Predigt: Johannes 14,1-14

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Ich bin der Weg

„Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“
(6)

In den letzten beiden Lektionen aus Kapitel 13 sind wir der Einzigartigkeit der Dienerschaft und der Liebe Jesu begegnet. Niemand dient wie Jesus und niemand liebt wie Jesus. Mit Sicherheit gehöre ich zu denen, die von Kapitel 13 am meisten angesprochen wurden, weil ich den größten Nachholbedarf hatte. Seitdem hat sich mein Glaubensleben innerlich gewandelt. Ich begegne den Menschen mit einer völlig neuen Haltung. Das Gebot der Liebe hilft mir, Menschen unabhängig ihres Verhaltens mit Liebe zu begegnen. Diese Veränderung war notwendig und ist durch Jesus geschehen. Ich danke Gott dafür.

Der heutige Text knüpft an Kapitel 13 an. Wir begegnen Jesus, der in seinen Worten und Taten eine einzigartige Einheit bildet. Lasst uns Jesus begegnen, der sich selbst als „der Weg“ vorstellt. Mögen wir ihn als den einen Weg zum Vater kennen lernen, der wahr ist und zum Leben führt. Möge Jesus auch unser Weg sein.

Teil I Das Haus des Vaters (1-4)

Warum musste Jesus seine Jünger beruhigen? Betrachten wir Vers 1a: „Euer Herz erschrecke nicht!“ Was war in den vergangenen Minuten/Stunden vorgefallen? Wir lassen die Ereignisse noch einmal Revue passieren. Die Jünger hatten erlebt, wie einer von ihnen, einer aus dem engsten Kreis der Jünger, der seit Jahren Tag und Nacht bei Jesus gewesen war, als Verräter enttarnt wurde. Die Jünger hatten gesehen, wie Jesus ihm wortwörtlich die helfende Hand ausgestreckt hatte, doch Judas verließ die Gemeinschaft und stürmte in die finstere Nacht hinaus. Was hatten die Jünger noch erlebt? Jesus hatte auch Petrus, den sogenannten „Spitzenjünger“ enttarnt. Dieser verstand sich als heldenhaften Märtyrer, doch Jesus entlarvte ihn als wiederholten Verleugner. Außerdem mussten die Jünger an Jesu baldigen Abschied denken. Ihr Herr und Meister, ihr Freund und Helfer, ihr guter Hirte würde ihnen entrissen werden und endgültig Abschied nehmen.

Da standen nun die Jünger, erschüttert von den sich überschlagenden Ereignissen. Wie mögen sie sich gefühlt haben? Die innere Gemeinschaft der Jünger war dabei zu bröckeln und sich aufzulösen. Viel schlimmer war der Gedanke, ohne Jesus leben zu müssen. Im Angesicht dieser neuen, zwar unerwünschten, aber unvermeidlichen Phase ihres Lebens müssen sich die Jünger die grundlegendsten Fragen der Existenz gestellt haben. Was mache ich ohne Jesus? Wo werde ich ohne ihn die Nacht verbringen? Wo finde ich morgen etwas zu essen? Was fange ich mit meinem Leben an? Wir können uns vorstellen, dass ihnen richtig angst und bange wurde, weil sie sich wie zurückgelassene Waisenkinder vorkamen.

Wie hat Jesus ihnen in ihrer existenziellen Not geholfen? Gab Jesus ihnen einen geheimen Schlüssel zu einer verborgenen Kornkammer, in der sie bis ans Ende ihres Lebens Brot in Fülle haben würden? Gab er ihnen einen Schlüssel zu einer großen Villa, in der sie sich als Gemeinde bis ans Ende ihres Lebens versammeln konnten? Oder gab er ihnen geheime Schlüssel zu heißbegehrten und gutbezahlten Büros im Staatsdienst? Jesus gab ihnen weder Brot, noch Haus, noch Arbeit. Was gab ihnen Jesus stattdessen? Lesen wir Vers 1: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ Jesus gab ihnen keine Sicherheiten in dieser Welt. Jesus hob ihre Augen von dieser Erde empor. Ihr Blick sollte nicht an 3 Mahlzeiten und einem Dach über den Kopf haften bleiben. Sie sollten ihr Existenzproblem an der Wurzel packen und einen Glaubenssprung tätigen. Sie sollten auf Gott blicken und auf Jesus, denn die höchste und vollständige Lösung unserer Existenz finden wir ausschließlich bei Gott.

Wieso ist das so? Was würden die Jünger durch den Glauben an Gott und den Glauben an Jesus empfangen? Verse 2-4 lauten: „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, den Weg wisst ihr.“ Jesus konfrontiert die hilflosen Jünger mit dem Himmelreich. Doch Jesus nennt das Himmelreich „meines Vaters Hause“. Jesus verwendet diese Formulierung im Hinblick auf die Unsicherheit der Jünger. In der Welt hatten die Jünger keine Wohnungen, aber im Haus des Vaters gab es viel Platz. Und Jesus versprach ihnen, hinzugehen um ihnen die Stätte eigenhändig vorzubereiten. Jesus würde sich um ihre himmlischen Herbergen kümmern, er würde für die komplette Einrichtung sorgen. Weil sich Jesus um alles kümmern würde, sollten sie sich keine Sorgen machen. Nach seiner Auferstehung von den Toten und der Himmelfahrt zum Vater kündigte Jesus seine Wiederkunft an. Er würde wiederkommen und die Jünger für immer zu sich nehmen, dann würden sie in Ewigkeit bei Jesus sein, nichts würde sie mehr voneinander trennen. Alle Probleme, alle Sorgen und Ängste würden ein für allemal ein Ende finden. Das alles würden sie durch den Glauben an Gott und den Glauben an Jesus empfangen.

Berechtigterweise könnte die Frage danach aufkommen, ob die irdische Existenz nicht zu kurz kommt, wenn Christen auf das Himmelreich blicken. Dazu sagte Jesus an anderer Stelle: „Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?… Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ (Mt. 6,31.33) Diese Verheißung erfüllte sich im Leben der Jünger. Sie wurden zu Menschen, deren Dichten und Trachten an das Himmelreich gebunden war. Doch keiner von ihnen ist verhungert oder verdurstet. Vielmehr erlebten sie, wie ihre Bedürfnisse erfüllt wurden, weil sie nach Gottes Reich trachteten.

Was Jesus ihnen in diesen Versen anbot war keine kurzfristige Hilfe. Vielmehr versprach ihnen Jesus einen ewigen Lösungsweg und er sagte: „den Weg wisst ihr.“

Teil II Jesus der Weg (5-6)

„den Weg wisst ihr.“ Sagte Jesus. Wie aber reagierten die Jünger? „Spricht Thomas zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen?“ Thomas verstand nicht, obwohl er hätte verstehen sollen. Er litt an Orientierungslosigkeit und Ungewissheit. Jesus würde zum Vater gehen. Er würde die Stätte vorbereiten. Danach würde er zurück kommen und die Jünger mit sich nehmen. Es ging um diesen einen Weg zum Vater. Es ging um diesen einen, einmaligen, goldenen Weg, den bisher niemand gefunden hatte. Wäre dieser Weg doch bloß ausgeschildert, lange Züge an Pilgern würden sich bilden, um die herrlichen Stätten des himmlischen Vaters zu erreichen. So wie im großen Goldrausch junge und alte Männer ihre Picken und ihre Siebe in die Hand nahmen und sich in die weite Ferne  begaben, um ihr Glück zu suchen und so wie zur Zeit der großen Auswanderung Massen aus Europa und anderen Kontinenten mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, auswanderten, so würden auch massenweise Menschen den Weg des Lebens antreten, um in das verheißene Land, dem Himmelreich zu gelangen. Die Jünger selbst würden keine Minute ruhen, sondern sich sogleich auf dem Weg machen, denn darin waren sie geübt, sie waren die besten Nachfolger. Aber wo war dieser Weg? Sie wussten es nicht, obwohl sie es hätten besser wissen sollen.

Wie hat Jesus den ratlosen Jüngern geholfen? Lesen wir Vers 6 gemeinsam: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt um Vater denn durch mich.“ Jesus gibt klare und konkrete Antwort. Seine Antwort lautet: „Ich bin der Weg“. Welche Bedeutung hat diese Aussage?

Erneut finden wir eine exklusive „Ego Eimi“ „Ich bin“ Vorstellungen Jesu im Johannes Evangelium. Jesus beantwortete Thomas Frage, indem er sagt, dass er der Weg zum Vater ist. Warum ist Jesus allein der Weg zum Vater? Warum kann kein anderer Mensch der Weg sein und warum können keine alternativen Wege zum Vater führen? Der Grund ist, zunächst einmal, dass Gottes Reich in einer anderen Dimension besteht, als unsere Welt. Unser dreidimensionales Universum besteht in Raum und Zeit. Gottes Reich aber ist ein geistlicher Ort, der von Unendlichkeit umgeben ist. Unsere Welt besteht aus Materie, die ihre Form und Konsistenz nur für eine gegebene Zeit beibehält. Doch Gottes Reich ist unveränderlich und unvergänglich. Leben in dieser Welt vergeht, auch feste Strukturen wie Metalle und Gesteine verändern sich mit der Zeit, selbst radioaktive Stoffe haben eine Halbwertzeit. Diese Welt ist also mit allen ihren Bestandteilen der Veränderung preisgegeben. Wie kann also ein verwesliches Geschöpf der Weg in die Unvergänglichkeit sein? Apostel Paulus stellte klar: „Das sage ich aber, liebe Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können; auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit.“ (1.Kor. 15,50) Wenn ein Mensch von sich behaupten will, der Weg zum Vater zu sein, dann muss er den Tod überwinden können, denn der Tod ist das Ende aller Veränderung, das Ende allen Alterns, das Ende allen Lebens. Der Tod stellt die unüberwindbare Kluft zwischen Gott und uns Menschen dar. Wer außer Jesus selbst ist also in der Lage sich als den Weg zu Gott vorzustellen? Wir können lange warten und lange suchen, doch es wird vergeudete Zeit sein.

Wir kommen zur zweiten Frage. Warum können keine alternativen Wege zum Vater führen? Es ist weniger die Philosophie, die alternative Wege zu Gott liefert, sondern vielmehr die großen Weltreligionen. Doch wo liegt das Problem? Angenommen wir nehmen den Weg des Judentums, dann führt der Weg zum Vater nicht am Gesetz vorbei. Der Mensch, der alle Regeln, alle Gebote, alle Verbote und alle Satzungen des Gesetzes makellos einhält, schafft es, zum Vater zu gelangen. Der Weg ist also das Gesetz. Doch führt dieser Weg die Menschheit zur Errettung? Vielmehr führt dieser Weg die Menschheit zur Verdammung, denn niemand ist in der Lage das Gesetz vollständig zu halten.

Der Weg des Islam ist sehr ähnlich. Auch der Islam hat seine Gebote und Gesetze, die befolgt werden müssen. Und ins Paradies kommen diejenigen, deren gute Werke größer sind als ihre Sünden. Du musst also nicht makellos sein, um zu Gott zu kommen, du musst relativ makellos sein. Doch verhältnismäßig gut bedeutet auch verhältnismäßig schlecht. Wir wissen aber, dass relative Sünder vor Gott nicht bestehen können. Denken wir zurück an die Worte von Apostel Paulus. Wie kann Sünde, die den Tod generiert, das sündenfreie und durchweg heilige Reich Gottes erben?

Wir können das Beispiel für andere alternative Wege durchspielen. Wie sieht der Weg der Buddhisten aus? Er besteht aus einem langen Kreislauf des Sterbens und des Wiedergeboren werdens, bis man eines Tages das Nirwana erreicht. Man verleugnet sich also solange, bis man sich in nichts auflöst. Die Buddhisten behaupten also überhaupt nicht den Weg zum Vater zu kennen. So führt auch dieser Weg in die Leere.

Abschließend wollen wir den Weg der Hindus betrachten. Ihr Weg heißt Selbsterkenntnis. Dieser Weg klingt nicht schlecht, doch was ist die höchste Selbsterkenntnis? Die höchste Selbsterkenntnis ist, dass der Mensch von sich aus keinen Weg zu Gott bauen kann! Ein anderer, ein echter Weg wird benötigt und zwar ein Weg, der von Gott zu uns führt und nicht umgekehrt.

Somit stellen sich die alternativen Wege als Sackgassen heraus, weil sie auf menschliche Errungenschaften gebaut sind. Der Mensch soll sich einen Weg in den Himmel bauen. Doch wer hat das jemals geschafft?

Weil Jesus einzigartig ist, ist er der einzigartige Weg zu Gott. Er ist frei von Schuld und er ist der Auferstandene. Dadurch hat er den Tod überwunden. Er hat dem Tod den Sieg und den Stachel genommen. Deshalb kann nur er uns vollkommen und vollständig von unserer Sündenschuld befreien. Deshalb ist der Weg zu Gott nicht nur ein Durchgang, sondern eine Person. Jesus ist der Weg.

Doch gerade unsere pluralistische Gesellschaft ist von individuellen Wegen geprägt. Jeder scheint seinen eigenen Weg zu haben. Doch wo führen diese unterschiedlichen Wege hin? Der Prophet Jesaja fasste dieses Dilemma wunderschön zusammen: „Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg.“ (Jes. 53,6a) Wie nötig haben die Menschen Jesus! Wie wichtig ist es, ihn als den Weg zur Seligkeit, den Weg zur Errettung, den Weg zum Vater kennen zu lernen!

Wer ist Jesus noch? Jesus ist die Wahrheit und das Leben. Warum ist Jesus die Wahrheit? Er ist die Wahrheit, weil er weder Märchen noch Fabeln erzählt. Ihm geht es weder um literarische Schönheit noch um Rhetorik. Was er uns verkündigt ist auch keine Philosophie, sondern die blanke Wahrheit, die wirkliche Realität.

Was aber halten die Menschen unserer Zeit für wahr? Ihre Wahrheitsquelle ist vor allem die Naturwissenschaft. Doch ist es klug und sinnvoll, sein Leben nach unbestätigten Theorien auszurichten? Vor allem, weil so gut wieder jeder weiß, dass sich wissenschaftliche Ansichten mit der Zeit und dem Forschungsstand fortdauernd ändern. Ist die Wissenschaft dann ein solides Fundament, wenn morgen alles verworfen wird, was heute noch angenommen wird?

Jesus aber liefert uns eine Wahrheit, die unveränderlich ist und Absolutheitsanspruch hat. Wie wir die Wahrheit Jesu verifizieren können, werden wir im Anschluss erfahren.

Wer ist Jesus noch? Jesus ist das Leben. Jesus gebrauchte nicht das Wort „Bios“, das biologisches Leben bedeutet, sondern das Wort „Zoe“, das für das seelische Leben steht. Jesus ist das wahre Leben, nicht nur weil durch ihn die Welt und alle Lebewesen geschaffen worden sind, sondern weil er die Quelle des geistlichen Lebens ist. Jesus allein ist imstande geistlich tote Menschen in ewig lebende Wesen zu verwandeln.

Was geschieht, wenn wir die Person Jesu, als die er sich vorstellt, zusammenfassen? Wenn Jesus also Weg, Wahrheit und Leben ist, dann bedeutet es nichts anderes, als was Jesus selbst sagt: „Niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ Diese Aussage ist so klar, dass er eigentlich nicht näher kommentiert werden muss. Man kann sie entweder mit Freude annehmen oder verärgert ablehnen.

Lesen wir noch einmal den Vers 6: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ Dieser Vers zeigt im Übrigen woraus das Christentum besteht. Das Christentum ist keine Ideologie. Das Christentum ist eine Person, das Christentum ist Jesus Christus, das A und O, er ist unser ein und alles. Wenn wir uns Christen nennen, dann nur weil wir zu ihm gehören, seine Lebensweise nachahmen und auf seinem Weg folgen.

Teil III Jesu Glaubenshilfe (7-14)

Jesus hatte sich auf grandiose Weise offenbart. Was geschieht, wenn ein Mensch Jesus wahrhaftig erkennt? Vers 7 lautet: „Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Und von nun an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.“ Wie war dieses Mal die Reaktion der Jünger? „Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns.“ Welches Problem treffen wir bei den Jüngern an? Die Jünger hatten so vieles gehört und gesehen. Sie hatten mehr erlebt als alle spätere Christen. Doch was ihnen fehlte, war die Quintessenz, die Glaubenskonsequenz, auf die es ankam! Denn was bringt es, wenn man alles weiß, aber nichts daraus schlussfolgern kann! So scharf und beschämend fiel auch Jesu Tadel aus: „So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater?“ Wie schlimm, wenn wir Jünger Jesu heißen, unseren Herrn aber nicht kennen!

Wodurch wurde dieses Problem verursacht? Jesu Wesen, seine Lebensweise, seine Redeweise und seine Handlungsweise waren selbstoffenbarend. Menschen die ihm begegneten erkannten sofort, dass Jesus nicht so war wie die übrigen religiösen Verantwortlichen des Landes. Um wie vieles klarer hätte Jesu göttliches Wesen den Jüngern sein müssen! Doch das Problem war die sie umgebende Existenznot. Diese Probleme verblendeten die Jünger.

Wie aber half Jesus Philippus seinen Unglauben zu überwinden? Lesen wir die Verse 10 und 11: „Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst aus. Und der Vater, der in mir wohnt, der tut seine Werke. Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir; wenn nicht, so glaubt mir doch um der Werke willen.“ Die Hilfe Jesu bestand darin, den Jüngern die Werke vor Augen zu führen. Denn die Werke sind eindeutiger Beweis dafür, dass Jesus nicht nur jemand ist, der behauptet, die Worte Gottes zu haben und zu reden. Große Sprüche klopfen können viele. Doch die Einheit zwischen Jesu Worte und Jeu Taten verifiziert Jesu Authentizität.

Was wird der Glaube an Jesus noch bewirken? Vers 12 lautet: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und er wird noch größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater.“ Jesus ermutigte seine Jünger, indem er ihnen Zuversicht im Glauben gab. Jesus prophezeite die Früchte des Glaubenslebens. Wie bewahrheitet sich Jesu Prophezeiung in der Geschichte? Wenn wir die Apostelgeschichte lesen, stellen wir fest, dass die Apostel zum Teil die gleichen Werke wie Jesus taten. Sie heilten Kranke und weckten Tote zum Leben auf und vertrieben böse Geister, genau wie Jesus. Und während Jesus hauptsächlich unter den Kindern Israels gewirkt hatte, wirkten die Apostel in ganz Kleinasien und brachten das Evangelium sogar in das christenfeindliche Europa.

Wie können wir durch den Glauben Jesu Werke und sogar noch größere tun? Können wir keine Kranken heilen? Können wir keine bösen Geister austreiben? Können wir keine Tote zum Leben erwecken? Einst war ich tot, geistlich war ich erstorben. Ich war geistlich krank und niemand konnte mich heilen und es war nicht der Heilige Geist, der mich regierte. Doch durch Buße und Glaubensentscheidung wurde ich gesund und lebendig und vom Geist Gottes erfüllt. Dadurch habe ich die Hoffnung erlangt, dass ich mit meinen Gebeten, meiner Einladung und meinem Bibelstudium einem anderen Menschen helfen kann, geistlich gesund und lebendig zu werden und den heiligen Geist zu empfangen. In dieser Hinsicht kann ich die Werke Jesu tun. Und wir können uns zugleich für die Weltmission einsetzen und viele unter uns haben das bereits getan. Wir können also beides tun, wenn wir Glauben an Jesus haben, wir können Jesu Werke tun und wir können sein Wort und seinen Namen bis an die Ecken und Enden der Welt tragen.

Wie ermutigte Jesus seine Jünger weiter im Glauben? „Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn. Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.“ Erneut ist der Name Jesu der Schlüssel zur Gebetserhörung. Warum? Denn dadurch wird der Vater verherrlicht.

Am Ende angelangt sehen wir, dass Jesus den Jüngern weitaus mehr gab als Brot, Haus und Arbeit. Er gab ihnen geistliche Speise, eine ewige Heimat und eine vollmächtige Mission. Ein Leben mit Jesus zu führen bedeutet ein qualitativ völlig anderes Leben als üblich zu führen. Lasst uns den Weg Jesu wählen. Lasst uns an Jesus glauben, der Weg, Wahrheit und Leben ist. Mögen wir das Leben wahrer Christen führen!

Leitwort, Vers 6: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

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