Predigt: Joh 9,1-12

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Jesus  heilt  einen  Blindgeborenen

„Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern,
sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.“
(9,3)

Was für Gedanken kommen euch, wenn ihr einen blinden Mann am Straßenrand sitzen oder mit seinem weißen Stock sich vorwärts tasten seht? In unserem heutigen Text begegnet Jesus einem Mann, der von Geburt an blind war. Als die Jünger ihn sahen, kamen ihnen sehr schicksalhafte Gedanken. Aber Jesus sah ihn völlig anders! Denn Jesus sah ihn aus der Perspektive Gottes und half den Jüngern, damit sie aus ihren dunklen Gedanken herauskommen würden. Danach heilte Jesus den blinden Mann und offenbarte sich so als das Licht der Welt. Möge Gott uns heute helfen, Jesu Betrachtungsweise zu lernen und seine Einstellung, mit der er Gottes Werk diente!

Teil 1: „Es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm“ (1-5)

Betrachten wir Vers 1: „Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war.“ Als Jesus wohl noch in Jerusalem war, sah er einen Mann, der blind geboren war. Er lebte von Geburt an in völliger Dunkelheit und kannte nicht das Aussehen der Menschen noch irgendwelcher Dinge in der Welt, nicht einmal das Gesicht seiner Mutter. Normalerweise nehmen die Kinder über die Augen ihre Umwelt wahr und können von sich aus lernen, die Dinge mit Sprache zu benennen und sie zu verstehen. Aber der Blindgeborene konnte nur mühsam mit Tasten und vielen Erklärungen sprechen lernen und eine behelfsmäßige Vorstellung von der Wirklichkeit erlangen. Damals gab es keine Schulen oder andere Einrichtungen, in denen Blinde irgendwie unterstützt oder gefördert wurden, auch keine Blindenschrift oder gar Arbeitsplätze für Blinde. Der Blindgeborene konnte kaum etwas selbständig tun, sondern war immer auf die Hilfe anderer angewiesen, und zwar auch, als er erwachsen wurde. Er konnte sich nur jeden Tag auf die Straße führen lassen und bei den Vorübergehenden um Almosen betteln. Es muss schwer für ihn gewesen sein, sich selbst für wertvoll zu halten. Wenn er immer wieder erlebte, dass andere ihn zurückwiesen und wegen seiner Behinderung verachteten, muss er sich völlig wertlos und elend gefühlt haben.

Wie reagierten die Jünger Jesu, als sie diesen Mann sahen? Sie müssen großes Mitleid gehabt haben, als sie den Blinden am Straßenrand sitzen sahen. Bestimmt hatten sie spontan den Wunsch, ihm irgendwie zu helfen. Aber sie brauchten nur den Bruchteil einer Sekunde, um zu erkennen, dass keiner von ihnen in der Lage dazu war, ihm aus seiner Not herauszuhelfen. Daher fühlten sie sich beim Anblick des Mannes sehr hilflos. Sofort entstand in ihnen ein dringendes Verlangen, sich die Not dieses Mannes irgendwie erklären zu können. Spontan fragten sie daher Jesus: „Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?“ (2) Ihre Worte verraten, dass sie fest davon überzeugt waren, dass die Behinderung des Mannes die Folge einer Sünde von ihm oder von seinen Eltern war. Nach ihrer Vorstellung herrschte also eine Art Gesetz über die ganze Welt, dass wer sündigt, eine schwere Krankheit oder ein anderes schweres Leiden auferlegt bekommt. Gott war für sie also ein strenger Richter, der jede Sünde der Menschen erbarmungslos ahndet. Genau genommen gab es in ihrer Vorstellung gar keinen richtigen Platz für einen persönlichen Gott, der im Leben jedes Menschen nach seinem freien Willen wirken kann; vielmehr war Gott seinem Gesetz unterworfen und konnte nur zusehen, wie danach die Sünden aller Menschen bestraft werden. Nach ihrer Vorstellung wären die Menschen für alle Leiden, die ihnen im Leben widerfahren, selbst verantwortlich. Auch der blindgeborene Mann wäre für seine Behinderung verantwortlich und müsste zusätzlich zu seinem praktischen Leiden täglich sich selbst wegen seiner Sünde verdammen oder seine Eltern wegen deren Sünde verdammen. Außerdem könnte er gar keine Hoffnung auf Heilung oder Veränderung seiner Lage haben; denn wie könnte er es wagen, Gott um Heilung zu bitten, wenn er davon ausgehen müsste, dass seine Behinderung Gottes absichtliche Bestrafung der Sünde wäre? Er war seinem Schicksal völlig hilflos ausgeliefert. Die Frage der Jünger zeigt, dass sie voller schicksalhafter, dunkler Gedanken waren. Sie hatten es nötig, vom Licht erleuchtet zu werden.

Wie sah Jesus den blindgeborenen Mann? Betrachten wir Vers 3: „Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.“ Wie anders ist die Ansicht Jesu als die der Jünger! Jesus betrachtete seine Blindheit nicht als ein Schicksal oder als eine Strafe Gottes für Sünde. Jesus lehnte damit die Vorstellung ab, dass Gott quasi mechanisch nach einem Schema handeln und die Sünden der Menschen entsprechend bestrafen würde. Vielmehr war seine Blindheit eine Gelegenheit, durch die Gottes Werke offenbar werden sollten. Gott wollte also gerade an dem dunkelsten Punkt in seinem Leben wirken; gerade am Schwachpunkt des Mannes wollte er seine Herrlichkeit offenbaren.

Was sollen wir hier von Jesus lernen? Viele Menschen haben schicksalhafte Elemente in ihrem Leben. Manche leiden unter körperlichen Einschränkungen, die sie ihr Leben lang beeinträchtigen. Manche leiden unter bestimmten folgenschweren Ereignissen in ihrer Kindheit, zum Beispiel dass sie die Scheidung ihrer Eltern erfahren mussten und nur mit einem Elternteil aufwachsen konnten. Ohne das Licht Jesu können solche leidvollen, dunklen Elemente das ganze Leben überschatten. Wir sollen lernen, selbst größte Probleme, die wir nicht lösen können und die uns deshalb wie ein Schicksal vorkommen, aus der Sicht Jesu zu betrachten. Wir sollen uns oder den betroffenen Mitmenschen im Licht Jesu betrachten, bis wir erkennen, dass gerade in diesen dunklen, schicksalhaften Elementen unseres Leben Gott seine Werke tun und seine Herrlichkeit offenbaren will.

Es gibt zahllose Beispiele für Menschen, die in ihrem Leben unter schicksalhaften Elementen gelitten haben, an denen dann aber Gottes Werke offenbar wurden. Abraham zum Beispiel litt jahrzehntelang darunter, dass er von seiner Frau kein Kind bekommen konnte. Auch als er schon Glauben an Gott gefasst hatte, kam ihm dieses Problem immer wieder wie ein Schicksal vor, das er durch nichts überwinden konnte. Er beschwerte sich manchmal bei Gott, warum Gott ihm keine Nachkommen gegeben hatte (1. Mose 15,2.3). Aber schließlich, als er selbst gar keine Hoffnung mehr auf Nachkommen haben konnte, gab Gott ihm den verheißenen Sohn Isaak und schenkte ihm und Sarah durch ihn große Freude und Lachen. Auf diese Weise tat Gott gerade an dem dunkelsten Punkt in seinem Leben sein Werk und offenbarte da, wo er ohnmächtig war, seine Herrlichkeit.

Ein weiteres Beispiel sehen wir im Leben von Josef. Als er als Teenager von seinen Brüdern verkauft und von heute auf morgen als Sklave in Ägypten leben musste, sah dies wie ein schweres Schicksal aus. Josef hätte darüber eigentlich unendlich traurig und bitter sein und über sein Leben verzweifeln können. Aber Gott war mit ihm und gebrauchte dies, um ihn zu einer reifen Persönlichkeit zu erziehen und ihn zu seiner Zeit zum Regenten über ganz Ägypten zu machen und ihn für ein großes Rettungswerk zu gebrauchen.

Es ist wichtig, dass wir geistliche Einsicht erlangen und lernen, unser Leben und die schicksalhaften Elemente darin aus der Sicht Jesu zu betrachten. Dann kann man erfahren, dass Gott gerade dadurch sein Werk tun und unser Leben zu einer Quelle des Segens machen will. Es gab eine junge Frau, die nicht gelernt hat, andere zu lieben, und kaltherzig war. Sie wurde eines Tages schwer krank. Viele wollten sie besuchen, aber sie wies alle ab, sodass niemand sie besuchen wollte. Aber eine Klosterfrau besuchte sie mit der Liebe Jesu; durch sie erkannte die junge Frau inmitten des Leidens Gottes Liebe und wurde davon verändert. Durch diese Erfahrung konnte die Frau (Miss Annie Sullivan) später sich mit großer Geduld und Hingabe um ein mehrfach schwerbehindertes Mädchen namens Helen Keller kümmern und ihr zu einem ursprünglich nicht vorstellbaren Leben verhelfen.

Wenn es in unserem Leben schwere Probleme gibt, die wir nicht lösen können, passiert es leicht, dass wir diese Probleme wie ein Schicksal betrachten, das unser Leben überschattet. Aber wir lernen von Jesus, dass vor ihm selbst die schwersten Probleme kein Schicksal sind, sondern Gott gerade daran seine Werke tun und seine Herrlichkeit offenbaren will. Möge Gott jedem von uns helfen, selbst größte Probleme nicht als Schicksal zu sehen, sondern als eine Gelegenheit, durch die Gott seine Herrlichkeit offenbaren will!

Welche Einstellung hatte Jesus aufgrund dieser Ansicht? Betrachten wir Vers 4; Jesus sagt: „Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.“ Jesus wusste, dass der blind geborene Mann nicht sinnlos litt, sondern dass Gottes Werke an ihm offenbar werden sollten; und Jesus wusste, das es Gottes Werk ist, Menschen zu heilen und ihnen neues Leben zu geben. Hier sehen wir, dass dieses Wissen Jesu nicht einfach ein theoretisches Wissen war. Jesus hatte aufgrund dessen vielmehr das klare Bewusstsein, dass er Gottes Werke wirken musste. Die Worte „Wir müssen“ drücken dabei aus, dass Jesus das Mitwirken in Gottes Werk nicht für bloß eine gute Sache hielt, für die man sich, so oft man Zeit hat, engagieren sollte, sondern für seine göttliche Mission und höchste Verpflichtung, und zwar solange er dafür Zeit hatte, also in seiner begrenzten Lebenszeit. Und Jesus sagt das nicht nur für sich selbst, sondern er bezieht seine Jünger dabei voll mit ein. Jesus sagte nicht: „Ich muss die Werke Gottes wirken“, sondern er sagt: Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat …“ Manche denken: „Gott ist allmächtig. Das, was Gott tun will, wird er sowieso mit seiner Allmacht tun.“ Das klingt zwar plausibel, aber im Licht des Wortes Jesu ist es eine verkehrte Einstellung. Er will und kann sein Werk tun, aber er will durch uns wirken; er will gerade durch unser Wirken sein Werk tun. Wir haben vorhin eine neue Betrachtungsweise gelernt, nämlich dass wir auch vor großen Problemen nicht hilflos sitzen bleiben, sondern sie als Gelegenheiten betrachten sollen, durch die Gott seine Werke offenbaren will. Hier können wir von Jesus die dementsprechende Einstellung lernen, nämlich dass wir aktiv dafür wirken sollen, dass an den Problemen Gottes Herrlichkeit offenbar werde. Wir beten, dass Gott zahllose Studenten in Heidelberg zum Glauben und zum neuen Leben in Jesus führen möge. Das ist wichtig und gut, aber es ist nicht genug. Denn Gott will dieses Werk nicht alleine, sondern mit uns zusammen und durch uns tun. Darum sollen wir nicht nur weiter für sie beten, sondern auch aktiv hingehen und sie einladen, mit ihnen Bibelstudium führen und ihnen auf bestmögliche Weise beim Glauben helfen. Möge Gott uns von allen fatalistischen Gedanken frei machen und uns helfen, alle unlösbaren Probleme als Gelegenheiten zu sehen, durch die Gottes Werke offenbar werden sollen! Möge Gott uns auch helfen, nicht passiv sitzen zu bleiben, sondern mit ihm zusammen aktiv seine Werke zu wirken, und zwar nicht irgendwann, sondern heute!

Mit welchem Bewusstsein war Jesus entschlossen, Gottes Werke zu wirken? Betrachten wir Vers 5; Jesus sprach: „Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“ Jesus war sich bewusst, dass er das Licht der Welt ist. Licht hat die Eigenschaft, dass es ständig leuchtet. Und Jesus war sich dessen bewusst, dass sein Licht ständig in die Dunkelheit leuchten soll. Welche Wirkung hat das Licht? Zum einen offenbart Licht die Wirklichkeit und führt uns Menschen zur Erkenntnis. Das gilt sowohl für das physische Licht, das ein dunkles Zimmer hell und die Dinge darin sichtbar macht, als auch im geistlichen Sinne für das wahre Licht, das die geistliche Realität erhellt. Darüber hinaus ist das Licht nach Kap. 1,5 auch eine Kraft, die die finsteren Elemente vertreibt und so die Finsternis und Sünde in den Menschen überwindet. Jesus erhellte als das Licht der Welt die Gedanken der Jünger, die von Klein auf schicksalhaft gedacht hatten, und vertrieb ihre dunklen, schicksalhaften Gedanken. Jesus war auch das Licht für den Mann, der von Geburt an physisch nicht hatte sehen können. Lasst uns im zweiten Teil sehen, wie Jesus ihn aus der physischen Finsternis herausholte und ihm ein neues Leben im Licht ermöglichte!

Teil 2: „Geh zum Teich Siloah und wasche dich!“ (6-12)

Betrachten wir die Verse 6-7a: „Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden. Und er sprach zu ihm: Geh zum Teich Siloah – das heißt übersetzt: gesandt – und wasche dich!“ Jesus war entschieden, Gottes Werke zu wirken, solange es Tag ist. Daher wollte er dem blindgeborenen Mann helfen, und zwar heute und nicht irgendwann später. Vers 14 zeigt, dass der Zeitpunkt ungünstig war, da  dieser Tag ein Sabbat war und die Juden Anstoß nehmen würde, wenn Jesus ihn am Sabbat heilen würde. Jesus hatte auch kein Operationsbesteck und auch sonst keine Heilmittel. Daher nahm er, was er hatte – Spucke und Erde – und machte daraus einen Brei und strich ihn dem Blinden auf seine blinden Augen. Dann gab Jesus dem Mann den Befehl: „Geh zum Teich Siloah und wasche dich!“ Dadurch forderte er den blindgeborenen Mann dazu heraus, praktischen Glauben an Jesus aufzubringen, damit er sowohl die Heilung seiner physischen Augen als auch den Glauben an Jesus erlangen würde.  Hier sehen wir Jesu Handeln, das der Ausdruck seines Bewusstseins war, dass wir Gottes Werke wirken sollen, und zwar jetzt gleich und nicht irgendwann später. Jesus hatte eigentlich kein Mittel dazu. Aber Jesus tat trotzdem die notwendigen Schritte, um den Mann zu heilen, weil er Gottes Werke tun muss, solange es Zeit war.

Wie reagierte der Mann? V. 7b sagt: „Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.“ Der blindgeborene Mann muss, obwohl er keine Schule besucht hatte, gewusst haben, dass Erde und Speichel normalerweise keine heilende Wirkung gegen Blindheit haben. Außerdem war es für ihn ausgesprochen schwierig, als Blinder quer durch Jerusalem zum Teich Siloah zu gehen, was er vermutlich deswegen noch niemals gemacht hatte. Aber er überwand seine eigenen Gedanken und tat, was Jesus gesagt hatte. Dadurch bewies er sein Vertrauen und seinen Gehorsam gegenüber Jesus.

Was geschah, als er Jesu Wort praktisch gehorchte? Betrachten wir noch einmal den Vers 7b: „Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.“ Das Wasser im Teich Siloah war nur gewöhnliches Wasser. Aber als der Mann Jesu Wort gehorchte und hinging und sich auf seinen Befehl hin  im Teich wusch, erlebte er die Wirksamkeit Gottes; er wurde sehend. Zum ersten Mal konnte er die Sonne scheinen und die bunten Blumen blühen sehen und die Berge hinter der Stadt. Er sah die Menschen, von denen er bis dahin nur ihre Stimme gehört hatte. Er konnte die Straßen und Häuser sehen und konnte selbständig den Weg finden und gehen, den er gehen musste, um zu seinem Ziel zu kommen. Jesus hatte ihn geheilt und ihm ein neues Leben geschenkt!

Was zeigt das über Jesus? Medizinisch gesehen ist es selbst heute noch völlig unmöglich, dass ein Mensch, der von Geburt an blind ist, wieder sehen kann, selbst wenn er völlig intakte Augen hätte. Aber Jesus hat dem blindgeborenen Mann bloß einen einzigen Satz  gesagt: „Geh zum Teich Siloah und wasche dich!“; und er ging hin und wusch sich und wurde sehend. Dadurch offenbarte sich Jesus als der Messias, von dem Gott schon durch den Propheten Jesaja gesagt hat: Dann werden die Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden. Jesus ist der verheißene Messias und der allmächtige Gott.

Wie reagierten die Nachbarn auf diese Heilung?  Betrachten wir die Verse 8-10: „Die Nachbarn nun und die, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sprachen: Er ist’s; andere: Nein, aber er ist ihm ähnlich. Er selbst aber sprach: Ich bin’s. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen aufgetan worden?“ Viele konnten den Mann, der blind geboren war und nun geheilt war, wieder erkennen; andere konnten ihren eigenen Augen nicht trauen, weil sie die Heilung dieses Mannes für völlig unmöglich hielten. Als der geheilte Mann bezeugte, dass er es ist, der früher blind gewesen war, fragten sie ihn, wie er sehend geworden war. Der Mann antwortete: „Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei und strich ihn auf meine Augen und sprach: Geh zum Teich Siloah und wasche dich! Ich ging hin und wusch mich und wurde sehend. Da fragten sie ihn: Wo ist er? Er antwortete: Ich weiß es nicht.“ Er schilderte klar die Tatsachen seiner Heilung. Aber sein Zeugnis von Jesus war nicht so stark, da er sonst nicht viel über Jesus wusste. Die skeptische Reaktion der Leute deutet den weiteren Verlauf dieses Ereignisses an, den wir nächste Woche ausführlich betrachten wollen.

Lesen wir zum Schluss noch einmal das Leitwort, Vers 3: „Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.“ Heute haben wir von Jesus gelernt, dass wir auch schicksalsartige Probleme nicht als Schicksal sehen sollen, sondern als Gelegenheit, durch die Gottes Werke offenbar werden sollen. Möge Gott uns helfen, selbst größte Probleme in unserem Leben oder im Leben unserer Nächsten nicht wie ein Schicksal anzusehen, sondern mit dem Glauben dafür zu beten und aktiv dafür mitzuwirken, dass Gott dadurch seine Herrlichkeit offenbaren wird!

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