Predigt: Lukas 24,1 – 53

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Begegnung mit dem auferstandenen Herrn

„Da sprachen die zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“

Lukas 24,5b.6a

Während meiner Schulzeit am Gymnasium hatte ich evangelischen Religionsunterricht. Fünf Jahre lang wurde ich dabei von einem Lehrer unterrichtet, der auch Pfarrer der evangelischen Landeskirche war. Er war einer der nettesten Menschen in der Schule. Aber obwohl er Pfarrer war, glaubte er nicht an die Auferstehung Jesu. Die letzten zwei Jahre wurde ich von einem anderen Religionslehrer unterrichtet. So weit ich mich erinnere, glaubte er auch nicht auf die Auferstehung. Ich meine da ein gewisses Muster zu erkennen. Woran liegt das?

Gerd Lüdemann, ein umstrittener Theologie-Professor, hatte während seinem Studium die Beobachtung gemacht, dass manche Professoren zwar die Auferstehung Jesu predigten. Aber dann im Seminar, unter Zuhilfenahme von historisch-kritischen Methoden, kamen sie zum Schluss, dass Jesus nicht auferstanden ist. Er schrieb folgendes: „Beim Ostergottesdienst hieß es aus professoralem Mund, Jesus wurde von den Toten erweckt und zum Herrn über den Kosmos gemacht, indes lernten wir im Seminar über die Auferstehung Jesu: Jesus ist, historisch gesehen, gar nicht auferstanden; die Jünger haben ihn vielmehr in einer Vision gesehen. Das Grab Jesu war gar nicht leer, sondern voll. Mich bedrückte dieser scharfe Gegensatz zwischen Glauben und Wissenschaft sehr.“ Lüdemann war konsequent genug, den Glauben an Jesus ganz aufzugeben.

Und Gerd Lüdemann steht in der evangelischen Theologie damit nicht alleine da. Er steht in der Tradition von Theologen David Friedrich Strauss und Rudolf Bultmann. Bultmann glaubte auch nicht an die Auferstehung Jesu von den Toten. Für ihn ist Jesus lediglich in der Verkündigung oder in der Predigt auferstanden. Oder anders gesagt, Auferstehung ist nichts anderes als ein Symbol. Es ist die Botschaft, dass die Welt nicht untergeht; dass nach dem Gewitter wieder die Sonne scheint; dass nach dem Winter der Frühling kommt; dass auf die Nacht der Tag folgt. Oder Dominican Crossan, ein anderer bekannter Bibelkritiker sagte folgendes: „Emmaus ist niemals passiert. Emmaus passiert jeden Tag.“

Genau das ist es, was unser Text überhaupt nicht sagt. In Lukasevangelium wird Jesu Auferstehung nicht als Symbol sondern als historische Tatsache verkündigt. Und die Fragen, mit denen wir uns heute beschäftigen wollen, lauten: was ist dran an diesen Geschichten? Sind die Berichte glaubwürdig? Und falls ja, was bedeutet es für mich?

Unser Text ist ziemlich lang. Anstatt Vers für Vers und Abschnitt für Abschnitt durch den Text zu gehen, würde ich gerne vier Lehren aus dem Text ziehen. Die vier Punkte sind: erstens, die Auferstehung Jesus ist eine historische Tatsache; zweitens, die Auferstehung Jesu ist unser Schlüssel zum richtigen Verständnis der Schrift; drittens, die Auferstehung Jesu ist Teil von Gottes neuer Schöpfung; viertens, die Auferstehung Jesu verändert unsere Traurigkeit in unaussprechliche Freude.

Erstens, die Auferstehung Jesu ist eine historische Tatsache

Lukas präsentiert uns zwei Indizien, die stark dafür sprechen, dass die Auferstehung Jesu keine Legende, Fiktion oder Symbolik ist, sondern eine historische Tatsache. Das erste Indiz, das dafür spricht, ist das leere Grab.

Vers 1: es war der erste Tag der Woche. Die Jünger und die Frauen hatten gerade den schlimmsten Sabbat ihres Lebens gehabt. Die Frauen kamen zum Grab, um Jesus die letzte Ehre zu erweisen. Sie kamen mit wohlriechenden Ölen, um Jesus zu salben. Diese Öle hatten die Aufgabe, den schlimmen Verwesungsgeruch zu überdecken. Vielleicht fragen sich manche, warum das notwendig war. Es gab damals bei den Juden verschiedene Bräuche, wie Tote beerdigt wurden. In Jesu Fall wurde er in einer Höhle bestattet. Und diese Höhlen wurden nicht nur für einen Toten verwendet. Nach und nach würde man in solchen Höhlen weitere Familienmitglieder beerdigen. Und da es durchaus vorkommen konnte, dass die nächste Person beerdigt werden musste, bevor die vorigen Leichen verwest waren, wurden solche Salben und Öle verwendet.

Der erste Schock für die Frauen war, dass der Stein weggerollt war. Und schlimmer noch, als sie die Grabhöhle betraten, fanden sie Jesu Leichnam nicht. Und noch schlimmer, es erschienen Männer, von denen Matthäus sagt, dass es Engel waren, deren Gestalt wie der Blitz und deren Gewänder weiß wie Schnee waren. Und dann hörten sie die erste Osterbotschaft, die jemals gepredigt wurde: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ Diese Worte haben seit dem Ostermorgen die ganze Welt verändert.

In allen vier Evangelien erfahren wir, dass Jesu Grab am Ostermorgen leer war. Das leere Grab ist eine Begebenheit, die von vielen Historikern, auch von denen, die nicht an Jesu Auferstehung glauben, angenommen wird. Der Grund dafür ist, dass es in der Stadt Jerusalem bekannt war, wo Jesus beerdigt wurde. Jerusalem wiederum war die Stadt, in der die christliche Bewegung ihren Anfang nahm und wo ziemlich bald viele tausende von Menschen anfingen, an Jesus als Auferstandenen zu glauben. Das hätte niemals passieren können, wenn Jesus noch im Grab gelegen hätte. Die religiösen Leiter hätten in diesem Fall einfach auf das Grab zeigen können und diese Bewegung unterbinden können. Aber sie konnten das nicht tun, weil das Grab leer war.

Das zweite Indiz, das für die Auferstehung als historische Tatsache spricht, sind die vielen Augenzeugen vom Auferstandenen. In allen Evangelien sind Frauen die ersten Menschen, die Jesu Auferstehung verkündigen. Maria von Magdala war die erste Frau, die den Auferstandenen sah und erlebte. Und das war ziemlich problematisch. In der damaligen Gesellschaft waren Frauen weder vor einem jüdischen noch vor einem römischen Gericht als Zeugen zugelassen. Ihr Zeugnis galt als nicht vertrauenswürdig. Die Erwähnung von Frauen als erste Zeugen machte die Geschichte der Auferstehung nicht stärker sondern schwächer. Um ein Beispiel dafür zu nennen: ungefähr 100 Jahre nachdem die Evangelien geschrieben wurden, gab es einen Philosophen namens Celsus, der das Christentum angriff. Celsus nannte Maria von Magdala eine hysterische Frau. Und er schrieb, dass ihre Erwähnung die Auferstehungsgeschichte unglaubwürdiger machte. Warum erwähnen die Evangelisten diese Frauen? Der einzige plausible Grund, weshalb die Evangelisten die Frauen erwähnten und damit in Kauf nahmen, dass sie ihre eigene Glaubwürdigkeit schwächten, war der, dass Frauen die ersten Zeugen waren!

Die anderen Augenzeugen, die Lukas erwähnt, sind die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Und schließlich erwähnt Lukas, wie Jesus den 11 Jüngern begegnete. Das was diese Berichte so glaubwürdig macht, ist die Tatsache, dass die engsten Jünger, die Säulen und Pfeiler der christlichen Gemeinde, die Väter der christlichen Kirche, nicht an die Auferstehung glauben konnten, obwohl sie Jesus sahen. Die Jünger auf dem Weg nach Emmaus erkannten Jesus erst als er vor ihren Augen das Brot brach. Die 11 Jünger sahen Jesus mitten unter ihnen und erschraken und dachten, dass sie einen Geist sehen würden. Jesus antwortete darauf in Vers 38: „Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Seht meine Hände und meine Füße, ich bin’s selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe.“

Und danach konnten sie es immer noch nicht glauben. Und Jesus fragte sie, ob sie etwas zu essen hätten. Verse 42 und 43: „Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. Und er nahm’s und aß vor ihnen.“ Habt ihr euch jemals gefragt, warum der Text erwähnt, dass der Fisch gebraten war? Vermutlich kommt es uns deshalb nicht so seltsam vor, weil die meisten von uns moderne Romane gelesen haben. In Romanen ist es völlig normal, ständig viele Details zu lesen, die für die Geschichte an sich nicht wichtig sind, aber die dazu beitragen, dass die Geschichte lebendiger wirkt. In der Antike gab es keine Romane. Es gab Legenden und Mythen. Aber Legenden und Mythen erwähnten niemals unwichtige Details. Der Grund weshalb Lukas erwähnt, dass der Fisch gebraten war, ist folgender: Lukas verwendet Berichte von Augenzeugen, die vor Ort waren, als Jesus den Fisch vor ihren Augen aß. Sie wussten, dass der Fisch gebraten war, weil sie ihn selbst in die Pfanne geschmissen hatten.

Hier ist noch ein weiteres Anzeichen dafür, dass wir es mit Augenzeugen von Jesu Auferstehung zu tun haben. Viele Menschen haben sich die Köpfe darüber zerbrochen, warum die Evangelisten manche Personen beim Namen nennen und andere nicht. Warum erwähnt Markus, dass Simon von Kyrene, der Jesus das Kreuz trug, der Vater von Alexander und Rufus ist? Warum erwähnt Lukas akribisch die Namen der Frauen am Grab Maria von Magdala und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter und lässt andere Namen aus und schreibt nur „und die anderen mit ihnen“? Warum erwähnt Lukas den Namen von einem der Emmaus-Jünger und den anderen Jünger lässt er unerwähnt? Richard Bauckham hat ein herausragendes Buch mit dem Titel geschrieben: „Jesus und die Augenzeugen“. Und in diesem Buch argumentiert er, dass die Erwähnung dieser Namen wie Fußnoten sind. Lukas hatte sein Evangelium basierend auf Augenzeugenberichten geschrieben. Die namentlich erwähnten Menschen waren höchstwahrscheinlich Zeugen, die zum Zeitpunkt, als die Evangelien geschrieben wurden, noch am Leben waren. Die Leser wären in der Lage, diese Zeugen zu befragen. Es waren allesamt Zeugen, die bereit waren, für ihr Zeugnis zu sterben.

Der Stein vor dem Grab war weggerollt. Nicht, damit Jesus aus dem Grab herauskommen konnte. Sondern damit wir in das Grab hineingehen können und sehen können, dass das Grab leer ist. Jesu Auferstehung ist historische Tatsache.

Zweitens, die Auferstehung Jesu ist unser Schlüssel zum Verständnis der Schrift

Ein Aspekt, der mir erst dieses Mal aufgefallen ist, ist die Tatsache, wie oft Lukas in Kapitel 24 auf das Wort hinweist. Nachdem der Engel den Frauen verkündigt hat, dass Jesus auferstanden ist, sagt er: „Gedenkt daran, wie er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muss überantwortet werden in die Hände der Sünder und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen.“ Und wir lesen die Reaktion in Vers 8: „Und sie gedachten an seine Worte.“ Und ganz plötzlich müssen alle Worte Jesu in einem völlig neuen Licht erschienen sein. Plötzlich müssen sie erkannt und verstanden haben, worum es Jesus wirklich ging. Plötzlich wurden alte Wahrheiten für sie völlig neu und relevant.

Noch viel deutlicher wird das natürlich auf dem Weg nach Emmaus. Während die zwei Jünger an die schöne alte Zeit dachten, als Jesus noch unter ihnen war, trat Jesus zu ihnen. Und Jesus tat so, als ob er nicht wüsste, was sie besprachen: „Das klingt nach einer sehr interessanten Diskussion, die ihr gerade habt. Worüber genau redet ihr eigentlich?“ Kleopas Antwort folgt in Vers 18: „Lebst du eigentlich hinter dem Mond? Weißt du nicht, was passiert ist?“ Jesus fragt völlig unschuldig: „Was denn?“ Die Antwort: „Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Taten und Worten vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Oberen zur Todesstrafe überantwortet und gekreuzigt haben. Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde.“ Und in diesem Satz sind die beiden so nahe an der Wahrheit und doch so fern. N.T. Wright schrieb in seinem Kommentar an dieser Stelle: „Kleopas verwirrte Aussage brauchte nur eine kleine Wendung, um es zu einer freudigen Aussage der frühen Christenheit zu machen. Aus ‚sie haben ihn gekreuzigt, aber wir hofften er würde Israel erlösen’ wurde bald: ‚sie haben ihn gekreuzigt und auf diese Weise erlöste er Israel.’ Und natürlich war es die Auferstehung, die den Unterschied ausmachte.“

Und dann erzählte Kleopas davon, dass das Grab leer war; dass Engel verkündigten, dass Jesus auferstanden war, und wie einige zum Grab gingen und sahen, dass es leer war und Jesus nicht sahen. Jesu liebevolle Antwort darauf: „Warum seid ihr so schwer von Begriff?“ Vers 27: „Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war.“ Die beiden Jünger hatten ein Verständnisproblem und ein Glaubensproblem. Und Jesu Antwort darauf war es, mit ihnen in der Bibel zu lesen. Aber es war nicht einfach nur irgendein Bibelstudium. Es war ein Bibelstudium, mit dem Ziel zu zeigen, dass Jesus die Erfüllung von allem ist, was in der Bibel geschrieben steht. Diese Stelle ist immer noch nicht alles.

Wir finden einen weiteren Verweis auf das von Jesus gesprochene und im AT geschriebene Wort in Vers 44 und folgenden. Jesus hatte den Jüngern gezeigt, dass er wirklich auferstanden ist. Er hatte vor ihren Augen gegessen. Danach sagte er dann: „Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, sodass sie die Schrift verstanden.“ Jesus und seine Auferstehung sind der Schlüssel, den wir brauchen, um die Schrift zu verstehen.

Erst dann macht die Geschichte von Abraham Sinn, der Isaak opfern sollte und dann doch nicht opfern sollte. Erst dann macht die Geschichte von Mose Sinn, der Israel ins verheißene Land führen sollte, und der diese Mission nicht erfüllen konnte. Erst dann macht das Opfersystem Sinn, mit dem Blut von Tieren, das für die Sünden der Israeliten sühnen sollte und das doch keine wahre Sündenvergebung bringt. Erst dann macht die Geschichte von Israel Sinn, die einen König haben wollten aber nicht sollten, obwohl es trotzdem im Gesetz vorgesehen war, und deren Könige sie später in die Fremdherrschaft führten. Erst dann macht die Geschichte von David’s Nachkommen Sinn, die verworfen wurden und doch nicht ganz verworfen wurden. Erst dann machen die Geschichten der Propheten Sinn, die ihr Volk zur Buße rufen sollten, was sie taten und doch scheiterten. Sie alle sind Hinweise, Zeiger und laute Rufe nach Jesus. Lukas 24 lehrt uns, dass die ganze Bibel eigentlich von Jesus handelt.

Ich bin mir nicht sicher, ob es sich hier in unserer Gemeinde herumgesprochen hat. Aber ich persönlich habe ein riesiges Herzensanliegen dafür, dass wir jeden Text in der Bibel mit Jesus im Zentrum lesen. Ich wünsche mir, dass in jeder Predigt und in jedem Bibelstudium, der Text auf solche Art und Weise beleuchtet wird, dass Jesus verkündigt wird. Ich wünsche mir, dass jeden Sonntag die frohe Botschaft von Jesus Christus gepredigt wird: sein Tod und seine Auferstehung, in der Kraft des Heiligen Geistes, mit dem Verständnis, das nur Gott uns schenken kann. Jesus hat die Bibel christozentrisch gelesen. Wir sollten die Bibel deshalb auch christozentrisch lesen.

Um nur ein einziges konkretes Beispiel erwähnen: wenn wir die Geschichte von David und Goliath lesen, gibt es ganz grob gesprochen zwei grundlegend verschiedene Art und Weisen wie wir das verstehen können. In der einen Art und Weise die Geschichte zu lesen, stellen wir folgende Fragen: wie können wir so sein, wie David? Wie können wir unseren Goliath herausfordern? Wie können wir so an Gott glauben und Gott so gehorchen wie David es uns vorgemacht hat? Es geht dann primär um uns. In der anderen Art und Weise, diese Geschichte zu lesen, stellen wir folgende Fragen: wie weist die Geschichte auf Jesus hin? Inwiefern ist David ein Typus für Christus? Was lehrt uns Davids Sieg über den wahren Sieg, den der wahre David über unsere wahren Feinde Sünde und Tod für uns errungen hat? Was ist die frohe Botschaft von Jesus Christus? Es geht dann primär um Jesus.

Ich möchte den ersten Ansatz nicht unbedingt schlechtreden. Er kann inspirierend sein. Man kann durch große Vorbilder in der Bibel viel lernen. Aber der zweite Ansatz ist der, wie Menschen wirklich verändert werden. Der zweite Ansatz ist der, wie Menschen wirklich geheilt und wirklich geheiligt werden. Der zweite Ansatz zeigt uns die unendlich große Barmherzigkeit und Liebe Gottes. Der zweite Ansatz ist der, den Jesus gebrauchte auf dem Weg nach Emmaus und bei den Aposteln.

Drittens, die Auferstehung Jesu ist Teil von Gottes neuer Schöpfung

In den Evangelien sehen wir einen weiteren interessanten Aspekt bezüglich der leiblichen Auferstehung von Jesus. Wir lesen mehrere Male, dass Jesus seinen Anhängern erschien, aber zunächst nicht erkannt wird. Die Emmaus Jünger erkannten ihn nicht. Vers 16 sagt, dass ihre Augen gehalten wurden, so dass sie Jesus nicht erkennen konnten. Die Jünger erkannten ihn nicht und dachten sie sähen einen Geist. In Johannesevangelium lesen wir, dass Maria von Magdala dachte, dass Jesus der Gärtner ist. Woran lag das? Die andere interessante Beobachtung ist die Art und Weise, wie Jesus plötzlich auftauchte. Verschlossene Türen waren kein Problem für Jesus. Er trat mitten unter den Jüngern auf. Und er verschwand direkt vor ihren Augen. Das sind Dinge, die er vor seiner Auferstehung nicht tat.

Aufgrund dessen haben viele Ausleger argumentiert, dass Jesu Leib nach seiner Auferstehung anders war. Oder anders gesagt, die Auferstehung von Jesus war keine Wiederbelebung des alten Körpers. Jesus hatte einen völlig neuen Körper mit neuen Eigenschaften. Paulus sagt dasselbe in 1. Korinther 15: „So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.“ Wenn Paulus von einem geistlichen Leib spricht, bedeutet es nicht, dass wir materielose Geister sein werden. Die vorigen Verse machen ganz deutlich, dass das nicht der Fall ist. Jesus hatte einen Körper, den man anfassen konnte. Jesus aß mit seinen Jüngern Fisch. Wir werden einen richtigen Körper haben. Unser jetziger Körper ist Teil der alten Schöpfung. Der neue Körper wird Teil der neuen Schöpfung sein. Jesu Auferstehung ist daher Teil der neuen Schöpfung Gottes. Oder wie Paulus sagte: der Erstling.

Wenn wir das NT lesen, dann sehen wir, dass die Hoffnung der ersten Christen nicht darin bestand, in den Himmel zu gehen. Ihre Hoffnung war die Auferstehung, wenn Gott Himmel und Erde einschließlich unserer Körper völlig neu macht. Ihre Hoffnung war eine neue Schöpfung. Diese Hoffnung ist dieselbe Hoffnung, die mit dem Gebet verbunden ist: „Dein Reich komme!“ Das Geheimnisvolle an der Auferstehung ist, dass sie völlig neu ist und auch eine Fortsetzung vom Alten. Jesus hatte einen völlig neuen Leib. Und doch konnte man seine Nägelmale sehen. Und so wird es auch bei uns sein, völlig neu und doch erkennbar wir. Wir werden einen herrlichen Köprer haben: den Körper, den wir immer haben wollten und nicht haben konnten; einen Leib, der nicht müde wird, der nicht alt wird, der nicht krank wird, der nicht kaputt geht und der vor allem nicht dick wird.

Weil wir diese Hoffnung haben, ist es nicht egal wie wir unser Leben führen. Weil die neue Schöpfung in irgendeiner Form eine Fortsetzung dieser Welt sein wird, ist es nicht egal, was aus dieser Welt wird. N.T. Wright schrieb folgendes: „Was du im Herrn tust, ist nicht vergeblich. Du bist nicht dabei, die Räder einer Maschine zu ölen, die von der Klippe rollt. Du bist nicht dabei ein großartiges Bild zu restaurieren, das bald ins Feuer geworfen wird. Du bist nicht dabei, Rosen in einem Garten zu pflanzen, die für eine Baustelle ausgehoben werden. Du bist gerade dabei … etwas zu vollbringen, was zu seiner Zeit ein Teil von Gottes neuer Welt werden wird. Jede Handlung aus Liebe und Dankbarkeit und Freundlichkeit; jedes Kunstwerk oder Musik, die von der Liebe Gottes und aus Freude an der Schönheit seiner Schöpfung inspiriert sind; jede Minute, die wir damit verbringen einem schwer behinderten Kind Lesen und Laufen beizubringen; jeder Akt der Fürsorge und Pflege, des Trostes und der Unterstützung; … und natürlich jedes Gebet, jedes Lehren, das vom Geist erfüllt ist, jede Tat, welche die frohe Botschaft verbreitet, die Gemeinde erbaut, … [und] den Namen Jesu in dieser Welt ehrt – alles das wird durch die Auferstehungskraft Gottes Eintritt finden in der neuen Schöpfung, die Gott eines Tages erschaffen wird.“

Viertens, die Auferstehung Jesu verwandelt unsere Traurigkeit in unaussprechliche Freude

Einen weiteren Punkt, den wir in Lukas 24 sehen, ist die innere Verwandlung der Menschen. Bevor die Charaktere dem Auferstandenen begegneten, waren sie niedergeschmettert, deprimiert, zutiefst traurig. Alle werden in diesem Kapitel verändert, so dass sie nicht mehr wiederzuerkennen sind. Die Frauen kamen früh am Morgen zum Grab. Wahrscheinlich hatten sie aus Trauer ohnehin nicht viel geschlafen. Und sie wurden die ersten Zeugen, auch wenn sie die Jünger nicht überzeugen konnten. Die Emmaus Jünger waren tief traurig. Wir lesen in Vers 17: „Da blieben sie traurig stehen.“ Aber nach ihrer Begegnung machten sie sich sofort auf nach Jerusalem, obwohl sich der Tag geneigt hatte, obwohl es draußen dunkel war, obwohl es gefährlich war in der Nacht zu reisen, obwohl der Weg weit war. Als die Jünger Jesus trafen, wurde ihre Traurigkeit zu Furcht und ihre Furcht zur Freude und aus ihrer Freude tiefes Vertrauen.

Die größte Veränderung sehen wir in den letzten Versen. Als sie sahen, wie Jesus aufstieg in den Himmel, fingen sie an Jesus anzubeten. Es ist das erste Mal im Lukas Evangelium, dass erwähnt wird, dass die Jünger Jesu ihn anbeteten. Alle Jünger Jesu waren Juden. Juden sind bis auf den heutigen Tag die letzten Menschen auf Erden, die auf die Idee kommen würden, einen anderen Menschen anzubeten. Aber die Jünger beteten Jesus an. Vers 53 sagt: „und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.“ Lukas Evangelium begann mit einem alten Priester im Tempel. Lukas Evangelium endet mit der ersten Gemeinde, die allezeit im Tempel Gottesdienst feiert und Gott lobt und anbetet. Wir sehen im ganzen Kapitel überfließende Freude und Begeisterung und Anbetung.

Das Erstaunliche aber war, dass sich außer der Auferstehung eigentlich nichts geändert hatte. Die Römer waren immer noch im Land. Pilatus war immer noch der skrupellose Statthalter von Judäa. Die religiöse Elite des Landes hasste Jesus immer noch. Die Menschen, die vor wenigen Tagen Jesu Blut gefordert hatten, waren immer noch da. Äußerlich hatte sich nichts verändert. Und gleichzeitig hatte sich mit der Auferstehung alles geändert. Gleiches gilt für unser Leben. Vielleicht ist es immer noch so, dass wir einen schlechten Job oder keinen Job haben; vielleicht haben wir immer noch gesundheitliche Probleme; vielleicht haben wir immer noch Beziehungsprobleme. Und vielleicht haben wir immer noch Sorgen weil das Geschäft nicht läuft, weil wir kein Geld haben, weil wir keinen Partner fürs Leben finden, weil unsere Kinder Probleme haben, weil das verlorene Kind immer noch verloren ist, weil Großbritannien aus der EU ausgetreten ist, weil sich die politische Lage in Europa immer mehr destabilisiert. Die Botschaft von Ostern ist, dass alles das zweitrangig und drittrangig ist. Die Botschaft von Ostern ist, dass am Ende des Tages alles gut werden wird. Das Grab ist leer. Jesus ist auferstanden. Das ist die Wahrheit, die der ganzen Welt eine neue Hoffnung gegeben hat.

John Ortberg sagte: „Freitag war der Tag, an dem Jesus starb. Freitag war der finsterste Tag der Geschichte. Und Sonntag ist der größte Tag der Geschichte. Am Sonntag wurde ein Stein weggerollt. Niemand hatte es kommen sehen…“ „Am Sonntag, beim allerersten Ostern wurde das Grab bezwungen; die Hölle wurde besiegt; die Finsternis wurde überwunden; der Teufel wurde degradiert. Hoffnung wurde rehabilitiert; die Propheten wurden bestätigt; die Soldaten wurden verärgert; die Jünger wurden belebt. Sünde verlor, Scham starb, [Furcht verging,] Freude stieg empor, und Liebe triumphierte.“

Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Das Grab ist leer. Jesus ist auferstanden. Lasst uns feiern und anbeten.

 

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