Predigt: Lukas 17,20 – 37

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Das Reich Gottes ist mitten unter Euch

„Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“

(21b)

In unserem heutigen Text geht es um das Reich Gottes. Wie wir wissen, war Jesus auf dem Weg nach Jerusalem, wo er bald leiden und sterben würde. Als Jesus in dieser Zeit von den Pharisäern gefragt wurde, wann denn das Reich Gottes komme, gab er ihnen eine Antwort, die für sie eine riesige Überraschung war, aber auch für uns von großer Bedeutung ist. Denn Jesus sagte: „Siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Was bedeutete das für die Zuhörer damals, und was bedeutet es für uns? Danach lehrt Jesus seine Jüngern, dass der Tag, an dem er wiederkommen wird, um Gottes Reich ewig und vollkommen aufzurichten, für die meisten Menschen unvorbereitet kommen und ein Tag des Gerichts bedeuten wird. Möge Gott uns helfen, tief zu erkennen, dass das Reich Gottes mitten unter uns ist, und auf diese Realität konsequent zu reagieren.

Teil 1: Das Reich Gottes ist mitten unter euch (20.21)

Wie begann dieses Gespräch? Vers 20a sagt: „Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?“ Das Reich Gottes war das Hauptthema Jesu. Jesus hat durch viele Gleichnisse das Wesen des Reiches Gottes gelehrt und wie es kommt; z.B. im Gleichnis vom Sämann, wo Jesus das Reich Gottes mit Samen verglichen hat, die auf unterschiedlichen Bodenarten fallen (8,4ff). Oder im Gleichnis von der aufgehenden Saat, wo es heißt: „Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie. Denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre“ (Mk 4,26.27). Aber die Pharisäer hatten ihre eigene feste Vorstellung vom Reich Gottes und vom kommenden Messias. Sie hörten Jesu Lehre und sahen die Wunder, die das Kommen von Gottes Reich bezeugten; aber sie erkannten sie nicht an. Einmal, als Jesus einen bösen Geist aus einem Menschen austrieb, behaupteten sie sogar, dass er die bösen Geister mit Beelzebul, dem Obersten der Dämonen, austreiben würde. Jesus sagte ihnen, dass wenn er die bösen Geister mit dem Finger Gottes austrieb, ja das Reich Gottes zu ihnen gekommen war (11,20). Aber sie wollten seine Offenbarung nicht annehmen. Aus dieser ablehnenden Haltung heraus fragten sie Jesus: „Wann kommt das Reich Gottes?“ Sie meinten damit wohl: „Wann kommt denn das Reich Gottes endlich, von dem du so viel geredet hast?“ Mit ihrer Frage wollten sie Jesu Lehre und ihn selbst in Frage stellen.

Wie antwortete ihnen Jesus? Er sagte ihnen: „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man’s beobachten kann; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es! oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (20b.21). Jesus widersprach ihrer Vorstellung, dass das Reich Gottes äußerlich sichtbar kommen würde wie ein politisches Königreich. Jesus wies sie vielmehr auf das Reich Gottes hin, das unter ihnen tatsächlich schon angebrochen war. Denn Gottes Reich war bereits unter ihnen angebrochen und überall da manifest, wo Menschen Jesus als ihren Herrn und Erretter anerkannt und sich unter seine Herrschaft gestellt haben, allen voran Jesu Jünger. Sie erfuhren Befreiung von ihrer Sünde und Schuld und konnten ein neues Leben als Kinder Gottes beginnen. Viele erfuhren Heilung von ihren Krankheiten, viele erlebten die Befreiung von Bindungen an dunkle Mächte, Frieden mit Gott, tiefe Lebensfreude, Sinn und Orientierung für ihr Leben. Während die Jünger Jesus anerkannten und ihm folgten und dadurch Gottes gute Herrschaft in ihrem Leben erfuhren, hatten die Pharisäer, die Jesus ablehnten, keine Ahnung vom Reich Gottes und nahmen nichts davon wahr. Sie sollten die geistliche Realität wahrnehmen und Jesus als den von Gott gesandten Messias anerkennen und sich seiner Herrschaft unterstellen. Jesu Worte „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“ waren eine Einladung an sie und an jeden von uns, zu ihm zu kommen und bei ihm das Reich Gottes zu erleben.

Was bedeutet das für uns? Dass Gottes Reich unter uns ist, ist unser großes Dankanliegen. Früher kannten wir Gott und sein Reich nicht und lebten fern von Gott und wurden von unseren eigenen Gedanken, Begierden, Sorgen und Ängsten und verschiedenen Mächten bestimmt, die unsere Seele beherrschten und uns verblendeten. Alle unsere Bemühungen, zu Gott zu kommen und ihm zu gefallen, scheiterten kläglich. Aber weil Jesus am Kreuz für unsere Sünde starb und wir Gottes Gnade in ihm erkennen konnten, gehören wir nun zu Gottes Reich und können seinen Frieden, seine Liebe und seine Herrschaft über unser Leben zunehmend erleben.

Dass Gottes Reich gekommen ist, bedeutet vor allem: wir haben den wahren König, den lebendigen Gott, und dürfen im Blick auf ihn und in einer lebendigen Beziehung zu ihm leben. In einem idealen Königreich ist ein König nicht nur jemand, unter dessen Herrschaft man lebt, sondern er ist ein Vorbild, zu dem man aufsieht und den man bewundert. Und das ist sehr wichtig. Denn jeder Mensch braucht ein Vorbild, jemand, den er bewundern und an dem er sich orientieren kann. Kinder sehen normalerweise auf ihre Eltern und folgen ihrem Beispiel, später orientieren sie sich mehr an Freunden. Viele Jugendliche und Erwachsene sehen auf andere Menschen, z.B. auf bestimmte Sportler, Sänger oder Schauspieler oder auf andere, die in ihrem Beruf besonders erfolgreich sind. Viele verfolgen ihre Äußerungen in Interviews oder folgen ihnen sogar täglich auf Twitter. Aber wir müssen von Menschen zwangsläufig enttäuscht werden, wenn wir merken, dass Menschen ohne Gott selbst Fehler und Widersprüche haben und keine richtige Orientierung für ihr Leben haben. Wenn ihr Idol durch bestimmte Ereignisse „entzaubert“ wird oder spätestens wenn er oder sie stirbt, müssen sie erkennen, dass der, den auf den sie geschaut, selbst nur ein schwacher Mensch war, und werden enttäuscht. Aus dem Grund geraten, wenn ein großer Star stirbt, zahllose Teenager oder Erwachsene in tiefe Traurigkeit und Verzweiflung. Aber wenn wir Jesus als unseren Erlöser angenommen haben und unter seiner Herrschaft leben, ist der ewige lebendige Gott unser König. Er, der voller Gnade und Wahrheit ist und uns Sünder annimmt, wie wir sind, verdient all unseren Dank, Bewunderung und Lobpreis. Das Schauen auf ihn ist immer tröstend, heilsam, ermutigend, stärkend und Hoffnung gebend. Er, der mit seiner Macht uns erhält und lebendig machen und in sein ewiges Reich führen wird, wird uns niemals enttäuschen, sondern wird in der Zukunft alle unsere Erwartungen übertreffen. Dass das Reich Gottes herbeigekommen ist, bedeutet, dass wir den wahren König für unser Leben haben und mit ihm in Gemeinschaft leben dürfen.

Gottes Herrschaft macht uns frei von der Schuld und der Macht der Sünde, sodass wir dem sündigen Verlangen nicht mehr folgen müssen. Gottes Herrschaft befreit uns, immer mehr zu sehen, wie gut Gott ist, und für seine große Gnade dankbar zu sein. Gottes Herrschaft macht uns frei, andere aus Gottes Sicht zu sehen und sie anzunehmen, wie sie sind, anstatt sie wegen ihrer Stärken grundlos zu beneiden oder wegen ihrer Schwächen zu verachten, und echte Beziehungen einzugehen. Gottes Reich befähigt uns, das Ziel unseres Lebens zu sehen und eine lebendige Hoffnung darauf zu haben und eine klare Orientierung für unser Leben zu finden. Gottes Reich ist unsere grundlegende Orientierung für unser Leben hier, dass wir hier unter Gottes Herrschaft leben und seine Liebe, seine Treue, seine Heiligkeit und seinen Willen immer mehr erfahren und davon geprägt und verändert werden sollen. Gleichzeitig ist Gottes Reich auch unser Ziel. Dass Gott sein Reich hier mitten unter uns gebaut hat, ist nur ein Anfang, ein Vorgeschmack und eine Vorbereitung auf sein herrliches, ewiges Reich, das Gott vollkommen aufrichten wird, wenn Jesus wiederkommt. Dort wird es kein Leid, keinen Schmerz, keine Tränen und keinen Tod mehr geben wird. Dort werden wir ihn ungehindert schauen und ihn bewundern können und mit ungetrübter überschwänglicher Freude ihn preisen und Gemeinschaft mit ihm haben. Dieses Reich ist die herrliche Hoffnung für unser Leben, die uns im Glaubensleben immer neu anspornt und uns leitet.

Das gilt nicht nur für uns persönlich. Dass Gottes Reich mitten unter uns ist, betrifft nicht nur die einzelnen Individuen, sondern bedeutet auch, dass es auch in der Gemeinschaft der Gläubigen Gestalt annimmt. Von Anfang an, als Jesus das Reich Gottes verkündigte, nahm es in der Gemeinschaft derer, die seine Worte annahmen und sich unter seine Herrschaft stellten, Gestalt an. Die Gemeinschaft der Christen ist das, wo Gottes gute Herrschaft zum Ausdruck kommen und für alle sichtbar und erfahrbar werden soll. Viele Stellen im Neuen Testament ermahnen deshalb die Gläubigen, dass wir unsere Einstellung gegenüber den Brüdern und Schwestern und unser Verhalten in der Gemeinschaft ändern sollen, damit sie Gottes Reich entsprechen. Wir werden erinnert, dass wir allezeit fröhlich und dankbar sein und ohne Unterlass beten sollen, wir werden ermahnt, dass wir jeder den anderen höher achten sollen als uns selbst und dass wir einander ermahnen, ermutigen und erbauen sollen. Wir sollen einander so lieben, wie Jesus selbst uns geliebt hat, sodass jedermann erkennen kann, dass wir Jesu Jünger sind, dass er selbst lebt und unter uns ist. Denn Gott will, dass sein Reich in uns und unter uns Gestalt annimmt und wächst. Lasst uns beten, dass Gott jedem von uns hilft, seine Herrschaft jeden Tag neu anzunehmen, ihm dafür zu danken und bewusst unter seiner Herrschaft den ganzen Tag zu leben. Gottes Reich ist das Beste, was es überhaupt gibt; es ist unser großes Dankanliegen; es ist die Grundlage unseres Lebens, der Grund und Gegenstand unserer Freude, es ist das Haus, in dem wir wohnen, es ist die Orientierung für unser Leben und unser Ziel, für das wir beten und nach dem wir streben sollen. Möge Gott uns helfen, dass wir für sein Reich immer dankbar sind, und dass wir immer bewusster und völliger unter seiner Herrschaft leben und seine Liebe und Gnade und seinen Frieden noch viel mehr erleben, seine Leitung und gute Herrschaft viel mehr erfahren. Lasst uns beten, dass Gottes Reich auch in unserer Gemeinschaft noch viel mehr komme und dass Gott sein Reich durch uns unter den Studenten und vielen weiteren Menschen in dieser Stadt kommen lasse.

Teil 2: An dem Tag, wenn der Menschen offenbar werden wird (22-37)

In dem folgenden Abschnitt wendet sich Jesus an seine Jünger und spricht zu ihnen über den Tag seiner Wiederkunft, der die vollkommene Aufrichtung des Reiches Gottes einleiten wird. Betrachten wir die Verse 22-24: „Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da! oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauft ihnen nicht nach! Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein.“ In jener Zeit würden die Jünger sich herbeiwünschen, dass sie Jesu Wiederkunft und ewige Herrschaft schon erleben könnten, da sie wegen ihres Glaubens verfolgt werden. In dieser Zeit ist es wichtig, dass sie sich von Behauptungen, dass er schon hier oder dort gekommen wäre, nicht irreführen lassen. Sie sollen solchen Leuten nicht folgen. Denn Jesu Kommen wird ein universales Ereignis und weltweit für alle sichtbar sein.

Was war aber vorher nötig? Jesus sagt: „Zuvor aber muss er viel leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht“ (25). Jesus erwähnt an dieser Stelle, dass er vorher viel leiden und von den Juden verworfen werden muss. Jesus wusste, dass seine Auferstehung und Himmelfahrt und seine Wiederkunft als Retter der Gläubigen nur möglich war, wenn er zuerst viel leiden und von den ungläubigen Menschen getötet würde. Jesus spricht hier von „muss“, weil es Gottes heiliger Wille und Plan zu unserer Rettung war. Nur weil Jesus starb, kann irgendein Mensch von Gott angenommen werden und in sein Reich kommen. Nur weil Jesus das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete, konnten wir Gottes Kinder werden und können unter seiner Herrschaft leben. Preis sei Jesus, der ans Kreuz ging und für unsere Sünden litt und starb, damit wir in Gottes Reich leben können!

Jesus redet weiter über die Zeit vor seiner Wiederkunft, um die Jünger darauf vorzubereiten. Wie würde die Zeit sein, wenn er wiederkommen wird? Betrachten wir die Vers 26-30: „Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird’s auch geschehen in den Tagen des Menschensohns: sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie ließen sich heiraten bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und brachte sie alle um. Ebenso, wie es geschah zu den Zeiten Lots: Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; an dem Tag, als Lot aus Sodom ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um. Auf diese Weise wird’s auch gehen an dem Tage, wenn der Menschensohn wird offenbar werden.“ Jesus verweist hier auf zwei Ereignisse in der Geschichte, wo Gott über die Sünde von Menschen konkret Gericht geübt hat. In der Zeit von Noah und in der Zeit von Lot beschäftigten sich die Menschen nur mit den äußerlichen Dingen des Lebens wie essen, trinken, heiraten, kaufen und verkaufen, pflanzen und bauen. Diese Dinge sind an sich nicht schlecht oder verwerflich. Aber in jener Zeit taten die Menschen all diese Dinge ohne Gott, es war ihr Lebensinhalt und Ziel. Sie ignorierten Gott und lebten bloß nach dem Fleisch. Sie kehrten nie von ihrem verkehrten Leben um, sodass Gott schließlich das Gericht über sie bringen musste. Als die Sintflut über den ganzen Erdkreis kam, überlebten nur 8 Menschen. Als Sodom unterging, konnten nur 3 Menschen überleben, nämlich Abrahams Neffe Lot und seine Töchter, für die Abraham gebetet hatte. Diese Worte sind eine starke Warnung an die Jünger und an alle Menschen. Jesu Kommen wird sehr überraschend sein, wie zur Zeit von Noah und zur Zeit von Lot. Die Einstellung und Lebensweise wird von Gott völlig entfremdet sein, sodass die Sünde ganz „normal“ sein wird. Die Menschen werden ohne Gewissensbisse in der Sünde leben und meinen, sie würden nie zur Rechenschaft gezogen und es würde nie sich ändern. Jesu Worte weisen darauf hin, dass sein Kommen ein immenses Gericht über sehr viele Menschen bedeuten wird. Es ist auch eine Warnung an die Jünger, dass sie bzw. wir uns nicht von der Welt und ihren verkehrten Maßstäben und Gesinnung beeinflussen. Es ist wichtig, dass wir im Blick auf das Kreuz in Jesus bleiben und für ihn und sein Reich leben.

Wovor warnte Jesus konkret? Betrachten wir die Verse 31-33: „Wer an jenem Tage auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, der steige nicht hinunter, um sie zu holen. Und ebenso, wer auf dem Feld ist, der wende sich nicht um nach dem, was hinter ihm ist. 32 Denkt an Lots Frau! 33 Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird es verlieren; und wer es verlieren wird, der wird es gewinnen.“ Hier warnt Jesus die Jünger und uns, dass wir dem Gericht wirklich entrinnen sollen. Lots Frau wurde von den Engeln zusammen mit Lot und seinen Töchtern aus der Stadt Sodom geführt. Sie muss gehört haben, dass der Engel sagte, dass sie nicht hinter sich sehen sollten. Aber als die Stadt in Flammen aufging und zerstört wurde, drehte sie sich um, um es nochmal zu sehen, weil ihr Herz daran hing. Die Aufforderung, nicht noch etwas aus dem Haus zu holen, bezieht sich wohl zum einen auf die Belagerung und Zerstörung Jerusalem 70 n.Chr., wo es eine kurze Zeit zur Flucht gab. Die Christen, die sich an dieses Wort Jesu erinnerten, konnten in dieser Zeit fliehen und ihr Leben retten. Jesu Warnung hat aber eine weitergehende Bedeutung. Wir sollen nichts in der Welt hängen. Jesus sagt noch deutlicher: Wenn wir unser Leben zu erhalten suchen, werden wir es verlieren; und nur wer es für Jesus verliert, wird es gewinnen. Dieses Wort klingt paradox. Was heißt das? Wir sind auch als Christen in der Gefahr, dass wir nach unserer alten Natur instinktiv für uns selbst leben und letztlich unser Leben hier in der Welt erhalten wollen. Dann besteht die Gefahr, dass wir andere Menschen, Dinge oder Ziele praktisch an erste Stelle setzen und Jesus verlieren. Wir sollen uns davor hüten. Wir sollen unser Leben neu ganz Jesus unterstellen und ihm völlig übergeben und ganz unter seiner Herrschaft und für das Kommen seines Reiches leben. Wir sollen Jesus über alles lieben und nichts mehr in der Welt suchen, sondern alles für ihn hingeben. Jesus verheißt:“ und wer es verlieren wird, der wird es gewinnen.“

Jesus unterstreicht seine Warnung in den letzten Versen des Abschnitts: „Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei auf einem Bett liegen; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben werden. 35 Zwei Frauen werden miteinander Korn mahlen; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben werden.“ Diese Verse machen klar, dass bei der Wiederkunft Jesu menschliche Bindungen und Zugehörigkeiten wie zwischen Mann und Frau oder zwischen Arbeitskollegen keine Rolle spielen werden. Denn Gott wird nicht darauf sehen, ob unsere Familienangehörigen oder Freunde durch den Glauben unter Gottes Herrschaft lebten, sondern wird individuell jeden Menschen richten. Es wird allein zählen, ob du und ich durch den Glauben in einer richtigen Beziehung zu Gott gelebt haben.

Die Jünger müssen von Jesu Lehre betroffen gewesen sein. „…Sie fingen an und fragten ihn: Herr, wo? Er aber sprach zu ihnen: Wo das Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.“ Jesu Antwort ist nicht leicht zu verstehen. Geier zeigen, wo es Aas gibt. So weist Jesus die Jünger darauf hin, dass es für das Gericht vorher Anzeichen geben wird, nämlich in der Sünde der Menschen oder in ihrer Frömmigkeit, in der sie leben.

Heute haben wir gelernt, dass das Reich Gottes bereits mitten unter uns ist. Wir haben auch gehört, dass der Tag der Wiederkunft Jesu für uns Gläubige die vollkommene Aufrichtung des Reiches Gottes bedeuten wird, aber für die anderen (nach Jesu Andeutung die Mehrheit der Menschen) das Gericht. Möge Gott uns helfen durch den Glauben an Jesus jeden Tag bewusst unter seiner Herrschaft zu leben, ihm dafür zu danken und für sein Reich zu leben. Möge Gott sein Reich in uns und unter uns und durch uns weiter kommen lassen!

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