{"id":1000,"date":"2010-08-15T20:38:36","date_gmt":"2010-08-15T19:38:36","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1000"},"modified":"2023-01-29T20:48:35","modified_gmt":"2023-01-29T19:48:35","slug":"predigt-1-samuel-151-1623","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-samuel-151-1623\/","title":{"rendered":"Predigt: 1.Samuel 15,1-16,23"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/P08-1Sa1501-1623.doc\">Download<\/a><\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<em><strong>Samuel aber sprach: Meinst du, dass der Herr Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des Herrn?<br \/>\nSiehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern.<br \/>\nDenn Ungehorsam ist S\u00fcnde wie Zauberei, und Widerstreben ist wie Abg\u00f6tterei und G\u00f6tzendienst. Weil du des Herrn Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen,<br \/>\ndass du nicht mehr K\u00f6nig seist.\u201d<\/strong><\/em><\/h3>\n<ol>\n<li style=\"text-align: center;\">Sam 15,22.23<\/li>\n<\/ol>\n<p>Von welchem tragischen Ereignis wurde die letzte Lektion \u00fcberschattet? Saul hatte das Opfer selbst dargebracht und verstie\u00df damit gegen das Gebot Gottes. Er schaute auf das Volk, das dabei war wegzulaufen und hielt sich nicht an Gottes Gebot. Weil er in Wirklichkeit Gott selbst verworfen hatte, verwarf Gott Saul als K\u00f6nig.<\/p>\n<p>Aber Gott hat Saul nicht sofort vom Thron gest\u00fcrzt. Obwohl Saul kein Herz f\u00fcr Gott hatte, erfahren wir durch das Ende von Kapitel 14 wie Gott ihn weiterhin als K\u00f6nig gebraucht hat, ihn gesegnet und ihm Siege geschenkt hat. Wir sehen darin Gottes Geduld und Gottes Hoffnung f\u00fcr Saul. Gott gab Saul immer wieder Gelegenheit zu ihm umzukehren und eine neue Beziehung mit Gott einzugehen. Dies geschah 20 Jahre lang. Doch Sauls Herz blieb kalt. Nach mehr als 20 Jahren betrachten wir heute die letzte Chance f\u00fcr Saul. Gott gab ihm eine neue und zugleich letzte Gelegenheit, seinem Wort zu gehorchen. Wie hat Saul diese letzte Gelegenheit, Gott zu gehorchen und dadurch eine Liebesbeziehung zu ihm anzukn\u00fcpfen, wahrgenommen?<\/p>\n<p><strong>Teil I\tGottes Gericht \u00fcber Amalek und \u00fcber Saul (15)<\/strong><\/p>\n<p>Saul bekam seine letzte Chance. Wie sah diese genau aus? Betrachten wir die Verse 1-3. Samuel erinnert Saul daran, dass er von Gott zum K\u00f6nig gesalbt worden war. Mit diesem Hintergrund forderte Samuel ihn auf: <strong>\u201eso h\u00f6re nun auf die Worte des Herrn! So spricht der Herr Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel angetan und wie es ihm den Weg verlegt hat, als Israel aus \u00c4gypten zog. So zieh nun hin und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern t\u00f6te Mann und Frau, Kinder und S\u00e4uglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.\u201c <\/strong><\/p>\n<p>Was hatten die Amalekiter Israel angetan? Mose erinnerte das Volk an diese Zeit: <strong>\u201eDenke daran, was dir die Amalekiter taten auf dem Wege, als ihr aus \u00c4gypten zogt: wie sie dich unterwegs angriffen und deine Nachz\u00fcgler erschlugen, alle die Schwachen, die hinter dir zur\u00fcckgeblieben waren, als du m\u00fcde und matt warst, und wie sie Gott nicht f\u00fcrchteten. Wenn nun der Herrn, dein Gott, dich vor allen deinen Feinden ringsumher zur Ruhe bringt im Lande, das dir der Herr, dein Gott, zum Erbe gibt, es einzunehmen, so sollst du die Erinnerung an die Amalekiter austilgen unter dem Himmel. Das vergiss nicht.\u201c<\/strong> (5.Mose 25,17-19)<\/p>\n<p>Das Gericht \u00fcber Amalek war bereits beschlossen; durch Saul sollte der Bann vollstreckt werden. Was tat Saul? Betrachten wir die Verse 4-9. Er schien willens zu sein, dem Befehl Gottes zu gehorchen. Er mobilisierte eine Armee, legte einen Hinterhalt und warnte die Keniter, mit denen Israel eine freundschaftliche Beziehung hatte, sich von den Amalekitern zu trennen, was diese auch taten.<\/p>\n<p>Gottes Gericht war hart, sie erf\u00fcllte jedoch die Verhei\u00dfung, die Gott Abraham gegeben hatte: <strong>\u201eIch will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen\u201c<\/strong>. (1.Mose 12,3) Nach dieser Verhei\u00dfung wurden die Keniter gesegnet, weil sie f\u00fcr Israel ein Segen gewesen waren. Doch die Amalekiter f\u00fcrchteten Gott nicht und entschieden sich zu Feinden Gottes und zu Feinden des Volkes Gottes zu werden. Das f\u00fcrchterliche Gericht Gottes wartet auf alle Feinde Gottes, ob es wie damals durch das Schwert geschieht oder heutzutage am j\u00fcngsten Tag. Deshalb setzen wir alles daran auf der Seite Gottes zu stehen und viele Menschen zu Gott zu f\u00fchren, damit uns der Segen und nicht der Fluch Gottes trifft.<\/p>\n<p>Wie verlief der Kampf? Saul war siegreich, er schlug die Feinde. Soweit so gut. Doch welche tragische Tatsache berichtet uns der Vers 9? <strong>\u201eAber Saul und das Volk verschonten Agag und die besten Schafe und Rinder und das Mastvieh und die L\u00e4mmer und alles, was von Wert war, und sie wollten den Bann daran nicht vollstrecken; was aber nichts taugte und gering war, daran vollstreckten sie den Bann.\u201c<\/strong> Warum sind die Ereignisse im Vers 9 \u00fcberaus fatal? Sie sind es, weil Gottes Befehl nicht erf\u00fcllt wurde. Saul und das Volk entschieden sich klar gegen den Willen Gottes. Sie lie\u00dfen den K\u00f6nig und das beste Vieh leben.<\/p>\n<p>Wie sehr hat Sauls Ungehorsam Gott verletzt? Betrachten wir die Verse 10 und 11: <strong>\u201eDa geschah des Herrn Wort zu Samuel: Es reut mich, dass ich Saul zum K\u00f6nig gemacht habe; denn er hat sich von mir abgewandt und meine Befehle nicht erf\u00fcllt.\u201c <\/strong>Es ist sehr wichtig, was Gott in diesem Vers sagt. Gott macht Saul zum Hauptverantwortlichen. Und das war er zweifellos. Er war K\u00f6nig und Regent \u00fcber das ganze Land. Und er hatte den Befehl Gottes erhalten. Somit stand er in der Pflicht, Gottes Willen in die Tat umzusetzen. Doch Saul hat sich von Gott abgewandt. Sauls Abwenden war aber kein pl\u00f6tzliches Fehlverhalten. Jeder macht mal einen Fehler, doch bei Saul war die Sache anders. Sein Ungehorsam war das Resultat seiner gottfremden Lebensweise, seiner eigenwilligen Lebensorientierung und seiner egoistischen Lebenseinstellung. Bereits die letzten 20 Jahre hatte Saul in Lieblosigkeit zu seinem Sch\u00f6pfer verbracht; und das trotz des mannigfaltigen Segen Gottes. Gottes Segen und Sauls Ungehorsam stehen im krassen Gegensatz zueinander.<\/p>\n<p>Saul hatte endg\u00fcltig sein wahres Gesicht gezeigt. Er hatte kein Herz f\u00fcr Gott. Er wurde allein von seinen Interessen gesteuert. \u201e<strong>Dar\u00fcber wurde Samuel zornig und schrie zu dem Herrn die ganze Nacht.\u201c <\/strong>Wir sehen, wie entt\u00e4uscht Samuel \u00fcber das erneute Scheitern Sauls war. Wenn ein Mensch eine neue Chance von Gott erh\u00e4lt, dann m\u00fcsste er eigentlich alles daran setzen, diese auch wahrzunehmen, Gott danken, versuchen Gottes Herz zu verstehen und es sich zu eigen machen. Doch Saul hatte kein Herz f\u00fcr Gott.<\/p>\n<p>Was tat Samuel, nachdem er die ganze Nacht zu Gott geschrien hatte? Betrachten wir die Verse 12ff. Samuel machte sich fr\u00fch am Morgen auf um Saul zu begegnen. Welche Nachricht h\u00f6rte er unterwegs? Saul hatte sich ein Siegeszeichen aufrichten lassen. Er war also stolz auf das was er geleistet hatte, anstatt Problembewusstsein f\u00fcr das was er nicht getan hatte, zu haben. Er baute Gott keinen Dankaltar, sondern sich selbst ein Siegeszeichen. Er suchte also Ehre f\u00fcr sich und nicht Ehre f\u00fcr Gott.<\/p>\n<p>Welche verkehrte Worte richtete Saul an Samuel? Vers 13: <strong>\u201eAls nun Samuel zu Saul kam, sprach Saul zu ihm: Gesegnet seist du vom Herrn! Ich habe des Herrn Wort erf\u00fcllt.\u201c<\/strong> Wie realit\u00e4tsfremd lebte und redete Saul! Seine Worte und Handlungen offenbaren seine geistliche Blindheit. Wie weit hatte er sich von Gott, von Gottes Herz und von Gottes Willen entfernt!<\/p>\n<p>Wie reagierte Samuel auf Sauls Worte? Betrachten wir Vers 14. Samuel dachte sich wohl: \u201eSoso, du hast des Herrn Wort erf\u00fcllt, ja? Woher kommt dann das Br\u00fcllen der Schafe und Rinder?\u201c Wie nahm Saul dazu Stellung? <strong>\u201eSaul sprach: Von den Amalekitern hat man sie gebracht; denn das Volk verschonte die besten Schafe und Rinder, um sie zu opfern dem Herrn, deinem Gott; an dem andern haben wir den Bann vollstreckt.\u201c<\/strong> (15) Wie bewerten wir Sauls Antwort? Zun\u00e4chst einmal schob er jegliche Verantwortung von sich. Es war das Volk, das agiert hatte, er selbst hatte damit nichts zu tun. Dieses Argument widerspricht aber ganz klar der Auffassung Gottes, der alle Dinge wei\u00df. Au\u00dferdem gab Saul im Vers 24 zu, aus Furcht vor dem Volk gehandelt zu haben. Saul verdrehte die Dinge, um sich zu rechtfertigen. Au\u00dferdem hatte die Verschonung der Tiere ihr Gutes. Sie sollten dem Herrn geopfert werden. Nach dem Motto: \u201eDas Ziel heiligt die Mittel.\u201c Doch fremde Schafe zu opfern bedeutet in Wirklichkeit, die eigenen Schafe verschonen zu k\u00f6nnen. Wenn man kein echtes Herz f\u00fcr Gott und f\u00fcr das Opfer hat, dann will man sehr gerne fremde Schafe opfern und nicht die eigenen.<\/p>\n<p>Welche Lektion erteilte ihm Samuel? Vers 16: <strong>\u201eSamuel aber antwortete Saul: Halt ein, ich will dir sagen, was der Herr mit mir diese Nacht geredet hat. Er sprach: Sag an!\u201c<\/strong> Daraufhin erinnerte Samuel den K\u00f6nig daran, wer er fr\u00fcher gewesen war. Er war ein Niemand, doch durch Gottes Wahl wurde er K\u00f6nig. Diese unverdiente Gnade Gottes hatte Saul offensichtlich vergessen. Er f\u00fchrte sich auf, als w\u00e4re er als K\u00f6nig geboren. Hochmut war eines seiner gro\u00dfen Probleme. Und Ausdruck seines Hochmuts waren das Siegeszeichen und die Gefangennahme des feindlichen K\u00f6nigs als eine Art lebendige Troph\u00e4e.<\/p>\n<p>Welches andere Problem hatte Saul? Gott hatte ihm klipp und klar befohlen: <strong>\u201eZieh hin und vollstrecke den Bann an den Frevlern, den Amalekitern, und k\u00e4mpfe mit ihnen, bis du sie vertilgt hast!\u201c<\/strong> Und erneut stellte Samuel dem K\u00f6nig die Frage: <strong>\u201eWarum hast du der Stimme des Herrn nicht gehorcht, sondern hast dich an die Beute gemacht und getan, was dem Herrn missfiel?\u201c<\/strong> Sauls Ungehorsam schrie zum Himmel. Er hatte sich gegen das Wort Gottes entschieden. Er hatte getan was Gott missf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Saul war hochm\u00fctig und ungehorsam, eine uns\u00e4gliche Kombination! Sah er seine Schuld ein? Betrachten wir die Verse 20 und 21. In diesen Versen sagt er immer wieder: Ich habe gehorcht, ich habe den K\u00f6nig hergebracht und habe den Bann vollstreckt. Doch in Wirklichkeit hatte er nicht gehorcht, er h\u00e4tte den K\u00f6nig nicht mit sich bringen d\u00fcrfen und er hat den Bann auch nicht vollstreckt! Und erneut schob er die Verantwortung auf das Volk, sie h\u00e4tten die Herden gebracht, um sie dem Herrn zu opfern.<\/p>\n<p>Welche Wahrheit verk\u00fcndete Samuel dem K\u00f6nig letztendlich? Lesen wir die Verse 22 und 23: <strong>\u201eSamuel aber sprach: Meinst du, dass der Herr Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des Herrn? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern. Denn Ungehorsam ist S\u00fcnde wie Zauberei, und Widerstreben ist wie Abg\u00f6tterei und G\u00f6tzendienst. Weil du des Herrn Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen, dass du nicht mehr K\u00f6nig seist.\u201c <\/strong>Saul sollte endlich aufh\u00f6ren, sich wie ein kleines Kind zu benehmen, das durch Ausreden Rechtfertigung sucht. Er sollte aufh\u00f6ren zu behaupten, er h\u00e4tte Gottes Befehl gehorcht. Und er sollte aufh\u00f6ren in seinem Ungehorsam eine Wohltat hineinzuinterpretieren. Sind f\u00fcr Gott Opfer und Gehorsam gleichwertig? Kann man sich eines vom beiden aussuchen? Sind Gedanken wie folgt legitim: \u201eBis gestern habe ich gehorcht, heute ist es mir zu anstrengend, deshalb bringe ich lieber ein Opfer dar.\u201c <strong>\u201eSiehe, Gehorsam ist besser als Opfer\u201c<\/strong>. Das bedeutet nicht, dass Opfer schlecht ist, im Gegenteil. Das Opfer ist gut und notwendig. Es zeigt, dass man an Gott glaubt, dass man Gottes Schuldner ist. Man brachte Schuld- und S\u00fchneopfer dar, weil der Mensch Gottes Ma\u00dfstab nicht erreichen kann. Wir bringen Dankopfer, weil Gott uns seine Gnade erweist. Wie kann man aber Opfer bringen, ohne Gott gehorsam zu sein? Das ist ein Widerspruch. Unser Gehorsam ist n\u00e4mlich der Ausdruck unseres Glaubens. Denn wir gehorchen nicht blind wie eine Maschine; das gef\u00e4llt Gott nicht. Unser Gehorsam ist ein \u201eJa\u201c und ein \u201eAmen\u201c zum Willen Gottes. Es ist ein Glaubensbekenntnis, das schreit: \u201eJa Herr, du hast den besten aller Pl\u00e4ne, dein Wille \u00fcberragt alle Menschen und die ganze Welt, dem will ich mich f\u00fcgen\u201c. Der Wille zum Gehorsam geschieht also nicht widerwillig, sondern von ganzem Herzen. Was bedeuten hingegen Wiederstreben und Ungehorsam? Samuel vergleicht Ungehorsam mit dem abscheulichen G\u00f6tzenkult der kanaanitischen V\u00f6lker. Genauso wie ihre Abg\u00f6tterei Gottes Verwerfung und Gericht zur Folge hatte, w\u00fcrde auch Sauls Ungehorsam Gottes Verwerfung und Strafgericht zur Folge haben. So verkehrt und so schlimm ist Ungehorsam aus der Sicht Gottes. Wir ben\u00f6tigen somit eine reale Sensibilit\u00e4t, damit wir unseren Ungehorsam nicht relativieren oder verharmlosen, wie Saul. Wir brauchen wahre Erkenntnis und sie wird uns durch das Wort Gottes gegeben. M\u00f6ge Gottes Wort unsere Herzen tiefgehend ansprechen.<\/p>\n<p>Samuels Kritik und Zurechtweisung waren so scharf wie ein zweischneidiges Schwert. Nun konnte sich Saul beim besten Willen nicht mehr rechtfertigen. Was tat er stattdessen? Betrachten wir die Verse 24ff. <strong>\u201eDa sprach Saul zu Samuel: Ich habe ges\u00fcndigt, dass ich des Herrn Befehl und deine Worte \u00fcbertreten habe; denn ich f\u00fcrchtete das Volk und gehorchte seiner Stimme. Und nun, vergib mir die S\u00fcnde und kehre mit mir um, dass ich den Herrn anbete.\u201c<\/strong> Seine Worte klingen gut, doch steckte mehr dahinter? H\u00e4tte Saul ein aufrichtiges und bu\u00dfwilliges Herz gehabt, dann w\u00e4re Samuel mit gro\u00dfer Freude mit ihm gegangen. Doch Sauls Motive waren zweifelhaft, deshalb wollte Samuel nicht mit ihm gehen. Vers 30 lautet: <strong>\u201eSaul aber sprach: Ich habe ges\u00fcndigt; aber ehre mich doch jetzt vor den \u00c4ltesten meines Volks und vor Israel und kehre mit mir um, dass ich den Herrn, deinen Gott, anbete.\u201c<\/strong> Nach wie vor suchte Saul Ehre vor den Menschen. Er verlangte von Samuel ihn vor dem ganzen Volk zu ehren. Wir k\u00f6nnen wirklich keine ernsthafte Betroffenheit seinerseits feststellen. Er war wirklich weit vom Herzen Gottes und von einer wirklichkeitsnahen Einsch\u00e4tzung seines verkehrten Lebens entfernt.<\/p>\n<p>Warum ging Samuel dennoch mit ihm? Samuel tat was Saul h\u00e4tte tun m\u00fcssen. Als letzter Richter Israels machte er dem K\u00f6nig der Amalekiter den Prozess. Und Vers 35 lautet: <strong>\u201eUnd Samuel sah Saul fortan nicht mehr bis an den Tag seines Todes. Aber doch trug Samuel Leid um Saul, weil es den Herrn gereut hatte, dass er Saul zum K\u00f6nig \u00fcber Israel gemacht hatte.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Wir sehen, mit welchen Schmerzen Samuel belastet war. Saul hatte beste Gelegenheiten gehabt ein treues Leben vor Gott zu f\u00fchren. Er hatte in Samuel den besten Bibellehrer seiner Zeit, er hatte Priester um sich herum, die ihm Orientierung gaben, er hatte die Wirksamkeit des heiligen Geistes erfahren, er hatte wiederholte Ermahnungen empfangen, er hatte wirklich die besten Rahmenbedingungen f\u00fcr ein gutes, geistliches Leben. Nat\u00fcrlich ist es auch nicht so, dass Saul als K\u00f6nig tatenlos geblieben ist. Er hat ein umfangreiches religi\u00f6ses Leben gef\u00fchrt. Er tat sehr vieles, doch das Entscheidende fehlte ihm, n\u00e4mlich das Herz f\u00fcr Gott. Trotz seiner umfangreichen religi\u00f6sen Aktivit\u00e4ten entschied er sich f\u00fcr ein selbstverherrlichendes Leben, anstatt f\u00fcr die Ehre Gottes zu leben. Alles was er tat hatte demnach \u00fcberhaupt keine Bedeutung vor Gott. Das ist wirklich tragisch. War es denn schwer Gott zu gehorchen? Eigentlich ganz und gar nicht! Er h\u00e4tte einfach nur einen Befehl geben m\u00fcssen und fertig. Warum konnte er jedoch nicht gehorchen? Er konnte es nicht, weil er kein Herz f\u00fcr Gott hatte. Das ist wirklich traurig. Samuel trauerte um Saul, weil Saul geistlich tot war.<\/p>\n<p><strong>Teil II\tGott erw\u00e4hlt David (16)<\/strong><\/p>\n<p>Samuel trauerte. Welches Wort richtete Gott an ihn? Betrachten wir Vers 1: <strong>\u201eUnd der Herr sprach zu Samuel: Wie lange tr\u00e4gst du Leid um Saul, den ich verworfen habe, dass er nicht mehr K\u00f6nig sei \u00fcber Israel? F\u00fclle dein Horn mit \u00d6l und geh hin: ich will dich senden zu dem Bethlehemiter Isai; denn unter seinen S\u00f6hnen hab ich mir einen zum K\u00f6nig ersehen.\u201c<\/strong> Samuel sollte aufh\u00f6ren weiter um Saul zu trauern, denn Gottes Werk ging weiter. Gott hatte einen neuen Mann bzw. einen Jugendlichen nach seinem Herzen auserw\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Was geschah des Weiteren? Betrachten wir den Text. Samuel sollte nach Bethlehem gehen und eine junge Kuh opfern. Dadurch w\u00fcrde er dem Werk Gottes dienen und vor Saul bewahrt bleiben. Auf welche Art und Weise hat Gott den zuk\u00fcnftigen K\u00f6nig erw\u00e4hlt? Betrachten wir die Verse 6-13. Gott veranstaltete keine Castingshow. Die S\u00f6hne Isais brauchten ihr K\u00f6nnen nicht unter Beweis zu stellen. Gott erw\u00e4hlte nicht den Gr\u00f6\u00dften, nicht den Schnellsten, nicht den St\u00e4rksten, auch nicht den \u00c4ltesten. Im Gegenteil. Nach welchem Kriterium hat Gott den k\u00fcnftigen K\u00f6nig erw\u00e4hlt? Lesen wir den Vers 7: <strong>\u201eAber der Herr sprach zu Samuel: Sieh nicht an sein Aussehen und seinen hohen Wuchs; ich habe ihn verworfen. Denn nicht sieht der Herr auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.\u201c<\/strong> Unsere Augen k\u00f6nnen uns verf\u00fchren. Doch bei Gott gilt kein Ansehen der Person. Gott erw\u00e4hlte den J\u00fcngsten, der gerade dabei war die Schafe zu h\u00fcten. Gott erw\u00e4hlte David, weil er ein Jugendlicher nach dem Herzen Gottes war. Als man David holen lie\u00df, hei\u00dft es: <strong>\u201eUnd der Herr sprach: Auf, salbe ihn, denn der ist\u2019s. Da nahm Samuel sein \u00d6lhorn und salbte ihn mitten unter seinen Br\u00fcdern. Und der Geist des Herrn geriet \u00fcber David von dem Tag an und weiterhin. Samuel aber machte sich auf und ging nach Rama.\u201c<\/strong> (12.13)<\/p>\n<p>Wie sahen Gottes weitere Pl\u00e4ne f\u00fcr Saul und David aus? Betrachten wir die Verse 14-23. W\u00e4hrend David mit dem heiligen Geist Gottes erf\u00fcllt wurde, wurde Saul von einem b\u00f6sen Geist ge\u00e4ngstigt. Was k\u00f6nnen wir dadurch \u00fcber Gott erfahren? Jesus Christus sprach in Mk. 4,25: <strong>\u201eDenn wer da hat, dem wird gegeben; und wer nicht hat, dem wird man auch das nehmen, was er hat.\u201c<\/strong> Gott hatte Saul seinen Geist gegeben, als dieser dem\u00fctig vor ihm lebte. Doch als Saul hochm\u00fctig und ungehorsam wurde, wich der Geist Gottes von ihm und stattdessen \u00e4ngstigte ihn ein b\u00f6ser Geist. Doch David, der ein Mann nach dem Herzen Gottes war, empfing den Geist Gottes. Die entscheidende Frage ist, welche Herzenseinstellung ein Mensch vor Gott hat. Sind wir wie Saul oder sind wir wie David? Lieben wir uns selbst mehr als alles andere oder lieben wir Gott \u00fcber alles? Der Herr schaut auch in unser Herz. Und er allein vermag es unsere Herzen zu entr\u00fcmpeln. Er vermag es unsere Herzen zu reinigen.<\/p>\n<p>Eigentlich war Saul einst auch ein Mann nach Gottes Herzen. Doch seine Entwicklung nahm einen anderen Verlauf, als die von David. Saul fing dem\u00fctig an, sein Herz erhob sich aber zunehmend und schlie\u00dflich klammerte er sich an sein K\u00f6nigtum und wurde voller Mordgedanken. David hingegen ist als der bedeutendste K\u00f6nig Israels in die Geschichte eingegangen. Zeit seines Lebens war er ganz und gar ein Mensch nach dem Herzen Gottes. Gott hat alle sp\u00e4teren K\u00f6nige mit David verglichen. Doch das bedeutet nicht, dass David s\u00fcndenfrei gelebt h\u00e4tte. Obwohl David ein Mann nach dem Herzen Gottes war, fiel auch er in S\u00fcnde. Doch im Gegensatz zu Saul bat er Gott flehentlich: <strong>\u201eSchaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, best\u00e4ndigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.\u201c<\/strong> (Ps. 51,12.13) Lasst uns also in Bu\u00dfe und Glaubensgehorsam zu Gott kommen. Diese Haltung erfreut Gott und er wir uns reichlich segnen, wird uns mit seinem heiligen Geist erf\u00fcllen, damit wir ein Leben lang treu von ihm wandeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der b\u00f6se Geist diente auch dazu David an den Hof zu bringen, erst als Musiker, dann als Waffentr\u00e4ger. Langsam aber sicher setzte Gott sein Werk fort. Nicht schlagartig, sondern in langsamen Schritten w\u00fcrde David K\u00f6nig \u00fcber Israel werden.<\/p>\n<p>Was der heutige Text deutlich macht ist die Tatsache, dass Gottes Werk nie aufh\u00f6rt. Wenn Menschen ihm gehorchen, dann freut sich Gott dar\u00fcber und st\u00e4rkt sie, wenn sie aber Gott verwerfen, muss auch Gott sie verwerfen und sucht sich neue Menschen aus. Somit h\u00f6rt Gottes Werk nie auf. F\u00fcr uns ist es lebenswichtig, wie wir Gott begegnen, mit Gehorsam oder mit Widerwillen, mit Hingabe oder mit \u00c4rgernis, mit Dank oder mit Trotz. Gott vollbringe sein gutes Werk in uns!<\/p>\n<p>Ich lerne, dass meine Existenz von meiner Herzenseinstellung Gott gegen\u00fcber abh\u00e4ngt. Gehorsam oder Ungehorsam bedeuten f\u00fcr mich Leben oder Tod. Doch die entscheidende Frage, die sich mir stellt, ist, wie ich einen gottgef\u00e4lligen Gehorsam aufbringen kann. Gef\u00e4llt es Gott, wenn ich ihn pflichtm\u00e4\u00dfig oder mit Zwang oder Wiederwillen gehorche? Ganz sicher nicht. Vielmehr m\u00f6chte Gott, dass ich seinen Willen und sein Herzensanliegen verstehe. Ich soll das Herz Gottes begreifen, aus welchem er zu mir spricht. Nachdem ich Gottes Herz begriffen habe, soll ich erkennen, dass Gott voller G\u00fcte und Herrlichkeit ist, dass er ganz anders ist als ein Mensch, dass sein guter Wille alles \u00fcberragt, was in dieser Welt zu finden ist. Im Anschluss soll ich mich mit meinem ganzen Wesen, mit meinem ganzen Willen und meinem ganzen Gem\u00fct hinter dem Willen Gottes stellen und ihn mit gro\u00dfer Freude, Bereitschaft und Hingabe erf\u00fcllen. Das gef\u00e4llt Gott und das fordert er von mir. M\u00f6ge Gott mir in dieser Hinsicht helfen, ein Leben lang in Gehorsam und Ehrerbietung zu leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer \u201eSamuel aber sprach: Meinst du, dass der Herr Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des Herrn? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern. 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