Predigt: 1. Mose 3,1 – 7

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Der Sündenfall

„Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und  zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Ferse stechen.“

1. Mose 3,6

Wir haben in den ersten Kapiteln von Genesis erfahren, wie Gott alles wirklich sehr gut gemacht hat. Im Garten Eden lebten die Menschen und Tiere in Frieden miteinander. Aber heute gibt es viel Streit unter den Menschen. Zwischen den Völkern gibt es hier und da Krieg. Und selbst in den eigenen vier Wänden gibt es oft sehr viel Streit. Mama und Papa schimpfen mit den Kindern. Die Kinder streiten untereinander. Oder Papa streitet mit Mama. In der Schule werden manche Kinder so sehr geärgert, dass sie nicht mehr zur Schule wollen. Wie sieht es in der Tierwelt aus? Früher habe ich mir gerne einige Naturfilme angesehen. Da geht es sehr brutal zu. Zum Beispiel knapperten drei Löwen an einer Giraffe herum. Oder ein Alligator verschlang ein komplettes Reh. In der Wildnis fressen sich Tiere gegenseitig, und zwar bei lebendigem Leibe. Da gibt es keine Gnade. Im Garten Eden gab es keine Leiden und keine Krankheiten. Aber wie ist es heute? Heute gibt es so viele kranke Menschen und Tiere. Es gibt so viel Leiden auf dieser Welt…Hungersnot, Naturkatastrophen, Corona! usw. Im Garten Eden gab es den Tod nicht einmal. Aber jetzt sterben jeden Tag sehr viele Menschen. Darunter sind auch viele, die ermordet werden. Heute ist die Welt irgendwie ganz anders als im Garten Eden. Und der Grund dafür liegt an einem ganz bestimmten Ereignis. Der Sündenfall von Adam und Eva. Als Adam und Eva von der verbotenen Frucht aßen, war das keine Kleinigkeit. Es war ein Ereignis, dass die Welt bis heute verändert hat und zwar ins Negative. Der Sündenfall von Adam und Eva ist daher die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte. Der heutige Text aus 1. Mo 3 berichtet darüber, wie es zu dieser großen Katastrophe gekommen war. Drei Fragen sollen uns hierzu helfen:
1. Was waren die Strategien des Teufels?
2. Was war der Fehler von Adam und Eva?
3. Was war die Folge und die Lösung für ihre Sünde?

1. Die Strategien des Teufels (V. 1 – 5)
Gleich zu Beginn des Textes macht uns Vers 1 auf die List des Teufels aufmerksam. Es ist daher ganz im Interesse des Textes, dass wir uns in den nachfolgenden Versen mit den Strategien des Teufels auseinandersetzen. Schon im Vers 1 finden wir eine böse Strategie des Teufels. Es ist eine Frage: „Hat Gott wirklich gesagt.“ Und wie wir wissen, war das keine echte Frage, wo man etwas wissen will. Es war vielmehr ein Hinterfragen von Gottes Wort. Und wozu sollte dieses Hinterfragen von Gottes Wort dienen? Bislang hatten es Adam und Eva als selbstverständlich hingenommen: Das, was Gott sagt, ist richtig. Das, was Gott sagt, muss befolgt werden. Darüber bestand kein Zweifel. Aber mit dieser Frage des Teufels wurde zum ersten Mal Gottes Wort und damit Gott selbst in Frage gestellt. Gott wird angezweifelt, etwa so: „Hat Gott wirklich so Etwas gesagt? Wie kann Gott so etwas sagen? Ist das überhaupt von Gott gesagt worden?“ Mit dieser Frage wurde das, was Gott sagt, beurteilt und in einem kritischen Licht gestellt. Diese Frage ist eine Strategie des Teufels, die er bis heute anwendet: Wenn Menschen an der Bibel zweifeln, stellen sie dieselbe Frage: „Hat Gott wirklich das, was da in der Bibel steht, gesagt? Kann Gott wirklich so etwas gesagt haben? Das ist doch nicht richtig, was da steht – so etwas kann doch Gott gar nicht gesagt haben“ usw. Wir können leicht denken, dass dies eine Strategie ist, auf die Ungläubige hereinfallen. Wir hingegen glauben ja, dass die Bibel 100%tig Gottes Wort ist. So kann man leicht denken. Aber in Wirklichkeit ist das nicht so. Hier ein Beispiel: Wir glauben, dass das Wort aus Mt. 6,33 Gottes Wort ist: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, dann wird euch das alles zufallen“. Aber jedes Mal, wenn man sein Anliegen gegenüber den Anliegen Gottes Priorität gegeben hat, hat man dieses Wort im Grunde genommen in Frage gestellt, etwa so: „Stimmt das wirklich, was da steht? Ist das denn wirklich wahr?“
Wie der Teufel seine Frage fortsetzt, ist auch sehr bemerkenswert. Er sagte: „Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht essen?“ In Wirklichkeit hatte Gott aber gesagt: „Von jedem Baum des Gartens darfst du essen?“ Der Teufel gibt hier also Gottes Wort falsch wieder, indem er das Wort „nicht“ einbaut. Wozu machte er das? John MacArthur schreibt hierzu: Im Endeffekt sagte Satan: „Stimmt es, dass er euch die Freuden dieses Ortes verboten hat? Er scheint nicht wirklich gut und wohlwollend zu sein. Das muss ein Fehler sein.“ Er flößte ihr Zweifel ein, ob sie den Willen Gottes richtig verstanden hatten, und verstellte sich so als ein Engel des Lichts, der sie angeblich zur wahren Erkenntnis führen würde.“1 Das ist auch eine Strategie des Teufels, die wir sicherlich auch schon erfahren haben. Wir fragen uns, ob wir Gottes Wort richtig gehört haben oder ob Gott es in Wirklichkeit nicht anders gemeint habe. Natürlich sollen wir sorgfältig mit der Anwendung von Gottes Wort sein. Aber hier ging es um eine Sache, in der Gott ganz klar und unmissverständlich seinen Willen bezeugt hat. Wozu dann diese Zweifeln?
Die weitere Vorgehensweise des Teufels sehen wir in den Versen 4 und 5. Die Strategie, die der Teufel hier verwendet, ist offensichtlich. Es ist die Lüge. Was wollte er mit diesen Lügen erreichen? Zuerst sagte der Teufel: „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben.“ Mit anderen Worten bedeutet das: „Wenn du Gottes Gebot übertrittst, wird das keine Konsequenzen haben. Sünde ist nicht so schlimm.“ Das ist eine Lüge, der unzählige Menschen und auch Gläubige glauben. Aber in Wahrheit ist es ja so: Jede Übertretung von Gottes Geboten ist Sünde. Wer von seiner Sünde nicht ablässt, den wird die Sünde ins Verderben bringen. Und wie schnell kann eine Sünde zur Gewohnheit werden, sodass man gar nicht so leicht von ihr ablassen kann. Daher ist das Einlassen von Sünde ein Spiel mit dem Feuer. Doch der Teufel versucht die Konsequenzen der Sünde zu verharmlosen.
Was der Teufel mit seiner Lüge noch erreichen wollte, sehen wir im Fortgang des Gesprächs. Er sagte weiter zu Eva: sondern Gott weiß, an dem Tage da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott… Der Teufel setzt hier Gott in ein schlechtes Licht. Was die Schlange Eva sagte, war etwa so: „Gott hat Angst, dass ihr so sein werdet wie Er. Deswegen dürft ihr nicht von diesem Baum essen.“ Sie wollte, dass Eva gegenüber Gott misstrauisch wird. Mit diesen Worten wollte sie die Vertrauensbeziehung zu Gott kaputt machen. Eva sollte daran zweifeln, dass Gott durch und durch gut ist. Und wozu? Wenn sie misstrauisch gegenüber Gott wird, dann wird sie auch daran zweifeln, dass sein Gebot gut für sie ist. Dass Gott gut ist, nur Gutes tut und es gut mit uns meint, ist die Grundlage dafür, mit Gott in einer Vertrauens- und Liebesbeziehung zu leben. Ohne diesen Glauben können wir auch nicht glauben, dass Gottes Gebote gut für uns sind. Wir werden sie eher als Einschränkung und Belastung empfinden. Und die Sünde hingegen als etwas Schönes sehen.
Der Teufel wollte die Sünde nicht nur verharmlosen, sondern sie Eva auch schmackhaft machen. Er machte das, indem er ihr sozusagen eine Verheißung gab. Diese Verheißung war: „Du wirst sein wie Gott.“ Mit der Gottgleichheit stellte der Teufel Eva viele scheinbar reizvolle Dinge in Aussicht: „Du kannst dein eigener Herr sein. Du kannst tun und lassen, was du willst. Du brauchst nicht mehr in Abhängigkeit zu leben. Du hast keine Grenzen. Du kannst jemand Bedeutenderes und Höheres sein, du wirst dein Dasein erweitern, du wirst das sehen und wissen, was eigentlich Gott nur weiß usw.“
Der Teufel hatte sozusagen Werbung für den verbotenen Baum gemacht. Er machte die verbotene Frucht so richtig begehrenswert. Im Vers 6 sehen wir, dass die Werbung des Teufels funktioniert hatte. Eva sah nun die Frucht mit anderen Augen: appetitlich, reizend und verlockend. Das Verlockende an der Frucht war für Eva die Tatsache, sie klug zu machen. Und das bedeutete nicht einfach nur der Wunsch, ein bisschen schlauer zu sein. Dieses klug werden bezieht sich ja auf die Erkenntnis von Gut und Böse. Der Teufel hatte die Erkenntnis von Gut und Böse gleichgesetzt mit dem Versprechen, Gott gleich zu sein: werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse
ist. Es stimmte schon, dass das Essen der verbotenen Frucht zur Erkenntnis von Gut und Böse führen würde. Aber dass diese Erkenntnis dazu führt, dass sie Gott gleich sein werde, war eine
Lüge. Aber gerade diese Lüge machte die verbotene Frucht für Eva so begehrenswert. Mit der Erkenntnis von Gut und Böse könne sie wie Gott sein. Unabhängig von Gott, sein eigener Herr, sein Dasein erweitern, auf eine ganz andere Weise sein Leben meistern usw. Es ist das, was die Sünde in ihrem Wesen beschreibt und es ist auch das, was auch heute noch für so viele Menschen die Sünde so begehrenswert macht.
Als erst einmal dieses Begehren da war, geschah auch ziemlich bald der Rest. Eva nahm von der Frucht und aß. Eva fiel auf den Teufel rein, wie der Fisch auf den Köder an einer Angel. Der Köder ist für den Fisch begehrenswert, aber wenn er erst einmal reingebissen hat, bekommt der Fisch den Haken zu spüren und stirbt. Er bekommt im wahrsten Sinne des Wortes zu spüren, dass die ganze Sache einen Haken hat. Und dieselbe Erfahrung machten auch Adam und Eva mit der Sünde.
Soweit erst einmal zu der List und den Strategien des Teufels. Aber wie listig der Teufel auch gewesen war, machte Gott Eva doch dafür verantwortlich, dass sie von der Frucht gegessen hatte. Sie wurde zwar verführt, war aber trotzdem schuld. Was hatte sie falsch gemacht? Lasst uns das im zweiten Teil der Predigt betrachten.

Evas Fehler (V. 2, 6)
Die Frage danach, was Eva falsch gemacht hatte, drängt sich einem umso mehr auf, wenn man denkt, dass Eva nicht einmal das Böse kannte. Das heißt, sie hätte nicht einmal darauf kommen können, dass der Teufel böse Absichten hatte. Man kann ihr somit nicht einmal vorwerfen, dass sie von der Schlange nicht einfach weggegangen ist. Das, woran Eva gescheitert war, war der Glaube. Sie glaubte den Worten des Teufels mehr als die Worte von Gott. Dass die Frucht auf einmal in ihren Augen begehrenswert war, zeigt, wie sehr sie dem Teufel geglaubt hatte.
Bereits Vers 2 lässt ein mangelhaftes Vertrauen von Eva zu Gott andeuten. Sie hatte Gottes Gebot erweitert, indem sie behauptete, dass Gott es auch verboten hätte, die Frucht zu berühren. Aber das hatte Gott niemals geboten. Es wäre nicht verkehrt gewesen, wenn Eva es aus Vorsicht beschlossen hätte, die Frucht nicht einmal zu berühren. Aber indem sie behauptete, dass Gott auch das geboten hätte, drückte sie quasi damit aus, dass das, was Gott eigentlich gesagt hat, nicht perfekt sei und eine Ergänzung benötige.2
Insgesamt fällt auf, wie schnell Eva eingeknickt war. Der Teufel musste ihr nur ein zweites Mal erwidern. Noch krasser war es bei Adam. Eva reichte ihm die Frucht und er aß. Offenbar gab es hier überhaupt gar keine Widerrede seitens Adam. Adam und Eva hatten in krasser Weise versagt. Mit dem Sündenfall stand es jetzt sozusagen 1:0 für den Satan. Aber als Gott von dem Nachkommen sprach, der der Schlange den Kopf zertreten solle (3. Mo 3,15), kündigte Gott eine Revanche an. Ein paar Tausend Jahre später geschah die „Revanche“. Die Revanche Gottes geschah durch Jesus Christus, als er in der Wüste vom Teufel versucht worden war. Anders als Eva ließ sich Jesus nicht auf eine Diskussion mit dem Teufel ein, sondern sagte immer wieder: Es steht geschrieben (Mt. 4,4.7.10). Im Gegensatz zu Eva konterte Jesus dem Teufel mit einem klaren Glauben auf das Wort Gottes. Nichts anderes hatte sich Gott von Adam und Eva gewünscht. Sie wussten zwar nichts von Gut und Böse, hätten aber dem Teufel mit einem klaren Glauben auf Gottes Wort begegnen können und sollen. Nichts anderes möchte Gott auch von uns. In Epheser 6,17 heißt es: und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist. Die Art und Weise wie wir den Versuchungen des Teufels begegnen, ist, ihm durch einen festen Glauben an das Wort Gottes zu kontern.
Jesu Sieg gegen den Teufel in der Wüste war eine erste Ankündigung auf den endgültigen Sieg gegen den Teufel am Kreuz. Am Kreuz brachte Christus dem Teufel die endgültige Niederlage ein. In 1. Kor 15,57 heißt es: Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus. Weil Jesus am Kreuz gesiegt hat, ist uns bereits der Sieg gegen den Teufel gegeben. Das Einzige, was der Teufel jetzt noch machen kann, ist, diese Wahrheit durch Lüge zu vertuschen. Unsere Aufgabe ist es, fest an diesen Sieg, der uns in Gottes Wort bezeugt wird, zu glauben. Durch diesen Glauben bekommen wir Zuversicht und Mut, gegen die Anfechtungen des Teufels mit Gottes Wort zu kämpfen.
Dass Adam und Eva das Gebot Gottes übertreten hatten, blieb nicht ohne Folgen. Eine dieser Folgen wollen wir im zweiten Teil der Predigt betrachten.

Teil 3: Die Folge der Sünde (V. 7)
Die unmittelbare Folge ihrer Sünde erfahren wir in Vers 7. Als Adam und Eva von der Frucht aßen, kam die große Ernüchterung. Ihre Augen wurden nicht für überirdische Geheimnisse geöffnet, sondern für ihre eigene Nacktheit. Aber was bedeutet das eigentlich? Wussten sie etwa vorher nicht, dass sie nichts anhaben? Doch sicherlich. Aber es gab einfach nichts zu verbergen. Sie waren rein. Und wenn sie einander ansahen, kamen sie nicht auf böse Gedanken. Sie kannten das Böse ja nicht. Weil es nichts zu verbergen gab, fühlten sie sich auch nicht nackt. Aber mit der Sünde wurde alles anders. Nun gab es was zu verbergen, nämlich die eigene Hässlichkeit und Schande aufgrund der Sünde. Mit der Sünde kam das Bewusstsein, unvollkommen zu sein. Deswegen fühlten sich Adam und Eva auch nackt. Mit anderen Worten: Sie fühlten sich bloßgestellt. Niemand von uns möchte nackt herumlaufen. Und der Grund dafür ist ja der, dass wir uns nicht vor den Menschen bloßstellen wollen.
Adam und Eva machten sich eine Kleidung, um sich zu bedecken. Und das ist, was wir auch bis heute tun. Wir bedecken uns. Das ist auch gut so und von Gott gewollt. Wir bedecken uns aber nicht nur mit Kleidung aus Textil, sondern auch durch unser äußeres Verhalten. Grundsätzlich bemühen sich Menschen darum, gut vor den anderen dazustehen. Dass, was wir wirklich denken, und wie es in uns innerlich vorgeht, soll am besten niemand erfahren. Die innere Hässlichkeit aufgrund der Sünde soll möglichst wenig ans Tageslicht kommen. Und wenn sie in bestimmten Situationen doch rauskommt, dann fühlt man sich bloßgestellt. Und was tut man dann? Man bedeckt sich sogleich wieder. Dafür gibt es verschiedene Strategien: z.B. man rechtfertigt alles; man wird auf einmal übertrieben freundlich oder man fängt an, sich für alles Mögliche zu entschuldigen usw. Warum tut man das? Ein Grund ist der, dass man befürchtet, abgelehnt zu werden. Menschen sind ständig dabei, sich zu bedecken. In der Seelsorge nannten wir es Ausziehen, wenn ein Mensch dem Seelsorger alles von sich erzählt. Die erste Folge der Sünde war also die Scham. Adam und Eva versuchten das Problem zu lösen, indem sie Kleidung selber machten. Diese selbstgemachte Kleidung brachte aber nur begrenzt etwas. Sie half sich voreinander zu bedecken. Aber wie sah es im Verhältnis zu Gott aus? Im Vers 10 sehen wir, dass sich Adam vor Gott versteckte. Er sagte zu Gott: „Denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.“ Das sagte Adam nachdem er sich eine Kleidung aus Feigenblättern gemacht hatte. Wieso sagte Adam das? Als Gott in den Garten kam, merkte Adam, dass seine selbstgemachte Kleidung vor Gottes Gegenwart unwirksam ist. Er fühlte sich vor Gott unbedeckt.
Adam und Eva konnten das Problem der Nacktheit nicht lösen. Die Lösung musste von Gott kommen. Welche Lösung war das? Im Vers 20 erfahren wir, dass Gott Adam und Eva Kleidung aus Fellen machte und sie ihnen anzog. Hierfür mussten Tiere sterben. Dies ist ein Bild auf Christus. Er ist das Lamm Gottes, das sein Leben für uns lassen musste, um uns zu bedecken. Am Kreuz wurde Jesus entblößt, um uns zu bedecken. Seine Gerechtigkeit ist die einzig wahre Bedeckung, die auch vor Gott standhält. Denn wenn wir uns mit Christi Gerechtigkeit identifizieren, können wir uns allezeit von Gott tief angenommen wissen. Selbst in Zeiten, wo wir Ablehnung von Menschen erfahren, oder wo wir unser Gesicht verloren haben oder etwas Hässliches über uns ans Tageslicht gekommen ist. Man kann dann einfach in der Gerechtigkeit Christi ruhen, anstatt irgendwelche Methoden zu entwickeln, um wieder sein Gesicht vor den Menschen herzustellen. Diese Methoden sind genauso unwirksam wie die selbstgemachte Kleidung von Adam und Eva. Übrigens nicht nur vor Gott unwirksam, auf Dauer auch vor den Menschen. Mit der Zeit merken auch die Menschen die Heuchelei dahinter. Jesu Gerechtigkeit ist das Ende aller Bemühungen, sich vor den Menschen als gut darzustellen. Seine Gerechtigkeit ist das Ende der Furcht vor Ablehnung. Denn am Kreuz erfuhr Jesus die Abgründe aller Ablehnungen, damit wir uns von Gott tief angenommen wissen können.
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1 John Mac Arthur: Studienbibel. Schlachter Version 2000. 2. Auflage 2003. S. 53. CLV.
2 Es könnte auch sein, dass Adam Eva das Gebot so gelehrt hatte (Eva wurde erst nach der
Einsetzung des Gebots erschaffen, vgl. 1. Mo 2, 16-18). Dann würde die Erweiterung des
Gebots eher auf ein mangelhaftes Vertrauen von Adam gegenüber Gottes Wort schließen.

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