Fragebogen: 1. Mose 2,4 – 25

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Gott machte das Paradies

„Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte.“

(1. Mose 2,8)

  1. Was sagen die Verse 4-6 über den Zeitpunkt, von dem dieser Abschnitt handelt? Was besagt es, dass Gott den Menschen aus Staub von der Erde gemacht hat, und dass der Mensch ein lebendiges Wesen wurde?
  2. Betrachte den Garten, den Gott für den Menschen anlegte (8-14). Wie beachtete Gott die Bedürfnisse des Menschen? Worauf deutet der Strom hin?
  3. Welche Aufgabe gab Gott dem Menschen im Garten (15)? Denke darüber nach, warum Gott dem Menschen im Paradies eine Aufgabe gab.
  4. Denke über das Gebot nach, das Gott dem Menschen gab (16-17). Welche Freiheit gab Gott darin dem Menschen? Warum war Gottes Gebot nötig?
  5. Wie kommt in Vers 18 Gottes Liebe zum Menschen zum Ausdruck? Wie erschuf Gott eine passende Frau für Adam und wie reagierte der, als Gott sie zu ihm brachte? Was lehren die Verse 18-25 über Gottes Willen für die Ehe?
  6. Was lehrt uns dieser Text über Gott? Und über das Glück des Menschen?

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Predigt: 1. Mose 2,2 – 3

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Der siebte Tag

„Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.“

(1. Mose 2,3)

Wer von euch ist müde? Mit Müdigkeit meine ich jetzt nicht unbedingt körperliche Erschöpfung, obwohl das sicherlich auch eine Rolle spielt. In den USA gab es Anfang des Jahres ein Impeachment-Verfahren gegen Präsident Trump. Es war eine politische Krise, die in ihrer Magnitude vergleichbar war mit Watergate; nur dass es kein Happyend gab. Dann kam das Coronavirus, und wie wir alle wissen, ist diese Krise alles andere als ausgestanden. Bis es einen effizienten, sicheren Impfstoff gibt, der für alle Menschen günstig verfügbar ist, wird diese Krise nicht vorübergehen. COVID-19 ist gerade dabei eine der schlimmsten globale Pandemien seit der Spanischen Grippe zu werden. Und wegen Coronavirus haben wir eine Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit und Unsicherheit für die Zukunft. Dann kamen auch noch die Black Lives Matter-Proteste. Die Proteste wiederum sind ein Aufschrei wegen tief verankerter gesellschaftlicher: Rassismus, Diskriminierung, massive soziale Ungerechtigkeit. D.h., wir haben eine politische Krise gesehen, eine Gesundheitskrise, eine Wirtschaftskrise und eine Bürgerrechtskrise. Vier Krisen in einem einzigen Halbjahr. Mitte Mai gab es einen Artikel in der Zeit mit dem Titel: „Bei vielen Menschen hat eine COVID-Müdigkeit eingesetzt.“
Das alles ist ziemlich ermüdend. Für alle, die sich so fühlen, gibt es heute gute Nachricht. Gott macht uns ein wunderbares Geschenk: die Ruhe des Sabbats. Falls ihr euch an dieser Stelle fragt, weshalb ich mich auf dieses Thema fokussiere: es hat zwei Gründe. Der erste Grund ist, dass dieses Thema sehr oft missverstanden wurde, damals wie heute. In der Tat wurde das Thema so oft falsch verstanden, dass das Sabbatverständnis in der Bibel mehrfach korrigiert werden musste. Der zweite Grund hängt damit zusammen: es ist ein wichtiges Thema. Der Sabbat ist allem Anschein nach Gott so wichtig, dass Gott sich die Mühe macht, uns den Sinn des Sabbats mehrfach zu erklären. Und trotzdem glaube ich, dass viele von uns sich vielleicht nicht ganz dessen bewusst sind, wie wichtig und wie nötig wir den Sabbat haben.
Drei Dinge lernen wir über den Sabbat heute: erstens, der Eigentümer des Sabbats; zweitens, das Geschenk des Sabbats; und drittens, die Anwendungen des Sabbats.

Erstens, der Eigentümer des Sabbats?
Das erste, was wir hier im Text sehen, ist, dass der Sabbat Gottes Erfindung ist. Verse 2 und 3: „Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.“ Die sechs vorigen Tage im Schöpfungsbericht hatten immer mit der gleichen Formel geendet: „Da wurde aus Abend und Morgen der x-ste Tag.“ Aber beim siebten Tag ist es anders. Es fehlt die Formel. Aber dafür sehen wir in den Versen 2 und 3 etwas anderes. Der siebte Tag wird in diesen zwei Versen dreimal erwähnt. Und das ist die Art und Weise, wie der Autor uns darauf aufmerksam macht, wie wichtig dieser siebte Tag ist.
Zweimal lesen wir im Text, dass Gott am siebten Tag ruhte. Das Wort „ruhen“, das hier gebraucht wird, ist „sabat“, was vom gleichen Wortstamm wie Sabbat ist. Es bedeutet sprichwörtlich, mit etwas aufzuhören. Gott hört mit seinen Werken auf. Gott hört auf, zu schaffen. Und dann lesen wir noch, dass Gott diesen Tag segnete und den Tag heiligte. Bruce Waltke kommentiert: „In den ersten sechs Tagen wird der Raum untertan gemacht; am siebten Tag wird die Zeit geheiligt.“ Der siebte Tag ist ein ganz besonderer Tag. Über keinen anderen Tag lesen wir, dass Gott den Tag segnet und heiligt. Der Sabbat ist also Gottes Erfindung.
Aber natürlich ist da noch viel mehr dahinter. Wenn wir die ersten sechs Tage betrachten, sehen wir Gott in Aktion; Gott spricht, Gott schafft. Die Welt füllt sich mit Leben und mit Lebewesen. Dann lesen wir vom siebten Tag, dass Gott ruhte. Ruhen klingt richtig unspektakulär. Es scheint alles andere als ein Höhepunkt zu sein. Immer wieder hören wir die Frage (vor allem von Kindern): „musste Gott sich ausruhen?“ Wir müssen dann erklären: „ruhen bedeutet hier nicht ausruhen, weil Gott war ja gar nicht müde, und Gott wird eigentlich nie müde…“ Was hat es mit der Ruhe auf sich?
Im Alten Nahen Osten, wo der Pentateuch verfasst wurde, wäre niemand von den Hörern auf die Idee gekommen wäre, „Gott ruhte“ misszuverstehen als ein „Gott ruhte sich aus.“ John Walton argumentiert, dass uns wichtiges Stück Information fehlt, was damals Allgemeinwissen war. Was praktisch alle Menschen im Nahen Osten wussten, ist folgendes: Götter ruhen in Tempeln. Und Götter ruhen nur in einem Tempel. D.h., allerspätestens an der Stelle, wo wir im Text lesen, dass Gott ruhte, müssen die Zuhörer damals verstanden haben, dass die Schöpfung in Genesis 1 der Tempel Gottes ist. Und wenn es jetzt heißt, dass Gott ruhte, dann bedeutet es nichts anderes, als dass der rechtmäßige Eigentümer in seine Schöpfung einzieht und in seinem neuen Tempel wohnt.
Was genau bedeutet das dann? Gottes Einzug in seinen Tempel bedeutet nichts anderes als dass Gott sich auf seinen Thron setzt. Man kann sich das vielleicht so vorstellen: dieses Jahr wird im November ein neues US-Präsident gewählt. Der Präsident wird Anfang nächsten Jahres vereidigt. Und dann zieht er ins Weiße Haus ein. Der Grund, weshalb er dort einzieht, ist nicht einfach nur der, dass er dort schlafen möchte. Es ist das Regierungshaus. Von dort aus wird das ganze Land regiert. Der Tempel ist der Ort, von dem Gott seinen Kosmos regiert. Der siebte Tag ist also nicht einfach nur ein Anhängsel oder ein Epilog der Schöpfungsgeschichte. Es ist der Höhepunkt. Gott ruht in seinem Tempel und regiert die ganze Schöpfung als der rechtmäßige Herr.
Die Antwort auf die erste Frage, wem der Sabbat gehört, lautet ganz klar: Gott ist der Eigentümer. Gott ist der Herr des Sabbats. Der Sabbat ist seine Erfindung. Er hat den Sabbat eingesetzt. Und Gott ist derjenige, der regiert.
Bevor wir fortfahren, muss ich noch einen Punkt erwähnen. Der häufigste Anlass, weshalb Jesus mit den religiösen Leitern in Konflikte geriet, war der Sabbat. Alle vier Evangelien erwähnen, wie Jesus sich ein ums andere Mal mit Pharisäern und Schriftgelehrten anlegte, weil sie grundverschiedene Ansichten über den Sabbat hatten. Eine sehr informative Stelle finden wir dazu in Markus 2. Die Jünger hatten an einem Feld Ähren gepflückt und Körner gegessen. Die Pharisäer hatten das gesehen und Jesus darauf aufmerksam gemacht, dass es verboten ist, am Sabbat zu arbeiten. Jesus sagt an dieser Stelle: „So ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.“ Was Jesus hier sagt, ist absolut erstaunlich. Wir haben gesagt, dass Gott der Erfinder des Sabbats ist. Jesus sagt hier: „Ich bin der rechtmäßige Eigentümer des Sabbats. Der Sabbat gehört mir. Ich bestimme, wie der Sabbat gelebt werden soll.“ Und seine Hörer hatten ziemlich genau verstanden, welchen Anspruch Jesus erhob. Sie wussten: wer den Sabbat regiert, der regiert die ganze Welt; der Herr des Sabbats ist der Herr des ganzen Universums.

Zweitens, das Geschenk des Sabbats?
Die Frage ist, für wen der Sabbat ist. Und wenn wir noch einmal Markus 2 betrachten, macht Jesus eine erstaunliche Klarstellung: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.“ D.h., als Gott am siebten Tag aufhörte zu erschaffen, als er ruhte und in seine Schöpfung als König eingezogen ist, hatte er an uns Menschen gedacht. Der Sabbat ist Gottes großzügiges Geschenk an uns. Sabbat ist etwas, was uns gut tun soll, was uns erfreuen soll. Es ist unsere Gelegenheit wieder aufzutanken, zu entspannen, neu zu Kräften zu kommen, zu erholen. Der Sabbat gibt uns einen Rhythmus für unseren Leben vor, und wenn wir diesem Rhythmus folgen, dann tanzen wir nicht aus dem Takt.
Unser Körper funktioniert nach diesem Rhythmus. Diejenigen, die Sport machen, wissen, dass es kaum etwas Schädlicheres gibt, als jeden einzelnen Tag harte Trainingseinheiten zu absolvieren. Unsere Körper brauchen Zeit zum Ausruhen und Regenerieren. Der Sabbat-Rhythmus ist nicht nur ein wöchentlicher Beat; für die Israeliten gab es alle paar Monate Jahresfeste zum Innehalten. Alle sieben Jahre gab es Sabbatjahre. Und alle 50 Jahre gab es besondere Extra-Sabbatjahre. Wir als Menschen funktionieren am besten, wenn wir uns daranhalten. Und irgendwie wissen wir das ja auch.
Frage ist dann, weshalb es uns oftmals so schwer fällt, uns daran zu halten? Warum fällt es uns so schwer, einmal die Woche innezuhalten und nichts zu tun? Warum wollen wir das oftmals auch gar nicht? Ich kann haufenweise mehr oder weniger extreme Beispiele erzählen, wie Menschen es mit der Arbeit übertreiben. Ein Paradebeispiel für Workoholismus ist ein Koch namens Sean Brock. Er hatte hohe Ambitionen. Mit 24 Jahren wurde er Chefkoch eines angesehenen Restaurants. Zum ersten Mal hatte er völlige Freiheit, seine eigenen Menüs zu kreieren. Für die Eröffnung seines Restaurants plante er ein 30-Gänge Menü. Es kamen 275 Gäste. Und es war ein einziges Desaster, insgesamt konnte er nur ca. 50 Gäste bewirten, und es dauerte nicht lang, bis eine negative Kritik in der Zeitung erschien. So weit, so normal.
Am nächsten Tag entschuldigte er sich bei seinem Chef und den Angestellten. Und danach sagte er, dass er keinen einzigen Tag freinehmen würde, bis das Restaurant eine gute Kritik erhält. Wie ein Besessener hat er 10 Monate lang 7 Tage die Woche durchgeschuftet, manchmal sogar im Restaurant übernachtet, bis der Tag kam, an dem sein Restaurant eine exzellente Kritik bekam. Er arbeitete danach weiter wie ein Wahnsinniger, erwartete dasselbe von seinen Kollegen und Angestellten. Im Zuge dessen ruinierte er seine eigene Gesundheit, verlor ein Großteil seiner Belegschaft und machte Beziehungen kaputt, bis sein eigener Zusammenbruch kam. Ich habe einen Kollegen, der sich durch Überarbeiten, seine Gesundheit ruiniert hat, so dass er jetzt seit vielen Wochen krankgeschrieben ist. Mein Betreuer während meiner Doktorarbeit war ein Workaholic, was mit ein Grund dafür war, dass seine Ehe gescheitert ist. Ich bin mir sicher, dass jeder von uns, der in der Arbeitswelt unterwegs war, haufenweise Beispiele dafür findet, wie Menschen sich regelrecht kaputtarbeiten.
Frage: warum haben viele von uns ein solch ungesundes Verhältnis zur Arbeit? Warum können wir auch am Sonntag nicht widerstehen, in die Dienst-E-Mails reinzuschauen? Und wenn wir uns doch dazu verleiten lassen, am Sonntag etwas weniger zu machen, warum haben wir dann ein schlechtes Gewissen? Warum fühlen wir uns trotzdem gestresst, fühlen den Druck von Deadlines? Warum können und wollen wir nicht abschalten?
Hier ist der Grund: jeder von uns hat ein Vakuum im Herzen, ein schwarzes Loch. Wir alle spüren eine nicht erfüllbare Leere. Wir alle wollen jemand sein. Wir wollen Bedeutung. Wir wollen etwas erreichen. Zu allermindest wollen wir die Gewissheit haben, dass wir in Ordnung sind. Für viele Menschen ist Arbeit weit mehr als ein Broterwerb. Arbeit ist unser Status. Arbeit ist die Art und Weise, wie wir uns beweisen. Wir definieren uns über die Arbeit. Es ist unsere Art und Weise der Welt zu zeigen, dass wir es drauf haben; es ist die Art und Weise, wie wir uns selbst beweisen wollen, dass wir in Ordnung sind und dass wir Wert haben. Diejenigen, die regelmäßig überarbeiten, tun es deshalb, weil Arbeit eine Art Selbstrechtfertigung ist.
Unsere Leere und unser Verlangen nach Anerkennung sind ein Motor, der unaufhörlich läuft. Weil unser Verlangen nach Wert keine Pause einlegt, wird auch unser Drang etwas leisten zu müssen keine Pause einlegen. Wenn wir Arbeit zur Erfüllung unseres Lebens machen, machen wir uns selbst zu ruhelosen Getriebenen.
Sabbat ist ein aktives Nichtstun. Die Ruhe des Sabbats ist ein bewusstes Aufhören mit und ein Einstellen von Aktivitäten; ein absichtliches Innehalten und zur Ruhekommen. Sabbatruhe ist aber nicht Faulheit und Undiszipliniertheit. Rein äußerlich gesehen sehen Sabbatruhe und Faulheit ähnlich aus: z.B. man schläft länger; man ist absichtlich inaktiv; man schiebt Aufgaben vor sich her; man tut Dinge, die Spaß machen, man genießt. Aber in ihrer Essenz sind Sabbatruhe und Faulheit sehr unterschiedlich. Tatsächlich haben Überarbeiten und Faulheit mehr Gemeinsamkeiten als Sabbatruhe und Faulheit. Hier ist die Gemeinsamkeit: wenn wir uns überarbeiten oder wenn wir faul sind, geht es in erster Linie um uns. Wir stehen im Zentrum. Es geht primär um unseren Erfolg oder um unsere Bequemlichkeit. Wir sitzen auf dem Thron unseres Herzens. Wir bestimmen was gut für unser Leben ist. Beides, sowohl zu viel oder zu wenig zu arbeiten, ist eine Form von Selbstzentriertheit und Ichbezogenheit.
Aber Sabbatruhe ist etwas ganz anderes. Sabbatruhe ist Gott-zentriert. Sabbatruhe ist ein aktives Ausstrecken nach Gott. Wir spüren die Ruhe des Sabbats nur dann, wenn wir wissen, dass wir unabhängig von unseren in Ordnung sind. Wir können das aktive Nichtstun des Sabbats nur dann genießen, wenn unser Herz weiß, dass wir auch dann würdig und herrlich sind, wenn wir nichts leisten. Aber wie können wir überhaupt zu dieser Überzeugung kommen? Ich hatte meine Kinder die Frage gestellt, was der Unterschied zwischen Sabbatruhe und Faulheit ist. Und die Antwort von Sam Paul war: „Faulheit ist, wenn das Nichtstun nicht verdient ist; Sabbatruhe ist, wenn das Nichtstun verdient ist.“ An dieser Aussage ist etwas Wahres dran.
Der Sabbat ist Gottes Geschenk an uns. Aber der Sabbat war alles andere als kostenlos. Im Gegenteil, das Geschenk der Ruhe hat Gott alles gekostet, was er geben kann. Gott ruhte, nachdem sein Werk vollendet war: seine Schöpfung bekam die Note „sehr gut“. Aber wir sind nicht sehr gut. Wir sind gefallen. Wir sind in jeglicher Hinsicht unvollkommen, unzureichend, mangelhaft. Und wir wissen das. Wir wissen, dass wir die Ruhe nicht verdient haben. Und trotzdem sind wir von Gott eingeladen, in seine Ruhe einzutreten. Als Jesus am Kreuz starb, waren seine letzten Worte: „Es ist vollbracht.“ In Jesus Christus hat Gott eine neue Schöpfung gemacht. Gott hat das vollbrachte Werk seines geliebten Sohns angesehen und es mit „vollkommen“, „absolut perfekt“ beurteilt. Wir haben die Sabbatruhe Gottes nicht verdient. Definitiv nicht. Aber Jesus hat die Ruhe Gottes verdient. Und weil Jesus für uns starb, wird sein Verdienst uns angerechnet. Der Hebräerbrief sagt, dass wir eingeladen sind, in ihm unsere Ruhe zu finden.
Was bedeutet das Sabbatgeschenk für uns? Wenn wir in Jesus Christus Gottes Geschenk der Ruhe annehmen, dann bedeutet es, dass wir anerkennen, dass wir sehr gut sind: nicht aufgrund von dem, was wir geleistet haben, sondern aufgrund von dem, was Jesus für uns geleistet hat. Wir können ruhen, weil wir wissen, dass Gott der König des Universums ist und nicht wir. Wir können ruhen, weil wir wissen, dass diese Welt nicht untergehen wird, wenn wir einmal die Woche nicht arbeiten. Das ist die Grundlage, auf der wir bei Gott auftanken dürfen.

Drittens, die Anwendungen des Sabbats
Zum Schluss der Predigt will ich noch eine Anmerkung machen und dann vier Anwendungen für den Sabbat mitgeben. Hier ist die Anmerkung: keine Gesetzlichkeit im Bezug auf den Sabbat. Kolosser 2,16.17 sagt: „So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines Feiertages, Neumondes oder Sabbats. Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; der Leib aber ist Christus eigen.“ Der jüdische Sabbat ist unser Samstag. Und manche bestehen darauf, dass man am Samstag ausruhen muss. Historisch ist es verbürgt, dass die frühen Christen anfingen, sich am Sonntag zu treffen, weil Jesus am Sonntag auferstanden ist. Und manchmal gab es Streit deshalb. Paulus schreibt: „der Tag ist egal! Es ist ein Schatten des Zukünftigen!“ Sabbat ist kein universell festgelegter Wochentag. Sabbat ist ein Rhythmus. Wir sind so veranlagt, dass wir einmal die Woche zur Ruhe kommen sollten und das, jede Woche.
Vier Anwendungen für den Sabbat. Erstens, nimm dir einen Tag in der Woche heraus, wo du aufhörst zu arbeiten. Das gilt sowohl für bezahlte als auch unbezahlte Arbeit. Wenn du Schüler/in oder Student/in bist, dann nimm dir einen Tag heraus, an dem du nicht lernst. Und natürlich werden jetzt einige sagen: „ich habe kleine Kinder; jemand muss ja im Haushalt kochen, das Geschirr machen etc.“ Genau. Eventuell erfordert das Aufhören können am Sabbat etwas vorherige Planung.
Wir sind nicht gesetzlich, was den Sabbat angeht: d.h., jeder muss für sich herausfinden, was unsere Art ist, um am siebten Tag die Arbeit einzustellen. Zum Beispiel, manche machen am Sabbat eine Art digitales Fasten: keine E-Mails, kein Smartphone (wenn das Dinge sind, die uns hindern, abzuschalten). Oder manche tun am Sabbat bewusst nicht multi-tasken: man ist am Sabbat bewusst ineffizient und langsam. Vor allem, keine Hetze am Sabbat! Die Priester im AT durften beim Dienst nicht schwitzen. Das sollte uns zu denken geben.
Zweitens, an dem Tag, an dem wir aufhören zu arbeiten, ruhen wir aus. Wir ruhen aus, indem wir aktiv das tun, was uns dabei hilft, aufzutanken: schlafen, einem Hobby nachgehen, Sport zu machen, zu lesen etc. Sehr oft ist das, was uns hilft, auszuruhen von Person zu Person unterschiedlich. Für manche ist es erholsam, sich mit Freunden zu treffen. Für andere ist es erholsamer, Zeit alleine zu verbringen. Manche brauchen körperliche Aktivität um auszuruhen, für andere ist allein der Gedanke daran stressig. Was immer der Fall bei uns ist, an einem Tag der Woche kommen wir zur Ruhe.
Drittens, der Sabbat ist dazu da, dass wir genießen. Manche denken, dass Genuss Sünde ist. Aber wenn wir in Genesis 1 Gott, den Schöpfer, anschauen, dann sehen wir einen Gott, der seine Schöpfung betrachtet, und sie genießt. Gott ist der erste Genießer. Gott lädt uns ein, seine sehr gute Schöpfung zu genießen: bei einer Bergwanderung, bei einem Ausflug an einen See oder ans Meer, oder die Sterne am Himmel; oder aber auch durch ein gutes Essen und einen guten Wein. Sabbat ist eine Einladung an uns, Gott-zentrierte Genießer zu sein.
Viertens und letztens, der Sabbat ist dazu da, um nachzusinnen. Der Sabbat ist dazu da, um über Gottes Liebe und Gottes Fürsorge nachzusinnen. Wir tun es im Wort und im Gebet. Wir tun es im Gottesdienst mit Brüdern und Geschwistern im Herrn. Peter Scazzero schreibt: „die Schrift bestätigt, dass die ganze Schöpfung Gottes Herrlichkeit verkündigt. Am Sabbat suchen wir bewusst nach Gottes Größe in allem: in Menschen, Essen, Kunst, Babies, Sport, Hobbies und Musik. Auf diese Weise wird das Nachsinnen zu einer Erweiterung vom Genuss. Es ist ein bewusstes Ausschau halten nach Anzeichen von Gottes Liebe in allen Dingen, die er uns gegeben hat, damit wir sie genießen.“ Am Ende eines jeden Sabbats sollten wir erfüllt sein mit der Gewissheit: „Gott ist gut. Gott ist so gut zu mir!“
Hört die Worte Jesu: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch in sanft, und meine Last ist leicht.“

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Fragebogen: 1. Mose 1,26 – 2,3

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Es war sehr gut

„Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte;
und siehe, es war sehr gut.“

(1. Mose 1,31)

  1. Betrachte die Verse 26 und 27 und denke über Gottes Willen und Plan nach, mit dem er den Menschen schuf. Was bedeutet es, dass Gott den Menschen zu seinem Bild schuf (1.Joh 4,8; 1.Petr 1,16; Kol 3,9.10)? Was besagen die Worte „und schuf sie als Mann und Frau“?
  2. Wie segnete Gott Mann und Frau (28)? Was bedeutet Gottes Befehl, sich die Erde untertan zu machen und über alle Tiere zu herrschen (vgl. 2,15)?
  3. Wie wurde Gottes Befehl in der Geschichte erfüllt und wie entwickelte er sich weiter (1.Mose 5,1-32; 9,1; 12,2.3; Mt 28,19.20)? Welche Ordnung stellt dieses Gebot her? Welche Würde und Bedeutung verleiht es dem Menschen?
  4.  Wie versorgte Gott die Menschen (28.29)? Wie sollten sie auf Gottes Gaben reagieren (Ps 104,14.27.31-33)? Was sagt das über ursprünglichen Plan für die Schöpfung (vgl. Mt 6,33)?
  5. Denke über Vers 31 nach. Was sagt er über Gott und über die Welt, die Gott geschaffen hat? Und über uns selbst?
  6. Warum segnete und heiligte Gott den siebten Tag (2,1-3; 2.Mose 20,9-11)? Was zeigt es über Gott, dass er nach der Vollendung der Schöpfung ruhte? Wie können wir wahre Ruhe finden (Mt 11,28.29; Hebr 4,9-11)?

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Fragebogen: 1. Mose 1,1 – 25

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Am Anfang

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“

(1. Mose 1,1)

  1. Finde eine sinnvolle Einteilung des Textes und fasse den Inhalt von jedem Abschnitt zusammen. Was verkündigt Vers 1 über Gott (vgl. Joh 1,1; 2.Mose 3,14a; Offb 1,8)? Was sagt dieser Vers über den Ursprung des Universums, des Lebens und des Menschen? Wie können wir die Schöpfung als Tatsache erkennen (Röm 1,19.20; Hebr 11,3)?
  2. Wie war der Zustand der Erde am Anfang der Schöpfung? Was bedeutet es, dass der Geist Gottes über dem Wasser schwebte (2)? Betrachte die Schritte von Gottes Schöpfungswerk (3-31). Was zeigt Gottes Vorgehensweise über ihn?
  3. Wie oft wiederholt sich der Ausdruck „Und Gott sprach … und es geschah so“? Was lehrt uns das über die Macht und Autorität von Gottes Wort (vgl. Jes 55,11)?
  4. Denke auch über die anderen Ausdrücke nach, die sich wiederholen: „Da ward aus Abend und Morgen der … Tag“; „nach seiner Art“; „und Gott sah, dass es gut war“. Was lehren diese Ausdrücke über Gott? Und über die von ihm geschaffene Welt?

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