Predigt: Hosea 1,1 – 2,3

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Eine dramatische Liebesgeschichte

Teil I

„Als der Herr anfing zu reden durch Hosea, sprach er zu ihm: Geh hin und nimm ein Hurenweib und Hurenkinder; denn das Land läuft vom Herrn weg der Hurerei nach.“

(Hos 1,2)

Das Buch Hosea ist in vielerlei Hinsicht besonders. Es ist besonders geschrieben, teils in Prosa und teils als Lyrik und in einer sehr leidenschaftlichen Sprache. Besonders ins Auge fällt der schier unfassbare Befehl, den Hosea von Gott gleich zweimal empfing, nämlich hinzugehen und eine Prostituierte zu heiraten (Kap. 1 und Kap 3). So unfassbar diese Forderung in unseren Augen erscheint, so unfassbar ist die Liebe Gottes zu uns Menschen. Es ist alles andere als selbstverständlich, dass wir von Gott geliebt werden.

Besonders ist auch der inhaltliche Aufbau des Buches. Das ganze Buch kann man in drei Themenbereiche unterteilen: (die sich durchgehend ablösen und ergänzen, auch das ist besonders am Buch Hosea, dass sich das Thema schnell ändert, dass Metaphern und Personen sich blitzartig ablösen…was den Kommentatoren bei der Textaufteilung Kopfschmerzen bereitet). 1) Beweis für die Schuld Israels, 2) Strafe/Fluch, der infolge dessen verhängt wird und 3) Segen, der letztendlich ausgeteilt wird.

(Interessant ist die Gewichtung dieser 3 Themen. Ca. 2/3 des Buches befasst sich mit der Beweisführung. Gott bestraft und verflucht Israel nicht willkürlich, sondern beweist ausgiebig, dass Israel die Strafe auch verdient hat.

Ca. ¼ des Buches befasst sich mit dem Fluch. Das ist ein großer Teil! Und es sind exakt die Strafen und Flüche, die Gott im mosaischen Gesetz angedroht hatte (20 von 27 Flüchen im Pentateuch)! Gottes Wort ist wirklich wahr und kein Witz und niemand sollte sich mit ihm verscherzen.

Dem Segen sind nur etwa 1/10 der Kapazität gewidmet.)

Nun ist es unheimlich wichtig, das Timing von Fluch und Segen zu verstehen (weil sie sich ständig abwechseln. Das sehen wir bereits im heutigen Text, wenn wir von Kapitel 1 zu Kapitel 2 übergehen.) Alle Strafen und Flüche, die Gott in diesem Buch verhängt, würden in Kürze geschehen. Das Nordreich Israel würde sehr bald durch die Assyrer untergehen. Juda würde einige Zeit später durch Babylon ins Exil geschafft werden. Dadurch erfüllte sich der Fluch. Das war aber nicht Gottes finales Ziel.

Gott wollte sein Volk segnen. Der Segen erfüllt sich aber deutlich später! Teils durch das Ende des Exils und letztendlich durch Christus in der NT-Zeit.

Erstens – Kontext (1,1)

Was erfahren wir über den zeitlichen Kontext? Vers 1 lautet: „Dies ist das Wort des Herrn, das geschehen ist zu Hosea, dem Sohn Beeris, zur Zeit des Usija, Jotam, Ahas und Hiskia, der Könige von Juda und zur Zeit Jerobeams, des Sohnes des Joasch, des Königs von Israel.“ Als Gott Hosea berief, war die Nation gespalten, in das große Nordreich Israel und das Königreich Juda. Israel befand sich bei Hoseas Berufung auf dem Höhepunkt ihres Wohlstands. Man nimmt an, dass Hosea in den 750-760er v. Chr. berufen wurde und ca. 30 Jahre lang wirkte. Kurz nach dem Ende seiner Wirksamkeit würde das Reich Israel durch die Assyrer untergehen. Diesen Untergang sagte Hosea voraus (wie gesagt, als es Israel prächtig ging). Man geht davon aus, dass Hosea selbst aus dem Nordreich Israel stammte, dass seine Botschaft aber für beide Reiche gedacht war und insbesondere für Juda als Abschreckung dienen sollte (auch wenn Juda nur beiläufig erwähnt wird). (Wenn auch nur kurz, war Hosea wohl Zeitgenosse von Jesaja [vgl. Jes 1,1]. In Hos 1,1 wird nur Jerobeam als König von Israel erwähnt. Er steht wohl Repräsentativ für 6 weitere Könige aus Israel, die nicht erwähnt werden. Somit hat Hosea unter den Propheten wohl die meisten Könige in seiner Amtszeit erlebt).

Wir erfahren bereits durch die ersten Worte des Textes einen ganz wichtigen Hinweis zum gesamten Buch: „Dies ist das Wort des Herrn“. Das bedeutet, dass dieses Buch Gottes Wort und Gottes Botschaft beinhaltet. Alles in diesem Buch, die Erzählungen, die Prophezeiungen, die Schlussfolgerungen, kommen von Gott und verleihen dem Buch Gewicht. Obwohl Gott sein Wort zu einem bestimmten Zeitpunkt, an einem bestimmten Ort in der Geschichte gab, ist seine Botschaft letztendlich zeitlos und auch für das wahre Israel gültig, das sind nach dem Galaterbrief wir, die an Christus glauben (vgl. Gal 3,29).

Zweitens – Befehl – Erläuterung – Gehorsam (1,2.3)

Betrachten wir Gottes Befehl an Hosea. Verse 2 und 3: „Als der Herr anfing zu reden durch Hosea, sprach er zu ihm: Geh hin und nimm ein Hurenweib und Hurenkinder; denn das Land läuft vom Herrn weg der Hurerei nach. Und er ging hin und nahm Gomer, die Tochter Diblajims, zur Frau, die ward schwanger und gebar ihm einen Sohn.“ Was wir in diesen Versen erfahren, ist in jederlei Hinsicht dramatisch (apropos dramatisch, siehe Titel). Wir kommen gleich darauf zu sprechen. Wir finden hier ein sehr typisches Muster dafür, wie Gott im AT durch Propheten wirkte. Wir finden immer wieder folgendes Muster (vllt. nicht in derselben Reihenfolge): Befehl – Erläuterung – Gehorsam. So auch hier. Befehl: Geh hin und heirate eine Prostituierte und zeuge Kinder mit ihr. Erläuterung: denn das Land läuft dem Herrn weg der Hurerei nach. Gehorsam: Und er ging hin und nahm Gomer…zur Frau, die ward schwanger.

Es ist den Propheten des AT wirklich hoch anzurechnen, dass sie auf Gottes Wort hörten, auch wenn es ihre Lebensplanung auf den Kopf stellte. Gottes Befehle waren nicht immer einfach zu befolgen, so wie in diesem speziellen Fall. Hosea wollte vielleicht eine ganz andere Frau heiraten. Er hatte seine Zukunft sicher geplant und wollte seine Träume verwirklichen. Aber Gottes Befehl war ein gravierender Einschnitt in seinem Leben. In der Regel legen wir unsere Partnerwahl gerne in die Hand Gottes, weil Gott es einfach besser weiß als wir. So ist es z.B. mir und meiner Frau ergangen. Immer noch ist es ein Topthema in unserer Ehe, wie geheimnisvoll und wunderbar Gott uns zusammengeführt hat. Doch Hosea musste in den sauren Apfel beißen, weil Gott etwas Spezielles mit seiner Ehe ausdrücken wollte. Wir kommen gleich dazu. Und das Bemerkenswerte ist, dass wir weder Klage noch Murren von ihm hören, wie bei manch anderen Propheten, wie z.B. Mose, der wegen seiner Sprachprobleme nicht so richtig wollte oder Jonah, der vor Gott floh oder Jeremia, der sich für zu jung hielt. Hosea gehorchte Gott einfach und das ohne wenn und aber! Das ist bemerkenswert. Er ersparte Gott und sich selbst viel Zeit und „Wüstentraining“. Gott konnte gleich anfangen, durch ihn zu wirken.

Warum war der „saure Apfel“ letztendlich doch Gottes Gnade für ihn? Weil nur er in der Lage war, Gottes Herz, Gottes Schmerzen und Gottes Leidenschaft im Rahmen dieser dramatischen Liebesgeschichte nachzuvollziehen und zu teilen. Menschen würden ihn immer und immer wieder fragen, wie ausgerechnet er, als gottesfürchtiger Mann und Prophet eine ehebrecherische Frau heiraten konnte. Und jedes Mal würde er antworten und sagen: Schau, wir sind das ehebrecherliche Volk, das vom Herrn wegrennt und sich der Prostitution hingibt. Wenn du mich richtest, weil ich Gomer geheiratet habe, dann richtest du Gott, der uns liebt. Und wenn du Gomer richtest, weil sie Hurerei getrieben hat, dann richtest du dich selbst, weil du vom Herrn wegrennst und dich der geistlichen Prostitution hingibst. Du bist Gomer, wir sind Gomer.

So wie Gomer als Bild für das Israel steht, so ist ihre Prostitution ein Bild für Israels Götzendienst. Mit Jerobeam wurde Götzendienst zum Brauch in Israel. Doch man verwarf Gott nicht komplett, sondern nahm neue Götzen hinzu, hauptsächlich die Baale. Doch sollte Gott sich damit zufrieden geben, mit Baalen geteilt zu werden? Gott hatte in der Wüste Sinai Israel zu seiner Braut gemacht. Gott, der königliche Bräutigam erbarmte sich über Israel, einer mittellosen Sklavin. Am Berg Sinai ging er den Bund der Ehe mit ihr ein. Der Ehevertrag wurde in Stein gemeißelt und begann mit den Worten: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (2.Mose 20,2.3) Einstimmig war Israel den Bund der Ehe mit Gott eingegangen und hatte gesagt: Ja, ich will. Welcher Ehemann ist damit zufrieden, wenn seine Frau ihn zwar nicht völlig verlässt, ihn aber mit anderen Männern teilt? Ich kenne keinen Mann und umgekehrt keine Frau, die bereit ist ihren Ehepartner mit anderen zu teilen! Und deshalb auch das aller erste Gebot: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Doch Israel trat dieses Gebot mit Füßen. Und obgleich sie Gott nicht völlig verließen, sagt Gott: Sie laufen weg von mir. Wie zerschmettert muss sich das Herz Gottes als betrogener Ehemann angefühlt haben! Und sein zerbrochenes Herz teilt Gott mit Hosea.

Wie schwer muss es Hosea gefallen sein, sich mit Gomer anzufreunden und sie als seine Frau zu lieben und zu umarmen! Welchen Ekel musste er dabei überwinden! Multipliziere das Ganze mit Faktor x (wobei x sehr groß sein muss) und erweitere es mit einer Exponentialfunktion, um dir vorzustellen, was es für Gott heißt, ein sündiges Volk zu lieben und zu ertragen. Und dann schau in dein eigenes Herz! Jesus attestiert uns kein gutes Herz. Dadurch bekommen wir ein Gefühl für die Dimension der Liebe Gottes.

DrittensStrafe, angekündigt durch die Namen der Kinder (1,4-9)

Was erfahren wir über die Namen seiner Kinder? Verse 4 und 5: „Und der Herr sprach zu ihm: Nenne ihn Jesreel; denn es ist nur noch eine kurze Zeit, dann will ich die Blutschuld von Jesreel heimsuchen am Hause Jehu und will mit dem Königreich des Hauses Israel ein Ende machen. Zur selben Zeit will ich den Bogen Israels zerbrechen in der Ebene Jesreel.“ Früher hat man die Namen der Kinder nicht vor der Geburt ausgesucht, sondern sie nach den Gegebenheiten der Geburt benannt. (Man hat sich also nicht so sehr den Kopf zerbrochen, wie heutzutage). Außerdem bekamen die Kinder positive Namen. (Ein Beispiel verdeutlicht das Ganze. Als Jakobs Frau Rahel ihr letztes Kind zur Welt brachte, gab es Komplikationen bei der Geburt, so dass sie kurz darauf verstarb. Vor ihrem Tod nannte sie das Kind Ben-Oni, das heißt Sohn meines Unglücks (vgl. 1.Mose 35,18). Sie nannte das Kind also nach den unglücklichen Umständen der Geburt. Aber weil es üblich war, den Kindern einen Namen mit positiver Bedeutung zu geben, wurde das Kind von seinem Vater zu Ben-Jamin umbenannt, Sohn meines Glücks, obwohl die verstorbene Rahel die Lieblingsfrau von Jakob war.

In unserer Geschichte übernahm Gott die Namensgebung der Kinder und alle drei bekamen Namen mit wirklich bitterem Beigeschmack.

Welche Botschaft implementierte Gott in diese Namen? Der erste Sohn wurde Jesreel genannt. Eigentlich hat Jesreel eine gute Bedeutung, nämlich: Gott hat gesät oder gepflanzt. Aber zur Zeit Hoseas war der Name mit schrecklichen Dingen verbunden (vergleichbar mit Pearl Harbor für die Amerikaner. Es hat eine wunderschöne Bedeutung: Perlen Hafen, ist aber seit dem 2. Weltkrieg unweigerlich mit dem japanischen Überraschungsangriff verbunden.) So war es auch mit Jesreel, gute Bedeutung aber schlechte Assoziation.

Jesreel war zum einen die Königsstadt, als auch eine Ebene, in der sich diese Stadt befand. Vers 4 befasst sich mit der Stadt Jesreel. Dort hatte es viel Blutvergießen gegeben. Nabot wurde dort von Ahab umgebracht, Jehu ließ dort Ahabs Frau Isebel vom Fenster stürzen und er ließ seine 70 Kinder enthaupten und ihre Köpfe in Jesreel aufstapeln. Aber Jehu begann in der Nähe ein weiteres Massaker, er ließ 42 Nachkommen Davids abschlachten und lud Blutschuld auf sich. Und nun die Botschaft Gottes durch den Namen des Kindes. Genauso wie Jehu Ahabs Geschlecht ausgelöscht hatte, würde Gott Jehus Geschlecht aus Israel ausrotten und nicht nur das, „und will mit dem Königreich des Hauses Israel ein Ende machen.“ Gott sprach das Urteil über das Königreich Israel.

Auch die Ebene Jesreel war mit viel Blutvergießen verbunden. Zwar fanden dort einige wichtige Siege für Israel statt, aber auch viele vernichtende Niederlagen, z.B. siegten dort die Philister gegen Saul, die Ägypter gegen Juda und am aller wichtigsten, Israel wurde dort von den Assyrern besiegt! In Jesreel wurde also Israels Untergang besiegelt. Dadurch erfüllt sich Gottes Wort im Vers 5: „Zur selben Zeit will ich den Bogen Israels zerbrechen in der Ebene Jesreel.“ Die implementierte Botschaft im Namen des ersten Sohnes Jesreel war also der Untergang des Reiches Israel. Und ca. 30 Jahre später ist Israel auch tatsächlich untergegangen.

Wie wurde das zweite Kind genannt? Vers 6a: „Und sie ward abermals schwanger und gebar eine Tochter. Und er sprach zu ihm: Nenne sie Lo-Ruhama“. Lo-Ruhama bedeutet übersetzt: Keine Barmherzigkeit. Und die Botschaft liegt auf der Hand, V 6b: „denn ich will mich nicht mehr über das Haus Israel erbarmen, sondern ich will sie wegwerfen.“ Die Zeit Israels war gezählt. Sie ging als Nation unter.

Welche Botschaft hatte Gott für Juda? Vers 7: „Doch will ich mich erbarmen über das Haus Juda und will ihnen helfen durch den Herrn, ihren Gott; ich will ihnen aber nicht helfen durch Bogen, Schwert, Rüstung, Ross und Wagen.“ Juda würde vorerst Gottes Schutz erfahren, weil sie vorerst treuer waren als Israel und sich dem Götzenkult nicht so sehr hingaben. Deshalb wollte Gott sie vor den Assyrern bewahren, allerdings ohne militärische Intervention. Wie ging Gottes Wort in Erfüllung? Im 2.Kön. lesen wir: „Darum spricht der HERR über den König von Assyrien: Er soll nicht in diese Stadt kommen (Jerusalem) und keinen Pfeil hineinschießen und mit keinem Schild davor kommen …sondern er soll den Weg wieder zurückziehen, den er gekommen ist… Und in dieser Nacht fuhr aus der Engel des HERRN und schlug im Lager von Assyrien 185.000 Mann…So brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und zog ab…“ (19,32-36) Wir finden eine 1:1 Erfüllung des Wortes Gottes, ca. 50 Jahre (Im Jahr 701 v. Chr.), nachdem Gott zu Hosea gesprochen hatte.

Allerdings verstand es auch Juda nicht, den Segen Gottes langfristig zu würdigen, so dass auch sie sich das Gericht zuzogen und durch Babylon verschleppt wurden.

Wie sollte Hoseas drittes Kind heißen? Verse 8 und 9: „Und als sie Lo-Ruhama entwöhnt hatte, ward sie wieder schwanger und gebar einen Sohn. Und er sprach: Nenne ihn Lo-Ammi; denn ihr seid nicht mein Volk, so will ich auch nicht der Eure sein.“ Lo-Ammi bedeutet: Nicht mein Volk. Am Berg Sinai hatte Gott zu seiner Braut gesprochen: „Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern“ (2.Mose 19,5). Diesen Bund der Ehe hatte Israel gebrochen. Nicht nur einmal, nicht nur zweimal, sondern von ihrer Entstehung bis zur Zeit Hoseas. Das Maß war schließlich voll. Das zeigt, dass Gott ein geduldiger Gott ist, doch irgendwann hat auch seine Geduld ein Ende. Der angedrohte Fluch im mosaischen Gesetz musste durchgesetzt werden. Somit bewies Gott seine Gerechtigkeit, seine Souveränität, seine Treue und Glaubwürdigkeit. Der gebrochene Bund war nicht mehr existent, deshalb war Israel nicht mehr sein Volk, so wie er nicht mehr Israels Gott (Ehyeh) war. (Lo-Ruhama, keine Barmherzigkeit; Lo-Ammi, nicht mein Volk, Lo-Ehyeh, nicht euer Gott). Mit dem Bund war Israels Identität und sogar Existenz dahin. Ein trauriges Zwischenergebnis in der Geschichte. Doch Gottes Plan hörte nicht auf. Was hatte Gott im weiteren Verlauf der Geschichte vor?

ViertensIsraels Wiederherstellung an Jesreels großem Tag (2,1-3)

Welche überraschende Wende kündete Gott an? Betrachten wir Kapitel 2: „Es wird aber die Zahl der Israeliten sein wie der Sand am Meer, den man weder messen noch zählen kann. Und es soll geschehen, anstatt dass man zu ihnen sagt: Ihr seid nicht mein Volk, wird man zu ihnen sagen: O ihr Kinder des lebendigen Gottes! Denn es werden die Judäer und die Israeliten zusammenkommen und werden sich ein gemeinsames Haupt erwählen und aus dem Lande heraufziehen; denn der Tag Jesreels wird ein großer Tag sein. Sagt euren Brüdern, sie seien mein Volk, und zu euren Schwestern, sie seien in Gnaden.“

Wir finden einen scharfen Kontrast zu Kapitel 1 vor. Wie können wir diesen Segen verstehen? Dieser Segen zeigt Gottes bestehende Hoffnung und Gottes Ziel für sein Volk. Die Untreue der Menschen hebt Gottes Treue nicht auf. Seine Verheißung, die er Abraham gegeben hatte, würde (erneut) in Erfüllung gehen. Teilweise nach dem Ende des Exils. Israel würde zahlenmäßig zunehmen. Sie würden wieder Gottes Volk sein, Kinder des lebendigen Gottes genannt werden. Es würde keine gespaltene Nation mehr geben, sondern ein Land unter einer Leitung (Serubbabel, der das Volk zurück führte). Außerdem würde Jesreel seine negative Bedeutung abstreifen und einen großen Tag erleben.

Das hebräische Wort „heraufziehen“ bedeutet auch „auferstehen“. Im Exil würde Israel geläutert werden und wieder zur Anbetung Gottes zurückfinden. So spricht Gott an einer anderen Stelle: „So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will eure Gräber auftun und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf und bringe euch ins Land Israels“ (Vgl. Hes. 37,12-14) Der Tod Israels durch das Exil ging einher mit dem Ende des Fluchs. Seiner Auferstehung brachte den Segen. Das kommt uns bekannt vor. Jesus starb in unserer Sünde und nahm den Fluch auf sich. Seine Auferstehung ermöglicht uns, als Kinder des lebendigen Gottes zu leben.

So schreibt Paulus im Römerbrief: „Dazu hat er uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden. Wie er denn auch durch Hosea spricht (Hosea 2,25; 2,1): (und dann zitiert er unseren Text) »Ich will das mein Volk nennen, das nicht mein Volk war, und meine Geliebte, die nicht meine Geliebte war.« »Und es soll geschehen: Anstatt dass zu ihnen gesagt wurde: ›Ihr seid nicht mein Volk‹, sollen sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden.« (Röm 9,24-26)

Jesus ist das eine Haupt, der Gottes Volk vereint, aus Juden und Heiden und sie zahlenmäßig wie den Sand am Meer macht. Auch Petrus bezieht sich auf diesen Segen, wenn er schreibt: „Ihr aber seid…das heilige Volk, das Volk des Eigentums…die ihr einst nicht ein Volk wart, nun aber Gottes Volk seid und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid.“ (1.Petr. 2,9.10) In Christus werden wir wiederhergestellt, in Christus werden wir von Gott geliebt, in Christus finden wir Gnade und Barmherzigkeit, in Christus sind wir Gottes heiliges Volk und er unser persönlicher Gott.

Danken wir Gott, der unsere dramatische Liebesgeschichte durch Christus zu einem Happy End führt.

Fünftens – Persönliche Anwendung

Wie können wir den Text auf unser persönliches Glaubensleben anwenden? Sicher nicht, indem wir Gottes Befehl für Hosea umsetzen.

Zunächst können wir uns mit Gomer identifizieren, um die tiefe der Liebe Gottes zu uns zu begreifen. Wenn wir einen Schritt weitergehen, können wir von Hosea lernen, dass nichts in dieser Welt uns das wahre Glück schenkt, das uns nur Gott geben kann, nicht einmal das Eheglück! Was ist die Ehe, ohne Gott im Zentrum?

Dieser Gedanke führt mich zu einer Frage: Wie kann ich als Bundespartner des neuen Bundes eine würdige Braut Christi sein und eine glückliche Beziehung mit ihm führen? Die Antwort die ich finde ist, mich dem neuen Bund völlig hinzugeben. Je tiefer ich in diesen Bund eintauche, umso würdiger kann ich als Braut Christi leben. Denn im neuen Bund treffe ich meinen wahren Bräutigam, der mich von meiner Knechtschaft der Sünde befreit, durch sein Blut den Brautpreis bezahlt und mich glücklicher macht, als alles Geld dieser Welt. Sein Tod und seine Auferstehung als Grundpfeiler des neuen Bundes versprechen meine Auferstehung, nach meinem Tod und eine ewige Verbundenheit mit dem Herrn der Herrlichkeit. So kann ich heute mit Freude auf den einen Tag warten, an dem ich meinem Herrn von Angesicht zu Angesicht begegnen werde.

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