Predigt: Epheser 3,1 – 21 (Sonderlektion 1 zum Jahresanfang 2013)

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EIN DIENER DES GEHEIMNISSES CHRISTI

… dessen Diener ich geworden bin durch die Gabe der Gnade Gottes, die mir nach seiner mächtigen Kraft gegeben ist.”

Eph 3,7

Der heutige Text kann in zwei Teile untergliedert werden; Teil eins: Der Diener des Geheimnisses Christi bringt das Evangelium ans Licht. Teil zwei: Der Diener des Geheimnisses Christi ist mit der überreichen Liebe Gottes erfüllt. Wir können dadurch lernen, dass wir, wenn wir mit der überreichen Liebe Gottes erfüllt sind, auch gute Jüngererzieher in der Weltmission sein können.

Teil 1: Ein Diener Christi bringt das Geheimnis für alle ans Licht (1-13)

Betrachten wir Vers 1: „Deshalb sage ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch Heiden“. Paulus war in einem römischen Gefängnis. Der Grund war nicht, dass er irgendwelche Sünden begangen hatte. Es war wegen Jesus und auch um der Heiden willen. Daher bittet Paulus im Vers 13, dass sie wegen seiner Leiden für sie nicht entmutigt sein sollten, die für sie eine Ehre sind. Leiden für Christus und Gottes Herde ist ganz bestimmt glorreich.

Betrachten wir Vers 2. “ihr habt ja gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch gegeben hat”. Paulus erklärt, dass er „die Gnade Gottes“ ein Diener Gottes wurde. Dieser Vers bezieht sich auf Gottes „Masterplan“. Paulus meinte, dass Gott ihn gemäß seinem Masterplan zu seinem Diener für die Heiden gemacht hatte. Jeremia 1,5 drückt denselben Gedanken aus: „Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.“ Wir alle sind nicht aus Zufall hier, sondern durch Gottes wunderbare Vorhersehung.

Betrachten wir die Verse 3-5. Hier wird das Wort “Geheimnis“ sinn­gemäß siebenmal erwähnt. Lasst uns beim Lesen dieser Verse auf das Wort „Geheimnis“ achten: „Durch Offenbarung ist mir das Geheimnis kundgemacht worden, wie ich eben aufs kürzeste geschrieben habe. Daran könnt ihr, wenn ihr’s lest, meine Einsicht in das Geheimnis Christi erkennen. Dies war in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist.“ Paulus sagt, dass das verborgene Geheimnis, das Geheimnis Christi, lange der ganzen Menschheit nicht bekannt gemacht wurde. Aber dieses Geheimnis wurde nun ihm und den anderen Aposteln durch den Geist offenbart.

Über welches Geheimnis redet Paulus? Lasst uns Vers 6 lesen: “nämlich dass die Heiden Miterben sind und mit zu seinem Leib gehören und Mitgenossen der Verhei­ßung in Christus Jesus sind durch das Evangelium.” In diesem Vers wird das Wort „mit“ dreimal wiederholt! Das war das Geheimnis! Bevor Jesus kam, waren die Menschen von Gott getrennt. Aber in Jesus können die Menschen nun zu Gott kommen und in seinem Reich zusammensein. Vor Christus (v.Chr.) waren Israel und die Heiden völlig getrennt. Aber in Jesus kamen sie als Brüder zusammen, als Erben des einen Vaters Gott. Auch wir waren vor Christus (v.Chr.) alle getrennt als Koreaner und Deutsche. Aber jetzt, nach Christus (A.D.) gehören wir in Jesus zusammen und wirken für Bibel-Deutschland und die Weltmission! Es ist wirklich wunderbar! Ist es nicht geheimnisvoll? Kurz gesagt sind durch das Evangelium alle Menschen der Welt zusammen Gottes Kinder! Wir können alle in Jesus die Vergebung der Sünden und das ewige Leben als Erbe empfangen. Wir haben alle einen Vater Gott. Auch alle Verheißungen in der Bibel gehören uns allen.

Im Vers 7 erklärt Paulus das noch klarer. Lesen wir Vers 7: „dessen Diener ich geworden bin durch die Gabe der Gnade Gottes, die mir nach seiner mächtigen Kraft gegeben ist.“ Hier sagt Paulus, dass es Gottes Geschenk war, dass er ein Diener Gottes für die Heiden wurde. Ein Geschenk muss von anderen gegeben werden. (Gibt es hier jemanden, der letztes Jahr an Weihnachten kein Geschenk bekommen hat? Weint nicht! Gott hat jedem von uns sein bestes Geschenk Jesus gegeben.) Gott gab uns sogar das Geschenk, dass wir seine Diener als Bibellehrer, Hirten oder Missionare in Heidelberg, Deutschland und Europa werden durften. Gott ernannte jeden von uns als Botschafter des Reiches Gottes!

Im Vers 8a sagt Paulus: „Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist die Gnade gegeben worden …“ Er sagt, dass er dieses Geschenk nicht verdient hatte. Warum? Einst hat er die Gemeinde Gottes verfolgt. Er war früher wie eine Lokomotive, die mit voller Geschwindigkeit in die von Gott entgegengesetzte Richtung zur Hölle gefahren ist. Aber Jesus hielt ihn auf dem Weg nach Damaskus an und fragte ihn: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“ Paulus fragte: „Herr, wer bist du?“ Jesus offenbarte, dass er Gott der Herr ist. Jesus offenbarte Paulus auch, was er tun sollte. Apostelgeschichte 9,15.16 lautet: „Doch der Herr sprach zu ihm: Geh nur hin; denn dieser ist mein auserwähltes Werkzeug, dass er meinen Namen trage vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel. Ich will ihm zeigen, wieviel er leiden muss um meines Namens willen.“

Hier offenbarte Jesus dem Paulus das Geheimnis im Evangelium. Was offenbarte Jesus Paulus?

Erstens: Jesus offenbarte Paulus, wer er war. Bis zu dieser Zeit kannte Paulus Jesus nicht sehr gut. Aber Jesus offenbarte sich ihm als der Herr, als Gott selbst, der Sünder nicht verdammt, sondern ihnen vergibt. Ferner offenbarte Jesus, wie er leben sollte. Jesus offenbarte ihm all diese verborgenen Geheimnisse auf einmal. Wenn Jesus nicht all diese Geheimnisse Gottes offenbart hätte, hätte Paulus sein Leben lang ein sinnloses und orientierungsloses Leben führen müssen.

Zweitens: Jesus offenbarte, wie sehr Gott außer den Israeliten alle Heiden liebt! Wow! Paulus hatte sich so ein Geheimnis Gottes niemals vorgestellt, das seit der Schöpfung verborgen war. Aber es wurde ihm offenbart. Er war über diese Offenbarung Jesu über Gottes verbor­genen „Master Plan“ überwältigt, der Plan der Rettung der Heiden. Für dieses Geheimnis wurde Paulus erwählt! Wie wunderbar ist das!

Lasst uns noch einmal Vers 7 lesen: „… dessen Diener ich gewor­den bin durch die Gabe der Gnade Gottes, die mir nach seiner mächtigen Kraft gegeben ist.” Es ist klar, dass keine menschliche Macht Saulus zu Paulus verändern konnte. Es war Gottes Kraft, durch die Saulus ein Diener Jesu wurde. Es war die Gabe Gottes, es war ein großes Geheimnis!

Ich hatte mein eigenes „v.Chr.“ und „D“. Als meine Eltern früh starben, war mein Leben elend. Ich war wie ein besessener Gerasener, ein unkontrollierbarer junger Mann. Ich war wie eine samaritische Frau voller Lust und Ehebruch. Ich war wie ein selbstsüchtiger Zöllner. Ich war auch wie ein 38 Jahre Gelähmter. Ich war wie Bartimäus, der blind geboren war und nicht wusste, woher er kam und wohin er ging. Ich wusste nicht, dass ich ein Sünder bin, sondern hielt mich für einen netten Kerl. Aber durch das Bibelstudium erkannte ich, dass ich der schlimmste Sünder war, der auf dem Weg zur Hölle war. Doch in dieser Zeit begegnete mir Jesus. Er vergab alle meine Sünden am Kreuz. Er offenbarte mir auch, dass Koreaner wie ich seine Diener für die Weltmission sein konnten! Es war wirklich Gottes Geschenk, dass ich in vielen Ländern als ein Missionar leben konnte. Genauso wurden auch wir Diener des Evangeliums durch die Gabe seiner Gnade nach seiner mächtigen Kraft. Amen.

Die Verse 8b und 9 lauten: „… den Heiden zu verkündigen den unausforschlichen Reichtum Christi und für alle ans Licht zu bringen, wie Gott seinen geheimen Ratschluss ausführt, der von Ewigkeit her verborgen war in ihm, der alles geschaffen hat.” Gott machte Paulus zum Diener des Geheimnisses, damit er es den Heiden verkündigen und es für alle ans Licht bringen sollte. „Verkündigen“ bedeutet nicht nur, über das Evangelium zu reden. Es beinhaltet, es zu bezeugen und Menschen davon zu überzeugen, sodass sie das Evangelium annehmen. „Für alle ans Licht bringen“ kann bedeuten, es zu lehren, bis alle es annehmen können. Das UBF-Zweierbibelstudium ist ein Weg, das zu tun.

Das war das, was Paulus getan hatte! Er ging in die Welt der Heiden und verkündigte das Evangelium. Wenn die Leute seine Predigt ablehnten, sonderte er einige Jünger von der Menge ab. Er brachte durch persönlicheres Bibelstudium das Evangelium ans Licht. Ein Beispiel ist sein Bibelunterricht in der Schule des Tyrannus in Ephesus.

Aber Paulus zeigt noch mehr Geheimnisse. Betrachten wir die Verse 10-13. Lesen wir Vers 10: „damit jetzt kundwerde die mannig­faltige Weisheit Gottes den Mächten und Gewalten im Himmel durch die Gemeinde.“ Hier sehen wir eine sehr erstaunliche und fantastische Szenerie von Gottes Erlösungsgeschichte.

Diese Welt ist eine Bühne, auf der die Erlösungsgeschichte gespielt wird. Der Regisseur ist Gott. Das Publikum sind die Engel und Geister im Himmel. Gott gebraucht Paulus und die Gemeinde, um die mannigfaltige Weisheit Gottes zu offenbaren. Jedes Mal, wenn Gott auf eine besondere Weise seine Weisheit offenbart, rufen die Engel und alle Glaubensvorfahren erstaunt: „Wow!“ oder „Fantastisch!“ über Gottes Weisheit. Als Jesus Saulus begegnete und ihn nicht zerstörte, riefen alle Engel: „Wie gnädig ist Gottes Liebe!“ Als Gott Saulus zu Paulus verwandelte und ihn zu seinem Diener für die Heiden machte, riefen sie nochmal: „Wow!“ Gottes Weisheit und Leitung seiner Erlösungsgeschichte setzte die Engel in Erstaunen.

Diese Welt ist bestimmt Gottes Bühne für die Erlösung, auf der die ganze Gemeinde Gottes und ihre Mitglieder als Diener des Evange­liums mitwirken. Was wir tun, wird vor den himmlischen Wesen alles offenbart. Wenn eine Person sich zu Gott bekehrt, gibt es da oben ein himmlisches Fest. Oft denken wir, dass all unsere Bemühungen umsonst wären, aber das ist nicht der Fall. Wenn wir ins Reich Gottes gehen, werden viele kommen und „Danke!“ sagen, und wenn wir sehen, wer sie sind, werden wir überrascht sein. Sie sind alle die, die auf Gottes Wort durch uns gehört haben. In der GUS fragte mich ein Missionar: “Kennst du einen berühmten jungen Professor, der vor kurzem Pastor einer der größten Kirchen in Washington, D.C. geworden ist?“ „Wer ist er?“, fragte ich. Er sagte: „Der junge Pastor redet immer, wenn er sich vorstellt, von einem Diplomat, der während seiner Studienzeit sein Leben verändert hat. Er hat oft sein Zweierbibelstudium mit dem Diplomaten abgebrochen. Aber der Diplomat wartete oft vor dem Hörsaal auf ihn. Wegen dem Diplomat ist er Jesus begegnet und wurde ein Diener Gottes!“ Dann fand ich heraus, dass er 1985 einer meiner Bibelschüler war, vor etwa 27 Jahren. Wow! Die Engel im Himmel werden Gott bestimmt preisen!

Wir denken, dass wir auf der Erde ein Verlustgeschäft betreiben. Aber Gottes Wort, das wir gelehrt haben, versagt nie. Es verändert schließlich viele Leben. Solche Dinge werden im Himmel oft passieren. Darum dürfen wir nicht entmutigt sein, wenn wir nicht viel Frucht bringen! Stattdessen müssen weiter das Evangelium verkündigen und der Jüngererziehung durch Zweierbibelstudium dienen, und zwar zur Zeit oder zur Unzeit.

Betrachten wir Vers 11. Paulus verherrlicht Gott für das, was mit ihm für die Heiden geschehen war, weil es nach seinem ewigen Vorsatz geschah, den er in Christus Jesus, unserm Herrn, ausgeführt hat. Vers 12 zeigt, wie nun auch alle Heiden starke Zuversicht haben: „durch den wir Freimut und Zugang haben in aller Zuversicht durch den Glauben an ihn.“ In Teil 1 zeigt Paulus, dass er durch die Gnade und Kraft Gottes ein Diener des Geheimnisses Christi für die Heiden wurde. Seine Aufgabe war es, dieses Geheimnis allen Heiden zu verkündigen und es ans Licht zu bringen. Sein eigenes Leben im Gefängnis oder sein Tod kümmerten ihn nicht, weil das es wert ist, sein Leben dafür zu geben. Ich glaube, dass auch wir die Diener des Evangeliums Christi in dieser Generation geworden sind.

Auch jedem von uns wurde eines Tages das Geheimnis offenbart. Deshalb sind wir alle hier, weil zum einen uns allen alle unsere Sünden durch Jesu Tod am Kreuz vergeben wurden. Aber das größere Geheimnis ist, dass wir alle Diener des Geheimnisses Christi geworden sind. Nun hat Gott uns zu Predigern und zu Zweierbibelstudiums­lehrern gemacht, die das Geheimnis Christi in Heidelberg, Deutsch­land, Europa und in der ganzen Welt bekannt machen. Es ist der ehrenvollste und wertvollste Job, den wir als Menschen bekommen können. Ich bin Botschafter Gottes geworden, was viel besser war als ein Botschafter Koreas, sogar eine ehrenwertere Arbeit als die meines Kollegen im Außenministerium, M. Ban Ki Moon, des Generalsekretärs der Vereinten Nationen!

Teil 2: Ein Diener, der Christus und seine Liebe in vollem Maße kennt (14-21)

Nun betet Paulus knieend vor Gott, der Israel und alle Heiden schuf, mit drei Gebetsanliegen.

Erstens, dass Gott sie am inwendigen Menschen stärken möge (14-16)

Betrachten wir die Verse 14-16: „Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen.” Paulus betete nicht für seine Freilassung oder seine Bedürfnisse. Er betete vielmehr, dass die Epheser und alle Christen stark würden, nicht in ihren Muskeln, sondern am inwendigen Menschen oder inneren Wesen.

Wir lernen hier, dass in jeder Person zwei Wesen sind: das eine ist unser äußerliches Wesen und das andere ist unser inneres Wesen oder inwendiger Mensch, der unsichtbar ist. Wenn unser inwendiger Mensch schwach ist, werden wir elend und sagen: „Ich elender Mensch! Ich mag mich nicht, weil ich mache, was ich hasse, und nicht mache, was ich machen sollte. Oh! Wer kann mich davon erretten?“ (Röm 7) David weinte viel, als sein inwendiger Mensch bestürzt war. „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Sieh auf den Herrn! Ich will auch auf den Herrn sehen!“ Gott stärkte Josua am inwendigen Menschen: „Sei getrost und unverzagt!“ (Jos 1,6) Wenn wir Gottes Diener werden, muss unser inneres Wesen gestärkt werden.

Wie kann unser inwendiger Mensch stark sein? Um an unserem äußeren Wesen stark zu sein, müssen wir gut essen und ordentlich trainieren. Ebenso müssen wir auch unser geistliches tägliches Brot, Bibelstudium und Gebet zu uns nehmen. Sie können unsere geistliche Nahrung sein. Unser geistlichen Übungen können unser Zweier­bibel­studium mit anderen, Stellungnahmeschreiben und vortragen sein. In Vers 17 sagt Paulus einen der besten Wege, wie unser inneres Wesen gestärkt werden kann.

Zweitens: Dass Christus in euren Herzen wohne (17). Betrachten wir Vers 17a: „das Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne“. Jesus ist stärker als Satan. Wenn Jesus kommt und in unseren Herzen wohnt, werden wir immer stark sein und den Satan besiegen. „Wohnen“ bedeutet hier, eine Weinstock-und-Reben-Beziehung zu haben. Jesus sollte 24 Stunden am Tag in uns wohnen, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr. Dann wird Jesus unseren inwendigen Menschen sehr stark machen! Er wird uns vor dem Satan, der stärker als wir ist, schützen.

Drittens: Christus und seine Liebe in vollem Maße zu erkennen (18-21)

Wir UBF-Mitarbeiter haben „Gehet hin und machet zu Jüngern“ im letzten halben Jahrhundert für die wichtigste Arbeit eines Dieners Gottes gehalten. Aber hier lehrt Paulus die Epheser und uns, von Gottes Liebe in vollem Maße erfüllt zu sein. Das bedeutet, dass, wenn wir von Gottes Liebe erfüllt sind, die Jüngererziehung auch möglich ist.

Wie überreich ist die Liebe Gottes? Johannes 3,16 sagt: „Denn also hat Gott die Welt geliebt …“ Das bedeutet, dass Gottes Liebe so breit ist. Er hat die Welt geliebt, die voll von rebellischen Sündern ist. Er schließt jede Art von Menschen an jedem Ort und in jeder Generation in seine liebevollen Arme, wie die Sonne den Guten und den Bösen scheint. Seine Liebe ist so tief, dass er seinen eingeborenen Sohn gab. Das bedeutet, dass Gott nicht nur einen oberflächlichen Lippendienst tut: „Ich liebe dich.“ Seine Liebe ist so tief, dass er sogar seinen einzigen Sohn geopfert hat! Solche Liebe, die alle Arten von Sündern rettet, ist tief. Tiefe Liebe meint auch Liebe, die andere tief versteht. Gottes Liebe ist lang. Seine Liebe währt ewig! Er ist derselbe gestern, heute und morgen! Wir ändern schnell unseren Sinn, aber Gottes Liebe ändert sich nicht. Er hat Judas Iskariot immer noch geliebt, als er schon seinen Verrat kannte. Jesus hat Petrus, der ihn dreimal verleugnet hat, weiterhin geliebt. Seine Liebe ist sehr hoch. Wir können nicht erklären, was das bedeutet. Bitte sagt mir nach dem Gottesdienst eure Meinung dazu. Ich meine nur, dass dies seine Liebe beschreiben mag, die seine Kinder erzieht und trainiert, weil er sie liebt und will, dass sie wie er werden. Paulus betete, dass die Christen in Ephesus diese überreiche Liebe kennen und mit solcher Liebe leben würden. Denn so sollte ein Diener des Geheimnisses Christi leben. Das bedeutet, dass wir, um ein guter Prediger oder ein guter Jüngererzieher zu sein, Gottes Liebe kennen und seine Liebe genießen und der überreichen Liebe entsprechend leben und Gottes Herde solche Liebe erweisen sollten. Dann wird auch Gottes überreiche Frucht folgen.

Ich sehe jetzt, dass das sehr wahr ist. Ich habe mich einst nur darauf konzentriert, hinzugehen und Jünger zu machen. Dazu habe ich alle meine Mühe aufgebracht, um mehr als zwölf Zweierbibelstudien zu haben und viele Bibelschüler zu meinem Kreis zu bringen. Dr. Samuel Lee sagte mir, dass Missionare wie Düngemittel sein müssten, die amerikanische Studenten zu großen Bäumen machen. Jeder sagte Amen. Aber ich sagte in meinem Herzen nicht Amen. Ich wollte lieber ein großer Baum sein und amerikanische Studenten als mein Düngemittel gebrauchen. Wisst ihr, was in den nächsten 10 Jahren passiert ist? Alle meine Bibelschüler sind weggelaufen. Ich wusste nicht warum. Es war, weil sie nicht Düngemittel für mich sein wollten. Dann tat ich Buße und wollte Jesu tiefe Liebe lernen, nicht selbstsüchtige, sondern hingebungsvolle Liebe. Seitdem sandte Gott mir einen Bibelschüler nach dem andern, bis es viele wurden.

Ich habe gelernt, dass ich, um ein guter Jüngererzieher zu sein, Gottes überreiche Liebe kennen und seinem Beispiel folgen muss. Früher dachte ich, ich sei David und alle anderen wären mein Jonathan. Aber Gottes Liebe machte mich zu Jonathan, um andere um mich herum zu David zu machen. Früher dachte ich, nach 47 Jahren UBF-Hirtenleben hätte ich viel Liebe. Aber jetzt habe ich zwei Dinge gelernt. Meine Liebe ist so armselig. Ich muss das letzte halbe Jahrhundert für die Aufwärmphase halten und mein Hirtenleben voller Liebe neu beginnen.

Zum andern habe ich gelernt: ein guter Jüngererzieher zu sein, bedeutet, voll von Gottes überreicher Liebe zu sein und so ein Leben der Liebe Gottes zu führen. Ich bin froh, dass ich 2013 neu beginnen kann mit der Hoffnung, Gottes überreiche Liebe in meinem Leben erkennen und praktizieren zu können.

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