Predigt: Die Gemeinde, die Jesus unter uns bauen will – Verwurzelt im Evangelium 6 – Galater 2,11-21

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Wie soll ich denn leben?

„Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.“

(Galater 2,20)

Vor zwei Wochen haben wir durch das Gleichnis von den verlorenen Söhnen in Lukas Kapitel 15 erfahren, wer die Menschen sind. Einerseits streben sie sich nach der Freiheit vom Vater. Andererseits tun sie etwas Gutes für die eigene Selbstgerechtigkeit. Das erklärt, warum die Menschen ihren Vater verlassen haben und keine echte Beziehung zu ihrem Vater haben. Sie gelten für tot. Letzte Woche haben wir durch Römer Kapitel 8 erfahren, dass die Menschen eine neue Identität haben, und zwar die der Kinder Gottes. Was ist das Hauptmerkmal der Kinder Gottes? Römer 8,14: „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ Im Gleichnis vom verlorenen Sohn zeigt sich, was die zwei Söhne getrieben hat. Und zwar zum einen Lust und Begierde, zum anderen Selbstgerechtigkeit. In ihrem Leben ist ihr Vater nicht von Bedeutung. Aber Gott will diesen Menschen in Jesus eine neue Identität geben, und zwar die als Kinder Gottes, die vom Geist Gottes getrieben werden. Gott will, dass seine Kinder nicht von Begierden und Selbstgerechtigkeit getrieben werden, sondern vom Geist Gottes.
Heute betrachten wir durch den Galaterbrief, womit die Kinder Gottes zu kämpfen haben.
Apostel Paulus schrieb ca. um 50 n. Chr. an die Gemeinden in Galatien im Gebiet der heutigen Türkei, um vor allem das Evangelium, gegen die Juden aus Jerusalem zu verteidigen, die behaupteten: die Gläubigen als Nichtjuden müssten sich beschneiden lassen und das Gesetz halten, um gerettet zu werden. Im Galaterbrief 2,11-21 geht es um ein Ereignis, das Paulus als ein Beispiel gerne nehmen wollte, um den Galatern zu helfen.
Wo geschah das Ereignis? Vers 11 beginnt so: „Als aber Kephas nach Antiochia kam…“ Es geschah in der Stadt Antiochia in Syrien. Wegen der Verfolgung nach dem Märtyrertod von Stephanus waren die Gläubigen in Jerusalem zerstreut und kamen auch nach Antiochia in Syrien. Hier entstand eine Gemeinde von Gläubigen, die aus den „Heiden“ bzw. Nichtjuden bestanden. Davon erfuhr die Gemeinde aus Jerusalem. Darum wurde Barnabas von Jerusalem nach Antiochia gesandt, um die neuen Christen zu stärken. Weil Jerusalem als „Muttergemeinde“ anerkannt war, holten die Christen in Antiochia, wenn sie theologische Fragen hatten, von Jerusalem Rat und Hilfe. Somit waren die Gemeinden in Antiochia und in Jerusalem stets in Gemeinschaft.
Im Ereignis vom heutigen Abschnitt tritt Kephas bzw. Petrus als Hauptperson auf. Wenn sein Name in der Bibel auftaucht, hat er meist einen Vorbildcharakter. Sein Name hatte in der Urgemeinde einen großen Einfluss, weil er einer der Jünger Jesu war und zum Apostelamt berufen wurde. Daher hatte sein Wort als Apostel Autorität. Bei den ersten Christen kam es zu großen Diskussionen, wenn sie nicht wussten, welche Entscheidung sie treffen sollten. Ein großer Streitfall in der ersten Gemeinde war, ob sie die Menschen, die von Geburt an Nichtjuden waren, in die judenchristliche Gemeinde integriert sollten oder nicht. Um diese Frage zu beantworten, musste Petrus selbst ein einschneidendes Ereignis erleben. Apostelgeschichte Kapitel 10 berichtet, was im Haus Kornelius, eines römischen Hauptmann geschah. Als ein Jude fiel es Petrus schwer mit Heiden Gemeinschaft zu haben. Jedoch nahm er durch die Hilfe Gottes die Einladung vom römischen Hauptmann Kornelius an und kam in sein Haus. Aber er und seine Leute, die mitgingen waren überrascht, weil auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde. Als Petrus die Heilsbotschaft zur Vergebung der Sünden redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten. Diese Erfahrung gab ihm die Gewissheit und er redete zu den Juden: „Kann auch jemand denen das Wasser zur Taufe verwehren, die den Heiligen Geist empfangen haben ebenso wie wir?“ (Apg 10,47)
Obwohl Petrus eigentlich nicht willens war, zu den Heiden zu gehen, ging er doch zu ihnen, weil er Gott gehorsam war. Als er nicht seinem Willen, sondern dem Willen Gottes folgte, erfuhr er, dass die Heiden auch wie die Juden die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Es war sowohl für ihn als auch für die erste junge Gemeinde eine wichtige Erkenntnis. Aber seine neue Erkenntnis brachte die Ordnungen in der kleinen christlichen Gemeinde in Jerusalem und Umgebung sehr durcheinander.
Apostelgeschichte 11,1-3 berichten, wie die Judenchristen auf das Verhalten von Petrus reagierten. Dort steht Folgendes: „Es hörten aber die Apostel und die Brüder in Judäa, dass auch die Heiden Gottes Wort angenommen hätten. Und als Petrus hinaufkam nach Jerusalem, stritten die aus der Beschneidung mit ihm und sprachen: Du bist zu unbeschnittenen Männern gegangen und hast mit ihnen gegessen.“ Obwohl alles nach dem Willen Gottes geschah, wurde Petrus mit der Kritik der Judenchristen konfrontiert. Die Judenchristen behaupteten, dass die Heiden eine Grundvoraussetzung erfüllen müssen, nämlich sich beschneiden zu lassen, um sich bei den Judenchristen integrieren zu können. Dieser Gedanke war so stark, dass die Frage nach der Beschneidung in der Gemeinde immer wieder zum Streit führte.
Apostelgeschichte 15,1-2 berichtet, wie sehr die Frage der Beschneidung die ersten Christen beschäftigte. Folgendes steht geschrieben: „Und einige kamen herab von Judäa und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht beschneiden lasst nach der Ordnung des Mose, könnt ihr nicht selig werden. Da nun Zwietracht entstand und Paulus und Barnabas einen nicht geringen Streit mit ihnen hatten, ordnete man an, dass Paulus und Barnabas und einige andre von ihnen nach Jerusalem hinaufziehen sollten zu den Aposteln und Ältesten um dieser Frage willen.“
Einige aus Judäa waren von ihren Gedanken fest überzeugt, dass die Heiden sich beschneiden lassen müssen, um selig zu werden. Diese Überzeugung beruht auf der Ordnung von Mose bzw. der Tora. Aber Paulus und Barnabas lehrten in Antiochia, dass der Mensch nicht durch die Beschneidung selig wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus. Zur Lösung dieses internen Konflikts werden Barnabas und Paulus von der Gemeinde Antiochiens nach Jerusalem zu den Aposteln gesandt.
Der Abschnitt Apostel 15,7-11 berichtet, mit welchem Argument Petrus die Diskussion beendete: „Als man sich aber lange gestritten hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer, liebe Brüder, ihr wisst, dass Gott vor langer Zeit unter euch bestimmt hat, dass durch meinen Mund die Heiden das Wort des Evangeliums hören und glauben. Und Gott, der die Herzen kennt, hat es bezeugt und ihnen den Heiligen Geist gegeben wie auch uns, und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen und reinigte ihre Herzen durch den Glauben. Warum versucht ihr denn nun Gott dadurch, dass ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsre Väter noch wir haben tragen können? Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden, auf gleiche Weise wie auch sie.“
Wie wir eben in der Apostelgeschichte durch die Person Petrus sehen durften, hatte er zum Zeitpunkt des heute betrachteten Textes aus Galater 2 bereits erkannt, dass die Menschen nicht durch die Beschneidung selig werden, sondern durch die Gnade des Herrn Jesu. Immer wieder antwortete er der Gemeinde anhand seiner eindrücklichen persönlichen Erfahrung, wenn der Streit wegen der Beschneidung wieder aufkam.
Wenn wir aber Petrus ihn im heutigen Text aus Galater 2 betrachten, sieht er wie ein Feigling aus. Was sagt Vers 12 über ihn? „Denn bevor einige von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung fürchtete.“ Wo bleibt nun sein Mut, mit dem er vor vielen stand und predigte?: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.“ Wiederum sprach er, auch in Anwesenheit von Judenchristen: „Kann auch jemand denen das Wasser zur Taufe verwehren, die den Heiligen Geist empfangen haben ebenso wie wir?“ Auf jeden Fall verhielt sich Petrus anders als nun hier in Antiochia. Er war ein Apostel, der Hilfestellung gab und richtungweisende Worte sprach. Er wurde als eine Säule der christlichen Gemeinde angesehen. Aber dieser einflussreiche Apostel fürchtete die Judenchristen aus Jerusalem.
Bis vor kurzem hatte Petrus mit den Heidenchristen zusammen gegessen. Damit drückte er ihnen gegenüber aus, dass sie wie er Gottes Kinder sind. Zwischen ihm und ihnen machte er keinen Unterschied. Doch in der Gegenwart der Judenchristen aus Jerusalem distanzierte er sich plötzlich beim Essen von den Heidenchristen. Weil sich nun Petrus von den Heidenchristen absonderte, folgte Barnabas seinem Verhalten.
Man kann versuchen sein Verhalten mit den Argumenten in Schutz zu nehmen, z.B. „Ja, er weiß, dass die Judenchristen schwer akzeptieren können, dass er mit den Heidenchristen an einem Tisch zusammen isst. Darum wollte er den Streit vermeiden. Darüber hinaus wollte er die Heidenchristen vor dem Streit schützen, wie die Eltern vor den Kindern nicht streiten wollen.“ Oder man kann meinen: „Streit ist nicht gut. Gott möchte, dass wir miteinander in Frieden und Harmonie leben.“
Aber Paulus hielt das Verhalten von Petrus für Unrecht und Heuchelei. Auch erwähnte in Vers 13: „Und mit ihm heuchelten auch die anderen Juden, sodass selbst Barnabas verführt wurde, mit ihnen zu heucheln.“ Als Petrus anfing, sich von den Heidenchristen zu distanzieren, herrschte in der Gemeinde in Antiochia plötzlich Heuchelei.
Bevor die Judenchristen aus Jerusalem nach Antiochia kamen, wurden die Heidenchristen in Antiochia vollkommen als Kinder Gottes anerkannt, genauso wie die Judenchristen. Aber nun wurde es ersichtlich, dass sie in Wirklichkeit nicht als 100%-ige Kinder Gottes akzeptiert wurden. Das bedeutet, dass sie nur unter einer Bedingung auch als Kinder Gottes anerkannt werden können: sie müssen sich beschneiden lassen. Es wäre für die Christen in Antiochia irritierend, dass die Leiter der Gemeinde anders leben als sie gelehrt haben. Vielleicht könnte es sein, dass ein junger Christ zutiefst vom Verhalten von Petrus verletzt wurde. Jesus sagte im Lukas 17,1-3 folgendermaßen: „Es ist unmöglich, dass keine Verführungen kommen; aber weh dem, durch den sie kommen! Es wäre besser für ihn, dass man einen Mühlstein um seinen Hals hängte und würfe ihn ins Meer, als dass er einen dieser Kleinen zum Bösen verführt. Hütet euch! Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn er umkehrt, vergib ihm.“ Petrus tat das, was er in dieser Situation für richtig hielt. Aber Paulus hielt es nicht für eine Kleinigkeit. Vielmehr wies er Petrus vor allen zurecht. Vers 11 sagt: „Paulus widerstand Petrus ins Angesicht.“ Vers 14 sagt: „… sprach ich zu Kephas öffentlich vor allen …“
Warum betrachtete Paulus das Verhalten von Petrus als Unrecht und Heuchelei? Vers 12 sagt: „… weil er die aus der Beschneidung fürchtete.“ Paulus erkannte, warum Petrus sich von den Heiden absonderte. Der Grund dafür war die Furcht vor den Juden. Vers 14 sagt: „Als ich aber sah, dass sie nicht richtig handelten nach der Wahrheit des Evangeliums, …“ Petrus wusste schon, was die Wahrheit des Evangeliums ist. Sein Problem war, dass er nicht danach handelte. Obwohl er eine Säule der Gemeinde war, brauchte er auch eine Ermahnung. Er sollte sogar vor der Gemeinde zu seinem falschen Verhalten Stellung nehmen (Verse 14-17) „…sprach ich zu Kephas vor allen: Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, warum zwingst du dann die Heiden, jüdisch zu leben? Wir sind von Geburt Juden und nicht Sünder aus den Heiden. Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch des Gesetzes Werke wird kein Mensch gerecht. Sollten wir aber, die wir durch Christus gerecht zu werden suchen, sogar selbst als Sünder befunden werden – ist dann Christus ein Diener der Sünde? Das sei ferne!“
Petrus war ein großartiger Apostel. Sein Name immer wieder gebraucht, um die Gemeinde aufzubauen. Dennoch ist unter den Christen ist die Tatsache wohl bekannt, dass er seinen Herrn Jesus dreimal verleugnet hat. Obwohl er ein treuer Jünger war, tadelte Jesus ihn: „Weg mit dir, Satan! Du willst mich hindern, meinen Auftrag zu erfüllen. Was du da sagst, ist menschlich gedacht, aber Gottes Gedanken sind anders.“ (HfA Mt 16,23) Obwohl er als eine Säule der Gemeinde angesehen wurde, war er immer ein Mensch gewesen, der leicht menschlich dachte und handelte. Sein Lebenslauf könnte erfolgreich und großartig dargestellt werden: Apostel! Einer der Spitzenjünger mit Johannes und Jakobus! Ein Augenzeuge des auferstandenen Jesus! Er erlebte das Pfingstwunder und bekehrte an einem Tag 3000 Menschen durch seine Predigt! Durch die Offenbarung Gottes erkannte er, dass die Heiden genau so wie die Juden die Kinder Gottes durch den Glauben an Jesus Christus werden können! ABER so ein Lebenslauf kann an einem Tag unnütz werden. Eine geistliche Karriere kann wie eine Sandburg plötzlich einstürzen. Im 1.Korinther 10,12 heißt es gemäß HfA: „Deshalb seid vorsichtig! Gerade wer meint, er stehe besonders sicher, muss aufpassen, dass er nicht fällt.“
Abschließend bekräftigt Paulus in den Versen 18-20 mit seinem persönlichen Zeugnis, warum er die Gnade Gottes nicht wegwirft, sondern die Wahrheit des Evangeliums verteidigen will: „Denn wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue, dann mache ich mich selbst zu einem Übertreter. Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.“ Früher wurde ihm gelehrt, dass er durch die Werke des Gesetzes gerettet werden kann. Darum vertraute er auf seine Abstammung und trachtete nach der Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, um vor Gott untadelig zu sein. Als er aber auf dem Weg nach Damaskus war, um die Christen gefangen zu nehmen, begegnete er Jesus, der gekreuzigt wurde und auferstanden ist. An diesem Tag erkannte er, dass sein Eifer für Gott nicht nur anders, sondern sogar gegen Gott gerichtet war. Seine treues Leben nach dem Gesetz konnte ihn nicht selig machen, sondern ihn nur töten. Darum schrieb Paulus im Römerbrief: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes?“ Wie unglücklich war er, als er von seinem sündhaften Wesen nicht frei wurde egal wie er sich mühte. Je mehr er versuchte, besser zu werden, desto mehr erkannte er, welch elender Mensch er vor Gott war. Es war sinnlos, dass er durch die Werke des Gesetzes gerecht werden wollte.
Vers 21 erklärt, warum Paulus Petrus vor allen Anwesenden widerstehen musste, obwohl es den großen Apostel in eine äußerst peinliche Situation brachte: „Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn wenn durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.“ (21)
Wenn die Gerechtigkeit durch das Gesetz kommt, hat das die logische Folge, dass Christus vergeblich gestorben ist. Die Gnade Gottes wird unnütz. Darum konnte Paulus das Verhalten von Petrus nicht übersehen.
Heute haben wir erfahren, wogegen die Kinder Gottes zu kämpfen haben. Man kann die Wahrheit des Evangeliums erkennen und sie die anderen Menschen lehren. Aber das genügt nicht. Erkennen ist eine Sache, aber danach zu leben ist eine andere Sache. Darin liegt der Kampf aller Christen, wogegen sie zu kämpfen haben. Wie heute jeder vom Corona-Virus angesteckt werden kann, können wir jeden Tag versucht werden, gegen die Wahrheit des Evangeliums zu handeln. Christus hat sich selbst dahingegeben, weil wir nicht selbst gerecht werden können. Das ist die Gnade Gottes, dass wir im Glauben an den Sohn Gottes gerecht werden dürfen.
Vor einigen Jahren hörte ich eine Predigt von Henoch. Es ging um den Bettler Lazarus aus Lukas Kapitel 16. Henoch erklärte, dass der Name Lazarus „Gott hat geholfen“ bedeutet. Als der Arme Lazarus starb, wurde er von Engeln in den Schoß Abrahams getragen. Der Reiche aber starb auch und landete in der Hölle. Lazarus steht für die Menschen, die geistlich arm sind, so dass sie bei Gott Hilfe suchen. Aber der Reiche war mit seinem Leben zufrieden und suchte keine Hilfe bei Gott. Henoch erklärte, dass der Reiche für die Menschen steht, die mit ihrem geistlichen bzw. religiösen Leben zufrieden sind. Vor allem erschreckte mich die Lehre, dass Menschen in die Hölle kommen, gerade weil sie in ihren Augen ein sehr gutes geistliches Leben geführt haben. Sie verlassen sich ausschließlich auf ihr geistliches Leben. Aber wie der Name Lazarus besagt, kommen die Menschen in den Himmel, weil sie sich außer auf Gottes Hilfe sich auf nichts anderes verlassen können. Weil sie das tun hilft Gott ihnen. Darum geben sie Zeugnis: „Gott hat geholfen.“ Gott will, dass alle Menschen ins Reich Gottes kommen. Dafür hat er seine Gnade in Jesus Christus offenbart. Wer Buße tut und seine Gnade durch den Glauben annimmt, der kann selig werden. Das ist die Wahrheit des Evangeliums! Ich bin Gott dankbar, dass ich die Wahrheit des Evangeliums hören durfte. „Gott hat geholfen“, dieser Wahrheit soll ich mein Leben lang folgen, anstatt mich selbst durch die Werke gerecht zu machen. Gott sei Dank, der mir die Wahrheit des Evangeliums offenbart hat. Möge Gott uns helfen, von seinem Geist getrieben zu werden. Möge Gott uns helfen, dass wir in Christus das ewige Leben haben.

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