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Sommerbibelfreizeit 2010
Es ergeht eine herzliche Einladung an dich!! Zur: Sommerbibelfreizeit mit oben genanntem Thema Wann: 23.-25.Juli 2010 Wo: Haus Saron in Wildberg Programm: Predigten, Vorträge, 
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Predigt: 1.Samuel 13,1-14,52

Aug 8th, 2010

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Gottes Herz wich von Saul

Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot des Herrn, deines Gottes, das er dir geboten hat. Er hätte dein Königtum bestätigt über Israel für und für. Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen. Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der Herr hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des Herrn nicht gehalten.”

(1.Sam 13,13.14)

Letzte Woche haben wir Samuels Abschiedsrede betrachtet. Darin hat sich Samuel als ein frommer Mann gezeigt, der bis zum Ende seines Lebens Gott liebte und nach dem geistlichen Wohl seines Volkes strebte. Wegen dem Begehren des Volkes hatte Samuel Saul als König über Israel eingesetzt. Saul hätte eigentlich ein würdiger Nachfolger Samuels werden und langfristig über Israel regieren sollen. Aber sein Königtum dauerte nicht lange, weil Gottes Herz von Saul wich. Warum wich Gottes Herz von Saul, den Gott berufen hatte? Lasst uns heute die Antwort auf diese Frage finden! Gott helfe uns, aus Sauls negativem Beispiel für uns eine positive Konsequenz zu ziehen!

Teil 1: Der Beginn des Krieges gegen die Philister (13,1-14)

Was das äußere Geschehen anbelangt, handelt unser heutiger Text hauptsächlich von dem Krieg der Israeliten gegen die Philister. Wie kam es zu diesem Krieg? Betrachten wir den Text. Die Verse 1 und 2 berichten darüber, dass Saul nach dem Sieg über die Ammoniter nicht alle Israeliten nach Hause entließ, sondern sich eine ständige Armee von dreitausend Mann zulegte, von denen zweitausend bei Saul und eintausend bei seinem Sohn Jonatan blieben. Dadurch wollte Saul offenbar seine Macht absichern und hatte gleichzeitig eine gewisse Sicherheit gegen die Philister, die immer mehr Druck auf Israel ausübten.

Betrachten wir Vers 3. Eines Tages kämpfte Jonatan gegen die Wache der Philister in Gibea und erschlug sie. Gibea liegt mitten in Benjamin, hier erfahren wir, dass die Philister bis weit in das Gebiet Israels hinein militärische Stützpunkte errichtet hatten, mit denen sie Israel kontrollierten und unterdrückten. Doch während Saul diesen Zustand erduldete, versuchte Jonatan, etwas gegen die Unterdrückung zu unternehmen. Daraufhin versammelten sich die Philister zum Kampf gegen Israel. Vers 5 beschreibt ihre militärische Stärke, nämlich dreitausend Wagen, sechstausend Gespanne und Fußvolk, soviel wie Sand am Ufer des Meeres – es war eine riesige, gut ausgerüstete Armee mit moderner Waffentechnik. Sie zogen herauf und lagerten sich bei Michmas, das mitten im Gebiet von Benjamin liegt.

Wie war der Zustand der Israeliten, die sich zum Kampf versammeln sollten? Vers 6 sagt: „Als aber die Männer Israels sahen, dass das Volk in Gefahr und Bedrängnis war, verkrochen sie sich in die Höhlen und Klüften und Felsen und Gewölbe und Gruben.“ Als die Israeliten das hochgerüstete Heer der Philister sahen, verkrochen sie sich, anstatt sich auf den Kampf gegen die Feinde vorzubereiten. Sie hatten eine katastrophale Kampfmoral. Etliche desertierten und setzten sich im Gebiet östlich des Jordans ab (7a). Das Volk, das nicht weglief, sondern sich bei Saul in Gilgal versammelte, war voll Angst (7b).

Was tat Saul? Er wartete in Gilgal zunächst auf Samuel, der angekündigt hatte, nach sieben Tagen dorthin zu kommen und Brandopfer und Dankopfer zu opfern (10,8). Als Samuel nicht nach Gilgal kam, begann das Volk von Saul wegzulaufen (8). Saul geriet in eine schwierige Situation. Dass immer mehr Männer von ihm wegliefen, war kein geringes Problem angesichts des bevorstehenden Kampfes. In dieser Situation sollte Saul sein Vertrauen auf Gott setzen, der ihn als König eingesetzt hatte, und durch den Glauben an Gott weiter auf Samuel warten. Doch was tat Saul? Vers 9 sagt: „Da sprach er: Bringt mir her das Brandopfer und die Dankopfer. Und er brachte das Brandopfer dar.“ Saul entschied sich, selbst das Brandopfer darzubringen. Warum war das ein sehr ernstes Problem? Das Darbringen von Opfern ist der Weg, den der heilige Gott den sündigen Menschen eröffnet hatte, durch den sie zu ihm kommen und ihre Beziehung zu ihm wiederherstellen konnten. Beim Darbringen von Opfern geht es also unmittelbar um die Heiligkeit Gottes. Darum hat Gott die Darbringung der Opfer im Gesetz sehr genau geregelt und darin eindeutig festgelegt, dass nur die Nachkommen Aarons, die als Priester gesalbt waren, berechtigt waren, Opfer vor ihn zu bringen. Dass Saul es dennoch wagte, selbst Brandopfer darzubringen, war eine krasse Missachtung Gottes in seiner Heiligkeit.

Warum beging Saul diese Sünde? Als er von Samuel zur Rede gestellt wurde, sagte er: „Ich sah, dass das Volk von mir wegzulaufen begann, und du kamst nicht zur bestimmten Zeit, während doch die Philister sich schon in Michmas versammelt hatten. Da dachte ich: Nun werden die Philister zu mir herabkommen nach Gilgal, und ich habe die Gnade des Herrn noch nicht gesucht; da wagte ich’s und opferte Brandopfer“ (11.12). Saul spricht hier ständig über die Situation, in der er sich befand – dass das Volk von ihm wegzulaufen begann, dass Samuel noch nicht gekommen war und dass die Philister sich schon in Michmas versammelt hatten. Saul wusste, dass Gottes Wort ihm verbot, Gott Opfer darzubringen, weil er kein Priester war. Aber Saul hörte nicht auf Gottes Wort, sondern hörte vielmehr auf die Stimme der Situation, die sein dringendes Handeln verlangte. Schließlich gab er dem Druck der Situation nach und brachte selbst das Brandopfer dar, um seinen Männern ein Gefühl der Zuversicht zu verschaffen und sie dazu zu bewegen, bei ihm zu bleiben. So missbrauchte er das heilige Opfer Gottes für politische Zwecke und verachtete durch seine Anmaßung Gottes Heiligkeit in krasser Weise.

Was sagte Samuel über Sauls Verhalten? Welche Folge würde Sauls Ungehorsam haben? Betrachten wir die Verse 13-14: „Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot des Herrn, deines Gottes, das er dir geboten hat. Er hätte dein Königtum bestätigt über Israel für und für. Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen. Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der Herr hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des Herrn nicht gehalten.“ Samuel bezeichnete Sauls Verhalten als töricht und tadelte es als Ungehorsam gegenüber dem Gebot des Herrn. Sauls Ungehorsam würde schwerwiegende Folgen haben. Gott hatte zwar vorgehabt, Sauls Königtum über Israel für und für zu bestätigen; aber nun würde sein Königtum nicht bestehen, sondern an einen Mann nach Gottes Herz übergehen. Gottes Herz war von Saul gewichen! Wie schlimm ist es, wenn das Herz eines Mannes von seiner Ehefrau weicht! Wie schlimm ist es für Kinder, wenn ihr Vater aufhört, sie zu lieben, und er sich nur noch für seine Karriere oder seine Hobbys oder für eine andere Frau und deren Kinder interessiert! Doch wie viel schlimmer ist es, wenn Gottes Herz von einem Menschen weicht. Aber gerade das geschah bei Saul.

Warum wich Gottes Herz von Saul? Vers 14 sagt: „Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der Herr hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des Herrn nicht gehalten.“ Diese Worte besagen indirekt, dass Saul ein Mann geworden war, der nicht nach Gottes Herzen war. Wie können wir das verstehen? Wir können nicht sagen, dass Saul sich bis dahin wie ein gottloser Mann völlig unmöglich verhalten hätte. Saul bemühte sich, seine Aufgaben als König zu erfüllen und sich dabei moralisch korrekt zu verhalten und auch die religiösen Regeln und das Gesetz zu halten (wir lesen im heutigen Text zum Beispiel, dass Saul auch fastete, dass er Gott einen Altar baute und dass er Gott befragte, ob er in den Kampf ziehen sollte, als der Priester ihn dazu aufforderte). Aber als es darauf ankam, handelte Saul nicht nach Gottes Wort, sondern nach dem, was ihm selbst in der Situation vorteilhaft erschien. Er erzeigte sich als ein Mensch, der im Zweifelsfall der Situation und seinen eigenen Gedanken folgt anstatt dem Willen Gottes. So erwies sich Saul als ein Mensch, der nicht nach Gottes Herz war.

Wenn wir Gott und Saul mit einem Ehepaar vergleichen würden, war Saul wie ein Ehepartner, der seine Aufgabe erfüllt, zum Beispiel zu kochen, einzukaufen, und die Kinder zu versorgen und/oder arbeiten zu gehen, der seinen Ehepartner aber nicht liebt und das alles nicht vom Herzen für ihn tut, sondern nur aus Pflichtgefühl. Saul bemühte sich, seine Aufgabe als König zu erfüllen, aber er tat dies eher wie ein Angestellter, der seine Pflicht erfüllt, nicht vom Herzen für Gott. Kurz gesagt fehlte Saul die Liebe zu Gott. Saul hatte anders gesagt in seinem Herzen kaum Raum für Gott. Stattdessen war sein Herz voll mit eigenen Gedanken, zum Beispiel darüber, was die Menschen von ihm denken, Gedanken an seinen eigenen Vorteil, an den Erhalt seiner Macht usw. – Wie anders war dagegen David, der ein Mann nach Gottes Herz war. David liebte Gott und trachtete immer danach, Gott zu gefallen, sowohl als er als ein Flüchtling leben musste, als auch, als er jahrzehntelang ein mächtiger König war. Einmal zum Beispiel, als die Bundeslade gebracht wurde, tanzte David aus Freude darüber mächtig vor dem Herrn, obwohl er dabei von anderen, sogar von seiner Frau verachtet wurde. Aber David ging es nicht um sein eigenes Ansehen bei den Menschen, sondern ihm war vor allem anderen wichtig, durch all sein Tun Gott zu gefallen. Einmal schlief Saul, der David mit seinen Soldaten jahrelang verfolgte, zufällig gerade in der Höhle, in der David und seine Männer sich versteckt hatten. Die Situation schien wie dafür gemacht, dass David sich endlich an seinem Verfolger rächen und seinen Mordversuchen ein für alle Mal ein Ende machen würde. Auch Davids Männer forderten ihn dazu auf, Saul umzubringen. Aber David weigerte sich strikt, Saul irgendetwas anzutun, weil er Gott liebte und niemals wagen wollte, gegen den Gesalbten des Herrn etwas zu tun. David handelte nicht nach der Situation, sondern trachtete in jeder Situation danach, Gottes Willen zu tun. Denn David liebte Gott und wollte immer Gottes Herz erfreuen.

Was sollen wir hier lernen? Auch wir befinden uns manchmal in Situationen, die von uns ein bestimmtes Handeln verlangen, das aber nicht dem Wort Gottes entspricht, ähnlich wie Saul, dem die Leute davon liefen und der versucht war, deshalb ausnahmsweise selber das Brandopfer darzubringen. Wenn uns zum Beispiel unsere Freunde zu etwas einladen, von dem wir wissen, dass es Gott nicht gefällt, und wir Angst haben, dass wir ihre Anerkennung verlieren, wenn wir nicht mitmachen, ist der Druck, mitzugehen, groß. Wenn wir für eine wichtige Prüfung noch viel lernen müssen, fordert die Situation uns dazu auf, unsere Gemeinschaft mit Gott in der Stillen Zeit, beim Bibelstudium oder bei der Bibelfreizeit zu reduzieren oder ausfallen zu lassen. Oder wenn wir eine Arbeitsstelle benötigen und eine attraktive Stelle angeboten bekommen, mit der wir aber nicht unsere Aufgabe in Gottes Werk in Einklang bringen können, dann sind wir versucht, mit unserer Berufung Kompromisse zu machen, um uns die „gute Chance“ nicht entgehen zu lassen. Oder wenn jemand schon eine Weile für den richtigen Ehepartner betet, Gott ihn aber noch nicht gezeigt hat, während andere Gleichaltrige oder Jüngere in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis schon geheiratet haben, verlangt diese Situation scheinbar, sich ab sofort aktiv auf die Suche zu machen, anstatt weiter auf Gott zu warten. Es ist nicht leicht, dem Druck solcher Situationen standzuhalten. Es ist vor allem nicht leicht, dem Druck bis zum Ende standzuhalten. Saul konnte sieben Tage lang dem Druck der Situation standhalten, aber am letzten Tag, kurz bevor Samuel tatsächlich kam, gab er dem Druck nach und brachte selbst das Brandopfer dar und verachtete dadurch Gottes Heiligkeit in einer Weise, die Gott nicht akzeptieren konnte. Wenn der Druck der Situation groß ist, ist man leicht geneigt, Kompromisse einzugehen und diese zu verharmlosen oder zu rechtfertigen. Dann kann uns sogar der völlig irrelevante Gedanke, dass es eben eine besondere Situation sei und dass unser Vorhaben garantiert eine einmalige Ausnahme sein soll, wie ein triftiges Argument vorkommen. Aber wir müssen uns klar sein, dass gerade in solchen schwierigen Situationen unser Glaube geprüft wird. Gerade in den Situationen, in denen es uns nicht leicht fällt, nach Gottes Wort zu handeln, soll sich unser Glaube bewähren und reifen. Gerade in solchen Entscheidungssituationen sollen wir uns als Männer und Frauen nach dem Herzen Gottes erweisen. Saul bestand an jenem Tag seine Prüfung nicht; und das war keine kleine Sache, sondern hatte zur Folge, dass Gottes Herz von ihm wich. Auch viele in unserer Zeit, die Gottes Berufung empfangen und den Weg des Glaubens eingeschlagen haben, haben in einer kritischen Situation dem Druck der Situation bzw. ihrem eigenen Verlangen nachgegeben und haben mit dem Glauben einen Kompromiss geschlossen und haben so mehr oder weniger bewusst ihre Berufung verleugnet und den eingeschlagenen Glaubensweg verlassen. Darum ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir gerade auch in schwierigen Situationen unseren Glauben festhalten und nicht auf die Stimme der Situation hören, sondern allein auf die Stimme Gottes hören und konsequent danach handeln, und zwar nicht nur am Anfang, sondern bis zum Ende des siebten Tags – bis Gott selbst gehandelt und unseren Glauben als richtig bestätigt hat. Durch unser konsequentes Leben aus Glauben auch in schwierigen Situationen sollen wir uns als Männer und Frauen nach dem Herzen Gottes erweisen und Gott ehren und seinen großen Segen im Leben empfangen. Möge Gott jedem von uns dabei helfen, nicht auf die Stimme der Situation zu hören, sondern auf sein Wort zu hören und konsequent danach zu leben! Möge Gott uns helfen, uns so bis zum Ende unseres Lebens als Männer und Frauen des Glaubens zu erweisen! Möge er unser Leben dadurch reichlich segnen!

Teil 2: Jonatans Heldentat und Israels Sieg (13,15-14,52)

Was tat Saul, nachdem er die tadelnden Worte Gottes durch Samuel gehört hatte? Der Vers 15 berichtet, dass Saul von Gilgal nach Gibea in Benjamin zog und dort das Volk musterte. Hier wird nichts davon berichtet, dass Saul für seine Sünde Buße getan oder sie mindestens bereut hätte, wir finden auch nicht eine leise Andeutung dafür. Vielmehr machte Saul weiter, als ob nichts passiert wäre. Sicherlich musste er sich auf den Kampf gegen die Philister vorbereiten. Aber die Tatsache, dass Saul auf den Tadel durch Gottes Knecht offenbar nicht reagierte, ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Saul nicht ein Mann nach Gottes Herzen war.

Betrachten wir weiter den Text. Nach Vers 15 waren die Männer, die bei Saul waren, etwas sechshundert Mann. Wie klein war diese Truppe im Vergleich zu dem Heer der Philister, deren Soldaten zahlreich wie Sand am Meer waren. Die Verse 17 und 18 berichten, dass die Philister nun drei Heerhaufen losschickten, um das Land zu verheeren. Erschwerend kam hinzu, dass die Israeliten keine richtigen Waffen hatten; denn die Philister hatten den Israeliten die Ausübung des Schmiedehandwerks untersagt und verlangt, dass sie ihre Ackergeräte von den Schmieden der Philister anfertigen und reparieren ließen (19-21). So wurde, als der Tag des Kampfes kam, kein Schwert oder Spieß in der Hand des ganzen Volks gefunden, nur Saul und sein Sohn hatten Waffen (22). Menschlich betrachtet sah es so aus, als ob die Israeliten den Krieg schon verloren hätten, bevor er begonnen hatte.

Was tat Jonatan in dieser Situation? Betrachten wir Kap. 14. Während Saul in dieser Situation mit seinen Männern aus Furcht tatenlos sitzen blieb, wagte Jonatan, eine Wache der Philister an einer Felsklippe anzugreifen und so die Übermacht der Philister herauszufordern. Aus welcher Motivation heraus konnte er das wagen? Er sagte zu seinem Waffenträger im Vers 6: „Komm, lass uns hinübergehen zu der Wache dieser Unbeschnittenen! Vielleicht wird der Herr etwas für uns tun, denn es ist dem Herrn nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen.“ Jonatan konnte in der aussichtslosen Lage etwas unternehmen, weil er auf den allmächtigen Gott vertraute, der auch durch wenig viel bewirken kann.

Was passierte, als Jonatan durch seinen Glauben die Wache der Philister an der Felsklippe angriff? Obwohl ihre Ausgangsposition ungünstig war, half Gott Jonatan und seinem Waffenträger, die Wache der Philister von etwa zwanzig Mann zu besiegen (13.14). Und das war nur der Anfang. Denn Gott segnete den Schritt aus Glauben, den Jonatan getan hatte, in großartiger Weise und wirkte gewaltig für die Israeliten. Vers 15 berichtet: „Und es entstand ein Schrecken im Lager und auf dem freien Felde; und das ganze Kriegsvolk, die Wache und die streifenden Rotten erschraken; und die Erde erbebte. Und so geschah ein Gottesschrecken.“ Gott bewirkte, dass in der gesamten Armee der Philister Schrecken und Chaos entstanden. Als Saul, der keine Ahnung hatte, was passiert war, zum Kampfplatz kam, stellte er fest, dass bei den Philistern eines jeden Schwert gegen den andern ging und ein großes Getümmel herrschte (20). Auch die Hebräer, die vorher bei den Philistern gewesen und mit ihnen ins Feld gezogen waren, gingen nun zu Sauls Leuten über und kämpften auf ihrer Seite. Alle Männer, die sich aus Angst verkrochen hatten und hörten, dass die Philister flohen, kamen aus ihren Verstecken heraus und jagten ihnen im Kampf hinterher. Zusammenfassend heißt es im Vers 23a: „So half der Herr Israel an diesem Tage.“ Jonatan hatte eine einzige Tat durch seinen Glauben getan und zwanzig Männer auf der Klippe angegriffen. Aber Gott war so froh über diese eine Tat aus Glauben, dass Gott daraufhin das ganze Volk segnete und ihnen im Kampf gegen das Heer der Philister mächtig half.

Was tat Saul inmitten des Kampfes? Vers 24 sagt: „Und als die Männer Israels in Bedrängnis kamen an jenem Tage, belegte Saul das Volk mit seinem Fluch und schwor: Verflucht sei jedermann, der etwas isst bis zum Abend, bis ich mich an meinen Feinden räche! Da aß das ganze Volk nichts.“ Saul belegte das Volk mit einem völlig unnötigen, folgenschweren Fluch. Wir erfahren nicht, warum Saul das tat. Vielleicht wollte er durch diese pseudo-geistliche Aktion sich selbst und anderen beweisen, dass er doch ein geistlicher Mensch und guter König war. Aber wir erfahren klar, dass Sauls Motivation völlig ichbezogen war. Er verbot dem Volk bis zum Abend etwas zu essen, damit er sich an seinen Feinden rächen könnte. Saul war König geworden, aber er lernte nicht, die Dinge, mit denen er zu tun hatte, aus Gottes Sicht zu sehen und im Hinblick auf das Volk, sondern lebte weiterhin ichbezogen. Es ging Saul nicht so sehr um die Ehre Gottes und das Wohl seines Volkes als vielmehr um seine verletzten Gefühle, seinen Wunsch nach Rache und letztlich um seine eigene Ehre. Ein Mensch mit so einer Gesinnung kann Gott nicht gefallen.

Was waren die Folgen? Die Verse 25-30 berichten darüber, dass Jonatan, der Sauls Schwur nicht bekommen hatte, etwas Honig aß und so unwissentlich dagegen verstieß. Zu welcher Sünde wurde danach das Volk verführt? Als das Volk bis zum Abend kämpfte, ohne etwas essen zu dürfen, wurden sie sehr matt. Als sie ihren Hunger nicht mehr aushalten konnten, fielen sie über die Beute her und schlachteten Rinder und Schafe und aßen das Fleisch mit dem Blut, was Gott im Gesetz ausdrücklich verboten hat. Saul versuchte, weitere Sünde des Volks zu verhindern, indem er schnell organisierte, dass die Tiere vorschriftsmäßig geschlachtet wurden. Aber es ist fraglich, ob Saul bewusst war, dass das ganze eine Folge von seinem unbedachten Fluch war.

Betrachten wir die Verse 36-46. Saul wollte noch in derselben Nacht den Philistern nachjagen und sie völlig besiegen. Doch auf den Vorschlag des Priesters hin befragte er zuerst Gott, ob Gott sie in ihre Hände geben würde. Als Gott darauf nicht antwortete, ließ Saul das Los werfen, um den Schuldigen dafür zu finden, und kündigte an, dass der Schuldige sterben müsse, selbst wenn es sein Sohn Jonatan wäre. Als dann das Los tatsächlich auf Jonatan fiel und der erklärte, dass er etwas Honig gegessen hatte, sagte Saul: „Gott tue mir dies und das; Jonatan, du musst des Todes sterben!“ (41) Dieses Wort zeigt nochmals, wie weit Saul von Gottes Herz entfernt war. Durch seinen völlig unangebrachten, ungeistlichen Schwur hatte Saul das ganze Problem verursacht. Doch anstatt das einzusehen und Buße zu tun, war Saul willens, seinen eigenen Sohn zu töten, um sein eigenes Wort nicht zu brechen. Er wollte sein eigenes, unverantwortliches Wort treu halten, während er andererseits leichtfertig gegen Gottes Gebot verstieß. Saul war wirklich ein Mann, der Gottes Herz nicht kannte und nicht danach lebte. Nur durch den entschiedenen Widerspruch des Volks wurde Jonatans Leben gerettet.

In diesem Kapitel haben wir gesehen, dass Gott auf die kleine Glaubenstat Jonatans hin Israel mächtig geholfen und ihnen einen großen Sieg gegeben hat. Dadurch hat Gott seine Liebe zu seinem Volk und seinen inständigen Wunsch gezeigt, ihnen irgendwie gegen ihre Feinde zu helfen, die sie unterdrückten und ausplünderten. Aus dieser Motivation heraus hat Gott auch Saul nicht sofort abgesetzt oder verstoßen, sondern hat ihn weiterhin für die Befreiung seines Volkes gebraucht. Betrachten wir dazu die Verse 47 und 48, in denen zusammenfassend Sauls Königsherrschaft beschrieben wird: „Als Saul die Königsherrschaft über Israel erlangt hatte, kämpfte er gegen alle seine Feinde ringsumher: gegen die Moabiter, die Ammoniter, die Edomiter, gegen die Könige Zobas und gegen die Philister. Und wo er sich hinwandte, da gewann er den Sieg. Und er vollbrachte tapfere Taten und schlug die Amalekiter und errettete Israel aus der Hand aller, die es ausplünderten.“ Obwohl Sauls Einstellung und sein Verhalten Gott gegenüber verkehrt geworden waren, hat Gott ihn noch jahrelang erduldet und ihn regieren lassen, um durch ihn sein Volk von ihren Feinden zu befreien, die sie hart bedrängten und ausplünderten. Hier sehen wir Gottes Weisheit, mit der er sein Erlösungswerk in der Geschichte führt und dafür selbst einen Mann wie Saul gebrauchte. Wir sehen auch große Liebe und sein herzliches Mitleid mit seinem Volk und seine Langmut mit einem eigensinnigen Sünder.

Lesen wir zum Schluss nochmals das Leitwort, 13,13.14: „Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot des Herrn, deines Gottes, das er dir geboten hat. Er hätte dein Königtum bestätigt über Israel für und für. Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen. Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der Herr hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des Herrn nicht gehalten.” Möge Gott uns helfen, auch in schwierigen Situationen auf Gott zu hören und ihm zu folgen und uns so als Menschen nach Gottes Herz zu erweisen!

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Fragebogen: 1.Samuel 15,1-16,23

Aug 8th, 2010

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Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer

Samuel aber sprach: Meinst du, dass der Herr Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des Herrn?
Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern.
Denn Ungehorsam ist Sünde wie Zauberei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du des Herrn Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen,
dass du nicht mehr König seist.”

Sam 15,22.23)

  1. Was gebot Gott Saul durch Samuel (15,1-3)? Wie ging Saul mit Gottes Wort um (4-9)? Was war Sauls Problem, und mit welchen Argumenten versuchte er, sich zu rechtfertigen (10-15)?
  2. In welcher Hinsicht war das eine große Sünde vor Gott (17-22)? Womit ist diese Sünde vergleichbar (23)?
  3. Welchen Grund nannte Saul für seinen Ungehorsam (24)? Was war die Folge seiner Sünde (23.26)? Wie vernahm er diese Botschaft, und woran hing sein Herz selbst in so einer Situation (25-31)?
  4. Was tat Samuel und warum (32.33)? Welche Wirkung hatte Sauls Ungehorsam auf Samuel (34.35)?
  5. Wen salbte Gott anstelle von Saul (16,1-13)? Was sah Gott dabei an (7)? Was geschah mit Saul (14-23)?

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Predigt: 1.Samuel 8,1-11,15

Aug 3rd, 2010

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Der Geist des Herrn wird über dich kommen!

„Und der Geist des Herrn wird über dich kommen, dass du mit ihnen in Verzückung gerätst; da wirst du umgewandelt und ein anderer Mensch werden.”

(1.Sam 10,6).

In den letzten Wochen haben wir uns im ersten Buch Samuel mit einigen Leuten beschäftigt. Nämlich mit Hanna, mit Eli und mit Samuel. Heute wird uns die vierte Person vorgestellt, nämlich Saul, der zum ersten König in Israel gesalbt wurde. Die Israeliten wollten wie alle Heiden einen König über das Volk haben. Gott wurde von seinem Volk verworfen, sie waren wie der verlorene Sohn im Gleichnis, der seinen Vater verließ. Hier können wir über Gottes Kummer nachdenken, der von seinem Volk verworfen wurde. Aber auch dabei tat Gott sein Bestes, um sein Volk Israel von ihren Feinden zu retten. Durch Samuel salbte er Saul zum König über sein Volk.

I. Gott wurde von seinem Volk verworfen. (Kapitel 8 )

Betrachten wir die Verse 1-3.

Samuel war alt geworden. Darum setzte er seine Söhne als Richter. Aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen, sondern suchten ihren Vorteil und nahmen Geschenke und beugten das Recht. Da versammelten sich alle Ältesten Israels und kamen zu Samuel, um ihn aufzufordern, einen König über sie zu setzen.

Lesen wir Vers 5. „Siehe, du bist alt geworden und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen. So setze nun einen König über uns, der uns richte, wie ihn alle Heiden haben.“

Was hier zu beobachten ist, ist daß alle Ältesten Israels einig waren, einen König über sich setzen zu lassen. Es war nicht nur eine Mehrheit, sondern sie waren zu hundert Prozent dafür, einen König über sich zu haben. Und sie argumentierten offensiv, um ihren Willen durchzusetzen. Zuerst argumentierten sie, dass Samuel wegen seines hohen Alters nicht mehr in der Lage war, über sie zu richten. Als zweites Argument machten sie auf Samuels Söhne aufmerksam: „Deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen.“ Sie meinten: Samuels Zeit ist vorbei. Auch seine Söhne waren nicht genug für sie. Also forderten sie Samuel mit Nachdruck auf: „So setze nun einen König über uns, der uns richte, wie ihn alle Heiden haben.“

Sie nahmen alle Heiden zum Vorbild. Sie meinten: Alle Heiden haben schon einen König. Nur wir haben ihn nicht. Alle anderen haben das, nur wir allein haben das nicht. Alle anderen haben Vorteile, aber wir nicht. Alle anderen Menschen haben bessere Chancen, aber wir nicht. Alle anderen Menschen haben es gut, weil sie unter der sichtbaren, greifbaren und berechenbaren Führung leben, aber wir müssen Gott fragen, seiner Führung folgen, auf ihn vertrauen und, und, und.

Sie wollten endlich einmal von dieser Abhängigkeit frei werden und eigene Selbständigkeit entwickeln. Wie alle anderen Menschen wollten sie etwas Sichtbares haben, worauf sie vertrauen könnten, anstatt vom Segen Gottes abhängig zu leben. Sie waren davon überzeugt, dass ein neues System ihnen solch ein sicheres und freies Leben anbieten würde. Alle Ältesten Israels waren zuversichtlich, dass ein König ihnen eine bessere, sichere und stabile Zukunft geben würde. Darum forderten sie Samuel auf: „So setze nun einen König über uns, der uns richte, wie ihn alle Heiden haben.“

Im Gleichnis vom verlorenen Sohn forderte der zweite Sohn seinen Vater auf, ihm sein Erbteil voraus geben, bevor sein Vater starb. Er träumte davon, dass sein Leben besser laufen würde, wenn er ins ferne Land gehen würde.

Die Israeliten waren eigentlich ein sklavisches Volk gewesen. Sie hatten keine Freiheit, sondern mussten hart arbeiten. Sie hatten weder eine Zukunft noch hatten sie menschliche Würde. Aber Gott befreite sie und ernährte sie 40 Jahre lang in der Wüste. Durch seine Hilfe konnten sie das Land Kanaan erobern und dort ihre neue Lebensgrundlage haben. Das alles war Gottes Gnade. Gott gab ihnen alles, was sie brauchten. Aber sie hatten immer wieder Götzen neben Gott. Wie die Heiden wollten sie eine andere Religion haben, anstatt Gott anzubeten. Nun wollten sie wie alle Heiden ein System haben, in dem ein König für ihre Sicherheit sorgen sollte.

Wie reagierte Samuel auf die Aufforderung aller Ältesten Israels? Lesen wir Vers 6. „Das missfiel Samuel, dass sie sagten: Gib uns einen König, der uns richte. Und Samuel betete zum Herrn. Menschlich betrachtet wurde Samuel angegriffen und beleidigt. Sie hatten gesagt: Du ist zu alt. Deine Söhne sind schlecht. Darum brauchen wir einen anderen Mann, der uns führt. Aber Samuel reagierte nicht menschlich, sondern betete zu Gott. Er hätte ihnen sagen können: Ihr undankbares Volk. Ihr habt vergessen, wie viel Tage und Nächte ich für euch gebetet habe. Ihr habt vergessen, wie lang ich auf mein privates Leben verzichtet habe, um euch zu helfen. Aber er reagierte nicht emotional, sondern ging zu Gott. Es war für Samuel ein trauriger Tag, aber er versuchte nicht, ihnen aus seiner Weisheit zu helfen, sondern warf all seine Sorgen und seinen Kummer auf Gott.

Als ein Knecht Gottes hatte er sein Leben lang treu Gottes Volk geführt. Aber nun wurde er von den Menschen verletzt und enttäuscht. An diesem traurigen Tag ging er zu Gott.

Wie tröstete Gott Samuel?

Lesen wir die Verse 7 und 8. „Der Herr aber sprach zu Samuel: Gehorche der Stimme des Volkes in allem, was sie zu dir gesagt haben: denn sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, dass ich nicht mehr König über sie sein soll. Sie tun dir, wie sie immer getan haben von dem Tage an, da ich sie aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, dass sie mich verlassen und andern Göttern gedient haben.“

Gott tröstete Samuel: Sie haben nicht dich, sondern mich verworfen.

Gott erklärte, dass sie ihn nicht zum ersten Mal verlassen haben, sondern dass sie von Anfang an bis heute immer wieder getan haben, was Gott traurig machte. Gott hat lange Zeit wegen der Haltung der Israeliten gelitten. Gott hat ihnen als das erste Gebot gegeben, keine anderen Götter neben ihm zu haben. Aber sie verließen ihn und gingen zu anderen Göttern. Es war für Gott eine große Beleidigung, so wie ein Mann von seiner Frau verletzt wird, die immer wieder zu einem anderen Mann geht.

Erst heute konnte Samuel kennen lernen, wie lange Gott Kummer und Leid getragen hat, um sein Volk zu einem heiligen Volk zu erziehen. Sie hielten alles für selbstverständlich, was sie von Gott bekommen hatten. Anstatt Gott zu danken, waren sie unzufrieden damit, was sie noch nicht hatten. Obwohl sie Gott beleidigt haben, wollte Gott auf ihr Bedürfnis eingehen. Darum gab Gott Samuel die Orientierung: „Gehorche der Stimme des Volkes in allem, was sie zu dir gesagt haben.“

Wie der Vater im Gleichnis vom verlorenen Sohn erlaubte Gott hier dem Volk seinen Willen, einen König zu haben. Wir können Gottes Kummer besser verstehen, wenn wir uns vorstellen, dass eine Frau neben ihrem Mann einen anderen Liebhaber hat. Obwohl es für Gott schmerzhaft war, ließ Gott sein Volk einen König haben.

Gott respektierte ihren Willen und ihre Entscheidung, aber gab ihnen eine Warnung, welche Konsequenz sie tragen müssten. Gott respektiert unsere Entscheidung und unseren Willen, aber er lehrt uns, dass wir für unsere Entscheidung die volle Verantwortung tragen müssen. Wir dürfen all das, woran wir selbst Schuld, nicht auf Gott schieben.

Lesen wir Vers 10. „Und Samuel sagte alle Worte des Herrn dem Volk, das von ihm einen König forderte.“ Es war Gottes Warnung. Nicht eine Warnung von Samuel, sondern Gott warnte sie persönlich vor der Konsequenz ihrer Entscheidung.

Gott sagte ihnen klar, dass ihr neues System ihre Erwartung nicht erfüllen würde.

Stattdessen würden sie im Gegenteil erleben: Ihr König würde ihre Söhne nehmen, um sie zu seinen Dienern zu machen. Ihre Töchter würden auch des Königs Dienerinnen. Darüber hinaus würde der König vom Volk den Zehnten nehmen. Ihre Knechte und Mägde und ihre Rinder und ihre Esel würde er auch nehmen, um sie in seinen Dienst zu stellen. Schließlich würden sie selber seine Knechte werden. Die Israeliten dachten, dass sie durch einen König nur Vorteile haben würden. Aber sie würden viel Verlust erfahren. Dann würden sie es wieder bereuen und zu Gott schreien. Aber Gott sagte voraus, dass er ihr Schreien nicht erhören würde.

Samuel hatte ihnen alle Worte Gottes gesagt und nun stellte er sie vor die Entscheidung, ob sie dennoch einen König haben wollten oder nicht.

Was wählten die Israeliten?

Lesen wir Verse 19-20.

Aber das Volk weigerte sich, auf die Stimme Samuels zu hören, und sie sprachen: Nein, sondern ein König soll über uns sein, dass wir auch seien, wie alle Heiden, dass uns unser König richte und vor uns ausziehe und unsere Kriege führe!“ Nicht Samuel, sondern Gott hatte sie gewarnt. Dann sollten sie Gott Recht geben. Sie sollten auf Gott hören. Aber das Volk weigerte sich, zu gehorchen. Vielmehr beharrten sie auf ihrem Willen. Nein, Nein, Nein, wir wollen sein wie alle Heiden.

Sie wollten ihr Vorhaben unbedingt durchsetzen. Sie waren fest davon überzeugt, dass ihre Entscheidung ihnen nur Vorteile bringen würde. Ihr Wille war zu stark, so dass sie nicht mehr auf Gottes Wort hören konnten. Sie waren wie ein Kind, das trotz aller Warnungen nur noch seinen eigenen Willen durchsetzen will.

In der Bibel erfahren wir, dass unser Gott vor der Sintflut bereut hatte, dass er die Menschen geschaffen hatte, weil ihre Gedanken und das Trachten ihrer Herzen nur böse waren. Es bekümmerte ihn in seinem Herzen. Nach der Sintflut hat Gott einen Menschen Abraham berufen, damit dieser der Vater vieler Völker wird, die Gott anbeten. Seine Nachkommen sind die Israeliten. Aber sie waren nicht viel anders als die Menschen vor der Sintflut. Obwohl sie so viel Gnade Gottes in der Vergangenheit erlebt hatten, wollten sie Gott verlassen und auf eigenen Weg gehen.

Sie haben Gottes Liebe zu ihnen noch nicht erkannt. Sie haben Gottes Willen für sie noch nicht erkannt. Sie sollten nicht wie alle Heiden sein, sondern ein heiliges Volk sein. Sie sollten nicht allen Heiden folgen, sondern für die Heiden ein vorbildliches Volk sein. Sie wollten all das nicht. Sie wollten lieber sein wie alle Heiden, die scheinbar mehr Freiheit und Erfolg und Sicherheit hatten. Sie brauchten Gott auch, solange er ihnen Gesundheit, Glück, Freude geben würde. Aber Gott war nur in einer Ecke in ihrem Herzen. Gott war für sie nicht so wichtig. Was für sie wichtig war, waren Erfolg, sichere Zukunft und, und, und.

Wie oft ignorieren die Menschen Gottes Wort? Wie oft denken die Menschen, dass ihre eigene Entscheidung besser sei, als Gottes Wort zu gehorchen? Gott ist traurig wegen der Sünde der Menschen. Ein Prediger sagte: Der viele Regen bei der Sintflut seien seine Tränen gewesen. Gott hat viel Kummer, weil die Menschen nicht auf ihn hören. Er ist fest entschlossen, sein Volk zu lieben und ihnen alles zu geben, wenn sie allein auf ihn vertrauen. Gott will geliebt werden. Gott will, dass wir ihn von Herzen lieben. Gott will die Menschen finden, die ihn von ganzem Herzen lieben und ihn anbeten. Wer kann Gott trösten? Wer kann ihn erfreuen? Wir sind seine Kinder. Wir sollen das tun.

II. Gott salbte Saul zum Fürsten, um sein Volk zu retten. (Kapitel 9 – Kapitel 11)

Gott akzeptierte das Vorhaben des Volkes. Darum wählte er einen König für das Volk aus. Er war Saul, ein Benjaminiter. Sauls Vater Kisch hatte Eselinnen verloren. Darum wurde Saul von seinem Vater beauftragt, die Eselinnen zu finden. Saul ging mit einem Knecht suchen. Obwohl er überall gesucht hatte, fand er die Eselinnen nicht. Als er nach Hause zurückgehen wollte, schlug sein Knecht vor, zu einem berühmten Mann Gottes zu gehen. Sein Knecht sagte: Vielleicht sagt er uns unseren Weg, den wir gehen sollen. Saul nahm diesen Vorschlag an und kam zu Samuel. Bevor Saul kam, bereitete Gott Samuel auf die Begegnung mit ihm vor. Betrachten wir Kapitel 9,15 „Aber der Herr hatte Samuel das Ohr aufgetan einen Tag, bevor Saul kam. Gott handelte nun, um einen König für sein Volk vorzubereiten. Lesen wir den Vers 16. „Morgen um diese Zeit will ich einen Mann zu dir senden aus dem Lande Benjamin, den sollst du zum Fürsten salben über mein Volk Israel, dass er mein Volk errette aus der Philister Hand. Denn ich habe das Elend meines Volkes angesehen, und sein Schreien ist vor mich gekommen.“

In diesem Vers wiederholte Gott das Wort „mein Volk“ dreimal. Gott hatte sein Volk in seinem Herzen. Er liebte sein Volk unendlich. Darum wollte er für sie einen besten Mann zum König machen. Als Saul zu Samuel kam, beruhigte Samuel ihn, dass er sich keine Sorgen um die Eselinnen zu machen brauchte, weil sie gefunden seien. Samuel ermutigte Saul: Wem gehört denn alles, was wertvoll ist in Israel? Gehört es nicht dir und dem ganzen Hause deines Vaters? Saul war überrascht und antwortete: Bin ich nicht ein Benjaminiter und aus einem der kleinsten Stämme Israels, und ist nicht mein Geschlecht das Geringste unter allen Geschlechtern des Stammes Benjamin? Warum sagst du mir solches? Samuel aber lud ihn zum Festmahl ein und gab ihm Ehre unter allen Gästen. Nach der Essensgemeinschaft machte Samuel für Saul ein Lager auf dem Dach. Dort übernachtete Saul. Am nächsten Tag weckte Samuel Saul auf und erzählte ihm, was Gott gesagt hatte.

Betrachten wir Kapitel 10,1. Saul wurde zum König gesalbt. Samuel sagte Saul voraus, was ihm an diesem Tag begegnen würde. Die Eselinnen würden gefunden werden. Er würde drei Männer treffen, die drei Böcklein, drei Brote und einen Krug mit Wein trugen. Sie würden ihm zwei Brote geben. Danach würde er eine Schar von Propheten treffen, die in Verzückung sein würden. Dann würde der Geist Gottes über Saul kommen, und Saul würde auch in Verzückung geraten. Lesen wir Kapitel 10 Vers 7. „Wenn bei dir nun diese Zeichen eintreffen, so tu, was dir vor die Hände kommt; denn Gott ist mit dir.“ Saul war noch kleinmütig und dachte, dass er nicht als Leiter geeignet wäre.

Darum sagte Samuel voraus, dass ihm diese vielen Zeichen gegeben werden würden.

Gott gab ihm an demselben Tag all diese Zeichen. Lesen wir Vers 9. „Und als Saul sich wandte, um von Samuel wegzugehen, gab ihm Gott ein anderes Herz, und alle diese Zeichen trafen ein an demselben Tag.“ Gott machte Saul Mut und bestätigte, dass er mit ihm war.

Betrachten wir Vers 10. Als Saul nach Gibea kam, begegnete er einer Prophetenschar. Der Geist Gottes kam über ihn, dass er mit ihnen in Verzückung geriet. Die Leute sahen Saul und sagten: Ist Saul auch unter den Propheten?

Gott stärkte Saul, um ihn zum König zu machen. Samuel rief das Volk nach Mizpa zusammen, um ihnen Saul offiziell als ihren König vorzustellen. Da wiederholte Samuel Gottes Wort: „So sagt der Herr, der Gott Israels: Ich habe euch aus der Hand der Ägypter errettet und aus der Hand der Königreiche, die euch bedrängten. Ihr aber habt heute euren Gott verworfen, der euch aus aller eurer Not und Bedrängnis geholfen hat, und habt gesprochen: Nein, setze vielmehr einen König über uns.“

Durch das Losverfahren wurde allen bekannt, dass Saul zum König erwählt war. Aber er war nicht zu finden, weil er sich bei dem Tross versteckt hat. Saul war noch nicht bereit, ein König zu sein. Er dachte nicht daran, dass Gott mit ihm war, sondern schaute auf sich selbst. Er schaute auf die Menschen, die noch stärker aussahen. Darum wurde er kleinmütig. Einige ruchlose Leute verachteten ihn: Was soll der uns helfen? Sie brachten ihm kein Geschenk. Aber Saul tat, als ob er nichts gehört hätte.

Es gab eine Gelegenheit für Saul, sich als König vor den Leute zu beweisen.

Die Ammoniter griffen Israel an. Das Volk geriet in Angst und weinte. Aber Saul war vom Geist Gottes erfüllt und rief alle Israeliten zum Kampf auf. 330 000 Mann folgten ihm und führten den Krieg gegen die Ammoniter. Die Israeliten schlugen die Ammoniter. Da sprach das Volk: “Wer sind die, die gesagt haben: „Sollte Saul über uns herrschen? Gebt sie her, die Männer, dass wir sie töten.“ Aber Saul antwortete: „Es soll an diesem Tage niemand sterben; denn der Herr hat heute Heil gegeben in Israel.“ An diesem Tag freuten sie sich alle sehr. Somit wurde Saul nicht nur amtlich, sondern auch praktisch vom Volk als König bestätigt. Gott war mit Saul, damit dieser seinem Volk helfen sollte. Gott liebt sein Volk. Aus dieser Liebe plant er und handelt er. Es sah so aus, als ob das Volk mit seinem Wunsch nach einem König Recht behalten hätte, weil sie einen Kampf durch Saul gewannen. Ihr König hatte sie gerettet. Aber es war nicht so. Gott hatte Saul für das Volk vorbereitet. Gott hatte Saul geholfen, um sie aus ihrer Not zu retten.

Vergessen wir nicht, dass Gott uns bis heute geholfen hat. Eben-Eser. Bis hierher hat uns der Herr geholfen. Wir Menschen verwerfen Gott, aber er liebt uns unveränderlich. Obwohl die Menschen Gottes Sohn verworfen und getötet haben, hat Gott sie geliebt und ihnen vergeben. Gottes Liebe trägt uns bis heute. Er will von uns geliebt werden. Er will von uns angebetet werden. Darum hat er uns seine Liebe erwiesen, indem er für uns seinen Sohn am Kreuz getötet werden ließ. Denken wir darüber nach, ob wir auch wie die Israeliten nur noch auf unserem Willen beharrt haben. Stellen wir unseren Willen zurück und denken wir über Gott nach, der Kummer hat. Die kleinen Kinder sind kindisch, weil sie nur an ihr eigenes Bedürfnis denken. Sie sind nicht in der Lage, den Willen ihrer Eltern zu berücksichtigen. Die Israeliten waren wie solche Kinder. Sind wir anders als die Israeliten? Oder tun wir das Gleiche? Gott weint wie bei der Sintflut immer noch, weil er sehen muss, dass so viele Menschen trotz allen Warnungen ein gottloses Leben wählen und in die Hölle fallen.

Unsere Freiheit wird von Gott respektiert. Aber für unsere Entscheidung müssen wir selber die Verantwortung tragen. Gott möchte, dass allen Menschen geholfen werde. Tun wir Buße, bevor es zu spät dafür wird. Lassen wir es niemals dazu kommen, daß wir von Gott hören müssen, dass wir ihn verworfen hätten. Lasst uns von ihm hören: Danke, dass du auf mich gehört hast. Ich freue mich und es ist großartig, dass du mir gehorcht hast.

Zum Schluss möchte ich mich und euch fragen: Wer ist Gott für dich?

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Fragebogen: 1.Samuel 13,1-14,52

Aug 2nd, 2010

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Gottes Herz wich von Saul


„Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot des Herrn, deines Gottes, das er dir geboten hat. Er hätte dein Königtum bestätigt über Israel für und für. Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen. Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der Herr hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des Herrn nicht gehalten.”

(1.Sam 13,13.14)

  1. Wie kam es zum Krieg zwischen Israel und den Philistern (1-4)? Wie war der innere Zustand der Israeliten, die in den Kampf zogen (5-7)?
  2. Warum brachte Saul selbst das Opfer dar (8.9)? Welches Problem zeigt sich darin (10-12)?
  3. Was tadelte Samuel an Saul (13)? Was würde schließlich mit dem Königtum geschehen (14)?
  4. Vergleiche die Streitkraft der Israeliten mit der der Philister (15-23). Welchen Glauben hatte Jonatan (14,1-6)? Wie segnete Gott seinen Glauben (7-23)?
  5. Welchen Befehl erteilte Saul und warum (24)? Wie kam es dazu, dass Jonatan dagegen verstieß (25-30)? Welche Sünde beging das Volk (31-35)?
  6. Warum wollte Saul Jonatan umbringen (36-44)? Wie konnte Jonatan am Leben bleiben (45.46)?
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