Predigt: Psalm 119,145 – 160 (ק Qoph ר Resh)

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Ich wache auf, nachzusinnen über dein Wort

„Ich wache auf, wenn’s noch Nacht ist, nachzusinnen über dein Wort.“

(148)

Ich wünsche euch einen gesegneten 2. Advent! Advent ist eine Zeit, in der wir uns an das Kommen unseres Herrn in die Welt erinnern. Es ist eine Zeit des Wartens auf das Fest, an dem wir sein Kommen feiern. Es ist eine Zeit, in der wir verstärkt auf seine Worte hören und ihn im Gebet suchen. In diesem Sinne passt unser heutiger Text auch gut zum Advent. Denn im vorletzten Abschnitt von Psalm 119 bringt der Psalmist vielleicht am deutlichsten zum Ausdruck, wie er auf Gottes Wort hoffte und ihn im Gebet suchte. Wie drückte er seine Sehnsucht nach Gott und seiner Hilfe aus? Lasst uns das gemeinsam erfahren!

I. Erhöre mich, Herr; ich will deine Gebote halten (145-152)

Betrachten wir sein Gebet im Vers 145: „Ich rufe von ganzem Herzen; erhöre mich, Herr; ich will deine Gebote halten.“ Er ruft zu Gott von ganzem Herzen und bittet ihn um Erhörung. Dabei bekennt er Gott, dass er seine Gebote halten will. Ein dringendes Anliegen drängt ihn dazu, weiter zu beten: „Ich rufe zu dir, hilf mir; ich will mich an deine Mahnungen halten.“ Sein Gebet bringt zum Ausdruck, dass er seine ganze Hoffnung auf Gott und sein Wort gesetzt hat. Deshalb bittet er Gott von ganzem Herzen um Hilfe. Zum anderen sehen wir, dass er mit der Bereitschaft betet, Gottes Worte zu halten. Viele bitten Gott bei diesem und jenem um seine Hilfe, aber sie sind ihrerseits nicht wirklich bereit, auf Gott zu hören und nach seinem Wort zu leben. Der Psalmist aber war fest entschlossen, Gottes Wort zu halten. Daher bildeten sein Gebet und sein Leben mit Gottes Wort eine Einheit. Sein Gebet gründete auf dem Wort Gottes, über das er Tag und Nacht nachsann. „Ich komme in der Frühe und rufe um Hilfe; auf dein Wort hoffe ich. Ich wache auf, wenn’s noch Nacht ist, nachzusinnen über dein Wort“ (147.148). Schon morgens früh kam er vor Gott bat ihn um Hilfe, wobei er seine Hoffnung auf Gottes Hilfe und sein Wort gründete. Er liebte Gottes Wort so sehr, dass er sogar nachts aufwachte, um über Gottes Wort nachzusinnen. Kürzlich habe ich gelesen, dass Erwachsene nachts normalerweise zehnmal oder öfter aufwachen und sich orientieren und dann weiterschlafen, ohne es zu merken. Aber wenn der Psalmist aufwachte, wollte er nicht wieder einschlafen, sondern über Gottes Wort nachdenken. Er liebte Gottes Wort so sehr, weil er dadurch Gott besser kennenlernen konnte, sein Wesen, seine Gnade und seinen Willen. Er sann gerne über Gottes Worte nach, weil es ihm half, Gottes Willen in allen Bereichen zu erkennen, und ihm Kraft gab, auch danach zu leben. Seine Worte „ich will deine Gebote halten“ und „ich will mich an deine Mahnungen halten“ waren nicht nur ein bloßes Bekenntnis seines Willens, sondern Ausdruck seines Gebets, dass Gott ihm dabei helfen möge, Gottes Wort zu halten. Er liebte also Gott so sehr, dass er Gott vom frühen Morgen an von ganzem Herzen darum bat, dass er seine Worte halten kann. So gründete sein Gebet auf Gottes Wort und hatte auch das Halten von Gottes Worten zum Gegenstand.

Was können wir von ihm lernen? Wir können lernen, dass unser Gebet mit Gottes Wort verbunden sein und darin seine Grundlage haben soll. Gottes Wort hilft uns, Gott, sein Wesen und seinen Willen zu erkennen. Je mehr wir auf Gottes Wort hören, desto besser können wir seinem Willen entsprechend beten. Wenn wir auf Gottes Wort hören und ernsthaft trachten, danach zu leben, können unsere Gebete Gott ehren und er kann sie erhören. Viele Verheißungen in der Bibel sagen, dass Gott Gebete gerne erhört. Psalm 4,4 sagt: „Erkennt doch, daß der Herr seine Heiligen wunderbar führt; der Herr hört, wenn ich ihn anrufe.“ Wenn Gläubige ihre Gesinnung aber nicht von Gottes Wort bestimmen lassen, hat Gott Schwierigkeiten, ihre Gebete zu erhören. Im Jakobusbrief hören wir das tadelnde Wort: „Ihr bittet und empfangt nicht, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr’s für eure Gelüste vergeuden könnt“ (Jak 4,3). Wenn ein Mensch gar nicht bereit ist, auf Gottes Wort zu hören, betet er entweder gar nicht oder er betet, aber mit verkehrter Gesinnung und Anliegen. Die Bibel sagt in Sprüche 28,9: „Wer sein Ohr abwendet, um die Weisung nicht zu hören, dessen Gebet ist ein Gräuel.“ Solche Gebete sind für Gott schrecklich, Gott kann sie nicht ertragen geschweige denn erhören.

Deshalb ist es wichtig, dass unser Gebet mit dem Hören auf Gottes Wort verbunden ist. Als der Psalmist betete, basierte sein Gebet auf dem Wort Gottes, das er entschlossen war zu halten. So soll auch unser Gebet mit dem festen Willen verbunden sein, Gottes Worte festzuhalten und danach zu leben. Wenn wir beten, hört Gott nicht nur unsere Gebetsworte, sondern sieht auch in unser Herz und unser Leben. Unser Gebet und unser Leben sollen eine Einheit bilden. Darum ist es wichtig, dafür zu beten, dass wir Gottes Worte nicht nur hören, sondern sie auch festhalten und danach leben. Jesus sagte am Ende seiner Bergpredigt, dass der, der seine Rede hört und sie tut, einem klugen Mann gleicht, der sein Haus auf Fels baute. An verschiedenen anderen Stellen hat er gelehrt, wie wichtig es ist, dass seine Worte in uns bleiben, z.B. im Gleichnis vom Sämann (Mk 4). In Johannes Kap. 15 lehrt Jesus seine Jünger schließlich: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren“ (Joh 15,7). Möge Gott uns helfen, seine Worte im Alltag festzuhalten und danach zu leben, sodass all unsere Gebete von ihm erhört werden können!

Dies konfrontiert uns gleichzeitig mit der Frage nach der Grundlage bzw. Berechtigung unseres Betens. Wenn Gott das Gebet der Gerechten erhört, das Gebet der Frommen, auf welcher Grundlage können wir dann erwarten, dass er uns erhört? Wenn Gott beim Hören unseres Gebets in unser Herz und in unser Leben sieht, wer kann dann Zuversicht haben, dass Gott ihn erhört? Sind wir nicht schon allzu oft daran gescheitert, seinem Wort entsprechend gesinnt zu sein und zu leben? Wir wissen, dass ein einmaliges Scheitern im Gehorsam uns für immer disqualifiziert, vor Gott zu treten und irgendetwas von ihm zu erbitten. Diese Einsicht erinnert uns daran, dass wir in uns selbst letztendlich keine Grundlage haben, um zu Gott zu beten und irgendetwas von ihm zu erbitten. Die Grundlage dafür liegt nicht in uns, sondern sie wurde uns geschenkt durch den, der auf die Erde kam, um unter uns zu wohnen und uns mit Gott zu versöhnen. Als Jesus auf der Erde war, betete er täglich für den Willen Gottes und lebte selbst tadellos danach. Schließlich kämpfte er im Gebet heftig mit dem Anliegen „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe“, damit er Gottes Willen auch da gehorchen konnte, auch als es für ihn den qualvollen Tod am Kreuz bedeutete. Als er am Kreuz starb, bezahlte er die Strafe für all unsere Schuld und verschaffte uns das Recht, Gottes Kinder zu heißen. Obwohl wir wegen unserer Sünde jegliches Recht verwirkt haben, irgendetwas von Gott zu erbitten, dürfen wir wegen Jesus jederzeit vor den Vater treten und ihn um alles bitten. Deshalb verhieß Jesus den Jünger schon am Abend vor seiner Kreuzigung: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei“ (Joh 16,23b.24). Danken wir Gott für Jesus, durch den er uns dieses Privileg gegeben hat! Lasst uns davon reichlich Gebrauch machen und zum Vater für alle Dinge beten, vor allem dafür, dass wir seine Worte behalten und mit ihm verbunden nach seinem Willen leben können.

Worauf verließ sich der Psalmist, wenn er betete? Betrachten wir Vers 149: „Höre meine Stimme nach deiner Gnade; Herr, erquicke mich nach deinem Recht.“ Er bildete sich nicht ein, dass er ein Recht darauf hätte, von Gott erhört zu werden. Vielmehr betete er im Vertrauen auf Gottes Gnade. Er glaubte, dass Gottes Gnade so groß ist, dass der sein Gebet erhören würde, obwohl er selbst ein Sünder war. Dieses Vertrauen kam nicht einfach aus seinem Gefühl oder seinen Vermutungen. Seine direkt angeschlossene Bitte „erquicke mich nach deinem Recht“ weist darauf hin, dass er sich auch hier auf Gottes Wort stützte. Und er wünschte sich, diese Worte Gottes noch mehr zu hören, die ihn innerlich erfreuten und belebten.

Diese innere Erquickung war für ihn um so wichtiger, da er ganz akute Probleme hatte. Im Vers 150 sagt er: „Meine arglistigen Verfolger nahen; aber sie sind fern von deinem Gesetz.“ Die Leute, die ihn verfolgten, waren arglistig, also betrügerisch und hinterhältig. Und sie nahten sich ihm, sie kamen ihm immer näher. Aber der Psalmist geriet nicht in Panik. Vielmehr brachte er die Bedrohung durch sie erneut vor Gott. Und er betrachtete auch diese Menschen primär nicht aus menschlicher Sicht, z.B. wie stark sie waren, was für Waffen sie besaßen oder wie gut sie vernetzt waren, sondern aus Gottes Sicht. Er sah die Tatsache, dass sie sich von Gottes Gesetz weit entfernt hatten und ihr Trachten und ihr Leben von ganz anderen Dingen bestimmen ließen. So konnte er sie geistlich richtig einordnen und auch ihr böses Verhalten ihm gegenüber verstehen.

Er betrachtete aber nicht nur die anderen, sondern auch sich selbst aus Gottes Sicht. Er bekannte: „Herr, du bist nahe, und alle deine Gebote sind Wahrheit“ (151). Diese Zuversicht war angesichts der herannahenden Feinde wichtig. So geriet er nicht in Furcht und wurde nicht hilflos, weil er nicht seine Lage berechnete, sondern durch den Glauben an Gottes Wort daran festhielt, dass Gott ihm nahe ist. Auch hier haben wir von ihm zu lernen. Wenn wir in ernste Schwierigkeiten geraten und von Problemen oder Menschen bedroht werden, kann es leicht passieren, dass wir die Lage berechnen und dass unser Herz von unseren berechnenden Gedanken und Gefühlen erfüllt wird. Dann werden wir leicht innerlich hilflos und können nicht mehr im Glauben beten. Aber der Psalmist geriet angesichts der herannahenden arglistigen Verfolger nicht in Sorge oder Angst, weil er die Situation nicht einfach von sich aus betrachtete, sondern sowohl die Feinde als auch sich selbst konsequent aufgrund von Gottes Wort sah. Dadurch blieb ihm bewusst, dass Gott alles unter seiner Kontrolle hat und dass er eines Tages alle Menschen nach seinem Gesetz richten wird. So konnte er auch angesichts der Bedrohungen weiter auf Gott vertrauen und zuversichtlich zu ihm beten, anstatt in Angst hilflos zu werden oder sich selbst in Unrecht zu verstricken.

Was half ihm, selbst in so einer akuten Bedrohung auf Gottes Wort so fest zu vertrauen? Er bekennt im Vers 152: „Längst weiß ich aus deinen Mahnungen, dass du sie für ewig gegründet hast.“ Er hatte durch Gottes Worte erkannt, dass sie nicht nur in einer bestimmten Zeit oder unter bestimmten Bedinungen gelten, sondern immer und ewig. Gott hat seine Mahnungen für ewig gegründet, sodass wir Menschen uns zu allen Zeiten und in allen Situationen darauf verlassen können.

Die meisten von uns haben diese Erkenntnis der Psalmisten auch schon längst erlangt. Trotzdem kommt es bei vielen vor, dass wir sogar bei Problemen, die viel kleiner sind als die arglistigen Verfolger, die dem Psalmisten Gewalt antun wollten, in Sorge und Angst geraten. Wer kann ruhig bleiben im Gebet, wenn böse Männer euch verfolgen und schon am Bismarckplatz oder am Anfang der Landhausstraße sind? Das Problem ist nicht, dass wir nicht wissen, dass Gottes Wort zuverlässig ist und ewig gilt, sondern dass wir es in der Not nicht anwenden. Gerade in Schwierigkeiten neigen wir dazu, die Situation mit unseren eigenen Gedanken zu berechnen, und geraten völlig unnötig in Ängste und Sorgen, weil wir uns selbst und unsere Lage nicht aufgrund von Gottes Wort aus Seiner Sicht sehen. Möge Gott uns helfen, Gottes Wort nicht nur theoretisch für wahr zu halten, sondern gerade auch in Problemen auf das Wort zu vertrauen und vertrauensvoll zu Gott zu beten, anstatt in Sorgen und Ängsten zu leben.

II. Erquicke mich durch dein Wort (153-160)

Wofür betete er weiter? Lesen wir gemeinsam die Verse 153 und 154: „Sieh doch mein Elend und errette mich; denn ich vergesse dein Gesetz nicht. Führe meine Sache und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort.“ Angesichts der akuten Bedrohung bat er Gott inständig um Hilfe. Wie massiv die Bedrohung war, zeigt, dass er Gott, ihn zu erretten und zu erlösen. Er beteuerte weiter, dass er Gottes Gesetz nicht vergessen will. Und er bat Gott nicht nur um praktische Rettung vor seinen Feinden, sondern auch um Erquickung durch sein Wort. Die Bitte um Erquickung finden wir in diesem Abschnitt insgesamt viermal – in den Versen 149, 154, 156, 159. Dies zeigt uns, wie wichtig in der Not neben der praktischen Hilfe gerade die innere Hilfe von Gott ist. Erquickung ist nötig, damit unsere Seele nicht in der Not verschmachtet oder unter ihrer Last erstickt, sondern weiter auf Gott schauen und vertrauensvoll beten kann. Wir beten in Nöten oft für die sichtbaren Probleme von uns oder anderen, wo Gottes Hilfe offensichtlich nötig ist; das ist auch gut so. Aber wir dürfen in so einer Zeit Gott auch um Erquickung bitten. Gott will nicht nur das äußere Probleme lösen, sondern er will gerade auch uns selber helfen. Daher können wir Gott zu sagen, wenn wir innerlich müde, kraftlos oder ausgebrannt sind. Wenn es uns an Glauben, an Freude, an Zuversicht und Kraft fehlt, sollen wir beten: „Erquicke mich durch dein Wort!“ Gott wird uns sicher erhören und uns durch sein Wort erquicken, wenn wir ihm Gelegenheit dazu geben. Möge Gott euer Gebet um Erquickung durch sein Wort segnen, wann immer ihr Erquickung braucht!

Wie dachte er über seine Verfolger? Im Vers 155 sagt er: „Das Heil ist fern von den Gottlosen; denn sie achten deine Gebote nicht.“ Er betrachtete die Gottlosen weiter aus geistlicher Perspektive. Sie waren fern von der Errettung. Der Grund dafür war, dass sie Gottes Worte nicht achteten. Weil sie Gottes Wort nicht beachtete, konnten sie weder Gott noch ihre eigene Lage vor ihm erkennen. Da sie ihre Verlorenheit nicht erkannten, fragten sie nicht nach dem Weg zum Heil und erkannten ihn nicht. Der Psalmist dachte daher an sie mit Mitleid, auch wenn sie ihm das Leben schwer machten.

Wie sah er aber seine eigene Lage? Er sagt in Vers 156: „HERR, deine Barmherzigkeit ist groß; erquicke mich nach deinem Recht.“ Hier ist die Übersetzung (KJV) hilfreich: “Great are thy tender mercies, O LORD: quicken me according to thy judgments.” Er vertraute auf Gottes Barmherzigkeit, die groß ist für alle, die ihn suchen. Er vertraute auf Gottes zärtliche Barmherzigkeit. Dadurch konnte er auch in großen Problemen auf Gott Zuversicht haben und auch angesichts seiner endlichen Errettung.

Betrachten wir auch Vers 157: „Meiner Verfolger und Widersacher sind viele; ich weiche aber nicht von deinen Mahnungen.“ Es gab viele Verfolger und Feinde, die seine Sicherheit und sein Leben bedrohten. Aber er blieb bei seiner Entscheidung, sich an Gottes Mahnungen zu halten und nicht davon abzuweichen. Er war nicht versucht, einen leichten Ausweg aus seinen Problemen zu suchen, weil er daran festhielt, dass er nach Gottes Wort leben wollte.

Was ging in ihm vor, wenn diejenigen sah, die Gott und sein Wort verachteten? Er sagt: „Ich sehe die Verächter und es tut mir wehe, dass sie dein Wort nicht halten.“ Er konnte nicht ruhig oder gar gleichgültig bleiben, wenn er diejenigen sah, die Gott und sein Wort verachteten. Es tat ihm weh, dass sie Gottes Wort kannten, es aber nicht hielten. Sie hielten es nicht, weil sie sich selbst mehr liebten als Gott und ihren momentanen Vorteil suchten. Es bereitete ihm Schmerzen im Herzen, dass sie Gott so sehr durch ihren Ungehorsam verachteten. Es tat ihm wohl auch deshalb weh, weil er wusste, was für ein Ende sie sich durch diese Einstellung schließlich zuziehen würden.

Welche Gesinnung bekannte er dagegen über sich selbst? Vers 159 sagt: „Siehe, ich liebe deine Befehle; HERR, erquicke mich nach deiner Gnade.“ Er war ganz anders gesinnt als die Gottlosen. Er liebte Gottes Befehle, weil er Gott liebte und ihn unbedingt ehren und nach seinem Willen leben wollte. Angesichts der vielen Gottlosen bat er Gott erneut um Erquickung nach seiner Gnade. Wenn wir Gott nur oberflächlich lieben, haben wir wenig Schmerzen über den Ungehorsam anderer Menschen und die Verachtung Gottes durch sie. Möge Gott uns helfen, Gott und sein Wort so sehr zu lieben, dass uns der Unglauben und Ungehorsam anderer weh tut. Möge Gott uns dann mit seinem Wort reichlich erquicken und uns Trost und Freude schenken!

Betrachten wir sein abschließendes Bekenntnis im Vers 160: „Dein Wort ist nichts als Wahrheit, alle Ordnungen deiner Gerechtigkeit währen ewiglich.“ Noch wörtlichere Übersetzungen sagen an dieser Stelle „Die Summe deines Wortes ist Wahrheit …“

Gottes Wort ist nichts als Wahrheit. Es ist durch und durch wahr und zuverlässig und gilt ewig. Gottes Wort ist die einzige stabile Basis für unser Denken und unser Leben. Es ist das Einzige, was durch alle Nöte und Schwierigkeiten im Leben trägt und uns selbst im Tod noch errettet. Das war die Grundlage des Lebens des Psalmisten, an der er festhielt und sein Leben konsequent danach führte. Möge Gott auch uns helfen, an Gottes Wort festzuhalten und unser ganzes Leben darauf zu hören und danach zu leben! Lesen wir noch einmal das Leitwort: „Ich wache auf, wenn’s noch Nacht ist, nachzusinnen über dein Wort“ (148).

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