Predigt: Philipper 1,15 – 30

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Christus ist mein Leben, Sterben mein Gewinn

„Wie ich sehnlich warte und hoffe, dass ich in keinem Stück zuschanden werde, sondern dass frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.“

(Phil. 1,20.21)

Letzte Woche haben wir Apostel Paulus Lage kennen gelernt. Er saß in Rom im Gefängnis. Viele Christen, die Apostel Paulus von Herzen liebten, vor allem die Gemeinde in Philippi, machten sich große Sorgen, weil der einflussreichste Evangelist im Gefängnis saß. Doch Paulus berichtete darüber, dass es zur Förderung des Evangeliums geschehen war. Im heutigen Text erfahren wir seine unveränderliche Freude. Wie konnte er sich im Gefängnis so sehr freuen? Was war die Grundlage seiner unvergänglichen Freude? Möge Gott uns eine klare Antwort geben. Zusätzlich ermahnt er uns dazu des Evangeliums würdig zu leben. Lasst uns unser ganzes Herz dafür einsetzen, um Freude zu erfahren und würdig des Evangeliums zu leben.

Teil I   Paulus’ unerschöpfliche Freude (15-21)

Paulus Gefangenschaft hatte sich positiv auf die Verkündigung des Evangeliums ausgewirkt. Wie unterschiedlich motiviert waren jedoch die Verkündiger des Evangeliums? Vers 15 lautet: „Einige zwar predigen Christus aus Neid und Streitsucht, einiger aber auch in guter Absicht: diese aus Liebe, denn sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums hier liege; jene aber verkündigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter, denn sie möchten mir Trübsal bereiten in meiner Gefangenschaft.“ Paulus erwähnt Menschen, die ihm gegenüber neidisch und streitsüchtig waren. Sie beneideten Apostel Paulus. Höchstwahrscheinlich weil er im Evangeliumswerk großen Erfolg hatte. Paulus konnte das Evangelium mit Vollmacht verkünden. Die göttliche Wahrheit offenbarte sich durch seine Predigten. Paulus war ein erfolgreiches Werkzeug Gottes. Doch einige konnten die Früchte seiner Arbeit nicht ertragen. Sie schauten nicht auf Gott, der sein großartiges Heilswerk bewirkte. Neidisch und streitsüchtig blickten sie auf den Apostel. Paulus beschreibt ihre Herzen. Sie verkündigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter, denn sie möchten mir Trübsal bereiten in meiner Gefangenschaft.

Diejenigen die Paulus gut kannten, liebten ihn für seine Hingabe im Evangeliumswerk, der sie ihr geistliches Leben zu verdanken hatten. Dieselbe Hingabe, durch die sie zum Glauben gekommen waren, hatte Paulus ins Gefängnis getrieben. Das wussten sie. Mit Liebe zu ihrem geistlichen Bibellehrer setzten sie das Evangeliumswerk fort. Doch nicht alle folgten dem Pfad der Liebe. Einige verkündeten Christus aus Eigennutz. Sie wollten sich selbst profilieren und Paulus in seiner Gefangenschaft Trübsal bereiten. Das ist wirklich sehr abscheulich.

Wie hätte Paulus dieser, nicht nur unnötigen sondern zu allem Überfluss auch aus den Reihen der Christen kommenden, Bedrängnis begegnen können? Das Herz vieler Menschen zerbricht, wenn sie sehen, wie ihr mit Mühe und guter Absicht zustandegebrachtes Werk mit Füßen getreten und verleumdet wird. Der Schmerz ist umso größer, wenn der Verrat aus den eigenen Reihen kommt. Man ergraut und resigniert. Ohne jede Kraft und Lebensfreude will man nur noch dahinsiechen, bis die Tage enden.

So hätte Paulus auch reagieren können, wenn er nicht Paulus gewesen wäre. Welche Sichtweise hatte jedoch Apostel Paulus? Im Vers 18 schreibt er: „Was tut’s aber? Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber.“ Bei Paulus ist keine deprimierte Sichtweise zu erkennen. „Was tut’s aber?“ schreibt er und meint: „macht nichts“, „kein Problem“, würde man heute sagen und er meint es ernst! Denn nicht der Umgang anderer Menschen mit seiner Person ist ihm wichtig, sondern etwas ganz anderes. Das worauf Paulus schaut und was Paulus Freude bereitet, ist die Verkündigung des Evangeliums. Er konnte sich freuen, wenn nur Christus verkündigt wird, wenn es in Wahrheit geschieht, umso mehr aber auch wenn zum Vorwand, denn Paulus hatte nur das eine Ziel vor Augen, nämlich die Verkündigung Jesu Christi. Das war sein Wunsch, seine Lebensorientierung und sein Herzensanliegen. Er freute sich nicht nur wenn es ihm selbst gut ging. Weil seine Gefangenschaft, inklusive alle Leiden, förderlich für die Evangelisation war, freute er sich darüber.

Worüber freute sich Apostel Paulus noch? Verse 18b-19 lauten: „Aber ich werde mich auch weiterhin freuen; denn ich weiß, dass mir dies zum Heil ausgehen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi“.

Paulus konnte sich auch im Hinblick auf seine Zukunft freuen. Weltlich gesehen sahen seine Zukunftsperspektiven ungewiss aus. Mit hohem Alter saß er im Gefängnis und wartete auf sein Urteil. Er hätte freikommen oder hingerichtet werden können. Wie kann man sich in so einer Lage freuen? Durch Vers 19 sehen wir, dass Paulus trotz seiner widrigen Umstände Heilsgewissheit besaß. In der Welt sah Paulus aus wie ein gescheiterter Verbrecher. Doch durch das Gebet der Heiligen und durch den Geist Jesu Christi sah er das ewige Heil. Und selbst in den menschenfeindlichsten 4 Mauern konnte Paulus sich kontinuierlich freuen.

Was bereitete Paulus noch unerschöpfliche Freude? Lesen wir Vers 20: „wie ich sehnlich warte und hoffe, dass ich in keinem Stück zuschanden werde, sondern dass frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod.“

Die Ausdrücke „sehnlich warte und hoffe“ weisen auf Paulus wichtigste Anliegen hin, die er Tag und Nacht im Gebet zu Gott gebracht haben muss. Was lag ihm so sehr am Herzen? Worauf wartete und hoffte er sehnlichst? „dass ich in keinem Stück zuschanden werde“, schreibt er. Paulus wollte in keinerlei Hinsicht in Schande fallen und beschämt werden. Menschen werden beschämt oder fallen in Schande, wenn sie etwas Verwerfliches anstellen. Die Sünde bewirkt maximale Schande und Beschämung in uns. Warum wollte Paulus in keinem Stück zuschanden werden? „dass frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe“. An seinem Leib wollte er Christus verherrlichen und zwar allezeit frei und offen. Das war der Inhalt seines langjährigen Glaubenslebens und daran wollte er festhalten. Die Verherrlichung Jesu Christi war seine größte Freude.

Doch der Leib ist anfällig und der Leib fällt leicht in Schande. Im Galaterbrief beschreibt Paulus die Werke des Fleisches. Sie sind verdorben und ziehen Gottes Gericht auf sich. Mit so einer Lebensweise ist es unmöglich Gott zu gefallen. Paulus aber wollte nichts sehnlicher als die Verherrlichung Christi an seinem Leibe. Sein Leben war ein Mittel für die Verherrlichung Christi. So wie Treibstoff aus dem Tank in den Motor gepumpt wird um dort zu verbrennen und das Fahrzeug in Bewegung zu setzen, setzt Paulus sein Leben ein, um der maximalen Verherrlichung Christi zu dienen. In keinem Stück wollte er Sünde, Schande und Teufel Raum geben, ihn für die Verherrlichung Christi unbrauchbar zu machen. Tag für Tag brannte in ihm die Sehnsucht, Christus zu verherrlichen. Und die Verherrlichung Christi an seinem Leibe kannte keine Nebenbedingungen. Sie sollte nicht nur dann geschehen, wenn es ihm leiblich gut ging. Er schreibt: „Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod.“ Die Verherrlichung Christi kannte in seinem Leben keine Grenzen. Er war bereit, Leiden und Schmerzen bis an den Tod auf sich zu nehmen, wenn Christus dadurch verherrlicht würde. Denn Christus war seine Freude.

Wie ist das möglich? Wie kann ein Mensch so selbstlos sein und ein Leben wie Paulus führen? Wie kann man Gefängnis, Leid und Schmerzen auf sich nehmen und sogar den Tod und dennoch unnachlässige Freude haben? Lesen wir Vers 21: „Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.“ Dieses Glaubensbekenntnis liefert alle Antworten. Im Vergleich zu Apostel Paulus mangelt es uns viel zu oft an Freude, obwohl wir vieles haben, was er in seiner Gefangenschaft nicht hatte. Wir sind frei, können gehen wohin wir wollen und tun was wir wollen. Wir leben in Frieden, haben keinen Mangel, müssen nicht hungern, leiden keinen Durst und sind nicht obdachlos. Wir haben Familie und Freunde und vieles mehr. Warum fehlt uns dann viel zu oft die mit Paulus vergleichbare Freude? Paulus sagt uns warum. Er bezeugt: „Denn Christus ist mein Leben“. Damit sagt er, dass Christus der Inhalt und das Ziel seines Lebens ist. Christus ist sein ein und alles. Den Galatern schrieb er: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.“ (Gal 2,20) Diesem Christus, der ihn geliebt hat und sich selbst für Paulus dahingegeben hat, galt Paulus ganzes Leben. Dieser Christus hat Paulus Herz durch seine Liebe und sein Opfer geöffnet und gereinigt. Er ist in Paulus Herz eingezogen. Seitdem lebte Christus in Paulus. „Denn Christus ist mein Leben“ schreibt er und diesen Christus konnte ihm niemand nehmen. Sie konnten Paulus schlagen, ihn fluchen, ihn ins Gefängnis werfen, seine Knochen brechen und ihm alle Besitztümer und alle Grundrechte berauben, doch Christus im Herzen konnte ihm niemand nehmen.

Doch was, wenn sie Paulus auch sein Leben nehmen würden? Würde er Christus verlieren, weil Christus sein Leben ist? Nein, „Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.“, lautet sein vollständiges Zeugnis. In der Regel bedeuten Sterben und Tod den vollständigen Verlust dieser Welt. Man verliert alles was man besitzt und alles woran man gearbeitet hat. In einem Augenblick ist alles wofür man gelebt hat dahin. Deshalb wollen die Menschen normalerweise nicht sterben. Den Satz „Ich will noch nicht sterben“ kennen wir aus vielen Filmen. Denn der Tod bedeutet Verlust. Die Ledigen wollen noch nicht sterben um Familien zu gründen. Die Kinderlosen wollen noch nicht sterben, um Kinder zu bekommen. Etwas ältere wollen nicht sterben, bevor sie ihre Enkelkinder in den Armen halten. Es gibt so vieles was Menschen sehen und erleben wollen. Der Tod ist ein unerwünschter Termin auf dem Weg der Selbstverwirklichung. Am liebsten würde man ihn aus dem Terminkalender streichen. Wenn unser Lebensinhalt und unser Lebensziel in dieser Welt verankert sind, dann ist der Tod wirklich das Allerschlimmste, der allergrößte Verlust, den wir erleiden können. Paulus aber schreibt: „Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.“ Der Tod würde Paulus ein für allemal in die Arme Christi führen. Der Tod würde Paulus an sein ewiges Ziel bringen. Der Tod ist für Paulus kein Verlust. „Sterben ist mein Gewinn“. Diesen Satz können die Menschen in der Welt nicht verstehen. Diese Aussage macht auch keinen Sinn, wenn Christus nicht unser Leben ist. Dieses Glaubenszeugnis liefert uns die Erklärung für Paulus große Freude im Gefängnis.

Warum können wir uns nicht unaufhörlich freuen, wie Paulus? Eine Erklärung ist, dass sich weltliche Ziele in uns einschleichen und unseren Blick auf das wahre Ziel und auf das wahre Leben, Christus, verblenden. Plötzlich leben wir bewusst oder unbewusst für unseren Erfolg. Oder für unsere Gesundheit oder für unser Ansehen oder für unsere Familienangehörige etc. Immer mehr könnte Christus ins Abseits geraten. Wir führen ein Leben, als ob unser Studium unser Leben wäre. Oder als ob meine Arbeit mein Leben wäre. Oder als ob meine Familie mein Leben wäre. Schließlich finden wir uns in einer Lebensweise wieder, die die Überschrift trägt: „Die Welt ist mein Leben“ und der 2. Teil trägt den Titel: „und Sterben ist mein Verlust“. Wir verlieren unsere Freude, wenn wir keine guten Noten schreiben, wir verlieren die Freude, wenn die Arbeit nicht gut läuft, wir verlieren die Freude, wenn andere Menschen uns unfreundlich behandeln. Unsere Freude ist abhängig von den Umständen dieser Welt.

Danken wir Gott für den rechten Weg und die rechte Lebensweise, die durch Apostel Paulus vermittelt wird. Die Welt lügt uns an. Sie verspricht uns Freude. Sie lügt und verführt uns. Wenn die Welt unser Leben ist, wird der Tod unser Verlust sein. Danken wir Gott für sein Wort der Wahrheit. Christus ist unser Leben. Christus ist unser ein und alles. Christus schenkt uns wahre Freude. Niemand liebt uns wie er. Niemand sonst hat sich für uns dahingegeben. Die Welt lügt, doch das Evangelium Christi ist wahr.

Nach dem Vorbild des Apostels haben wir allezeit Grund zur Freude. Wir haben Grund zur größten Freude, weil Christus unser Leben ist.

Teil II Glauben und Leiden in Christus (22-30)

Wenn Christus sein Leben ist und Sterben sein Gewinn, wollte Paulus lieber weiterleben oder lieber sterben? Betrachten wir die Verse 22-26. „Wenn ich aber weiterleben soll im Fleisch, so dient mir das dazu, mehr Frucht zu schaffen; und so weiß ich nicht, was ich wählen soll. Denn es setzt mir beides hart zu: Ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre; aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben um euretwillen.“ Paulus befand sich vor einem Dilemma. Sterben war sein Gewinn und er hatte Lust aus der Welt zu scheiden, um bei Christus zu sein. Das wäre viel besser für ihn. Er würde die Ewigkeit in der Herrlichkeit Christi verbringen. Doch um der Menschen willen, die ihn brauchten, war es in seinen Augen nötiger, am Leben zu bleiben, um mehr Frucht zu schaffen. Das ist bemerkenswert. Auch als Christen neigen wir dazu Leiden und Unannehmlichkeiten zu meiden. Wir würden viel lieber ein Missionsleben auf Hawaii oder auf den Malediven führen, als in Sibirien oder in der arabischen Wüste. Wir würden lieber Menschen einladen die freundlich sind, als aggressive und ablehnende Studenten. Wir würden viel lieber aus der Welt scheiden, um so schnell wie möglich bei Christus zu sein, als die Leiden der Mission zu tragen. Doch Paulus, der alt und sicherlich auch schwach im Leibe war und zusätzlich im Gefängnis litt und die Summe aller Sorgen der einzelnen Gemeindemitglieder trug und täglich Bedrängnissen und Verleumdungen ausgesetzt war, entschied sich zu bleiben und weiter zu leiden, um mehr Frucht zu schaffen. Gott schenke uns Verantwortungsbewusstsein, nicht auf unseren Vorteil zu schauen, sondern auf das was aus Gottes Sicht notwendig und besser ist und dem anderen dient.

Paulus scheute das Leiden um Christi Willen nicht, im Gegenteil. Wozu ermahnte er die Gläubigen in den Versen 27-30? Betrachten wir den Text. „Wandelt nur würdig des Evangeliums Christi“. Sie sollten ihr Leben würdig nach der Botschaft des Evangeliums führen. Sie sollten keine unordentlichen Menschen sein, sondern Menschen mit geistlicher Schönheit. Menschen mit Treue zum Wort Gottes. Standhaft und vertrauenswürdig. Diese Lebensweise nach dem Evangelium sollte die Gemeinde prägen. „damit ihr in einem Geist steht und einmütig mit uns kämpft für den Glauben des Evangeliums und euch in keinem Stück erschrecken lasst von den Widersachern, was ihnen ein Anzeichen der Verdammnis ist, euch aber der Seligkeit, und das von Gott.“ Einigkeit im Geist und Standfestigkeit gegenüber Widersachern sollten Zeichen ihrer Evangeliumstreue sein. Die Frucht dieser Lebensweise ist die Seligkeit von und vor Gott. Möge das Evangelium uns in gleicher Weise prägen, einen und ausrüsten.

Was war ihnen von Gott noch gegeben? „Denn euch ist es gegeben um Christi willen, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden, habt ihr doch denselben Kampf, den ihr an mir gesehen habt und nun von mir hört.“ In der interlinearen Wort für Wort Übersetzung der Bibel lesen wir das Wort Geschenk oder Gnade. Von Christus haben wir zwei Geschenke empfangen. Erstens an ihn zu glauben. Das ist unglaubliche Gnade. Das unterscheidet uns von allen anderen Menschen. Der Glaube macht uns gottzugehörig und errettet uns. Doch wir haben noch ein zweites Gnadengeschenk empfangen, nämlich auch um Jesu willen zu leiden. Viele Christen wollen dieses Geschenk nicht. Sie wollen es zurückgeben oder gegen etwas anderes eintauschen. Doch wir sollen Gottes Gnade als Gottes Gnade annehmen. Im Hinblick auf den Umgang mit Leid hatten die Philipper in Apostel Paulus ein lebendes Vorbild. „habt ihr doch denselben Kampf, den ihr an mir gesehen habt und nun von mir hört.“ Sie hatten gesehen, mit welcher Haltung Paulus Leiden als Gnade angenommen und getragen hatte. Wir haben vor kurzem studiert, wie Paulus und Silas, zu Gott beteten und ihn lobten, nachdem sie hart geschlagen und ins innerste Gefängnis geworfen worden waren. Paulus selbst hatte Vorbilder in den Jüngern und Aposteln Jesu, worüber wir in der Apostelgeschichte lesen: „und riefen die Apostel herein, ließen sie geißeln und geboten ihnen, sie sollten nicht mehr im Namen Jesu reden, und ließen sie gehen. Sie gingen aber fröhlich von dem Hohen Rat fort, weil sie würdig gewesen waren, um Seines Namens willen Schmach zu leiden, und sie hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und hier und dort in den Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesus Christus.“ (Apg. 5,40-42) Auf schreckliche Weise wurden die Apostel Jesu gegeißelt doch sie waren fröhlich, weil sie um Jesu Namens willen leiden durfen, weil sie würdig waren, diese Gnade Gottes zu tragen, weil sie, Christus besser erfahren und an der Gemeinschaft seines Leides teilhaben konnten, wie Apostel Paulus später schrieb: „Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden“ (Phil. 3,10).

Von Paulus lernen wir, uns zu freuen, wenn wir um Jesu Namens willen Leid tragen. Von Paulus lernen wir, dass wir uns allezeit freuen können, wenn Christus unser Leben ist. So können wir uns auch freuen, wenn wir um des Evangeliums willen zu leiden haben. Gott helfe uns, ein würdiges Leben nach dem Evangelium zu führen und unvergängliche Freude zu haben. Möge Christus durch unser alltägliches Glaubensleben maximal verherrlicht werden.

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