Predigt: Lukas 8,22 – 39

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Jesus heilt einen besessenen Gerasener

„Und Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Legion. Denn es waren viele böse Geister in ihn gefahren.“

(30)

Wir beten in diesem Jahr für das Anliegen, die Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi tiefer zu erkennen und davon erleuchtet andere auf ihn hinzuweisen. Bisher haben wir im Lukasevangelium erfahren, wie Jesus viele Kranke geheilt, ihnen die Sünden vergeben und sie als seine Jünger berufen und gelehrt hat. Unser heutiger Text berichtet von zwei Ereignissen, in denen Jesus noch mehr von seiner Herrlichkeit offenbart hat – einmal inmitten eines heftigen Sturms, danach an einem Mann, der von tausenden von bösen Geistern besessen war. Gott helfe uns, Jesus Offenbarung wahrzunehmen und mit dem entsprechenden Glauben darauf zu reagieren!

Teil 1: Die stillt einen starken Sturm (22-25)

Wie begann dieses Ereignis? Der Vers 22 sagt: „Und es begab sich an einem der Tage, dass er in ein Boot stieg mit seinen Jüngern; und er sprach zu ihnen: Lasst uns über den See fahren. Und sie stießen vom Land ab.“ Jesus stieg mit seinen Jüngern am See Genezareth in ein Boot und forderte sie auf, auf die andere Seite zu fahren. Das macht ganz klar, dass die Jünger hier nicht eigenwillig handelten, sondern Jesus treu folgten. Der Vers 23a sagt: „Und als sie fuhren, schlief er ein.“ Die Fahrt muss anfangs glatt verlaufen sein. Dass Boot glitt über das Wasser und die Jünger genossen es, eine Zeitlang unter sich zu sein, ohne dass die Menge sie stören konnte. Dass Jesus einschlief, zeigt nicht nur, dass die Fahrt glatt verlief, sondern auch wie viel Jesus Gott und den Menschen gedient hat, sodass während dieser Art Pause einschlief. Für die Jünger war es wie eine schöne Ausflugsfahrt.

Aber das blieb nicht lange so. Vers 23 sagt weiter: „Und es kam ein Windwirbel über den See und die Wellen überfielen sie, und sie waren in großer Gefahr.“ Der See Genezareth ist von verschiedenen Bergen umgeben. Die Fallwinde, die von den Tälern aus auf ihn strömen, können recht schnelle Wetterumschwünge mit Wirbelstürmen verursachen. Das passierte auch während der Bootsfahrt der Jünger mit Jesus. Anfangs müssen die Jünger, von denen mindestens vier Fischer waren, gedacht haben: „Das kriegen wir schon hin.“ Sie wussten, was in solchen Situationen zu tun war, und setzten alle auf die dem Wind zugewandte Seite und verkleinerten das Segel, um ihr Boot auf Kurs zu halten. Aber der Sturm war stärker als gedacht. Die Wellen wurden immer höhere und überfielen sie, das heißt, sie schlugen bereits ins Boot. Mit jeder Welle wurden etliche zig oder hundert Liter Wasser ins Boot gespült. Die Jünger müssen wie verrückt versucht haben, das Wasser aus dem Boot zu schöpfen; aber es half nichts. Markus schreibt in seinem Bericht, dass das Boot „schon voll wurde“ (Mk 4,37). Sie waren in akuter Seenot. Es war nur noch eine Frage von wenigen Minuten, dass ihr Boot sinken würden – und dann hätten sie kaum Überlebenschancen. Denn auf einem stürmischen See mit so hohen Wellen kann man sich nicht lange über Wasser halten, und in einem Sturm an Land zu schwimmen, ist illusorisch. Zusammenfassend schreibt Lukas: „Sie waren in großer Gefahr.“

Was machten die Jünger dann? Als sie im Begriff waren, unterzugehen, dachten sie an Jesus, der die ganze Zeit mit ihnen im Boot war und immer noch schlief. Sie weckten ihn auf und sprachen: „Meister, Meister, wir kommen um!“ Es war gut, dass die Jünger sich wenigstens jetzt an Jesus wandten, aber was sie sagten, war kein Gebet des Glaubens. Sie schrien voller Angst: „Wir kommen um!“ Sie waren nicht von Glauben, sondern von Angst erfüllt. Genau genommen baten sie Jesus gar nicht um Hilfe, sondern teilten ihm mit, dass sie nun sterben.

Wie reagierte Jesus? Lesen wir gemeinsam den Vers 24b: „Da stand er auf und bedrohte den Wind und die Wogen des Wassers, und sie legten sich und es entstand eine Stille.“

Jesus reagierte sofort und half. Er stand auf und bedrohte den tobenden Wind und die Wellen. Nach dem Bericht von Markus sprach Jesus zu dem Wind und dem Meer: „Schweig und verstumme!“ Was war die Folge? Es entstand eine Stille. Der stürmische Wind, der ihnen eben noch um die Ohren gepfiffen hat, und das tosende Wasser wurden ganz still. Eigentlich kann niemand einen tosenden Sturm und die Wellen bedrohen und eine Stille bewirken. Außerdem kann kein Sturm schlagartig aufhören wegen den großen Luftmassen, die in Bewegung sind und noch nachströmen. Und selbst wenn der Wind auf einen Schlag aufhören könnte, dauert es trotzdem mindestens 10 Minuten, bis die Wellen nachlassen und aufhören, zu rauschen, weil die Wassermassen dem Gesetz der Trägheit der Massen folgen müssen. Aber als Jesus aufstand und den Wind und die Wogen des Wassers bedrohte, mussten sie ihm gehorchen und legten sich: es entstand eine Stille. Markus betont, dass es eine große Stille war. Jesus ist der Herr über die Natur und alle ihre Gesetze. Jesus ist der allmächtige Gott, der an die Gesetze der Natur nicht gebunden ist, sondern volle Autorität über sie hat. Es muss ein unvergessliches Erlebnis für die Jünger gewesen sein.

Was sagte Jesus zu ihnen, nachdem er den Sturm gestillt hatte? Er fragte sie: „Wo ist euer Glaube?“ Die Jünger, die bis eben um ihr Leben gekämpft hatten, müssen nach dem Sturm körperlich und psychisch am Ende gewesen sein. Aber Jesus, der sie gut verstand, ersparte ihnen trotzdem nicht diese Frage. Das zeigt, dass Jesus wirklich Glauben bei den Jüngern sehen wollte. Aber nach diesem Wort hatten sie keinen Glauben. Sie hatten wohl alles verlassen und waren Jesus nachgefolgt. Wir können sagen, dass sie das aus Glauben getan hatten. Sie müssen auch selbst gedacht haben, dass sie guten Glauben hätten, da sie jeden Tag weiter Jesus nachfolgten. Aber Jesus war nicht zufrieden damit, dass sie im Sturm nicht auf ihn vertraut hatten, sondern bloß mit eigener Kraft versucht hatten, das Problem zu lösen, und als sie es nicht schafften, hilflos und verzweifelt wurden.

Wir könnten fragen: Wie hätten sie denn diesen Glauben haben sollen? Sie hatten ja vorher noch nie erlebt, dass Jesus einen Sturm gestillt hat. Aber der Fakt, dass Jesus die Jünger fragte: „Wo ist euer Glaube?“ zeigt, dass er sich wünschte, dass sie doch Glauben behabt hätten, dass sie es also auch gekonnt hätten. Sie hatten Jesus schon viel erfahren. Sie hatten seine Liebe zu ihnen persönlich erlebt. Sie wussten, dass Jesus viele Kranke geheilt und sogar einen Toten auferweckt hatte. Sie hätten mit diesen Tatsachen ihre Herzen tief prägen und ein dementsprechendes Vertrauen auf Jesus haben sollen, das sie auch in Schwierigkeiten trägt. Aber diese Dinge waren wohl eher nur in ihrem Kopf geblieben. Als sie selbst in Not gerieten, hatten sie keinen Glauben.

Wie reagierten die Jünger? V. 25b sagt: „Sie aber fürchteten sich und verwunderten sich und sprachen zueinander: Wer ist dieser? Auch dem Wind und dem Wasser gebietet er und sie sind ihm gehorsam.“ Die Jünger bekamen vor Jesus einen gottesfürchtigen Respekt. Vorher war Jesus eher ihr wunderbarer Freund, der große Dinge tun konnte, der ihnen sehr vertraut geworden war. Sie hatten nun erlebt, dass Jesus auch über Naturgewalten herrscht. Sie stellten fest, dass sie Jesus noch gar nicht richtig erkannt hatten. In ihnen entstand neu die Frage: „Wer ist dieser? Auch dem Wind und dem Wasser gebietet er, und sie sind ihm gehorsam.“ Wer ist dieser? Sie bekamen ein Problembewusstsein für ihre mangelnde Erkenntnis und dadurch einen Wunsch, in ihrem Glauben zu wachsen. So wurde die Not für die Jünger eine Gelegenheit, ihre geistliche Lage zu erkennen und durch die Erfahrung der Hilfe Jesu auch Glauben zu lernen.

Was bedeutet das für uns? Zunächst lehrt uns das Ereignis vom Sturm auf dem See, dass in unserem Leben nicht alles glatt geht wenn wir Jesus nachfolgen. Wir geraten auch in Stürme, wenn wir Jesus nachfolgen. Niemand sollte denken, dass Jesus nachzufolgen eine Art Garantie wäre, dass wir keine echten Stürme bzw. schwierige und bedrohliche Situationen erleben würden, z.B. Misserfolge oder Scheitern im Studium oder am Arbeitsplatz, schwere Beziehungsprobleme mit anderen in der Familie oder Gemeinde, schwere oder sogar lebensbedrohliche Krankheit, der Tod von geliebten Menschen. Sie sind können wie Stürme sein, die über unsere Kräfte und Fähigkeiten gehen, die wir nicht selbst lösen können auch nicht mit der Hilfe unserer Freunde. Der Text lehrt uns aber auch, dass Jesus größer ist als Stürme und jederzeit gerne bereit ist, uns zu helfen. Wir sollten nie im Sturm denken, dass Gott ihn zugelassen hat, weil er uns nicht liebt oder uns vergessen hat. Es ist oft nicht möglich für uns zu erkennen, warum bestimmte Nöte oder Probleme in unserem Leben zugelassen wurden. Aber wir sollen festhalten, dass kein Sturm dazu da ist, dass wir darin untergehen. Kein Sturm ist ein Ausdruck davon, dass Gott uns nicht mehr oder weniger lieben würde als andere. Stürme sind dazu da, dass wir unseren Glauben erkennen, dass wir Jesus unseren Glauben erweisen und seine mächtige Hilfe erfahren. Jesus will, dass wir Glauben haben, der auch im Sturm hält. Wir sollen nicht nur Glauben eine gute Entscheidung getroffen haben und ihm nachfolgen, aber in Stürmen hilflos werden. Wir sollen in allen Lagen Glauben an Jesus haben, wirklich auf Jesus vertrauen, praktisch und konkret. Auch wenn unsere Lage lebensbedrohlich erscheint, wünscht sich Jesus, dass wir Glauben an ihn haben. Glauben drückt sich dadurch aus, dass wir bereits dann beten, wenn ein Problem am Horizont auftaucht, und dass wir im Vertrauen auf Jesu, der uns liebt und gerne hilft, beten und handeln, statt nur mit eigener Kraft zu kämpfen und schließlich in Angst und Verzweiflung zu geraten, wenn wir erkennen müssen, dass wir es nicht bewältigen können. Jesus fragte seine Jünger nach dem Sturm: „Wo ist euer Glaube?“, weil er wollte, dass sie auch im Sturm fest auf ihn vertrauen. Jesus wünscht sich von uns, dass wir in echten Notlagen, in Problemen, mit denen wir nicht fertig werden können, nicht an seiner Liebe zweifeln, uns nicht verstricken in der Frage: „Warum hat Gott das zugelassen?“, sondern gerade in der Not auf ihn, auf seine Liebe und Hilfe fest vertrauen! Dann werden Stürme und Nöte in unserem Leben zu Gelegenheiten, in denen wir ihm unseren Glauben erweisen und seine wunderbare Hilfe erfahren sollen.

Teil 2: Jesus heilt einen besessenen Mann (26-39)

Was passierte, als Jesus mit den Jüngern auf der anderen Seite des Sees ankam? Betrachten wir die Verse 26 und 27: „Und sie fuhren weiter in die Gegend der Gerasener, die Galiläa gegenüberliegt. Und als er ans Land trat, begegnete ihm ein Mann aus der Stadt, der hatte böse Geister; er trug seit langer Zeit keine Kleider mehr und blieb in keinem Hause, sondern in den Grabhöhlen.“ Auf der Ostseite des Sees ist die Gegend der Gerasener, ein in der Zeit Jesu heidnisches Gebiet. Als Jesus dort am Ufer ankam, kam zu ihnen ein Mann, der seit langem keine Kleider mehr trug und in keinem Haus blieb, sondern in Grabhöhlen lebte. Bei Toten zu leben, ist eigentlich der widerlichste Ort zu leben. Das ganze Verhalten des Mannes war verwirrend. Markus berichtet, dass er laut schrie und sich mit Steinen schlug. Lukas sagt uns erklärend, dass der Mann böse Geister hatte. Er war besessen von Satans Dienern, die in ihm regierten. Wie weit das ging, zeigt sein Verhalten gegenüber Jesus.

Betrachten wir Vers 28. Er schrie auf und fiel vor ihm nieder und rief laut: „Was willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes des Allerhöchsten? Ich bitte dich: Quäle mich nicht!“ Er hatte ein Wissen, dass Jesus der Sohn Gottes des Allerhöchsten war – und doch rebellierte er und quälte Menschen, die Jesus befreien wollte. Er hatte Wissen um die Macht und Autorität Jesu und verhielt sich doch ihm gegenüber rebellisch. Vers 29 erklärt: „Denn er hatte dem unreinen Geist geboten, aus dem Menschen auszufahren. Denn der hatte ihn lange Zeit geplagt; und er wurde mit Ketten und Fesseln gebunden und gefangen gehalten, doch er zerriss seine Fesseln und wurde von dem bösen Geist in die Wüste getrieben.“ Niemand hatte dem Mann helfen können. Die Menschen hatten nur den hilflosen Versuch unternommen, den Mann zu fesseln, um andere und ihn selbst vor sich zu schützen. Aber es hatte nichts genutzt; denn er hatte mit übermenschlichen Kräften die Fesseln zerrissen. Bei Besessenheit helfen weder Gespräche noch Arbeitstherapien oder Medikamente, weil böse Geister mit ihrer Macht einen Menschen beherrschen. Gegen sie sind wir Menschen hilflos. Aber Jesus hatte dem unreinen Geist geboten, aus dem Menschen auszufahren. Jesus erkannte also sofort was das Problem war, er stellte die richtige Diagnose und machte sofort die richtige Behandlung: Jesus befahl mit seiner Autorität den Geistern, aus dem Mann auszufahren. Und Jesu Befehl hat sofort gewirkt. Jesu Macht ist weit stärker, viel größer als die Macht von Dämonen. Der Dämon in dem Mann wusste, dass Jesus über sein Schicksal bestimmen würde, daher bat er Jesus quasi flehentlich, dass Jesus ihn nicht quälen möge.

Was sagte Jesus weiter? Lesen wir gemeinsam Vers 30: „Und Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Legion. Denn es waren viele böse Geister in ihn gefahren.“ Der besessene Mann hatte jahrelang abseits der Zivilisation in Grabhöhlen und in der Wüste gelebt und sich mit Steinen geschlagen. Er muss schrecklich ausgesehen haben, sowohl sein von Wunden übersäter Körper als auch sein unheimlicher Gesichtsausdruck. Kein Mensch wollte den Mann sprechen oder irgendwas mit ihm zu tun haben. Er sah schrecklich aus und war schrecklich! Deshalb wollte man ihn einfach wegsperren und sich vor ihm schützen. Aber Jesus interessierte sich für den Mann. Obwohl er so chaotisch war, wollte Jesus zu ihm vordringen und eine Beziehung zu ihm anknüpfen. Daher fragte Jesus ihn liebevoll: „Wie heißt du?“ Aber der Mann antwortete: „Legion“. Er konnte nicht mehr für sich selbst sprechen, sondern auch sein Gehirn und sein Mund waren unter der Kontrolle der bösen Geister. Eine Legino umfasste mehrere Tausend Soldaten. Der Verfasser kommentiert: „Denn es waren viele böse Geister in ihn gefahren.“ Durch die Frage Jesu wurde deutlich, wie es um den Mann stand. Jesus deckte so die Realität auf.

Worum baten die bösen Geister Jesus? Vers 31 und 32 sagt: „Und sie baten ihn, dass er ihnen nicht gebiete, in den Abgrund zu fahren. 32 Es war aber dort auf dem Berg eine große Herde Säue auf der Weide. Und sie baten ihn, dass er ihnen erlaube, in die Säue zu fahren.“ Die bösen Geister wussten, dass sie keine Chance vor der Macht Jesu hatten. Sie fragten, ob sie in die Herde Schweine fahren durften, die dort in der Nähe friedlich weidete. Vers 32b sagt: „Und er erlaubte es ihnen.“ Jesus stimmte zu. Jesus war bereit, alles zu tun, um den besessenen Mann zu erretten. Natürlich hat Jesus es nicht nötig gehabt, den bösen Geistern entgegenzukommen. Vielmehr hat er dadurch, dass er es erlaubte, dass sie in die Schweine fahren, sein Wertsystem gezeigt und auch das böse Wesen der Geister sichtbar gemacht.

Denn was passierte, als die Geister in die Schweine fuhren? Vers 33 sagt: „Da fuhren die bösen Geister von dem Menschen aus und fuhren in die Säue; und die Herde stürmte den Abhang hinunter in den See und ersoff.“ Die bösen Geister fuhren in die Schweine und die Schweine stürmten den Abhang hinab in den See und ersoffen. So etwas tun Tiere, die auf der Weide friedlich lagerten und fraßen, eigentlich nicht. Ihr Selbstmord zeigt das aber mörderische Wesen der bösen Geister. Er zeigt, wie sehr Jesus den Mann liebte und nicht zögerte, auch eine Herde Schweine zu opfern für seine Rettung. Jesus war bereit, für ihn und für alle Menschen, die unter der Macht der Sünde leiden, sein eigenes Leben zu opfern und am Kreuz zu sterben, um uns zu erretten und neues Leben mit Gott zu erkaufen. Preist Jesus!

Wie reagierten die Menschen, die das beobachteten? Betrachten wir die Vers 34-37: „Als aber die Hirten sahen, was da geschah, flohen sie und verkündeten es in der Stadt und in den Dörfern. 35 Da gingen die Leute hinaus, um zu sehen, was geschehen war, und kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die bösen Geister ausgefahren waren, sitzend zu den Füßen Jesu, bekleidet und vernünftig, und sie erschraken. 36 Und die es gesehen hatten, verkündeten ihnen, wie der Besessene gesund geworden war. 37 Und die ganze Menge aus dem umliegenden Land der Gerasener bat ihn, von ihnen fortzugehen; denn es hatte sie große Furcht ergriffen. Und er stieg ins Boot und kehrte zurück.“ Die Menschen aus der Gegend freuten sich nicht über die Heilung des besessenen Mannes, der für sie nichts wert war. Sie hatten vielmehr Angst, dass Jesus noch weitere Heilungen vollbringen könnte, die für sie mit materiellen Verlusten verbunden waren. Sie wollten mit ihm liebler nichts zu tun haben und schickten ihn weg. Jesus hat das respektiert und ist gegangen. Dass Jesus unseren Willen auch respektiert, wenn wir ihn ablehnen, ist ein unheimlicher Teil der geistlichen Realität.

Wie reagierte der geheilte Mann? Vers 38 sagt: „Aber der Mann, von dem die bösen Geister ausgefahren waren, bat ihn, dass er bei ihm bleiben dürfe. Aber Jesus schickte ihn fort und sprach: 39 Geh wieder heim und sage, wie große Dinge Gott an dir getan hat. Und er ging hin und verkündigte überall in der Stadt, wie große Dinge Jesus an ihm getan hatte.“ Der Mann zeigte Dankbarkeit und bat Jesus, dass er bei ihm bleiben dürfe. Aber Jesus schickte ihn fort mit der Mission, in seiner Heimat zu sagen, wie große Dinge Gott an ihm getan hat. Dadurch bekamen die Menschen, die Jesus weggeschickt haben, doch nochmal eine Chance, an Jesus zu glauben. Sein Zeugnis hatte großes Gewicht, weil sie ihn kannten und sehen konnten, wie er verändert worden war durch die Macht Jesu.

Was bedeutet die Heilung des besessenen Geraseners für uns? Jesu Heilung zeigt seine Vollmacht in der geistlichen Welt, mit der er alle geistlichen Probleme lösen kann. Der Mann lit in extremer Form unter der Macht des Teufels. Aber es bedurfte nur eines Befehls von Jesus, dass der Mann frei wurde .Wir erleben auch die Macht der Sünde und des Bösen in unserer Gesellschaft, in unseren Bibelschülern und in uns selbst. Wir sollen aber nicht hilflos werden, sondern mit dem persönlichen, praktischen Glauben leben, dass Jesus die Macht hat, jeden von aller Macht des Bösen zu befreien. Wenn wir mit diesem Glauben leben und beten, werden wir viele Wunder erleben.

Heute haben wir erfahren, dass Jesus der Herr über die Natur ist und absolute Autorität über sie hat. Jesus ist der Herr und hat Vollmacht über die geistliche Welt. Inmitten dieser Ereignisse stellt Jesus den Jüngern die Frage: „Wo ist euer Glaube?“ Wir sollen an Jesus glauben, wie es seiner Offenbarung entspricht. Wir sollen persönlichen und praktischen Glauben an Jesus haben, der auch in der Not auf ihn vertrauen, und sollen in allen Situation mit seiner Gegenwart, Liebe und Macht rechnen. Möge Gott uns dabei helfen. Lesen wir nochmals das Leitwort: „Und Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Legion. Denn es waren viele böse Geister in ihn gefahren.“

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