00f6lliger Selbstlosigkeit. Er m\u00f6chte uns mit seiner Gnade bedienen, damit wir frei werden, anderen zu dienen.<br \/>\n___________<br \/>\n1 BR\u00c4UMER, H. (2011): Das erste Buch Mose. Erkl\u00e4rt von Hansj\u00f6rg Br\u00e4umer. In: Wuppertaler Studienbibel, S. 36-261.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Gottes Geschichte mit Josef \u201eUnd der HERR war mit Josef, sodass er ein Mann wurde, dem alles gl\u00fcckte\u201c (1.Mose 39,2) Nachdem wir mehrere Kapitel \u00fcber Jakob betrachtet haben, kommt in dem heutigen Text eine andere Person in den Vordergrund: Josef. 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