Predigt: 1.Könige 12,25 – 16,34

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Jerobeams Weg

Und er wird Israel dahingeben um der Sünden Jerobeams willen,
der da gesündigt hat und Israel sündigen gemacht hat.”

(1.Kön 14,16)

Das Volk Israel wurde gespalten, weil Salomo den Weg des Herrn verlassen und sich dem Götzendienst zugewandt hat. Doch wegen seinem treuen Knecht David beließ Gott Davids Nachkommen den einen Stamm Juda. Die restlichen Stämme bildeten das Königreich Israel. Gott selbst erwählte den König dieser Stämme. Der Prophet Ahija zerriss seinen neuen Mantel in 12 Stücke und gab dem tüchtigen und aufstrebenden Jerobeam 10 Teile. Und Gottes Warnung an Jerobeam war eindeutig, genauso eindeutig wie seine Verheißung: „So will ich nun dich nehmen, dass du regierst über alles, was dein Herz begehrt und König sein sollst über Israel. Wirst du nun gehorchen allem, was ich dir gebieten werde und in meinen Wegen wandeln und tun, was mir gefällt und meine Rechte und Gebote halten, wie mein Knecht David getan hat, so will ich mit dir sein und dir ein beständiges Haus bauen, wie ich es David gebaut habe und will dir Israel geben.“ (12,37.38) Gottes Worte machen deutlich, dass Jerobeam Gottes neuer Hoffnungsträger war. Aus ihm hätte ein neuer David werden sollen, ein Mann ganz nach dem Herzen Gottes, ein Segen für alle Stämme. Doch leider kam es ganz anders. Jerobeam wurde zum Fluch.

Der heutige Text umfasst eine Zeitspanne von ca. 150 Jahren und befasst sich mit 4 Königen aus Juda und 8 Königen aus Israel. Doch nur einer dieser 12 Könige tat was dem Herrn gefiel. Es scheint nahe zu liegen, zu tun was einem gefällt und nicht was Gott gefällt. Auch heute. Was ich will scheint super zu sein und was Gott will lästig. Doch gerade der heutige Text verdeutlicht in aller Ausführlichkeit das große Elend eines rebellischen Lebens. Der Herr lehre uns durch die Geschichte das ganze Bild vor Augen zu haben und zu lernen ihm zu vertrauen und ihm zu folgen.

Jerobeams Sünde (12,25-13,34)

David war ein Mann nach dem Herzen Gottes. Wie stand es um Jerobeam? Was ging in sein Herz vor? Betrachten wir Verse 26 und 27: „Und Jerobeam dachte in seinem Herzen: Das Königtum wird nun wieder an das Haus David fallen. Wenn dies Volk hinaufgeht, um Opfer darzubringen im Hause des HERRN zu Jerusalem, so wird sich das Herz dieses Volks wenden zu ihrem Herrn Rehabeam, dem König von Juda und sie werden mich umbringen und wieder Rehabeam, dem König von Juda, zufallen.“ Jerobeam war König Dank Gottes Gnaden. Doch wir erschrecken, wenn wir den Gedankengängen seines Herzens folgen. Gott hatte geboten, nur in Jerusalem Opfer darzubringen, dafür war das Haus des Herrn gebaut worden. Doch gerade in diesem rechten Gottesdienst sah Jerobeam eine Bedrohung für sein Reich und sein Leben. Sein Gedanke war falsch. Seine Herzenseinstellung falsch. Gott hatte ihm seine Verheißung gegeben, doch er stellte seine Wünsche und Ziele vor Gott und versündigte sich.

Welche schlimmen Taten folgten seinen schlimmen Gedanken? Verse 28 und 29: „Und der König hielt einen Rat und machte zwei goldene Kälber und sprach zum Volk: Es ist zu viel für euch, dass ihr hinauf nach Jerusalem geht; siehe, da ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat. Und er stellte eins in Bethel auf und das andere tat er nach Dan.“ Er machte zwei goldene Kälber und sagte: „Da ist dein Gott…der dich aus Ägyptenlang geführt hat.“ Ein goldenes Kalb hatte schon einmal zum Bundesbruch zwischen Israel und Gott geführt. Zerbrochen hatte Mose die steinernen Gesetzestafeln, vor Zorn, weil das Volk seinen mächtigen und lebendigen Gott mit einem toten Götzen ersetzt hatte. Jerobeam sorgte gleich für zwei goldene Kälber.

Der große Hoffnungsträger fiel. Seine sündige Begierde entbrannte. Welche Folge hatte seine Sünde für das Volk? Vers 30: „Und das geriet zur Sünde, denn das Volk ging hin vor das eine in Bethel und vor das andre in Dan.“ Das Volk akzeptierte die neue Religion des Königs. Wie war das möglich? Dachten Sie wirklich das goldene Kalb hatte sie aus Ägypten befreit? Wenn ja, welches von beiden? Während wir beim König die Sünde der Begierde sehen, die ihn zu Fall brachte, erkennen wir beim Volk die Sünde der Bequemlichkeit, denn es war viel einfacher nach Bethel oder Dan zu reisen als nach Jerusalem. Die Versuchung verführt und die Sünde entflammt. Dinge werden getan, die man nie für möglich gehalten hätte.

Verfiel das ganze Volk dem Götzendienst? die Leviten verließen ihre Ortschaften und ihre Habe und kamen nach Juda und Jerusalem. – Denn Jerobeam und seine Söhne hatten sie verstoßen…Und die den Herrn, den Gott Israels, von Herzen suchten, folgten den Leviten aus allen Stämmen Israels nach Jerusalem, dass sie opferten dem Herrn, dem Gott ihrer Väter.“ (2.Chr 11,14-16) Nicht alle folgten Jerobeam. Die Leviten verließen ihre Ortschaften und kamen nach Juda und alle die den Herrn von Herzen suchten folgten ihnen, um in Jerusalem zu opfern. Der König kann gottlos leben, die Gesellschaft kann gottlos sein, die ganze Umgebung finster und ruchlos. Doch jeder Einzelne trägt Eigenverantwortung. Diese Orientierung ist auch in unserer postmodernen und pluralistischen Gesellschaft wichtig. Jeden Tag können wir uns entscheiden, welchen Weg wir gehen und wonach wir leben. Es gibt so viele Wege! Stellen wir uns entschieden auf die Seite Gottes. Entscheiden wir uns heute und jeden Tag für den Herrn. Keine Macht der Sünde. Möge Gottes Wort und Gottes Werk in uns triumphieren.

Wie weit trieb es Jerobeam? Betrachten wir Verse 31-33. Er baute ein Höhenheiligtum und machte jeden zum Priester, den er wollte. Auch erfand er ein Fest und opferte selbst auf dem Altar. Mit dieser Sünde war bereits der erste König Israels gefallen, Saul. Doch Jerobeam sündigte in jeder nur erdenklichen Hinsicht gegen Gottes Gebote.

Was muss in Gottes Herz vorgegangen sein, als sein Auserwählter sich auf die schlimmste Art und Weise gegen ihn versündigte und das Volk mit sich riss? Was unternahm Gott, als Jerobeam auf dem Höhepunkt seiner Abgötterei oben auf dem Altar stand und opferte? Betrachten wir Kap 13. „Und siehe, ein Mann Gottes kam von Juda auf das Wort des HERRN hin nach Bethel, während Jerobeam noch auf dem Altar stand und opferte.“ Der Mann Gottes hätte vieles sagen können. Er hätte Jerobeam auf diese oder jene Weise tadeln können. Doch auf das Wort des Herrn rief er: „Altar, Altar! So spricht der HERR: Siehe, es wird ein Sohn dem Hause David geboren werden mit Namen Josia; der wird auf dir schlachten die Priester der Höhen, die auf dir opfern und wird Menschengebein auf dir verbrennen.“ Dieses Gericht Gottes würde ca. 300 Jahre darauf vollzogen werden. Warum sprach der Herr den Altar an? Gottes Herz war betrübt, doch Gott wollte Jerobeam zu sich zurück rufen. Mit Leichtigkeit hätte Gott Jerobeam selbst auf den Altar grillen und ihn vernichten können. Doch mit seiner Barmherzigkeit wollte Gott ihn als Hoffnungsträger wieder herstellen.

Für die Gültigkeit des Gerichts kündigte der Mann Gottes ein Zeichen an: „Siehe, der Altar wird bersten und die Asche verschüttet werden, die darauf ist.“ Das war ein klares Zeichen dafür, dass Gott den Altar verworfen hatte. Auf keinen Fall würde Gott Jerobeams Opfer und sonstige Machenschaften annehmen. Und auch hier sehen wir Gottes Absicht. Anstatt den Altar zu zerbrechen hätte Gott Jerobeam zerbrechen können und statt die Asche zu verschütten, seine Eingeweide verschütten können. Doch Gott wollte seine dunklen Machenschaften vernichten, nicht aber ihn. Gott hatte Hoffnung für Jerobeam.

Wie reagierte Jerobeam? Erkannte er seine gravierende Sünde und tat er dafür Buße? Er streckte seine Hand aus und sprach: „„Greift ihn!“ Und seine Hand verdorrte, die er gegen ihn ausgestreckt hatte und er konnte sie nicht wieder an sich ziehen. Und der Altar barst und die Asche wurde verschüttet vom Altar nach dem Wunderzeichen, das der Mann Gottes gegeben hatte auf das Wort des HERRN hin.“

Da flehte Jerobeam um Gnade und seine Hand wurde wieder geheilt. Gottes Botschaft war eindeutig: „Dein Weg ist falsch. Doch wenn du für alle deine Sünden Buße tust, werde ich dich wiederherstellen, wie deine verdorrte Hand.“

Und diese Ereignisse hätten wirklich den Wendepunkt im Leben Jerobeams markieren müssen. Andere Könige und andere Städte hätten schon längst in Sack und Asche vor dem Herrn gelegen und Buße getan, doch wonach klingen Jerobeams Worte im Vers 7? Jerobeams Worte klingen voller Hinterlist: „Komm mit mir heim und labe dich; ich will dir ein Geschenk geben.“

Wie reagierte der Mann Gottes? Verse 8-10: „Aber der Mann Gottes sprach zum König: Wenn du mir auch die Hälfte deiner Habe geben wolltest, so käme ich doch nicht mit dir; denn ich will an diesem Ort kein Brot essen noch Wasser trinken. Denn das ist mir geboten durch des HERRN Wort: Du sollst kein Brot essen und kein Wasser trinken und nicht den Weg zurückgehen, den du gekommen bist.“ Der Mann Gottes blieb standhaft und dem Wort Gottes treu. Seine Antwort war ebenfalls eine wichtige Lebensorientierung für Jerobeam. „Durch deinen Götzendienst hast du dich selbst und das ganze Land verunreinigt. Selbst das Wasser und das Brot sind für einen Mann Gottes unrein.“ Diese Worte sollten Jerobeam zu denken geben.

Welches Drama ereignete sich aber? Betrachten wir Verse 11ff. Wir erfahren von einem alten Propheten in Bethel. Seine Söhne bekamen die ganze Geschichte mit, d.h. sie waren dabei, als der König Abgötterei trieb. Das wirft kein gutes Licht auf den alten Propheten. Er schien zu dulden, was in Israel vor sich ging.

Der Mann Gottes weckte aber seine Neugier und er befahl seinen Söhnen: „Sattelt mir den Esel!“ und ritt dem Mann Gottes nach. Als er ihn fand, sprach er: „Komm mit mir heim und iss Brot mit mir!“ Das waren verbotene Worte für den Mann Gottes und das wusste er und das bezeugte er: „Ich kann nicht mit dir umkehren“. Gottes Wort war glasklar. Doch der alte Prophet log. Nun stand Aussage gegen Aussage. Eigentlich ist dieser Fall leicht zu lösen. Wir müssen Gott mehr gehorchen als Menschen. Doch wie kompromissbereit ist der Mensch, wenn sein Magen knurrt.

Und so kam es, wie es kommen musste. Gott sprach gegen den Mann Gott, sein Leichnam würde nicht im Grab seiner Väter liegen. Erneut wurde der Esel gesattelt, dieses Mal für den Mann Gottes, wobei sich ein interessantes Schauspiel ereignete, das die Welt noch nie gesehen hat. Ein Löwe tötete den Mann Gottes und blieb regungslos stehen. Der Löwe stand da, der Esel neben ihm und niemand wurde gefressen. Der Prophet verstand sofort: „Es ist der Mann Gottes, der dem Mund des HERRN ungehorsam gewesen ist…Und er sprach zu seinen Söhnen: Sattelt mir den Esel!“ Zuhause angelangt und sentimental angehaucht erkannte der Prophet, dass Gottes Wort wahr ist und dass es sich bis ins kleinste Detail erfüllen wird, Vers 32: „Denn es wird sich erfüllen, was er gerufen hat gegen den Altar in Bethel auf das Wort des Herrn hin und gegen alle Heiligtümer auf den Höhen, die in den Städten Samariens sind.“

Der eine fiel, der andere wurde wieder aufgerichtet. Was verursachte beides? Es ist das Wort des Herrn. Der eine verwarf es und ging unter, der andere nahm es an und wurde wiederhergestellt. So bleibt das Wort Gottes wahr und Menschen fallen und stehen, auch in unserer Zeit, je nach ihrer Haltung dem Wort gegenüber. Mögen wir stehen bleiben, der Herr vermag es uns aufrecht zu halten (Vgl. Röm. 14,4).

Was tat unterdessen Jerobeam? Sicherlich war ihm die Geschichte mit dem Mann Gottes und dem Propheten zu Ohren gekommen. Und er sah, wie ernst es Gott meinte. Doch die Verse 33 und 34 berichten: „Aber nach diesem Geschehnis kehrte Jerobeam nicht um von seinem bösen Wege, sondern bestellte wieder Priester für die Höhen aus allem Volk…Und dies geriet zur Sünde dem Hause Jerobeams, sodass es zugrunde gerichtet und von der Erde vertilgt wurde.“ In Sünde zu fallen ist eine Sache. Doch stur in Sünde zu verweilen, ohne Bereitschaft in Buße umzukehren, ist eine andere Sache. Wie sehr hatte sich Gott um Jerobeam bemüht! Wie nachsichtig mit ihm umgegangen! Doch Jerobeam kehrte nicht um. Er trat die Gnade Gottes mit Füßen und besiegelte sein eignes Schicksal.

II. Die Könige Israels auf dem Weg Jerobeams (14,1-16,34)

Welcher Schicksalsschlag leitete den Anfang vom Ende von Jerobeam und seiner Linie ein? Betrachten wir Kapiel 14. Abija, sein Sohn war krank. Und Jerobeam, der genau wusste, dass seine selbstgemachten Kälber tote Götzen waren, (heute würde man sagen: gefaked waren), suchte die Hilfe Gottes. Seine Frau sollte sich verkleidet aufmachen und nach Silo, zum Propheten Ahija gehen, um ja nicht von der restlichen Bevölkerung erkannt zu werden. Sie war verkleidet, Ahija war blind, doch als sie zu ihm kam, wusste Ahija bestens Bescheid, denn der Herr war seine Augen und teilte ihm alles mit. Und Gottes Antwort war zerschmetternd: „Ich habe dich erhoben aus dem Volk und zum Fürsten über mein Volk Israel gesetzt und habe das Königtum von Davids Hause gerissen und dir gegeben. Du aber bist nicht gewesen wie mein Knecht David, der meine Gebote hielt und mir von ganzem Herzen nachwandelte, dass er nur tat, was mir wohlgefiel.“ Wir sehen Gottes große Erwartungen in Jerobeam. „Du hast mehr Böses getan als alle, die vor dir gewesen sind, bist hingegangen und hast dir andre Götter gemacht und gegossene Bilder, um mich zum Zorn zu reizen und hast mir den Rücken gekehrt. Darum siehe, ich will … ausrotten von Jerobeam alles, was männlich ist, bis auf den letzten Mann in Israel und will die Nachkommen des Hauses Jerobeam ausfegen, wie man Unrat ausfegt, bis es ganz mit ihm aus ist. Wer von Jerobeam stirbt in der Stadt, den sollen die Hunde fressen; wer aber auf dem Felde stirbt, den sollen die Vögel des Himmels fressen; denn der HERR hat’s geredet.“

Der Mensch kann Zeit seines Lebens tun und lassen was ihm lieb ist, doch irgendwann kommt die Rechnung Gottes und niemand kann sie begleichen! Das Kind würde sterben, sobald sie über die Türschwelle des Hauses gehen würde und das erträglichste Schicksal aller Söhne Jerobeams erleiden. Nach 22 Jahren Regierungszeit starb auch Jerobeam und sein Sohn Nadab wurde König.

Gott sprach zwar ein hartes Urteil über Jerobeam, doch das Gericht über ihn war noch nicht vollstreckt. Bis zum Ende seines Lebens hatte er die Möglichkeit, zu bereuen und in Buße umzukehren. Doch trotz seines Glaubens an Gott tat er keine Buße. Er wollte seine Lebensgewohnheiten nicht ändern. Dieses Dilemma ist uns auch allzu gut bekannt, nicht wahr? Wir haben es bei anderen beobachtet und wir beobachten es an uns selbst. Gottes Wort spricht uns an und ist eindeutig. Doch dem Wort zu gehorchen und danach zu wandeln ist nicht leicht. Jerobeams Ende zeigt uns aber, dass wir keine Wahl haben. Lasst uns umkehren zu Gott. Reißen wir ab, was wir uns abseits seines Willens aufgebaut haben. Möge der Herr unser Baumeister sein.

Was ereignete sich unterdessen im Reich Juda? Betrachten wir Verse 21ff. „Und Rehabeam, der Sohn Salomos, wurde König in Juda.“ Kam Rehabeam nach seinem Großvater David? Vers 22: „Und Juda tat, was dem HERRN missfiel; und sie reizten ihn mehr, als alles ihn reizte, was ihre Väter getan hatten mit ihren Sünden, die sie taten.“ Die Strafe Gottes ließ nicht lange auf sich warten. Schischak, der König von Ägypten, plünderte das Haus des Herrn und das Haus des Königs. Die kupfernen Schilde, die die goldenen Schilde ersetzten, repräsentierten die geistliche Degradierung Judas. (Kein uprade, sondern downgrade)

Nach Rehabeam wurde sein Sohn Abija König. Abija war nur 3 Jahre König „Und er wandelte in allen Sünden seines Vaters, die dieser vor ihm getan hatte.“

Nach ihm kam Asa und glücklicherweise lesen wir über ihn im Vers 11 (Kap 15): „Und Asa tat, was dem HERRN wohlgefiel, wie sein Vater David.“ Er beseitigte die gräulichen Praktiken der Heiden, alle Götzenbilder, entmachtete auch seine götzenanbetende Mutter, entfernte jedoch nicht die Höhen, dennoch bezeugt die Bibel im Vers 14: „jedoch das Herz Asas war ungeteilt bei dem HERRN sein Leben lang.“

Asas Regierung war ein kleiner Lichtblick, in der ansonsten so dunklen und finsteren Zeit der Könige Judas und Israels. Welche Leuchte würde die kleine Kerze Asas ablösen? Lesen wir die Verse 4 und 5: „Denn um Davids willen gab der HERR, sein Gott, ihm eine Leuchte zu Jerusalem, dass er seinen Sohn nach ihm erweckte und Jerusalem erhielt, weil David getan hatte, was dem HERRN wohlgefiel und nicht gewichen war von allem, was er ihm gebot, sein Leben lang, außer in der Sache mit Uria, dem Hetiter.“ Gott hatte vor Jerusalem zu bewahren, wegen David und durch einen Nachkommen Davids; dieser Würde eine Leuchte sein.

Leider müssen wir uns wieder der Finsternis widmen. Betrachten wir Verse 17ff. Nach Asa kam Joschafat an die Macht. Bascha war durch eine Verschwörung gegen Jerobeams Sohn Nadab zum König geworden. Als König vollstreckte er das Gericht Gottes über Jerobeams Haus und ließ nach dem Wort des Herrn niemanden übrig. Doch auch über Bascha heißt es im Vers 34: „Und er tat, was dem HERRN missfiel, und wandelte in dem Wege Jerobeams und in seiner Sünde“. Er war kein Deut besser als Jerobeam. So traf ihn dasselbe Schicksal, Kap 16,3: „siehe, so will ich ausrotten Bascha und sein Haus und will dein Haus machen wie das Haus Jerobeams“. Nach ihm wurde Ela, sein Sohn, König aber nur 2 Jahre, denn er wurde Opfer der Verschwörung Simris. Simri stellte einen Rekord auf, indem er nur 7 Tage König war. Denn das Volk empörte sich über ihn und stürzte ihn und machte Omri, den Feldhauptmann, zum König. Verse 18 und 19: „aber Simri…ging…in den Burgturm im Hause des Königs und verbrannte sich mit dem Hause des Königs und starb um seiner Sünden willen, die er getan hatte, dadurch dass er tat, was dem HERRN missfiel, und wandelte in dem Wege Jerobeams und in seiner Sünde, die er tat, dass er Israel sündigen machte.“ Eine Woche reichte aus um großes Unheil anzurichten. Doch auch Omri stellte einen Negativrekord auf. Verse 25 und 26: „Und Omri tat, was dem HERRN missfiel und trieb es ärger als alle, die vor ihm gewesen waren und wandelte in allen Wegen Jerobeams, des Sohnes Nebats und in seiner Sünde, durch die dieser Israel sündigen machte, dass sie den HERRN, den Gott Israels, erzürnten durch ihre Abgötterei.“

Schließlich kam nach ihm Ahab. Eigentlich müssen wir kein Wort über Ahab verlieren, denn sein Ruf eilt ihm voraus. Vers 30 berichtet über ihn: „tat, was dem HERRN missfiel, mehr als alle, die vor ihm gewesen waren. Es war noch das Geringste, dass er wandelte in der Sünde Jerobeams, des Sohnes Nebats…sodass Ahab mehr tat, den HERRN, den Gott Israels, zu erzürnen, als alle Könige von Israel, die vor ihm gewesen waren.“

Die Zeit wurde immer finsterer, ein König überbot seinen Vorgänger in Bosheit, Gewalt und Gottlosigkeit. Und wenn wir uns den Text genau anschauen, sieht es so aus, als wäre Gottes Plan kläglich gescheitert. Denn Gottes Hoffnungsträger, Jerobeam, hatte kläglich versagt. Er hat wirklich versagt und den Untergang des Nordreichs in die Wege geleitet. Bald würden die Assyrer kommen, danach die Babylonier und die Stämme Israels würden sich mit ihnen vermischen und das verstoßene Volk der Samariter bilden. Dadurch zeigt sich in aller Deutlichkeit, dass Gott heilig ist, sein Wille gut und vollkommen, doch der Menschen erweist sich im Gegensatz dazu als überaus sündig.

Was geschah mit Juda? Gott ließ Juda bestehen. Warum? Weil die Menschen aus Juda besser waren? Der heutige Text sagt klipp und klar: Nein! Sie waren allesamt sündig. Doch Juda hatte eine Verheißung. Lesen wir nochmals die Verse 4 und 5 aus Kap 15: „Denn um Davids willen gab der HERR, sein Gott, ihm eine Leuchte zu Jerusalem, dass er seinen Sohn nach ihm erweckte und Jerusalem erhielt, weil David getan hatte, was dem HERRN wohlgefiel und nicht gewichen war von allem, was er ihm gebot, sein Leben lang, außer in der Sache mit Uria, dem Hetiter.“ Juda hatte David, während Israel sich von David loslöste. Gott war zu Juda gnädig und barmherzig, weil er auf seinen Knecht David schaute. Nur wegen David erhielt Gott Juda, solange, bis Jesus kam. Und so ist es auch mit uns. Wir sind genauso sündig wie die gottlose Welt. Doch Gott ist gnädig und barmherzig zu uns, weil er auf Jesus schaut. Uns muss bewusst sein, dass wir von Gott getragen werden, weil Jesus unser Herr und König ist. Wenn uns diese geistliche Wahrheit nicht bewusst ist, beschäftigen wir uns mit den Dingen, die uns umgeben, unsere Leistungen auf der einen Seite und unsere Sünden auf der anderen Seite und wir schlittern ab in 2 extreme Lebensformen. Sündigen wir, sind wir am Boden zerstört und verdammen uns selbst und vergessen, dass wir nicht vollkommen sein müssen, damit Gott uns annimmt. Oder wir werden selbstgerecht, weil wir viel von uns selbst halten. Dabei können wir gar nichts aufbringen, um Gott zu beeindrucken. Schließlich sind wir voll und ganz von Gnade getragen. Vom heutigen Text können wir lernen, den richtigen Weg einzuschlagen. Wir brauchen die richtige Beziehung zu unserem Herrn und König, Jesus Christus, denn er allein gewährleistet unsere Errettung.

Der heutige Text macht eines deutlich: Menschen kommen und gehen. Menschen fallen oder stehen auf. Die Geschichte der Menschheit geht drunter und drüber, doch Gottes Ratschluss erfüllt sich. Und sie erfüllte sich im Kommen unseres Herrn Jesus Christus. Er ist das Licht aus der Höhe, das Licht der Welt, die Leuchte Isreals und das Licht der Heiden. Er kam als Nachkomme Davids und er ist unsere einzige Hoffnung. Und er wird wieder kommen. Dank sei Gott, dass sein guter Wille niemals untergeht und dass er die Seinen bewahrt und errettet. Möge der Herr auch zahlreiche in unserer Zeit und aus unserer Umgebung zum Licht führen.

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