Predigt: Matthäus 5,1 – 8

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Die Seligpreisungen

„Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich“

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Letzte Woche haben wir den Beginn der messianischen Wirksamkeit Jesu in Galiläa studiert. Das Reich Gottes war nahe herbeigekommen. Jesus berief seine ersten Jünger und eine Erweckungsbewegung entstand in Syrien, Galiläa, den Zehn Städten, Jerusalem, Judäa und jenseits des Jordans. Durch Jesus erlebten die Menschen eine andere Welt. Sie erlebten, wie das Reich Gottes kam und sich unter ihnen ausbreitete. Als Jesus anfing zu wirken, veränderte sich die Welt. Nichts war mehr wie zuvor.

Heute beginnen wir mit der Bergpredigt Jesu. Jesus begann seine Bergpredigt, weil das gerade angebrochene Reich Gottes erste Früchte brachte und diese sollten heranreifen. Jesus begann seine Bergpredigt mit den Seligpreisungen, von denen wir heute die ersten 6 betrachten. Die Seligpreisungen zeigen uns den grundlegenden Willen Gottes. Selig sein bedeutet glückselig oder glücklich sein. Hierdurch kommt der Wille Gottes für uns mit unmissverständlicher Klarheit zum Ausdruck. Gott will, dass wir selig sind. Gott will, dass wir glückselig sind. Gott will, dass wir ein glückliches Leben führen. Nichts anderes möchte Gott von uns und für uns; in dieser Welt, wie auch in der Ewigkeit. Du und ich wollen auch nichts anderes als ein wahrhaft glückliches Leben zu führen, jetzt und hier, heute, morgen und übermorgen, bis in Ewigkeit. Gott segne unser Studium seines Wortes reichlich. Er schenke uns allen sein wahrhaftiges Wort.

Wie kam Jesus dazu, seine berühmte Bergpredigt zu halten? Betrachten wir Verse 1 und 2: „Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzt sich; und seine Jünger traten zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach“. Durch Kapitel 4 haben wir erfahren, dass eine große Menge zu Jesus gekommen war. Hauptsächlich handelte es sich um Menschen mit geistlichen und körperlichen Leiden. Sie waren besessen, mondsüchtig, gelähmt usw. Jesus hatte ihnen geholfen und sie gesund gemacht. Doch die Menschen gingen nicht nachhause. Die Menschen suchten Jesus nach wie vor. Sie wollten bei ihm bleiben. Sie hatten ein Licht in ihrer ansonsten finsteren Welt gesehen. Sie hatten das Reich Gottes geschmeckt. Und sie konnten nicht von Jesus, der Lichtquelle, lassen.

Welche Gemeinsamkeiten haben wir mit dem Volk aus dem Text? Auch wir haben das eine oder andere Problem im Leben. Auch wir sind in mancher Hinsicht hilfsbedürftig. Auch wir benötigen die Hilfe Jesu. Das Volk hatte einen sehr langen Weg hinter sich gelegt, um zu Jesus zu kommen. Viele von uns haben es nicht weit zum Zentrum. Für einige ist es nur ein Katzensprung, manche müssen nur den Hof überqueren, andere die Treppe herunterlaufen und der Rest von uns ist sehr mobil. Aber ob mit kurzer oder langer Strecke, sind wir auch gekommen, um Jesu Wort zu hören, genauso wie das Volk im Text.

Was tat Jesus, als die Menschen zusammenkamen? Vielleicht war es früher Morgen. Jesus stand auf, drehte sich um und sah das Volk. Er sah das Volk vor sich. Sie waren überall. Sie warteten und sahen Jesus erwartungsvoll an. Welche Entscheidung traf Jesus? Jesus entschied, dem Volk zu helfen aber nicht irgendwie. Dieses Mal machte Jesus niemanden gesund, er gab auch keinem etwas zu essen. Jesus wollte den Menschen auf andere, auf bestmögliche Weise helfen. Also ging er auf einen Berg und setzte sich. Als er das tat, traten seine Jünger zu ihm. Daraufhin muss auch das Volk Jesus gefolgt sein und sich auf den Berg begeben haben. Ein Sitzplatz auf dem Berg bot Jesus die Möglichkeit auf effektive Weise zum angesammelten Volk zu reden. Und das tat Jesus auch. Er tat seinen Mund auf, lehrte und sprach das göttliche Wort zu seinen Jüngern und dadurch zum ganzen Volk.

Wie begann Jesus seine Bergpredigt? Lesen wir Vers 3: „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“ Wie wir wissen, bedeutet Selig sein hier glückselig oder glücklich zu sein. Jesus lehrt also den Weg des glücklichen Lebens. Und das ist der grundlegende Wille Gottes für uns, den wir überall in der Bibel erfahren.

Was muss in den Menschen vorgegangen sein, als sie die ersten Worte Jesu vernahmen? Sie erfuhren das Thema. Es ging um Seligpreisungen. Selig sein? Wer ist selig? Ich ganz bestimmt nicht. Ich bin sehr arm und habe viele Probleme, bin krank, habe wenig zu essen aber dafür viele Sorgen. Ich muss jede Woche für mehrere Arbeiten lernen, könnten Priska und David sagen. Ich muss jeden Tag nach Frankfurt um zu arbeiten, könnten M. Marek, M. Josef und andere Mitarbeiter sagen. Ich habe ein Kind, um das ich mich kümmern muss, könnten M. Rebekka und M. Petra sagen. Das ist doch nichts, ich habe Zwillinge, könnte M. Livka einwerfen. Ich habe sogar 3 Kinder, könnte H. Brigitte kontern. Und M. Maria hat sogar noch mehr Kinder. Selig sind bestimmt die anderen, die viel mehr Zeit und weniger Sorgen haben. Das dachten sich wohl auch die damaligen Menschen. Andere führen ein viel besseres Leben. Die geistlichen Leiter z.B., die alles wissen und kostbare Gewänder tragen und überall auf den Märkten begrüßt und respektiert werden. Aber ich, ich bin nur ein einfacher Mensch.

Doch Jesus fuhr fort und verband wahres Glück mit etwas Unerwartetem, mit einer Überraschung, nämlich mit geistlicher Armut. Und die Überraschung war groß, denn Jesus pries nicht die geistliche Elite für selig. Die damalige Zeit war zwar unheimlich religiös aber dennoch ziemlich ungeistlich. 400 Jahre lang hatte es keine geistliche Offenbarung gegeben. In dieser Zeit hatte sich eine religiöse Elite entwickelt. Sie waren Schriftgelehrte, Pharisäer und Sadduzäer. Diese lebten anders als das einfache Volk. Sie führten ein extremes religiöses Leben und hielten sich für besser als die anderen. Sie fühlten sich überlegen, Gott nah und richteten das Volk. Sie waren quasi geistlich reich und benahmen sich dementsprechend hochnäsig. Doch solche Menschen sprach Jesus nicht für selig. Warum ist das so? Wir wollen dazu ein Gleichnis Jesu betrachten.

Im Lukasevangelium lesen wir über Jesus: „Er sagte aber zu einigen, die sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.“ Dieser Pharisäer platzte beinahe vor Stolz. Er schwamm nahezu in geistlichem Reichtum. Er war geistlich so reich, dass er überhaupt nicht in der Lage war zu beten, weswegen er eigentlich in den Tempel gegangen war. Vielmehr hielt er eine Lobesrede über sich selbst. Jesus erzählt weiter: „Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!“ Der Zöllner war ganz anders. Er konnte nichts vorweisen. Geistlich gesehen war er völlig blank. Weil er sich seiner geistlichen Armut bewusst war, konnte er ein richtiges Gebet sprechen und Buße für seine Sünden tun. Der Zöllner bettelte um Gnade. Jesus erzählt weiter: „Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener.“ (Lk 18,8-14) Der geistlich reiche braucht Gottes Gnade nicht. Er badet sich in vermeidlicher Selbstgerechtigkeit. Doch der geistlich arme ist sich seiner Lage bewusst. Er hat sich selbst im Lichte Gottes erkannt, kennt seine Hilflosigkeit und ist auf die einseitige Gnade Gottes angewiesen. Er kann kein unbedachtes und gedankenloses Leben führen, weil ihn seine geistliche Armut schmerzt. Mit großer Sehnsucht und Hingabe sucht er Gottes Gegenwart und bettelt um Gnade.

Wir erfahren somit, dass geistliche Armut Ausdruck unserer Haltung vor Gott ist. Der geistlich arme erniedrigt sich bis geht nicht mehr und fleht Gott um Gnade an.

Sowohl das Volk, als auch die Jünger Jesu, die Teil des einfachen Volkes waren, wurden gerade durch Jesu Wort angesprochen. Sie konnten sich mit dem Wort Jesu identifizieren. Stimmt, ich bin geistlich sehr arm. Aber gerade deshalb kann ich ein seliges Leben führen. Im Vergleich zur religiösen Elite bin ich ungebildet und besitze nur einen kleinen Bruchteil ihres Wissens. Doch Jesus bezeichnete gerade Menschen wie mich, Menschen die geistlich arm sind, als selig. In den Zuhörern muss ein Licht aufgegangen sein. Ich kann überhaupt nichts vorweisen. Aber eines kann ich tun, ich kann Gott anflehen.

Was verheißt Jesus den geistlich armen? „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“ Obwohl geistliche Armut mit gewissen Schmerzen der Hilflosigkeit verbunden ist, macht sie uns selig, denn wir erlangen die Verheißung des Himmelreiches.

Welche Bedeutung hat dieser Vers für unser Leben? Sollen wir aufhören geistlich zu wachsen, damit wir geistlich ärmer werden? Sollen wir unser Bibelstudium reduzieren, weil wir sonst zu reich werden könnten? Was sollen wir tun? So ist das nicht gemeint. Wir sollen die richtige Haltung aufbringen. Ein Mensch ist von sich aus nicht in der Lage seine geistliche Armut zu erkennen. Von Natur aus haben Menschen ein positives Bild von sich. Doch je besser wir Gott kennen lernen und je mehr Zeit wir mit ihm verbringen, je heiliger und geistlicher wir also werden, umso mehr erkennen wir unsere geistliche Armut, dass wir in Wirklichkeit mit leeren Händen vor Gott stehen und nichts vorweisen können. Lasst uns in Demut ein flehentliches Gebetsleben vor Gott führen.

Ein Bespiel liefert uns St. Augustin. In seinen Bekenntnissen berichtet er vor seinem Leben. Als junger Mann war er sehr erfolgreich im Studium und im Beruf aber wenig glücklich, weil Gottes Reich in seinem Herzen fehlte. Als er zum Glauben kam und sich zu Gott bekehrte, wurde er sich seiner geistlichen Armut Jahr um Jahr immer bewusster. Also wandte er sich umso stärker zu Gott und fing an ein umso intensiveres Glaubensleben zu führen. Er schreibt: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, o Herr“. Seine Bekenntnisse sind ein Zeugnis seiner großen geistlichen Armut, doch zugleich das Zeugnis eines Menschen, der aufgrund dieser Tatsache demütig die Nähe Gottes suchte.

Gerade unsere geistliche Armut ist der Schlüssel zur Seligkeit, der Weg zum Himmelreich. Möge unsere geistliche Armut uns jeden in die Arme Gottes treiben, bis wir eines Tages ins ewige Himmelreich auferstehen.

Wer ist noch selig? Betrachten wir Vers 4: „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.“ Es gibt viele Formen des Leides, genauso wie es viele Ursachen zur Entstehung des Leides gibt. Leiden jeglicher Art empfinden wir als unschön. Sie sind unbequem und unbeliebt. Leiden scheinen Hauptursache für fehlendes Glück zu sein. Am schlimmsten sind Leiden, die aufgrund unserer Sünde hervorgerufen werden. Unser Fleisch ist schwach und bietet der Sünde viel Raum. Dementsprechend groß ist unser Leiden. Und weil wir Christen uns mit dem Wort Gottes auseinandersetzen, haben wir ein größeres Bewusstsein für unsere Schuld. Außerdem führt unser konsequentes Glaubensleben zusätzliche Leiden mit sich. Wir geben uns für andere Menschen hin, doch ohne dass unsere Liebe honoriert wird. Wir Christen leiden also mehr als andere Menschen. Führen wir somit ein unglücklicheres Leben im Vergleich zur Welt?

Erneut überrascht Jesus mit seinem Wort. „Selig sind, die da Leid tragen“. Menschen die unter ihrer Sünde leiden sind nicht verflucht, sondern selig. Sie befinden sich auf dem Weg des Glücks. Wir haben unsere Sünde erkannt und wir haben uns für die Umkehr entschieden. Das ist die Voraussetzung, damit das Himmelreich Zugang in unser Herz finden kann.

Welche Verheißung empfangen diejenigen, die Leid tragen? „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.“ Das galt sowohl für die Menschen damals wie auch für uns heute. Zu unseren Lebzeiten werden wir durch die Vergebungsgnade unseres Herrn Jesus getröstet. Er hat all unsere Sünden, Leiden und Schmerzen auf sich genommen, damit wir frei werden. Dieser geistliche Trost ist sehr wertvoll und unersetzlich. Kein Mensch, kein Hobby, kein Gegenstand kann diesen geistlichen Trost ersetzen. Nach unserer Auferstehung erlangen wir schließlich den vollkommenen Trost Gottes, worüber es heißt: „und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Offb 21,4) Wir erfahren, dass wir als Christen, trotz erhöhter Leiden, selig sind, weil wir getröstet werden.

Wer ist noch selig? Betrachten wir Vers 5: „Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.“ Jesu Wort ist wirklich überraschend. Die damaligen Menschen aber auch wir könnten meinen, es wäre genau umgekehrt. Die dominanten, die sich durchsetzen können, die machtgierigen, sind diejenigen, die in der Welt etwas erreichen und das Erdreich besitzen. Ein Beispiel waren die damaligen römischen Kaiser, die mit dem Schwert das Erdreich in Besitz nahmen.

Doch Jesu Wort steckt voller Wahrheit. Die Sanftmütigen sind die seligen, weil sie das Erdreich besitzen werden. Welche biblische Beispiele bestätigen Jesu Wort? Ein Beispiel liefert uns der Vergleich zwischen Abraham und Lot. Lot wollte sich von Abraham trennen und suchte sich das beste Gebiet aus. Der sanftmütige Abraham nahm das was Lot nicht haben wollte. Doch während Lot alles verlor bekam Abraham das verheißene Land.

Ein anderes Beispiel liefern uns Isaak und die Philister. Die Philister zankten und stritten sich mit Isaak und nahmen ihm seine Brunnen weg. Doch Isaak war sanftmütig und ließ sie gewähren und zog einfach weiter und grub andere Brunnen, bis er Ruhe fand und Gott ihn zum Erben des verheißenen Landes machte.

Ein anderes Beispiel finden wir bei David und Saul. Saul war aggressiv und klammerte sich an seine Macht. Mit allen Mitteln suchte er David zu töten. Doch David war sanftmütig und verschonte ihn und floh, anstatt zu kämpfen. Schließlich machte Gott ihn zum König über ganz Israel.

Jesu Wort gilt auch in unserer sogenannten Ellenbogengesellschaft. Die Sanftmütigen werden das Erdreich besitzen. Bestimmt werden einige von uns die Erfüllung dieser Verheißung erfahren, wenn auch nicht alle. Der Rest von uns wird die Erfüllung dieser Verheißung in der Ewigkeit erleben. So können wir unsere Hoffnung auf das Wort in der Offenb. setzen, in der ein neuer Himmel und eine neue Erde verheißen wird und wir als Erben eingesetzt werden (Offb. 21,1). Gott bewirke in uns Sanftmut und somit die Seligkeit. Vorbild ist unser Herr Jesus selbst, der sanftmütig und von Herzen demütig ist (Mt. 11,29).

Was lehrt uns Jesus weiter über die Seligkeit? Vers 6 lautet: „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.“ Es gibt viele Menschen, die nur auf ihre persönliche Bereicherung und ihren persönlichen Vorteil fokussiert sind und es mit den Regeln und Gesetzen nicht so genau nehmen. Ihre Gier endet nicht selten in Opportunismus. Doch dieser Lebensstiel macht uns nicht glücklich. Unser Herr lehrt: „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit“.

In Bezug auf Gerechtigkeit führt kein Weg an Gott vorbei, denn schließlich ist Gott Stifter der wahren Gerechtigkeit. Von Gott kommen die 10 Gebote. Gott lehrt uns, dass wir ihn allein anbeten sollen und dass wir unsere nächsten nicht belügen, betrügen und schlecht behandeln sollen. Selig sind wir, wenn für uns die Gerechtigkeit, also ein Lebenswandel nach dem Willen Gottes, nicht nur bedeutsam ist, sondern so wichtig wie unsere alltägliche Nahrung. Selig sind wir, wenn wir nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten.

Was wird uns wiederfahren, wenn wir nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten? Unser Herr lehrt: „denn sie sollen satt werden.“ Wir sind wahrhaft gesegnet und glücklich, wenn wir ein Leben nach dem Willen Gottes anstreben. Gott wird unseren geistlichen Hunger und Durst stillen und uns satt machen. Wir werden völlige Erfüllung und völliges Glück erfahren. Gott segne uns auf diesem Weg!

Wie werden wir noch selig? Vers 7 lautet: „Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ Wir sind selig, wenn wir barmherzig sind. Barmherzigkeit ist eine wichtige biblische Tugend und eine Charaktereigenschaft Gottes. Sie bedeutet ein Herz für andere Menschen zu haben und Menschen im Herzen zu tragen und ihnen zu helfen. Jesus selbst ist uns Vorbild. Er hatte ein Herz für das Volk. Sie jammerten ihn. Und er hat ihnen geholfen. Jesus lehrte ihnen das göttliche Wort, damit ihre trostlosen Seelen die Herrlichkeit Gottes erfahren und das Reich Gottes empfangen konnten. Jesus heilte die Menschen und gab ihnen zu essen. Jesus war ein Hirte für das Volk. Schließlich gab er sein Leben für die Errettung hin. Diese Lebensweise sollen wir als Jünger Jesu nachahmen. Das macht uns glücklich, denn unser Herr lehrt: „denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ Barmherzigkeit ist eine Lebensweise, die Gottes Herz ungemein berührt. Wenn Gott sieht, dass wir barmherzig sind und die Menschen annehmen, für sie beten und Gottes Wort lehren, dann wird er uns die Fülle seiner Barmherzigkeit zukommen lassen. Möge Gott uns zu Menschen machen, die ein erbarmendes Herz für andere haben. Möge Gott uns zum Segen für seine verlorenen Schafe machen. Gott bewirke Barmherzigkeit in uns.

Was lehrt uns Jesus am Ende des heutigen Textes über ein seliges Leben? Lesen wir Vers 8: „Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“ Menschen mit reinem Herzen sind selig, denn sie werden Gott schauen. Wie ist es allerdings möglich, reinen Herzens zu sein? Gibt es Menschen, die mit reinem Herzen auf die Welt kommen und sich von anderen unterscheiden? Über das Herz eines jeden Menschen sagt Jesus: „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung. Das sind die Dinge, die den Menschen unrein machen.“ Von Natur aus kann niemand ein reines Herz vorweisen und Gott schauen. Wie können wir dann selig und reinen Herzens sein und Gott schauen? Im Johannesevangelium sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.“ Die Reinheit des Herzens ist nicht angeboren. Sie ist ein veränderter Zustand. Eine Veränderung, die durch das Wort Jesu geschieht.

Das Wort Jesu ist für uns von existenzieller Bedeutung. Sie vermittelt uns die Wahrheit über Gott, über uns selbst und über die Welt. Sie überführt uns unserer Sünden und fordert uns zur Umkehr auf. Sie reinigt unsere Herzen. Selig sind wir, wenn Jesus unsere Herzen reinigt. Selig sind wir, denn wir werden Gott schauen.

Es hat wahrscheinlich nie eine größere Sehnsucht in der gesamten Menschheitsgeschichte gegeben, als Gott zu schauen. Doch es hat auch nie etwas Unmöglicheres gegeben, als Gott zu schauen. Wir wissen, wie sehr Mose Gottes Angesicht schauen wollte, doch selbst ihm blieb es verwehrt. Doch durch das Zusammenleben mit Jesus werden wir verändert. Wir werden Menschen mit reinen Herzen. Wir werden dazu auserwählt Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen und die Ewigkeit mit ihm zu verbringen.

Persönlich danke ich Gott für das Studium der Bergpredigt. Angesprochen vom Wort Jesu erkenne ich, dass es keine bessere Alternative gibt, als dass ich mein Leben im Rahmen der Bergpredigt führe. Und diese Entscheidung treffe ich, damit mein Schritt und Tritt nicht abweicht von den Worten der Bergpredigt Jesu. Möge sein Wort mich verändern und wahrhaft selig machen.

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