Predigt: 2.Könige 3,1 – 4,44

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Elisa, ein Hirte für das Volk

Und sie ging hin und sagte es dem Mann Gottes an. Er sprach: Geh hin, verkaufe das Öl und bezahle deinen Schuldherrn; du aber und deine Söhne, nährt euch von dem übrigen.“

(4,7)

In der letzten Lektion haben wir betrachtet, mit welchem Eifer Elisa seinem Hirten Elia nachgefolgt ist. In seiner Bereitschaft zur Nachfolge war er unaufhaltsam. Er ging weit über das Maß hinaus, als von ihm erwartet wurde. Dieser überdurchschnittliche Eifer brachten in ihm ein überdurchschnittliches Gebetsanliegen hervor: „Dass mir zwei Anteile von deinem Geiste zufallen.“ (2,9) Das war kein leichtes Unterfangen, sondern setzte herausragende geistliche Verantwortung voraus. Elisa musste bereit sein, ein anderes Leben führen zu wollen, kein 08/15-Leben, sondern ein geistliches und hingebendes Hirtenleben. Gott hatte offensichtlich Gefallen an seiner Orientierung und erhörte sein Anliegen.

Heute sehen wir, wie der Geist Gottes Elisa gebrauchen hat. Wenn ein Mensch vom heiligen Geist erfüllt werden und von Gott gebraucht werden möchte, muss er bereit sein sich selbst zu überwinden, damit Gott durch ihn wirken kann. (Und ich weiß, wie schwer es ist, sich selbst zu überwinden. Ich erfahre es täglich am eigenen Leib. Deshalb kenne ich auch die große Notwendigkeit, alles daran zu setzen, um vom Wort Gottes angesprochen zu werden.) Lasst uns heute betrachten, welche Einstellung und welche Lebensweise Elisa hatte, denn gerade dadurch konnte Gottes Geist in ihm mächtig wirken. Möge der heutige Text uns ansprechen und den geistlichen Wunsch schenken, von Elisas Einstellung und Lebensweise zu lernen, damit Gottes Geist auch in uns maximal wirksam sein kann.

Teil I Gott prophezeit durch Elisa den Sieg über Moab (Kap. 3)

Wer wurde König über Israel und was für ein König war er? Betrachten wir den Text, so erfahren wir, dass Joram, Ahabs Sohn, König wurde. Verse 2 und 3 berichtet über ihn: „Und er tat, was dem Herrn missfiel, doch nicht wie sein Vater und seine Mutter. Denn er entfernte das Steinmal Baals, das sein Vater hatte machen lassen; aber er blieb hangen an den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte und ließ nicht ab davon.“ Wie können wir die ganze Geschichte mit Joram besser verstehen? Auf der einen Seite ließ er das Steinmal Baals, also den Hauptgott seiner Eltern, wegsperren, zum anderen blieb er an den Sünden Jerobeams hängen, der Israel sündigen machte. Was bedeutet das? Er hatte gesehen, welche Wirkung Baal, auf seine Eltern hatte bzw. welche Wirkung er nicht hatte. Baal, der von Ahab und Isebel über die Maßen geehrt und angebetet wurde, hatte keinen segnenden Einfluss auf ihr Leben. Vielmehr brachte er ihnen ein unwürdiges Ende und einen grausamen Tod, wobei Hunde ihr Blut leckten. Also sperrte er Baals Steinmal weg.

Rufen wir nun Jerobeams Sünde in Erinnerung. Er fürchtete sich, sein Volk an Juda zu verlieren, deshalb ließ er 2 goldene Kälber machen und stellte eines in Dan auf, im Norden des Landes und eines in Bethel, im Süden. Er etablierte also eine neue Religion, nur um seine Macht zu bewahren.

Zurück zu Joram. Es sieht so aus, als ob er das Land vom Götzendienst befreien wollte. Doch der Schein trügt. Alles was er tat sollte zu seinem persönlichen Vorteil dienen. Er war ein Opportunist, der tat was dem Herrn missfiel.

Wieso wollte er gegen Moab in den Krieg ziehen? Betrachten wir Verse 4 und 5, so lesen wir, dass Moab keinen Tribut mehr an Israel zahlen wollte. Moab nutze den Tod Ahabs als Gelegenheit von seiner Last befreit zu werden. So kam es zum Krieg. Doch Joram bat Joschafat, den gläubigen König Judas um Unterstützung, welchen er auch bekam. Zusätzlich zog Edom mit in den Kampf.

Verse 9b.10 berichten: „Und als sie sieben Tagereisen weit gezogen waren, hatte das Heer und das Vieh, das bei ihnen war, kein Wasser. Da sprach der König von Israel: O weh! Der Herr hat diese drei Könige hergerufen, um sie in die Hände der Moabiter zu geben!“ Die 3 Könige befanden sich in einer lebensbedrohlichen Not. Mitten in der Wüste hatten weder Mann noch Vieh Wasser. Das ist die schlimmste Lage, die einem widerfahren kann, vor allem im Angesicht eines bevorstehenden Kampfes. Und Joram macht so als ob Gott für die Misere verantwortlich sei, dabei war die Initiative von ihm selbst ausgegangen.

Wie wurde die ausweglose Lage in der trockenen Wüste zu einem großen Sieg umgewandelt? Dazu wollen wir uns 3 entscheidende Schritte anschauen. Schritt 1 – Betrachten wir Vers 11: „Joschafat aber sprach: Ist kein Prophet des Herrn hier, damit wir den Herrn durch ihn befragen? Da antwortete einer unter den Männern des Königs von Israel und sprach: Hier ist Elisa, der Sohn Schafats, der Elia Wasser auf die Hände goss.“ Erneut war es Joschafat, der einen geistlichen Rat gab. Schon damals, als er mit Ahab in den Krieg gezogen war, hatte er Ahab immer wieder geistlich ermahnt, Gott zu befragen. So auch hier. Hätte er diesen einen wichtigen Satz nicht ausgesprochen, dann wären alle 3 Könige und die ganze Streitmacht entweder verdurstet oder im Kampf untergegangen.

Was geschah aber als Joschafat nach einem Propheten und dem Wort des Herrn fragte? Siehe da, Elisa war ganz in der Nähe. Eigentlich war Elisa öfters im Norden des Landes unterwegs und es war unwahrscheinlich ihn ausgerechnet in der Nähe dieser Wüste zu treffen. Doch Gott sei Dank, war er nicht weit entfernt.

Was geschah? Verse 13.14: „Elisa aber sprach zum König von Israel: Was habe ich mit dir zu schaffen? Geh hin zu den Propheten deines Vaters und zu den Propheten deiner Mutter!…Elisa sprach: So wahr der Herr Zebaoth lebt, vor dem ich stehe: wenn ich nicht Joschafat, den König von Juda ehrte, ich wollte dich nicht ansehen noch achten.“ Die großartige Wende kam, weil ein Mann des Glaubens in Gunst des Propheten und in Gunst Gottes stand. Ein Mann des Glaubens reichte aus und machte den Unterschied. Ein Einzelner kann die Trockenheit der Wüste, die Niedergeschlagenheit, die Niederlage und den ausweglosen Tod in einen großen Sieg verwandeln. Joschafat war dieser eine Mann. Lasst uns ebenfalls diese eine Person sein, die Glauben aufbringt, auch in der hoffnungslos erscheinenden Lage. Gott schaut, ob du Glauben hast und Gott erhört dein Gebet, wenn du im Glauben zu ihm kommst. Gott segne unseren Glauben.

Wir kommen nun zum 2. Schritt – Betrachten wir Vers 15. Elisa ließ einen Spielmann kommen, der auf einem Seiteninstrument spielte. Das Musizieren diente dem Werk Gottes. Unter den Klängen eines Worship-Liedes kam die Hand des Herrn auf Elisa, so dass er prophezeien konnte. (Dieser Vers setzt vielleicht auch neue Maßstäbe für unseren Lobpreis. Wie schön, wenn wir unter den Klängen geistlicher Lieder geistlich vorbereitete Herzen erlangen, die Gott mit seinem Geist erfüllen kann. Loben wir Gott von ganzem Herzen und preisen wir ihn einmütig, wann immer wir die Gelegenheit dazu haben.)

Was sprach der Herr? Ab Vers 16 lesen wir: „und er sprach: So spricht der Herr: Macht hier und da Gruben in diesem Tal. Denn so spricht der Herr: Ihr werdet weder Wind noch Regen sehen; dennoch soll das Tal voll Wasser werden, dass ihr und euer Heer und euer Vieh trinken könnt. Und das ist noch ein Geringes vor dem Herrn; er wird auch die Moabiter in eure Hände geben“. Gott gab eine großartige Verheißung. Ohne Wind und ohne Regen würde Wasser fließen und das Tal erfüllen. Doch das Kriegsheer sollte nicht tatenlos abwarten, sondern im Glauben an die Verheißung Gottes Gruben graben. Das ist kein leichtes Unterfangen, wenn du 7 Tage durch die Wüste gelaufen bis und dich kurz vor dem Verdursten befindest. Zudem war Joram, der Kriegsanführer in Panik und Verzweiflung geraten und hatte sicher viele demoralisiert. Die Männer mussten echten Glauben aufbringen, um in ihrer Lage Gruben graben zu können.

Wie ging Gottes Wort in Erfüllung, der nicht nur Wasser, sondern auch den Sieg über Moab geben wollte? Betrachten wir den 3. Schritt – Ab Vers 20 lesen wir: „Aber am nächsten Morgen, zur Zeit, da man Speisopfer opfert, siehe, da kam Wasser von Edom her und füllte das Land mit Wasser… Und als sie sich früh am Morgen aufmachten und die Sonne aufging über dem Gewässer, schien den Moabitern das Gewässer in der Ferne rot zu sein wie Blut. Und sie sprachen: Das ist Blut! Die Könige haben sich mit dem Schwert umgebracht, und einer wird den andern erschlagen haben. Ha, Moab, mach dich nun auf zur Beute!“ Sie sahen das Wasser, das sie nicht für Wasser hielten. Wo sollte das Wasser in der Wüste auch herkommen, hatte es schließlich weder Wind noch Regen gegeben. Und weil sich die Sonne im Wasser reflektierte, und ich habe gelesen, dass das Sandstein dort rötlich ist, meinten Sie Blut zu sehen. „Und sie sprachen: Das ist Blut!“ Und ihre Phantasie ging mit ihnen durch. Die Könige haben sich gegenseitig umgebracht, schlussfolgerten sie. Ja, das muss es sein. „Ha, Moab“ sprachen Sie. (23) Sie verloren ihren Kampfgeist und wurden vom „Plündergeist“ ergriffen. „Aber als sie zum Lager Israels kamen, machte sich Israel auf und schlug die Moabiter und sie flohen vor ihnen. Aber Israel jagte ihnen nach und schlug Moab.“ (24) Das war ein leichter Sieg. Und wie Gott es vorausgesehen hatte, zerstörte Israel die Infrastruktur der Moabiter. Im Vers 27 lesen wir über den moabitischen König: „Da nahm er seinen erstgeborenen Sohn, der an seiner Statt König werden sollte und opferte ihn zum Brandopfer auf der Mauer. Da kam ein großer Zorn über Israel, so dass sie von ihm abzogen und in ihr Land zurückkehrten.“ An dieser Stelle werden die abscheulichen Gräueltaten der moabitischen Abgötterei deutlich. Ihr gräuliches Menschenopfer weckte in den Moabitern den verlorengegangenen Kampfgeist und einen Zorn gegen die Israeliten, so dass sich diese zurück in ihr Land zogen.

Was können wir aus dem ersten Teil lernen? Joschafat gibt uns ein Glaubensbeispiel. Er war kein vollkommener Mensch, doch durch seinen Glauben wurde er gesegnet und er wurde zum Segen für viele. Auch wir stehen oft mit dem Rücken zur Wand. Die Lage erscheint ausweglos. Überall nur Wüste und kein Wasser in Sicht. Und wir sind alles andere als vollkommen. Doch lasst uns Glauben aufbringen, gerade jetzt, wo der Schuh am meisten drückt. Lasst uns inmitten unserer Wüste aus Glauben leben. Lasst uns Frauen und Männer Gottes sein die Gottes Wort hören und sich daran orientieren wollen. Gott wird uns Hilfe und Sieg schenken und unsere ganz persönliche Wüste in bewässertes Land verwandeln.

Teil II Elisas Hirtenherz (Kap 4)

Welche Wunder tat Elisa im 4. Kapitel und was können wir von ihm lernen?

Wunder A – Das fließende Öl

Betrachten wir den Text. Eine Frau, die mit einem gottesfürchtigen Prophetenjünger verheiratet war, schrie um Hilfe, denn sie war verzweifelt. Ihr Mann war tot und die Schulden zwangen sie dazu ihre beiden Kinder als leibeigene Knechte herzugeben. Das ist wirklich eine elende Lage, in der sie sich befand. Wie wollte Elisa ihr helfen? Betrachten wir Vers 2. Er fragte: „Sage mir, was hast du im Hause?“ Aber sie hatte nichts weiter als einen Ölkrug. Das ist wirklich traurig. Doch Elisa wollte das Wenig das sie besaß gebrauchen, um ihr großartig zu helfen. „Er sprach: Geh hin und erbitte draußen von allen deinen Nachbarinnen leere Gefäße aber nicht zu wenig und geh ins Haus und schließ die Tür zu hinter dir und deinen Söhnen und gieß in alle Gefäße; und wenn du sie gefüllt hast, so stelle sie beiseite.“ Elisa hätte ihr ohne Probleme geben können, was sie benötigte. Geld, Essen, alles was das Herz begehrt. Doch seine Hilfe sollte nicht nur dem Leib zugutekommen, sondern auch dem Glaubenswachstum dienen. Also gab er ihr klare Anweisungen und eine klare Verheißung. Nun lag es an der armen Witwe. Hätte der Kleinglaube überhand gewonnen, hätte sie wenige Krüge herbeigeschafft. Sie ging aber auf Elisas Worte ein, die ihren Glauben und Gehorsam herausforderten. So tat sie alles, bis ins kleinste Detail, nach der „Prozessbeschreibung“ Elisas und das Wunder geschah. Alle leeren Krüge wurden bis zum Rand mit kostbarem Öl gefüllt. Vers 7: „Und sie ging hin und sagte es dem Mann Gottes an. Er sprach: Geh hin, verkaufe das Öl und bezahle deinen Schuldherrn; du aber und deine Söhne, nährt euch von dem übrigen.“ Öl war damals genauso kostbar wie heute (Flüssiges Gold könnte man sagen). War das kein großartiges Wunder? Eine nicht versiegende Ölquelle. Elisa half dieser Witwe nicht nur materiell, sondern auch geistlich. Durch den Glauben konnte sie Gott besser erfahren und unter seinem Segen leben.

Wunder B – Der unerwartete Sohn

Betrachten wir Verse 8ff. Wir erfahren, dass Elisa öfters durch Schunem ging. Er war Gottes Knecht, der Hauptprophet seiner Zeit, der den zweiten Anteil des Geistes Elias hatte. Er war Hirte für die 7000, die Gott übrig gelassen hatte und die ihre Knie nicht vor Baal gebeugt hatten. Und wir lesen, wie eine reiche Frau ihn nötigte, bei ihr zu essen und Gemeinschaft mit ihrer Familie zu haben. Das war ihre Art dem Propheten Gottes mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung standen, zu dienen. Und sie ging noch einen Schritt weiter. „sie sprach zu ihrem Mann: Siehe, ich merke, dass dieser Mann Gottes heilig ist, der immer hier durchkommt. Lass uns ihm eine kleine Kammer oben machen und Bett, Tisch, Stuhl und Leuchter hinstellen, damit er dort einkehren kann, wenn er zu uns kommt.“ Sie respektierte Elisa sehr, denn sie erkannte, dass er ein heiliger Mann Gottes war. (Nicht viele erkennen heilige Persönlichkeiten an. Doch diese Frau tat es.) Und sie wollte ihm ein kleines Zimmer mit Bett, Tisch, Stuhl und Leuchter hinstellen, für die damalige Zeit eine sehr komfortable Herberge. Und eines Tages sprach Elisa zu seinem Diener Gehasi: „Sage ihr: Siehe, du hast uns all diesen Dienst getan; was soll ich dir tun? Brauchst du Fürsprache beim König oder beim Feldhauptmann?“ Wir sehen, dass Elisa kein Nutznießer war oder ein sogenannter Trittbrettfahrer. Elisa war sehr berührt von der freundlichen Hilfsbereitschaft dieser Frau, die zudem offensichtlich ein geistliches Interesse hatte. Doch was konnte er einer reichen Frau schon geben? Sie hatte alles. Wirklich alles? Nein, da gab es eine große Kleinigkeit, die sie nicht besaß. Sie hatte keinen Sohn. Und genau das, was sie sich wohl am meisten Wünschte aber seit Jahren nicht mehr zu träumen gewagt hatte, wollte Elisa ihr geben, einen geliebten Sohn. Und Elisa wusste, dass ein Sohn ihr Glück vervollständigen würde. Er versprach: „Um diese Zeit übers Jahr sollst du einen Sohn herzen.“ Doch soweit reichte der Glaube dieser Frau nicht. Mit sicherlich aufgewühltem Herzen entgegnete sie: „Ach nicht, mein Herr, du Mann Gottes! Täusche deine Magd nicht!“ „Täusche mich nicht“ oder mit andren Worten: „Enttäusche mich nicht. Wenn du es sagt, musst du es auch ernst meinen, ok?“ Und siehe da, das Wunder geschah. Sie ward schwanger, gebar einen Sohn, genau zu der verheißenen Zeit, wie ihr Elisa zugesagt hatte. Elisa wurde wirklich zum Segen für diese Frau. Nicht nur indem er ihr einen geliebten Sohn und Erben schenkte, sondern weil er ihr auch Glauben beibrachte, nämlich dass bei Gott kein Ding unmöglich ist. Nichts! Rein gar nichts, für den der da glaubt! Dieser Glaube war auch bitter nötig, um mit der bevorstehenden Katastrophe richtig umgehen zu können.

Wunder C – Der unerwartete Sohn – Teil 2

Auf tragische Weise starb das Kind der Verheißung nach mehrstündigen Todesqualen in den Armen seiner Mutter. Ihre Welt stand Kopf. Der Herr hatte ihr das Kind gegeben. Aber warum, wenn er es ihr wieder entreißen wollte? Doch durch die lange Kette ihrer Handlungen wird deutlich, dass sie an die Hilfe Gottes durch Elisa glaubte. Sie legte das Kind bspw. aus seinem Bett und wollte so schnell wie möglich zu ihm. Sie nahm das schnellste Fortbewegungsmittel das ihr zur Verfügung stand, eine Eselin und forderte einen Knecht, um ihr zu helfen. Doch ihr Mann, er war alt und redete bestimmt sehr langsam, verwickelte sie in langwierige Fragen, so dass sie sprach: „Lass es gut sein!“ und bat den Knecht den Esel anzutreiben und sie nicht aufzuhalten bis sie am Ziel war. Und als Gehasi kam, um sie zu begrüßen und zu erfahren wie es ihr ging, wimmelte sie ihn kurz und knapp ab, mit dem Wort: „Gut!“ und ging weiter und warf sich zum Entsetzen Gehasis um die Füße Elisas. Elisa aber hatte Verständnis: „Lass sie, denn ihre Seele ist betrübt und der Herr hat mir’s verborgen und nicht kundgetan!“ Die Frau war sehr verletzt: „Sie sprach: Wann hab ich einen Sohn erbeten von meinem Herrn? Sagte ich nicht, du solltest mich nicht täuschen?“ Elisa war bemüht ihr zu helfen, doch so einfach ließ sich das Kind nicht zum Leben erwecken. Er versuchte Verschiedenes, doch nichts half. Und ich bin sicher, viele hätten an Elisas Stelle angefangen zu zweifeln. Ist Gott noch bei mir? Bin ich noch ein Knecht Gottes? Kann ich in dieser Welt noch etwas bewirken? Habe ich wirklich den zweiten Anteil des Geistes Elias? Warum spricht der Herr nicht mehr mit mir. Warum kann mein Stab das tote Kind nicht erwecken? Warum erhört Gott mein Gebet nicht, wenn ich bete und mich auf das Kind lege, so wie Elia? Doch Elisa gab nicht auf, genauso wenig wie Elia, der für Regen gebetet hatte und lange nichts geschah. Schließlich gab das Kind ein Lebenszeichen von sich. Das Kind fing an zu nießen. Nicht einmal, nicht zweimal, nicht dreimal, sondern siebenmal. Normalerweise ist das kein gutes Zeichen. Doch in diesem Fall gab es kein schöneres Geräusch; es klang wie Musik in Elisas Ohren. Gott hatte sein Gebet erhört und das Kind zum Leben erweckt. „Da kam sie und fiel nieder zu seinen Füßen und neigte sich zur Erde und nahm ihren Sohn und ging hinaus.“ Ein weiteres Mal wurde Elisa zum großen Segen für diese Frau. Nicht nur weil er ihr zum zweiten Mal denselben Sohn schenkte, sondern weil er zudem ein nachhaltiger Segen für ihr Glaubensleben wurde.

Wunder D – Der Tod im Topf

Diese Geschichte ist schnell erzählt. Betrachten wir Verse 38ff. Die Menschen litten unter einer Hungersnot. Es gab kaum etwas zu essen. Als Elisa die Prophetenjünger zum Essen einladen wollte, es sollte Gemüseeintopf geben, ging einer um Kraut zu sammeln hinaus und entdeckte wilde Gurken, die lecker aussahen aber niemand kannte. Der Biologe oder Chemiker oder Mediziner würde sofort sagen: Halt, wir müssen die toxikologischen Untersuchungen und empirische Langzeitstudien abwarten.

Doch der Hunger war zu groß, so landete der Tod im Topf. „Als sie nun von dem Gemüse aßen, schrien sie und sprachen: O Mann Gottes, der Tod im Topf! Denn sie konnten’s nicht essen.“ Elisa löste das Problem, indem er Mehl in den Topf tat, da war nichts Böses mehr im Topf. Was wir hier lernen können ist der Umgang Elisas mit der Wunderkraft Gottes. Er hätte die ihm verliehene Kraft eigennützig einsetzen und es sich selbst gutgehen lassen können. Doch stattdessen setzte er sie ein, um sich um seine Jünger zu kümmern. Er war wirklich ein guter Hirte für sie.

Wunder E – Die Speisung der 100

Betrachten wir Verse 42-44. Ein Mann brachte Elisa zwanzig Gerstenbrote und so viel Getreide, wie er in seinem Kleid tragen konnte. Das war ein wertvolles Geschenk in der Hungersnot. Doch Elisa sprach: „Gib’s den Leuten, dass sie essen!“ Der Mann aber meckerte: „Wie soll ich davon hundert Mann geben? Er sprach: Gib den Leuten, dass sie essen! Denn so spricht der Herr: Man wird essen und es wird noch übrigbleiben. Und er legte es ihnen vor, dass sie aßen; und es blieb noch übrig nach dem Wort des Herrn.“ Dieses Wunder erinnert sehr stark an Jesu Speisung des Volkes. Elisa dachte an die Hungrigen. Er behielt die Brote nicht für sich und er forderte den Mann auf, seinen Kleinglauben abzulegen und echten Glauben aufzubringen. Und siehe da, alle wurden satt und es blieb nach dem Wort des Herrn noch etwas übrig.

Was erfahren wir, wenn wir all diese Geschichten über Elisa und Gottes Wirken betrachten? Wenn wir Elia mit Elisa vergleichen fallen uns gewisse Gemeinsamkeit aber auch klare Unterschiede auf. Einige Wunder waren sehr ähnlich, z.B. die Versorgung der Witwe und das Erwecken des toten Sohnes. Doch während Elia, im wahrsten Wortsinn, einen feurigen Charakter besaß (dreimal fiel alles verzehrendes Feuer vom Himmel) wirkte Elisa sehr sanftmütig im Volk, obwohl er den zweiten Anteil seines Geistes besaß. Der Vergleich der beiden Knechte Gottes zeigt uns gerade auch die unterschiedlichen Berufungen der Knechte Gottes. Gott offenbarte sich durch Elia explosionsartig, weil er das Volk zur Buße vom Baalkult führen sollte. Dadurch wollte Gott 7000 treue Gläubige übriglassen. Elisa hingegen sollte sich als Hirte um diese 7000 kümmern. Und mit seiner Sanftmut und Liebe konnte er ein guter Hirte für sein Volk sein.

So gebraucht Gott uns Menschen zu seiner Zeit für sein Werk. Beten wir für den Geist Gottes und lasst uns nach unserer Berufung leben. Gott segne sein Erlösungswerk in Heidelberg, dem wir durch das Bibelstudium dienen. Auch in unserer Zeit ist das Wort Gottes imstande Glauben in den Menschen zu bewirken und sie zu Gottes Kindern zu machen. Gott schenke uns einen neuen Geist und ein neues Herz, damit wir diesem Werk effektiv dienen können.

Ich lerne Elisas vorbildiche Haltung kennen. Wäre er ein geiziger Mensch oder ein Egomane oder ein Narzisst, wie hätte Gott ihn je als Segen für andere gebrauchen können? Doch Elisa hatte ein Hirtenherz für das Volk. Er liebte sie und war bereit ihnen zu dienen, leiblich und geistlich, ganz ähnlich wie unser Herr Jesus. So wie Elisa Elias Geist haben wollte, möchte ich Elisas Herz haben, damit Gottes Geist und mein Herz gut zusammenwirken können.

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