Predigt: Offenbarung 13,1 – 18

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Geduld und Glaube der Heiligen

Hat jemand Ohren, der höre! Wenn jemand ins Gefängnis soll, dann wird er ins Gefängnis kommen; wenn jemand mit dem Schwert getötet werden soll, dann wird er mit dem Schwert getötet werden. Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen!“

(9.10)

Was ist im letzten Kapitel geschehen? Der rote Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan, hatte seinen grotesken Auftritt. Er begehrte, das Neugeborene der Frau, zu verschlingen. Zein Ziel war es, Christus zu vernichten, um Gottes Pläne der Erlösung und des Gerichts zu durchkreuzen. Doch er verlor den kosmischen Kampf. Besiegt und bezwungen wurde er auf die Erde geworfen. An den Christus kommt er nicht mehr heran; Jesus hat sein Werk vollbracht. Also tobt sich der Satan am Leib Christi aus, also an uns Christen.

Das ist der Hintergrund unseres heutigen Textes und auf zwei Fragen wollen wir heute eingehen. 1) Wie wirkt der besiegte Teufel in dieser Welt. Wir wissen, dass der Teufel sehr hinterhältig vorgeht. Er schnürt kein Paket voller Lügen und sagt: Hier, glaubt daran! Das ist nicht seine Vorgehensweise. Er sagt nicht: Ich bin der Teufel, die alte Schlange, ihr könnt mich auch roter Drache nennen, denn das bin ich, ich bin ein Lügner und Mörder von Anfang an, eigentlich bin ich gerichtet, weil ich gegen Gott rebelliert habe, ich selbst wollte Gott sein, doch in Wirklichkeit bin ich der größte Loser der Weltgeschichte, auf dem die Hölle wartet aber auf dem Weg dorthin will ich jeden von euch mit ins Unglück stürzen. So wirkt der Teufel nicht. Wie wirkt er in Wirklichkeit? Das ist die erste Frage.

Die zweite Frage, auf die wir heute eingehen möchten ist: 2) Wie können wir Christen, die im Fadenkreuz des Teufels geraten sind, überwinden und Überwinder sein? Möge der heutige Text uns zum Nachdenken anregen und in uns lebendig sein.

Erstens, das erste Tier (1-8)

Erinnert ihr euch noch an den letzten Vers von Kapitel 12? Dort heißt es über den besiegten Drachen: „Und er trat an den Strand des Meeres.“ Was machte er am Strand? Urlaub? Vers 1a des heutigen Textes stellt die Verbindung zwischen den beiden Kapiteln her: „Und ich sah ein Tier aus dem Meer steigen“. In seinem teuflischen Plan stand der besiegte Drache am Strand und beschwor ein Tier aus dem Meer. Das ist die eine Hälfte seiner diabolischen Strategie, zu verführen und zu töten. Ein Tier aus dem Meer klingt ulkig. Doch die NIV beschreibt das Tier als „the beast“, also als Bestie. Und beschrieben wird in den Versen 1 und 2 wirklich eine fürchterliche Bestie: „das hatte zehn Hörner und sieben Häupter und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern lästerliche Namen. Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie Bärenfüße und sein Rachen wie ein Löwenrachen. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht.“ D. A. Carson definiert dieses Tier als historische Opposition zum Volk Gottes. Diese Opposition kann als ein Reich, ein Imperium, Regierung usw. verstanden werden, die nicht nur aber auch gegen das Volk Gottes vorgeht. Interessanterweise stellt Vers 2 eine solche Beziehung her. Das Tier wird mit den 4 Tieren aus dem Buch Daniel verglichen. Das Tier ist gleich einem Panther, mit Bärenfüßen, Löwenrachen und sieht ansonsten so auch wie das 4. Schreckliche Tier, das ebenfalls 10 Hörner hat. Im Buch Daniel stand der Panther für die schnellen Griechen unter Alexander, der Bär für die starken Medo-Perser unter Darius und Kyros, der Löwe für das majestätische Babylon unter Nebukadnezar, hier allerdings in einer reziproken Chronologie (umgekehrten Reihenfolge). Zuerst kam Babylon, dann die Medo-Perser (ihr Engelfürst kämpfte gegen Michael), dann die Griechen (hatten auch einen Engelfürsten und daran sieht man die Opposition zu Gott und zum Volk Gottes), danach wurde es immer schlimmer, Alexanders Reich wurde in 4 aufgeteilt, 2 blieben übrig, die Ptolomäer und die Seleukiden, aus letzterem stand Antiochos IV. Epiphanes auf, laut Daniel das Prototyp des Antichristen schlechthin. Im Buch Daniel wird er als ein wachsendes Horn des schrecklichen 4. Tieres dargestellt. Schließlich münden auch diese beiden Reiche ins römische Reich. Die ersten Empfänger der Offenbarung lebten bzw. litten unter der römischen Besatzung. Sie verstanden das Tier, im heutigen Text, in ihrer Zeit als Rom. Rom war die damalige historische Opposition zum Volk Gottes und Offb. 17 liefert einen entscheidenden Hinweis in diese Richtung. Dort wird das Tier genauer beschrieben: „Die sieben Häupter sind sieben Berge…und es sind sieben Könige“. (17,9) So gut wie jeder in der Antike wusste, aber auch viele heutzutage, dass die sieben Hügel für Rom stehen. Die ersten Empfänger haben möglicherweise die 7 Häupter des Tieres auf die römischen Kaiser bezogen (7 repräsentiert die Gesamtheit, also für ganz Rom), aber sie haben es nicht auf Rom beschränkt. Im Kapitel 17 ist nämlich von einem weiteren, einem achten (wahrscheinlich 8. Haupt) die Rede. Die Opposition hört also mit Rom nicht auf, sondern geht darüber hinaus weiter. Ich denke, die Botschaft ist die folgende: Der Antichrist wird (irgendwo) im Tier repräsentiert (im Buch Daniel durch das Horn, hier durch das Haupt). Aber es gibt nicht nur eine Opposition im Verlaufe der Geschichte, sondern viele und so ist es auch mit dem Antichristen. Apostel Johannes schreibt in seinem ersten Brief: „Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind nun schon viele Antichristen gekommen“. (1.Joh 2,18) Epiphanes war ein Antichrist, genauso wie Nero einer war und Stalin und Hitler und die Kim-Dynastie in Nordkorea und und und… Es gab und gibt viele Antichristen, bis irgendwann der finale Antichrist auftritt.

Wir kommen nun zu Vers 3, wo es heißt: „Und ich sah eines seiner Häupter, als wäre es tödlich verwundet und seine tödliche Wunde wurde heil. Und die ganze Erde wunderte sich über das Tier“. Es gibt mehrere Möglichkeiten Vers 3 auszulegen, medizinisch, politisch oder historisch. Eine tödliche Wunde kann eigentlich nicht heilen, sie führt zum Tode! Aber das verwundete Haupt (im heutigen Kapitel) oder das Tier (laut Kap 17), kam wieder, obwohl es tödlich verwundet war. D.A. Carson legt es historisch aus. Das Böse starb nicht, als Antiochos IV. starb oder als Hitler starb oder Bin Laden. Das Böse steht wieder auf, bis hin zum finalen Antichristen.

Wie wird das Wirken des Tieres beschrieben? Verse 4ff: „Und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich und wer kann mit ihm kämpfen? Und es wurde ihm ein Maul gegeben, zu reden große Dinge und Lästerungen und ihm wurde Macht gegeben, es zu tun zweiundvierzig Monate lang. Und es tat sein Maul auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen und sein Haus und die im Himmel wohnen. Und ihm wurde Macht gegeben, zu kämpfen mit den Heiligen und sie zu überwinden; und ihm wurde Macht gegeben über alle Stämme und Völker und Sprachen und Nationen. Und alle, die auf Erden wohnen, beten es an, deren Namen nicht vom Anfang der Welt an geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet ist.“

Wir haben uns anfangs gefragt, wie der Teufel in dieser Welt vorgeht und hier bekommen wir den ersten Teil der Antwort. Er beschwört das Tier und wird dadurch von den Menschen angebetet. Und er gab seiner Bestie die Macht, Gott zu lästern, Gottes heiligen Namen, sein Haus und die im Himmel wohnen. Und er gab dem Tier die Macht, die Heiligen zu überwinden und dem Tier wurde Macht gegeben über alle Stämme und Völker und Sprachen und Nationen. Über ausnahmslos alle, die nicht zum Lamm gehören. Wir gehören also entweder zum Lamm oder wir gehören dem Drachen. (Später mehr dazu)

Es sind wirklich hässliche Dinge, die wir über das erste Tier erfahren, nicht wahr? Wie können wir trotz dieses grauenhaften Szenarios die Souveränität Gottes erkennen? Gott erweist seine Souveränität, indem er das Treiben des Tieres zwar zulässt aber stark einschränkt, nämlich auf 42 Monate. Warum 42 Monate (oder 1260 Tage, 3,5 Jahre, eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit, die Hälfte der 70 Jahrwochen)? D.A. Carson beschreibt es folgendermaßen: Dieser Zeitraum hatte und hat immer noch eine nationale Bedeutung für die Juden. Gegen Antiochos Epiphanes formte sich jüdischer Widerstand durch die Makkabäer. Judas Makkabäus (Judas der Hammer) trug den ersten historisch dokumentierten Guerillakrieg gegen die Feinde aus. Dieser dauerte 3,5 Jahre. 3,5 Jahre lang litten die Juden unter extremer Verfolgung, Lästerung und Schmach. Nach 3,5 Jahren folgte ein triumphaler Sieg. Diese 3,5 Jahre brannten sich in positiver Weise in das nationale Gedächtnis der Juden ein. Die Zeitangabe ist im übertragenen Sinne zu verstehen. Die Zeit der Leiden ist relativ kurz, sie dauert keine 42.000 Jahre, sondern 42 Monate. Diese Zeitangabe repräsentiert einen kurzen Zeitraum und ermutigt uns, alles zu mobilisieren, um durchzuhalten. Wir sehen, dass Gott auch inmitten der Terrorherrschaft des Antichristen souverän ist.

Zweitens, das zweite Tier (11-18)

Der Teufel wirkt nicht nur durch ein Tier, sondern durch ein zweites Tier. Warum durch zwei Tiere? Weil er Gott imitiert. Gott existiert in der Trinität, 3 Personen, Vater, Sohn und Heiliger Geist. In seiner diabolischen Parodie Gottes, stellt der Satan sein teuflisches Pendent der Dreieinigkeit zusammen: Er selbst und seine beiden Haustiere (eine grässliche Parodie…). Sein Bemühen, Gott zu parodieren, haben wir bereits beim ersten Tier gesehen: Es trug Kronen und hatte einen Thron und imitiert Gott, der wahrer König ist. Es trägt lästerliche Namen auf den Häuptern und imitiert auch noch die Versiegelten Gottes! Außerdem wurde er von seiner tödlichen Wunde heil und imitiert somit die Auferstehung Christi. Das zweite Tier parodiert sogar Christus, als Lamm!!: „und ich sah ein zweites Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie ein Drache.“ Das zweite Tier wirkt anders als das erste Tier. Das erste Tier sah grauenhaft aus, 7 Köpfe, 10 Hörner, Panther, Bär, Löwe; eine mächtige und mörderische Bestie. Dagegen kommt das zweite Tier sehr harmlos rüber. Nach dem Motto: Das sind doch keine Hörner, ich bin kein Monster, schau, ich bin ein harmloses Lamm… Es ist ein Wolf im Schafspelz! Es tut zwar wie ein Lamm, redet aber wie ein Drache und übt alle Macht des ersten Tieres aus, Vers 12: „Und es übt alle Macht des ersten Tieres aus vor seinen Augen und es macht, dass die Erde und die darauf wohnen, das erste Tier anbeten, dessen tödliche Wunde heil geworden war.“ Wir sehen, welche fundamentale Rolle das zweite Tier im Plan des Teufels spielt. Das zweite Tier bewirkt, dass das erste Tier angebetet wird und durch das erste Tier wird der Drache angebetet.

Auch das zweite Tier wird im Verlaufe der Offenbarung mehrfach erwähnt und wiederholt als falscher Prophet bezeichnet (Vgl. Offb. 16,13). Warum ist er ein falscher Prophet? Weil er das Gegenteil eines echten Propheten verkörpert. Ein echter Prophet lehrt das Wort Gottes. Er macht es, um die Menschen wieder zurück zu Gott zu führen. Ein richtiger Prophet wirkt u. a. auch Wunder, wie z.B. Elia, der Feuer vom Himmel fallen ließ, um zu beweisen, dass Gott lebt und Baal nicht. Wie wirkt der falsche Prophet? Verse 13ff. „Und es tut große Zeichen, sodass es auch Feuer vom Himmel auf die Erde fallen lässt vor den Augen der Menschen; und es verführt, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen, die zu tun vor den Augen des Tieres ihm Macht gegeben ist; und sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war. Und es wurde ihm Macht gegeben, Geist zu verleihen dem Bild des Tieres, damit das Bild des Tieres reden und machen könne, dass alle, die das Bild des Tieres nicht anbeteten, getötet würden.“ (13-15) Er ist ein falscher Prophet. Sein Wirken hat das entgegensetzte Ziel, nämlich die Menschen zum Götzendienst und Abfall zu verführen. Und sein Herr ist nicht Gott, sondern der Drache.

Und dass er großen Einfluss unter den Menschen hat, geht durch die Verse 16-18 hervor: „Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen und seine Zahl ist sechshunderundsechsundsechzig.“ Zunächst einmal wird durch diese Verse deutlich, dass nicht nur die Zugehörigen Gottes markiert sind. Genauso wie die Zugehörigen Gottes mit dem Namen Gottes an ihrer Stirn versiegelt sind, sind auch die Zugehörigen des Tieres an ihrer Hand oder ihrer Stirn gekennzeichnet. Das hatten wir bereits im Vers 8. Entweder du gehörst zum Lamm oder zum Drachen. Das ist die Sprache der Offenbarung, mit der sie sagt: Es gibt keine neutrale Position. Entweder trägst du das Zeichen Gottes und gehörst zu Gott oder du trägst das Zeichen des Tieres und gehörst zum Drachen. Es gibt keine Grauzone in der Offenbarung, es gibt nur Schwarz oder Weiß. Und hier kommt der springende Punkt: Ja, du wirst als Zugehöriger Gottes diskriminiert, im ökonomischen Leben, im Alltag, in der Gesellschaft. Die Christen im römischen Reich konnten ein Lied davon singen. Aber deine Verfolgung dauert „42 Monate“, dann kommt der triumphale Sieg. Trägst du hingegen das Zeichen des Tieres, dann hast du Normalität, aber nur 42 Monate und bist in Ewigkeit dem Zorn des Lammes ausgesetzt! Du hast die Wahl.

Was gibt es zur Zahl 666 zu sagen? Das hebräische Alphabet hatte nur Buchstaben, keine Zahlen. Also hat man jedem Buchstaben eine Zahl zugeordnet und Buchstabenkombinationen für Zahlen verwendet. 666 steht also für einen Namen. Nur kann diese Zahl für sehr viele verschiedene Namen stehen. Ich könnte etwa eine Stunde über die Zahl 666 philosophieren (Gematrie; Nero; andere römische Kaiser; Dreieckszahl; 666 ungleich 777). Aber weil der Text uns zur Weisheit auffordert, finde ich es weise einen Menschen zu zitieren, der es eigentlich besser wissen müsste. Apostel Johannes hatte einen Jünger namens Polykarp. Dieser hatte wiederum einen Jünger namens Irenäus. Und Irenäus hat zu dieser Zahl Stellung genommen. Er hielt 3 Namen für möglich, schlussfolgerte aber wie folgt:

Doch wollen wir uns nicht in Gefahr begeben und den Anschein erwecken, als ob wir über den Namen des Antichrists etwas Bestimmtes wüßten.“ „Sicherer und gefahrloser ist es also, die Erfüllung dieser Prophetie abzuwarten, als allerlei Namen zu vermuten und zu weissagen. Gibt es doch viele Namen der genannten Zahl, und somit kommt die Sache nicht weiter. Denn wenn es viele Namen gibt, welche diese Zahl aufweisen, dann bleibt immer die Frage offen, welchen von diesen er führen wird.“ (Gegen die Häresien, V, 30, 3) Mit anderen Worten hat sich Irenäus dazu entschieden geduldig zu sein und abzuwarten. Apropos Geduld. Wir kommen zum dritten Teil.

Drittens, Geduld und Glaube der Heiligen (9-10)

Wir haben gesehen, wie der Teufel wirkt. Er wirkt nicht allein, sondern imitiert Gott und beschwört 2 grässliche Tiere, ein dominantes und ein hinterhältiges Tier. Somit ist die erste Frage, wie der Teufel wirkt, beantwortet. Kommen wir zur zweiten Frage: Wie können wir trotz all dem Überwinder sein? Lesen wir Verse 9 und 10: „Hat jemand Ohren, der höre! Wenn jemand ins Gefängnis soll, dann wird er ins Gefängnis kommen; wenn jemand mit dem Schwert getötet werden soll, dann wird er mit dem Schwert getötet werden. Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen!“ Diese Verse sind im heutigen Kapitel zentral positioniert, zwischen den beiden Tieren. Sie sind auch unser Leitwort. Warum ist ihre Botschaft so wichtig?

Angenommen ich würde ausschließlich zu materialistisch gesinnten Zuhörern predigen und würde ihnen sagen: Aufgepasst, Ohren auf, jetzt kommt der Hauptpunkt meiner Predigt, damit will ich euch ermutigen und erbauen und meine Botschaft lautet: Wenn du ins Gefängnis kommen sollst, dann kommst du eben ins Gefängnis und wenn du grausam getötet werden sollst, dann wirst du es eben grausam getötet. Sei einfach geduldig…. und glaube! Wäre das wirklich eine Ermutigung für solche Menschen? Wären diese überhaupt zu ermutigen? Würden sie nicht sagen: Meine einzige Hoffnung ist, all dem zu entkommen, damit ich mein Leben wieder verwirklichen kann?

Der springende Punkt ist, dass die Offenbarung nicht an materialistisch gesinnte Empfänger adressiert ist. Wir sind auch keine Naturalisten, die einen immateriellen Gott ablehnen. Wir sind Christen, die glauben! Und weil wir glauben, können wir Geduld aufbringen. Woran glauben wir? Schau auf Vers 8. Wir glauben, dass es ein Lebensbuch des Lammes gibt. Wir glauben, dass das Lebensbuch des Lammes für unsere Namen geöffnet wurde und dass darin unsere Namen stehen. Und wir glauben, dass es für unsere Namen durch nichts anderes geöffnet wurde, als durch das Blut des Lammes, das für uns geschlachtet ist. Das Blut des Lammes schenkt uns Hoffnung. Aber keine nichtige Hoffnung, z.B. dass wir nicht mehr verfolgt werden etc. Das Blut des Lammes schenkt uns die wahre Hoffnung des Evangeliums, nämlich dass der Tod, als der letzte Feind, seine Macht über uns verloren hat. Unsere toten Leiber werden wieder auferweckt, durch die Kraft der Auferstehung, nach dem Vorbild unseres Herrn Jesus. Deshalb gilt für uns der Satz: „Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen“. Es ist das Blut des Lammes, das uns zu Überwindern macht, wie es im Römerbrief heißt:

Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: »Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.« Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.“ (Röm 8,35-37)

Die Liebe unseres Herrn, ausgedrückt durch das Blut des geschlachteten Lamm Gottes, macht uns zu Überwindern.

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