Predigt: 2.Könige 14,1 – 17,41

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Das Ende des Glaubens

So fürchteten diese Völker den HERRN und dienten zugleich ihren Götzen.Auch ihre Kinder und Kindeskinder tun, wie ihre Väter getan haben,bis auf diesen Tag.“

(2. Kön 17,41)

Der Textabschnitt den wir heute betrachten wollen, beschreibt, wie nach dem Tod des Propheten Elisa der geistliche Verfall sowohl im Königreich Israel als auch in Juda fortschritt, bis das Nordreich Israel schließlich ausgelöscht wurde. Zwar kann man in beiden Reichen als Ursache für Mißerfolge bei den Königen Regierungsfehler und außenpolitische Fehlentscheidungen finden. Doch der Verfasser der Königebücher betont, daß die jeweiligen Könige sich ihr Unglück durch ein Gott nicht wohlgefälliges Verhalten und durch das Nichtbeachten der Gebote Gottes zuzogen.

Insbesondere am Reich Israel können wir sehen, wie die Menschen, durch ihre fehlende Bereitschaft zur Umkehr, schließlich das Gericht Gottes erfahren mußten.

I. Gottes Geduld mit Israel und Juda (Kap. 14,1 – 16,20)

Lernen wir zuerst Amazja, den König von Juda, kennen. Was für ein König war er? Betrachten wir Kap 14,1. „Im zweiten Jahr des Joasch, des Sohnes des Joahas, des Königs von Israel, wurde Amazja König, der Sohn des Joasch, des Königs von Juda.“ Amazja war der achte König seit der Spaltung des Reiches in das Nordreich Israel und das Südreich Juda und er regierte 29 Jahre lang in Juda. Amazja war ein an Gott gläubiger Mann, der sich an Gottes Gebote hielt. Vers 3a sagt über ihn: „Und er tat, was dem HERRN wohlgefiel, …“

Diese guten Worte über ihn werden aber etwas eingeschränkt durch die Aussagen in Vers 3b und 4: „… doch nicht wie sein Vater David, sondern wie sein Vater Joasch tat auch er. Denn die Höhen wurden nicht entfernt, sondern das Volk opferte und räucherte noch auf den Höhen.“

Höhen meint hier die Orte, an denen zu früheren Zeiten die heidnischen Völker ihre Götter angebetet und ihnen geopfert hatten. Die Juden und Israeliten hatten die Höhen umgewidmet und gebrauchten sie zur Verehrung des Gottes Jahwe. Es war etwa so wie in der christlichen Kultur, in welcher ursprünglich heidnische Symbole, z.B. der Tannenbaum oder das Osterei einfach übernommen wurden. Weil sie dort Gott opferten und nicht den heidnischen Götzen, die ursprünglich an diesen Plätzen verehrt wurden, und weil dies im Laufe vieler Jahre zu einer festen Gewohnheit geworden war, mögen die Menschen in Juda es auch als etwas ganz Normales und Harmloses betrachet haben. Aber es gab dabei eine immanente Gefahr, denn im Zusammenhang mit den Höhenheiligtümern konnte es leicht geschehen, daß die ehemaligen heidnischen Gebräuche und sogar der Götzendienst wieder aufleben konnten und übernommen wurden.

Obwohl er tat, was dem Herrn wohlgefiel, gab es – weil er die Höhen nicht entfernte – in der Haltung von König Amazja also eine gewisse Kompromißbereitschaft und Zugeständnisse, die Gottes Anerkennung nicht fanden.

Wie ging es mit Amazja weiter? Vers 7 berichtet von einer kriegerischen Auseinandersetzung mit dem südlich angrenzenden Nachbarvolk, den Edomitern, in der Amazjas Armee siegte. Nach diesem Sieg war Amazja nicht mehr derselbe wie vorher. Welche Änderung zeigte sich in seinem Verhalten? Erstens begann er, Götzen anzubeten. 2.Chronik berichtet: „… als Amazja vom Siege über die Edomiter wiederkam, brachte er die Götter der Leute von Seïr mit und stellte sie sich als Götter auf und betete sie an und opferte ihnen.“ (2.Chron 25,14) Als er diese Götzen anbetete, handelte Amazja eindeutig gegen Gottes Gebote.

Zweitens wurde er hochmütig. Sein Erfolg war ihm zu Kopf gestiegen, so daß er Boten zu König Joasch von Israel sandte und diesem den Krieg erklärte. Hochmut kommt vor dem Fall. Das mußte König Amazja nun auch erfahren. Das Reich Juda erlitt eine bittere Niederlage. Die Mauer der Hauptstadt Jerusalem wurde zerstört, alle Schätze wurden geraubt und Geiseln gefangen weggeführt. Einige Jahre später machten seine eigenen Leute eine Verschwörung gegen Amazja und ermordeten ihn.

Nach Amazja wurde sein Sohn Asarja (er wurde auch Usija genannt) König. Von ihm heißt es (15,3.4): „… er tat, was dem HERRN wohlgefiel, ganz wie sein Vater Amazja, 4 nur, dass die Höhen nicht entfernt wurden; denn das Volk opferte und räucherte noch auf den Höhen.“

Dieses Kapitel spricht nicht über die beachtlichen innen- und außenpolitischen Erfolge Asarjas, und über seine große Anerkennung, welche er sich weit über die Grenzen seines Landes hinaus erwarb. In Vers 5a wird jedoch erwähnt, wie Gott ihn hart bestrafte. „Der HERR aber plagte den König, dass er aussätzig war bis an seinen Tod, …“ Warum bestrafte Gott König Asarja mit der schrecklichen Krankheit Aussatz? Auch hierzu finden wir die näheren Umstände in 2.Chronik beschrieben, wo es von Asarja heißt: „:.. als er mächtig geworden war, überhob sich sein Herz zu seinem Verderben; denn er verging sich gegen den HERRN, seinen Gott, und ging in das Haus des HERRN, um auf dem Räucheraltar zu räuchern.“ (2.Chron 25,16)

Im Bewußtsein seiner Erfolge und seiner großen Macht als König wurde er hochmütig und handelte gegen die Gebote Gottes und mußte daraufhin Gottes Gericht an seinem eigenen Leib erfahren.

Wir wollen unser Augenmerk zwischendurch auch auf das Nordreich Israel richten. Durch wiederholte Überfälle der aramäischen Armee war Israel sehr dezimiert und geschwächt worden. Nach dem Tod König Joaschs wurde sein Sohn Jerobeam König über Israel. „Er tat, was dem Herrn mißfiel und wich nicht ab von allen Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte.“ (14,24) D.h. er billigte den Götzendienst in Israel, der durch Jerobeam den Ersten etabliert worden war. Was diesen König Jerobeam den Zweiten anging, hatte Gott eigentlich keine Veranlassung, ihm zu helfen. Aber Gott sah die Notlage des durch die dauernden kriegerischen Auseinandersetzungen leidenden Volkes. Betrachten wir dazu die Verse 14,26.27: „Denn der HERR sah den bitteren Jammer Israels an, dass sie allesamt dahin waren und kein Helfer in Israel war. 27 Und der HERR hatte nicht gesagt, dass er den Namen Israels austilgen wollte unter dem Himmel, und errettete sie durch Jerobeam, den Sohn des Joasch.“

Als Gott das Elend seines Volkes sah, wurde sein Herz bewegt und er erbarmte sich über Israel und gebrauchte Jerobeam den Zweiten, um sie zu retten. Weil Gott ihn gebrauchte, konnte Jerobeam viele Gebiete Israels von seinen Feinden zurückerobern. Jerobeam war 41 Jahre lang König über Israel.

Als Jerobeam starb, kam sein Sohn Secharja an die Regierung. Auch von diesem heißt es: „Und er tat, was dem HERRN missfiel, wie seine Väter getan hatten. Er ließ nicht ab von den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte.“ (15,9) Nach gerade einmal sechs Monaten wurde Secharja ermordet.

Sein Mörder, Schallum, regierte nur einen Monat zu Samaria. Dann wurde auch er erschlagen und von Menahem als König abgelöst. Menahem „… regierte zehn Jahre zu Samaria. 18 Und er tat, was dem HERRN missfiel. Er ließ sein Leben lang nicht ab von den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte.“ (15,17b.18)

Dann wurde „… Pekachja, der Sohn Menahems, König über Israel und regierte zu Samaria zwei Jahre. 24 Und er tat, was dem HERRN missfiel, denn er ließ nicht ab von der Sünde Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte. 25 „… Pekach, der Sohn Remaljas, sein Ritter, [machte] eine Verschwörung gegen ihn – und mit ihm waren fünfzig Mann von den Gileaditern – und schlug ihn tot in Samaria im Burgturm des Königshauses samt Argob und Arje und wurde König an seiner statt.“ (15,23b-25)

Pekach „… regierte zu Samaria zwanzig Jahre. 28 Und er tat, was dem HERRN missfiel, denn er ließ nicht ab von der Sünde Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte.“ (15,28)

Was geschah während der Regierungszeit Pekachs? Betrachten wir Kap 15,29. „Zu der Zeit Pekachs, des Königs von Israel, kam Tiglat-Pileser, der König von Assyrien, und nahm Ijon, Abel-Bet-Maacha, Janoach, Kedesch, Hazor, Gilead und von Galiläa das ganze Land Naftali und führte sie weg nach Assyrien.“

Dann kam es, wie es kommen mußte (15,30) „…Hoschea, der Sohn Elas, machte eine Verschwörung gegen Pekach, den Sohn Remaljas, und schlug ihn tot und wurde König an seiner statt …“

Blicken wir noch einmal auf das Königreich Juda. Nach Asarja bzw. Usija wurde sein Sohn Jotam König. „… er tat, was dem HERRN wohlgefiel, ganz wie sein Vater Usija getan hatte, 35 nur, dass die Höhen nicht entfernt wurden; denn das Volk opferte und räucherte noch auf den Höhen. …“ (15,34.35) Er glaubte an Gott, aber – wie schon sein Vater und Großvater – mit Kompromissen. Bald schon sollte es sich zeigen, daß die Haltung, die ursprünglich heidnischen Höhenheiligtümer beizubehalten, und sich damit nicht ganz an die Gebote Gottes zu halten, schlechte Früchte brachte.

Auf Jotam folgte dessen Sohn Ahas. „… Ahas [war zwanzig Jahre] alt, als er König wurde; und er regierte sechzehn Jahre zu Jerusalem. Und er tat nicht, was dem HERRN, seinem Gott, wohlgefiel, wie sein Vater David, 3 denn er wandelte auf dem Wege der Könige von Israel. Dazu ließ er seinen Sohn durchs Feuer gehen nach den gräulichen Sitten der Heiden, die der HERR vor den Israeliten vertrieben hatte, 4 und brachte Opfer dar und räucherte auf den Höhen und auf den Hügeln und unter allen grünen Bäumen.“ (16,2-4)

König Ahas gebrauchte die Höhenheiligtümer nicht mehr als Orte, um den wahren Gott anzubeten. Vielmehr praktizierte er heidnische Riten bis dahin, daß er sogar seinen Sohn als Feueropfer verbrannte. Ganz in der Tradition der israelitischen Könige machte er gegossene Bilder für den Götzen Baal (2.Chron 28,2.3).

Als er im Krieg von den aramäischen Feinden geschlagen wurde, sagte er sich: „Die Götter der Könige von Aram helfen ihnen; darum will ich ihnen opfern, daß sie mir auch helfen.“ (2.Chron 28,23b) Weiter wird von König Ahas berichtet: „[Er] schloß die Türen zu am Hause des HERRN und machte sich Altäre in allen Winkeln Jerusalems. Und in den Städten Judas hin und her machte er Höhen, um andern Göttern zu opfern, …“

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern tat Ahas so sehr aktiv gerade die Dinge, die Gott sehr mißfielen.

Wenn wir die parallel verlaufende Geschichte der beiden Brudervölker Juda und Israel betrachten, finden wir einige Unterschiede in der Art ihrer jeweiligen Sünde. Im Südreich Juda bestand die Sünde im Festhalten an den Höhenheiligtümern der früheren heidnischen Völker. Im Nordreich Israel war es das Festhalten an der Sünde Jerobeams des Ersten, welcher das Volk Israel dazu gebracht hatte, goldene Kälber als ihren Gott zu verehren.

Die Sünden waren zwar verschieden. Doch weil in beiden Völkern die Menschen an ihrer Sünde festhielten, mußten sie gleichermaßen dem Gericht Gottes entgegen gehen.

II. Das Ende des Reiches Israel (Kap 17,1 – 41)

Nachdem Gott dem Volk Israel so viele Jahre lang Gelegenheit zur Umkehr gegeben hatte – immer wieder hatte er es durch Propheten warnen und an seine Gebote erinnern lassen – kam nun die Zeit, in der das Gericht Gottes über Israel endgültig wurde.

In Kapitel 17 in den Versen 1-7 wird der Untergang des Nordreiches unter seinem letzten König, Hoschea, kurz beschrieben. Auch von ihm heißt es (2a) „Und er tat, was dem Herrn missfiel,“

Seine Regierungszeit dauerte neun Jahre und ist durch einen Vertragsbruch gekennzeichnet. Betrachten wir die Verse 3 und 4. Das Nordreich Israel wurde gegenüber Salmanassar, dem König von Assyrien, tributpflichtig. Aber dann gab König Hoschea die vereinbarten jährlichen Abgaben nicht mehr und versuchte ein Bündnis mit So, dem König von Ägypten, zu schließen. Daraufhin kam der König von Assyrien, ließ Hoschea festnehmen und und ins Gefängnis legen. Die Stadt Samaria wurde drei Jahre lang von den assyrischen Soldaten belagert und schließlich erobert. Vers 6 lautet: „Und im neunten Jahr Hoscheas eroberte der König von Assyrien Samaria und führte Israel weg nach Assyrien und ließ sie wohnen in Halach und am Habor, dem Fluss von Gosan, und in den Städten der Meder.“ Dies war das Ende des Nordreiches Israel.

Der Vertragsbruch König Hoscheas gegenüber dem assyrischen Herrscher hatte so eine tragische Folge, indem die Nation dadurch ausgelöscht wurde. Doch der wirkliche Grund des Untergangs dieser Nation war nicht dieser Vertragsbruch. Es gab einen größeren Vertragsbruch, welcher diesem Ereignis vorausging. Ein Vertragsbruch aller Könige Israels und des ganzen Volkes Israel, gegenüber Gott, welcher ein viel größerer Herrscher ist, als es der König von Assyrien war.

Das Gericht Gottes war nun gekommen. Als König Jerobeam der Erste sich durch die Anfertigung goldener Kälber versündigte und weil er die Warnung und Ermahnung Gottes ignorierte und gegen Gott rebellierte, hatte er damit schon das Gericht Gottes verdient.

Die Sünde gipfelte bei König Ahab, der Gottes Propheten tötete und den Baalskult einführte. Aber anstatt die Menschen im Nordreich Israel zu richten, sandte Gott seinen Knecht Elia. Ahab tötete Nabot und sündigte immer wieder. Aber als er sich demütigte, hat Gott ihm vergeben. Wir können auf diese Weise immer wieder die Geduld Gottes mit den Königen sehen, obwohl sie Gott wirklich provozierten. Wir haben erfahren, daß Gott sogar durch den bösen König Jerobeam den Zweiten das Volk rettete. Aber die Sünde nahm immer mehr zu und erreichte das Maß Gottes. Solange Gott sie erduldete, solange Gott seine Knechte sandte um sie zu warnen, solange Gott sogar einen bösen König gebrauchte, um sie zu retten, war für sie Gnadenzeit. In dieser Gnadenzeit konnten sie sagen: Wir sind Sünder, aber Gott ist Liebe.

Man kann versuchen, die Gnade Gottes unendlich zu mißbrauchen. Aber dann kam das Gericht Gottes. Sie wurden erobert, verschleppt, verloren ihre Heimat.

Was war der wahre Grund des Untergangs Israels? Betrachten wir die Verse 7-12. Hier finden wir den eigentlichen Grund des ganzen Unglücks.

Lesen wir dazu Vers 7: „Denn die Israeliten hatten gegen den HERRN, ihren Gott, gesündigt, der sie aus Ägyptenland geführt hatte, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten, und fürchteten andere Götter“ Gott der HERR hatte die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten gerettet, er hatte einen Bund mit ihnen geschlossen, ihnen seine Gebote gegeben und sie zu einem starken Volk werden lassen. Das erste der Zehn Gebote lautet: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. 3 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. 4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: 5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! (2.Mose 20,2-5a)

Gottes Gebot war so klar. Es war sein Bund, sein Vertrag mit den Isrealiten, dessen Bedingungen sie einhalten sollten. Doch was taten sie stattdessen? Sehen wir uns dazu die Verse 8-12 an. Sie 8 „… wandelten nach den Satzungen der Heiden, die der HERR vor Israel vertrieben hatte, und taten wie die Könige von Israel. 9 Und die Israeliten ersannen, was nicht recht war gegen den HERRN, ihren Gott, sodass sie sich Höhen bauten in allen Orten, von den Wachttürmen bis zu den festen Städten, 10 und richteten Steinmale auf und Ascherabilder auf allen hohen Hügeln und unter allen grünen Bäumen 11 und opferten auf allen Höhen wie die Heiden, die der HERR vor ihnen weggetrieben hatte, und trieben böse Dinge, womit sie den HERRN erzürnten, 12 und dienten den Götzen, von denen der HERR zu ihnen gesagt hatte: Das sollt ihr nicht tun!“

Es stimmt, daß das Volk Israel nicht Gott allein angebetet, sondern viele Götzen verehrt hatte. Aber war es gerechtfertigt, daß Gott ein so starkes Gericht über sie ausübte und die Nation untergehen ließ? Wenn das Halten der Gebote Gottes so wichtig war, hätte Gott sie dann nicht warnen und ihnen irgendwie helfen können?

Gott hatte dies getan. Vers 13 lautet: „Und doch hatte der HERR Israel und Juda gewarnt durch alle Propheten und alle Seher und ihnen sagen lassen: Kehrt um von euren bösen Wegen und haltet meine Gebote und Rechte nach dem ganzen Gesetz, das ich euren Vätern geboten habe und das ich zu euch gesandt habe durch meine Knechte, die Propheten.“ Während der mehr als 200 Jahre seit dem Beginn der Herrschaft des erstens Königs, Jerobeam, bis zum Untergang des Reiches unter König Hoschea, hatte Gott das Volk Israel und seine Könige wiederholt an ihren Vertragsbruch erinnert und sie aufgefordert, mit dem Götzendienst aufzuhören und Gott und seine Gebote zu respektieren. Aber Israel wollte nicht. Die Israeliten machten sich nichts daraus. In den Versen 14 und 15 heißt es: „ … sie gehorchten nicht, sondern versteiften ihren Nacken wie ihre Väter, die nicht an den HERRN, ihren Gott, glaubten. 15 Dazu verachteten sie seine Gebote und seinen Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen hatte, und seine Warnungen, die er ihnen gab, und wandelten ihren nichtigen Götzen nach und trieben Nichtiges. Sie taten wie die Heiden um sie her, von denen der HERR ihnen geboten hatte, sie sollten nicht wie diese tun.“

In den Versen 16 und 17 wird das ganze Außmaß des Bruches ihres Bundes mit Gott deutlich. Hier heißt es: „… sie verließen alle Gebote des HERRN, ihres Gottes, und machten sich zwei gegossene Kälber und ein Bild der Aschera und beteten alles Heer des Himmels an und dienten Baal 17 und ließen ihre Söhne und Töchter durchs Feuer gehen und gingen mit Wahrsagen und Zauberei um und verkauften sich, zu tun, was dem HERRN missfiel, um ihn zu erzürnen.“

Nachdem insgesamt 20 Könige und mit ihnen praktisch das ganze Volk trotz aller Versuche Gottes, sich nicht zur Rückkehr in den Bund Gottes bewegen ließen, blieb für sie nur noch das Gericht und Gott ließ zu, daß sie als Nation ausgelöscht wurden.

Beispielhaft können wir hier sehen, daß es eine Zeit gibt, in der Gott den sündigen Menschen mit seiner Gnade begegnet und ihnen mit Geduld und wiederholten Ermahnungen helfen möchte. Doch wehe den Menschen, wenn sie bis zuletzt uneinsichtig bleiben und die Gottes Gnade und die Umkehr zu ihm ablehnen. Für sie bleibt nur das Gericht.

Was geschah weiter im Gebiet Israels? Der König von Assyrien hatte die Israeliten aus ihrer Heimat entwurzelt und sie in andere Länder umgesiedelt. An ihrer Stelle ließ er nun Leute von Babel, von Kuta, von Awa, von Hamat und Sefarwajim kommen, damit diese anstelle der Israeliten in den Städten von Samarien wohnen sollten.

Was tat Gott, als diese Menschen neue Götzen mit sich brachten und anbeteten? Betrachten wir Vers 25. „Als sie aber anfingen, dort zu wohnen, und den HERRN nicht fürchteten, sandte der HERR unter sie Löwen, die töteten sie.“

Sie berichteten dem König von Assyrien darüber. Um das Problem zu lösen, ließ der assyrische König einen Priester Gottes nach Israel bringen, damit dieser das neu angesiedelte Volk lehrte, wie sie den Gott Israels verehren sollten. Wie vorher das Volk Israel, so wurden durch diesen Priester nun die neuen Bewohner des Landes Israel genau instruiert und es wurde ihnen der Weg gezeigt, wie sie Gott richtig verehren und seine Gebote halten sollten. Weil sie Gott fürchteten, der Löwen unter sie gesandt hatte, begannen sie ihn anzubeten. Doch sie waren nicht besser, als die Israeliten. Denn sie verehrten gleichzeitig auch alle ihre Götzen, welche sie aus ihren jeweiligen Heimatländern mitgebracht hatten. Weil auch sie keine echte Ehrfurcht vor dem Gott Israels hatten, entstand nun erneut ein Mischmasch aus wahrem Gottesdienst und Götzendienst, der Gott weder gefällt noch seine Anerkennung finden kann.

Vers 41 beschreibt die Situation zusammenfassend: „So fürchteten diese Völker den HERRN und dienten zugleich ihren Götzen. Auch ihre Kinder und Kindeskinder tun, wie ihre Väter getan haben, bis auf diesen Tag.“

Mit ihrem falschen Glauben übten sie schlechten Einfluß aus, indem sie ihn an ihre Kinder und Kindeskinder weitergaben.

Möge Gott uns helfen, allein IHN anzubeten und seine Gebote zu halten, und so in unserer Generation und auf unsere Kinder einen guten Glaubenseinfluß zu üben.

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