Aktuell:


  • Unsere aktuelle Einladungskarte zum Sommersemester 2012

    Worte des Lebens designed by Esther Choi

  • weitere Events

Fragebogen: 2.Könige 8,1 – 10,36

Mrz 26th, 2012

Download

Jehus Eifer um Gott

„und sprach: Komm mit mir und sieh meinen Eifer für den Herrn! Und er ließ ihn mit sich fahren auf seinem Wagen.”

(2.Kön 10,16)

I. Der gottlose Weg der Könige von Juda (8,1-29)
1. Wie half Elisa der Schunemiterin (1.2)? Mit welchen Anliegen kam sie zum König (3)? Wie löste Gott dieses Problem (4-6)?
2. Warum hat Ben-Hadad, der König von Aram, Hasaël zum Propheten Elisa gesandt (7-9)? Was hat Elisa dem König angekündigt (10)? Warum hat Elisa starr und lange vor sich hingeschaut und geweint (11-13)? Wie kam Ben-Hadad um (14.15)?
3. Warum wandelte Joram, der König von Juda, auf dem Wege des Hauses von Ahab (16-18)? Warum wollte der Herr Juda nicht verderben (19)? Welche Länder waren abtrünnig von Juda (20-24)? Was war der Grund, dass Ahasja auf dem gottlosen Weg wandelte (25-29)?
II. Jehus Eifer (9,1-10,36)
4. Was ließ der Prophet Elisa einen der Prophetenjünger an Jehu tun und welche Aufgabe ließ er ihm übertragen (1-10)? Wie wurde Jehu König (11-24)? Welche Prophezeiung erfüllte sich dadurch (25.26)?
5. Wie kam Ahasja, der König von Juda, um (27-29)? Wen tötete Jehu danach (30-37)? Wie vernichtete er Ahabs Haus (10,1-9)? Warum wurden die Brüder Ahasjas getötet (12-14)? Welche geschichtliche Bedeutung ist dem beizumessen (10.11; vgl: 1.Kön 19,16.17; 21,21)?

6. Was zeigte Jehu Jonadab (15-17)? Wie hat Jehu danach den Götzendienst ausgerottet (18-28)? Was konnte er aber nicht verlassen (29-31)? Was hat Gott an Israel getan (32-36)?

Share
Tags:

Predigt: 2.Könige 3,1 – 4,44

Mrz 19th, 2012

Download

Elisa, ein Hirte für das Volk

Und sie ging hin und sagte es dem Mann Gottes an. Er sprach: Geh hin, verkaufe das Öl und bezahle deinen Schuldherrn; du aber und deine Söhne, nährt euch von dem übrigen.“

(4,7)

In der letzten Lektion haben wir betrachtet, mit welchem Eifer Elisa seinem Hirten Elia nachgefolgt ist. In seiner Bereitschaft zur Nachfolge war er unaufhaltsam. Er ging weit über das Maß hinaus, als von ihm erwartet wurde. Dieser überdurchschnittliche Eifer brachten in ihm ein überdurchschnittliches Gebetsanliegen hervor: „Dass mir zwei Anteile von deinem Geiste zufallen.“ (2,9) Das war kein leichtes Unterfangen, sondern setzte herausragende geistliche Verantwortung voraus. Elisa musste bereit sein, ein anderes Leben führen zu wollen, kein 08/15-Leben, sondern ein geistliches und hingebendes Hirtenleben. Gott hatte offensichtlich Gefallen an seiner Orientierung und erhörte sein Anliegen.

Heute sehen wir, wie der Geist Gottes Elisa gebrauchen hat. Wenn ein Mensch vom heiligen Geist erfüllt werden und von Gott gebraucht werden möchte, muss er bereit sein sich selbst zu überwinden, damit Gott durch ihn wirken kann. (Und ich weiß, wie schwer es ist, sich selbst zu überwinden. Ich erfahre es täglich am eigenen Leib. Deshalb kenne ich auch die große Notwendigkeit, alles daran zu setzen, um vom Wort Gottes angesprochen zu werden.) Lasst uns heute betrachten, welche Einstellung und welche Lebensweise Elisa hatte, denn gerade dadurch konnte Gottes Geist in ihm mächtig wirken. Möge der heutige Text uns ansprechen und den geistlichen Wunsch schenken, von Elisas Einstellung und Lebensweise zu lernen, damit Gottes Geist auch in uns maximal wirksam sein kann.

Teil I Gott prophezeit durch Elisa den Sieg über Moab (Kap. 3)

Wer wurde König über Israel und was für ein König war er? Betrachten wir den Text, so erfahren wir, dass Joram, Ahabs Sohn, König wurde. Verse 2 und 3 berichtet über ihn: „Und er tat, was dem Herrn missfiel, doch nicht wie sein Vater und seine Mutter. Denn er entfernte das Steinmal Baals, das sein Vater hatte machen lassen; aber er blieb hangen an den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte und ließ nicht ab davon.“ Wie können wir die ganze Geschichte mit Joram besser verstehen? Auf der einen Seite ließ er das Steinmal Baals, also den Hauptgott seiner Eltern, wegsperren, zum anderen blieb er an den Sünden Jerobeams hängen, der Israel sündigen machte. Was bedeutet das? Er hatte gesehen, welche Wirkung Baal, auf seine Eltern hatte bzw. welche Wirkung er nicht hatte. Baal, der von Ahab und Isebel über die Maßen geehrt und angebetet wurde, hatte keinen segnenden Einfluss auf ihr Leben. Vielmehr brachte er ihnen ein unwürdiges Ende und einen grausamen Tod, wobei Hunde ihr Blut leckten. Also sperrte er Baals Steinmal weg.

Rufen wir nun Jerobeams Sünde in Erinnerung. Er fürchtete sich, sein Volk an Juda zu verlieren, deshalb ließ er 2 goldene Kälber machen und stellte eines in Dan auf, im Norden des Landes und eines in Bethel, im Süden. Er etablierte also eine neue Religion, nur um seine Macht zu bewahren.

Zurück zu Joram. Es sieht so aus, als ob er das Land vom Götzendienst befreien wollte. Doch der Schein trügt. Alles was er tat sollte zu seinem persönlichen Vorteil dienen. Er war ein Opportunist, der tat was dem Herrn missfiel.

Wieso wollte er gegen Moab in den Krieg ziehen? Betrachten wir Verse 4 und 5, so lesen wir, dass Moab keinen Tribut mehr an Israel zahlen wollte. Moab nutze den Tod Ahabs als Gelegenheit von seiner Last befreit zu werden. So kam es zum Krieg. Doch Joram bat Joschafat, den gläubigen König Judas um Unterstützung, welchen er auch bekam. Zusätzlich zog Edom mit in den Kampf.

Verse 9b.10 berichten: „Und als sie sieben Tagereisen weit gezogen waren, hatte das Heer und das Vieh, das bei ihnen war, kein Wasser. Da sprach der König von Israel: O weh! Der Herr hat diese drei Könige hergerufen, um sie in die Hände der Moabiter zu geben!“ Die 3 Könige befanden sich in einer lebensbedrohlichen Not. Mitten in der Wüste hatten weder Mann noch Vieh Wasser. Das ist die schlimmste Lage, die einem widerfahren kann, vor allem im Angesicht eines bevorstehenden Kampfes. Und Joram macht so als ob Gott für die Misere verantwortlich sei, dabei war die Initiative von ihm selbst ausgegangen.

Wie wurde die ausweglose Lage in der trockenen Wüste zu einem großen Sieg umgewandelt? Dazu wollen wir uns 3 entscheidende Schritte anschauen. Schritt 1 – Betrachten wir Vers 11: „Joschafat aber sprach: Ist kein Prophet des Herrn hier, damit wir den Herrn durch ihn befragen? Da antwortete einer unter den Männern des Königs von Israel und sprach: Hier ist Elisa, der Sohn Schafats, der Elia Wasser auf die Hände goss.“ Erneut war es Joschafat, der einen geistlichen Rat gab. Schon damals, als er mit Ahab in den Krieg gezogen war, hatte er Ahab immer wieder geistlich ermahnt, Gott zu befragen. So auch hier. Hätte er diesen einen wichtigen Satz nicht ausgesprochen, dann wären alle 3 Könige und die ganze Streitmacht entweder verdurstet oder im Kampf untergegangen.

Was geschah aber als Joschafat nach einem Propheten und dem Wort des Herrn fragte? Siehe da, Elisa war ganz in der Nähe. Eigentlich war Elisa öfters im Norden des Landes unterwegs und es war unwahrscheinlich ihn ausgerechnet in der Nähe dieser Wüste zu treffen. Doch Gott sei Dank, war er nicht weit entfernt.

Was geschah? Verse 13.14: „Elisa aber sprach zum König von Israel: Was habe ich mit dir zu schaffen? Geh hin zu den Propheten deines Vaters und zu den Propheten deiner Mutter!…Elisa sprach: So wahr der Herr Zebaoth lebt, vor dem ich stehe: wenn ich nicht Joschafat, den König von Juda ehrte, ich wollte dich nicht ansehen noch achten.“ Die großartige Wende kam, weil ein Mann des Glaubens in Gunst des Propheten und in Gunst Gottes stand. Ein Mann des Glaubens reichte aus und machte den Unterschied. Ein Einzelner kann die Trockenheit der Wüste, die Niedergeschlagenheit, die Niederlage und den ausweglosen Tod in einen großen Sieg verwandeln. Joschafat war dieser eine Mann. Lasst uns ebenfalls diese eine Person sein, die Glauben aufbringt, auch in der hoffnungslos erscheinenden Lage. Gott schaut, ob du Glauben hast und Gott erhört dein Gebet, wenn du im Glauben zu ihm kommst. Gott segne unseren Glauben.

Wir kommen nun zum 2. Schritt – Betrachten wir Vers 15. Elisa ließ einen Spielmann kommen, der auf einem Seiteninstrument spielte. Das Musizieren diente dem Werk Gottes. Unter den Klängen eines Worship-Liedes kam die Hand des Herrn auf Elisa, so dass er prophezeien konnte. (Dieser Vers setzt vielleicht auch neue Maßstäbe für unseren Lobpreis. Wie schön, wenn wir unter den Klängen geistlicher Lieder geistlich vorbereitete Herzen erlangen, die Gott mit seinem Geist erfüllen kann. Loben wir Gott von ganzem Herzen und preisen wir ihn einmütig, wann immer wir die Gelegenheit dazu haben.)

Was sprach der Herr? Ab Vers 16 lesen wir: „und er sprach: So spricht der Herr: Macht hier und da Gruben in diesem Tal. Denn so spricht der Herr: Ihr werdet weder Wind noch Regen sehen; dennoch soll das Tal voll Wasser werden, dass ihr und euer Heer und euer Vieh trinken könnt. Und das ist noch ein Geringes vor dem Herrn; er wird auch die Moabiter in eure Hände geben“. Gott gab eine großartige Verheißung. Ohne Wind und ohne Regen würde Wasser fließen und das Tal erfüllen. Doch das Kriegsheer sollte nicht tatenlos abwarten, sondern im Glauben an die Verheißung Gottes Gruben graben. Das ist kein leichtes Unterfangen, wenn du 7 Tage durch die Wüste gelaufen bis und dich kurz vor dem Verdursten befindest. Zudem war Joram, der Kriegsanführer in Panik und Verzweiflung geraten und hatte sicher viele demoralisiert. Die Männer mussten echten Glauben aufbringen, um in ihrer Lage Gruben graben zu können.

Wie ging Gottes Wort in Erfüllung, der nicht nur Wasser, sondern auch den Sieg über Moab geben wollte? Betrachten wir den 3. Schritt – Ab Vers 20 lesen wir: „Aber am nächsten Morgen, zur Zeit, da man Speisopfer opfert, siehe, da kam Wasser von Edom her und füllte das Land mit Wasser… Und als sie sich früh am Morgen aufmachten und die Sonne aufging über dem Gewässer, schien den Moabitern das Gewässer in der Ferne rot zu sein wie Blut. Und sie sprachen: Das ist Blut! Die Könige haben sich mit dem Schwert umgebracht, und einer wird den andern erschlagen haben. Ha, Moab, mach dich nun auf zur Beute!“ Sie sahen das Wasser, das sie nicht für Wasser hielten. Wo sollte das Wasser in der Wüste auch herkommen, hatte es schließlich weder Wind noch Regen gegeben. Und weil sich die Sonne im Wasser reflektierte, und ich habe gelesen, dass das Sandstein dort rötlich ist, meinten Sie Blut zu sehen. „Und sie sprachen: Das ist Blut!“ Und ihre Phantasie ging mit ihnen durch. Die Könige haben sich gegenseitig umgebracht, schlussfolgerten sie. Ja, das muss es sein. „Ha, Moab“ sprachen Sie. (23) Sie verloren ihren Kampfgeist und wurden vom „Plündergeist“ ergriffen. „Aber als sie zum Lager Israels kamen, machte sich Israel auf und schlug die Moabiter und sie flohen vor ihnen. Aber Israel jagte ihnen nach und schlug Moab.“ (24) Das war ein leichter Sieg. Und wie Gott es vorausgesehen hatte, zerstörte Israel die Infrastruktur der Moabiter. Im Vers 27 lesen wir über den moabitischen König: „Da nahm er seinen erstgeborenen Sohn, der an seiner Statt König werden sollte und opferte ihn zum Brandopfer auf der Mauer. Da kam ein großer Zorn über Israel, so dass sie von ihm abzogen und in ihr Land zurückkehrten.“ An dieser Stelle werden die abscheulichen Gräueltaten der moabitischen Abgötterei deutlich. Ihr gräuliches Menschenopfer weckte in den Moabitern den verlorengegangenen Kampfgeist und einen Zorn gegen die Israeliten, so dass sich diese zurück in ihr Land zogen.

Was können wir aus dem ersten Teil lernen? Joschafat gibt uns ein Glaubensbeispiel. Er war kein vollkommener Mensch, doch durch seinen Glauben wurde er gesegnet und er wurde zum Segen für viele. Auch wir stehen oft mit dem Rücken zur Wand. Die Lage erscheint ausweglos. Überall nur Wüste und kein Wasser in Sicht. Und wir sind alles andere als vollkommen. Doch lasst uns Glauben aufbringen, gerade jetzt, wo der Schuh am meisten drückt. Lasst uns inmitten unserer Wüste aus Glauben leben. Lasst uns Frauen und Männer Gottes sein die Gottes Wort hören und sich daran orientieren wollen. Gott wird uns Hilfe und Sieg schenken und unsere ganz persönliche Wüste in bewässertes Land verwandeln.

Teil II Elisas Hirtenherz (Kap 4)

Welche Wunder tat Elisa im 4. Kapitel und was können wir von ihm lernen?

Wunder A – Das fließende Öl

Betrachten wir den Text. Eine Frau, die mit einem gottesfürchtigen Prophetenjünger verheiratet war, schrie um Hilfe, denn sie war verzweifelt. Ihr Mann war tot und die Schulden zwangen sie dazu ihre beiden Kinder als leibeigene Knechte herzugeben. Das ist wirklich eine elende Lage, in der sie sich befand. Wie wollte Elisa ihr helfen? Betrachten wir Vers 2. Er fragte: „Sage mir, was hast du im Hause?“ Aber sie hatte nichts weiter als einen Ölkrug. Das ist wirklich traurig. Doch Elisa wollte das Wenig das sie besaß gebrauchen, um ihr großartig zu helfen. „Er sprach: Geh hin und erbitte draußen von allen deinen Nachbarinnen leere Gefäße aber nicht zu wenig und geh ins Haus und schließ die Tür zu hinter dir und deinen Söhnen und gieß in alle Gefäße; und wenn du sie gefüllt hast, so stelle sie beiseite.“ Elisa hätte ihr ohne Probleme geben können, was sie benötigte. Geld, Essen, alles was das Herz begehrt. Doch seine Hilfe sollte nicht nur dem Leib zugutekommen, sondern auch dem Glaubenswachstum dienen. Also gab er ihr klare Anweisungen und eine klare Verheißung. Nun lag es an der armen Witwe. Hätte der Kleinglaube überhand gewonnen, hätte sie wenige Krüge herbeigeschafft. Sie ging aber auf Elisas Worte ein, die ihren Glauben und Gehorsam herausforderten. So tat sie alles, bis ins kleinste Detail, nach der „Prozessbeschreibung“ Elisas und das Wunder geschah. Alle leeren Krüge wurden bis zum Rand mit kostbarem Öl gefüllt. Vers 7: „Und sie ging hin und sagte es dem Mann Gottes an. Er sprach: Geh hin, verkaufe das Öl und bezahle deinen Schuldherrn; du aber und deine Söhne, nährt euch von dem übrigen.“ Öl war damals genauso kostbar wie heute (Flüssiges Gold könnte man sagen). War das kein großartiges Wunder? Eine nicht versiegende Ölquelle. Elisa half dieser Witwe nicht nur materiell, sondern auch geistlich. Durch den Glauben konnte sie Gott besser erfahren und unter seinem Segen leben.

Wunder B – Der unerwartete Sohn

Betrachten wir Verse 8ff. Wir erfahren, dass Elisa öfters durch Schunem ging. Er war Gottes Knecht, der Hauptprophet seiner Zeit, der den zweiten Anteil des Geistes Elias hatte. Er war Hirte für die 7000, die Gott übrig gelassen hatte und die ihre Knie nicht vor Baal gebeugt hatten. Und wir lesen, wie eine reiche Frau ihn nötigte, bei ihr zu essen und Gemeinschaft mit ihrer Familie zu haben. Das war ihre Art dem Propheten Gottes mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung standen, zu dienen. Und sie ging noch einen Schritt weiter. „sie sprach zu ihrem Mann: Siehe, ich merke, dass dieser Mann Gottes heilig ist, der immer hier durchkommt. Lass uns ihm eine kleine Kammer oben machen und Bett, Tisch, Stuhl und Leuchter hinstellen, damit er dort einkehren kann, wenn er zu uns kommt.“ Sie respektierte Elisa sehr, denn sie erkannte, dass er ein heiliger Mann Gottes war. (Nicht viele erkennen heilige Persönlichkeiten an. Doch diese Frau tat es.) Und sie wollte ihm ein kleines Zimmer mit Bett, Tisch, Stuhl und Leuchter hinstellen, für die damalige Zeit eine sehr komfortable Herberge. Und eines Tages sprach Elisa zu seinem Diener Gehasi: „Sage ihr: Siehe, du hast uns all diesen Dienst getan; was soll ich dir tun? Brauchst du Fürsprache beim König oder beim Feldhauptmann?“ Wir sehen, dass Elisa kein Nutznießer war oder ein sogenannter Trittbrettfahrer. Elisa war sehr berührt von der freundlichen Hilfsbereitschaft dieser Frau, die zudem offensichtlich ein geistliches Interesse hatte. Doch was konnte er einer reichen Frau schon geben? Sie hatte alles. Wirklich alles? Nein, da gab es eine große Kleinigkeit, die sie nicht besaß. Sie hatte keinen Sohn. Und genau das, was sie sich wohl am meisten Wünschte aber seit Jahren nicht mehr zu träumen gewagt hatte, wollte Elisa ihr geben, einen geliebten Sohn. Und Elisa wusste, dass ein Sohn ihr Glück vervollständigen würde. Er versprach: „Um diese Zeit übers Jahr sollst du einen Sohn herzen.“ Doch soweit reichte der Glaube dieser Frau nicht. Mit sicherlich aufgewühltem Herzen entgegnete sie: „Ach nicht, mein Herr, du Mann Gottes! Täusche deine Magd nicht!“ „Täusche mich nicht“ oder mit andren Worten: „Enttäusche mich nicht. Wenn du es sagt, musst du es auch ernst meinen, ok?“ Und siehe da, das Wunder geschah. Sie ward schwanger, gebar einen Sohn, genau zu der verheißenen Zeit, wie ihr Elisa zugesagt hatte. Elisa wurde wirklich zum Segen für diese Frau. Nicht nur indem er ihr einen geliebten Sohn und Erben schenkte, sondern weil er ihr auch Glauben beibrachte, nämlich dass bei Gott kein Ding unmöglich ist. Nichts! Rein gar nichts, für den der da glaubt! Dieser Glaube war auch bitter nötig, um mit der bevorstehenden Katastrophe richtig umgehen zu können.

Wunder C – Der unerwartete Sohn – Teil 2

Auf tragische Weise starb das Kind der Verheißung nach mehrstündigen Todesqualen in den Armen seiner Mutter. Ihre Welt stand Kopf. Der Herr hatte ihr das Kind gegeben. Aber warum, wenn er es ihr wieder entreißen wollte? Doch durch die lange Kette ihrer Handlungen wird deutlich, dass sie an die Hilfe Gottes durch Elisa glaubte. Sie legte das Kind bspw. aus seinem Bett und wollte so schnell wie möglich zu ihm. Sie nahm das schnellste Fortbewegungsmittel das ihr zur Verfügung stand, eine Eselin und forderte einen Knecht, um ihr zu helfen. Doch ihr Mann, er war alt und redete bestimmt sehr langsam, verwickelte sie in langwierige Fragen, so dass sie sprach: „Lass es gut sein!“ und bat den Knecht den Esel anzutreiben und sie nicht aufzuhalten bis sie am Ziel war. Und als Gehasi kam, um sie zu begrüßen und zu erfahren wie es ihr ging, wimmelte sie ihn kurz und knapp ab, mit dem Wort: „Gut!“ und ging weiter und warf sich zum Entsetzen Gehasis um die Füße Elisas. Elisa aber hatte Verständnis: „Lass sie, denn ihre Seele ist betrübt und der Herr hat mir’s verborgen und nicht kundgetan!“ Die Frau war sehr verletzt: „Sie sprach: Wann hab ich einen Sohn erbeten von meinem Herrn? Sagte ich nicht, du solltest mich nicht täuschen?“ Elisa war bemüht ihr zu helfen, doch so einfach ließ sich das Kind nicht zum Leben erwecken. Er versuchte Verschiedenes, doch nichts half. Und ich bin sicher, viele hätten an Elisas Stelle angefangen zu zweifeln. Ist Gott noch bei mir? Bin ich noch ein Knecht Gottes? Kann ich in dieser Welt noch etwas bewirken? Habe ich wirklich den zweiten Anteil des Geistes Elias? Warum spricht der Herr nicht mehr mit mir. Warum kann mein Stab das tote Kind nicht erwecken? Warum erhört Gott mein Gebet nicht, wenn ich bete und mich auf das Kind lege, so wie Elia? Doch Elisa gab nicht auf, genauso wenig wie Elia, der für Regen gebetet hatte und lange nichts geschah. Schließlich gab das Kind ein Lebenszeichen von sich. Das Kind fing an zu nießen. Nicht einmal, nicht zweimal, nicht dreimal, sondern siebenmal. Normalerweise ist das kein gutes Zeichen. Doch in diesem Fall gab es kein schöneres Geräusch; es klang wie Musik in Elisas Ohren. Gott hatte sein Gebet erhört und das Kind zum Leben erweckt. „Da kam sie und fiel nieder zu seinen Füßen und neigte sich zur Erde und nahm ihren Sohn und ging hinaus.“ Ein weiteres Mal wurde Elisa zum großen Segen für diese Frau. Nicht nur weil er ihr zum zweiten Mal denselben Sohn schenkte, sondern weil er zudem ein nachhaltiger Segen für ihr Glaubensleben wurde.

Wunder D – Der Tod im Topf

Diese Geschichte ist schnell erzählt. Betrachten wir Verse 38ff. Die Menschen litten unter einer Hungersnot. Es gab kaum etwas zu essen. Als Elisa die Prophetenjünger zum Essen einladen wollte, es sollte Gemüseeintopf geben, ging einer um Kraut zu sammeln hinaus und entdeckte wilde Gurken, die lecker aussahen aber niemand kannte. Der Biologe oder Chemiker oder Mediziner würde sofort sagen: Halt, wir müssen die toxikologischen Untersuchungen und empirische Langzeitstudien abwarten.

Doch der Hunger war zu groß, so landete der Tod im Topf. „Als sie nun von dem Gemüse aßen, schrien sie und sprachen: O Mann Gottes, der Tod im Topf! Denn sie konnten’s nicht essen.“ Elisa löste das Problem, indem er Mehl in den Topf tat, da war nichts Böses mehr im Topf. Was wir hier lernen können ist der Umgang Elisas mit der Wunderkraft Gottes. Er hätte die ihm verliehene Kraft eigennützig einsetzen und es sich selbst gutgehen lassen können. Doch stattdessen setzte er sie ein, um sich um seine Jünger zu kümmern. Er war wirklich ein guter Hirte für sie.

Wunder E – Die Speisung der 100

Betrachten wir Verse 42-44. Ein Mann brachte Elisa zwanzig Gerstenbrote und so viel Getreide, wie er in seinem Kleid tragen konnte. Das war ein wertvolles Geschenk in der Hungersnot. Doch Elisa sprach: „Gib’s den Leuten, dass sie essen!“ Der Mann aber meckerte: „Wie soll ich davon hundert Mann geben? Er sprach: Gib den Leuten, dass sie essen! Denn so spricht der Herr: Man wird essen und es wird noch übrigbleiben. Und er legte es ihnen vor, dass sie aßen; und es blieb noch übrig nach dem Wort des Herrn.“ Dieses Wunder erinnert sehr stark an Jesu Speisung des Volkes. Elisa dachte an die Hungrigen. Er behielt die Brote nicht für sich und er forderte den Mann auf, seinen Kleinglauben abzulegen und echten Glauben aufzubringen. Und siehe da, alle wurden satt und es blieb nach dem Wort des Herrn noch etwas übrig.

Was erfahren wir, wenn wir all diese Geschichten über Elisa und Gottes Wirken betrachten? Wenn wir Elia mit Elisa vergleichen fallen uns gewisse Gemeinsamkeit aber auch klare Unterschiede auf. Einige Wunder waren sehr ähnlich, z.B. die Versorgung der Witwe und das Erwecken des toten Sohnes. Doch während Elia, im wahrsten Wortsinn, einen feurigen Charakter besaß (dreimal fiel alles verzehrendes Feuer vom Himmel) wirkte Elisa sehr sanftmütig im Volk, obwohl er den zweiten Anteil seines Geistes besaß. Der Vergleich der beiden Knechte Gottes zeigt uns gerade auch die unterschiedlichen Berufungen der Knechte Gottes. Gott offenbarte sich durch Elia explosionsartig, weil er das Volk zur Buße vom Baalkult führen sollte. Dadurch wollte Gott 7000 treue Gläubige übriglassen. Elisa hingegen sollte sich als Hirte um diese 7000 kümmern. Und mit seiner Sanftmut und Liebe konnte er ein guter Hirte für sein Volk sein.

So gebraucht Gott uns Menschen zu seiner Zeit für sein Werk. Beten wir für den Geist Gottes und lasst uns nach unserer Berufung leben. Gott segne sein Erlösungswerk in Heidelberg, dem wir durch das Bibelstudium dienen. Auch in unserer Zeit ist das Wort Gottes imstande Glauben in den Menschen zu bewirken und sie zu Gottes Kindern zu machen. Gott schenke uns einen neuen Geist und ein neues Herz, damit wir diesem Werk effektiv dienen können.

Ich lerne Elisas vorbildiche Haltung kennen. Wäre er ein geiziger Mensch oder ein Egomane oder ein Narzisst, wie hätte Gott ihn je als Segen für andere gebrauchen können? Doch Elisa hatte ein Hirtenherz für das Volk. Er liebte sie und war bereit ihnen zu dienen, leiblich und geistlich, ganz ähnlich wie unser Herr Jesus. So wie Elisa Elias Geist haben wollte, möchte ich Elisas Herz haben, damit Gottes Geist und mein Herz gut zusammenwirken können.

Share
Tags:

Fragebogen: 2.Könige 5,1 – 7,20

Mrz 18th, 2012

Download

Elisa, der Mann mit geistlichem Überblick

„Da sprach einer seiner Obersten: Nicht doch, mein Herr und König, sondern Elisa, der Prophet in Israel, sagt alles dem König von Israel, auch was du in der Kammer redest, wo dein Lager ist.”

(2.Kön 6,12)

I.Elisa heilte Naaman vom Aussatz (Kap. 5)

1. Wer war Naaman und welches Problem hatte er (1)? Wie kam es dazu, dass er Elisa aufsuchte (2-7)? Warum sagte Elisa zu dem König von Israel, dass er Naaman zu ihm schicken sollte (8)?

2. Wie behandelte Elisa Naaman und was sollte er tun, um geheilt zu werden (9.10)? Warum wurde Naaman zornig (11.12)? Wie wurde er vom Aussatz frei (13.14)?

3. Was konnte Naaman durch dieses Ereignis über Gott und über Elisa erkennen (15)? Welche Entscheidung traf er, und worum bat er aber (16-19)?

4. Was dachte Gehasi über Elisa (20a)? Was tat er (20b-24)? Wie wurde Gehasi bestraft (25-27)? Was war sein Problem?

II.Elisa, der Mann mit geistlichem Überblick (Kap. 6.7)

5. Wie half Elisa dem Mann, dem das Eisen ins Wasser fiel (6,1-7)? Welche Rolle hatte Elisa beim Sieg Israels über Aram (8-13)? Was können wir von Elisa lernen?

6. Warum geriet der Diener von Elisa in Angst (14.15)? Wie beruhigte ihn Elisa und wofür betete er (16.17)? Wie betete er bezüglich der Aramäer (18-20)? Welche Barmherzigkeit erwies Elisa den Aramäern und was hatte dies zur Folge (21-23)?

7. In welche Not gerieten die Menschen von Samaria (24-33)? Was prophezeite Elisa (7,1)? Was sagte er aber auch über den Ritter (2)?

8. Was überlegten vier aussätzige Männer und worauf waren sie gefasst (3.4)? Was entdeckten sie dort (5-7)? Wie taten sie Buße und was taten sie danach (8-10)? Wie wurde die Prophezeiung von Elisa erfüllt (11-20)?

Share
Tags:

Predigt: 2.Könige 1,1 – 2,25

Mrz 13th, 2012

Download

Zwei Anteile von deinem Geiste

Und als sie hinüberkamen, sprach Elia zu Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde. Elisa sprach: Dass mir zwei Anteile von deinem Geiste zufallen.”

(2.Kön 2,9)

Wir danken Gott, dass wir heute mit dem 2. Buch Könige beginnen können. Im ersten Kapitel erfahren wir, wie Gott den gottlosen König Ahasja warnte und sich um seine Umkehr bemühte. Im zweiten Kapitel erfahren wir von einem fast einmaligen Ereignis in der ganzen Geschichte, nämlich von der herrlichen Entrückung Elias in den Himmel, die ihm den Tod ersparte. Vor Elias Entrückung bat Elisa darum, dass ihm zwei Anteile von seinem Geist zufallen würden. Möge Gott uns heute helfen, die Bedeutung des Geistes für unser Leben zu verstehen und von Elisa zu lernen, um den Geist zu bitten!

I. Elia, der Mann Gottes (Kap. 1)

Machen wir uns am Anfang kurz klar, in welcher Situation das 2. Buch Könige beginnt. Wie wir im 1. Buch Könige erfahren haben, hatte Jerobeam Israel zum Götzendienst und zum Abfall von Gott verführt. Alle Könige nach ihm waren seinem Beispiel gefolgt. Den negativen Höhepunkt stellte der König Ahab dar, der sich wie kein anderer verkaufte, Unrecht zu tun und durch Götzendienst gegen Gott zu sündigen, bis Gott schließlich sein Gericht über ihn und seine Nachkommen verkündigte: „Siehe, ich will Unheil über dich bringen und dich vertilgen samt deinen Nachkommen und will von Ahab ausrotten, was männlich ist, bis auf den letzten Mann in Israel“ (1. Kön 21,21). Das 2. Buch Könige beginnt mit der Zeit von Ahabs Sohn Ahasja, also mit der Zeit, in der Gottes Gericht bereits beschlossen war und bevorstand. Dieses Wissen werden wir benötigen, um manche Ereignisse im heutigen Text besser verstehen zu können.

Unser Text beginnt mit zwei Ereignissen, die ernste Probleme im Leben von Ahasja darstellten. Zum einen fielen nach Ahabs Tod die Moabiter von Israel ab, die nach einer langer Zeit der Unterordnung nun wieder eine Bedrohung für Israel wurden. Was Ahasja aber viel direkter betroffen hat, war, dass er im Obergeschoss seines Hauses durch das Gitter fiel und wohl beim Sturz ins Erdgeschoss sich so schwer verletzte, dass es fraglich war, ob er sich von seinen Verletzungen wieder erholen würde. Seine Notlage war für ihn eigentlich eine Gelegenheit, sich endlich an Gott zu wenden und seine Gnade zu suchen. Aber stattdessen sandte er Boten nach Ekron im Philisterland, damit sie für ihn den dort verehrten Baal-Sebub, den Gott der Fliegen, befragen. Dass er auch in seiner großen Not nicht bei dem lebendigen Gott Hilfe suchte, sondern bei einem toten Götzen, war eine krasse Ignoranz und Beleidigung Gottes und eine schwere Sünde.

Wie reagierte Gott? Die Verse 3-4 sagen: „Aber der Engel des Herrn redete mit Elia, dem Tischbiter: Auf und geh den Boten des Königs von Samaria entgegen und sprich zu ihnen: Ist denn nun kein Gott in Israel, dass ihr hingeht, zu befragen Baal-Sebub, den Gott von Ekron? Darum spricht der Herr: Du sollst nicht mehr von dem Bett herunter­kommen, auf das du dich gelegt hast, sondern sollst des Todes sterben. Und Elia ging.“ Obwohl Ahasja sich so gottlos verhalten hatte, gab Gott ihn nicht einfach auf, sondern ergriff die Initiative und ließ Elia Ahasjas Sünde tadeln und ihm seinen Tod ankündigen. Gottes Botschaft war seine ultimative Warnung an Ahasja und bot ihm erneut eine Gelegenheit, umzukehren und Gottes Gnade zu erfahren. Obwohl Ahasja sein Leben lang Gott so verachtet hatte, wollte er doch auch von ihm als Gott wahrgenommen werden und ihn aufgrund dessen segnen.

Doch wie reagierte Ahasja auf Gottes Botschaft? Er erforschte, wer der Mann war, der seinen Boten diese Botschaft verkündigt hatte. Als er herausfand, dass es Elia war, heißt es: Und der König sandte zu Elia einen Hauptmann über fünfzig samt seinen fünfzig Mann“ (9a). Ahasja tat keine Buße. Anstatt Gottes Botschaft zu Herzen zu nehmen, sandte er einen Hauptmann mit 50 Soldaten, der Elia festnehmen sollte, vermutlich um ihn dann umzubringen. Ahasjas Verhalten war tragisch, besonders weil diese Botschaft von Gott nicht die erste Offen­barung war, die er erlebte. Er hatte davor auch schon die dreijährige Dürreperiode miterlebt, die auf Elias Ankündigung hin gekommen war und auf seine Ankündigung hin wieder aufhörte. Er hatte gesehen oder zumindest davon gehört, wie Gott auf dem Berg Karmel Feuer vom Himmel fallen ließ und Elias Opfer samt Altar und Wasser verzehrte und sich so als der wahre, lebendige Gott offenbarte. Er muss auch von der Tötung der 450 Baalspriester erfahren haben und schließlich vom Tod seines Vaters Ahab. All das war nach dem Wort Gottes durch Elia geschehen. Aber Ahasja ignorierte alle diese Offenbarungen Gottes und lebte weiter so, als ob er nicht wüsste, dass Gott existiert, bzw. als ob es ihm egal wäre. Sein Herz war wie eine Wüste, die jegliche Regenfällen verschluckt und nie richtig feucht wird. Sein Herz Gott war gegenüber hart wie Stein. So rebellierte er beharrlich gegen Gott und verachtete auch jetzt Gottes Warnung und seine letzte Chance zur Umkehr.

Was passierte, als er in seiner Rebellion gegen Gott Soldaten zu Elia schickte? Es heißt weiter: Und als der zu ihm hinaufkam, siehe, da saß er oben auf dem Berge. Er aber sprach zu ihm: Du Mann Gottes, der König sagt: Du sollst herabkommen! Elia antwortete dem Hauptmann über fünfzig: Bin ich ein Mann Gottes, so falle Feuer vom Himmel und fresse dich und deine fünfzig Mann. Da fiel Feuer vom Himmel und fraß ihn und seine fünfzig Mann“ (9b.10). Der Hauptmann wusste, dass Elia ein Mann Gottes war. Trotzdem behandelte er Elia ohne entsprechenden Respekt, sondern befahl ihm, als ob er ein gewöhnlicher Mann wäre, der dem König gehorchen müsste. Doch Elia bekam keine Angst vor den vielen Soldaten, sondern antwortete voll Geistes, dass er tatsächlich ein Mann Gottes war und dass Feuer vom Himmel fallen und sie verzehren sollte – und Gott erhörte ihn. Auf diese Weise schützte Gott seinen Diener vor den Anschlägen des Königs. Als Ahasja von diesem Ereignis hörte, hatte er eine weitere Chance, in sich zu gehen und zu Gott umzukehren; aber stattdessen sandte er einen zweiten Hauptmann mit 50 Soldaten und schließlich einen dritten, um Elia in seine Gewalt zu bringen, und rebellierte so bis zum Ende gegen Gott. Der zweite Hauptmann kam mit einer genauso hochmütigen Haltung gegenüber dem Mann Gottes wie der erste und musste das gleiche Schicksal erleiden. Die Bestrafung der Hauptleute und ihrer 100 Soldaten kann uns zu hart vorkommen, sie entspricht nicht dem Bild vom überwiegend barmherzigen Gott, das wir haben, und wir können uns fragen, warum ihre Respektlosigkeit gegenüber Gott und seinem Knecht hier härter bestraft wird als ähnliches Verhalten von anderen Menschen in der Bibel. Um es zu verstehen, müssen wir daran denken, dass diese Ereignisse in einer ganz besonderen Zeit passiert sind, in der Ahasja und seine Leute bereits unter Gottes Gericht standen; und die harte Bestrafung hier waren erste Anzeichen des Gerichts.

Wie verhielt sich aber der dritte Hauptmann, den Ahasja zu Elia schickte? Es heißt: „Als der zu ihm hinaufkam, beugte er seine Knie vor Elia und flehte ihn an und sprach zu ihm: Du Mann Gottes, lass mein Leben und das Leben deiner Knechte, dieser fünfzig, vor dir etwas gelten! Siehe, Feuer ist vom Himmel gefallen und hat die ersten zwei Hauptleute über fünfzig mit ihren fünfzig Mann gefressen; nun aber lass mein Leben etwas gelten vor dir“ (13.14). Dieser Hauptmann musste eigentlich dem Befehl des Königs genauso gehorchen wie die beiden anderen; aber er kam mit einer anderen Haltung. Er fürchtete Gott und achtete Elia als Mann Gottes hoch und bat ihn demütig darum, sein Leben und das seiner Männer zu verschonen. Eigentlich befand er sich mit seinen Soldaten auch unter dem Gericht Gottes wie seine Zeitgenossen, da er auch in der Zeit lebte, in der die Menschen durch ihre chronische Sünde Gottes Zorn provoziert hatten. Aber er bat Elia demütig um Gnade und Errettung – und erhielt sie. Der Engel des Herrn sagte zu Elia. „Geh mit ihm hinab und fürchte dich nicht vor ihm!“ Dieses Ereignis zeigt uns, dass jemand, der sich demütigt und Gott um Gnade bittet, selbst angesichts des Gerichts noch Gottes Gnade und Rettung findet.

Was geschah weiter? Elia gehorchte dem Wort des Engels und ging freiwillig in das Haus des Königs, der ihm nach dem Leben trachtete. Dort sagte er mutig dem König Gottes Botschaft ins Gesicht: So spricht der Herr: Weil du Boten hingesandt hast und hast befragen lassen Baal-Sebub, den Gott von Ekron, als wäre kein Gott in Israel, dessen Wort man erfragen könnte, so sollst du von dem Bett nicht mehr herunterkommen, auf das du dich gelegt hast, sondern sollst des Todes sterben.“ Hier sehen wir Elias Mut und seine absolute Loyalität gegenüber Gott und seinem Wort. Vor allem sehen wir, wie Gott einem gottlosen Mann bis zum Ende nachging und sich um seine Umkehr bemühte, obwohl der alle Offenbarungen Gottes ignorierte. Leider weigerte sich Ahasja bis zum Ende, zu Gott umzukehren. Vers 17 sagt: So starb Ahasja nach dem Wort des Herrn, das Elia geredet hatte. Und Joram wurde König an seiner statt im zweiten Jahr Jorams, des Sohnes Joschafats, des Königs von Juda; denn Ahasja hatte keinen Sohn.“ Ahasja starb nach dem Wort Gottes, ohne einen Sohn zu haben. An seinem Leben sehen einerseits Gottes erstaunlich geduldige Bemühung, einen gottlosen Menschen zu erreichen und ihn zur Buße zu leiten. Andererseits sehen wir an ihm die Tragik eines Menschen, der sein Herz gegenüber Gott verschließt und sich stur weigert, sich durch Gottes Offenbarungen ansprechen zu lassen. Sein tragisches Leben zeigt uns, wie entscheidend es ist, mit welcher Herzenshaltung wir auf Gottes Offenbarung reagieren. Möge Gott uns davor bewahren, aus irgendeinem Grund unser Herz gegenüber Gott zu verschließen! Möge Gott uns helfen, täglich mit einer demütigen Haltung auf Gottes Offenbarungen zu reagieren und ihn wirklich als Gott in unserem Leben anzuerkennen! Möge Gott durch diese richtige Haltung das Leben von jedem von uns reichlich segnen!

II. Elisa, der Nachfolger (Kap. 2)

Das zweite Kapitel berichtet uns, wie Gott Elia zu sich in den Himmel holte und wie er trotz der gottlosen Zeit Elisa als seinen Nachfolger aufstellte und mit seinem Geist erfüllte. Der Text beginnt mit den Worten: „Als aber der Herr Elia im Wetter gen Himmel holen wollte, gingen Elia und Elisa von Gilgal weg.“ Für Elia, der Gott jahrzehntelang treu gedient hatte, kam die Zeit, dass er zu Gott heimgehen sollte. Dabei sollte Elia nicht wie alle anderen sterben müssen, sondern Gott wollte Elia im Wetter, also in einer Art besonderem Sturm direkt in den Himmel holen. Die Verse 2-8 beschreiben die kleine Reise von Elia mit Elisa, die Gott durch seinen Geist selbst leitete und die sie von Gilgal über Bethel nach Jericho und von dort an den Jordan führte. Dreimal forderte Elia dabei Elisa dazu auf, dort zu bleiben, wo er gerade war. Aber Elisa antwortete jedes Mal entschlossen mit Worten: „So wahr der Herr lebt und du lebst: Ich verlasse dich nicht.“ Elisa wollte unbedingt bei seinem Hirten und Lehrer bleiben. Der Text sagt nichts darüber, warum Elia ihn dreimal dazu aufforderte, nicht weiter mitzugehen. Aber die Tatsache, dass er dann doch jedes Mal zuließ, dass er weiter mitging, und schließlich im Vers 10 auch seine Bitte befürwortete, führt uns zu der Einsicht, dass Elia offenbar gar nicht wirklich dagegen war, dass Elisa bis zum Ende mit ihm geht. Seine wiederholte Aufforderung, zurückzubleiben, war vielmehr eine Prüfung von Elisas Treue in seiner Nachfolge. Und Elisa bestand die Prüfung seiner Treue, da er sich jedes Mal weigerte, seinen Lehrer zu verlassen.

Sowohl in Bethel als auch in Jericho fragten die dort lebenden Prophetenjünger Elisa, ob er denn wisse, dass Gott Elia von ihm hinwegnehmen würde. Elisa hatte dies auch bereits erkannt, aber die Tatsache, dass sie alle dasselbe erkannt hatten, bestätigte, dass dies Gottes Offenbarung war, sodass es ganz sicher war, dass Gott Elia bald entrücken würde.

Betrachten wir weiter den Text. Elia und Elisa gingen an den Jordan; fünfzig Prophetenjünger aus Jericho gingen ein Stückweit mit, hielten aber respektvoll Abstand. Elia wollte offenbar auf die andere Seite des Jordans gehen, wo er ganz ungestört mit Elisa reden konnte. Aber das Wasser des Jordans versperrte ihnen den Weg. Was tat Elia dann? Vers 8 sagt: „Da nahm Elia seinen Mantel und wickelte ihn zusammen und schlug ins Wasser; das teilte sich nach beiden Seiten, sodass die beiden auf trockenem Boden hinübergingen.“ Als er voller Geist mit seinem Mantel ins Wasser schlug, teilte es sich tatsächlich nach beiden Seiten, sodass sie trockenen Fußes den Fluss durchqueren konnten. Elia war wirklich ein Mann Gottes, der sich nie an den Umständen orientierte, sondern vom Glauben und Geist erfüllt widrige Umstände herausforderte, um Gottes Werk auf beste Weise zu dienen.

Welche Frage stellte Elia Elisa, als sie durch den Jordan hindurchgegangen waren? Vers 9a sagt: Und als sie hinüberkamen, sprach Elia zu Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde.“ Endlich stellte Elia die Frage, auf die Elisa schon lange gewartet haben musste. Endlich durfte er noch einen Wunsch äußern, bevor sein Hirte und Lehrer in verlassen würde. Was hätte er sich alles von dem Mann Gottes wünschen können, dessen Gebete Gott so machtvoll erhört hatte. Doch Elisa bat nicht um etwas Materielles oder etwas anderes, das sein Leben angenehmer oder leichter gemacht hätte. Vielmehr sagte er: „Dass mir zwei Anteile von deinem Geiste zufallen.” Was bedeutet diese Bitte? Im Allgemeinen kann man unter dem Geist eines Menschen etwas verstehen, das mit seinem Charakter, seinen Fähigkeiten, seiner Lebenseinstellung und seinem Lebensziel zu tun hat. Aber das greift zu kurz, um Elias Geist zu erklären. Viele Stellen in der Bibel sprechen davon, wie der Geist Gottes auf gewöhnliche Menschen kam und sie Gottes Leuten veränderte. So haben wir zum Beispiel im Buch Richter über den Otniel gelesen: „Und der Geist des Herrn kam auf ihn, und er wurde Richter in Israel und zog aus zum Kampf“ (Ri 3,10a). Über Gideon heißt es: „Da erfüllte der Geist des Herrn den Gideon. Und er ließ die Posaune blasen und rief die Abiesriter auf, ihm zu folgen“ (Ri 6,34). Simson, Samuel und sogar Saul wurden vom Geist Gottes erfüllt und wurden dadurch verändert und befähigt, die Werke zu tun, die sie nach dem Willen Gottes tun sollten. So war es auch Gottes Geist gewesen, der in Elia wirkte und ihn dazu befähigte, so mutig zu reden und so mächtig zu wirken, wie wir es in den letzten Wochen erfahren haben. Es war Gottes Geist, der Elia zu der großartigen Glaubenspersönlichkeit geformt hatte, als die wir ihn kennen gelernt haben. Elias Geist war also nicht etwas, das von Elia stammte und sich einfach in ihm entwickelt hatte, sondern es war Gottes Geist, der in Elia gekommen war und in ihm gewirkt und ihn verändert hat. Der Mensch ist demnach wie ein Gefäß für Gottes Geist, der in ihm wirken und ihn verändern und zu dem Leben befähigen will, das er eigentlich führen soll.

Wie wirkt der Geist Gottes dann in einem Menschen? Wir können sein Wirken am besten an einem Beispiel verstehen. Als Gott seinen Engel zu Gideon sandte, um ihn zum Richter und Retter für Israel zu berufen, drosch er gerade Weizen in der Kelter, aus Angst, von den Midianitern entdeckt zu werden. Sein Gespräch mit dem Engel offenbart, dass er sich zwar Hilfe für Gottes Volk wünschte, dass er aber viele negative Gedanken und Zweifel über Gott und sein Volk und seine eigene Person hatte. Er dachte, dass Gott sein Volk verstoßen hätte, und hielt es für ausgeschlossen, dass er selbst für sein Volk etwas tun könnte, weil seine Familie kein Ansehen in seinem Stamm hatte und er selbst der Jüngste unter seinen Brüdern war. Weil er an diese Gedanken gebunden war, konnte Gideon keinen Mut fassen und seine vorhandenen Fähigkeiten und Kraft nicht einsetzen, um etwas für Gott und sein Volk zu tun. Aber als er Gottes Berufung empfing und der Geist Gottes auf ihn kam, wurde er von allen Bindungen befreit und konnte seine Kraft und Fähigkeit für Gottes Volks einsetzen und mächtig wirken. Sein Beispiel zeigt, dass die Menschen, die vom Geist Gottes erfüllt werden, nicht von einer fremden Macht „besessen“ und zu Dingen gezwungen werden, die ihrem Willen und Wesen gar nicht entsprechen – das ist eine völlig falsche Vorstellung. Vielmehr befreit Gottes Geist uns Menschen von negativen Gedanken, unnützen Gefühlen wie Angst, Kleinmut, Minderwertig­keits­gefühlen und nichtigen Wünschen, an die wir gebunden sind, und befähigt uns dazu, unsere Kraft und Fähigkeiten für Gottes Willen einzusetzen. Das ist auch der Grund, warum die Menschen, die von Gottes Geist erfüllt werden, nicht alle gleich werden oder in der gleichen Weise wirken, weil nämlich ihr Charakter und ihre Kraft und Fähigkeiten unterschiedlich sind. Der Geist ist zwar derselbe, aber er kommt in den verschiedenen Gefäßen in unterschiedlicher Weise zum Ausdruck. So machte er zum Beispiel Jeftah zu dem Jeftah, der er eigentlich sein sollte, Gideon zu dem streitbaren Held, den Gott gebrauchen wollte, und auch Elia zu dem Mann Gottes, der er sein sollte.

Was war dann also Elias Geist? Elias Geist war der Geist der Kraft, der unermüdlich die Umkehr der Menschen zu Gott herausforderte und aus dem heraus er auf Leben und Tod Gottes Wort gegenüber den Menschen vertrat. Mit diesem Geist hat Elia auf dem Berg Karmel alles für die Buße seines Volkes eingesetzt und dabei auch den König ohne Furcht zur Buße aufgefordert. Doch als Elia sich am nächsten Tag vor Isebels Rache fürchtete und den Geist verlor, geriet in in Angst und Verzweiflung und wurde ein ganz anderer Elia. Doch als Gott ihn geistlich wiederherstellte, konnte er wieder entschlossen und eifrig für Gott wirken. Dies ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie Gottes Geist einen Menschen zu dem Menschen macht, der er eigentlich sein sollte, und ihn zu den Werken befähigt, die er vollbringen sollte.

Was bedeutet es dann, dass Elisa um zwei Anteile von Elias Geist bat? Einfach gesagt begehrte er die doppelte Menge von Elias Geist. So lautet auch eine englische Übersetzung: “Let me inherit a double portion of your spirit.“ Elisa bat um eine doppelte Portion von Elias Geist, wohl im Bewusstsein, wie schwer es sein würde, seine Aufgabe als Hirte des abtrünnigen Volks zu erfüllen. Vielleicht bat er auch deshalb um zwei Anteile, weil er wusste, dass er selbst weniger Kraft und Fähigkeiten als Elia hatte, aber die gleiche Aufgabe wie er erfüllen sollte.

Was bedeutet das für uns? Wir können hier lernen, wie wichtig es ist, dass auch wir um Elias Geist bzw. um Gottes Geist bitten. Auch wir benötigen den Geist, damit wir von allen negativen Gedanken, Gefühlen und Gewohnheiten frei werden, die uns hindern, so zu leben, wie wir leben sollten, und die Werke zu vollbringen, die wir eigentlich vollbringen wollen und sollen. Wir benötigen den Geist der Kraft, den Elia hatte, um die Schwierigkeiten in unserem Leben herauszufordern und zu bewältigen. Insbesondere benötigen wir für unsere Aufgabe, den Studenten in Heidelberg und in Deutschland zu helfen, an den lebendigen Gott und seinen Sohn Jesus Christus zu glauben und ihm nachzufolgen, den Geist Elias, der den Unglauben und Götzendienst seines Volks unermüdlich und unerschrocken herausgefordert hat. Darum sollen wir uns Elisas Gebetsanliegen zu eigen machen und Gott ernsthaft bitten, dass er uns zwei Anteil von Elias Geist gibt. Dieses Gebet gefällt Gott, der durch den Heiligen Geist in uns wirken will. Die Bibel ermahnt uns Christen mit dem Wort: „Den Geist dämpft nicht.“ Also sollen wir mit inständiger Haltung Gott um seinen Geist bitten und dem Wirken des Geistes bereitwillig gehorchen, damit er in uns ungehindert wirken und unser Denken und ganzes Leben leiten kann. Möge Gott uns helfen, dafür zu beten, dass er uns zwei Anteile von Elias Geist gibt, und möge er unser Leben und Wirken für ihn mit seinem Geist reichlich segnen!

Wie reagierte Elia auf Elisas Bitte? Er sagte im Vers 10: „Du hast Schweres erbeten. Doch wenn du mich sehen wirst, wie ich von dir genommen werde, so wird’s geschehen; wenn nicht, so wird’s nicht sein.“ Elia reagierte auf Elisas Bitte positiv; aber Elisas Wunsch war so groß, dass Elia nicht sicher war, ob Gott ihn erfüllen würde. Aber Elia sagte ihm voraus, dass seine Bitte in Erfüllung gehen würde, wenn er selbst sehen würde, wie Elia von ihm genommen wird – wenn Elisa also bis zum Ende treu bei ihm bleiben würde.

Was geschah? Vers 11 berichtet: Und als sie miteinander gingen und redeten, siehe, da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen, die schieden die beiden voneinander. Und Elia fuhr im Wetter gen Himmel.“ Ein feuriger Wagen mit feurigen Pferden kam und fuhr zwischen Elisa und Elia und nahm diesen vor seinen Augen mit gen Himmel. Dieses herrliche Ereignis der Entrückung berichtet uns die Bibel nur noch von einem anderen Menschen, nämlich von Henoch, der mit Gott wandelte und Gott dabei so gut gefiel, dass er ihn direkt zu sich holte (1. Mose 5,24). So holte Gott auch Elia, der ihm so eifrig und treu gedient hatte, zu sich in sein Reich und ersparte ihm die Schmerzen des Todes. Elia hatte in seinem Leben für Gott vieles erleiden müssen; aber Gott hat durch seine Entrückung sein Leben in großartiger Weise bestätigt und mit himmlischer Herrlichkeit verziert.

Wie reagierte Elisa, als sein Hirte vor seinen Augen gen Himmel fuhr? Es heißt im Vers 12: Elisa aber sah es und schrie: Mein Vater, mein Vater, du Wagen Israels und sein Gespann!, und sah ihn nicht mehr. Da fasste er seine Kleider, zerriss sie in zwei Stücke …“ Elisa war zutiefst bewegt, als er das göttliche Eingreifen und den Weggang seines Hirten erlebte. Er schrie bewegt: „Mein Vater, mein Vater, du Wagen Israels und sein Gespann!“, womit er die große geistliche Bedeutung Elias für Israel ausdrückte und seinen Schmerz über den großen Verlust, den Elias Heimgang in Gottes himmlisches Reich für sein Volk bedeutete. Als Ausdruch seiner tiefen Schmerzen und Traurigkeit zerriss er seine Kleider.

Doch Elisa blieb nicht in den Gefühlen der Trauer. Betrachten wir die Verse 13 und 14. Er nahm Elias Mantel, der ihm bei seiner Abholung mit der himmlischen Kutsche entfallen war, und schlug damit ins Wasser des Jordans und sagte: „Wo ist nun der Herr, der Gott Elias?“ Seine Handeln zeigt nicht nur, dass er seine Traurigkeit schnell überwand, sondern dass er daran glaubte, dass er nun den Geist Elias hatte. Da teilte sich tatsächlich das Wasser des Jordans nach beiden Seiten, sodass Elisa hindurchgehen konnte. Gott hatte seine Bitte erhört.

Wie reagierten die Prophetenjünger, die auf der anderen Seite des Jordans standen und dieses Wunder mit ansahen? Sie erkannten sofort Elias Geist in Elisa und sagten beeindruckt: „Der Geist Elias ruht auf Elisa“, und sie gingen ihm entgegen und fielen vor ihm nieder zur Erde. Gott bestätigte so seinen Knecht, sodass auch die Menschen ihn anerkennen konnten. Die Verse 16-18 berichten, dass die Prophetenjünger nach Elia suchen wollten, weil sie meinten, dass Gottes Geist ihn vielleicht auf irgendeinen Berg oder in ein Tal geworfen hatte. Elisa hielt so eine Suchaktion für unnötig und stimmte ihr nur ungern zu, als sie ihn dazu nötigten. Doch als die Männer nach drei Tagen erfolglos zurückkamen, sagte er: „Sagte ich euch nicht, ihr solltet nicht hingehen?“ Elisa hatte die richtige Einsicht gehabt und wurde auch so als Gottes Prophet bestätigt.

Welches Wunder bewirkte Elisa danach für das Volk? Die Verse 19-22 berichten davon, dass die Menschen in Jericho darunter litten, dass das Wasser in der Stadt gesundheitsschädlich war. Elisa nahm sich dieses Problems an und forderte es durch den Glauben heraus. Er ließ sich eine neue Schale bringen und ließ Salz hineintun. Dann ging er zur Wasserquelle und warf das Salz hinein und sprach: So spricht der Herr: Ich habe dies Wasser gesund gemacht; es soll hinfort weder Tod noch Unfruchtbarkeit von ihm kommen.“ Diese Verse besagen nicht, dass Elisa ein genialer Chemiker war, sondern bezeugen seinen starken Geist und seinen praktischen Glauben. Vers 22 sagt über das Resultat:So wurde das Wasser gesund bis auf diesen Tag nach dem Wort Elisas, das er sprach.“ In diesem Werk können wir einen gewissen Unterschied zu dem Wirken Elias sehen. Elia hatte mehrfach Feuer vom Himmel fallen lassen, als gewaltige Demonstrationen von Gottes Macht, durch die die Menschen zur Buße geführt werden sollten. Elisas erstes Werk war ein reinigendes und Leben gebendes Werk, das ihrem unmittelbaren Wohl diente. So erwies sich Elisa als guter Hirte für das Volk.

Schließlich berichtet unser Text noch von einem anderen Ereignis. Als Elisa den Weg nach Bethel hinaufging, kamen Knaben zur Stadt heraus und verspotteten ihn, indem sie zu ihm sagten: „Kahlkopf, komm herauf! Kahlkopf, komm herauf!“ Während Elia auffallend lange Haare hatte, hatte Elisa offenbar nur noch wenige oder keine Haare mehr. Das war aber nicht das Problem, sondern vielmehr die hochmütige verächtliche Haltung der Kinder gegenüber Gottes Knecht. Kein Mensch sollte einen anderen Menschen verspotten, den Gott geschaffen hat; aber dass man einen Diener Gottes hoch achten soll, lehren Eltern ihre Kinder bereits in jungem Alter, wenn sie denn selbst Gott fürchten. Welche Folge hatte die Verspottung Elisas durch die Kinder? Vers 24 sagt: Und er wandte sich um, und als er sie sah, verfluchte er sie im Namen des Herrn. Da kamen zwei Bären aus dem Walde und zerrissen zweiund­vier­zig von den Kindern.“ Elisa war durch zwei Wunder bereits als Mann Gottes bestätigt worden, womit klar war, dass Gott durch ihn wirkte und er somit auch Gott repräsentierte. Daher war seine Verspottung als Vertreter Gottes inakzeptabel. Trotzdem kann uns die Bestrafung der Kinder leicht als zu hart vorkommen. Doch wir müssen sie im Zusammenhang mit der Tatsache sehen, dass das Volk damals bereits unter dem Gericht Gottes stand, das sich allmählich anbahnte. Außerdem können wir hier lernen, wie wichtig es ist, dass wir unsere Kinder von Klein auf in der Furcht des Herrn erziehen. Möge Gott dazu auch die Kinderstunde und den neuen Kindergottesdienst jede Woche segnen und Wesley jr. und M. Peter mit Gottes Geist erfüllen, damit die Kinder Glauben und Gottesfurcht lernen und mit seinem Geist erfüllt werden!

Lesen wir zum Schluss noch einmal das Leitwort: „Und als sie hinüberkamen, sprach Elia zu Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde. Elisa sprach: Dass mir zwei Anteile von deinem Geiste zufallen.” Möge Gott uns helfen, Elisas Gebetsanliegen zu verinnerlichen und Gott um seinen Geist bitten, bis er uns damit erfüllt! Möge Gott uns durch seinen Geist befreien und uns mit Kraft und Mut erfüllen, damit wir das Leben führen können, das wir eigentlich führen wollen und sollen, und die Werke vollbringen können, die Gott für uns vorgesehen hat! Möge Gottes Geist in uns bewirken, dass sein Reich unter uns, in Heidelberg und in Deutschland reichlich komme!

Share
Tags: