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Fragebogen: 1.Könige 11,1 – 12,24

Dez 12th, 2011

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Der Beginn der Spaltung des Reiches

Der Herr aber wurde zornig über Salomo, dass er sein Herz von dem Herrn, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war und ihm geboten hatte, dass er nicht andern Göttern  nachwandelte. Er aber hatte nicht gehalten, was ihm der Herr geboten hatte.”

(1.Kön 11,9.10)

1. Woran lag es, dass Salomo sein Herz von dem Herrn, dem Gott Israels, abgewandt hat (1-4)? Was war die Folge (5-11)? Welche Lehre ziehen wir daraus? Wie hat Gott dennoch seine Treue gezeigt (12.13)?

2. Auf welche Weise bestrafte Gott Salomo (14-25)? Was wollte Gott Jerobeam anvertrauen (26-37)? Was war dabei Gottes Herzensanliegen, das Jerobeam erfüllen sollte (38.39)?

3. Wer wurde Salomos Nachfolger (11,40-12,1)? Wer kam in dieser Zeit zum neuen König Rehabeam und worum baten sie ihn (2-5)? Wie antwortete Rehabeam darauf (6-14)? Warum (15)?

4. Was geschah mit dem Reich (16-20)? Was war Rehabeams Plan, und warum hielt Gott ihn davon ab (21-24)? Nenne den Grund der Spaltung des Reiches und den direkten Anlass dafür.

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Predigt: 1.Könige 3,1 – 28

Dez 5th, 2011

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Salomo,  der  König  der  Weisheit

„So wollest du deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, damit er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist. Denn wer vermag dies dein mächtiges Volk zu richten?”

(1.Kön 3,9)

Letzte Woche haben wir erfahren, wie Salomo König über ganz Israel wurde, obwohl sein Bruder die Macht an sich reißen wollte. Wir haben auch gelernt, wie Salomo die Ermahnungen seines Vaters David befolgt und dadurch sein Königtum gefestigt hat. Doch Salomo war immer noch sehr jung, vermutlich noch ein Teenager. Wie konnte er das große Volk gut leiten und als oberster Richter im Volk Gerechtigkeit aufrichten? Heute erfahren wir von Salomos Gebet, in dem er Gott um ein gehorsames, verständiges Herz bat. Wir erfahren auch, wie Gott Salomo daraufhin große Weisheit gab, mit der er seine Aufgabe als oberster Richter gut erfüllen konnte und national und international berühmt wurde. Möge Gott uns helfen, von Salomos Gebet zu lernen und selbst auch Menschen mit göttlicher Weisheit zu werden!

I. Salomos Gebet um ein gehorsames Herz (1-9)

Wie war die Anfangszeit von Salomo als König? Betrachten wir den Text. Vers 1 berichtet: Und Salomo verschwägerte sich mit dem Pharao, dem König von Ägypten, und nahm eine Tochter des Pharao zur Frau und brachte sie in die Stadt Davids, bis er sein Haus und des Herrn Haus und die Mauer um Jerusalem gebaut hatte.“ Salomo heiratete. Dass Salomo eine Tochter des Pharao zur Frau nahm,  mag einige verwundern. Aber der Ausdruck „verschwägerte sich mit dem Pharao“ weist darauf hin, dass Salomo durch diese Heirat auch die Beziehungen zwischen Israel und dem mächtigen Nachbarn Ägypten stabilisieren wollte, was in der Geschichte ein häufiges Motiv für die Heirat von Königen war. Gott hatte den Israeliten zwar nur die Heirat mit kanaanitischen Frauen ausdrücklich verboten; aber geistlich wäre es für Salomo sicher besser gewesen, wenn er eine fromme jüdische Frau geheiratet hätte.

Was erfahren wir noch über die Anfangszeit von Salomos Herrschaft? Der Vers 2 berichtet, dass die Israeliten noch auf den Höhen, also an selbst erwählten Orten auf Hügeln opferten, weil es noch keinen Tempel gab. Dadurch entsprach ihr Gottesdienst nicht dem Gesetz Gottes durch Mose, und das Opfern auf den Höhen barg auch die Gefahr, dass sie dazu verleitet werden konnten, nicht nur Gott dem Herrn, sondern auch fremden Göttern zu opfern.

Doch abgesehen davon wird Salomos Herzenshaltung und Leben vor Gott gelobt. Vers 3 sagt: „Salomo aber hatte den Herrn lieb und wandelte nach den Satzungen seines Vaters David, nur dass er auf den Höhen opferte und räucherte.“ Salomo hatte Gott lieb. Er hatte von Herzen den Wunsch, Gott zu erfreuen, und bemühte sich eifrig darum, den Lehren seines Vaters zu folgen. Aus dieser Motivation heraus brachte er eines Tages auch ein sehr großes Opfer. Vers 4 berichtet: Und der König ging hin nach Gibeon, um dort zu opfern; denn das war die bedeutendste Höhe. Und Salomo opferte dort tausend Brandopfer auf dem Altar.“ Obwohl Salomo als junger König viel zu tun hatte, ging er von Jerusalem nach Gibeon und brachte dort Gott ein gewaltiges Opfer. In der Bibel ist nirgends vorgeschrieben, eine große Zahl von Brandopfern zu bringen. Warum brachte Salomo eintausend Tiere Gott als Opfer dar? Wenn er zehn Brandopfer gebracht hätte, wäre das schon viel gewesen, oder hundert – das wäre sehr viel gewesen. Die Tatsache, dass er aber eintausend Brandopfer brachte, zeigt seine ernsthafte Haltung gegenüber Gott, wie sehr er Gott liebte und wie inständig er seine Hilfe suchte. Dahinter stand, dass er seine Aufgabe als König des Volks sehr ernst nahm und sich bewusst war, dass er sie von sich aus nicht gut genug erfüllen konnte. Wir werden gleich noch mehr darüber erfahren, wenn wir sein Gebet betrachten.

Wie reagierte Gott auf sein Opfer? Gott freute sich über Salomos Herz und nahm sein Opfer an. Vers 5 sagt: „Und der HERR erschien Salomo zu Gibeon im Traum des Nachts und Gott sprach: Bitte, was ich dir geben soll!“ Gott war so froh über Salomos Liebe und ernsthaftes Suchen nach Gott, dass er ihm im Traum erschien und ihm das einmalige Angebot machte, zu wählen, was er von Gott bekommen wollte. Was würdest du von Gott erbitten, wenn er dir diese Frage stellen würde?

Betrachten wir, was Salomo Gott antwortete. Salomo sprach: Du hast an meinem Vater David, deinem Knecht, große Barmherzigkeit getan, wie er denn vor dir gewandelt ist in Wahrheit und Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen vor dir, und hast ihm auch die große Barmherzigkeit erwiesen und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Thron sitzen sollte, wie es denn jetzt ist. Nun, Herr, mein Gott, du hast deinen Knecht zum König gemacht an meines Vaters David statt. Ich aber bin noch jung, weiß weder aus noch ein. Und dein Knecht steht mitten in deinem Volk, das du erwählt hast, einem Volk, so groß, dass es wegen seiner Menge niemand zählen noch berechnen kann“ (6-8). Salomos Gebet lässt uns erkennen, wie er über sich selbst dachte und was ihn bewegte. Zum einen war er sich tief bewusst, dass er das Amt als König nicht wegen eigener Fähigkeiten oder Verdienste erhalten hatte, sondern wegen Gottes Barmherzigkeit und dem treuen Glauben seines Vaters David, der vor Gott gewandelt war. Zum andern zeigt sein Gebet auch, wie ernst er seine Aufgabe nahm, das Volk gut zu leiten und gerecht zu richten. Er hatte Hochachtung  gegenüber dem Volk, das er nicht „mein Volk“, sondern „dein Volk“ nannte. Heute ist es fast normal, dass Menschen auf sich selbst und ihre Fähigkeiten sind stolz und voller Selbstbe­wusst­sein, selbst wenn sie noch jung sind und nichts Besonderes getan haben. Aber obwohl Salomo König geworden war, war er nicht stolz und bildete sich nicht ein, dass er mit seiner Fähigkeit schon alles managen könnte. Er gab vor Gott zu, dass er noch jung und unerfahren war, nach einer anderen Übersetzung sagte er: „Ich aber bin ein kleiner Junge, ich weiß nicht, aus- noch einzugehen.“ (Elb. Übers.) Sein Gebet zeigt, wie demütig und wie bewusst er sich war, dass er Gottes Hilfe brauchte, um seine große  Aufgabe erfüllen zu können.

Welche Bitte brachte Salomo daher schließlich vor Gott? Er sagte:So wollest du deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, damit er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist. Denn wer vermag dies dein mächtiges Volk zu richten?“ Salomo betete für ein gehorsames Herz, damit er Gottes Volk gerecht richten könnte. Er nutzte das einmalige Angebot Gottes nicht dazu, um für Segen für sich selbst wie Reichtum, Ehre oder ein langes Leben zu bitten; sondern er bat Gott darum, ihn dazu zu befähigen, seine Aufgabe als König und Richter des Volks gut zu erfüllen.

Warum bat er aber um ein gehorsames Herz, um seine Aufgabe als König und Richter des Volks gut erfüllen zu können? Das hier mit „gehorsam“ übersetze Wort stammt eigentlich von dem hebräischen Wort „schama“, das wir vom höchsten Gebot aus 5. Mose 6,4.5 kennen, das mit den Worten beginnt: „Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein …“ Wörtlich bat Salomo also um ein „hörendes Herz“ (Elberf. Übers.), wobei „schama“ ein intelligentes Hören meint, das mit einer Haltung der Aufmerksamkeit und des Gehorsams verbunden ist. Daher heißt es in einer englischen Übersetzung (KJV) hier „an understanding heart“, ein verständiges Herz. Und wenn wir Gottes Antwort im Vers 12 anschauen, sehen wir, dass Gott Salomos Wunsch auch genau so verstanden hat; denn Gott sagte zu ihm: „Siehe, ich gebe dir ein weises, verständiges Herz“. Salomos Bitte um ein gehorsames Herz war letztlich ein Gebet um ein weises Herz.

Warum bedeutet ein hörendes, gehorsames Herz ein weises Herz? Was ist eigentlich Weisheit, von der in diesem Kapitel immer wieder die Rede ist (12.28)? Im Allgemeinen versteht man unter Weisheit laut Duden eine einsichtsvolle Klugheit aus der Reife der Lebenserfahrung. Das bedeutet, dass man bei Situationen und Ereignissen in dieser Welt die Prinzipien und die grundlegenden Lehren, die dahinter stehen, versteht und sie auf andere Situationen anwenden kann. Weisheit hat also mit Erkenntnis zu tun, die man durch Überlegung oder Erfahrung in seinem Leben erwirbt. Doch was ist dagegen die Weisheit im biblischen Sinne, die wahre, göttliche Weisheit? Wahre Weisheit kommt direkt von Gott, der selbst unendlich weise und voller Weisheit ist. Wahrhaft weise zu werden, hat nichts mit unserer Überlegung oder Erfahrung zu tun. Wahre, biblische Weisheit fängt mit dem Schama an, mit dem Hören auf Gott mit einer Bereitschaft, Gottes Wort zu verstehen, es zu beherzigen und ihm zu gehorchen.

Die Menschen verwenden viel Zeit und Energie, um alle Dinge in dieser Welt zu erforschen und die Zusammenhänge zu erkennen und so weise zu werden. Die Menschen erforschen, wie alle Elemente aufgebaut sind und wie selbst die Atome zerlegt werden können, um die kleinsten Geheimnisse zu ergründen. Andere forschen fleißig über entfernte Sonnensysteme. Doch obwohl die Wissenschaftler dadurch immer mehr Erkenntnisse über diese Welt und den Kosmos bekommen, entstehen bei fast allen Forschungen immer viele neue Fragen, auf die man keine Antwort hat. Aber Gott selbst hat alles geplant und erschaffen, den Mikrokosmos und das ganze Universum. Wenn wir auf ihn hören, lernen wir gerade den kennen, der alles erdacht und geschaffen hat und vollkommen weise ist. Die Menschen forschen auch viel, um die Ereignisse in der Geschichte zu verstehen. Aber Gott kennt die ganze Geschichte und lenkt selbst ihren Verlauf von den Anfängen bis zum Jüngsten Tag. Er ist der Anfang und das Ende und die Antwort auf alle Fragen. Man hat in den letzten 150 Jahren auch enorm viel in den Sozialwissenschaften und der Medizin geforscht, um die Menschen richtig zu verstehen, ihr Wesen, ihr Verhalten, ihre Gesundheit und die Wege für ihr gutes Zusammenleben. Doch wie schnell geraten wir an die Grenzen unseres Verständnisses und unserer Möglichkeiten, wenn wir mit der Realität von Menschen konfrontiert sind, zum Beispiel mit dem Egoismus und Rücksichtslosigkeit von manchen Mächtigen in der Politik oder Wirtschaft, die auf Kosten vieler anderer Menschen ihre Macht und ihren Reichtum ausbauen. Wir sind schockiert, wenn wir von Verbrechen lesen, wenn wir zum Beispiel von Menschen wie Anders Behring Breivik erfahren, die wie normale Mitmenschen ausgesehen haben, aber eines Tages etwa siebzig Menschen rücksichtslos erschießen, um ihre politische Überzeugung zum Ausdruck zu bringen. Wer kann Menschen wirklich verstehen? Und wer kann ihnen helfen, sodass sie ihr Leben recht führen? Doch wenn wir auf Gott und sein Wort hören, lernen wir auch das Wesen und das Problem des Menschen zu begreifen und können von ihm lernen, andere Menschen zu verstehen und ihnen nach seinem Willen zu helfen. Wenn wir auf Gott hören und ihn immer mehr erkennen, erlangen wir immer mehr Weisheit und können weise Menschen werden, die ihr Leben weise führen und Gott und auch anderen Menschen dienen können.

Salomo hat das selbst erfahren. Er wurde der weiseste König, der je gelebt hatte, und seine Weisheit wurde international berühmt. Dabei erlangte er seine Weisheit nicht, indem er mit hoher Intelligenz von sich aus über alles nachdachte, sondern indem er auf Gott hörte. Aus dieser Erfahrung heraus schrieb er später in seinem Buch der Sprüche: „Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. Dünke dich nicht weise zu sein, sondern fürchte den Herrn und weiche vom Bösen“ (Spr 3,5-7). Weil Salomo selbst erlebt hat, dass die wahre Weisheit von Gott kommt und dass eine gehorsame Herzenshaltung gegenüber Gott die Voraussetzung ist, um sie zu empfangen, schrieb er auch: „Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand“ (Spr 9,10).

Wie können auch wir wahre Weisheit erlangen? Die Bibel ermutigt uns nicht nur durch das Gebet von Salomo, sondern auch an anderen Stellen dazu, um Weisheit zu beten. Im Jakobusbrief heißt es: „Wenn es aber jemanden unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben werden“ (Jak 1,5). Wenn wir Gott um seine Weisheit bitten, wird er sie uns geben. Dann wird seine Wahrheit uns erleuchten und uns zeigen, was die Dinge in unserem Leben bedeuten und welchen Weg wir gehen sollen. Gottes Wort schafft in uns immer mehr Einsicht und einen Durchblick, den wir mit unserer Vernunft nicht erlangen können. Gottes Weisheit wird uns befähigen, unser eigenes Leben vor Gott weise zu führen. Gottes Weisheit wird uns befähigen, auch andere Menschen und ihre Probleme zu verstehen und ihnen zu helfen. Möge Gott unser Gebet um Weisheit reichlich segnen und uns alle zu weisen Männern und Frauen machen!

II. Gott erhört Salomo und ermahnt ihn zum Gehorsam (10-15)

Dieser Abschnitt beschreibt Gottes Reaktion auf Salomos Gebet und seine Ermahnung an ihn. Wie reagierte Gott auf sein Gebet? Vers 10 sagt, dass es Gott gut gefiel, dass Salomo darum bat. Gott sagte zu ihm: Weil du darum bittest und bittest weder um langes Leben noch um Reichtum noch um deiner Feinde Tod, sondern um Verstand, zu hören und recht zu richten, siehe, so tue ich nach deinen Worten. Siehe, ich gebe dir ein weises und verständiges Herz, sodass deinesgleichen vor dir nicht gewesen ist und nach dir nicht aufkommen wird. Und dazu gebe ich dir, worum du nicht gebeten hast, nämlich Reichtum und Ehre, sodass deinesgleichen keiner unter den Königen ist zu deinen Zeiten“ (11-13). Gott war sehr froh über Salomos Gebet, weil Salomo Gottes Angebot nicht ausgenutzt hatte, um etwas für sich selbst zu bitten, sondern um ein gehorsames, weises Herz bat, um seine Aufgabe an dem Volk gut erfüllen zu können. Deshalb wollte Gott ihm das Erbetene geben und dazu auch das, worum er nicht gebeten hatte, nämlich Reichtum und Ehre, wie es kein anderer in seiner Zeit haben sollte.

Was können wir hier über Gott lernen? Es ist wichtig, was wir uns von Gott wünschen und wofür wir beten. Wir dürfen nach der Bibel für alles beten. Aber es ist wichtig, mit welcher Priorität wir unsere Wünsche vor Gott bringen. Als Salomo Gott um alles bitten konnte, bat er Gott um ein gehorsames Herz, damit er das Volk gerecht richten könnte. Darüber war Gott sehr froh und erfüllte seine Bitte und gab ihm dazu auch noch viel weiteren Segen, um den er nicht gebeten hatte. Dies erinnert uns an Jesu Wort in der Bergpredigt, wo er sagt: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ Wir haben viele Wünsche und viele Bedürfnisse. Aber wir sollen wie Salomo vor allem Gott darum bitten, dass er uns ein gehorsames Herz und dadurch Weisheit gebe. Dann können wir in den verschiedenen Situationen unseres Lebens erkennen, was Gottes Wille ist und gute Orientierung für unser Tun und Lassen finden. Dann bekommen wir auch Weisheit, durch die wir die anderen in der Familie, in der Gemeinde, an der Schule, Uni oder Arbeitsplatz richtig verstehen und ihnen geistlich helfen können, zu Jesus zu finden. Wenn wir für ein gehorsames, weises Herz beten, wird Gott uns noch vieles mehr dazu geben und so unser ganzes Leben segnen.

Salomo wurde durch die Gebetserhörung weise wie kein anderer Mensch seiner Zeit. Aber wie konnte er permanent sein ganzes Leben lang weise bleiben? Gott hatte selbst dieses Anliegen und gab Salomo eine entsprechende Orientierung. Gott sagte im Vers 14: „Und wenn du in meinen Wegen wandeln wirst, dass du hältst meine Satzungen und Gebote, wie dein Vater David gewandelt ist, so werde ich dir ein langes Leben geben.“ Damit Salomo nicht nur eine Zeitlang, sondern sein Leben lang weise sein und lange leben könnte, sollte er in Gottes Wegen wandeln und seinen Worten gehorchen. Gottes Weisheit kann man nicht behalten wie menschliche Weisheit, die man wie ein Wissen im Kopf abspeichern kann. Die Weisheit Gottes, die viel höher ist, kommt direkt von Gott und kann von uns Menschen nur immer wieder neu empfangen werden, wenn wir beständig auf Gott hören und gehorsam in der Gemeinschaft mit ihm leben. Gott wollte, dass Salomo nicht nur eine Zeitlang, sondern ständig auf Gott hören und dadurch ständig weise bleiben sollte.

Das gilt auch für uns. Es ist nicht genug, wenn wir nur einmal von Gott Weisheit bekommen, etwa um einem anderen in einer Krise zu helfen oder eine andere schwierige Situation zu meistern. Wir sollen auf Dauer täglich Gottes Weisheit empfangen, indem wir täglich auf ihn hören und mit ihm verbunden leben, wie eine Rebe mit dem Weinstock verbunden ist. Möge Gott uns darum helfen, beständig auf seine Worte zu hören und durch unseren Gehorsam mit ihm verbunden zu bleiben, sodass wir beständig seine Weisheit empfangen und in allen Bereichen recht vor ihm leben können!

III. Salomos weises Urteil (16-28)

In diesem Abschnitt erfahren wir von einer Rechtsstreitigkeit, die eigentlich kaum gerecht entschieden werden konnte, die Salomo aber dank der Weisheit Gottes durchschauen und ein gerechtes Urteil sprechen konnte. Was war das Problem? Zwei prostituierte Frauen kamen zum König, die im selben Haus wohnten und fast gleichaltrige Babys hatten. Tragischerweise hatte eine der Frauen ihr Kind beim Schlaf erdrückt. Doch sie legte ihr totes Baby in die Arme der anderen und holte ihr Baby zu sich ins Bett und behauptete, dass es ihr Kind sei. Vor dem König behauptete nun jede Frau, dass das Kind der anderen gestorben sei und dass das noch lebende Kind ihr Kind sei. Es gab einen heftigen Streit vor Gericht, bei dem Aussage gegen Aussage stand, wie es heißt: Die andere Frau sprach: Nein, mein Sohn lebt, doch dein Sohn ist tot. Jene aber sprach: Nein, dein Sohn ist tot, doch mein Sohn lebt. Und so redeten sie vor dem König.“ Wie konnte Salomo herausfinden, was die Wahrheit war? Es gab keine weiteren Zeugen und keine modernen Hilfsmittel, wie etwa eine DNA-Analyse, durch die man den Fall hätte klären können. Es war eigentlich ein unlösbarer Fall.

Doch wie urteilte Salomo? Die Verse 24-25 sagen: „Und der König sprach: Holt mir ein Schwert! Und als das Schwert vor den König gebracht wurde, sprach der König: Teilt das lebendige Kind in zwei Teile und gebt dieser die Hälfte und jener die Hälfte.“ Was passierte dann? „Da sagte die Frau, deren Sohn lebte, zum König – denn ihr mütterliches Herz entbrannte in Liebe für ihren Sohn – und sprach: Ach, mein Herr, gebt ihr das Kind lebendig und tötet es nicht! Jene aber sprach: Es sei weder mein noch dein; lasst es teilen!“ (26) Als Salomo die Tötung des noch lebenden Babys anordnete, zeigte sich, wer seine Mutter war, denn ihre mütterliche Liebe entbrannte in ihr. So konnte Salomo die verborgene Wahrheit bzw. die Lüge der einen Frau aufdecken und konnte so Recht sprechen. Salomo verkündete das Urteil: Gebt dieser das Kind lebendig und tötet’s nicht; die ist seine Mutter“ (27). Sein gerechtes Urteil in einem eigentlich unlösbaren Fall ist als „salomonisches Urteil“ in die Geschichte eingegangen.

Wie reagierte das Volk auf dieses Urteil? Vers 28 berichtet: „Und ganz Israel hörte von dem Urteil, das der König gefällt hatte, und sie fürchteten den König; denn sie sahen, dass die Weisheit Gottes in ihm war, Gericht zu halten.“ Als das Volk von diesem Urteil Salomos hörte, fürchteten sie den König; denn sie erkannten, dass die Weisheit Gottes ihn befähigte, auch undurchschaubare Fälle zu durchschauen und gerecht zu beurteilen. Wegen seiner göttlichen Weisheit konnte nun niemand mehr im Land wagen, andere zu betrügen oder andere Verbrechen zu begehen, weil jeder damit rechnen musste, dass der König mit seiner Weisheit seine Schuld herausfinden und gerecht bestrafen würde. So trug Salomos Weisheit direkt und indirekt dazu bei, dass im Volk Israel Gerechtigkeit herrschte.

Heute haben wir Salomos Gebet um ein gehorsames, weises Herz kennen gelernt, der betete: „So wollest du deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, damit er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist. Denn wer vermag dies dein mächtiges Volk zu richten?“ (9) Gott freute sich über seine Bitte und machte ihn zu dem weisesten Menschen, dessen Weisheit selbst noch heute sprichwörtlich ist. Möge Gott jeden von uns mit einem gehorsamen Herzen und göttlicher Weisheit wie Salomo segnen! Möge Gott uns helfen, durch unseren beständigen Gehorsam gegenüber ihm dauerhaft weise Menschen zu werden, deren Weisheit weit über die Grenzen der Gemeinde hinweg bekannt wird und viele Menschen zu einem Leben in Gottes Gerechtigkeit leitet!

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Fragebogen: 1.Könige 8,1 – 10,29

Dez 5th, 2011

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Die Einweihung des Hauses Gottes

Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, Herr, mein Gott, damit du hörest das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir”

(1.Kön 8,28).

I. Salomos Gebet (Kap 8)

1. Was hat Salomo ins Haus Gottes heraufgebracht (1-8)? Was war in der Lade (9)? Was geschah im Haus Gottes (10.11)? Was besagt dieses?

2. Was sagte Salomo über Gott und das Haus Gottes (12.13)? Wie hat sich das Wort Gottes über den Bau des Hauses Gottes erfüllt (14-21)?

3. Zu welchem Gott bekannte sich Salomo in seinem Gebet (22-24)? Wofür betete er zuerst (25.26)? Welche Bedeutung hat das Haus Gottes für das Volk und für Gott (27-30)?

4. Nenne Salomos sieben Gebetsanliegen in den Versen 31-53. Welche Erkenntnis über Gott und über den Menschen hatte Salomo? Wie ist darin sein Glaube an Gott und sein Hirtenherz für sein Volk sichtbar?

5. Wie segnete Salomo das Volk nach dem Gebet (54-59)? Welchen Gott sollten die Völker erkennen (60.61)? Was tat Salomo danach (62-66)?

II. Salomos Herrlichkeit (Kap 9.10)

6. Was verhieß Gott über sein Haus (9,1-3)? Welches Herzensanliegen hatte Gott für König Salomo und sein Volk, und wie er ermahnte Salomo (4-9; 11,11)?

7. Womit war Hiram unzufrieden (10-14)? Welche Leute dienten dem Werk von Salomo (15-24)? Welches Opfer brachte Salomo dreimal jährlich (25)? Beschreibe Salomos Herrlichkeit, Reichtum und Weisheit (9,26-10,29)?

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Predigt: 1.Könige 1,1 – 2,46

Nov 27th, 2011

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Salomos Königtum wurde gefestigt

„Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und sei ein Mann und diene dem Herrn, deinem Gott, dass du wandelst in seinen Wegen und hältst seine Satzungen, Gebote, Rechte und Ordnungen, wie geschrieben steht im Gesetz des Mose, damit dir alles gelinge, was du tust und wohin du dich wendest.”

(1.Kön 2,2.3)

Wir fahren mit unserem Bibelstudium im AT fort. In den ersten beiden Samuelbüchern haben wir den Werdegang König Davids in aller Ausführlichkeit verfolgt. Wie Gott in sein Herz schaute, als er noch ein Jugendlicher war und ihn zum Thronfolger bestimmte. Wie er als Held gefeiert wurde, weil er als Einziger den Glauben aufbrachte und Goliath erschlug. Wie Samuel ihn über Juda zum König salbte. Wie er nach 7 Jahren König über ganz Israel wurde. Wir sahen seine Höhen und seine Tiefen. Seine glorreichen Siege sowie seine finstere Sünden. Doch insgesamt bekannte sich Gott zu David, so wie David sich zu Gott bekannte. Alles in allem nannte Gott David einen Mann ganz nach seinem Herzen.

Wie gingen Davids Amtszeit als König und sein Leben zu Ende? Wer wurde Nachfolger an seiner statt? Wie segnete er den neuen König? Und am wichtigsten: Welcher Lebenswandel gefällt Gott und welcher nicht? Wer wird von Gott gesegnet und wer nicht? Gott helfe uns, dieses Geheimnis herauszufinden, Gott zu gefallen und von ihm gesegnet zu werden. Gott segne uns durch sein heutiges Wort.

I. Salomo wird zum König gesalbt (Kap. 1)

Welches Problem hatte König David? Betrachten wir den Text. David war inzwischen sehr alt. Mit 30 war er König geworden und regiert hatte er 40 Jahre. Er war also etwa 70. Viele sind mit 70 noch ziemlich fitt, doch David hatte sein Leben lang gekämpft, gekämpft, gekämpft. Nun war er ein alter, ausgelaugter Mann, mit niedriger Körpertemperatur. (Bild 1) Seine Großen suchten nach einer, für die damalige Zeit, typischen Lösung. Sie suchten im ganzen Land und fanden schließlich Abischag von Schunem. (Bilder 2-4) Sie war kein schönes Mädchen, sie war ein „sehr schönes Mädchen.“

Was dachte sich Davids Ältester, unter den noch lebenden Söhnen? Betrachten wir Vers 5: „Adonija aber, der Sohn der Haggit, empörte sich und sprach: Ich will König werden!“ (Bild 5)

Die Macht lockt. Sein Vater war zu alt zum Regieren. Der legitime Nachfolger, Salomo, war noch ein Jugendlicher. Adonija selbst war der älteste Sohn. Die Bedingungen schienen ideal. Zudem war er ein Schönling und sein Vater hatte ihm nie etwas verwehrt. „Ich will König werden!“ schrie Adonija ungestüm und überstürzt. Denn vor nicht allzu langer Zeit hatte sich sein Bruder Absalom in den Kopf gesetzt, anstelle seines Vaters König zu werden. Mit diesem unseligen Entschluss stürzte er das Land in eine tiefe Krise.

Und nun Adonija. In ihm quoll seine Begierde. Er begehrte Krone, Thron und Königreich, also alles was seinem Vater gehörte. Und wenn wir die folgenden Verse betrachten, ging Adonija sehr geschickt aber auch hinterhältig an die Planung seines Komplotts. Er rüstete sich militärisch auf und beriet sich mit wichtigen Funktionären seiner väterlichen Regierung, mit Joab, dem Sohn Zerujas, dem obersten Heerführer und mit Abjatar, dem Priester, für religiösen Beistand. Diese Männer wussten alle, dass Salomo von Gott zum König bestimmt worden war. Doch sie alle handelten nach der gegebenen Situation und widersetzten sich dem Willen Gottes und begingen Hochverrat. (Bilder 6-7)

Wer schloss sich dieser widerspenstigen Rebellion nicht an? Vers 8: „Aber Zadok, der Priester und Benaja, der Sohn Jojadas und Nathan, der Prophet und Schimi und Rei und die Helden Davids waren nicht mit Adonija.“ Diese Männer schlossen sich nicht der breiten Masse an. Sie schwammen nicht mit dem Strom der Zeit. Sie blieben standhaft.

Währenddessen bastelte Adonija fleißig an seinem Putsch. Er sorgte für ausreichend Opfervieh und lud alle seine Brüder, die Königssöhne und alle Männer Judas, die dem König dienten, zu sich ein. Und er wusste ganz genau wen er für seine dunklen Machenschaften gewinnen konnte und wen er lieber nicht einlud. Betrachten wir Vers 10: „Aber den Propheten Nathan und Benaja und die Helden und seinen Bruder Salomo lud er nicht ein.“ Wer Böses im Schilde führt, sucht die Gemeinschaft Gleichgesinnter und meidet den Rat der Bibeltreuen.

Das Schicksal des Landes schien besiegelt, Spaltung und Bürgerkrieg schienen unabwendbar Der Wille Gottes, Salomo zum König zu machen, schien unterzugehen. Wo war Gott? Warum geschah sein Wille nicht? Die Lage war wirklich ungünstig. Doch siehe da, wer glaubte felsenfest an die Verheißung Gottes und wer stand auf und wer unternahm etwas gegen die bedenkliche Situation? Betrachten wir Vers 11. Es war ein alter Mann, der Prophet Nathan, der mit seinem Glauben etwas in Gang setzte. Er war es, der aufstand und Salomos Mutter aufsuchte, um sie zum König zu senden. Er wollte sie dabei unterstützen, den König über die aktuellen politischen Ereignisse aufzuklären. Batseba nahm seinen Vorschlag an. Nacheinander brachten sie ihr Anliegen vor dem König: „Und siehe, sie essen und trinken vor ihm und rufen: Es lebe der König Adonija!“ (25) (Bild 8-9)

Nachdem König David sich alles in Ruhe angehört hatte, verstand er die Brisanz der aktuellen Ereignisse und gab unverzüglich die Anweisung: „So wahr der HERR lebt, der mich erlöst hat aus aller Not: Ich will heute tun, wie ich dir geschworen habe bei dem HERRN, dem Gott Israels, als ich sagte: Salomo, dein Sohn, soll nach mir König sein, und er soll für mich auf meinem Thron sitzen.“ (29.30)

Ohne zu zögern berief David ein neues Kabinett. „Und der König David sprach: Ruft mir den Priester Zadok und den Propheten Nathan und Benaja, den Sohn Jojadas!“ (32) Die Treuen werden befördert, die Untreuen verstoßen. Wer ist unser König? Wem müssen wir treu sein? „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen.“ (Joh. 15,5.6) Beten wir, damit wir treu in Christus bleiben. Wenn auch unsere ganze Umgebung vom Strom der Zeit mitgerissen wird, wenn unsere Freunde und Kollegen sich selbst zu verwirklichen suchen, wenn die Kultur und die Gesellschaft in der wir leben immer gottloser wird, so wird sich das Wort unseres Herrn letztendlich bewahrheiten. Wer in ihm bleibt, bringt viel Frucht. Wer nicht in ihm bleibt wird weggeworfen. Möge Jesu Wort der Wahrheit und des Lebens ein verzehrendes Feuer in unseren Herzen entfachen, das alles Schädliche und Schändliche verzehrt und wir geläutert und gereinigt werden. Mögen die Begierde und jeglicher eitler Eifer in uns vernichtet werden, damit wir mit ganzem Herzen bei unserem Herrn bleiben und Frucht bringen. Wir sind keine Thronfolger, doch auch auf uns wartete eine Krone, die viel besser und wertvoller ist. „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“ (Off. 2,10) lauten die Worte unseres Herrn in der Offenbarung.

Was sollten die Neuberufenen tun? Betrachten wir Verse 33ff. Sie sollten hingehen und Salomo in Gihon zum König salben, die Posaunen blasen und rufen: „Es lebe der König Salomo!“ Gerne war David bereit seinen Thron, für seinen Sohn, dem neuen König, zu räumen. Das ist bemerkenswert, weil sich zahllose Machthaber, in unserer Zeit wie zu allen Zeiten, bis ans Ende auf Gedeih und Verderb an die Macht halten wollen.

Und so geschah es. Benaja antwortete mit „So sei es!“ und der Priester Zadok salbte Salomo zum König. „Und sie bliesen die Posaunen und alles Volk rief: Es lebe der König Salomo! Und alles Volk zog wieder herauf hinter ihm her, und das Volk blies mit Flöten und war sehr fröhlich, sodass die Erde von ihrem Geschrei erbebte.“ (39) (Bilder 10-12)

Wir sehen, welche Bewegung sich in Gang setzte, als ein alter Mann, der Prophet Nathan, aufstand und entschied, etwas im Namen des Herrn zu unternehmen. Das Schicksal schien besiegelt. Der Nation drohte der Untergang. Doch Gottes Wille geschah, als ein Mensch im Glauben aktiv wurde. Eine große Dynamik entstand und siehe, Gottes Wille erfüllte sich! Ist das nicht erstaunlich? Adonijas Rebellion diente sogar dazu, den Ratschluss Gottes zu beschleunigen.

Auch unsere Situation scheint nicht sehr vorteilhaft. Oft scheint es, als ob Gott nicht unter uns wirkt. Was müssen wir lernen? Nathan ist uns in dieser Hinsicht Vorbild. Lasst uns glauben, dass Gottes Wort wahr ist und in Erfüllung geht. Hab Glauben an Gott, sein Wort ist wahr. Lass dich als die eine Person gebrauchen, die durch den Glauben alles in Bewegung setzten kann. Dann werden auch wir alle jubeln, musizierten, und fröhlich sein und die Erde zum Erbeben bringen, mit unserem Jubelgeschrei. (Man kann sich nicht nur in der Disko oder auf weltlichen Partys amüsieren. Ein geistliches Fest ist viel schöner, fröhlicher und gewaltiger. Müssen wir alle noch üben.)

Wie kam dieser Jubel bei Adonija und sein zusammengebasteltes Königreich an? (Bilder 13-14) Der Sohn des Priesters klärte die Meute auf. „Und der König hat sich verneigt auf seinem Lager und hat so gesagt: Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, der heute einen meiner Söhne auf meinen Thron gesetzt hat, dass es meine Augen gesehen haben.“ (48) Weiter lesen wir: „Da erschraken alle, die bei Adonija geladen waren, und machten sich auf und gingen hin, jeder seinen Weg.“ (49) So schnell wie Adonijas Königtum entstanden war, so schnell löste es sich in Rauch auf. Es war wie weggeblasen, vom Winde verweht. Alle erschraken und machten sich davon. (Bild 15) Was tat Adonija? „Aber Adonija fürchtete sich vor Salomo und machte sich auf, ging hin und fasste die Hörner des Altars.“ (50) (Bild 16)

Was stellen wir fest, wenn wir Salomo mit Adonija vergleichen? (Bild 17) Anfangs sah Salomo im Vergleich zu seinem älteren Bruder wie ein Opfer aus, ein gefundenes Fressen, ein naiver Knabe, Kanonenfutter, denn er unternahm nichts. Adonija hingegen sah aus wie der geborene Anführer. Gerissen, konsequent und zielstrebig. Ein Mann, der seine Worte in die Tat umsetzte. Doch schließlich sehen wir, wie sich das Blatt wendete. Adonijas Königreich verschwand von der Bildfläche, weil es keine Wurzeln hatte. Von Salomos Königreich war anfangs nichts zu sehen, doch im Verborgenen hatte es tiefe Wurzeln, nämlich im Willen Gottes. Daraus wuchs es langsam aber sicher heran und entfaltete sich schließlich. Während der Rebell aus schierer Verzweiflung die Hörner des Alters packte, trat Salomo als würdiger Thronfolger auf und befahl mit seiner königlichen Majestät: „Wird er redlich sein, so soll kein Haar von ihm auf die Erde fallen; wird aber Böses an ihm gefunden, so soll er sterben. Und der König Salomo sandte hin und ließ ihn vom Altar holen. Und als er kam, fiel er vor dem König Salomo nieder. Salomo aber sprach zu ihm: Geh in dein Haus!“ (52.53)

Beten wir, damit unser Leben, unser Wille und unser Sein tief verwurzelt sind im Willen unseres himmlischen Vaters. Ansonsten werden wir vergehen wie Spreu im Wind. Bleiben wir aber bei Gott, wird sein guter Wille uns erbauen, in uns gedeihen und unzählige Früchte seiner Herrlichkeit und Heiligkeit hervorbringen. Gelobt sei Gott, der einen guten Willen für uns hat. Alles zu seiner Ehre und Verherrlichung!

II. Das Königtum wurde gefestigt durch Salomos Hand (Kap. 2)

Erfolgreich König zu werden ist eine Sache. Das Königreich erfolgreich zu regieren eine andere. Wie half David seinem Sohn dabei? Betrachten wir Kap 2. Vor seinem Tod sprach David: „Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und sei ein Mann“. „Sei getrost“ betraf sicherlich den baldigen Tod seines Vaters. Bald würde Salomo seinen Vater verlieren und König über das ganze Land sein und er war jung und unerfahren. Außerdem hatte sich eine bedrohliche Opposition wider ihn geformt. „Ich sterbe, ich gehe den Weg aller Welt aber sei getrost!“ lauteten die Worte seines Vaters. „und sei ein Mann“. Was bedeutet das? Warum sollte der jugendliche Salomo ein Mann sein und vor allem was für ein Mann? Lesen wir die Worte Davids in den Versen 2-4: „Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und sei ein Mann und diene dem HERRN, deinem Gott, dass du wandelst in seinen Wegen und hältst seine Satzungen, Gebote, Rechte und Ordnungen, wie geschrieben steht im Gesetz des Mose, damit dir alles gelinge, was du tust und wohin du dich wendest; damit der HERR sein Wort erfülle, das er über mich geredet hat: Werden deine Söhne auf ihre Wege achten, dass sie vor mir in Treue und von ganzem Herzen und von ganzer Seele wandeln, so soll dir’s niemals fehlen an einem Mann auf dem Thron Israels.“ Als David seinem Sohn sagte: „sein ein Mann“, dann meinte er damit: „sei ein Mann Gottes. Sei stark in dem Herrn und diene deinem Gott und meinem Gott. Tue alles was Gott gefällt. Halte dich an dem Herrn. Tue nichts das ihm nicht gefällt. Meide den gottlosen Weg. Lies die Bibel, studiere sie, sei ein Mann der Bibel und halte dich an Gottes Wort. Sei ein Mann des Gebets und forsche, was Gott gefällt. Gehe eine persönliche Beziehung mit deinem Gott ein. Du willst guten Rat? Du willst wissen, wie man ein erfolgreicher König wird? Das ist das Geheimnis des gesegneten Königtums. Sei dem Herrn treu, mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele. Sei ihm treu, damit der Herr sein Wort erfüllt und dein Königreich Bestand hat.“

Wir sind zwar keine Könige oder Königinnen, doch Davids geistlicher Rat ist nicht nur für Thronfolger bestimmt. Diese geistliche Orientierung finden wir in der ganzen Bibel. Sie ist unabdingbar für alle, die ein treues Glaubensleben führen wollen. Wie Salomo haben auch wir Sorgen und Fragen. Wie kann ich ein treues Leben als Kind Gottes führen? Wie kann mein Glaubensleben mit Erfolg gekrönt sein? Wie kann mein Dasein den Namen des Herrn preisen? Wie kann ich ein Wohlgeruch Jesu Christi in meiner Umgebung sein? Wie kann ich den Herrn täglich preisen und verherrlichen? In dieser Hinsicht ist David ein exzellenter Bibellehrer: „sei getrost und sei ein Mann und diene dem HERRN, deinem Gott, dass du wandelst in seinen Wegen und hältst seine Satzungen, Gebote, Rechte und Ordnungen, wie geschrieben steht im Gesetz des Mose, damit dir alles gelinge, was du tust und wohin du dich wendest“. Diese Orientierung war quasi Davids Lebensleitwort. Und diese Lebensorientierung führte dazu, dass David ein Mann ganz nach Gottes Herzen wurde.

Wir sind geschaffen, um nach dem Willen Gottes zu leben. Deshalb ist es unabdingbar, Gottes Wort zu studieren und aufzusaugen. Sei es beim Bibelstudium, Zuhause oder beim Gottesdienst. Und wenn es dir aus irgendwelchen Gründen schwer fällt, Gottes Wort gerne und regelmäßig zu lesen, dann gehe auf die Knie und bitte den himmlischen Vater, dir geistliche Sehnsucht zu schenken, ihn immer besser kennen zu lernen und eine untrennbare Beziehung mit ihm einzugehen. Wir müssen Gottes Wort in uns aufnehmen, denn wir leben aus einem jeden Wort, das aus dem Munde Gottes kommt. Diese Lebensweise war wichtig für Salomo, als neuer König und sie ist wichtig für uns, als Kinder Gottes. Gott segne unser Glaubensleben, mit seinem Wort.

Welchen Rat gab David seinem Sohn noch? Betrachten wir Vers 5. Da Salomo König geworden war, wurde David sein wichtigster Regierungsberater. Salomo sollte gutes Verhalten belohnen und böses Verhalten bestrafen. Dadurch sollte er für Gerechtigkeit sorgen und Gerechtigkeit ausüben.

Wer sollte bestraft werden und warum? Der erste Name der fällt ist Joab. Er war Davids langjähriger Feldhauptmann. Er führte Davids Armeen in den Kampf und war ein mächtiger Mann. Doch er hatte zwei Kontrahenten kaltblütig ermordet, obwohl nach langer Zeit Frieden herrschte. Er hatte Abner und Amasa getötet und den teuren Frieden leichtsinnig aufs Spiel gesetzt. David erwähnt erst gar nicht die ganzen Gräueltaten, die Joab ihm persönlich angetan hatte (Mord Absaloms, Hochverrat durch Adonija.): „Ihr Söhne der Zeruja, was hab ich mit euch zu schaffen?“ (2.Sam 16,10) Mehrfach hatte David ihn getadelt und bezeugt, dass er nichts mit ihm und den seinen zu tun haben wollte. Nun war die Zeit gekommen, ihm seine gerechte Strafe zukommen zu lassen.

Was sollte mit den Söhnen des Barsillais geschehen? Vers 7 lautet: „Aber den Söhnen Barsillais, des Gileaditers, sollst du Barmherzigkeit erweisen, dass sie an deinem Tisch essen. Denn sie taten wohl an mir, als ich vor deinem Bruder Absalom floh.“

Schimi sollte stattdessen ebenfalls mit dem Tode bestraft werden, weil er den König geflucht und mit Steinen beworfen hatte.

Mit diesen Ratschlägen übergab David seinem Sohn Salomo praktisch ein mündliches Testament. Nach dem Tod Davids lesen wir im Vers 12: „Und Salomo saß auf dem Thron seines Vaters David und seine Herrschaft hatte festen Bestand.“ Wir lesen diesen Vers zu einem Zeitpunkt, an dem seine Gegner noch am Leben waren. Es war also Gott selbst, der seiner Herrschaft Beständigkeit verlieh. Wie schön ist es, Gottes Beistand zu erfahren! Beten wir, damit unser Herz und unsere Seele beim Herrn sind und bleiben.

Wie ging Salomo mit den Ratschlägen seines verstorbenen Vaters um? Betrachten wir Vers 13. Ein weiteres Mal trat Adonija auf. (Bild 18) Und er tat es dem Propheten Nathan gleich und ging mit seinem Anliegen zu Batseba. „Kommst du auch mit Frieden?“ wollte sie wissen und er bejahte und log mit hoher Wahrscheinlichkeit. „Sie sprach zu ihm: Sage an!“ Und unglaublich aber wahr fing er an zu reden: „Du weißt, dass das Königtum mein war, und ganz Israel hatte sich auf mich gerichtet, dass ich König sein sollte“. Wir sehen, dass sein Herz noch immer am Thron hing. Und ein weiteres Mal begegnen wir seiner Lüge, denn keineswegs hatte sich ganz Israel auf ihn gerichtet. Und siehe da, er wollte Abischag von Schunem zur Frau, das Mädchen, das nicht schön, sondern sehr schön war, die Jungfrau, die im Davids Harem lebte. Das war eine typische Handlung, um Herrschaftsansprüche zu erheben und womöglich steckte Joab hinter diesem Schachzug. Batseba durchschaute ihn nicht und gab sein Anliegen an Salomo weiter. Aber wir wissen, dass Salomo nicht auf dem Kopf gefallen war. (Bild 19) Wie reagierte er auf diese Bitte? Vers 22: „Da antwortete der König Salomo und sprach zu seiner Mutter: Warum bittest du um Abischag von Schunem für Adonija? Erbitte ihm doch auch das Königtum! Denn er ist mein älterer Bruder und zu ihm hält der Priester Abjatar und Joab, der Sohn der Zeruja.“ Salomo durchschaute ihn sofort. Adonija schätzte die ihm gewährte Gnade nicht. Salomo hatte ihm eine zweite Chance gegeben aber mit der klaren Warnung: „wird aber Böses an ihm gefunden, so soll er sterben.“ (1,52) Und so kam es, wie es kommen musste: „Und der König Salomo schwor bei dem HERRN und sprach: Gott tue mir dies und das, diese Bitte soll Adonija sein Leben kosten! Und nun, so wahr der HERR lebt, der mich bestätigt hat und gesetzt auf den Thron meines Vaters David und der mir ein Haus gemacht hat, wie er zugesagt hat: Heute noch soll Adonija sterben!“ (23.24) Benaja vollstreckte diesen Befehl. (Bild 20)

Gleich im Anschluss „verstieß Salomo den Abjatar, dass er nicht mehr Priester des HERRN sein durfte, damit erfüllt würde des HERRN Wort, das er über das Haus Elis geredet hatte in Silo.“ (27)

„Und die Kunde davon kam vor Joab; denn Joab hatte Adonija angehangen und nicht Absalom. Da floh Joab in das Zelt des HERRN und fasste die Hörner des Altars.“ (28) (Bild 21) Joab war nicht blöd, er wusste was ihm blühte. Wie Adonija, flüchtete er in das Zelt des Herrn und fasste als letzte Verzweiflungstat die Hörner des Altars. Doch im 2.Mose 21,14 steht geschrieben: „Wenn aber jemand an seinem Nächsten frevelt und ihn mit Hinterlist umbringt, so sollst du ihn von meinem Altar wegreißen, dass man ihn töte.“ Und so vollstreckte Benaja auch den Befehl Salomos, Joab nieder zu stoßen und das unschuldig vergossene Blut zu büßen. (Bilder 22-25)

Als der Feldhauptmann Joab getötet und in seinem Haus in der Wüste begraben worden war, setzte Salomo „Benaja, den Sohn Jojadas, an seiner statt über das Heer, und den Priester Zadok setzte der König an die Stelle Abjatars.“ (35)

Nun war Schimi an der Reihe. David hatte seinem Sohl nahegelegt, Schimi auf subtile Weise zu bestrafen und Salomo erfüllte die Erwartungen seines Vaters. Er setzte Schimi unter Hausarrest mit der unmissverständlichen Drohung: „An dem Tag, an dem du hinausgehen und über den Bach Kidron gehen wirst – so wisse, dass du des Todes sterben musst; dein Blut komme dann auf dein Haupt! Schimi sprach zum König: Das ist recht so; wie mein Herr, der König, geredet hat, so wird dein Knecht tun. So wohnte Schimi in Jerusalem lange Zeit.“ (37.38) Doch nach langer Zeit nahm Schimi das Wort des Königs nicht mehr so ernst und verließ die Stadt, um seine entlaufenen Knechte zurück zu bringen. (Bilder 26-27) Sein Todesurteil war somit besiegelt. „Du weißt all das Böse, dessen dein Herz sich bewusst ist und das du meinem Vater David angetan hast. Nun lässt der HERR dies Böse auf dein Haupt kommen“ (44) und er musste sterben. (Bild 28)

Mit Schimi war auch der letzte Kontrahent beseitigt. Was lesen wir am Ende des heutigen Kapitels? „Und das Königtum wurde gefestigt durch Salomos Hand.“

Wir haben David kurz vor seinem Tod als hervorragenden Bibellehrer kennengelernt. Aber wir lernen auch seinen Sohn als hervorragenden Bibelschüler kennen. Wenn diese zwei aufeinander treffen, kann Gottes großartiger Wille geschehen.

Wie können wir in unserem Glaubensleben und in unserer Gemeinde Frieden haben und gefestigt und beständig sein? Die Personen Adonija, Joab und Schimi repräsentieren Elemente in uns, die unseren geistlichen Frieden gefährden. Die erwähnten Personen waren Menschen, die von Eigeninteressen getrieben waren. Adonija von seiner Begierde, Joab von privaten Interessen und Schimi von seinen Stammesinteressen. Sie alle stellten ihre persönlichen Wünsche vor den Interessen des Volkes und des Königs und Gottes. Ihr privates Interesse brachte sie zum Stolpern und zu Fall. Sie wurden Opfer ihrer weltlichen Ziele.

Der Prophet Nathan, König David, Salomo, der Priester Zadok, Benaja und die Helden Davids und weitere erwiesen sich hingegen als Menschen, die ihre egoistischen Ambitionen ablegten und sich hinter dem Wort Gottes stellten. Während der Rat der Gottlosen unterging, erblühte die Gemeinschaft der treuen Knechte Gottes zum neuen Glanz.

Und passend zum heutigen Text lesen wir im Psalm 1: Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl. Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut. Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht.“

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