Wissenschaft und Glaube: Denken und Glauben – Infoabend 18.04.2012 (AH)

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Denken und Glauben

(Atheismus und christlicher Glaube)

Die Frage nach Gott ist eine der wesentlichsten Fragen, die im Laufe eines Menschenlebens auftauchen. Und allein die Tatsache, dass wir uns heute Abend versammelt haben, rechtfertigt diese Frage. Und die Antwort auf diese Frage ist ungemein bedeutend, denn sie formt unser Leben. Als Atheist würde ich ein völlig anderes Leben führen als ein Theist. Als Monotheist ein völlig anderes Leben als ein Polytheist; als Deist ein anderes Leben als ein Oligotheist oder Pantheist. Als Christ führe ich ein anderes Leben, als wenn ich Moslem wäre, Hindu, Jude oder Buddhist. Unsere Weltanschauung hat signifikante Auswirkungen auf unser Denken und Handeln.

Heute möchte ich unsere gedankliche Reise nicht auf die Summe alle Weltreligionen und Weltanschauungen ausweiten, sondern einschränken auf den Atheismus und dem Christentum, weil wir am stärksten von ihnen umgeben sind.

Wer einen gläubigen Christen die Frage stellt, welche Erfahrungen er in Diskussionen mit überzeugten Atheisten gesammelt hat, wird sicherlich mitunter zu hören bekommen, wie ihm zahlreiche provokante Fragen gestellt wurden, nicht unbedingt um des Gedankenaustausches willen, oder weil sein Gesprächspartner aufrichtiges Interesse an christlich- biblische Antworten hätte, sondern um ihn argumentativ zu attackieren, bloßzustellen und mundtot zu machen. Ich selbst kann ein Lied davon singen. Und zwar von beiden Seiten aus betrachtet. Heute als Christ, wenn ich mit Freunden, Verwandten, Kollegen aber auch Studenten rede aber auch als ich ein leidenschaftlicher Atheist war und christliche Freunde beinahe ins Kreuzverhör nahm. Das ist ein Phänomen. Mit Christen kann man sowas machen. Bei Moslems trauen sich die Wenigsten.

Doch oftmals macht es sich der Atheist zu leicht, wenn er meint sich zurücklehnen und einseitige Fragen in den Raum werfen zu können. Denn auch der Atheist muss Antworten finden und liefern können und zwar auf die wesentlichsten Fragen des Lebens.

In den 80er Jahren musste Ravi Zacharias an der Universität schier endlose Stunden mit dem Studium der Werke des atheistischen Philosophen Antony Flew verbringen. Er und seine Kommilitonen sollten Flew verstehen lernen, alle Werke lesen, die Flew veröffentlicht hatte, um den Punkt seiner Argumentation zu erfassen und versuchen Antworten auf seine Fragen zu finden, ob die Wahrheit erkannt werden kann, ob die Wahrheit verifizierbar ist, ob die Sprache über Wahrheit und Logik wirklich etwas mit der Realität zu tun hat etc. Doch niemand, weder die Studenten noch die Dozenten, konnte sich vorstellen, dass etwa 30 Jahre später Antony Flew seinen Atheismus ablegen würde. 2007 erschien sein letztes Buch: „There is a God: How the World’s Most Notorious Atheist Changed His Mind, HarperOne 2007”. Er betrachtete den Atheismus nicht weiter für vertretbar. Nun, er ist nicht den ganzen Weg gegangen, sondern landete auf halber Strecke beim Deismus, wobei er unmissverständlich bezeugt, dass wenn es einen Gott gibt, es der Gott des Christentums sein muss. Und las er die Bücher von N.T. Wright, einem der bedeutendsten Theologen unserer Zeit, studierte, sagte er über sein Werk über die Auferstehung: „Das ist das Überzeugendste, das ich je gelesen habe, die Kombination zwischen N.T. Wright und C.S. Lewis“  über die Auferstehung!

Ein weiteres prominentes Beispiel ist Jean-Paul Sartre. Sartre gehört als atheistisch-existentialistischer Philosoph sozusagen zum Standardrepertoire des Atheismus. Auf dem Sterbebett verkündete er allerdings, dass er sich selbst nicht länger als einen atheistischen Denker bezeichnen könne, weil er zu dem Entschluss gekommen sei, dass es in sich nicht schlüssig ist.

Einer der hedonistischsten Schriftsteller der jemals gelebt hat, war Oscar Wilde. Ravi Zacharias hat ein Buch über ihn geschrieben, mit dem Titel: „Sense and Sensuality – Jesus talks to Oscar Wilde“. Für seine Recherchen reiste er nach London und anschließend nach Paris und besuchte die Kirche, in der seine Bestattungszeremonie stattgefunden hat. Und interessanterweise wurde bei seiner Beerdigung keine Musik gespielt. Dieser Mann war ein Hedonist! Keine Musik auf seiner Beerdigung!

Und nun lag Oscar Wilde am Ende seines Lebens angekommen im Sterbebett und bezeugte: „Ich habe über meine Verhältnisse gelebt“. Das ist noch moderat ausgedrückt. Er hat sein Leben köstlich amüsiert und alle seine Phantasien nach Lust und Laune ausgelebt, abseits jeglicher Moralvorstellung und völlig ungeniert und hemmungslos. Da lag er nun im Bett, brillant als Schriftsteller und sagte zu seinem Geliebten Robbie Ross, während er an die vielen dachte, an denen er sich vergangen hatte: „Robbie, hast du irgendeinen der Jungs, die du geliebt hast und die ich geliebt habe, hast du irgend einen um seiner selbst willen geliebt?“ Denk darüber nach! Was für eine Frage! „hast du irgendeinen um seiner selbst willen geliebt?“ „Nein“, sagte Robbie Ross. „Ich auch nicht“, gestand Wilde und fügte hinzu: „Hole mir einen Priester, denn nur Christus ist groß genug um mein Herz zu reinigen.“

Interessanterweise wurde in derselben Kirche, in der Oscar Wildes Beerdigung stattfand auch die Beerdigung von Blaise Pascal gefeiert. Und hinten in der Kirche hängt sein Mantel. Und in seinem Mantel befindet sich sein Memorial, seine Erfahrung mit Gott und mit Jesus Christus, das er bis zu seinem Tod bei sich getragen hat und der Titel seines Zeugnisses besteht aus einem einzigen Wort: „Feuer“.

Es gibt so viele schönere Themen, über die ich viel lieber reden würde, z.B. das Kreuz Christi oder seine Auferstehung oder die Kraft und die Herrlichkeit des Evangeliums. Aber es ist wichtig, sich Gedanken über sein Weltbild zu machen und es zu durchleuchten, um zu sehen ob es wirklich stand hält. Aus diesem Grund hat das heutige Thema Relevanz.

Ich möchte einen Text von Friedrich Nietzsche vorlesen, einer der brillantesten Philosophen unseres Landes, ein Philosoph der sehr stark vom Nihilismus, von der Bedeutungslosigkeit, geprägt war. Von ihm stammt der Begriff „Der Übermensch“ und er beschäftigte sich mit dem Willen zur Macht. Diese Ideen beeinflussten Hitler und dieser sandte Nietzsches Schriften persönlich an Stalin und Mussolini. Von ihm stammt auch der Spruch: „Gott ist tot“. Die Ironie der ganzen Sache ist, dass Nietzsches Vater ein Pastor war und seine beiden Großväter waren Geistliche. Doch er legte seinen Glauben an Gott ab. Er meinte, dass es intellektuell gesehen nicht zusammenpasste. Also schrieb er das folgende Gleichnis, mit sehr ausdrucksstarken Metaphern, wenn wir genau hinhören. Es trägt den Titel: „Der tolle Mensch“:

„Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, der am hellen Vormittag eine Laterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlich schrie: „Ich suche Gott! Ich suche Gott!“
Da dort gerade viele von denen zusammenstanden, welche nicht an Gott glaubten, so erregte er ein großes Gelächter.
Ist er denn verlorengegangen? sagte der eine. Hat er sich verlaufen wie ein Kind? sagte der andere.
Oder hält er sich versteckt? Fürchtet er sich vor uns? Ist er zu Schiff gegangen? ausgewandert? – so schrien und lachten sie durcheinander.

Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken.

„Wohin ist Gott?“ rief er, „ich will es euch sagen!
Wir haben ihn getötet – ihr und ich!
Wir sind seine Mörder! Aber wie haben wir das gemacht?
Wie vermochten wir das Meer auszutrinken?
Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen?
Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun?

Wohin bewegen wir uns?
Fort von allen Sonnen?
Stürzen wir nicht fortwährend?
Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten?
Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht durch ein unendliches Nichts?
Haucht uns nicht der leere Raum an?
Ist es nicht kälter geworden?
Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?

Müssen nicht Laternen am Vormittag angezündet werden?
Hören wir noch nichts von dem Lärm der Totengräber, welche Gott begraben? (…)
Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet!
Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?

Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unsern Messern verblutet – wer wischt dies Blut von uns ab?
Mit welchem Wasser könnten wir uns reinigen?
Welche Sühnefeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen?
Ist nicht die Größe dieser Tat zu groß für uns?
Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen?

(…)
Hier schwieg der tolle Mensch und sah wieder seine Zuhörer an: auch sie schwiegen und blickten befremdet auf ihn. Endlich warf er seine Laterne auf den Boden, dass sie in Stücke sprang und erlosch. „Ich komme zu früh“, sagte er dann, „ich bin noch nicht an der Zeit.

(…)

Man erzählt noch, dass der tolle Mensch desselbigen Tages in verschiedenen Kirchen eingedrungen sei und darin sein Requiem aeternam deo angestimmt habe. Hinausgeführt und zur Rede gesetzt, habe er immer nur dies entgegnet: „Was sind denn diese Kirchen noch, wenn sie nicht die Gräber und die Grabmäler Gottes sind?“

Nun, die Ironie an Nietzsches Leben ist, dass er die letzten 14 Jahre seines Lebens selbst ein toller Mensch war. Und seine Mutter, eine gläubige Frau, saß an seinem Bett und pflegte ihn und er fing an Wochen lang zu schweigen und zu schweigen und hörte auf zu reden. Und plötzlich und völlig unerwartet sprach er einige Worte. Was mag er wohl gesagt haben? Er sagte Bibelstellen auf, die er als kleiner Junge auswendig gelernt hatte.

In welcher Zeit leben wir? In einer Zeit, in der uns beigebracht wir ohne Gott auszukommen.

Und so schreibt der Poet folgendes Gedicht:

„First dentistry was painless;
Then bicycles were chainless
And carriages were horseless
And many laws, enforceless.

Next, cookery was fireless,
Telegraphy was wireless,
Cigars were nicotineless
And coffee, caffeinless.

Soon oranges were seedless,
The putting green was weedless,
The college boy hatless,
The proper diet, fatless,

Now motor roads are dustless,
The latest steel is rustless,
Our tennis courts are sodless,
Our new religion, godless.

Im Westen sind wir an einem Punkt angekommen, wo versucht wird Leben ohne Gott zu definieren. Ravi reist durch die ganze Welt und wird von renommierten Adressen überall auf dem Globus eingeladen. Eines Tages war er in Hong Kong. Dort traf er Chinesen aus dem Festland und sie erzählten ihm, dass Chinas Kirche weltweit am stärksten wächst. Sie haben es ohne Gott versucht und es hat sie dutzende Millionen von Leben gekostet, weil jemand die Rolle Gottes spielen musste. Und während Ravi dort Tag für Tag und Abend für Abend seine Vorträge hielt, sah er mächtige und einflussreiche chinesische Geschäftsleute, brillante junge Studenten und er hatte sogar die Gelegenheit vor der politischen Elite zu sprechen. Und er berichtet, wie sie aufmerksam zuhörten und alles in sich aufsogen. Sie hungern danach herauszufinden, was am christlichen Glauben dran ist und wie sich sein Einfluss auf die Kultur und auf die Gesellschaft auswirkt. Die chinesische Regierung hat sogar Forschungsgelder bereitgestellt, um den Mehrwert der christlichen Mission in China zu erforschen und historisch festzuhalten. Während ein kommunistisches Land diese Richtung erforschen will, versuchen wir im Westen das Gegenteil, nämlich gottlos zu leben. Das ist vorwiegend ein europäisches Phänomen. Während sich auf allen anderen Kontinenten Menschen massenweise nach Gott wenden und unzählige im Evangelium Jesu Christi die Wahrheit finden, wird das Wort „Christentum“ bei uns immer mehr zum Schimpfwort degradiert.

Durch seine vielen Reisen durch die Welt und seine Stationen sind hauptsächlich Universitäten, weiß Ravi sehr genau welche Fragen die Menschen am meisten beschäftigen. „Wenn ihr mir ein weißes Blatt Papier gebt“ sagte er einmal humorvoll, „dann schreibe ich euch 20 Fragen auf und das werden die Fragen des Abends sein, egal an welchem Unicampus ich mich befinde. Namen ändern sich aber Gedanken nicht.“ Malcolm Muggeridge sagte einmal: „All new news is old news happening to new people“. Und eine Frage wird ihm immer und immer wieder gestellt. Und in Hong Kong wurde sie von einem der führenden Wissenschaftler des Landes gestellt. Und die Frage lautete: „Wenn es einen Gott gibt, warum lässt er dann das Böse zu?“. Um auf diese Frage einzugehen holte Ravi aus und erzählte, wie er Jahre zuvor einen Vortrag an der „University of Nottingham“ gehalten hatte, als ein wütender Student aufsprang und ihm lautschreiend vorwarf: „Es kann keinen Gott geben, denn es gibt zu viel Böses auf der Welt“. Ravi wollte mit ihm interagieren und bat ihn stehen zu bleiben. „Wenn du sagst es gibt zu viel Böses, nimmst du an dass es auch das Gute gibt.“ „Ja“, sagte er. „Wenn du annimmst, dass es das Gute gibt, dann nimmst du auch dann, dass es ein moralisches Gesetz gibt, welches zwischen Gut und Böse differenziert.“ Er tat sich schwer hierauf eine Antwort zu geben, denn er wusste, dass er möglicherweise auf Treibsand getreten war. Aber diesen Gedanken muss man zu Ende denken.

Bertrand Russell stellte den jesuitischen Priester Frederick Copleston zur Rede und schrieb ein Buch mit dem Titel: „Warum ich kein Christ bin“. Und in diesem Buch ist seine Debatte mit Copleston enthalten. Copleston fragte ihn: „Glauben Sie an Gut und Böse?“ Bertrand Russell sagte: „Ja“. „Wie unterscheiden Sie zwischen den beiden“. Russell entgegnete: „Genauso wie ich zwischen blau und gelb unterscheide“. Copleston sagte: „Moment mal, Sie unterscheiden zwischen blau und gelb durch die optische Wahrnehmung, nicht wahr?“ „Ja“. „Aber wie unterscheiden Sie zwischen Gut und Böse?“ Russell sagte: „Auf der Grundlage meiner Empfindung, was denn sonst?“ Copleston war ein netter Mensch. Er hätte fragen sollen: „Mr. Russell, in manchen Kulturkreisen lieben sie ihren Nächsten, in anderen werden diese aufgegessen. Beides auf der Grundlage der Empfindung. Haben Sie persönliche Präferenzen?“

Und dieser Student in Nottingham sagte: „Schön gut, dann nehme ich an es gibt moralische Grundwerte.“ Ravi sagte: „Du sagst es gibt zu viel Böses, also nimmst du an es gibt auch das Gute. Wenn es das Gute gibt, dann muss es auch ein moralisches Gesetz geben, das zwischen Gut und Böse unterscheidet. Aber wenn du ein moralisches Gesetz annimmst, muss es auch einen Gesetzgeber geben, aber genau das versuchst du zu widerlegen. Denn wenn es keinen Gesetzgeber gibt, gibt es auch kein moralisches Gesetz, wenn es kein moralisches Gesetz gibt, gibt es auch nicht das Gute und wenn es das Gute nicht gibt, gibt es auch nichts Böses. Was ist überhaupt deine Frage?“ Und da stand der Student und sagte tatsächlich: „Was ist überhaupt meine Frage?“ „Ich kann dir nicht helfen, wenn du die Frage nicht kennst.“ Was ist ihm beim Gedankenexperiment klar geworden? Ihm ist klar geworden: Momentmal, wenn ich ein echter Naturalist bin, dürfte es in meinem Weltbild das Böse gar nicht geben! „We are all dancing to our DNA!“ (Wir tanzen alle nach der Pfeife unserer Gene). Das ist die Aussage von Richard Dawkins.

Jetzt kommt der Kernpunkt der Ausführung. Warum benötigen wir einen Erschaffer der Moral? Der Wissenschaftler in Hong Kong, der die Frage gestellt hat, warf Argumente ein wie: Als die Evolution ihren Lauf nahm und wir unsere pragmatischen Gebräuche entwickelten und Tauschhandel betrieben und die Währung entstand und die Wirtschaft usw. Warum kann Moral nicht auf die gleiche Weise entstehen? Offenbar hat er sich nicht genug Gedanken über die Wirtschaftswelt gemacht. Welchen Wert hat das Geld an sich? (Jugoslawien: Inflationsraten eines Jahres: 5 quadrillion Prozent, eine 5 mit 15 Nullen). Geld hat an sich überhaupt keinen Wert. Angenommen Geld wird gehliehen, ohne die Möglichkeit es zurückzuzahlen, Notenbanken drucken Geld ohne Mindestreserven und Standards und schon fliegt uns die Inflation um die Ohren und wir befinden uns mitten im ökonomischen Chaos, weil hinter der Währung nichts steht, das ihr Wert verleiht. Und so ist es auch mit der Moral. Moral hat in sich keinen Wert, solange nicht jemand über ihr steht und ihr Wert verleiht. Und jedes Mal wenn die Frage nach dem Bösen gestellt wird, wird sie entweder von einem Menschen erhoben oder über Menschen gestellt. Wir sagen nicht: „Warum modert das Holz, es ist so schrecklich, dass es modert, ich habe Mitleid mit dem Holz.“ Nein, sondern: Warum sterben Zehntausende? Warum die Naturkatastrophen?“ Menschen fragen oder fragen aufgrund anderer Menschen.

Und hier ist der Punkt: Diese Fragestellung ist nur dann von Bedeutung, wenn der Mensch an sich von Bedeutung ist. Und die einzige Möglichkeit, dem menschlichen Leben Bedeutung beizumessen, besteht darin, dass es ein übergeordnetes Wesen mit infinitem Wert geben muss, das uns den intrinsischen Wert gibt, den uns weder der Staat noch die Verfassung noch der freie Wille oder irgendetwas anderes zu geben imstande ist. „Moral ist kein Abstraktum, sie ist verflochten mit der Person.“, so Ravi Zacharias.

Was aber geschieht heute? Heute hat nichts mehr eine Bedeutung.

und der Poet dichtet folgendes Gedicht:

„Wir glauben an Marx, Freud und Darwin.

Wir glauben, alles ist in Ordnung, solange man niemanden verletzt, dabei hat jeder seine eigene Definition von verletzen.

Wir glauben an geschlechtlichen Umgang vor, während und nach der Ehe.

Wir glauben an die Therapie der Sünde.

Wir glauben, dass Ehebruch Spaß macht.

Wir glauben, dass Tabus tabu sind.

Wir glauben, dass alles besser wird, trotz dem Beweis des Gegenteils.

Die Beweise müssen untersucht werden und gleichzeitig kann man alles beweisen.

Wir glauben, dass etwas dran ist an Horoskopen, UFOs und gebogenen Löffeln.

Jesus war ein guter Mensch, genauso wie Buddha, Mohammed und wir selbst.

Er war ein guter Moralapostel, obwohl wir glauben, dass seine hochstehende Moral eigentlich schlecht war.

Wir glauben, dass alle Religionen grundsätzlich gleich sind, zumindest waren es diejenigen, über die wir etwas gelesen haben.

Sie alle glauben an Liebe und an das Gute.

Sie unterscheiden sich nur in solchen Angelegenheiten wie Schöpfung, Sünde, Himmel, Hölle, Gott und Erlösung.

Wir glauben, dass nach dem Tod nichts kommt, denn wenn man die Toten fragt, sagen sie nichts.

Wenn der Tod nicht das Ende ist, und wenn die Toten gelogen haben, dann bedeutet das zwingend den Himmel für Alle, außer vielleicht Hitler, Stalin und Dschingis Khan.

Wir glauben an Masters und Johnson.
Was ausgelesen wird ist Durchschnitt, was Durchschnitt ist, das ist normal und was normal ist, das ist gut.

Wir glauben an die totale Entwaffnung.

Wir glauben, es gibt eine direkte Verbindung zwischen Krieg und Blutvergießen.
Wir glauben, dass der Mensch im Wesentlichen gut ist – es ist lediglich sein Verhalten, dass ihn zu Fall kommen lässt.

Daran ist die Gesellschaft schuld, an der Gesellschaft sind die Umstände schuld; und an den Umständen ist die Gesellschaft schuld.

Wir glauben, dass jeder Mensch die Wahrheit finden muss, die für ihn richtig ist und die Realität wird sich dementsprechend anpassen, das Universum wird sich neu ordnen und die Geschichte wird sich verändern.

Wir glauben, dass es keine absolute Wahrheit gibt, ausgenommen die Wahrheit, dass es keine absolute Wahrheit gibt.

Wir glauben an die Abschaffung von Werten und das Aufblühen von individualistischen Gedankens.

Post Script:
Wenn der Zufall der Ursprung allen Lebens ist, so ist die Katastrophe sein Regenbogen am Himmel…

„If chance be the father of all flesh, disaster is his rainbow in the sky.“

Laut der New York Times befindet sich in Ohio das erste postmoderne Gebäude der Welt, das „Wexner Center of the Arts“. Und man kann sich zu Recht fragen: „Moment mal, was bitte schön ist ein postmodernes Gebäude?“ Und im Artikel heißt es: „Der Architekt dachte sich: Wenn das Leben schon keine Bedeutung hat, warum sollten dann unsere Gebäude eine Bedeutung haben?“ Es gibt Treppen, die nirgend hin führen, Wände die vereinzelt herumstehen, Räume ohne spezifische Bedeutung. Alles willkürlich zusammengesetzt ohne Regeln und Gesetze. Allerdings bleibt eine Frage offen. Hat der Architekt auch das Fundament willkürlich entworfen? Mit Sicherheit nicht. Die Struktur mag postmodern sein, wenn aber das gleiche für das Fundament gilt, würde das Ganze in sich zusammenstürzen.

Ich zitiere Ravi: „Der Atheismus hat diese enorme Anziehungskraft, weil er eine Welt ohne Grenzen verspricht. Auf seinem Fundament kannst du jede Struktur bauen, die du möchtest, nur um herauszufinden, dass das Gerüst für die wichtigsten Fragen deines Lebens nicht standhält.“

„Wenn wir uns im Westen nicht ernsthafte Gedanken über uns und unser Dasein machen, schlittern wir in den Abgrund des totalen Relativismus, indem am Ende das Zerstörerische triumphieren wird.“ So Ravi.

Ohne Gott gibt es keine absolute Moral. Ohne Gott hat das Leben keine Bedeutung. Das sagte bereits Bertrand Russell: „Alles endet in einer Wolke der Verzweiflung, ohne essentiellen Wert“.

An der University of the Philippines in Manila sprang ein wütender Student auf und sagte: „Alles ist bedeutungslos – ich weiß nicht warum sie überhaupt über Bedeutung reden…Alles ist bedeutungslos“. Ravi sagte: „Das meinst du nicht so“. Er sagte: doch, nein, doch, wer bist du, dass du das sagen kannst? „Wiederhole es“ Er: „Alles ist bedeutungslos“ „Kann ich dich etwas fragen? Wenn alles bedeutungslos ist, dann ist das was du eben gesagt hast nicht bedeutsam. Wenn deine Worte doch bedeutsam sind, dann ist nichts bedeutungslos. Dann hast du in Wirklichkeit gar nichts gesagt.“ Als Ravi am Ende der Veranstaltung den Saal verlassen wollte, sah er den Studenten an der Wand stehen und vor sich sagen: „Wenn alles was ich sage bedeutungslos ist, dann…“ Am selben Abend kam er in die Kirche, in der Ravi eine Predigt hielt und dieser Student war der erst, der die Einladung annahm und nach vorne kam und sich vor dem Altar niederkniete und zum ersten Mal in seinem Leben Bedeutung fand.“

Das ist genau das was Oscar Wilde meinte mit: „Hast du irgend einen um seiner selbst willen geliebt?“ Gott liebt uns um unserer selbst willen. In seinen Augen sind wir bedeutsam und haben einen intrinsischen Wert. Gott möchte nicht, dass du irgendjemand anderes bist. Du bist für ihn ein einzigartiges und unersetzliches Individuum. Wir mögen unterschiedlich sein, jeder seine Stärken und Schwächen haben. Aber bei Gott, in Gott und durch Gott finden wir alle unsere einzigartige Bedeutung.

Ravi beschreibt sein Leben, wie es ist, die Hälfte davon auf Reisen zu verbringen. Als er damit anfing, durch die Welt zu fliegen, hatte er schwarze Haare, dann wurden seine Haare grau und heute betete er einfach nur für Haare. Und so oft saß ihm die Müdigkeit in den Knochen. Und manchmal, wenn er heimkam, ging er auf seine Knie und küsste den Küchenboden, denn es war so schön endlich wieder zuhause zu sein. Und er beschreibt wie herzlich das Gefühl war, wenn seine Kinder angerannt kamen und ihm sagten: „Hi Dad“, und seine Frau ihn liebevoll umarmte und sagte: „Schön, dass du wieder da bist“. Es ist schön zuhause zu sein. Und wenn die Liebe und Wertschätzung durch andere Menschen so bedeutsam ist, wie wertvoll ist die Liebe und Wertschätzung Gottes, jetzt im Alltag und eines Tages, wenn wir ihm begegnen und er sagen wird: „Schön dich zu sehen. Willkommen zuhause“. Augustinus sagte: „Du hast uns auf dich hin geschaffen [o Herr] und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.”

Gott schenkt uns Bedeutung und noch mehr. Gott schenkt uns nicht nur moralische Werte, nicht nur Bedeutung, sondern darüber hinaus auch Hoffnung. Welche Hoffnung hat der Atheist? Welche Hoffnung hat der Atheist über das Grab hinaus?

Ravis Mutter starb, als er Anfang 20 war und das war ein Schock für die ganze Familie. Zum ersten Mal umarmte ihn sein Vater und weinte. Und sein Vater sagte ihm: „Sohn, ich möchte, dass du auf ihrer Beerdigung predigst.“ Und Ravi entgegnete ihm: „Dad, ich hab keine Ahnung wie ich das tun soll. Ich kann immer nur an eines denken: Sie ist gegangen, gegangen, gegangen.“ Daraufhin sein Vater: „Warum gehst du nicht auf deine Knie und bittest Gott deinen Satz zu vervollständigen? „Wohin ist sie gegangen?“ Und als er weinend auf Knien betete, tröstete Gott ihn, indem er seinen Satz vervollständigte: „Sie ist nachhause gegangen“. Was für eine Hoffnung! Was für eine Hoffnung für dich und mich.

Ich möchte abschließen mit einem Vers aus der Bibel. Ein Vers, der Ravis Leben verändert hat. Mit 17 Jahren landete er im Krankenhaus und war völlig verzweifelt. Er hatte versucht sich das Leben zu nehmen, weil er die Abschlussprüfung vergeigt hatte. Keine Hoffnung! Sein Leben war vorbei. Keine Perspektive. Lieber tot als lebendig! Doch in dieser tiefsten Not kam ein Mann mit einer Bibel und gab ihm einen Vers, der sein Leben völlig veränderte: „ich lebe, und ihr sollt auch leben.“ (Joh 14,9) Das sind die Worte Jesu Christi, die er im Hinblick auf seinen Tod und seine Auferstehung an seine Jünger richtete. „Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“ Dieser Vers schenkte Ravi ein neues Leben. Und er wünschte sich diesen Vers auch auf dem Grabstein seiner Mutter und so geschah es.

Vor einigen Jahren hatte er die Gelegenheit, seine Heimat zu besuchen und er wollte das Grab seiner Großmutter sehen. Er konnte sich nur noch an ihre Beisetzung erinnern und dass ein christliches Lied gesungen wurde. Und er wollte unbedingt herausfinden was auf ihrem Grabstein steht. Als sie zum Friedhof kamen, konnten sie das Grab nicht finden, denn es war völlig mit Schlamm bedeckt. Sie holten einen Friedhofangestellten, der ihnen das Grab freisetzte und da stand geschrieben: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“ Was für eine Hoffnung.

Gott schenkt uns Werte, Bedeutung und Hoffnung; für dich und mich. Nehmen wir die Gelegenheit wahr.

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