Predigt: Philipper 4,1 – 7

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Freuet euch in dem Herrn allewege!

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“

(Phil 4,4)

Freude! Jeder möchte Freude haben. Wir haben eben Bilder von Menschen gesehen, die sich freuen; und schon der Anblick von Menschen, die sich freuen, macht uns froh. Wir haben in uns ein starkes Verlangen nach Freude. Wir brauchen Freude, um Leben zu können, und tun vieles, um dieses Bedürfnis zu stillen. Ein kleiner Junge freute sich wochenlang auf seinen Geburtstag. Mindestens einmal am Tag fragte er seine Mutter, wie oft er bis zu seinem Geburtstag noch schlafen müsse, und sprach dauernd darüber, was er sich zum Geburtstag wünschte. Obwohl er beim Einkaufen seiner Geschenke dabei war, bestand er darauf, dass jedes Geschenk eingepackt wird. Als er dann gestern seine Geschenke auspackte, hüpfte er vor Freude in die Luft und rief laut „Juchuh!“ Aber obwohl er sich gestern so sehr freuen konnte, wird er in den nächsten Tagen diese Freude wieder verlieren. Dann wird er neue Wünsche haben und auf den nächsten Anlass warten, bis er neue Geschenke bekommen kann. Auf diese Weise vergeht weltliche Freude. Ist das bei uns Erwachsenen anders? Viele Deutsche geben viel Geld für Urlaubsreisen aus, um zum Beispiel auf die Malediven oder woanders hin zu fliegen. Wenn sie zurückkommen, erzählen sie ihren Freunden und Kollegen begeistert davon, wie schön der Urlaub war. Aber ihre Freude darüber verblasst oft schneller als die Bräune ihrer Haut. Wo können wir wahre Freude finden, die unabhängig von unserer Situation bleibt? In unserem heutigen Text erfahren wir das Geheimnis, wie wir wahre Freude genießen und uns sogar unter allen Umständen freuen können! Gott segne jeden von uns heute durch dieses Wort!

Teil 1: Steht fest in dem Herrn! (1-3)

Womit beginnt unser heutiger Text? Er beginnt mit dem Wort „Also“. „Also“ zeigt uns, dass es im heutigen Text um Schlussfolgerungen aus den vorangehenden Lehren in diesem Brief geht. „Also“ bedeutet daher so viel wie: weil Jesus so demütig war und sich für uns so sehr erniedrigte und von Gott so hoch erhöht wurde; weil Jesus unser Ziel ist, nachdem wir nun jagen sollen; weil unser Bürgerrecht im Himmel ist.

Was sagte Paulus also schlussfolgernd zu den Gläubigen? Lesen wir dazu zunächst den Vers 1: „Also, meine lieben Brüder, nach denen ich mich sehne, meine Freude und meine Krone, steht fest in dem Herrn, ihr Lieben.“ In diesem Vers können wir zum einen sehen, welche Bedeutung die Gläubigen in Philippi für Paulus hatten. Sie waren nicht irgendjemand, um die er sich pflichtgemäß kümmerte. Mit der Anrede „liebe Brüder“ und „ihr Lieben“ drückt er seine herzliche Liebe zu ihnen aus. Sie waren für ihn seine Freude und seine Krone. Sicherlich waren sie nicht ohne Probleme, wie wir schon erfahren haben. Aber Paulus sah sie in dem Herrn, im Blick auf und im Glauben an Jesus. Er sah sie mit der Glaubenszuversicht, dass Gott sein angefangenes Werk in ihnen auch vollenden würde. Daher freute er sich, wenn er an sie dachte und für sie betete. Eine Krone ist der kostbare Schmuck eines Königs und drückt sein Amt und seine Würde aus. Für Paulus hatten die Gläubigen in Philippi so eine kostbare Bedeutung. Es ist schön, die schöne Beziehung zwischen Paulus und seinen Bibelschülern in Philippi zu sehen, die von gegenseitiger Liebe und Wertschätzung geprägt war, oder? Sie wirft in uns auch eine Frage auf, nämlich die Frage: Welche Wertschätzung und Liebe habe ich zu den mir anvertrauten Menschen? Gott helfe uns, in der Liebe und Wertschätzung zu unseren Glaubensgeschwistern und Freunden zu wachsen!

Wozu forderte Paulus seine geliebten Bibelschüler auf? Im Vers 1b sagt er: „… steht fest in dem Herrn, ihr Lieben.“ Sie sollten fest stehen in dem Herrn. Der Befehl „Steht fest“ kommt eigentlich aus dem militärischen Bereich. Soldaten dürfen nicht wackelig auf den Beinen sein oder gar unsicher, auf welcher Seite sie kämpfen sollen. Insbesondere damals, wo Schusswaffen noch eine viel kleinere Rolle gespielt haben und es oft zum Zweikampf kam, mussten Soldaten unbedingt fest stehen. Die Aufforderung, fest zu stehen in dem Herrn, weist darauf hin, dass wir Gläubigen sich in einem geistlichen Krieg befinden. In diesem geistlichen Krieg haben wir es mit unsichtbaren Feinden zu tun, nämlich mit dem Teufel und seinen Dienern, die uns zur Sünde verführen und von Gott trennen wollen. Umso wichtiger ist es, dass wir im Herrn Jesus fest stehen. Jesus ist der feste Grund, auf dem wir in jeder Lage fest stehen können. Jesus ist der starke Turm, in dem wir uns bergen können, die feste Burg, in der wir auch bei heftigen Angriffen Schutz und Halt finden. Darum ist es wichtig, wie fest wir mit ihm verbunden sind. Es ist nicht so entscheidend, wie stark oder schwach wir selbst sind. Wenn wir in Jesus fest stehen, können wir alle Versuchung und unsere eigene Schwäche überwinden und jeden Tag Sieger sein. Möge Gott uns dabei helfen, jeden Tag fest in dem Herrn zu stehen!

Welche persönliche Ermahnung sprach Paulus aus? Betrachten wir Vers 2: „Evodia ermahne ich und Syntyche ermahne ich, dass sie eines Sinnes seien in dem Herrn.“ Evodia und Syntyche waren zwei namhafte Frauen, die in der Gemeinde schon lange mitwirkten. Aber sie waren offenbar häufig verschiedener Meinung und stritten wegen diesem und jenem. Wir erfahren nicht, worum es dabei ging, anscheinend waren es eher banale Dinge. Vielleicht wollte Evodia, dass die neuen Vorhänge für ihren Gottesdienstraum rot gefärbt sein sollten, aber Syntyche meinte, dass das nicht passend, sondern blau viel wäre. Evodia wollte vielleicht, dass sie in ihren Versammlungen modernere Lieder mit mazedonischen Melodien singen sollten, aber Syntyche bestand darauf, dass sie weiterhin die alten Lieder singen sollten, die sie anfangs von Paulus gelernt hatten. Auf diese Weise gab es immer wieder Streit zwischen den beiden Frauen.

Wie half Paulus ihnen? Paulus ging nicht auf die einzelnen Streitpunkte ein, da es nicht um geistliche Fragen ging, die er hätte klären müssen. Stattdessen ermahnte er die Beiden dazu, ihre Haltung zu korrigieren und in dem Herrn eines Sinnes zu sein. Vielleicht dauerte ihr Streit schon lange, mehrere Monate oder sogar schon Jahre. Eigentlich ist es dann sehr schwer, damit nicht nur ganz aufzuhören, sondern sogar eines Sinnes zusammenzuarbeiten. Aber in dem Herrn ist es selbst in so einer verkrachten Situation möglich, wieder eines Sinnes zu sein und einmütig für den Ihn zusammenzuarbeiten konnten. Deshalb sollten die Beiden ganz in Jesus sein und in ihm einmütig zusammenarbeiten.

Was tat Paulus noch, um den beiden Frauen zu helfen, ihren Streit zu überwinden und eines Sinnes zu werden? Betrachten wir Vers 3: „Ja, ich bitte auch dich, mein treuer Gefährte, steh ihnen bei; sie haben mit mir für das Evangelium gekämpft, zusammen mit Klemens und meinen andern Mitar­bei­tern, deren Namen im Buch des Lebens stehen.“ Paulus bat auch den Empfänger des Briefes, der sehr wahrscheinlich der Gemeindeleiter war, darum, ihnen bei der Überwindung ihrer Uneinigkeit zu helfen. Dabei bringt Paulus seine tiefen Respekt gegenüber den beiden Frauen zum Ausdruck, die mit ihm für das Evangelium gekämpft hatten; er achtete sie als Mitarbeiterinnen hoch, auch wenn sie momentan für Probleme sorgten. Aus dieser Achtung und Liebe heraus tat er sein Bestes, dass sie wieder eines Sinnes sein konnten.

Wir haben unter uns – Gott sei Dank – keine Evodia und keine Syntyche und haben (so viel ich weiß) keine Streitereien. Aber das ist keine Garantie dafür, dass es immer so bleibt. Wir sind nicht automatisch eines Sinnes. Aber hier können wir Eines klar lernen: Auch wenn wir von unserem Charakter, Herkunft und Alter her verschieden sind und unterschiedliche Ansichten haben mögen, können wir in dem Herrn eines Sinnes sein. Möge Gott jedem von uns helfen, immer in Jesus zu sein, sodass wir immer eines Sinnes sein und für sein Werk einmütig zusammenarbeiten können!

Teil 2: Freuet euch in dem Herrn (4-7)

Paulus hat alle Gläubigen dazu aufgefordert, fest zu stehen in dem Herrn. Danach hat er auch das spezifische Problem der beiden Frauen behandelt. Nun kann er zu seiner hauptsächlichen schlussfolgernden Aufforderung kommen. Was war das? Lesen wir gemeinsam Vers 4: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ Sie sollten sich in dem Herrn freuen. Im Allgemeinen hält man Freude für ein Gefühl, das kommt oder nicht und das man nur sehr bedingt beeinflussen kann. Aber Paulus fordert hier die Gläubigen dazu auf, sich in dem Herrn zu freuen, und zwar allewege, das heißt in allen Situationen, also jederzeit. Freude ist also nicht nur etwas, was für Christen auch möglich ist; sondern Freude soll in unserem Glaubensleben ständig vorhanden sein, sie soll ein charakteristisches Merkmal unseres Lebens mit Jesus sein.

Aber wie ist das möglich? Wie können wir uns unter allen Umständen freuen? Wie können wir uns freuen, wenn wir großen Stress am Arbeitsplatz oder zu Hause haben? Oder wenn wir schwer enttäuscht werden von anderen Menschen, denen wir vertraut hatten, oder enttäuscht sind von uns selbst wegen unserem Versagen, unserer Sünde? Wie können wir uns allewege freuen? Der Schlüssel liegt in den Worten „in dem Herrn“. Jesus ist die Quelle der wahren Freude. Bei Jesus ist die Freude und sie strömt zu uns, wenn wir mit ihm verbunden sind und in dem Maße, wie wir mit ihm verbunden sind. Wenn wir in Jesus sind, können uns in allen Situationen freuen.

Viele Stellen der Bibel bezeugen, dass die Freude von Jesus kommt. Als Jesus auf die Welt kam und in einem Stall bei Bethlehem geboren wurde, ließ Gott durch seinen Engel den Hirten auf dem Feld dieses Ereignis bekannt machen; eigentlich ist es kaum möglich, dieses so bedeutungsvolle Ereignis mit einem Wort zusammenzufassen. Aber der Engel tat es, als er sagte: „Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird …“ (Lk 2,10). Er bezeichnete Jesu Kommen in unsere Welt als „große Freude“. Wenn wir ein bisschen darüber nachdenken, wird uns schnell klar, dass das wirklich eine treffende Beschreibung ist. Denn durch Jesus hat der heilige Gott uns besucht und hat uns so, wie wir sind, angenommen und gerecht gemacht – ist das nicht wirklich ein Wunder und ein Grund zu großer Freude? Wir waren wegen unserer sündigen Lebenseinstellung und Lebensweise Gottes Feinde, aber im Herrn Jesus sind wir Gottes Kinder geworden und Erben seines herrlichen Reiches geworden! Wir dürfen nun mit ihm verbunden leben, jederzeit mit seiner Gegenwart und Hilfe rechnen, und haben seine Zusage, dass er bei uns sein wird bis an der Welt Ende. Dieses Leben mit diesem Jesus ist ein Leben voller Freude! Denn Jesus, der sich für uns hingegeben hat und auferstanden ist und der nun täglich bei uns ist, um uns an sein herrliches Ziel zu bringen, ist die Quelle der wahren Freude. Und diese Freude strömt in unsere Seele, wenn wir mit ihm Gemeinschaft haben. Die Gemeinschaft mit Jesus, zum Beispiel am Morgen, wenn wir auf sein Wort hören und beten, ist so wertvoll und durch nichts zu ersetzen, weil in dieser Zeit die Freude von der einzig wahren Quelle in uns strömt. Eine Stellungnahme zu schreiben, ist in gewissem Maße mühsam und kostet Zeit. Aber wenn wir uns die Zeit nehmen und vor Gott schreiben, ist das echt gut genutzte Zeit; denn dadurch können wir erneuert werden im Herrn und bekommen neue tiefe Freude im Herrn, wonach sich unsere Seele sehnt. Wenn wir uns im Herrn freuen, bekommen wir neue Motivation und Kraft, nicht nur für unsere Aufgaben in der Schule, an der Uni, im Büro oder zu Hause, sondern darüber hinaus auch für das Mitwirken in seinem Heilswerk. Wenn wir uns unter allen Umständen freuen, werden wir selbst ein gutes Zeugnis für Jesus für die Menschen um uns herum, selbst wenn wir nicht viel über unseren Glauben sprechen. Darum sollen wir neu suchen und tun, was uns hilft im Herrn zu sein, und sollen alles lassen, was uns von ihm trennt, damit wir uns allewege in ihm freuen können. Möge Gott jedem von uns helfen, jeden Tag mit unserm Herrn tiefe Gemeinschaft zu haben, sodass wir uns unter allen Umständen in ihm freuen!

Es gibt noch einen Grund, aus dem es wichtig ist, dass wir uns unter allen Umständen im Herrn freuen. Wenn wir uns nämlich nicht im Herrn freuen, fangen wir bald an, woanders nach Freude zu suchen. Viele suchen Freude, indem sie sich alle paar Wochen neue Klamotten kaufen oder ein neues Handy oder Computerzubehör oder oder oder. In der Zeit dazwischen, wo sie sich gerade nichts kaufen, beschäftigen sie sich mit der Frage, was sie als nächstes und übernächstes kaufen wollen, und damit, herauszufinden, wo sie es am günstigsten kaufen können (zum Beispiel bei E-bay, Computer Scout usw.). Sie suchen Freude in Dingen! Manche suchen Freude in der Gemeinschaft mit Menschen, zum Beispiel indem sie sich so oft wie möglich mit Freunden treffen, ausgehen oder wenigstens telefonieren oder chatten. Viele suchen Freude, indem sie z.B. viel in Facebook sind und dort Beziehungen pflegen. Manche sind stolz, wenn sie viele Hundert Freunde haben; diese Woche habe ich gelesen, dass ein junger Schauspieler zurzeit mit etwa 27000 Fans den Rekord hat. Aber selbst wenn wir auch so viele Freunde oder sogar Fans hatten, müssten wir irgendwann feststellen, dass uns das nicht dauerhaft wahre Freude bringt. Viele suchen Freude durch Erfolg in der Schule, im Studium, im Beruf oder bei der Kindererziehung, wodurch sie Anerkennung von anderen und eine gewisse Selbstbestätigung erlangen wollen. Sehr viele suchen Freude durch irgendwelche Vergnügen, was ihnen Spaß macht; zum Beispiel Sport, Musik, Filme angucken, im Internet surfen, stundenlang Computerspiele machen bis tief in die Nacht. Oder man sucht Freude durch seinen Ehepartner oder durch seine Kinder. Oder man will einen Partner suchen aus der Motivation heraus, dadurch die Freude zu finden. Natürlich sind nicht alle diese Dinge schlecht. Sport zu machen, zu musizieren ist sehr gut, wenn wir es für die Ehre Gottes machen. Auch sich mit Freunden zu treffen oder im Facebook zu chatten ist gut, wenn wir es zu Gottes Ehre tun und andere dadurch geistlich erbauen oder zu Jesus führen wollen. Aber wenn sie die Quelle sind, wo wir unsere Freude finden wollen, nehmen sie eine Rolle ein, die eigentlich nur Gott hat und erfüllen kann, der die wahre Freudenquelle ist und sie auch für uns sein will. Dann werden wir zwangsläufig enttäuscht davon. Lasst uns nicht auf die wahre Freude verzichten und bei Quellen suchen, die unser Verlangen nicht wirklich stillen können! Gott helfe jedem von uns helfen, in Jesus die wahre Freude zu finden und uns in ihm wirklich in allen Lagen zu freuen!

Welche Haltung sollen wir, die wir uns allewege im Herrn freuen, anderen gegenüber haben? Betrachten wir Vers 5: „Eure Güte lasst kundsein allen Menschen! Der Herr ist nahe!“ Die entsprechende Haltung gegenüber den anderen Menschen ist die Güte. Wir sollen den anderen gegenüber gütig und freundlich sein. In der Welt erfahren die Menschen nur ganz begrenzt Verständnis, sie sind mit vielen Forderungen und Erwartungen konfrontiert und erfahren Kritik oder Verachtung wegen Schwächen, Fehlern oder einfach nur ihrer Andersartigkeit. Aber als Gläubige sollen wir die anderen so, wie sie sind, annehmen, für ihre Eigenarten und Schwächen Verständnis haben und sie ertragen und ihnen helfen, anstatt sie zu kritisieren oder zu verachten. Unsere Güte ist der Ausdruck und die Folge davon, dass wir im Herrn sind und Freude in ihm haben. Bei denen, die wir sowieso mögen, fällt uns das nicht so schwer. Aber das Wort sagt „allen Menschen“. Das heißt, dass wir auch denen mit echter Freundlichkeit begegnen sollen, die uns nicht so sympathisch sind oder die wir zurzeit gerade nervig finden. Auf diese Weise sollen wir durch unsere Güte alle Menschen zu unserem Herrn einladen, der uns gerade so, wie wir sind, angenommen und uns geholfen hat und uns allezeit Freude schenkt. Wir können allen Menschen mit Güte begegnen, wenn wir daran denken, dass der Herr nahe ist. Gott helfe uns, auf den Herrn zu sehen und allen Menschen mit Güte zu begegnen!

Obwohl wir grundsätzlich die Freude haben, werden wir oft mit Situationen oder Ereignissen konfrontiert, die uns die Freude rauben. Was sollen wir tun, damit wir wieder die Freude finden oder durch solche Ereignisse gar nicht erst unsere Freude verlieren? Vers 6a sagt: „Sorgt euch um nichts …“ Wir sollen uns um nichts sorgen. Sich zu sorgen ist wirklich schädlich und hat viele negative Folgen. Wenn wir uns wegen etwas Sorgen machen, verbrauchen wir dafür viel Zeit und Kraft, ohne dass dadurch irgendetwas Positives passiert wäre. Vielmehr bekommen wir durch Sorgen machen Falten und graue Haare und werden schneller alt. Vor allem zerstören Sorgen in uns die geistliche Freude, und zwar im Handumdrehen. Mit der geistlichen Freude verlieren wir auch die geistliche Kraft, die wir eigentlich für unsere täglichen Aufgaben und unseren Dienst für den Herrn brauchen. Sorgen sind bei vielen richtig eine Gewohnheit geworden; mache werden durch Sorgen richtiggehend krank.

Es gibt viele Bücher, Ratgeber und Therapien, wie man seiner Sorgen Herr werden kann. Aber das heutige Wort sagt schlicht: „Sorgt euch um nichts“. Diese Aufforderung kann manchen vielleicht zu radikal oder zu einfach vorkommen. Jemand denkt vielleicht spontan: „Das ist leicht gesagt! Wie soll ich mir keine Sorgen machen, obwohl ich zurzeit ein großes, ungelöstes Problem habe?“ Sicherlich hat jeder Probleme. Aber als Christen brauchen und sollen wir uns um nichts Sorgen machen, weil wir einen himmlischen Vater haben, der für uns sorgt. Die schlimmsten Sorgen sind die, bei denen unsere Existenz oder die anderer Menschen bedroht zu sein scheint. Jemand macht sich Sorgen, ob er die letzte Klausur bestanden hat oder nicht. Oder ob er die Arbeitserlaubnis bekommt oder nicht. Oder ob er rechtzeitig den passenden Partner fürs Leben bekommt. Das sind ernste Angelegenheiten. Aber Jesus selbst hat in seiner Bergpredigt klar gemacht, dass seine Jünger sich nicht einmal um noch ernstere Fragen Sorgen machen sollen, nämlich ob sie verhungern, verdursten oder erfrieren werden. Er sagt in der Bergpredigt zu seinen Jüngern: „Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten auch nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen; aber euer Vater im Himmel versorgt sie doch“ (Mt 6,25.26). Wenn wir uns wegen etwas Sorgen machen, zeigt das, dass wir in diesem Punkt nicht auf Gott vertrauen. Wir brauchen uns um nichts zu sorgen, weil unser Vater im Himmel in allen Bereichen für uns sorgt.

Aber auch wenn wir das wissen, kommen Sorgen oft schneller, als wir denken. Wie können wir verhindern, dass in uns Sorgen aufkommen, und aufgekommene Sorgen überwinden? Die Antwort finden wir im Vers 6: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!“ Wir sollen Sorgen überwinden, indem wir aktiv beten, und zwar für alle Dinge. Wir sollten aufhören zu denken, dass wir Gott irgendwie eine Freude machen, wenn wir nicht so oft oder mit nicht so vielen Anliegen zu ihm kommen, weil wir ihn dadurch weniger belasten würden. Das ist Unsinn, das Gegenteil ist wahr. Darum fordert uns dieser Vers auch ausdrücklich dazu auf, für alle Dinge für uns selbst und andere zu beten und dabei das Danken nicht zu vergessen. Dann wird Gott wird gerne sich der Probleme annehmen und sie auf beste und wunderbare Weise lösen. So ermutigt uns auch Apostel Petrus in seinem 1. Brief dazu, wo er schreibt: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch“ (1.Petr 5,7).

Welche weitere Folge hat es, wenn wir für alle Dinge beten, anstatt uns Sorgen zu machen? Betrachten wir dazu den Vers 7: „Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“ Wenn wir für alles beten, gibt Gott uns seinen Frieden. In dieser Welt ist nicht nur die Freude, sondern auch wahrer Friede absolute Mangelware. In unserem oft hektischen Alltag mit vielen Anforderungen und oft überraschenden Ereignissen, sehnen wir uns nach Frieden, tiefem inneren Frieden. Wenn wir lernen, für alle Dinge zu Gott zu beten und ihm für das Gute zu danken, schenkt Gott uns seinen Frieden und bewahrt damit unsere Herzen und Sinne in Jesus. Gott helfe uns, uns um nichts mehr Sorgen zu machen, sondern in allen Dingen zu ihm zu beten! Möge Gott uns dadurch mit wahrer Freude und mit seinem Frieden erfüllen! Lesen wir zum Schluss nochmals das Leitwort, Vers 4: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“

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